Vin: lol… wie du gesagt hast, es läuft dir ja nicht weg und Waschbären sind sooooooo niedlich, dass es egal ist, wann sie kommen, wenn sie denn nur kommen… ich habe keine Ahnung, wovon du redest, obwohl… ja, du hast Recht, Stonehenge und Avebury liegen auch noch auf meiner Urlaubsliste…
Silvia: das mit dem Eulchen überlasse ich dir, war schließlich deine Idee… mich würde ja interessieren, wie in deinen Augen eine angemessene Strafe aussehen würde? …mithust… warte, bis ich dir sage, du kannst kommen? Wieso klingt das für mich nach GHL? :D :D :D Ich kann dir versichern, dass die Autorin dieser Story manchmal selbst überrascht wird von den Entwicklungen, die bei Sev und Hermione so passieren… so richtig Einfluss drauf hab ich da nicht…
Liz Faulkes: laut der pseudowissenschaftlichen Dar-Wizard stammen die Hauselfen von kleinen Reptilien ab, aber ich zweifle ein wenig daran… :D Aber sicher ist, Elfen verfügen über eine heftige Magie, wie Sev und Hermione zu ihrem Leidwesen heute feststellen müssen… dummerweise wird auch kein Lebenslauf verlangt, so dass .R keine große Rolle spielt… fällt über den Kaiserschmarren her und kleckert wie üblich herum…
Try: Vorsicht… nicht vorschnell Schlüsse ziehen, davor warnt Sherlock Holmes auch immer… ;D Unter Stonehenge herrscht alles Mögliche und Unmögliche, aber zauberstabloses Zaubern ist noch immer möglich – wenn man es denn beherrscht… Mist! Warum bin ich da nicht selbst draufgekommen? Klaut die Babys, Sev!!!
ll: Merlin sei Dank, dass du heute mal nicht mit deiner Schrotflinte in der Gegend herumschießt… das wäre mal eine Idee, unseren ZTM und Hermione irgendwo landen zu lassen, wo sie auf die Freie Elfenbefreiungsfront treffen. Oder doch lieber auf die freie Befreiungsfront der Elfen? Du bist ungeduldig? Das kannst du aber sehr gut verbergen…
Ally: führe mich nicht in Versuchung mit deinem Nochschwiegervater (aber halte sicherheitshalber mal ein gutes Verhältnis zu ihm aufrecht, man weiß ja nie…:D)… es wäre ja auch schlecht, wenn du wüsstest, worauf ich hinaus will, dann würdest du ja gar keine Lust haben, weiter zu lesen…
Boomshaker41: na, ja… wie Severus ganz zu Anfang bereits festgestellt hat, ist Hermione im sozialen Bereich nicht gerade eine Leuchte – er natürlich auch nicht, deshalb steht ihm diese Feststellung eigentlich auch nicht zu… grööööööööööl… also auf den Film bin ich gespannt, Hugh Grant hin oder her… vielleicht können wir ja Hugh Jackman überreden? Wäre zumindest schöner anzuschauen…
ViperSn: grrrrrrr… ist ja gemein, wenn du rausgeworfen wirst, aber ich freue mich, dass du dir trotzdem die Zeit nimmst zu lesen und zu reviewen! Gruß an den Winzwolf!
Angie: oooooooh! Du weißt, wie du mich kaufen kannst: Filinchen! Ich liebe die Teile, war ich als Kind süchtig danach! (Und jetzt, wo man sie eigentlich immer kaufen könnte, tut man es genauso selten, verrückte Welt!). Autsch! Wieso rutschen wir eigentlich immer alle mit den Gedanken in die Gosse, wenn es um Sevs feinmotorische Fähigkeiten geht, hey?! Selbstverständlich gibt es gerade einen Stepptanz der Hormone, aber solange die beiden noch in der Verleugnungsphase sind, wird es wohl nicht so richtig vorangehen… die Zauberstäbe finden sich heute wieder an, gebrauchen könnten sie sie, aber werden es nicht… lies selbst…
Illing: autsch! Was soll das heißen, wurde ja Zeit? Update ich doch schließlich jeden zweiten Tag! …drückt sich ein paar Krokodilstränen aus den Augen… aber das mit dem Wein gefällt mir, obwohl teurer Wein eigentlich immer bäh ist (sauer oder wie das heißt)… ich stelle mir Sev gerade auf einem Misthaufen vor… verdammt, Assoziationen sind nicht immer wirklich hilfreich… :D Mit Runen eine Liebesgeschichte? Da fällt mir gerade was ein… lol… Google hilft! Oh, oh… Severus einen Tränkepanscher zu nennen kann zu einer rapide verkürzten Lebenserwartung verhelfen, Rabe… und du weißt, wie sehr ich an dir hänge – wem soll ich die Haare verwuscheln, wenn du dich von Sev im Affekt töten lässt, hey?
