Kapitel 3

Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen.

Marie von Ebner-Eschenbach

Zur selben Zeit in Hogwarts:

Severus Snape massierte sich die Schläfe und begann erneut die Holzpanelen an der Decke in einem verzweifelten Versuch der Wunsch zu unterdrücken seinen Vorgesetzten zu ermorden und sollte diese Lehrerversammlung noch länger dauern würde er nicht nur seinen Vorgesetzen, sondern auch das gesamte Kollegium abschlachten.

Er grinste leicht bei dem Gedanken, verzog dann jedoch das Gesicht als ein höllischer Schmerz durch seinen Körper fuhr und seine Magie urplötzlich ausschlug.

Er schrak aus seinen Gedanken als ihm jemand auf den Unterarm Schlug. Träge blickte er zu seiner Rechten und blickte seine Kollegin Minerva McGonagall an und zog eine seiner Augenbrauen hoch.

»Wenn du das grinsen beibehältst, wenn das Schuljahr wieder beginnt werden sich die Schüler reihenhaft im Krankensaal wiederfinden.«

Severus rümpfte die Nase.

»Ich habe keine Ahnung wovon Sie sprechen, Madame. Doch sollte dies Tatsächlich der Fall sein wäre das nur eine Glückssache. Weniger Cretins die mein Klassenzimmer in Trümmer legen können. Vor allem deine Löwenjungen scheinen einen Fabel dafür zu haben Chaos anzurichten wo auch immer sie gehen und stehen.«

»Deine Slytherins sind keinen deut besser. Der junge Malfoy ist nichts weiter als ein Verwöhntes Balg.«

»Madame. «

Severus stimme war so kalt, dass es einem eiskalt über den Rücken lief

»Ich wäre Ihnen zutiefst dankbar, wenn sie ihre Vorurteile für sich behalten könnten und mich nicht mit Ihnen belästigten.«

Minerva verzog das Gesicht

»War ja klar, dass du Unfähig bist einzugestehen, dass deine Slytherins nicht perfekt sind so wie du sie immer bevorzugst.«

»Kinder, Kinder. Kein Grund sich zu streiten. Es sind Ferien und ihr habt die nächsten vier Wochen frei. Freut euch.«

Professor Vector grinste hämisch

»Ihr seid wie Katz und Hund. Ihr solltet vorsichtig sein. Einer von euch beiden wird bald etwas sagen, was nicht zurückgenommen werden kann.«

»Halt die Klappe Vector. Du bist kein bisschen besser als Sibyl.«

Severus verdrehte die Augen und nahm noch einen Schluck Whiskey und massierte sich die Brust die bereits denn gesamten Morgen sich schmerzhaft zusammenzog und ihm schlimmere Schmerzen bereitete als jede Runde von Crucio die er hatte erleiden müssen.

Er kippte seinen Drink in einem Zug herunter und genoss das brennen in seiner Kehle und die anschließende Wärme in seiner Magengegend.

Er goss sich noch einen Drink ein und massierte sich die Schläfe, während er erneut vergeblich versuchte sich auf das Gespräch zu konzentrieren, so bekam er auch nicht mit wie Albus das Kollegium in ihren Wohlverdienten Urlaub schickte und erst als dieser ihm die Hand auf die Schulter legte schrak er zusammen und blickte zu seinem Mentor auf.

»Severus, mein Junge. Alles in Ordnung? Normalerweise wärst du der erste, der hier abdampft.«

Gerade als er zu einer Antwort ansetzen wollte zog sich alles in ihm zusammen. Seine Knochen brannten, er bekam keine Luft mehr und seine Sicht verschwamm.

»Severus.«

Er spürte wie ihn jemand an der Schulter packte und ihn schüttelte, doch er war unfähig zu antworten.

»Severus. Kannst du mich hören?«

Das letzte was er hörte war die besorgte Stimme seines Mentors.

Als Severus das nächste Mal aufwachte war es bereits dunkel und der Schmerz einem dumpfen pochen gewichen.

Mühsam setzte er sich auf und fuhr sich durch das dunkle Haar. Als die Übelkeit abgeklungen war schwang er vorsichtig die Beine über die Bettkante.

Genau in diesem Moment kam jedoch Poppy Pomfrey herein.

»Oh nein mein Lieber. Du bleibst schön liegen«

»Poppy.«

Knurrte Severus

»Fass mich nicht an oder ich entferne sie die auf Dauer.«

»Ist dir eigentlich bewusst was für einen Schrecken du mir eingejagt hast, junger Mann? Und nicht nur mir. Du hättest mal Albus sehen sollen als er mit dir hier angekommen ist. Der Arme Mann war ganz außer sich. Das ist gar nicht gut in seinem Alter das kann ich dir mal sagen.«

Severus, welcher sich, wenn auch wiederwillig wieder ins Bett gesetzt hatte stopfte sich ein Kissen hinter den Rücken.

