Kapitel 4:

Wir landeten mit Appa auf einem Hügel nahe einem Fluss. Wir waren zwei Tage durchgeflogen, weil Sokka meinte, wir wären nicht mehr im Zeitplan. Toph stieg von Appa und war sofort in ihrem Erdzelt verschwunden um zu schlafen, obwohl es helllichter Tag war. Sokka war auch schnell in seinem Schlafsack und fing an zu schnarchen. „Na dann bleibt es wohl an uns hängen nach Essen zu suchen, Aang." Er nickte und wir machten uns auf den Weg in eine naheliegende Stadt, die wir aus der Luft gesichtet hatten. „Du solltest dein Stirnband anlegen, Aang." „oh, ja stimmt...", er klangt leicht genervt. „Stimmt etwas nicht?" „Na ja, es ist nur irgendwie seltsam, dass ich meine Identität verstecken muss... Du weißt schon unter den Haaren, mit dem Stirnband." Ich lächelte verständnisvoll „Ja, das verstehe ich sehr gut... Aber ich mag deine Haare." „Danke Katara" Er schenkte mir ein Lächeln, während wir immer weiter in den Wald gingen, der uns von dem kleinen Dorf trennte.

Als wir das Dorf betraten, war nirgends ein Mensch zu sehen. „mh, scheint wohl ausgestorben zu sein... seltsam...HALLO!!", Aang schrie laut über den Dorfplatz. „Lass uns gehen, Aang. Ich glaube ich habe im Wald ein paar Beerenbüsche gesehen. Wir sollten- „

Doch ich wurde unterbrochen. Von einem großen Feuerball, der mitten in unserem Weg zurück zu Wald landete. Ich sah mich um. Wir waren auf einer Wegkreuzung. In der Straße, die in den Wald führte erschienen Bewaffnete Männer mit Kapuzen. Ebenso in den Anderen beiden zu unseren Seiten. „Katara, nimm meine Hand" Flüsterte Aang in mein Ohr. Diesmal war es ein Befehl. Ich nahm ihn bei der Hand und wir rannten in die einzige freie Straße. Kaum waren wir los gerannt, schon erschienen auch dort maskierte Männer. Nun hatten wir nur einen Weg: Kämpfen. „Was wollt ihr?" Fragte Aang mit lauter Stimme. Er klang kein bisschen ängstlich. „Oh, die beiden haben sich wohl verlaufen...Wir wollen...rate doch mal.", spottete einer der Männer. Anscheinend der Boss. "Nein Danke.", erwiderte Aang knapp, stampfte mit dem Fuß auf, packte meine Hand und rannte mit mir in die nächste Seitenstraße, durch den um uns entstandenen Staub hindurch. Nur leider endete diese Seitenstraße: In einer Sackgasse. „Ah, also ein kleiner Erdbändiger unter uns. Und was kann deine Freundin? Vielleicht Kieselsteine werfen?" er lachte höhnisch. „Nein, zufällig nicht." Erwiderte ich. „Och schade. Also ich bin mir sicher, dass der Feuerlord für den kleinen Erdbändiger sicher ein gutes Sümmchen zahlen wird." Oh ja, das wurde er. Aber nicht aus den Gründen die ihr denkt. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. „Und ihr beiden Süßen seid doch sicher nicht ohne Geld auf dem Weg zum Markt gegangen, oder?" Reflexartig fasste ich an meine Tasche. „Ah, die kleine hat also das Geld. Schnappt sie euch!" Das letzte schrie er laut an seine Männer. Zwei von ihnen kamen auf mich zu. Zwei andere auf Aang. Ich hörte einen schmerzhaften Aufschrei und dann alle vier Männer in entgegengesetzte Richtungen davonfliegen. Aang hatte sie mit Spießen aus der Erde devongeschleudert. „oh, unser kleiner Gast ist ja besser, als ich dachte... Na los, schnappt euch seine Freundin, vielleicht ergibt er sich ja dann." Und wieder kamen ein paar Männer auf mich zu. Ich fühlte mich schrecklich hilflos, so ohne Wasser. Doch Aang stellte sich vor mich und machte eine ausladende Bewegung nach rechts und links. Die Männer versanken im Erdboden. Nur ihre Köpfe guckten heraus. Diesmal schien der Boss sichtbar wütend zu werden. Er hatte bisher noch nicht selbst angegriffen. Alle restlichen Männer gingen mit Waffen auf Aang los, während der maskierte Boss eine komplizierte Bewegung machte. Und er schoss einen Blitzt ab! Ich konnte gerade noch rechzeitig ausweichen. Er traf stattdessen einen der Männer, die mit Aang kämpften. Aang schlug sich prächtig. Alle paar Sekunden wurden es weniger Krieger, aber alle paar Sekunden schoss auch der Boss einen Blitzt ab. Aang stand hinter mir. Einer der Blitzte hatte ihn gerade knapp verfehlt. „Aang, pass auf!" Er sah sich um und konnte einem herannahenden Blitzt gerade noch ausweichen. Als ich mich wieder umsah, kam erneut ein Blitz auf mich zugeschossen. Ich wollte noch zu Seite springen, aber zu spät: er hätte mich an der Schulter getroffen. Ich fiel hart auf den Boden und alles wurde schwarz...

