9.01 Regarding Death and Dying (3/3)
(Songtitel geklaut von Dan Mangan)

Sneak Peek
Meredith, Derek, Mark, Arizona und Cristina kämpfen weiterhin um ihr Überleben,
während man in Seattle um die Verschollenen bangt.


Alex war kein Feigling. Er lief nicht vor den Problemen davon, sondern stellte sich diesen, oft mit erhobenen Fäusten, entgegen. Manches Mal jedoch benötigte er einen kurzen Moment, in dem er sich und seine aufbrausenden Gefühle sammeln konnte, um im Anschluss mit neuer Kraft in eine Schlacht zu ziehen. Heute Nacht wählte er für diesen Moment einen kleinen, einsamen Vorratsraum. Er hatte die Türe hinter sich verschlossen und ließ seinen suchenden Blick in ungeduldiger Eile über die gut gefüllten Regale schweifen, denn schließlich hatte noch niemand einen Krieg ohne die richtige und notwendige Ausstattung gewonnen.

„Komm schon", drängte er sich selbst verärgert zu einem schnelleren Fund. Dann, endlich, wurde er mit Erfolg belohnt, und er griff ohne zu zögern danach, und trat zurück auf den Gang hinaus, bevor er eine gegensätzliche Entscheidung treffen konnte.

Mit schnellen Schritten, die mit jedem weiteren an Geschwindigkeit und Sicherheit verloren, begab er sich dorthin zurück, wo er noch vor kurzem der sitzenden Gestalt in dem Warteraum den Rücken zugekehrt hatte. Erleichtert stellte er in annähernder Nervosität fest, dass Callie Torres sich nicht von der Stelle gerührt hatte. Mit verschlossenem Gesicht ließ er sich bald schon neben ihr wortlos auf einen freien Platz nieder. Die Oberärztin sah nicht auf, oder gab auf eine andere Weise zu erkennen, dass sie seine Anwesenheit registrierte, denn sie war zu sehr darauf konzentriert auf ihre Hände in ihrem Schoß zu starren, die ein bereits zu genüge misshandeltes Taschentuchen umklammert hielten. Alex musterte sie abschätzend. Sie wirkte verloren. Man konnte sehen, dass sie geweint hatte, denn das zuvor so sorgsam aufgetragene Makeup wies die Spuren ihrer Tränen auf und sowohl die Augen als auch die Nase waren rot und leicht geschwollen. Nur die Frisur aus schwarzem, glänzendem Haar saß weiterhin perfekt. Karev überlegte nicht allzu lange und streckte Dr. Torres das Bündel entgegen, welches er zuvor einem der Vorratsregale entnommen hatte. Er wurde dafür mit Aufmerksamkeit und einem verwunderten Blick belohnt.

„Der Aufzug. . .", erklärte Alex mit einem leicht angedeuteten, schiefen Lächeln, während er bedeutungsvoll den seidenen Bademantel und die bloßen Beine, die dieser nicht zu verbergen vermochte, begutachtete. „. . .heiß. Vielleicht zu heiß für hier.

Da genau in diesem Moment der ausgestreckte Zeigefinger eines blondgelockten Kleinkindes, welches an der Hand seiner Mutter vorbeigeführt wurde und die Augen in großer Verwunderung weit offen hielt, zu Callie fand, schien die Aussage des Jungarztes durchaus berechtigt zu sein. Die Orthopädin griff folglich dankend nach der dargebotenen Schwesternkleidung, die vielleicht farblich nicht Torres' persönlichen Vorzügen entsprach, ihren Zweck jedoch trotzdem erfüllen würde.

„Es tut mir leid", fügte Alex schnell hinzu, gerade als sich seine Vorgesetzte aus ihrem Sitz erhob um sich für den Kleiderwechsel in eine privatere Umgebung zurückzuziehen. Er sah sie nicht an, doch sie konnte erkennen, wie unwohl ihm war und wie sehr er versuchte sich selbst zu vergeben. „Dass Robbins meinen Platz in dem Flugzeug genommen hat", fügte er mit dem Boden zugewandtem Blick hinzu. "Das tut mir leid."

