Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith bzw. Black, Sophie Evans, Lucy Potter, Samantha Lestrange, Debbie Grant und Josh Black sowie einige unbedeutende Nebencharaktere


Die Rebellion des Phönixorden

Kapitel 3

Wahrheiten


Gleich nach dem Treffen mit den Auroren, kehrten Lily, James, Sirius, Alice und Frank nach Godrics Hollow zurück. Sie wurden bereits gespannt erwartet. Remus, Jane, Albus, Severus und Minerva saßen wie verabredet im Wohnzimmer und wollten hören wie das Treffen verlaufen war.

„Was wir jetzt brauchen," sagte Albus, nachdem er sich den Bericht angehört hatte, „ist ein Konzept. Wir müssen planen, wie wir weiter vorgehen."

„Niemandem ist geholfen wenn wir blind Todesser angreifen und außer Gefecht setzen," meinte Severus, „Voldemort hat innerhalb von ein paar Sekunden neue."

„Ich denke unsere Hauptaufgabe muss der Schutz der Bevölkerung sein. Vor allem Muggelstämmige werden die Todesser umbringen. Unauffällig, damit es keinen Grund für den Rest der Welt gibt einen offenen Krieg gegen England zu führen," stellte Frank fest.

„Ich glaube kaum, das irgendjemand gegen das neue England vorgehen wird," meinte Sirius, „die haben sich die ganzen Jahre einen Scheiß darum gekümmert was hier passiert."

„Sie werden das Risiko trotzdem nicht eingehen," stimmte James Frank zu, „warum sollten sie ihre offiziell blütenweiße Weste beschmutzen wenn sie auch unauffällig vorgehen können?"

„Und was tun wir jetzt um das zu verhindern?"

„Wir brauchen sichere Aufenthaltsorte, an die wir Leute evakuieren können," meinte Lily, „auch Muggelfamilien deren Kinder zaubern können befinden sich in Gefahr und die haben überhaupt keine Chance sich selbst zu verteidigen."

„Und was ist mit dem Rest der Muggelbevölkerung? Es wird Unmengen an Todesopfern geben," prophezeite Alice mit düsterer Stimme.

„Ja, das Problem sehe ich auch, und es ist wahrscheinlich das größte, weil es einfach so unglaublich viele Muggel gibt."

„Ich glaube kaum, dass wir alle Muggel evakuieren können," meinte Sirius, „bei den Muggelgeborenen und deren Familien sollten wir es aber versuchen."

„Wir können nicht einfach zulassen, dass die Todesser unschuldige Muggel töten," meinte Lily.

„Das sage ich ja nicht, ich glaube nur, dass es uns nicht weiter bringt unrealistisch an die Sache ranzugehen. Von daher denke ich, dass es sinnvoller ist, Muggelhäuser mit Schutzzaubern zu versehen so dass die Todesser gar nicht erst dort eindringen können."

„Aber sie werden weiterhin auf die Straße gehen, zur Arbeit und sonst wohin, wo Todesser sie einfach angreifen können."

„Sirius hat recht, wir können nicht die gesamte Bevölkerung Englands evakuieren," unterstützte Frank diesen.

Lily wirkte nicht glücklich darüber, musste aber zugeben, dass Sirius und Frank recht hatten. Zumal sicher nicht alle Muggel bereit waren sich evakuieren zu lassen.

„Wenn wir Muggelgeborene und deren Familien evakuieren wollen, dann brauchen wir einen sicheren Ort an dem wir sie unterbringen können," nahm Remus den Faden wieder auf.

„Würde sich Hogwarts dafür nicht eignen, falls es möglich ist den Schutz entsprechend aufzurichten?" fragte James.

„Ich glaube nicht," sagte Albus, „Hogwarts ist nicht dafür ausgerichtet Familien Unterkunft zu bieten. Natürlich wäre es als Notlösung vorübergehend möglich, doch ich glaube kaum, dass die Familien auf Dauer gerne in Schlafsälen leben würden."