Aangs Sicht:

Ich sah mich um und sah gerade noch, wie der Blitzt Katara traf. Der Boss war lange nicht so stark wie Azula, aber er hatte trotzdem ein Loch in ihre Schulter gebrannt. Ich hörte auf zu kämpfen. Der Boss war auf Katara zugeschritten. Ich schleuderte ihm einen großen Stein entgegen und kniete mich neben sie. Sie war anscheinend ohnmächtig. „Na, gibst du auf, kleiner Junge? Ich gebe ja zu, dass du sehr stark bist, aber nicht alleine gegen zwanzig Mann kannst du dich geschlagen geben. Wenn du nicht willst, dass das gleiche wie ihr auch dir passiert, dann setzt dich ruhig hin und lass dich abführen und wir werden dir nichts tun" Ich war umzingelt. Die die ich nicht im Boden versinken lassen hatte standen um mich herum. Bereit zum Angriff.

Nein, ich durfte nicht aufgeben. Die Welt brauchte mich. Und noch viel wichtiger, Katara brauchte mich. Auch wenn sie es nicht wisst (und ich werde es ihnen gewiss nicht verraten, auch wenn es mir stinkt meine Identität zu verstecken), ich bin der Avatar, und der kann auch 20 Nasen ohne Probleme ausschalten. Mit einem letzten Blick auf Katara richtete ich mich auf. „Aufgeben? Niemals!" Und ich streckte meine Ellenbogen zu beiden Seiten aus, hob die Hände und zog sie Ruckartig wieder ein. Ich schnappte mir Katara und hob sie hoch. Sie war schwerer als ich vermutet hatte. Ich hörte um mich rum das Grummeln der Erde und als ich mich vom Boden abstieß stiegen zu allen Seiten von mir Erdstäbe aus dem Boden, die die Soldaten genau in die Magengegend stießen und ein kurzes Stück nach hinten wirbeln ließen, weshalb sie nicht bemerkten, in welche Richtung ich rannte und vor allem in welchen Tempo. Ich rannte so schnell wie meine Luftbändigerbeine es nur aushielten. Aber ich rannte nicht direkt in den Wald. Denn ich musste die maskierten Männer erst einmal in die falsche Richtung locken. Also hinterließ ich eine dünner Erdspur, als ob ich alle paar Meter gestolpert wäre. Dann rannte ich mir vollem Tempo in den Wald hinein. Ich konnte nicht mit Katara auf dem Arm von Baum zu Baum springen, das war zu riskant. Also rannte ich, so wenig Spuren wie möglich hinter mir lassend, durchs Gestrüpp. Ich holte mir einige tiefe Kratzer, war jedoch darauf bedacht, dass Katara davon verschont wurde...