»Was ist eigentlich passiert?«

»Das können wir besprechen, wenn Albus da ist. Er bat mich sich bei ihm zu melden, wenn du aufwachst. Und jetzt iss etwas, du brauchst die Kraft.«

Mit diesen Worten platzierte die Krankenschwester ein Tablett mit einer Suppe in seinem Schoß.

Auch wenn Severus die Krankenschwester am liebsten in die Schranken gewiesen, so machte ihm sein knurrender Magen jedoch einen Strich durch die Rechnung und so machte er sich schweigend über die Suppe her.

Als Severus sich gerade Nachschlag von einer der Elfen bestellte, die im Krankenflügel Dienst hatten betrat Albus Dumbledore den Saal.

»Severus, mein Junge. Bin ich froh dich schon wieder wach zu sehen. Du glaubst gar nicht was für sorgen ich mir um dich gemacht habe. Tu mir das bloß nicht noch einmal an. Ich bin ein alter Mann und verkrafte diesen Stress nicht mehr so gut wie damals.«

Doch Severus winkte nur wirsch ab und verschlang weiter sein Essen. Erst als der Teller leer war antwortete er.

»Das sagen ich dir schon seit Jahren alter Mann. Besorg dir schon einmal einen Grabstein.«

»Das überlass ich lieber dir und wer weiß vielleicht komme ich ja als Geist wieder und kann dir dann auf Dauer Gesellschaft leisten.«

»Wage es ja nicht…«

In dem Moment kam Poppy herein und die beiden Männer wandten sich an die Medi-Hexe.

Beiden stellte sich dieselbe Frage: Was war passiert?

»Ich kann euch leider nicht genau sagen, was passiert ist. Was ich jedoch weiß ist, dass jemand Severus Magie anzapft. Ich kann euch leider nicht sagen, wie genau dieser jemand es tut, doch weiß ich das dieser jemand keinen genauen plan hat wie es funktioniert, denn sonst wärst du entweder Tod oder hättest es gar nicht bemerkt. Was jedoch das wahre Problem ist, das deine Magie immer noch angezapft wird. Nicht mehr so extrem wie Heute Nachmittag, doch immer noch stark genug, dass es auf dich Einfluss nimmt. Der Appetit, der Schwindel und auch die Anwendung von Magie sollte dir schwerer fallen. Zumindest so lange bis wir herausgefunden haben wie wir das Problem beheben können.«

Die beiden Männer hatten der Medi-Hexe besorgt zugehört. Auf die Magie eines anderen zuzugreifen hatte in der Regel immer etwas mit Blutmagie zutun. Meist band man eine Hexe oder Zauberer an sich um dann nach belieben auf die Magie des anderen zurückgreifen zu können. Dies jedoch funktionierte jedoch nur in eine Richtung, was meist zum Tod desjenigen führte der die Magie, meist unfreiwillig spendete.

Es gab jedoch auch eine andere Alternative. In alten Purblutfamilien, gingen die Kinder kurz nach ihrer Geburt einen Bund mit ihren Eltern ein, sodass wenn dem Kind etwas passierte durch die Magie eines oder beider Elternteile das Leben des Kindes sichern konnte. Abhängig davon, wie stark die Bindung zwischen Eltern und Kind war ermöglichte dieser Bund auch das man immer wusste wo das Kind war und wie es ihm ging, war die Bindung besonders stark war es sogar möglich das man Telepathisch miteinander kommunizieren konnten und Erinnerungen ähnlich von Momentaufnahmen dem jeweils anderen Vermitteln konnte.

Betroffen schwiegen die drei einen Moment, dann ergriff Albus das Wort.

»Ich glaube nicht, dass es Blutmagie ist, diese Rituale sind besonders Schmerzhaft für den Spender und hinterlässt auch immer ein Brandmal.«

Albus sah Severus fest in die Augen

»Das lässt nur einen Schluss übrig. Du hast ein Kind und das hat, bewusst oder unbewusst auf dieses Band zurückgegriffen und so wie es das gemacht hat würde ich leider auch wagen zu behaupten, dass es das getan hat um sich das Leben zu retten.«

Mit zitternden Händen fuhr sich Severus über das Gesicht, bevor er Albus und Poppy entsetzt anblickte.

»Ich wüsste es doch sicherlich, wenn ich ein Kind hätte.«

Poppy grinste amüsiert

»So sicher wäre ich mir da nicht. Ich will gar nicht wissen, was du in deinen Wilden Jahren so alles angestellt hast. Vielleicht war ja ein One-Night-Stand dabei und als sie gemerkt hat das sie Schwanger war hatte sie keine Möglichkeit mehr dich zu erreichen.«

Entsetztes Schweigen.

Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.

Mark Twain