Es war sein besonderes Glück, dass Callie trotz der Sorgen und der Verzweiflung, die ihr Innerstes in Aufruhr versetzten und ihre Kräfte raubten, genau das Richtige zu sagen wusste: „Das ist nicht Ihre Schuld, Karev."


Meredith suchte sich in leichter Benommenheit allein ihren Weg zurück von dem Flugzeugwrack zu dem Feuerplatz, an dem sie Derek zuvor zurückgelassen hatte. Mit jedem Schritt ließ sie Arizonas unkontrolliertes Schluchzen, Cristinas entnervte Erwiderungen und Marks beunruhigendes Schweigen ein wenig weiter hinter sich. Der Schmerz in ihrem Bein kündigte durch die schnelle Bewegung seine Rückkehr an, doch sie zeigte ihre Qual kaum nach außen hin. Als sie sich schließlich nachdenklich neben ihrem Ehemann niederließ, hatte sich dieser bereits von seiner liegenden Position mühsam in eine sitzende begeben.

„Ist Mark . . .", begann Derek, da Meredith neben ihm stumm blieb. Er hatte Angst.

„Er lebt", versichere seine Frau ihm jedoch schnell und sie nahm ihm so einen kleinen Teil dieser Angst.

„Gut", Dr. Shepherd ließ sich kraftlos wieder zu Boden sinken. Seine Kehle war trocken, der Hunger und die Kälte untragbar, doch diese eine Sache war gut und ließ ihn etwas zur Ruhe kommen.

Dr. Grey folgte seinem Beispiel, legte sich nieder und den Kopf an seine Brust, mit ihrem Körper nahtlos an seinen eigenen gefügt. Sie war beinahe zu Hause. Sie wartete ab, bis ihr Atem sich in einem Einklang mit seinem befand, bevor sie, müde geworden, mit deutlicher Dringlichkeit erneut sprach: „Versprich mir, dass du nicht stirbst. Du musst mir versprechen, dass du lebst."

Derek drückte einen leichten Kuss auf ihren Scheitel und gab eine simple Antwort: „Ich sterbe nicht, wen du's nicht tust."


Owen wusste nicht wie lange er schon an den dicht gereihten Bäumen vorbei und über den erstaunlich geräuschvollen Waldboden geeilt war, er wusste nur, dass er nicht still stehen konnte, denn schon zu viel der kostbaren Zeit war ihm bereits entkommen. Er hatte auch keinen Sinn darin gesehen weitere Minuten damit zu vergeuden, seine Arbeitskleidung einzutauschen, und hatte stattdessen bloß ein zweckmäßigeres Paar Schuhe übergestreift, seine Krawatte von seinem Hals gezerrt und eine Jacke übergeworfen, die ihn warm halten würde. In der einen Hand hielt er eine Taschenlampe, die an einen Scheinwerfer erinnerte, in der anderen ein Funkgerät, welches erschreckend stumm blieb. Teddy war ihm nicht von seiner Seite gewichen, doch sie sprach kaum zu ihm, wissend, dass sie sehr wahrscheinlich keine Antwort erhalten würde und auch aus Angst davor, ihn zu der Panik zu reizen, die er bisher so erfolgreich in ihre Schranken gewiesen hatte.

Alles um ihn herum war weit fort und zugleich zu nah, ohrenbetäubend laut und unerträglich still. Die Angst, die er fühlte, konnte nicht in Worte gefasst werden. Immer schneller trieb sie ihn voran und doch erschien es ihm nicht schnell genug. Die Nacht spielte mit ihm, lockte ihn willkürlich mal hier und mal dorthin, weil er meinte etwas in ihr zu sehen oder zu hören. Eine an die Oberfläche drängende, knorrige Wurzel brachte ihn plötzlich beinahe zu Fall, doch Teddy fing ihn auf.

„Alles in Ordnung?", fragte sie, während er sie ungeduldig von sich stieß und bereits weiter voranschritt.

Nein. Nichts war in Ordnung. Alles war Chaos: seine Gefühle, seine Gedanken, sein Tun und sein Leben, die Zukunft, die er sich in seinen Träumen erdacht und die Vergangenheit, die er nicht immer gewollt hatte. Wer war er ohne Cristina? Wie konnte er sein, wenn sie nicht mehr war?

