Wortanzahl: 802 Wörter

Kapitel 4

Sam hatte das Gefühl als wenn sie gar nicht mehr aufhören konnte zu lächeln. Obwohl der Tag so beschissen geendet hatte, war die Nacht für zwei von ihnen einfach nur grandios gelaufen.

Anscheinend hatte Jack, beeinflusst durch seine Schmerzmittel, all seine Bedenken vergessen und Daniel einfach nur geküsst. Gott sei Dank! Das hatte er wirklich verdient und so wie es aussah, erwiderte Daniel sehr bereitwillig diesen Kuss.

Doch langsam verblasste ihr Lächeln als sie an die Person neben sich dachte. Das würde ihr sicher das Herz brechen ihren Freund SO sehen zu müssen.

Aber als sie sich umdrehte, sah sie keine Tränen, sondern einfach nur pure Wut.

Das könnte hässlich werden!

Und schneller als irgendjemand etwas sagen oder auch nur reagieren konnte, ergriff Sam den Vorhang und zog ihn in Janets und ihr Blickfeld.

Die Hände beruhigend erhoben und mit einer ebensolchen Stimme sprach sie auf Janet ein.

"Ich weiß, dass es dir schwer fällt Janet, aber ... Jack ist wirklich in Daniel verliebt und auch dieser scheint ähnlich zu fühlen. Bring die beiden nicht um, bevor sie darüber reden konnten. Bitte?"

Janet schien sie jedoch überhaupt nicht zu hören oder sie wollte es nicht.

„Wie kannst du nur so ruhig hier rum stehen! Er betrügt dich und das auch noch mit einem Mann! So was hast du ganz einfach nicht verdient! Was denken … WAS!"

Mitten im Satz hatte Janet gestockt mit den Händen in die Seiten gestemmt und sah sie ungläubig an.

"Was hast du gerade gesagt?"

Janets Stimme klang geschockt, doch Sam wusste wirklich nicht warum.

„Das Jack Daniel liebt und das es anscheinend auch umgekehrt der Fall ist. Ich weiß, dass ist nicht gerade das, was du hören willst aber …na ja freuen wir uns doch einfach für sie.", versuchte es Sam von neuem und wartete auf eine Reaktion von der Brünetten.

"Freuen?", war Janets simple Reaktion und Sam konnte nicht anders als zu denken, dass der offen stehende Mund eben dieser wirklich verlockend war.

Wenn sie doch nur einmal … nur ein einziges Mal wollte sie Janet küssen. Was sie dafür nicht alles geben würde. Aber nun hatte sie andere Sorgen … nämlich Janet wieder zu ihrer Normalform zurück zu bringen.

„Ja. Warum auch nicht. Liebe ist doch etwas Schönes. Und dann noch die beiden.", meinte Sam leicht lächelnd und legte dabei ihre beiden Hände auf Janets Schultern.

"Liebe ... aber ... aber was ist mit Jack?"

Inzwischen stotterte Janet, aber Sam verstand einfach nicht warum.

„Jack? Was soll mit ihm sein? Er hat nun das, was er immer wollte. Und das ist doch gut so. Er ist mal wieder wirklich glücklich und das ist alles was zählt. Oder nicht?"

Abwartend blickte sie Janet an und zog sie noch ein wenig näher an sich heran.

"Janet?", fragte sie ein weiteres Mal besorgt und endlich, reagierte diese, doch anders als sie erwartet hatte.

„Aber er ist doch mit dir zusammen! Wie kannst du das nur so gelassen hinnehmen? Das er dich betrügt! Dich!", rief Janet aus und ging ein Stückchen weiter auf sie zu.

"Mich?", schaffte es Sam gerade noch herauszubringen bevor sie mit großen Augen und offenen Mund Janet ansah, die nur noch wenige Zentimeter entfernt stand.

Sie stand viel zu nah! Natürlich würde sie sich niemals über so etwas beschweren, doch das erschwerte es ihr, die Gelassenheit zu wahren.

Doch Sam konnte nicht anders … es war ihr egal, was es für Konsequenzen hatte.
So verdammt lange hatte sie schon auf diesen Moment gewartet.

Langsam hob sie ihre Hand bis sie auf gleicher Höhe mit Janets Gesicht war und strich dann federleicht über ihre Wange. Diese wich jedoch nicht zurück, nein. Eher lehnte sie sich noch mehr in die Berührung. Was passierte hier?

„Was spielst du für ein Spiel, Janet?", fragte sie mit leiser und zitternder Stimme.

Das konnte ganz einfach nicht war sein! SIE war doch mit Daniel zusammen … ok, nun nicht mehr aber … sie konnte doch nicht so schnell alles ändern!

"Bitte Janet ... sag mir die Wahrheit. Bitte ..."

Doch Janet antwortete nicht. Sie schwieg weiterhin und beugte sich noch weiter zu ihr vor.

„Liebe ist im Spiel.", hauchte Janet gegen ihre Lippen.

Und so fanden sich, in der tiefen Nacht, verborgen in den Schatten der schwach beleuchteten Krankenstation zwei neue Paare.

Viele Probleme, Hürden, Missverständnisse lagen noch auf ihrem Weg zu einer richtigen Beziehung, doch jedem der Vier war dies egal. Sie würden es meistern. Zusammen.
Jetzt, wo sie endlich erkannt hatten, dass sie nur gesehen hatten, wovor sie Angst hatten, anstatt das was die Realität war.

Doch selbst dies war einfach nur unwichtig, wenn sich Lippen immer und immer wieder fanden und sie einfach nur die Liebe genossen auf die keiner von ihnen gehofft hatte. Denn mehr ... mehr brauchte keiner von ihnen in diesem Moment.

Ende