Nik: Rumpelwichte? Ronja Räubertochter? Hm… wäre vielleicht mal ein Crossover wert, meinst du nicht? :D Das mit dem Zauberstabholster werde ich bei Gelegenheit mal Sev und Mione gegenüber erwähnen… oder vielleicht gleich bei Madam Malkins, ich bin sicher, damit ließe sich ein Riesengeschäft machen… hast du schon einen Manager? Ich nehme auch nur 60 Prozent…
Metadin: hm… ob die Wildelfen tatsächlich so wild und böse sind und sich Menschen als Sklaven halten? Mal sehen… ach, Met… du musst dich im Rudel erst vorstellen, um freigeschalten zu werden, ja? ;D
Sherylian: danke für dein Lob. Tatsächlich ist es aber so, dass sie – selbst wenn sie ein zauberstabloses Accio losgelassen hätten, keine Chance auf das Wiedererlangen ihrer Zauberstäbe gehabt hätten – den Grund erfährst du heute…
mija: unglaublich phantastisch… lässt sich mit einem seligen Lächeln die Worte auf der Zunge zergehen… oh, das mit den mehr Stunden am Tag kenne ich; so ein Zeitumkehrer wäre doch eine Supersache, oder? …lehnt sich bei so viel Lob geschmeichelt zurück…
KYB-2007: siehst du, es lohnt sich doch, ab und zu vorbei zu schauen… ;D Obwohl ich denke, dass ihr heute alle sehr, sehr wütend auf mich sein werdet in Bezug auf die Weiterentwicklung von Hermiones und Severus' Beziehung…
FA-AL: …lach… klar sind sie zu Höherem bestimmt, ist ja schließlich auch unfair, wie sie behandelt werden, oder? Nee, im Ernst, die Wildelfen unterscheiden sich schon sehr von den Hauselfen und sie haben ihre eigenen Ziele und Vorstellungen… hm, da ich eigentlich schon noch mehr GSI-Staffeln plane, werden die beiden ihre Scheuklappen nur gaaaaaanz langsam verlieren… nein, gegen Elfen haben Menschen – wie mächtig sie auch sein mögen – keine Chance!
Dieses chap widme ich meiner Recherche-Beta leo!
SSHGSSHG
4. Kapitel
„Wildelfen?", wiederholte Hermione ungläubig. „Ich kenne Wildenten, Wildschweine, Wild… keine Ahnung, aber Wildelfen?"
Severus nahm ihren Arm und zerrte sie tiefer zurück in den Gang. „Setz dich!", murmelte er und drückte sie hinunter. Am Rascheln der Kleidung hörte sie, dass er ihr folgte. „Wildelfen", begann er in dozierenden Ton, „gehören zugegebenermaßen in das Reich der Fabeln und Legenden. Es gibt niemanden, der sie je gesehen hätte – niemanden jedenfalls, der jetzt noch darüber berichten könnte. Es heißt, zu einer Zeit, als es noch keine Menschen gab und die ersten Elfen auf dieser Welt erschienen, waren sie die einzigen vernunftbegabten Wesen."
Hermione rutschte noch näher an ihn heran und hauchte in ihre erstarrten Hände. Doch es war nicht nur Wärme, die sie suchte. Seine dunkle, leise Stimme zog sie zu ihm. Sie hoffte, diese Geschichte würde noch ewig dauern. „Warum habe ich davon noch nie etwas gehört?"
„Binns war schon zu Lebzeiten so nüchtern, dass er alle Leute in seiner Umgebung zum Gähnen brachte", erwiderte Severus abgelenkt. Das Mädchen hatte sich praktisch an ihn angelehnt und der warme Atem, den sie über ihre Hände pustete, streifte auch ihn.
„Wahrscheinlicher ist, dass er nie davon erzählt hat, weil er Sagen für geschichtlich unrelevant hält. Du scheinst aber auch nicht anders zu sein, oder? Ich habe gehört, du hattest noch nie von den tödlichen Heiligtümern gehört, bevor du Beedles Märchen in den Händen hieltest?"
„Wenn ich hier wieder herauskomme, werde ich das sofort ändern und mir sämtliche Märchenbücher der magischen Welt kaufen", murmelte Hermione. Besser wäre es natürlich, du würdest mir jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen, dachte sie und wurde rot. Gut, dass es so dunkel war. „Warum haben wir jetzt ein Problem? Was unterscheidet Haus- und Wildelfen, außer dass die einen gerne Sachen tragen und die anderen nicht? Und mal ehrlich, hier unten würde ich auch nicht nur mit einem Tischtuch bekleidet herumlaufen."
„Laut diesen Überlieferungen sind Wildelfen genau das – wild. Sie jagen, sie kämpfen, sie töten. Und es heißt, sie haben eine Menge Menschen getötet, bevor sie verschwanden."
„Wieso verschwanden sie denn überhaupt?", fragte Hermione leise.
Severus seufzte leise und rieb sich sein Kinn. Im Moment fühlte er sich ratlos, ein Zustand, den er nicht oft erlebte und der ihn unsicher machte. Er hatte keine Ahnung, wie sie hier herauskommen sollten, niemand wusste, wo sie waren. Und die Nähe zu der kleinen Löwin ließ seine Haut kribbeln, irritierend, doch nicht wirklich unangenehm.
