Nach seinem Wutausbruch dauerte es ein Weilchen bis Ichigo sich endlich beruhigt hatte. Erst als ihn sein Vater erinnerte das Karin womöglich krank war fing er sich wieder und sah nun mit ebendiesem und Orihime nach Karin während Yuzu von seinen Freunden erst einmal betreut wurde.
Karin wäre vor Scham am liebsten im Boden versunken. Die Sache war Ihr so extrem peinlich das sie sich nicht unter der Decke ihres Futons heraus traute während Ihr Vater, Ihr Bruder und dessen Frau sich um sie herum versammelt hatten.
„Karin, vielleicht wäre es besser wir gehen zur 4. Kompanie und lassen dich Untersuchen!" sagte Isshin.
„Lasst mich in ruhe!" jammerte Karin beschämt.
„Karin, seit Tagen musst du ständig brechen!" erklärte Orihime. „Es wäre wohl wirklich das beste wenn du dich gründlich durch-checken lässt. Nicht das es was ernstes ist?"
„Sie hat recht, Karin!" flehte Ichigo. „Komm schon! Von der Aufregung allein kann das nicht kommen?!"
Karin ließ sich nicht überzeugen. Sie verkroch sich unter ihrer Decke. Maulend verließ ihre Familie nach ein Paar Minuten endlich das Zimmer als Karin wütend mit der Hand auf die Tür wies. Als sie weg waren zog Karin die Decke weg um nachzusehen ob sie auch wirklich allein war. Dann richtete sie sich auf und lief auf und ab. Besorgt hielt sie sich ihren schmerzenden Bauch während sie nachdachte, was sie als nächstes tun konnte. Leugnen konnte sie es auch nicht mehr... aber wie sollte sie das den anderen erklären... allein der Skandal den es geben wird erst...
Im anderen Zimmer versammelten sich unterdessen alle anderen in der Runde um über das zu sprechen was passiert war. Rukia hatte für Yuzu etwas zu essen geholt. Dieses verschlang sie mit so einem Tempo, als hätte sie seit eigenen Wochen nichts gegessen.
„Wie geht es Karin?" fragte sie besorgt.
„Keine Ahnung! Schon seit Tagen muss sie sich ständig übergeben." maulte Ichigo. „Und sie weigert sich beharrlich sich Untersuchen zu lassen. Als ob sie uns etwas verheimlichen will?"
Ein breites Grinsen zeichnete sich auf Yuzus Gesicht ab. Sie konnte sich denken was los war. Lachend senkte sie den Kopf und versuchte sich auch nichts anmerken zu lassen das sie glaubte zu wissen was mit Karin los war.
„Was? Wieso lachst du so gehässig?" fragte Ichigo verwirrt.
„Das spielt jetzt keine Rolle!" sagte sein Vater und wandte sich Yuzu zu um mit Ihr über Keigo zu sprechen. „Also,... Yuzu, wie hat dieser Mistkerl dich umgebracht?"
„Er hat mich nicht umgebracht!" meckerte Yuzu mit dem Kopf schüttelnd wobei sie alle anderen mit großen Augen ansahen. „Das glaube ich jedenfalls!... Ich meine... Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das Asano mich umgebracht hat!"
„Yuzu,... du bist in seiner Wohnung gestorben!" jammerte Ichigo und zog den Bericht der Kommission hervor. „Und wenn das Stimmt was hier in diesem Bericht steht hat er uns vor aller Welt bloßgestellt..."
„Aber was hätte er davon mich umzubringen?" fragte Yuzu während sie einen großen Bissen von einer Hühnerkeule nahm und laut schmatzend weiter redete. „Ich meine... Warum ausgerechnet jetzt? Warum ausgerechnet wenn es mit meinem neuen Freund so gut lief?..."
„Dem Terroristen?" fragte Tatsuki.