„Also ich glaube das Haus meiner Eltern ließe sich als Wohnhaus für zwei, vielleicht sogar drei Familien ausbauen," meinte Sirius.

James stieß ein spöttisches Schnauben aus, „der Kasten eignet sich eher als Gruselkabinett."

Lily musste kichern, als sie daran dachte, wie sie damals in dem alten Haus nach dem Medaillon gesucht hatten, das Sirius Bruder überaus gründlich versteckt hatte.

„Aber es wäre sicher," meinte Sirius „glaub mir, der Blutschutz den meine Eltern darauf gelegt haben sorgt dafür, das keiner den ich nicht persönlich eingeladen habe darein kommt."

„Womit wir schon mal eine Möglichkeit hätten," beendete Albus die Diskussion, bevor James weitere Zweifel an der Gemütlichkeit des Hauses äußern konnte.

„Das wird bei weitem nicht reichen," stellte James fest.

„Wie scharfsinnig Potter," ließ Severus vernehmen.

James setzte zu einer unfreundlichen Erwiderung an, besann sich aber und beließ es dabei.

„Wir brauchen vor allem geeignete Gebäude," fand Remus, „diese dann ausreichend zu schützen ist wahrscheinlich nicht so schwer, oder?"

„Nun wo Sirius schon so bereitwillig Häuser verteilt," James konnte sich den Seitenhieb einfach nicht verkneifen, „kann er doch einfach hier einziehen, die Dachwohnung in der du früher gewohnt hast, ist groß genug für Sarah Josh und dich und ich wette, Hermine und Lucy haben nichts dagegen, in einem Zimmer zu schlafen."

„Und Draco quartieren wir bei Harry ein?" fragte Sirius.

James verzog den Mund, Draco hatte er wohl verdrängt.

„Wir haben ja noch Gästezimmer," grummelte er.

„Keine schlechte Idee, in das Haus passen noch mal zwei Familien," befand Alice.

James bereute den Vorschlag anscheinend bereits wieder, jetzt wo er sich daran erinnerte, dass Sirius Familie neuerdings auch Draco beinhaltete.

„Weitere Vorschläge?" fragte Frank.

„Ich glaube Gebäudekapazitäten sind da ein gewaltiges Problem," meinte Jane, „und ich wollte noch was vorschlagen, wir sollten eine Art privates Krankenhaus einrichten. Das Mungo ist ja wohl kaum länger eine Option, jetzt wo die Todesser auch das kontrollieren."

Albus nickte, „Würde es dir etwas ausmachen einen genaueren Plan dafür zu entwickeln und die Leitung dieses Krankenhauses zu übernehmen?"

„Klar, das übernehme ich," versprach Jane.

„Ich würde sagen, dass wir eigentlich nur leerstehende Häuser brauchen," meinte Alice, „die mit Magie in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen sollte nicht das Problem sein."

„Und wo finden wir leerstehende Häuser?" fragte Severus.

„In jeder größeren Muggelstadt gibt es leerstehende Siedlungen," erklärte Alice, „London, Liverpool, Manchester... vielleicht können wir in einer dieser Städte sogar ein ganzes Dorf für evakuierte Familien anlegen."

„Ich glaube wir sollten uns vorläufig mit einzelnen Häusern begnügen," bremste Frank seine Frau ein wenig, „eine ganzes Dorf könnte doch ein wenig auffallen."

„Also wenn ihr euch mit dem Auszug beeilt, und wir das Haus deiner Eltern soweit in stand kriegen, dass es bewohnbar wird, dann können wir morgen die ersten fünf Familien evakuieren," sagte James.

„Gut, ich sage Sarah und Hermine sie sollen anfangen unser Zeug zusammen zu packen, und dann mache ich mich auf den Weg nach London, wer hilft mir mit dem Haus meiner Eltern?"

„Minerva, Severus, euch brauchen wir in Hogwarts," erinnerte Albus die beiden Professoren.

„Ich bin dabei," erklärte Jane.