„Ich weiß nicht, wieso sie verschwanden. Jedenfalls gab es irgendwann nur noch Hauselfen und diese beschlossen, dass sie magisch begabten Menschen dienen wollten. Und frag jetzt nicht, warum sie das bei ihren Fähigkeiten überhaupt tun wollten, ich weiß es nicht."
„Ich werde das nie verstehen", sagte Hermione. „Dobby…" Ihre Stimme brach, bevor sie sich wieder fasste. „Dobby konnte mit einem Fingerschnipsen die tollsten Sachen machen und trotzdem…"
Sie spürte, dass Severus mit den Schultern zuckte, doch er kam nicht mehr dazu, etwas zu erwidern. Mit einem Schlag flammten über ihnen, noch weit über dem Kopf des Tränkemeisters, hunderte Fackeln auf, erleuchteten den langen Gang, in dem sie kauerten und verbreiteten ein so grelles Licht, dass sie ihre Arme hochrissen und ihre Augen schützen mussten. Dumpfe Schritte hämmerten auf dem steinernen Boden, verkündeten die Ankunft von vielen Personen. Severus packte Hermione und zerrte sie rückwärts mit sich, als auch schon eine Truppe Soldaten um die Biegung kam.
Sie konnten nur ungläubig starren. Sie waren definitiv Menschen, keine Geister. Sie lebten, atmeten, bewegten sich. Trotzdem waren sie in die Uniformen eines Söldners des 16. Jahrhunderts gekleidet. Ein weites Oberteil mit Puffärmeln, das über die Taille fiel und in der Mitte geschnürt war, dazu weite Hosen, die unterhalb des Knies gebunden wurde und lange Strümpfe, nahtlos an die Hose anknüpfend. Eine Seite war in verschiedenen Blautönen gehalten, die andere ganz in Gold. Sie hätten lächerlich wirken müssen, doch die harten Gesichter, die kalten Augen und die auf Hermione und Severus gerichteten Hellebarden wirkten alles andere als lächerlich. Sie wichen noch ein Stück zurück.
„Stehenbleiben!" Die scharfe, befehlsgewohnte Stimme ertönte hinter ihnen, keiner der Soldaten hatte auch nur einen Ton von sich gegeben. Severus wirbelte herum. Seine Augen weiteten sich ungläubig. Vor ihm stand ein Haus-… Wildelf, verbesserte er sich. Der kleine Kerl war für einen Elfen gar nicht einmal so klein, er mochte fast fünf Fuß groß sein. Er war breit und im Gegensatz zu den Hauselfen, die Severus kannte, hatte er nichts Weiches oder gar niedliches an sich. Obwohl auch er riesige Augen und Fledermausohren hatte, verhinderten der kantige Schädel und die verengten Augen jegliche weitere Assoziation mit seinen zivilisierten Verwandten.
„Schon wieder Sklavenhalter", bemerkte der Elf, der Hermione und Severus aufmerksam musterte. „Was wollt ihr nur hier? Man könnte meinen, ihr sucht nach neuen Haustieren…"
„Sklavenhalter?", wiederholte Severus und runzelte die Stirn.
„Natürlich, Sklavenhalter. Ausbeuter. Unterdrücker. Wie es euch lieber ist. Oder seid ihr keine Menschen mit der besonderen Gabe?" Er lachte verächtlich, griff in sein ledernes Oberteil und holte ihre Zauberstäbe hervor. „Obwohl ihr so schwach seid, dass ihr die hier braucht, um eure Gabe zu kanalisieren!"
Die Feindseligkeit, mit der er sprach, schwang in der Luft. Hermione trat unwillkürlich noch einen Schritt zurück und schrie auf, als ihr ein scharfer Schmerz durch den Rücken zog. Einer der Soldaten hatte ihr seine Hellebarde aufgedrückt. Severus wirbelte reflexartig herum, als sie schrie und hieb ohne nachzudenken gegen den hölzernen Schaft. Die schwere Waffe entglitt den Händen ihres Besitzers und fiel polternd zu Boden. Wie ein Mann rückten die anderen Söldner nach vorn und Severus fand sich von einem Dutzend Spitzen bedroht, die alle auf seine Kehle und sein Gesicht gerichtet waren. Schweiß brach an seinem ganzen Körper aus und lief ihm die Schläfe hinunter. Sein Herz schien plötzlich mitten in seinem Hals zu sitzen und ihm Schwierigkeiten beim Atmen zu bereiten.
„Hört auf!" Hermione versuchte, die Klingen, die ihm am nächsten waren, wegzudrücken.