„Aww... Das ist unglaublich... Ich dachte sogar ich könnte ihn euch vorstellen." jammerte Yuzu. „Ich weiß wirklich nichts mehr... Alles was ich weiß ist das ich zuhause war und mich vor den Nachbarn versteckt habe... Und dann bin ich hier aufgewacht... Wenn ihr wissen wollt wie ich gestorben bin könnt ihr doch auf meinen Autopsiebericht warten..."
Alle zuckten Zusammen.
„Yuzu, bitte!" flehte Ichigo. „Wie kannst du so ruhig bleiben? Du bist Tot! Allein der Gedanke das du in irgendeiner Leichenhalle auf einem Metalltisch liegst und dich irgendeiner aufschneidet... uughhhh..."
„Also... mich würde schon interessieren wie ich gestorben bin! Vielleicht... hat Keigo mich wirklich umgebracht um sich an dir zu rächen, vielleicht habe ich mich in seiner Wohnung selbst umgebracht um mich an ihm zu rächen weil ich herausgefunden habe was passiert ist... aber was auch immer passiert ist... Sie werden doch wohl darüber berichten?!"
„Ehmm... Berichten?!" fragte Isshin.
„Ja,... wenn die Schwester eines weltberühmten Shinigami in der Wohnung eines bekannten Schauspielers stirbt wird doch bestimmt in der Presse darüber berichtet..."
„Ich organisiere ein paar Zeitungen!" sagte Isshin noch bevor Yuzu ausgesprochen hatte und sprang auf.
„Ich suche einen Fernseher!" sagte Ichigo und sprang ebenfalls auf um seinem Vater aus dem Haus zu folgen...
Einige Häuser weiter klopfte Kaneda Ochi aufgeregt an die Tür des Gebäudes in dem die Untersuchungskommission tagte und trat ein nachdem er dazu aufgefordert wurde. Vom Gebüsch aus beobachteten Kazui und Ichika wie der Shinigami das Haus betrat und wie er die Tür hinter sich schloss. Neugierig schlichen sie näher und krochen an der Außenwand entlang um das Gebäude bis sie das nächste Gebüsch erreichten. Die große Schiebe-Wand an der Rückseite war offen, so konnten sie deutlich hören was im inneren besprochen wurde...
„Ich würde meiner Aussage noch gerne etwas hinzufügen!" erklärte Kaneda als er vor der Kommission stand.
Die Kommission bestand aus 10 Shinigami aus 3 verschiedenen Kompanien. Sie wurde gebildet um herauszufinden wer Ichigo und seine Familie enttarnt hatte und um eventuell einen Weg zur Schadensbegrenzung zu finden. Die Gruppe saß an einem langen Tisch, 5 an jeder Seite. 5 Frauen und 5 Männer. Die beiden Shinigami die gerade bei den Kurosakis waren mit eingeschlossen. Kaneda setzte sich an den Kopf des Tisches und senkte den Kopf. Eine der Frauen stand auf und schob das Fenster zu.
Draußen wurden Kazui und Ichika sehr verstimmt als sie merkten das sie so nichts mehr hören konnten und sahen auf in Richtung Dach... auch dort gab es ein Oberlicht...
„Bevor Sie Fortfahren Ochi-san, möchten wir sie darauf hinweisen das alles was sie Aussagen zum einen der Wahrheit entsprechen muss und zum Anderem von uns niedergeschrieben und aufgenommen wird." erklärte eine der Frauen.
Kaneda nickte und verbeugte sich. „Ich möchte nur etwas hinzufügen."
„Dann bitte!" sagte ein Mann nickend.
Auf dem Dach hatten sich Kazui und Ichika vor dem leicht geöffneten Oberlicht zusammengekauert und hörten aufmerksam zu.
„Also, es geht um Asano... Um das was sie vorher den Kurosakis erzählt haben..." stammelte Kaneda. „...ich habe darüber nachgedacht... Ich habe die Möglichkeit gehabt mich mit Ke... ehm... Asano unterhalten können. Es mag vielleicht voreilig von mir sein, aber ich glaube nicht das er etwas mit der Enthüllung von Kurosaki zu tun hat."