Kataras Position:

Ich fühlte mich schlaff. Ich wunderte mich, Wo ich war. Ich spürte Arme, die mich fest hielten. Warum kamen wir so unglaublich schnell vorwärts?

Ich öffnete langsam die Augen und sah Aang. Er sah starr in die Richtung in die er lief, hatte mich aber fest am Oberschenkel und am Rücken gepackt. Ich errötete leicht.

Ein stechender Schmerz in meiner Schulter erinnerte mich an die vorherigen Ereignisse. Waren wir entkommen? Wohin rannten wir? Wie hatte Aang es alleine da raus geschafft?

Doch dann überwältigte mich wieder der Schmerz und ich stöhnte leicht auf und verlor erneut das Bewusstsein.

Sokkas Position:

Wo blieben die denn nur. Sie waren doch schon vor einiger Zeit zum Essen kaufen auf den Markt gegangen. Was könnte sie aufgehalten haben? Wir hatten doch vereinbart in der Feuernation nicht all zu lange beim shoppen zuzubringen, damit sich die anderen Beiden keine Sorgen machen müssen. Gab es denn einen Grund zu Sorge? Katara war in der Lange sich selbst zu helfen, Aang auch. Wenn Katara mit Aang unterwegs war, brauchte er sich wohl keine Sorgen machen. Aang war immerhin der Avatar. Na gut, er sollte es in der Feuernation möglichst nicht zeigen... was wenn...

„Da kommt jemand! Es ist Hüpfdole. So schnell kann nur er rennen!", war es von Toph zu vernehmen, die den Eingang zu ihrem Erdzelt geöffnet hatte.

„Aber wo ist Katara? Nicht bei ihm?" „Sieh selbst" meinte sie nur.

Und da kam Aang aus dem Wald gestürmt. In einem atemberaubenden Tempo. Er kam kurz vor mir zum stehen, und nachdem ich gesehen hatte wen er trug und warum, blieb mir beinahe das Herz stehen. „Was hast du mit meiner Schwester angestellt?!!!"

„Erkläre ich dir später." Meinte er nur knapp und rannte mit ihr zum davon.

„Hey, warte gefälligst! Was ist mit ihr? Wer war das?"

Doch er war bereits verschwunden.

Ich rannte ihm nach. Er kniete am Fluss. Katara lag vor ihm...

Aangs Position:

Ich hatte einen Plan. Er war nicht sehr gut, aber ich musste es versuchen. Ich rannte zum Fluss, legte Katara vor mir ab, achtete darauf nicht ihre Schulter zu berühren.

Ich bändigte etwas Wasser aus dem Fluss und legte es wie einen Handschuh um meine Hand. Ich erinnerte ich daran, wie Katara das einmal bei mir getan hatte. Nachdem sich mich verbrannt hatte. Ich erinnerte mich auch daran, wie ich sie mit Feuer verletzt hatte...

Ich war mir nicht sicher, ob ich Heilerfähigkeiten hatte. Konnte ein Avatar auch Heilen?

Ich musste es versuchen. Aber ich würde nicht Katara zum testen nehmen. Das war zu riskant.

Ich krempelte mir einen Ärmel hoch. Eine kleine Schnittwunde kam zum Vorschein, die ich mir beim Kämpfen gegen die maskierten Typen geholt hatte. Ich legte meine Hand darauf, spürte das kühle Wasser. Ich atmete einmal tief ein und aus und versuchte mich dabei ganz auf die Wunde zu konzentrieren. Es hatte funktioniert! Sie war verschwunden.

Ich nahm neues Wasser aus dem Fluss. Vergewisserte mich, dass es sauber war. Dann legte ich es erneut um meine Hände und ließ sie langsam auf Kataras Wunde sinken. Sie zuckte leicht zusammen, aber wachte nicht auf.

