Disclaimer: Nein, Harry Potter gehört nicht mir! Wovon träumt ihr eigentlich nachts?

Summary: Es war eigentlich klar gewesen... wirklich! Sobald ihr Leben mal in geregelten Bahnen verlief musste so was passieren! Toll gemacht, Claire!

Note 1: Lang lang ist es her, ich weiß... aber hey, bei nur einer Review ist die Motivation nicht besonders groß! ;-)

Paradisa, ich danke dir für das Feedback! Mit Kyle hast du übrigens Recht... ich denke, den haben wir nicht zum letzten Mal gesehen!

Also, weiter geht's!


Das Streben nach Glück

Kapitel 4

Gespräch Teil I

1976

Wieder Licht. Ein Sprung nach vorn.

Doch der Ort änderte sich dieses Mal nicht. Nur Sirius war verschwunden.Sie saß, wo sie vorher gesessen hatte, schluchzte immer noch. Dazu kam der inzwischen übliche Kopfschmerz... Sie sah sich um, wischte sich die Tränen aus den Augen und stand langsam auf. Es hatte sich nicht viel verändert. Jemand hatte sich darum gekümmert einen Kalender aufzuhängen und auf dem Tisch lag ein Stück Papier.

Der Kalender verriet ihr, dass zwei weitere Monate vergangen waren. November. Der Brief war von Dumbledore:

Sehr geehrte Miss Trent,

fühlen Sie sich frei, jederzeit zu mir zu kommen. Der Hauself Libby ist angewiesen auf Ihr Rufen zu erscheinen. Sie wird Ihnen stets mitteilen können, wo ich mich aufhalte und Ihnen ansonsten jeden Wunsch erfüllen.

Noch einmal und immer wieder: Herzlich Willkommen auf Hogwarts!

Mit Hochachtung,

Albus Dumbledore

Aufmerksam von ihm... Erstmal jedoch musste sie wieder runterkommen. Die Tränen liefen inzwischen langsamer und wunderbarer Weise hatte ihre Hand aufgehört zu zittern. Das war doch ein Anfang.

Dennoch fühlte sie sich durch den emotionalen Zusammenbruch ausgelaugt. Wie von selbst trugen sie ihre Füße zum Bett. Es sah bequem aus. Und kuschelig. Wetten, dass man ganz herrlich darin schlief?

Sie setzte sich auf die Bettkante und rief nach Libby.

Die Elfe erschien. „Miss Trent wünschen?"

„Hallo Libby. Erstmal wäre es schön, wenn du mich Claire nennen würdest. Ginge das?"

„Natürlich Miss Claire! Libby froh sein, Miss so nennen zu dürfen!"

„Sehr schön... ähm... welche Tageszeit haben wir?"

„Früh, es noch sehr früh sein, Miss! Schüler sind noch nicht aufgestanden!"

„Ah ja.. Sobald der Schulleiter wach ist, könntest du ihm ausrichten, dass ich da bin? Du musst ihn nicht wecken, sag ihm nur Bescheid... sagen wir wenn er frühstückt?"

„Oh, Libby hat schon Anweisung bekommen zu sagen wenn Miss hier ist!"

„Sieh mal einer an!" Wer hätte das gedacht? – Alle? „Gut. Könntest du mich nachher wecken? So gegen 11?"

„Libby werden Miss wecken! Und Libby werden ganz gut sein!"

„Natürlich wirst du das. Danke Libby. Das wäre alles."

Die Elfe strahlte sie bei den Dankesworten an, winkte und verschwand wieder. Claire ließ sich nach hinten fallen, zog die Beine über die Bettkante nach oben und entschlummerte...

o

Sie träumte gerade so schön! Hmmmmm... Ein Bad in Schokolade in mitten eines Erdbeerfeldes unter der lieblichen Nachmittagssonne...

„Miss! Miss Claire!"

Wer störte da ihren Traum? Dabei war es so schön warm... und die Schokolade!... „Hm... noch 5 Minuten..."

„Miss Claire... Bitte aufwachen!" Die Stimme ging einfach nicht weg! Kannte sie sie? Hmmmmm... Die Stimme... das war... Libby...

Claire streckte sich und gähnte. Aus verschlafenen Augen schaute sie den Hauself an. „Hallo."