Auch Remus nickte zustimmend, „Ich sag auch Dora bescheid, sie hilft sicher auch."

„Wir helfen natürlich auch," sagte Frank.

James stand auf, „Na dann los."

„Einen Moment," sagte Albus, „ich würde gerne ein Wort mit Lily und dir wechseln."

James Blick wanderte zurück zum Schulleiter. Auch Lily sah Albus an.

„Wir kommen dann nach," sagte sie.

Die anderen verschwanden rasch, während sie und James mit Albus im Wohnzimmer zurück blieben.

„Es geht um Harry," kam Albus ohne Vorrede auf den Punkt.

Natürlich geht es um Harry, dachte Lily verzweifelt, es ging in diesem beschissenen Krieg immer um Harry.

„Er ist noch ein Kind," sagte James barsch.

„Wir alle wissen dass das nicht wahr ist," sagte Lily resigniert.

Warum sollten sie um die Tatsachen herumreden, Harry hatte in den letzten Monaten mehr als einmal bewiesen dass er kein Kind mehr war. Auch wenn alles in ihr danach schrie sich vor ihn zu stellen und ihn zu beschützen. Doch es würde niemandem helfen, wenn sie und James die Augen schlossen und die Tatsache ignorierten, dass es Harry war, der all dem hier ein Ende setzen konnte.

James sah sie indessen ungläubig an, offenbar empört darüber, dass sie die Situation so bereitwillig akzeptierte.

„Du weißt es doch auch," sagte sie und griff nach seiner Hand, „wüsstest du es nicht, hättest du ihn niemals mit Sirius in die Mysteriumsabteilung geschickt."

Sie sah zu James auf und sah wie auch er resignierend die Augen schloss. Albus hatte ihren kurzen Wortwechsel schweigend verfolgt und ergriff nun wieder das Wort.

„Kennt Harry die Prophezeiung inzwischen?" fragte er.

„Nein," erwiderte James, „er ahnt in welche Richtung es geht, doch er kennt nicht den kompletten Wortlaut."

„Ich denke es ist Zeit, dass er die Wahrheit erfährt," stellte Albus fest.

Obwohl sie selbst gerade noch gesagt hatte, dass Harry eben kein Kind mehr war, durchfuhr Lily eine Welle eisiger Kälte. Er war doch erst 15...

„Außerdem denke ich," fuhr Albus fort, „dass er eine Zusatzausbildung braucht, vor allem im Bezug auf Verteidigung gegen die dunklen Künste."

„Ja," stimmte James zu, „die braucht er."

„Ihr Beide wärt geeignete Lehrer. Und ich weiß, dass ihr euch besser fühlt, wenn ihr selbst ihm alles beibringt. Wenn ihr wisst, dass er bei den Besten gelernt hat."

Lily wusste, dass Albus Recht hatte. Vor allem James würde das Wissen helfen, obwohl sie sich selbst nur schwer vorstellen konnte, gegen ihren eigenen Sohn zu kämpfen und sei es nur zu Übungszwecken.

„Wie viel erzählen wir ihm?" fragte James, „ich meine was ist mit den Horkruxen, sollte er das wissen?"

„Zu gegebenem Zeitpunkt in jedem Fall, ich würde ihm jedoch nicht alles sofort sagen. Doch ich denke, ihr werdet am besten wissen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ihm auch diesen Teil zu eröffnen."

Der Schulleiter erhob sich und lächelte Lily und James aufmunternd zu.

„Ihr wisst, was das Beste für euren Sohn ist."


Harry war froh als schließlich fast alle weg waren. Natürlich war es beruhigend, seine Freunde in der Nähe zu haben. Es erleichterte das Warten irgendwie, trotz der gereizten Stimmung und der Wutausbrüche.

Er war bewusst nicht runter gegangen, in der Zeit in der Malfoy da gewesen war, er wusste ganz genau, dass er ihm wahrscheinlich eine reingehauen hätte und das letzte worauf er Lust hatte, war eine Belehrung zu seinem Verhalten gegenüber diesem Mistkerl.