„Wie kommen Sie darauf?"
„Ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Sie haben Asano nicht gesehen... er ist körperlich und psychisch am Ende. Er hat mir erzählt das er eigentlich gar nichts mehr mit Karakura zu tun haben wollte. Es gab wohl in der Vergangenheit einige Probleme... Er wollte ursprünglich damit abschließen."
„Worauf wollen Sie hinaus?"
„Ich will damit sagen, das Asano nichts davon hat die Kurosakis zu verraten. Im Gegenteil, es hat ihm schwerwiegende Konsequenzen eingebracht." erklärte Kaneda und zählte auf was Keigo ihm erzählt hatte was alles passiert war. „Er hat... seine Arbeit verloren, seine Freundin... die Presse sitzt ihm mit unangenehmen Fragen im Nacken... Und jetzt in diesem Moment sitzt er in einem Gefängnis weil Kurosakis Schwester in seiner Wohnung verreckt ist..."
„Wo wir gerade davon sprechen..." sagte einer der Shinigami und zog ein paar ältere Notizen hervor. „Vor ein paar Stunden haben Sie uns erzählt das sie in Asanos Küche von einer 'Suppe' probiert hätten und danach mehrere Stunden geschlafen hätten... Haben Sie irgendetwas mitbekommen wie oder wann Yuzu Kurosaki zu Tode kam?"
„Nein, leider nicht! Ich habe erst gemerkt das sie tot war als ich die Polizei in die Wohnung ließ. Und Asano auch! Er war wohl selbst gerade vom Flughafen zurückgekehrt..." murmelte Kaneda.
„Hmm... Das würde diese Nachricht hier erklären..." erklärte eine andere Frau und hielt eine Zeitung hoch auf deren Titelblatt über den versuchten Amoklauf am Flughafen Haneda berichtet wurde. „Was wissen Sie über Asanos Verhaftung?"
„Nur, das sie ihn wegen Kurosaki-sans tot mitgenommen haben. Aber ich weiß in welchem Gefängnis er sitzt. Ich würde mich gerne nützlich machen..."
„Inwiefern?"
„Ich kann mit Asano reden! Auf mich könnte er hören..."
„Tut uns leid,... Aber das können wir nicht zulassen." sagte der Vorsitzende Kopfschüttelnd.
„Wie bitte? Aber wieso?"
„Gerade weil sie mit Asano bereits persönlichen Kontakt hatten, könnte es sein das sie befangen sind." erklärte der Shinigami weiter. „Asano ist Hauptverdächtiger in einer der schlimmsten Skandale der letzten 300 Jahre. Wir müssen uns an die Regeln halten. Da sie von Kurosaki selbst in die Welt der Lebenden geschickt wurden, und er in gewisser weise ebenfalls befangen sein könnte, kann eine lückenlose Aufklärung der ganzen Geschichte nicht gewährleistet werden!"
„Und was, gedenken Sie jetzt zu tun?" fragte Kaneda. „Wollen Sie Asano jetzt bestrafen?"
„Das, können wir Ihnen leider auch nicht sagen. Da es noch nie so einen Fall gegeben hat und es dementsprechend auch keine Regelungen oder Gesetzte gibt... muss der oberste Rat zuerst entscheiden was als nächstes zu tun ist. Es wäre aber Gut möglich das entschieden wird Asano einfach seinem Schicksal zu überlassen..."
„Soll das heißen, Asano soll für etwas, das er womöglich nicht getan hat, im Gefängnis schmoren?!" Kaneda war entsetzt.
„Es mag hart klingen, aber auch wir können nichts tun. Die Regeln für den Kontakt mit Lebenden Menschen wurden verschärft. Jeglicher Kontakt ist untersagt. Menschen die mit Shinigami in Kontakt stehen sind unter strenger Beobachtung. Asano... würde gut darin tun wenn er weiterhin der Presse nichts erzählt."