„Kann Libby noch etwas für Miss tun?"

„Erm... ja... kannst du mir etwas zum anziehen besorgen?" Peinlich, peinlich. Aber langsam wollte sie aus diesen Sachen mal raus!

„Oh, Miss hat schon Sachen in Kleiderschrank." Libby sprang hinüber zum Schrank und öffnete die Türen. Tatsächlich... Da lagen Sachen drin.

„Ah... hm, danke. Dann... Komm bitte wieder wenn ich angezogen bin und zeig mir den Weg zur Großen Halle, ja?"

Nachdem Libby wieder weg war stand sie auf und sah sich an, was da für sie bereitgelegt worden war. Mehrere Sets an Schuluniformen... in Slytherin-Optik. Mit einem Lächeln fuhr sie über den grüngestreiften flauschigen Schal. Dann waren da aber auch noch eine Hose und ein Rock und ein par einfache T-Shirts und Pullover. Was sollte sie anziehen?

Die Frage stand eigentlich gar nicht. Schon aus Jucks und um ihr Fanherz zu beruhigen musste sie die Slytherin-Uniform anziehen!

In Rock, Kniestrümpfen, Bluse und Umhang bewunderte sie sich kurze Zeit später im Spiegel. Sie hatte immer schon dieses Grün geliebt. Obwohl es sie wahrscheinlich in Kombination mit dem Silber noch mal ein Stück blasser aussehen ließ.

Es klopfte an ihrer Tür. Sie ging hin um nachzusehen wer es war und entdeckte Libby. „Hallo. Wir können dann..."

Die Elfe führte sie den Weg zur Großen Halle und Claire nutzte die Zeit um ihre Gedanken zu ordnen. Das letzte Mal war sie in Sirius' Armen zusammengebrochen... Musste ihr das peinlich sein? Nun ja... je nachdem wie er jetzt darauf reagierte sie zu sehen, entschied sie. Sie hätte gern gewusst, was passiert wäre, wenn sie nicht wieder verschwunden wäre. Hätte er sie dazu gebracht ihm zu sagen, was sie traurig und verzweifelt machte? Hätte sie ihm die Geschichte seines Lebens und dieser Welt erzählt? Sie hatte Dumbledore mehr oder weniger gesagt, sie würde es nicht tun... Trotzdem, die Sache gefiel ihr nicht. Sie würde noch mal mit ihm darüber sprechen müssen! Auf jeden Fall!

Libby verließ sie vor den Türen der Großen Halle. Einen Moment noch stand sie nervös davor herum, dann folgte sie ein paar Hufflepuffs hinein. Alle saßen beim Mittag. Sie sah zur gegenüberliegenden Seite der Halle. Dumbledore nickte ihr zu. Sie nickt zurück.

So, wohin jetzt? Sie war eine Slytherin. Aber an diesem Tisch kannte sie keinen... Währenddessen am Gryffindortisch...

„Claire!" Der laute Ruf brachte die Schülermassen einen Moment zur Ruhe. Sie drehten sich alle zu ihr um, als Sirius ihr um den Hals fiel und James, Remus und Peter fröhlich auf sie einredeten. Errötend ob der ganzen Aufmerksamkeit ließ sie sich vom Eingang wegführen. Immerhin, wenn man sich Sirius' Reaktion auf ihre Ankunft ansah... dann konnte Claire guten Gewissens sagen, dass es ihr nicht peinlich sein musste. Für ihn war die ganze Sache ja auch schon 2 Monate her.

„Also, wo warst du? Hast du noch einen ‚Zwischenstopp' eingelegt?"

„Himmel noch mal, James! Lass sie doch erstmal richtig ankommen..."

„Danke, Lily. Aber genau genommen bin ich schon seit heute Morgen hier. Ich war dann nur so müde, dass ich erstmal eine Runde geschlafen habe. – Und, wie sieht es so bei euch aus?"

„Lily war mit mir aus", berichtete James stolz. Das besagte Mädchen verbarg ihr Gesicht beschämt in ihren Händen, doch Claire konnte sehen, dass sie grinste. Claire klopfte ihr auf den Rücken. Sirius, der ihr gegenüber saß, versuchte ihren Blick aufzufangen. Sie ließ es zu und war plötzlich sehr dankbar für das, was er zwei Monate zuvor für sie getan hatte. Sie schenkte ihm ein ehrliches Lächeln. Er erwiderte es.

