Gestern war Samas Geburtstag und heute geht es ganz ohne besonderen Anlass mit der nächsten Geschichte weiter. Dass heißt, einen Anlass gibt es eigentlich schon, schließlich haben wir Dezember und bis Weihnachten sind es nun nur noch 20 Tage :)
Diesmal erfüllt Lupin einen Wunsch von mir und ich habe es mir ehrlich verkniffen, die Geschichte bis jetzt zu lesen ^^ Aber das werde ich jetzt gleich nachholen, sobald ich das ‚Türchen' für euch geöffnet habe :D
Zum Inhalt: Tja, ich wollte etwas Aktion und mal genau wissen, wie denn der Kampf zwischen Dumbledore und Grindelwald eigentlich ablief. Gleich weiß ich, was Lupin daraus gemacht hat °hibbel°
Von Liebe und Versuchung
„Nein!", schrie Dumbledore – doch es war zu spät. Ariana lag tot am Boden. Grindelwald warf einen letzten abwertenden Blick auf die Gesichter der beiden Brüder, die beide Ungläubigkeit und Trauer widerspiegelten. Er verstand sie nicht; wer brauchte schon eine Familie, wenn er Macht hatte. Kopfschüttelnd verschwand er.
Dumbledore ging in seinem Zimmer auf und ab – er versuchte, eine Entscheidung zu treffen und gleichzeitig kämpfte er gegen die Tränen an. Abrupt blieb er stehen, seine Miene steinhart, aber doch entschlossen. Arianas Tod vor fünf Jahren hatte ihm zwar die Augen über Grindelwald geöffnet, aber bis jetzt hatte er es nicht gewagt, ihm zu begegnen und gegen ihn zu kämpfen. Er fürchtete zu sehr, herauszufinden, wer Ariana in dem Gefecht damals den tödlichen Stoß versetzt hatte. Darüber hinaus hatte er Gefühle für Grindelwald gehabt und diese hinderten ihn, gewalttätig gegen ihn zu werden, was zweifellos notwendig werden würde. Doch nun musste er handeln – er konnte nicht mehr länger tatenlos zusehen, wie Grindelwald sich eine Armee aufbaute und Chaos und Schrecken verbreitete. „Fawkes", sagte Dumbledore leise. Der scharlachrote Vogel kam auf ihn zugeflogen, der Professor zog an einer goldenen Schwanzfeder und die beiden verschwanden.
Es war eine kalte, schwarze Nacht mitten in den Alpen. Gellert Grindelwald tauchte aus dem Nichts zwischen zwei Bäumen auf. Er war sich siegesgewiss. Heute Nacht würden seine Anhänger das Zaubereiministerium in Berlin stürzen und niemand konnte ihn aufhalten – fast niemand.
Aber dieser Niemand wird nicht kommen, dachte er sich und grinste über die Einfältigkeit seines ehemaligen Freundes. Doch er war in seiner Nacht des Sieges noch einmal hierher gekommen, um seine Vergangenheit, seine Familie, auszulöschen – sie waren in seinen Augen nur dreckiges Ungeziefer, das seinen Ruhm beschmutzte. Mit wehendem Reiseumhang ging er von dem Hügel, auf den er appariert war, zu einem kleinen Dorf.
Er hörte ein Rascheln hinter sich, das ihn nicht weiter beunruhigte. Wer sollte es wagen, ihn aufzuhalten?
„Es war töricht, heute Nacht ganz allein hierher zu kommen, Gellert", sagte eine ruhige Stimme hinter ihm – er kannte sie, aber das war unmöglich, das konnte einfach nicht sein…
„Albus", flüsterte er und drehte sich um.
Der Wind pfiff durch den Wald und die Spannung, die von den beiden Männern, die sich gegenseitig musterten, ausging, war förmlich zu spüren.
Grindelwalds überraschte Miene verwandelte sich langsam in ein leichtes Lächeln. Er war gekommen, ja und? Er wusste durch ihre Pläne zum „Größeren Wohl", dass Dumbledore nicht gekommen sein konnte, um ihn zu töten – über solche Brutalität war er erhaben und seiner Ansicht nach zu schwach. Das würde sein großer Vorteil sein!
„Stupor!"
„Protego!"
Der rote Lichtstrahl, der von Grindewalds Zauberstab ausgegangen war, prallte an einem unsichtbaren Schild vor Dumbledore ab zu einem Baum, der sofort in Flammen aufging.
„Gellert! Willst du unbedingt noch mehr Leid verursachen? Reichen dir deine vergangenen Taten nicht?", sagte Dumbledore mit donnernder Stimme. Ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er fort: „Die Heiligtümer des Todes – sie haben uns beide fasziniert und verbunden, doch–"
„Warum haben sie dich nicht weiter fasziniert? Wärst du doch kein so ein Narr gewesen und wärst mir gefolgt, Albus, dann stündest du jetzt mit mir vor der Machtübernahme über ein Land und wir würden zusammen unsere Pläne verwirklichen – die Herrschaft über die Muggel! Aber du kannst dich mir gerne wieder anschließen. Du bist, wie ich gehört habe, Lehrer für Verwandlung in Hogwarts und hast damit großen Einfluss auf die junge Generation von Zauberern. Gemeinsam könnten wir eine noch größere Armee aufbauen und unsere Herrschaft auf ganz Europa ausdehnen!"