Dann, gerade als der nächste Morgen vorsichtig zu dämmern begann, machten seine suchenden Augen eine Entdeckung, die ihn alles vergessen ließ, alles bis auf seine Frau. Stolpernd verfiel Owen sofort in einen torkelnden Lauf. Es war nur ein Teil einer Maschine, welche die ersten Strahlen der Sonne einfing und sich so inmitten des Waldes zu erkennen gab, doch es war vollkommen klar, dass dieser Teil zu einem Flugzeug gehörte. Beinahe erwartete der Major, dass sich sein Fund bei seinem Näherkommen wieder in Luft auflösen würde, denn die Hoffnung hatte ihn zuvor verlassen. Doch er blieb und je näher er ihm kam, desto größer wurde die Angst. Als der Arzt sein Ziel erreicht hatte, wandte er sich wieder und wieder mit wild schlagendem Herzen erfolglos nach allen Richtungen um, während Teddy, die ihm gefolgt war, neben dem Wrack auf ihre Knie fiel.

„Oh nein. Du armes Ding", sprach sie leise bedauernd zu der jungen Frau, die dort begraben lag. „Owen!", erhob sie ihre Stimme zu ihrem Freund, der daraufhin Inne hielt und zu ihr sah. Der Schrecken stand in sein Gesicht geschrieben. „Es ist Lexie Grey. Sie ist tot."


Bevor die verdrehten Schwestern den Ort des Geschehens verlassen hatten, hatten sie Derek Shepherd auf dessen Wunsch hin an Mark Sloans Seite gesetzt. Niemand der drei Zurückgeblieben hätte den anderen die Zeit nennen können, doch der zögernde Rückzug der Dunkelheit ließ darauf schließen, dass der nächste Morgen bereits graute. Das war eine erstaunliche Entdeckung, denn sie hatten keinen weiteren neuen Tag in ihrem Leben erwartet.

Mark lag auf seinem Rücken, mit Arizona auf der einen und seinem Kindheitsfreund auf der anderen Seite postiert, als ihm bewusst wurde, dass er kaum noch irgendetwas spürte, nicht einmal mehr die Kälte, die ihn in der Nacht so sehr geplagt hatte und auch nicht den Schmerz in seiner Brust. Ich bin müde, dachte er, als sich die Wolken am Himmel über seiner liegenden Gestalten formten. Ich bin so müde, und der Traum war ein guter Traum gewesen.

„Mark", drang Dereks Stimme rau und schwach an sein Ohr. „Du musst wach bleiben."

Wach bleiben? Der Schlaf hatte sie doch alle irgendwann, einen nach dem anderen, geholt, und sie waren, der geringen Wahrscheinlichkeit zum Trotz, alle wieder aufgewacht. Er wollte nur noch ein wenig länger träumen, denn er war müde und der Traum war ein guter Traum gewesen. Das musste doch in Ordnung sein. Nur ein wenig länger, ein klein wenig länger.

„Das ist ein schönes Haus", erwiderte Mark leise und ohne jeden erkennbaren Zusammenhang. Er schloss langsam die Augen und tauchte tiefer.

„Denk an Sofia", stimmte Arizona mit ein und sie tastete nach seiner einen kalten Hand, die neben ihr nutzlos auf dem Waldboden ruhte. „Hörst du mich? Bitte, Mark. Denk an Sofia. Sie braucht dich. Sie braucht ihren Vater." Sie weinte wieder.

„Die Kinder", meinte sich der Arzt nun zu erinnern. Sein Gesicht wurde friedlich. Die Stimmen der anderen rückten in weite Ferne. „Richtig, die Kinder."

„Mark. . .", begann Derek erneut.

„Ich weiß nicht . . .", war die wirre Antwort, die er erhielt.

„Mark! Bitte . . .", flehte ihn Arizona verzweifelnd an.

". . . ob ich das kann . . .", endete der Betroffene, als es schwärzer um ihn herum wurde.