„Und wieder ein Beweis für die Aggressivität von euch Menschen!", sagte der Elf gelassen. „Ich würde vorschlagen, ihr benehmt euch ab jetzt, denn anderenfalls werde ich die Truppe nicht mehr davon abhalten, euch aufzuspießen!" Er machte eine kurze, unwirsche Handbewegung und die Hellebarden verschwanden aus ihrer unmittelbaren Nähe. Nicht weit genug, nach Severus' Meinung, aber nicht mehr so nah, dass eine unbedachte Bewegung körperlichen Schaden anrichten konnte.
„Folgt mir!" Der Elf schritt an ihnen vorbei und bewegte sich zügig in Richtung der großen Höhle, ohne sich nach ihnen umzusehen. Sie hatten auch keine andere Wahl, als zu gehorchen, denn die Soldaten wiesen mit ihren Waffen drohend auf sie. Als sie losgingen, bückte sich der Soldat, dem Severus die Hellebarde aus der Hand gestoßen hatte, und hob sie auf, wobei er ihm einen gehässigen Blick zuwarf. Und wieder keinen Freund fürs Leben gefunden, dachte Severus, nicht wirklich verwundert.
Der Elf war flott unterwegs und führte sie durch den Gang und die große Höhle. Die anderen Elfen und Menschen blickten auf, von welcher Tätigkeit auch immer, und starrten sie an. Hermione fühlte sich unbehaglich, als all diese Fremden ihre Aufmerksamkeit auf sie richteten und drückte sich unwillkürlich näher an Severus. Der Tränkemeister hatte seine Lippen zusammengepresst und sah stur geradeaus.
Die Höhle schien eine Art Hauptversammlungsplatz zu sein, so viele Bewohner hielten sich hier auf. Sie brauchten fast drei Minuten, um sie zu durchqueren, und trotz der großen Anzahl derjenigen, die sich in der Höhle befanden, geschah das Ganze in unnatürlicher Stille. Und dann ging es weiter durch Gänge, in denen Fackeln erst aufloderten, wenn sie sie betraten, hunderte, tausende Fackeln, immer weiter, immer tiefer in die Erde, rechts, links, links, wieder rechts… Weder Severus noch Hermione hatten eine Vorstellung davon, wo sie sich befanden, die Gleichförmigkeit und Monotonie dieser unterirdischen Gänge verführten zu einem gedankenlosen Trott und der absoluten Lustlosigkeit, sich noch etwas zu merken.
Während sie den endlosen Gängen folgten, bekam Severus immer wieder die Spitze einer Hellebarde zwischen die Schulterblätter gestoßen, doch er drehte sich nicht um. Ihm war klar, dass es der Soldat war, der sich rächte, und genauso klar war, dass es keinen Sinn hatte, sich zu beschweren oder etwas zu unternehmen. Im Moment hatten sie keinerlei Kontrolle über die Situation und er war sich nicht sicher, ob sie die jemals wieder erlangen würden. Doch der Schmerz der Stiche und das warme Blut, welches ihm allmählich den Rücken hinunterlief, hielten ihn wach und fast war er dankbar dafür, denn er bemerkte, dass Hermione neben ihm herlief wie ein Schlafwandler.
Wenn ihn nicht alles täuschte, benutzten die Elfen nicht nur ihre Magie, um Menschen von dem Geheimnis von Stonehenge abzulenken, sondern auch um zu verhindern, dass Leute, die es einmal geschafft hatten, das Geheimnis doch aufzudecken, in die Lage kamen, groß darüber nachzudenken.
Hermione schrak wie aus einer Trance auf, als sie schließlich über die Schwelle einer Kammer stolperte und auf eine Steinbank gestoßen wurde. Eine schwere, dunkle Tür schloss sich krachend hinter ihnen und sie holte tief Luft und blickte sich um. Severus und sie saßen vor einem großen, aus dem Felsen gehauenen Tisch, hinter dem ein thronartiger Stuhl stand. Der Elf nahm in dem Stuhl Platz, während sich zwei Soldaten an der Tür aufbauten. Ansonsten waren sie in der kargen Kammer allein. Die Fackeln beleuchteten den rauen Stein ringsherum, nichts hier drinnen hatte irgendeinen persönlichen Bezug. Offensichtlich eine Art Verhörraum.
Ihr Gefängniswärter starrte sie an. Nichts an ihm vermittelte die freundliche, etwas unterwürfige Art der Hauselfen, die Hermione kannte. „Warum sind Sie hier?", fragte er. „Welchen Zweck verfolgen Sie?"
„Wir verfolgen keinen Zweck", antwortete Hermione irritiert. „Wir…"
„Du schweigst, Frau!", fuhr sie der Elf an. „Dein Meister wird antworten!"
Sie wechselte einen verblüfften Blick mit Severus. „Mein Meister? Er ist nicht mein M…" Die Augen des Elfen loderten sichtlich auf und wechselten die Farbe. Er schnipste mit den Fingern. Hermione fand es unmöglich weiterzusprechen, schlimmer noch, ihre Kehle schnürte sich zusammen und sie konnte nicht mehr atmen. Sie griff sich an den Hals und riss den Mund auf in dem verzweifelten Bemühen, Luft in ihre Lungen zu pumpen, doch nichts geschah. Sie würde ersticken.