„Ich bin nicht gekommen, um mich dir anzuschließen. Ich war damals jung und einfältig und habe meine Sicht über die Muggel geändert – doch selbst damals wollte ich schon nicht so skrupellos sein, wie du es bist!"
„Wir sind einfach die überlegenere Rasse und uns steht es zu, sie uns zu unterwerfen!"
„Nein."
„Ist das wirklich dein letztes Wort? Schließ dich doch lieber mir an, denk an das, was wir erreichen könnten!"
„Wieder lautet die Antwort „Nein"! Heute und in 100 Jahren nicht!"
„Dann bleibt mir nur noch zu sagen... AVADA KEDAVRA!"
Ein grüner Lichtblitz sauste unaufhaltsam auf Dumbledore zu, ohne diesem jegliche Chance zu lassen, den Fluch abzuwehren. Mit einem Schrei stürzte sich Fawkes von einem nahen Baum zwischen Dumbledore und den Fluch und verschluckte diesen. Sofort ging der wunderschöne Vogel in Flammen auf. Dumbledores Hand schnellte vor und fing den neugeborenen Phönix auf und verbarg diesen sofort in einer sicheren Tasche seines Umhangs.
„Gellert, ich habe dich geliebt! Aber dann ist mir durch Arianas Tod klar geworden, dass ich meine Familie im Stich gelassen habe – im Stich gelassen, um Macht zu erlangen", schrie Dumbledore den Tränen nahe.
„Pah! Du bist nur zu schwach, Albus!", entgegnete Grindelwald.
„Ja, ich war schwach. Ich war der Versuchung der Macht erlegen und wollte „Für das Größere Wohl" kämpfen...aber jetzt bin ich stärker geworden, reifer. Gellert, du wirst für deine Taten büßen müssen und ich hoffe, dass du freiwillig kapitulierst, denn ich bin nicht geneigt, gegen dich zu kämpfen!"
„Tja, Albus, da hoffst du falsch! Crucio!"
Dumbledore schwang geschickt seinen Zauberstab und ein Ast brach vom nächsten Baum herab genau zwischen Dumbledore und den Fluch – mit einem riesigen Knall explodierte er in tausend Teile.
Grindelwald fing an den Großmeister des Zaubergamots wie wild mit Flüchen zu bombardieren, die dieser aber immer wieder gekonnt abwehrte. Doch plötzlich trafen ein neuer und ein parierter von Grindewalds Flüchen aufeinander – es gab eine riesige Druckwelle, sodass die beiden Zauberer jeweils nach hinten geschleudert wurden, und ein großer Funkenschauer entstand.
Im Zaubererdorf, das in dem Tal unter dem Hügel lag, auf dem der Kampf tobte, bemerkt eine Hexe, die gerade im Bad stand, um sich Bett fertig zu machen, den Radau. Sie lief sofort zu ihrem Mann und informierte ihn über ihre Beobachtungen. Dieser schickte Patroni zu den mächtigsten Zauberern im Dorf. Es passierte hier öfter Mal, dass sich zwei Zauberer stritten und sich dann auf der Anhöhe duellierten. Doch sie waren bisher immer rechtzeitig gekommen und hatten das Duell unterbunden, bevor schlimmeres geschah.
Er ging schnell zum Dorfplatz, wo sich schon eine Hand voll Männer versammelt hatte, erzählte ihnen kurz, was seine Frau gesehen hatte und sie apparierten gemeinsam auf den Hügel.
Die beiden Männer rappelten sich vom Boden auf, als plötzlich von allen Seiten ein leises „Plopp" zu hören war. Sie waren jetzt von sechs Zauberern umzingelt, die sie alle mit überraschtem Gesichtsausdruck anstarrten – doch noch verblüffter blickte Grindelwald. Damit hatte er bei Merlin nicht gerechnet. Er blickte kurz zu Dumbledore und sah, dass ein Fluch auf ihn zuschoss. Er hatte keine Zeit mehr zu reagieren.
Er hörte noch ein kurzes Surren und eine halbe Sekunde später lag Grindelwald bewegungsunfähig und mit erstarrtem Gesichtsausdruck am Boden, getroffen von Dumbledores unausgesprochenen Lähm-Zauber.
Grindelwald wurde wie seine Anhänger, deren Versuch, das Zaubereiministerium zu stürzen, gescheitert war, weil Dumbledore dem Ministerium mit Auroren aus dem europäischen Raum rechtzeitig zur Hilfe kam, zu eine lebenslangen Haftstrafe in Nurmengard verurteilt.
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„Töte mich doch, Voldemort, ich heiße den Tod willkommen! Aber mein Tod wird dir nicht bringen, was du suchst ... es gibt soviel, dass du nicht verstehst..."
(HP7, Kap23)
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Ende