„Wir haben uns verlaufen", sprach Meredith Grey das scheinbar Offensichtliche aus. Sie hielt sich mühsam auf einen gefunden Ast gestützt aufrecht und blieb nun stehen um wieder zu Atem zu kommen. Es war, zugegeben, von Anfang an keine sonderlich großartige Idee gewesen, dem gemeinsamen Lager den Rücken zuzukehren, weil man sich einredete, dass mit dem Flugzeug auch Essensvorräte irgendwo vom Himmel gefallen sein mussten. Doch es hatte ihnen genug Hoffnung für ihre Mission gegeben um sie zu einem Aufbruch zu verleiten – und nun würden die verdrehten Schwestern hier draußen sterben.

„Wir werden hier draußen sterben", teilte die Blonde in aufkeimender Verzweiflung der anderen mit.

Cristina, die, von breitschultrigen, rothaarigen Dämonen angetrieben, stur weiter voraus geschritten war, wandte sich nun um und trat wieder zurück und an Meredith heran. Sie würde es nicht dulden, dass man jetzt aufgab. Dazu war sie nicht bereit.

„Niemand stirbt hier", sagte sie bestimmt, und sie legte dabei ihre Hände in einem Rahmen um das fahle Gesicht ihrer Freundin.

„Jerry ist gestorben", erinnerte sie Meredith, die daraufhin mit neuen Tränen zu kämpfen hatte, als ihr die nächsten Worte bereits bitter auf der Zunge lagen. „Und Lexie. Sie ist gestorben." Es klang so fremd und unnatürlich laut davon zu sprechen und sie spürte, wie sich dabei ein Loch in ihr auftat, von dem sie sicher war, dass sie es nicht mehr wieder füllen konnte. Ihre Schwester war tot. Ihre Schwester.

Cristina ließ ihre Arme wieder kraftlos sinken, denn ihr wurde die tatsächliche Größe des Unglücks bewusst. „Richtig", murmelte sie, unsicher, was nun zu tun und zu sagen war. „Es tut mir . . ."

„Nicht", unterbrach die andere sie schnell. Sie fing die Tränen von ihren Wangen auf und unterdrückte ein Schluchzen. Ob es jemals ein Ende finden würde? Der Schmerz? Die Leere? Sie atmete einmal tief durch: „Erzähl mir etwas."

„Ok", die Asiatin zögerte jedoch trotz ihrer sofortigen Zustimmung. „Was möchtest du hören?"

„Irgendwas", war die nicht sehr spezifische Anweisung. Flehend suchte Meredith den direkten Blickkontakt. Sie wollte nur nicht mehr länger an Lexie Grey denken müssen. „Irgendwas", betonte sie noch einmal.

Cristina zögerte erneut, erschienen ihr die eigenen Probleme doch plötzlich als viel zu belanglos, als dass sie diese mit dem Tod eines Familienmitgliedes messen konnte. Allerdings wurde wohl darauf bestanden, dass sie genau dies tat und so ließ sie sich am Ende nicht noch ein drittes Mal bitten: „Ich vermisse Owen." Ihre Stimme zitterte plötzlich, denn sie hatte sich selbst am meisten mit dieser Aussage überrascht und sie wusste, dass sie so ihren Dämonen einen Namen gegeben hatte. In den nächsten Worten schwang bereits eine gewisse Hysterie: „Ich sehe ihn überall."

Sie wusste, dass es verrückt klang, doch sie litt schließlich unter posttraumatischen Belastungsstörungen, was eine gewisse Verrücktheit entschuldigen sollte. Meredith, die mit etwas Derartigem nicht gerechnet hatte, starrte sie an, während Dr. Yang nichts Besseres zu tun wusste, als zurück zu starren. Sie erkannte zu spät, dass sie sich auf sehr dünnes Eis vorgewagt hatte, denn die Freundin hielt nicht viel von Major Hunt und dessen kürzlich zu Tage gebrachten Betrug. Natürlich schmerzte es auch Cristina immer noch, wenn sie an den Fremdgang ihres Ehemannes erinnert wurde, doch die Möglichkeit ihn nie wieder sehen, hören oder spüren zu können, bereitete ihr eine nie zuvor gekannte Angst. Diese Angst wusste sie bald geübt und schnell in Ärger umzuwandeln.