Nun allerdings war das Haus ruhig und leer, zumindest verglichen mit dem Betrieb, der hier den restlichen Tag über geherrscht hatte. Einzig Dumbledore saß noch im Wohnzimmer und redete mit seinen Eltern. Er und Lucy vertrieben sich die Zeit mit Schach spielen, doch keiner von Beiden war so recht bei der Sache. Harry setzte Lucys König Schach, was allerdings dafür sorgte, dass sie seine Dame schlagen konnte, was gleichzeitig ihren König rettete.

„Das hat doch keinen Sinn," meinte sie frustriert, „keiner von uns ist wirklich dabei und wir sind sowieso schon miserable Schachspieler."

„Ja allerdings," murmelte Harry abwesend.

Aus dem Wohnzimmer hörten sie jemanden disapparieren.

„Dumbledore ist weg," stellte Harry fest.

„Sollen wir runtergehen?" fragte Lucy.

Dann hörten sie, wie sich die Wohnzimmertür öffnete und Schritte die Treppe hoch kamen.

„Harry?" erklang James Stimme.

„Ja."

„Komm bitte runter, wir müssen mit dir reden."

„Was ist los?" fragte er.

„Komm einfach runter."

Lucy warf ihrem Bruder einen irritierten Blick zu und er zuckte leicht mit den Schultern um zu signalisieren, dass er ebenso wenig wusste worauf ihr Vater hinaus wollte. Das stimmte allerdings nicht ganz, Harry ahnte, worum es ging. Zumindest hoffte er, dass er mit seiner Ahnung richtig lag. Er stand auf und folgte seinem Vater. Lucy blieb leicht verstimmt zurück.

„Also was gibt's?" fragte Harry betont gleichgültig, als er die Wohnzimmertür hinter sich geschlossen hatte.

„Wir müssen reden," begann James.

„Ach ja? Warum so plötzlich."

„Weil du ein Recht hast, die Wahrheit zu kennen," erklärte Lily.

„Hab ich das? Auf einmal?"

„Setz dich," sagte James.

Sie waren nervös, Harry konnte es spüren. War die ganze Wahrheit so schrecklich? Er dachte über das nach, was er sich selber bereits zusammengereimt hatte. Ja, befand er, die Wahrheit war schrecklich. Selbst wenn er falsch liegen sollte, war die Wahrheit immer noch schrecklich und gefährlich genug, damit sein Vater bereit war, ihn einer tödlichen Gefahr auszusetzen. Denn das hatte er getan, als er Sirius und ihn in die Mysteriumsabteilung geschickt hatte.

„Sieh mal," sagte Lily jetzt nervös klingend, „wir haben dir das alles nicht vorher erzählt weil wir dich schützen wollten, willst du uns das wirklich vorwerfen?"

Natürlich wollte er das nicht, nicht wirklich, obgleich er es hasste, über derart wichtige Dinge im Ungewissen zu sein.

„Also, ich nehme mal an ihr wollt über die Prophezeiung reden," stellte er fest, „was besagt sie?"

Er sah seine Eltern einen unsicheren Blick tauschen, ehe sei Vater sich räusperte und sagte

„der genaue Wortlaut ist:

Der eine mit der Macht den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran...

jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt...

und der Dunkle Lord wird Ihn als sich ebenbürtig kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt...

und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, während der Andere überlebt...

der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt..."

„Was genau bedeutet das?" fragte Harry.

Natürlich wusste er es im Grunde, es war das, was er vermutete seit er aus der Mysterienabteilung geflohen war. Er war der einzige, der fähig war, Voldemort zu besiegen. Aber warum? Warum er?

„Nun ja, wir denken, dass es bedeutet, dass du der einzige bist, der Voldemort töten kann," erklärte James.

Seine Stimme klang nun gefasster, fast sachlich.

In Harrys Kopf rasten die Gedanken, er hatte gewusst, dass es darauf hinauslief doch die Worte laut ausgesprochen zu hören, ließ ihn erschauern. Er dachte an Voldemort, daran wie grausam und skrupellos er war und wie mächtig. Wie sollte er, ein Teenager, Voldemort besiegen, das war vollkommen verrückt.