Kataras Position:

Ich verspürte wieder diesen Schmerz an meiner Schulter. Dann kam auf einmal etwas kühles und ich zuckte kurz zusammen. Aber dann linderte sich ganz langsam der Schmerz. Nur etwas, aber es war wohltuend. Ich fragte mich sogleich, wer denn da an meiner Wunde heilte. Wo hatte Aang mich hingetragen? War ich bei einem Heiler? Gab es in der Feuernation heiler, die Wasser bändigen?

Wer auch immer an meiner Wunde arbeitete hatte erstaunlich warme Hände. Sie berührten sachte meine Schulter, ohne mir wehzutun. Ich wollte wirklich gerne wissen, wer mich da heilte.

Also öffnete ich vorsichtig die Augen. Und sah abermals Aang.

„Aang!", sagt ich nur überrascht.

Er zuckte vor Überraschung zusammen, da er anscheinend nicht gemerkt hatte, dass ich wach war. „Katara! Du bist wach!"

„Ja, dank dir, wie es scheint..."

Er wurde rot. Auf beiden Wangen. „Na ja, ich hab es versucht..."

„Seit wann kannst du heilen?" Fragte ich immer noch verwundert.

„Seit eben... ich... na ja, ich weiß nicht ob ich es richtig mache.."

„Doch das tust du- Au!" Abermals der Schmerz.

„War ich das? Oh, das tut mir leid, Katara! Ich kann aufhören, wenn es wehtut..."

„Nein, hör nicht auf, das tut gut" Ich schenkte ihm ein Lächeln und schloss erneut die Augen, während er weiter an meiner Schulter arbeitete.

Nach einer Weile fühlte sich meine Schulter schon etwas besser an. Ich versuchte meinen Arm zu bewegen, scheiterte jedoch kläglich. „Warte ich hab' eine Idee! Hier nimm das."

Er nahm sich sein Stirnband vom Kopf und band es als eine Art Armstütze um meine Schulter und Handgelenk. „Danke! Aber du brauchst das Stirnband doch noch..."

„Ach das ist schon ok. Ich nehme halt was anderes. Immerhin ist es so gut wie meine Schuld, dass du verletzt-„ „Nein das ist es nicht, Aang. Ich hätte einfach besser aufpassen sollen. Du trägst keine Schuld. Ach übrigens, wie hast du es eigentlich da rausgeschafft?"

„Komm mit zu den andern Beiden, die wollen das sicher auch hören."

Aang erzählte die ganzen Geschichte. Vor allem Sokka lauschte gespannt. Als er zu der Stelle kam, wo ich getroffen wurde holte er tief Luft. Und als er beschrieb, was er getan hatte, nachdem sie ihn umzingelt hatten, bat Toph ihn, das doch bitte mal vorzumachen.

Aang stellte sich ein paar Meter weiter Weg. Streckte zuerst die Ellenbogen zur Seite, hob dann die Hände ausgestreckt nach oben und zog sie schließlich ruckartig wieder ein. Um ihn herum erschienen Erdspieße, die jeden in seiner näheren Umgebung umgehauen hätten.

„Wow, Hüpfdole! Das war wirklich gut! Und wenn ich das sage, will das schon was heißen! Ich glaube, du hast Erde auch so langsam gemeistert!", meinte Toph. „Danke, Sifu Toph!" Strahlte Aang. Sokka starrte auf den Spieß, der ihm am nächsten war und ich starrte auf Aang. Er war wirklich unglaublich stark geworden. "Wow, Aang. Das war...wow." mehr brachte ich nicht heraus. „Danke Katara. Ich glaube, wir sollten das Lager hier abbrechen. Diese Männer werden sicher schon nach uns suchen."

Also brachen wir unser Camp ab und flogen weiter. Wie immer Appa unter einer Wolke verborgen.