Panik wallte in ihr auf, als Severus ihre Schulter ergriff und sie zu sich herumdrehte. „Lösen Sie den Zauber!", bellte er.
„Warum sollte ich?" Der Elf klang amüsiert, und die Soldaten an der Tür senkten ihre Hellebarden in ihre Richtung. Es war eine reine Drohgebärde, denn der Elf war durchaus in der Lage, sich besser zu verteidigen, als sie das konnten.
Hermione sah Severus bittend an, auch wenn sie nicht wusste, was er hätte tun können. Ihr Herz hämmerte schmerzhaft gegen ihre Rippen, sie fühlte ihr Blut rauschen, der mächtige Trommelschlag ihres Pulses dröhnte so laut in ihren Ohren, dass nichts anderes mehr zu ihr durchzudringen vermochte. Ihr wurde schwarz vor Augen und sie konzentrierte sich auf Severus' Lippen, die sich bewegten, ohne dass ein Laut hervorkam. Es waren faszinierende Lippen, dachte sie unzusammenhängend, mit morbider Faszination ob der schmalen Eleganz und des leichten Schwungs.
Und dann – im letztmöglichen Augenblick, bevor sie das Bewusstsein verlor – verschwand der Druck um ihre Kehle und wunderbare, herrliche, eiskalte Luft strömte mühelos in ihre Lungen, und sie keuchte wie ein Marathonläufer und rang nach Atem, während ihr Tränen in die Augen schossen.
„Beeindruckend!" Der Elf klatschte in die Hände und musterte Severus aufmerksam. „Für einen Menschen haben Sie eine außergewöhnlich starke Gabe und Sie verstehen es sogar, sie ohne diesen lächerlichen Stab einzusetzen."
Hermione konnte nur vermuten, dass Severus zauberstablose Magie eingesetzt hatte, um sie zu retten, doch seine Worte bestätigten ihre Annahme. „Sie hätten es verhindern können", sagte er sachlich, eine simple Tatsache feststellend, sah jedoch den Elfen nicht an, hielt vielmehr noch immer Hermiones Schultern umfasst, als befürchtete er, ihre Luftzufuhr würde wieder abgeschnitten, sobald er sie losließ. Sie war ihm so dankbar dafür, dass sie sich am liebsten wie ein kleines Kind an ihn geschmiegt und den Kopf an seiner Brust verborgen hätte, um nichts mehr sehen und hören zu müssen. Sie kam sich vor wie in einem Alptraum, zumal sie das Gefühl hatte, nichts, aber auch gar nichts tun zu können.
„Selbstverständlich hätte ich es verhindern können." Der Elf verschränkte selbstzufrieden die Hände vor dem Bauch. „Menschliche Gabe ist so ein schwächlicher Abklatsch der unserigen, aber Ihre Bemühungen waren amüsant und ich wollte diese Frau lediglich bestrafen, nicht töten. Das Töten überlassen wir euch Menschen, ihr beherrscht es einfach um so viel besser."
„Warum haben Sie sie bestraft?", fragte Severus. Er hoffte, Hermione hatte keinen ernsthaften Schaden erlitten. Sie war blass und schien noch immer Probleme beim Atmen und Schlucken zu haben.
„Eine Frau, die nicht weiß, wo ihr Platz ist, gehört bestraft. Es wäre Ihre Aufgabe als ihr Meister gewesen, aber wenn Sie zu schwach dafür sind, übernehme ich das gern. Und jetzt beantworten Sie meine Frage. Was ist der Grund für Ihre Anwesenheit?"
Severus' Gedanken rasten. Er hatte nie davon gehört, dass die Hauselfen eine solche archaische Gesellschaftshierarchie hatten; seiner Meinung nach behandelten sie sich gegenseitig mit Respekt und Achtung, egal welchem Geschlecht sie angehörten. Doch Wildelfen… konnte es sein, dass sie tatsächlich in jeder Hinsicht anders waren als die Elfen, die er kannte? Wäre es so, schwebte die kleine Löwin in größter Gefahr, denn Gryffindor wie sie war, würde sie sich gegen jede Art von Ungerechtigkeit auflehnen. „Wir verfolgen keinen Zweck", sagte er langsam, um Zeit zu gewinnen. „Wir stürzten durch die Steine, die wir Stonehenge nennen."
Der Elf beugte sich mit wutverzerrtem Gesicht nach vorn und hieb mit der Faust auf die Tischplatte. „Lüg mich nicht an, Mensch!", brüllte er unvermittelt los. „Niemand stellt einen Schlüssel her und sucht das Tor, und vor allem überwindet niemand den Vergessenszauber, wenn er keinen Grund dafür hat. Wer hat Ihnen den Weg zu uns gezeigt? Und warum sind Sie hier?"