Sie räusperte sich. „Irgendwelche tollen Scherze in der Zwischenzeit?"

„Einen. - Und ja, es war ein Slytherin beteiligt aber nein, es war nicht Snivellus", sagte Sirius in einem Atemzug.

„Ah... und welcher dann?"

„Mein Brduerherz..."

„Regulus Black", erklärte Remus für sie und zeigte ihr unauffällig einen Jungen am Slytherin-Tisch.

Sie nickte abwesend, irgendwie beunruhigt, als der Gedanke sie traf, wie viele Slytherins wohl durch die ‚guten' Gryffindors in Voledmorts Arme getrieben worden waren. Dann schüttelte sie den Kopf. Das war lächerlich!

Oder?

oo

Remus war nicht auffällig genug. Allerdings, selbst wenn er der Meister in Unauffälligkeit gewesen wäre, hätte es nichts genutzt, denn die wahren Meister, Slytherins, waren schon dabei die Gryfindors zu beobachten. Es kam immerhin nicht alle Tage vor, dass eine ihnen Unbekannte in Slytherin-Uniform die Große Halle betrat und von den Rumtreibern so stürmisch begrüßt wurde! Da fragte man sich doch, was auf einmal verkehrt war mit der Welt?

Ein paar Minuten nachdem Lupin der Neuen jemanden am Slytherin-Tisch gezeigt hatte, stand das Mädchen auf und kam zu ihnen hinüber. Die Rumtreiber schienen sie nur widerstrebend gehen zu lassen.

Sie schien einen Moment lang zu überlegen, wo sie sich hinsetzen sollte, dann ging sie an den unteren Jahrgängen vorbei und passte genau die Jahrgangsgrenze zwischen den 5.-Klässlern und 6.Klässlern ab. Einen Blick zu einem der jüngeren Schüler später hatte sie genug Platz sich niederzulassen. Nicht schlecht. Augenscheinlich wusste sie etwas über die hausinterne Hierarchie in Slytherin. Mit ihrer Sitzplatzwahl hatte sie deutlich gemacht, dass sie zwar dazugehörte und einen gewissen Platz für sich beanspruchte aber keineswegs bezweckte sich groß einzumischen. Unbemerkbar für alle anderen Häuser ging ein Aufseufzen durch die Reihen der Schlangen.

Und ganz im Stil der stets etwas sozial übervorsichtigen Slytherins behielt sie ihren Namen erstmal für sich. Dazu entgegengesetzt zeigte sie allen durch ihre ungezwungene Art sich am Essen zu bedienen, dass sie vorhatte zu bleiben.

Für den Rest des Essens taten alle so, als wäre das alles ganz normal. Dann machten sich die meisten auf den Weg zu ihrer nächsten Unterrichtsstunde und zurück blieben die, die Claire mit einem geistigen Augenrollen als die ‚Üblichen Verdächtigen' bezeichnete. Sie schob also ihren Teller von sich und wie auf ein Zeichen schwärmten die 6.Klässler um sie herum. Zwei Tische weiter sah sie, wie James und Remus Sirius davon abhielten zu ihr zu kommen. Sie nickte ihnen zu.

„Wie kommt es, dass du so gut mit den Gryffindors bekannt bist?"

Sie hob die Augen zu dem Jungen, der über ihr stand, als meinte er, dass wäre einschüchternd. Claire, die da zweigeteilter Meinung war aber nur die zweite in diesem Moment ihr Handeln bestimmen ließ, lächelte ein eindeutig unehrliches Lächeln. „Wie kommt es, dass dich interessiert?" Fast hätte sie noch ein ‚Malfoy' angehängt. Doch dann dachte sie sich, dass er nicht davon beeindruckt wäre, dass sie seinen Namen kannte, sondern eher selbstgefällig annehmen würde, dass natürlich jeder von den Malfoys wusste! Warum ihm also die Befriedigung geben?

Der Junge, der sich ihr gegenüber niedergepflanzt hatte, kniff die Augen ein Stück weit zusammen. „Du magst neu hier sein, also wollen wir dir deine Unwissenheit nicht nachtragen. Aber ich sage dir jetzt, wie das abläuft: Wir verkehren nicht mit Gryffindors. Nicht. Niemals, solange es sich nicht darum handelt, sie lächerlich zu machen. – Und wenn Lucius Malfoy dir eine Frage stellt, dann antwortest du ihm!"