„Haben Sie überhaupt schon Asano befragt, oder nicht?"
„Bis jetzt noch nicht! Er war ja untergetaucht! Und da Kurosaki seine letzte Adresse nicht hatte, wussten wir bis vor kurzem nicht wo er wohnte... Aber selbst wenn... Asano könnte auch lügen. Er könnte den Verdacht gezielt von sich ablenken. Wir werden jetzt erst einmal abwarten was die Polizei in der Welt der Lebenden herausfindet. Dann entscheiden wir weiter!"
„Hmm... Na, dann hoffe ich das er bis dahin nicht endgültig ausflippt!" maulte Kaneda der sich bewusst war in welch fragilem Zustand Keigo im Moment war.
„Eine Möglichkeit gäbe es aber! Gut sie ist alles andere als okay... aber..." erklärte einer der Shinigami (genau wie Kaneda Mitglied in der 12. Kompanie). „...Kommandant Kurotsuchi hat vor einiger Zeit ein Gerät entwickelt das es möglich macht die Erinnerung einer Person sichtbar zu machen und aufzuzeichnen."
„Oh, das klingt Interessant!" meinte der Vorsitzende. „Erklären Sie es uns!"
„Also..." fuhr der Shinigami fort. „Es ist ein Gerät das es möglich macht Erinnerungen als Bild sichtbar zu machen. Wie ein Film! Mann setzt der Person eine Art Helm auf und dann wird die Erinnerung auf ein Band aufgezeichnet. Die Person kann lügen... Aber die Erinnerungen nicht!"
„Hmm... Das klingt sehr gut! Hat Ihr Kommandant das Gerät noch?"
„Naja... da ist das Problem. Da es wegen einiger Nebenwirkungen zu Kontroversen kam... und die betroffene Person obendrein auch das was aufgezeichnet wird komplett neu durchlebt... und es ein grober einschnitt in die Privatsphäre ist..."
„Kommen Sie zur Sache!" maulte der Vorsitzende.
„Entschuldigung! Also... er wurde aufgefordert das Gerät zu zerstören. Mehr weiß ich nicht..."
Jetzt wurde Kaneda hellhörig. „Wenn er es noch hat, können Sie damit Asanos Erinnerungen lesen und dann haben Sie Ihren Beweis..."
Ein lautes Krachen unterbrach das Gespräch. Auf dem Dach schrie Ichika laut auf als Kazui neben ihr Abrutschte und durch das offene Oberlicht fiel. Instinktiv packte sie seine Beine, wurde aber dadurch ebenfalls ins innere gezogen. Laut schreiend krachten beide auf den Tisch. Die anwesenden Shinigami erschraken und fielen teilweise sogar von Ihren Stühlen. Der Tisch auf den die beiden kleinen Shinigami stürzten, brach sofort in der Mitte durch wobei Akten, Fotos und anderer Kleinkram durch die Luft flog. Benommen rappelten sich die beiden Kinder auf und realisierten das sie alle Anwesenden anstarrten.
Der durchgebrochene Tisch knarrte als die Kinder aufstanden und ein breites unschuldiges Grinsen aufsetzten.
„Das tut uns sehr leid!" sagten beide wie aus einem Mund.
Der Ärger blieb ihnen trotzdem nicht erspart...
„SIE HABEN WAS GEMACHT?!" riefen Orihime und Rukia wie aus einem Mund als ihnen die Shinigami ihre Kinder wieder brachten und ihnen erzählten was geschehen war.
„Sie haben schon richtig gehört!" maulte der Vorsitzende der Kommission und verschränkte die Arme. „Sie haben uns Ausspioniert und sind anschließend durch das Oberlicht gekracht wobei sie unser Sitzungszimmer verwüstet haben."
„Aww... Kinder, was habt Ihr euch dabei gedacht?" fragte Orihime entsetzt.