„Er ist überall!", fuhr sie anklagend fort, während sie ihre Finger durch das wild-gelockte Haar zog. „In meinem Kopf. Hinter jedem Baum. Hinter jedem Busch. Er ist sogar Mark Sloan!" Frustriert warf sie nun die Hände empor, als sich ihre Stimme zu überschlagen begann: „Und den Deckel! Den Deckel habe ich wirklich fest geschraubt. Aber er mit seinen Riesen . . . pranken . . . Er meint er könnte . . . Ich sollte ihn hassen. Wieso? Wieso macht er es mir so schwer, ihn zu hassen?"

Sie verstummte abrupt. Nicht, weil ihre verdrehte Schwester einen besonders besorgten und irritierten Anblick bot und wohl in dem Begriff schien ihr eine Ohrfeige zu verpassen, die sie wieder zu Vernunft bringen sollte, sondern, weil sie meinte dass es für derartige Maßnahmen womöglich bereits zu spät war. Den Grund dieser Annahme verkündete sie bald in neuerlichem Frust: „Und jetzt kann ich ihn schon hören!"

Doch Meredith, für die Cristinas Ausbruch wohl plötzlich in die Vergessenheit entrückt war, schüttelte bloß in erstauntem Unglauben den Kopf: „Ich kann ihn auch hören." Dann blieb ihr nichts anderes mehr übrig, als in momentane Erleichterung zu verfallen und zu lächeln und unter Tränen zu lachen.


Es war hell und bunt. Die Farben waren satt, beinahe unecht rein. Der Himmel war himmelblau und das Gras war grasgrün und die Kastanien zu seinen Füßen waren Kastanienbraun. Er bückte sich nach einer besonders runden und glänzenden Frucht und hob sie auf, und während er mit den Fingern über die glatte Oberfläche fuhr überlegte er, woran sie ihn wohl zu erinnern vermochte. Wie er hier her gekommen war, wusste er nicht. Er wusste auch nicht warum oder wo dieses hier war. Doch er spürte keine Schmerzen, und das war gut.

Als sie seinen Namen rief, sah er auf und mit dem Anblick, der sich ihm nun bot, konnte er zumindest eine seiner Fragen beantworten: Es war ihr Haar. Ihr Haar war kastanienbraun. Ihr Lächeln war breit und warm. Ihre dunklen Augen waren voller Leben. Ihre Haut war makellos, und sie stand aufrecht und sicher auf ihren Beinen. Sie trug das Kleid, welches ihre Kurven betonte und umschmeichelte, an den Füßen trug sie nichts. Sie war sexy, und sie war wunderschön.

„Hallo Mark", sagte Lexie Grey mit sanfter, freundlicher Stimme.

Er erwiderte nichts, sondern sah sie nur an und versuchte sich satt an ihrem Anblick zu trinken, doch er wollte immer und immer mehr von ihr. Er machte eine Entdeckung, die hinter ihr stand und ihn einzuladen schien näher heranzutreten. Er deutete darauf: „Das ist ein schönes Haus."

„Es ist unser Haus", erwiderte Lexie schlicht.

Erst jetzt bemerkte er den Ring an ihrem und einen weiteren an seinem eigenen Finger. Dann horchte er auf, als aus dem Haus Gelächter und das Klopfen von flinken, kleinen Füßen auf Holz zu hören war. Einen Moment lang sah er sich einer neuen Unwissenheit gegenübergestellt, dann verstand er und er fand zu seinem Frieden zurück.

„Die Kinder", murmelte er nur für sich. „Richtig, die Kinder."

„Sollen wir?", fragte Lexie. Sie wandte sich dabei leicht der Eingangstüre zu.

Er zögerte mit einer Antwort. Irgendetwas Wichtiges schien er hier nicht zu bedenken, irgendetwas hatte er vergessen. Die Worte, die er nun sprach, verwirrten ihn, da sie so gegensätzlich zu seinem eigentlichen Verlangen standen: „Ich weiß nicht, ob ich das kann."

„Es ist ganz einfach", wurde ihm nur geduldig erklärt. „Hier: nimm meine Hand."


Song

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Sneak Peek 9.02 Show Me Something New
Die Wochen nach dem Unglück haben viele Veränderungen und Wendungen mit sich gebracht.
Die Ärzte kämpfen damit die Vergangenheit ruhen zu lassen und stattdessen in die Zukunft zu blicken.