Jetzt rollte sie wirklich mit den Augen, dann lehnte sie sich vor. In einer sanften Stimme fragte sie: „Wie kommt es, Regulus, dass jemand aus so einem alten und noblen Haus wie du die Stimme von jemandem bist, der anscheinend nicht mal in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu regeln und das neue Mädchen gebührend einzuschüchtern?" Bevor jetzt alle über sie herfallen konnten, stand sie auf und sah sie nacheinander an. Regulus, Crabbe und Goyle Senior (auch wenn sie nicht sagen konnte, wer welcher war), Narcissa, Lucius und Severus, der etwas abseits stand aber ganz klar die ganze Sache beobachtete. „Und damit wollen wir hier mal etwas klarstellen: Keiner von euch kann mich einschüchtern. Ihr könnt auch nicht ein paar Wochen daran arbeiten, denn ich werde nicht ewig hier sein. – Aber keine Angst, ich habe nicht vor, eure Position in Slytherin zu gefährden und ich bin auch nicht hier um für Gryffindor zu spionieren... Nein, ich bin einfach nur ein Mädchen, das vom Hut hierher gesteckt wurde und das an diesem Tisch isst. – Noch Fragen?"

Severus trat einen Schritt an die Gruppe heran. „Wer bist du?"

Euer schlimmster Albtraum! – Eine Besucherin von außerhalb. – Das Mädchen mit den Hogwarts-Halluzinationen! „Claire... ihr könnt mich Claire nennen." Es wäre wohl kaum klug, ihren Nachnamen anzugeben, wenn es für die Slytherins leicht wäre ihn zu überprüfen und sie feststellen würden, dass es (noch) keine Claire Trent gab.

Ein zufälliger Blick in Richtung Dumbledore ließ sie den Schülern noch ein Nicken zuwerfen, bevor sie nach vorn zum Lehrertisch ging, wo der Schulleiter schon auf sie wartete.

oo

Als Claire zu ihrem Zimmer zurückkehrte – Sie hatte es ohne Hilfe wiedergefunden! – hatte sie schlechte Laune. Und da sie bei schlechter Laune eigentlich gern allein war, hob sie sich nicht unbedingt, als sie sah, dass ihre Lieblings-Gryffindors schon auf sie warteten.

Sie warf ihnen ein schwaches Lächeln zu. „Wie war euer Tag?"

„Ähm... wir wollten eher wissen, wie deiner war. Nach dem Mittagessen haben wir dich nicht mehr gesehen." Remus' Ton war vorsichtig. Er schien ihren Zustand schon bemerkt zu haben. Ob er irgendetwas an ihr gerochen hatte? Werwolfsinne hatten doch manchmal etwas für sich.

„Ich war noch bei Dumbledore. – Wir hatten... ein Gespräch." Und danach hatte sie sich nach draußen verzogen und hatte am See ihre Wut hinausgeschrieen... ja.

Sie folgte Dumbledore zu seinem Büro. Sie hatte inzwischen noch ein paar mehr Fragen. Die Bücher, die sie gelesen hatte, waren eine Sache. Aber wenn an dem, was sich laut Fanfiction hinter den Szenen abgespielt hatte wahr war... dann musste sie das wissen. – Davon abgesehen... wenn sie wirklich von Zauberern abstammte, was war sie dann: Eine Squib? Und wenn eine Trent ihre Mutter war, mit all ihren Vorurteilen über Mugglegeborene... War sie dann eine Anhängerin von Voldemort? War ihr Vater möglicherweise ein Todesser?

Hm, besser zuerst diese Fragen zu klären und dann die anderen, oder?

Und Dumbledore wollte ja vielleicht auch noch die eine oder andere Sache klären.

Als sie dann in seinem Büro saß und dieser alte und weise und mächtige Mann sich ihr gegenüber niederließ kam sie nicht umhin sich zu fragen, woher auf einmal ihre Sicherheit kam. Das Selbstbewusstsein, was sie vorhin gegenüber den Slytherins gezeigt hatte, war nur zum Teil echt gewesen. Es war die Art eines Mädchens, dass sich in ihrer Jugend gegen viele Jungs durchsetzen musste, die meinten, sie hätten ihr etwas zu sagen, nur weil sie angeblich zum ‚schwachen Geschlecht' gehörte.