„Genau, sie hätten wer weiß noch welchen Schaden anrichten können." maulte der Shinigami.
„Eigentlich meinte ich damit das sie sich hätten ernsthaft verletzen können." erwiderte Orihime. „Kinder, bitte erklärt mir warum ihr fremden Leuten aufs Dach steigt?"
Die beiden Kinder wurden ganz rot und brachten vor lauter Grinsen keinen Ton raus. Beschämt führte Rukia den Herrn von der Kommission wieder nach draußen. „Wir kommen für den Schaden selbstverständlich auf!"
„Vergessen Sie den Tisch! Passen Sie einfach in Zukunft besser auf ihre Kinder auf!" motzte der Mann zurück und verließ wütend das Haus.
Die beiden Mütter sahen ihre Kinder mit strengem Blick an.
„Kinder... Was sollte das?" fragte Rukia.
„Wir... wollten wissen warum uns Onkel Keigo verraten hat!" erklärte Kazui beschämt.
„Habt Ihr beide etwa..." Rukia merkte das sie gelauscht haben mussten.
„Ach, Kinder... Ihr habt schon wieder gelauscht! So was macht man nicht!" sagte Orihime mit dem Finger schimpfend. „Ihr seid beide noch zu jung um zu verstehen was hier vor sich geht!"
„Ich glaube einfach nicht das er uns verraten hat!" sagte Kazui wild protestierend. „Ich weiß es..."
„Mir ist klar das du es nicht glauben willst. Glaub mir... wir alle wollen es genauso wenig glauben. Aber der Herr hat selbst gesagt... Er ist nur verdächtig! Das beweist noch lange nicht das er tatsächlich Schuld ist..."
In diesem Moment wurde die Tür aufgestoßen. Isshin stürmte mit einer Promi-Zeitschrift aus der Welt der Lebenden ins Haus und präsentierte diese den Anwesenden.
„IST DAS ZU GLAUBEN! DER TYP RÜHMT SICH DAMIT EIN SHINIGAMI EXPERTE ZU SEIN!" schrie er wütend und wies auf das Titelblatt der neuesten Ausgabe des 'Tokyo-Celebrity-Star'. „SEHT EUCH DAS AN!"
Keigo zierte die Titelseite. Darunter der Titel: „Der Shinigami-Kenner!"
„Das glaube ich jetzt nicht! Der Idiot weiß doch gar nicht wovon er redet!" schimpfte Tatsuki und entriss Isshin die Zeitschrift um den Artikel zu lesen. „Asano, schafft es doch immer wieder sich in Schwierigkeiten zu bringen!"
Kopfschütteln überflog sie den Leitartikel. Es war nicht viel Text, aber hauptsächlich Bilder von Ihnen allen zusammen. Die Bilder die Keigo eigentlich versteckt hatte und von seiner Habgierigen Ex-Freundin an die Presse geleitet wurden im Glauben, sie würden Keigo noch bekannter machen. Mizuiro und Chad stellten sich an um auch in die Zeitschrift zu sehen. Yuzu und Karin kamen aus der Küche um auch zu schauen. Keiner konnte es glauben das Keigo ihnen so in den Rücken fiel und sich vor der ganzen Welt als Shinigami-Experte brüskierte. Eine Tatsache die nicht gerade für seine Unschuld sprach.
Der Einzige der davon noch nichts mitbekam war Ichigo, der alleine einen sperrigen und schweren Karton ins Haus schleppte. Sein Vater, der eigentlich beim tragen helfen sollte hatte ihn an einem Zeitschriften-Stand allein gelassen.
„HEY! Kann mal einer mit anfassen?" rief Ichigo während er versuchte den Karton über die Schwelle zu hieven. Da viel ihm auf das alle wie hypnotisiert in eine Zeitschrift starrten. „HEY?!"