Severus hatte im Laufe seiner Lehrtätigkeit genug Einschüchterungstaktiken benutzt, um eine zu erkennen, wenn sie gegen ihn verwendet wurde, doch nichtsdestotrotz waren sie gefährdet. Wer wusste, zu welchen Mitteln dieser Elf greifen würde, wenn er glaubte, sie enthielten ihm etwas vor? Hermione bewegte sich neben ihm und er packte ihren Arm, um sie davon abzuhalten zu antworten. Wenn es irgendwie in seiner Macht lag, würde er verhindern, dass sie noch einen Ton von sich gab.
„Gestehen Sie uns ein bisschen Intelligenz zu", sagte er trocken. „Früher oder später musste es eben auffallen, dass sich seltsame Dinge um Stonehenge herum entwickeln und irgendwann musste sich jemand Notizen machen und bemerken, dass er vergessen hatte, was er am anderen Tag tat. Und wir sind von Natur aus neugierig. Wir haben erkannt, dass Vergessenszauber benutzt wurden und wollten herausfinden, wieso das der Fall war." Es wurde Zeit, selbst die Initiative zu ergreifen. Er sah den Elfen mit einem Blick an, den er normalerweise Leuten wie Longbottom oder Weasley vorbehielt. „Wieso verschwinden Menschen? Was tun Sie mit ihnen? Was haben Sie mit uns vor?"
Er wappnete sich gegen eine magische Attacke wie sie auch Hermione erduldet hatte, doch nichts geschah. Der Elf starrte ihn kalt an, und Severus überprüfte automatisch seine Okklumentikwälle. Das Schweigen zog sich in die Länge und es schien, als würde die Temperatur in dem Raum absinken. Severus wandte den Blick nicht ab. Er wusste nicht, was hier vorging, aber der Elf wollte ihm in irgendeiner Form seinen Willen aufzwingen und er hatte nicht vor nachzugeben. Tränen rannen aus seinen Augenwinkeln und brannten wie glühende Male, weil er es nicht wagte zu blinzeln.
Eindrücke stürzten auf ihn ein.
Er, höchstens sechs oder sieben, der entsetzt die Flammen in der Küche anstarrte, die er irgendwie verursacht hatte, seine Mutter, die ihm erklärte, dass alle Märchen wahr waren, er sei ein Zauberer, sie auch, nur sein Vater nicht, sein Vater, der ihn von da ab immer misstrauisch aus den Augenwinkeln beobachtete. Das rothaarige Mädchen, Lily, die wie er war und außerdem schön und sanft und nett. Hogwarts, der erste Tag, der erste Zusammenstoß mit vier Jungs des Hauses Gryffindor, die sich nur gefunden haben zu schienen, um ihn zu quälen.
Die Jahre in Hogwarts, zunehmende Dunkelheit seines Gemüts und Hass, oh, dieser Hass auf all jene, die immer durchkamen, was auch immer sie veranstalteten. Die Regeln brachen, andere quälten und trotzdem beliebt waren bei Mitschülern und Lehrern. Die ihn erniedrigen durften, ihm Schmerzen zufügten, ihn im Quidditch schlugen, ihm das Mädchen und damit den einzigen Freund nahmen. Und der Ausweg, der Weg in eine Gemeinschaft, in Akzeptanz, in Anerkennung. Menschen, die ihm zuhörten, ihm nicht das Wort abschnitten, ihn nicht zum Schweigen verpflichteten, um jene zu schützen, die sich nichts daraus gemacht hätten, ihn umzubringen.
Sie waren düster wie er, wütend wie er, voller Hass wie er. Sie verstanden ihn. Sie fühlten mit ihm. Sie nannten ihn einen der ihren. Und sie zeigten ihm Wissen, von dem er bis dahin nur geträumt hatte. Und dann töteten sie die Frau, die er liebte. Töteten sie und damit auch ihn, zum ersten Mal. Und er wollte so sehr sterben, doch nicht allein, denn alles, was ihm jetzt noch geblieben war, waren Hass und Rache. Seinen Stolz hatte er schon lange verloren und so kroch er zurück zu einem Mann, von dem er glaubte, er hätte ihn verraten.
Dumbledore, der keineswegs immer so allmächtig und allgütig und allweise war und doch mehr sein Freund als jeder andere Mensch, den er kannte. Der ihn antrieb und aufhalf, wenn er nicht weiterkonnte, ihn benutzte und doch weinte, wenn er glaubte, Severus läge ohnmächtig im Krankenflügel und bemerke es nicht. Der ihn schließlich ein zweites Mal tötete, indem er ihn zwang, ihn zu töten.
Der ihn mit seinem großen Plan zwang, zuzusehen, wie der Dunkle Lord und seine Anhänger völlig abdrehten. Wie sie aus Spaß mordeten und brandschatzten und zerstörten und quälten, folterten und schändeten. Ihn zwang, zuzusehen, wie eine langjährige Kollegin von ihm getötet und an eine Schlange verfüttert wurde. Und als er glaubte, endlich alles getan und erledigt zu haben, was man von ihm erwarten und verlangen konnte, war es Voldemort, der ihn ein drittes Mal tötete. Und wieder überlebte er, als könne sich der Tod nicht überwinden, ihn aufzunehmen, nur dass es diesmal Hermione war, die ihn zwang zurückzukehren.