Nach dem... Zwischenfall jedoch war dieses Selbstbewusstsein verschwunden gewesen. Kyle hatte sie langsam wieder aufgepäppelt in dieser Hinsicht.

Kyle! Sie vermisste ihn. Er hatte ihr so geholfen. Und wenn er gesehen hätte, wie sie heute für sich eingestanden war, wäre er stolz gewesen. Vielleicht würde sie ihn in dieser Welt mal besuchen. Es würde natürlich nicht das gleiche sein...

Auf jeden Fall schien ein Teil ihres Selbstbewusstseins zurückgekehrt zu sein und hatte den Fakt, dass sie tatsächlich eingeschüchtert gewesen war, gut verdeckt. Ja, sie mochten 16jährige sein. Aber sie waren zukünftige Todesser! Nicht unbedingt ‚sweet sixteen'.

Jetzt, hier bei Dumbledore, würde sie weiter vorsichtig sein müssen. Bis jetzt hatte er ihr geholfen. Er hatte sein Misstrauen abgelegt, hatte ihr ein Zimmer und Bleiberecht zugesprochen und sie sogar in eines der Häuser aufgenommen. Trotzdem... ihr Bauchgefühl verhieß für das kommende Gespräch Schwierigkeiten.

Wie fühlen Sie sich Miss Trent?"

Gut soweit. Wie könnte es beim Hogwarts-Essen auch anders sein", scherzte sie.

Wie wahr, wie wahr. Lemon Drop?"

Nein, danke."

Der Schulleiter nahm selbst eines. „Ich habe etwas nachgeforscht in den letzten zwei Monaten. Wie zu erwarten gewesen war, war es nicht einfach, etwas über die Trents herauszufinden. Sie sind mir gegenüber nicht gerade offen und mit der Person, über die ich etwas wissen wollte, befinden sie sich zur Zeit im Streit."

Meine Mutter?"

Exakt. Danielle Trent ist jetzt gerade 17. Sie scheint ihre Ausbildung abgeschlossen zu haben. Allerdings gefällt ihren Eltern ihr Umgang nicht."

So, wie er Umgang sagte, konnte das eigentlich nur meinen... Claire wurde noch blasser, als sie ohnehin schon war. „Sie ist ein Todesser?"

Der Schulleiter schüttelte den Kopf. „Wie weit ihre Unterstützung für Voldemort reicht, ist noch unklar."

Aber?"

Ihre Eltern haben es nicht zugegeben... aber ich glaube, dass sie nicht wissen, wo sich ihre Tochter zur Zeit aufhält."

Kein gutes Zeichen, nein wirklich nicht. Ihre Mutter, die gerade jünger war, als sie selbst, war auf dem besten Weg ein Todesser zu werden... oder war es schon. „Und... hat sie... ich meine, ist sie... Haben ihre Eltern irgendetwas über einen Freund gesagt?" Wissen Sie, wer mein Vater ist?

Nein, Miss Trent. Darüber ist leider nichts bekannt."

Ahja..." Schade... aber früher oder später würde sie es schon wissen, nicht wahr?

Möchten Sie vielleicht noch über etwas sprechen?"

Bis dahin war das Gespräch... nunja, nicht gut gewesen. Aber zumindest hatte es sie nicht so in Rage versetzt.

„Hm, was verrät uns dieser Tonfall?", dachte James laut nach.

Lily haute ihm auf den Arm. „Alles in Ordnung, Claire?"

„Naja, lief schon mal besser. Könntet ihr gehen? Plant einen Scherz oder so was!"

Die Jungs schauten einander unsicher an. Lily machte eine Scheuchbewegung. „Ähm, okay... wir sind dann mal... weg... Unfug machen und so... bye!" Damit machten James und Remus sich davon. Sirius tat es ihnen gleich, nachdem er Claire noch ein Lächeln geschenkt und sich gentlemanlike verbeugt hatte.

Kann es sein, dass er mich mag?

„Ja, könnte durchaus sein", kommentierte Lily.

Claire errötete. „Habe ich das laut gesagt?"