„Ist es wirklich sicher, dass es mich betrifft?" fragte er, „es könnte irgendjemand sein. Es gibt doch etliche Kinder die Ende Juli geboren wurden."

„Sicher, aber das ist nicht das einzige Merkmal. Und es gab noch genau ein Kind, das die Prophezeiung hätte meinen können," erklärte James, „doch augenscheinlich hat Voldemort dich als ebenbürtig gekennzeichnet."

Die Worte seines Vaters klangen bitter.

„Wen...?" begann Harry, doch er beendete die Frage nicht.

In seinem Kopf spulten sich die Merkmale ab, ende Juli geboren und Eltern die Voldemort drei Mal gegenüber gestanden hatten.

„Neville," stellte er fest, „es hätte auch Neville sein können."

Er deutete das Schweigen seiner Eltern als ja.

„Aber warum dann ich? Was unterscheidet mich von Neville? Was bitte macht mich zu einem besseren Gegner, warum hat er mich gewählt? Ich war acht Jahre alt, oder?"

„Wir glauben, dass Voldemorts ursprünglicher Plan war, euch Beide zu töten ehe einer von euch auch nur annähernd so mächtig wird, dass er ihn besiegen könnte. Doch dieser Plan hat sich als hinfällig erwiesen, als er dich nicht töten konnte und somit den nächsten Teil der Prophezeiung erfüllte."

„Also ist es nichts weiter als ein Zufall dass ich es bin?" fragte Harry, „ich meine die Begegnung hat Voldemort nicht bewusst geplant, wäre er irgendwann zuerst auf Neville gestoßen, dann hätte Neville jetzt diese Narbe und Voldemort würde ihn jagen und nicht mich."

„Niemand kann das wissen. Vielleicht wäre niemand da gewesen um sich zwischen Neville und Voldemort zu stellen. Vielleicht wäre Neville tot und du wärst trotzdem auserwählt worden."

Harry lachte freudlos, „deswegen sind Prophezeiungen so schwammig, oder? Sie halten sich für alle möglichen Zufälle einen Weg offen."

Er fuhr sich mit den Händen durch die Haare. Er hatte das alles gesehen, hatte es sich zusammengereimt und jetzt hatte er die Gewissheit, die er gewollt hatte. All die offenen Fragen der letzten Monate und Jahre schienen beantwortet und alles machte auf schreckliche Art und Weise Sinn.

Der Aufwand den Voldemort betrieb um ihn umzubringen, die Visionen die ihn mit Voldemort verbanden. Mit einem Mal verstand er, warum seine Eltern ihm die Wahrheit so lange vorenthalten hatten und er wusste instinktiv, dass er in ihrer Situation nicht anders gehandelt hätte. Halb wünschte er sich, immer noch im Dunkeln zu tappen, doch er wusste, dass ihn auch Unwissen letzten Endes nicht vor der Wahrheit schützen konnte. Nein, es war gut die Wahrheit zu kennen.

„Ich hatte nie eine Wahl, oder?" fragte er.

„Nein," erwiderte Lily schlicht.

„Das ist nicht fair!" rief er wütend.

Er hasste diese Welt in der Voldemort meinte nach belieben mit allen spielen zu können und in der er in eine Rolle gezwungen wurde, der er sich längst nicht gewachsen fühlte.

„Du weißt, dass wir alles tun würden um mit dir zu tauschen," sagte Lily, „dass weißt du oder? Wir wollten niemals dass du so tief in diesen Krieg hineingezogen wirst. Wir..."

„Ich weiß Mum," unterbrach er sie, „ich weiß das. Du und Dad, ihr habt immer alles getan um mich und Lucy zu schützen. Diese beschissene Prophezeiung ist nicht euer Fehler."

Er spürte wie sich die Arme seiner Mutter um ihn schlangen und irritiert stellte er fest, dass er tatsächlich ein paar Zentimeter größer war als sie.