Eine Löwin, wer sonst? Eine Löwin, die jung und brillant und ärgerlich und stur war und die nie aufgab und die nicht einmal einen Mann sterben ließ, den sie einen großen Teil ihres jungen Lebens gehasst hatte, und zu Recht gehasst. Und doch hatte sie ihn durchschaut und ihm verziehen und es irgendwie fertig gebracht, ihn nicht nur ins Leben zurückzuholen sondern das auch auf gewisse Art zu genießen, selbst, oder ganz besonders wenn er durch sie in die verrücktesten und gefährlichsten Ereignisse gestürzt wurde.
Und dann fand sich Severus auf dem Boden wieder und erwachte wie aus einem Traum. Hermione kniete neben ihm und der Elf stand über ihnen und betrachtete sie wie ein besonders interessantes Objekt. Die kleine Löwin öffnete den Mund, doch Severus streckte seinen Arm aus, der plötzlich eine Tonne zu wiegen schien, packte sie am Kinn, drehte es so, dass sie ihn anschauen musste und schüttelte den Kopf. Das war keine besonders gute Idee, weil ihm alles vor Augen verschwamm. Er hatte das Gefühl, das Opfer eines Tränkeunfalls zu sein.
Er hatte immer gewusst, dass Elfen ihre ganz eigene Art von Magie besaßen, doch nie hätte er gedacht, dass sie nicht einmal seinen Okklumentikwall überwinden mussten, um in sein Innerstes vorzudringen. Der Elf hatte ihn bis auf den Grund seines Selbst schauen lassen, ihn dorthin geführt, wohin er nur in seinen Alpträumen gelangte und auch das nicht allzu oft, weil er viele Erinnerungen in seinem Denkarium abgelegt hatte. Es war erschreckend, und Severus hatte eine Heidenangst.
„Ich warte noch immer auf eine Antwort", sagte der Elf ruhig.
Severus kämpfte mit der Übelkeit. Man konnte seinem Gehirn, dem Teil des Gehirnes, welches ständig arbeitete, die Erinnerungen entziehen, aber ganz offensichtlich behielt sich das Unterbewusstsein vor, von allem eine Sicherheitskopie anzufertigen. Und der Elf hatte sie geknackt. Er konnte nicht reden, er konnte nicht atmen, er konnte nicht einmal denken. Er war zu schwach, um sich gegen seine Gefühle zu wehren und er war zu schwach, Hermione daran zu hindern, auf den Elfen loszugehen.
Hermione konnte es nicht ertragen, den Tränkemeister so am Boden zu sehen. Was auch immer dieser verdammte Wildelf mit ihm angestellt hatte, es machte ihn fertig. Er war so blass, dass seine Haut durchscheinend wirkte, die Augen geschlossen, der Kiefer verkrampft. Er zitterte, als ob er unter den Nachwirkungen eines Cruciatus' litt. Als sie seine Wange berührte, war sie heiß und trocken. Sie sprang auf und wirbelte herum.
„Wir haben eine Freundin gesucht, welche vor zwei Tagen verschwunden ist!", fauchte sie. „Und da in dieser Gegend auffallend oft Leute verschwinden, haben wir uns gefragt, wer wohl dafür verantwortlich sein könnte. Nach dem, was uns hier passiert ist, bin ich versucht anzunehmen, dass Sie sie entführt haben. Vielleicht haben Sie ja gedacht, es würde keiner merken. Vielleicht dachten Sie ja, niemand interessiert sich für das Schicksal einer einzelnen Frau, aber da haben Sie sich geirrt! Wenn Ihnen das Konzept von Freundschaft nicht geläufig ist, uns ist es sehr wohl bekannt!" Sie zitterte vor Wut und ballte die Fäuste.
„Freundschaft, hm?", antwortete der Elf. Er wippte auf seinen Füßen vor und zurück. Es hätte bei dem kleinen Kerl lächerlich aussehen müssen, doch nichts, was er tat, wirkte in irgendeiner Form lächerlich. „Und mit soviel Pathos vorgebracht." Als er lächelte, zeigte er spitze Vorderzähne. „Und du glaubst also, kleine, dumme Menschenfrau, dass er" – er deutete verächtlich auf Severus, der mühsam versuchte, aufzustehen – „dass dieser Mann dein Freund ist?"
„Natürlich ist er das!" Die Vehemenz, mit der sie diese Worte hervorstieß, hätte den Elfen eigentlich umwerfen müssen, dachte Severus und kam schwankend auf die Beine. Hermione legte ihm den Arm um die Hüfte, doch er schob sie weg. Sie hatte sich bereits viel zu angreifbar gemacht und er musste seinen Willen und seinen Verstand zusammennehmen, um auf seine Magie zurückgreifen zu können. Der Elf würde sie mit Sicherheit bestrafen, und er war sich nicht sicher, ob er sie dieses Mal rechtzeitig genug aus seinen Fängen herausholen konnte.