„Ja, hast du!"

„Hm... na komm schon mit rein!" Claire berührte das Bild der Weide und die beiden gingen in ihr Zimmer. „Libby!"

„Ja, Miss Trent, was kann Libby für Miss tun?"

„Bring uns doch bitte zwei Kakao, ja?"

Die kleine Elfe nickte und poppte wieder davon.

Lily setzte sich in einen Sessel, Claire im Schneidersitz auf ihr Bett. Als sie dann ihre dampfenden Tassen in den Händen hielten, fragte Lily: „Also, erst Sirius oder erst Professor Dumbledore?"

Das klang wie: Erst die guten oder erst die schlechten Nachrichten. Meist war es besser mit den schlechten anzufangen. Und Claire musste sich das ganze wenigstens etwas von der Seele reden.

„Dumbledore. – Was hältst du von ihm?"

„Er ist ein guter Schulleiter. Er ist stets gütig, er ist weise und mächtig. Ein wenig exzentrisch vielleicht. Aber in seiner Position darf er das auch sein."

Claire nickte. „Ja, das darf er wohl. Und... du weißt ja, dass ich diese Bücher gelesen habe. Und dort wird er auch so dargestellt: Der Inbegriff eines Lichtzauberers, Bezwinger Grindelwalds und der einzige, vor dem Voldemort Angst hat."

„Das klingt, als würde da gleich ein ‚aber' kommen", schlussfolgerte Lily.

„Richtig. Er mag all das sein, aber...

Das mag jetzt aus dem Zusammenhang gerissen sein... aber ich habe mich immer gefragt, wie eigentlich die Hogwarts-Briefe verschickt werden."

Dumbledore blinzelte sie bei dieser Frage etwas an, antwortete aber: „Die Namen erscheinen im Buch und die Briefe werden mit einem Spruch automatisch geschickt." Bis dahin war alles okay. Doch dann fügte er noch hinzu: „Zusätzlich prüfe ich noch einmal jeden einzelnen Brief, bevor er weggeht."

Ah... hm... wenn jetzt also auf einem der Briefe zum Beispiel stehen würde, dass das Kind... sagen wir, in einem Besenschrank wohnt, dann würden Sie was tun?"

Miss Trent, kann es sein, dass es in diesem Gespräch um etwas aus der Zukunft geht?"

Ja, aber wie Sie schon sagten, kann ich Ihnen nicht sagen, um was. Trotzdem würde ich gerne wissen, was Sie tun würden?"

Nun, sollte eine solche Adresse auf einem der Umschläge erscheinen, müsste man sicherlich diesen Schüler im Auge behalten. Doch wäre das allein noch nicht Anlass, um mehr zu tun."

„... er ist auch naiv. Unglaublich, das zu sagen, ich weiß. Aber dabei ist diese Auslegung der Dinge noch die positivste."

Sie dachte, dass Lily das sofort widerlegen würde. Immerhin ging es hier um Dumbledore. Für die meisten Leute hier war er so etwas wie ein Heiliger. Doch Lily wurde scheinbar nicht umsonst genauso wie Hermione immer als unglaublich intelligent und clever beschrieben. Sie war es. „Kann schon sein... Aber ich weiß nicht, ob ich es als Naivität bezeichnen würde. Professor Dumbledore hat schon so viel gesehen und erlebt, dass vieles ihn wahrscheinlich einfach nicht mehr so schnell..." Okay, hier fehlte ihr ein Wort. Und es war schwierig es zu finden, wenn Claire sie so komisch anschaute. „Was?"

„Naja, bei dir klingt das so, als wäre er abgestumpft. Und das ist schon so gut wie eine der weniger positiven Auslegungen."

„Nein, nicht abgestumpft. Das wollte ich damit nicht sagen. Wenn er abgestumpft wer, würde er doch nicht so sein wie er ist. Und das ist nun mal leidenschaftlich. Nur eben irgendwie... abgeklärter."

„Hm."

„Also davon abgesehen, dass irgendetwas in diesem Gespräch dir den Eindruck gegeben hat, dass er naiv ist, was hat dich noch in eine so charmante Laune versetzt?"

Hm... und wenn nun noch andere Sachen an dem Schüler seltsam erscheinen. Aber aus irgendeinem Grund muss er unbedingt wieder zu den D... zu seiner Familie zurück. Was dann?"