„Mum..." murmelte er verlegen, erwiderte die Umarmung jedoch.

Er hörte sie aufschluchzen.

„Schon gut Mum, ich mach dir doch keinen Vorwurf," nuschelte er.

„Ich weiß..." schluchzte sie.

Dann ließ sie ihn los und wischte sich ärgerlich durchs Gesicht.

„Das ist doch bescheuert, jetzt versuchst du mich zu trösten, dabei bin ich doch die Mutter."

Harry lachte und auch auf James Gesicht, der Lily nun tröstend umarmte zeigte sich ein schwaches Lächeln.

„Vielleicht hätten wir es dir tatsächlich früher sagen sollen," sagte James, nach einigen Minuten des Schweigens.

„Ich kann verstehen, dass ihr es nicht getan habt, erwiderte Harry, „ich glaube ich hätte an eurer Stelle nicht anders gehandelt."

„Und dafür, dass du am Ende diese Einsicht zeigst haben wir gestritten," sagte Lily, „wie lächerlich."

Erneuet zeigte sich auf allen Gesichtern ein Lächeln.

„Aber wie bitte soll ich Voldemort besiegen?" fragte Harry, „mir fallen ungefähr hundert Leute ein, die bessere Chancen hätten als ich und was bitte ist denn die Macht die der Dunkle Lord nicht kennt?"

„Du wirst natürlich ausgebildet," erklärte James, „die ganze Welt hat sich verändert. Ich denke sogar, dass es notwendig sein wird euch alle auszubilden. Im Duellieren, in Verteidigung, wahrscheinlich auch in Heilkunde und solchen Sachen."

„Wen meinst du mit euch alle?" fragte Harry.

„Dich, Lucy, Neville, Hermine, Ron, Ginny, die Zwillinge... vielleicht sogar alle, die nach Hogwarts zurückkehren. Doch darüber habe ich nicht allein zu entscheiden. Ich denke nur dass es wichtig ist, euch alle vorzubereiten. Wir können den Krieg nicht gewinnen, nicht ohne euch."

Es war das erste Mal, dass Harry seinen Vater davon sprechen hörte, sie mit in den Krieg einzubeziehen. Er fragte sich, wie lange sein Vater dies schon erkannt hatte. Oder lag es einfach nur an der verzweifelten Situation? Hätte er wenn das Ministerium nicht zusammengebrochen wäre weiterhin versucht sie aus allem heraus zu halten?

„Vor allem müsst ihr in der Lage sein euch zu verteidigen," sagte Lily, „und es ist schließlich auch nicht ausgeschlossen, dass wir sterben. Auch in dem Fall solltet ihr in der Lage sein weiter zu kämpfen."

Harry war überrascht von der Ehrlichkeit, die seine Eltern zeigten. Natürlich hatten er und Lucy immer gewusst, dass das was ihre Eltern taten lebensgefährlich war, doch nie zuvor hatte einer von Beiden es so schonungslos ausgesprochen. Sie wissen, dass wir keine Kinder mehr sind, dachte er, es fällt ihnen nur schwer, das auch zu akzeptieren.

„Natürlich können wir nur dir und Lucy die Erlaubnis geben, aber ich denke, dass die anderen da ähnlicher Meinung sein werden," fügte James hinzu.

Harry nickte dazu nur. Das waren so viele Informationen und er hatte das Gefühl, zunächst alles in Ruhe verarbeiten zu müssen. Es dauerte in dieser Nacht lange, bis er einschlief.


AN: So ihr Lieben, das war Kapitel 3, ich hoffe es hat euch gefallen. Es war zwar nicht sonderlich ereignisreich, aber schließlich braucht auch der Phönixorden Pläne und Harry musste auch endlich erfahren, welche Rolle ihm in diesem Krieg zufällt. Die nächsten Kapitel werden wahrscheinlich wieder etwas spannender. Ich würde mich übrigens über Reviews freuen ;-)

Bye Sanny