„Er ist alles andere als dein Freund", sagte der Elf. „Wusstest du nicht, dass er keine Freunde hat? Du glaubst, mir ist das Konzept von Freundschaft fremd." Wieder lächelte er, zeigte Zähne. „Dumme, kleine Menschenfrau. Ihr Menschen lügt, betrügt, tötet. Ihr habt keine Ahnung von Freundschaft. Ihr denkt nur an euch selbst. Und wenn es zum äußersten kommt, werdet ihr alles tun, um euer armseliges, kleines Leben zu retten. Dann gibt es keine Freundschaft mehr, keinen Stolz, keine Arroganz. Nur noch Angst. Pure, reine, Angst."
Er wandte sich an Severus. „Ist es nicht so? Haben Sie nicht schon alles verraten, was es zu verraten gibt?" Severus schüttelte langsam den Kopf, doch er wusste, der Elf hatte Recht. „Und außerdem haben Sie es wieder versäumt, diese Frau für ihre Unverschämtheit zu bestrafen. Ich denke, es wird Zeit, ein Exempel zu statuieren. Bringen Sie ihr Disziplin bei, Menschenmann. Tun Sie es oder ich werde das übernehmen. Machen Sie ihr ein für alle Male klar, dass wir es nicht dulden werden, wenn sie unaufgefordert spricht."
„Sie wird es nicht wieder tun!", sagte Severus und hasste es, dass seine Stimme heiser und flehend klang. Er sah Hermione an, deren Augen weit aufgerissen waren; ihr Atem ging heftig. Er hatte keine Ahnung, was sie dachte, aber er konnte den Puls an ihrer Halsschlagader klopfen sehen. „Sie wird sich ab jetzt benehmen. Sie wird sich an die Regeln halten!"
„Demonstrieren Sie es. Wenn Sie sie nicht disziplinieren, werde ich es tun." Konnte eine so gelangweilte Stimme so grausam klingen? Severus war kurz davor, sich auf den Elfen zu stürzen, als sich ihm zwei spitze Klingen in die weiche Haut seiner Kehle bohrten. Die Soldaten hatten sich ihnen genähert und machten ihre Präsenz unmissverständlich klar. Zwei dünne Blutfäden rannen seinen Hals herab. Der Elf starrte ihn kalt an. „Ihre lächerliche Gabe wird Ihnen jetzt nicht helfen. Sie werden tun, was ich Ihnen sage, oder ich werde diese Menschenfrau den Soldaten übergeben. Und glauben Sie mir, diese Männer werden sich nicht scheuen, ihr… Manieren beizubringen."
Hermione hatte das Gefühl, schreien zu müssen. Was wollte dieser Elf? Was erwartete er von Severus? Der Mann und der Elf schienen sich ewig anzustarren. Dann zogen sich die Soldaten plötzlich von dem Tränkemeister zurück, als hätten sie einen unhörbaren Befehl bekommen, und Severus drehte sich zu ihr herum.
Ihr blieb für einen unendlichen Moment die Luft weg. Das war nicht der Freund der letzten zwei Jahre. Dieses kalte, unbewegte Gesicht gehörte Snape, dem grausamen Lehrer mit den harten Augen und dem ungerechten Verhalten. Es gehörte einem Mann, der weiter von ihr entfernt war als der Mond. Einem Mann, der einen Entschluss gefasst hatte, von dem ihn nichts abbringen würde. Einem Mann, der ohne Skrupel tat, was man von ihm verlangte. Der Bastard Snape. Der Todesser Snape.
Seine Stimme war kalt und triefte vor Gehässigkeit. „Wirst du jetzt endlich anfangen, dich an die Regeln zu halten?"
Sie sah ihn gequält an. „Severus… bitte…"
Wut flackerte in ihm auf, so mächtig, so überwältigend, so alles beherrschend, dass sie einen Schritt vor ihm zurückwich. „Ab jetzt wirst du nur noch tun, was ich dir sage, nur noch reden, wenn ich es dir erlaube, verstanden?!", brüllte er.
Und dann hob er seinen Arm und schlug ihr mit aller Kraft ins Gesicht.
Hermione taumelte ob der schieren Gewalt und sank an der Wand zu Boden. Wie ein wildes Tier sprang er hinter ihr her und riss sie wieder hoch. „Ich habe deine Antwort nicht gehört!", stieß er hervor und schüttelte sie, so dass sie mit dem Kopf wieder an die harte Mauer prallte. Es waren nicht einmal die Brutalität oder die Schmerzen oder die entsetzliche Aggressivität, die er verströmte. Auch nicht der erneut erhobene Arm, der sie kapitulieren ließ, als sie mit tränenüberströmtem Gesicht nickte.
Es war der Hass, der wie ein Dämonsfeuer aus jeder Pore seines Körpers emporstieg, sie erfasste, verbrannte und nur noch den Geschmack kalter Asche in ihrem Mund zurückließ.