Miss Trent, Sie wollen mich fragen, ob ich für das Größere Gut die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Schüler aufs Spiel setzen würde? Ist es das, was Sie über mich gelernt haben?"

Nein... eigentlich nicht. Und ja, manchmal... da habe ich mir diese Frage gestellt. Und es wäre viel einfacher mit Ihnen darüber zu reden, wenn ich ehrlich sein könnte. Wenn ich alles, was ich weiß in meine Argumentation mit einbeziehen dürfte."

Das geht leider nicht, Miss Trent."

Ich weiß! Danke für die Erinnerung." Ist ja nicht so, als hätte ich das nicht gerade selbst gesagt. – Davon abgesehen haben Sie meine Frage nicht beantwortet.

Es war einen Moment lang still zwischen den beiden. Dann meinte Claire: „Obliviate."

Wie bitte?"

Wie wäre es, wenn ich Ihnen das erzähle, was ich Ihnen erzählen muss und Sie sagen mir, warum Sie getan haben, was Sie getan haben... das heißt, tun werden. Dann kann ich beruhigt schlafen, weil ich nicht an Ihnen zweifeln muss. – Und sie lassen sich von einem Ihrer Mitzauberer, der kein Squib ist so wie ich, ein Obliviate verpassen, hm?"

Es ist Ihnen wirklich so wichtig?"

Sie nickte. „Ist es."

Nun gut. Ich willige ein." Er hob seinen Zauberstab, berührte damit einen Briefbeshcwerer auf seinem Schreibtisch und murmelte etwas. „Sobald ich das Buch wieder berühre, wird es die letzten 15 Minuten aus meinem Gedächtnis löschen. Ist das zufrieden stellend?"

Ja. – Ähm... könntet ihr alle mal eine Viertelstunde verschwinden bitte?"

Die Portraits schauten erst sie verärgert und dann Dumbledore fragend an. Er nickte und murmelnd und grummelnd gingen die ehemaligen Schulleiter von dannen.

Nun dann", meinte Dumbledore und schaute sie erwartungsvoll an. Trotz seines baldigen Gedächtnisverlustes sah es so aus, als wollte er die Zeit unbedingt ausnutzen.

Claire lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. „Ich erzähle Ihnen jetzt einen Teil der Geschichte. – In fünf Jahren, an Halloween wird eine junge Familie von Voldemort besucht werden. Die Eltern sind beide Mitglieder des Ordens des Phönix und haben Voldemort mehrere Male gegenüber gestanden und es überlebt. Sie haben einen einjährigen Sohn namens Harry. Und Harry ist Teil einer Prophezeiung. Voldemort kennt dann zumindest einen Teil davon und deswegen kann er von dem Paar und ihrem Sohn nicht ablassen. Einer ihrer besten Freunde wird sie an ihn verraten und er wird kommen und die Eltern töten. Harry jedoch wird durch das Opfer seiner Mutter geschützt werden und das Avada Kedavra überleben. Der Fluch zerstört stattdessen Voldemort selbst... oder zumindest seinen Körper. – Was also nun? Es gibt da draußen immer noch genug Todesser, die sich für scheinbaren Tod ihres Herrn an Harry rächen möchten. Wo wäre er sicher? – Bei einer guten Zaubererfamilie mit starken Schutz- und Abwehrzaubern? Auf Hogwarts? Nein, Sie entscheiden, dass Harry nur bei den Verwandten seiner Mutter sicher sein kann, wegen des Opfers dass sie gebracht hat und der Blutmagie, die ihn schützen wird. Minerva sagt Ihnen, was Sie von den Muggeln hält aber Sie meinen, dass es für Harry ja eigentlich nur das beste sein kann, wenn er nicht in der Welt der Zaubereri aufwächst. Denn sonst könnte er ja arrogant werden. Und eingebildet. Aber was schützt den kleinen Jungen, den Sie bei den magiehassenden Muggeln zurücklassen vor seinen Verwandten? Was schützt ihn davor, für die nächsten 10 Jahre seines Lebens in dem Abstellschrank unter der Treppe zu wohnen, für die Familie, die ihn so großzügig aufgenommen hat alle Hausarbeit zu machen und für sie zu kochen? Was schützt ihn davor emotionalen Schaden zu erleiden, wenn sein Cousin ihn mit seinen Freunden die Straße entlang jagt oder er in der Schule von ihm gehänselt wird? Was schützt ihn vor seinem rohen Onkel und seiner unliebsamen Tante?- Er bekommt sein erstes Geburtstagsgeschenk verdammt noch mal von Hagrid und die erste Umarmung, die auch nur ein bisschen wie die einer Mutter ist von Molly Weasley."

Sie sind sehr wütend, Miss Trent", stellte Dumbledore ruhig fest.

Was? Etwas Besseres fällt Ihnen nicht ein?"

Ich kenne immer noch nicht alle Fakten. Was zum Beispiel haben Sie über diese Prophezeiung gesagt?"

Es kommt immer alles auf diese blöde Prophezeiung zurück, nicht wahr? Das ist frustrierend! – Prophezeiungen sind in 99 Humbug und der eine restliche Prozent ist selbsterfüllend! Hat denn hier noch keiner was von Buffy gehört?"

Das interessierte Albus. „Sie meinen die Vampir-Jägerin?"

Was, gibt es die etwa hier auch?"

Nein... zumindest jetzt noch nicht. Auf sie werden aber wohl gleich mehrere Prophezeiungen zutreffen."

Ganz recht. Und soll ich Ihnen sagen wie oft sie stirbt und die Serie trotzdem weitergegangen ist?"

Eine Fernsehserie also. Miss Tent, die Welt in der Sie augewachsen sind, hört sich faszinierend an. – Aber ist Buffy gerade wirklich unser Thema?"

Nein, wohl nicht. Wo waren wir? Die Prophezeiung! Es läuft darauf hinaus, dass Harry der einzige ist, der Voldemort besiegen kann."

Hmm..."

„Er ist anders, als ich dachte. Das heißt, er ist genau so wie alle sagen. Und doch ist da unterschwellig immer dieses... Ich weiß nicht. Als wüsste er, was das Beste für alle ist. Und eben einfach, weil er schon so oft Recht gehabt hat, muss es auch in Zukunft immer so sein. Das ist... ein Zustand, der nicht tolerierbar ist für einen Mann, der so mächtig ist aber trotzdem genauso wie jeder andere immer noch ein Mensch."

Ich weiß nicht, was mein Handeln in der Zukunft beeinflussen wird, warum ich tun werde, was ich tun werde. Doch ich bin sicher, ich werde es mit bestem Wissen und Gewissen tun. Vertrauen Sie mir, Miss Trent."

Bei den Worten ‚Vertrauen Sie mir.' wäre sie beinahe zusammengezuckt. Viele hatten es gesagt aber nur bei wenigen hatte es sich gelohnt, es ihnen zu glauben. Kyle zum Beispiel. Und auch Lily, Sirius, Remus und James würde sie es glauben. Aber ihm?

„Eben, er ist ein Mensch", stimmte Lily zu. „Er macht genauso Fehler wie jeder andere. Aber selbst du musst doch zugeben, dass seine Fehlerquote niedriger ist, als die der meisten."

„Kann es nicht sein, dass deswegen seine Fehler größer sind?"

Ich kann nicht. Noch nicht", sagte sie und es klang traurig aber entschlossen. „Ich glaube... ich kann in das Ziel vertrauen. Und ich kann mir vertrauen, meinen Fähigkeiten und dem Wissen, das ich habe. Aber ich kann nicht sagen, inwiefern das etwas ändern wird. Gut möglich, dass es gegen Ihre Wünsche laufen wird, Professor."

Das machte Lily ratlos. „Vielleicht, vielleicht auch nicht. Doch wenn wir nicht Dumbledore durch die dunkle Zeit folgen, die vor uns liegt, wem folgen wir dann?"

„Ich sage ja nicht, dass du ihm gar nicht mehr vertrauen sollst, Lily. Nur vergiss nicht deine eigenen Gedanken im Angesicht seiner ach so großen Weisheit und Erfahrung. Nur, weil du jünger bist, heißt das nicht, dass du nicht auch mal Recht haben kannst."

Die junge Gryffindor lächelte stolz. Sie wusste, dass sie clever war. „Da könnte was dran sein."

Claire grinste zurück. „Nicht wahr?"

oo

ooo