Chad blickte auf und ging rüber um Ichigo den schweren Karton abzunehmen. Chad hatte keine mühe mit seinen viel längeren Armen den Karton ins Haus zu bringen während Ichigo einen Beistelltisch aus der Ecke herzog.
„Was lest ihr da?" fragte Ichigo neugierig.
Benommen sahen ihn alle an. Tatsuki, die die Zeitschrift in den Händen hatte, drehte sie um und zeigte Ichigo die Bilder. Dieser war entsetzt. Das waren private Fotos von ihnen während ihrer Schulzeit. Ichigo riss die Zeitschrift an sich und überflog die Begleittexte zu den Fotos. Also wenn er bis jetzt dachte, Keigo könnte unschuldig sein, so war er sich jetzt sicher, das er doch etwas damit zu tun hatte.
„Ich drehe ihm den Hals um!" wimmerte Ichigo während sich seine Hände um die Zeitschrift verkrampften und diese fast auseinander rissen.
Während Ichigo dabei war langsam wieder zu explodieren öffnete Chad den Karton. Zu seiner Überraschung war es ein Fernseher.
„Ichigo, woher hast du den Fernseher?" fragte Chad und wuchtete das alte sperrige Röhrengerät, dem Aussehen nach zu Urteilen aus den späten 70ern oder frühen 80ern, aus dem Karton um es auf dem Beistelltisch zu platzieren. Es hatte kein Stromkabel. Eine merkwürdige Antenne war oben installiert und eine Art Fernbedienung war über ein Kabel fest mit einem kleinen Loch an der Seite des Geräts verbunden. An der Antenne hing ein kleiner Zettel den Chad abnahm und laut vorlas: „Fenster zur Welt der Lebenden zum Empfang sogenannter 'Fernsehsignale', Prototyp A-4 Version B, August 1988! Eigentum der 12. Kompanie. Eingelagert. Nicht zum Verleih bestimmt! Ichigo...?"
„Häh...Was?" fragte Ichigo bedeppert als er aufsah und merkte das Chad über den Fernseher sprach. „Oh,... das Ding. Das hab ich bei der 12. Kompanie geholt. Ach übrigens... wenn einer von denen hier auftaucht, war ich den ganzen Tag hier!"
„Soll das etwa..." Orihime sah ihn mit großen Augen an. „Soll das etwa heißen du hasst das Ding bei der 12. Kompanie geklaut?"
„Ich habs nicht geklaut!" sagte Ichigo ohne von der Zeitschrift aufzublicken. „Ist nur geliehen! Yuzu wollte ja unbedingt wissen ob über sie berichtet wird..."
„Oh, danke!" sagte Yuzu mit einem breiten lächeln und nahm sich die Fernbedienung um das Gerät auszuprobieren. Mit einem lauten knistern sprang der Fernseher an und fing an laut zu brummen. Yuzu musste sofort die Lautstärke des über 30 Jahre alten Geräts runter drehen da es zu laut eingestellt war. „Hey, mit dem Ding empfängt man ja nur das Nordkoreanische Staatsfernsehen! Nur ein Kanal!"
Yuzu war enttäuscht. Sie empfingen nur einen Kanal auf dem gerade eine Militär-Parade aus Pyöngjang übertragen wurde. Während hinter Ihr alle noch wie hypnotisiert in die Zeitschrift starrten, versuchte Yuzu durch das Verstellen der Antenne den Sender zu wechseln. Tatsächlich sprang der Sender um zu einem Sender aus Brasilien, wo gerade eine Telenovela lief...
„Ichigo!" rief Yuzu, doch keiner reagierte. Auch Chad war zurückgegangen um mit den anderen die Zeitschrift zu lesen. Yuzu konnte sich nicht helfen, aber sie wusste ganz genau das das was da drin stand nicht der Wahrheit entsprach. Warum sie sich so sicher war wusste sie nicht, aber sie war es nun einmal. Deshalb interessierte sie die Zeitschrift auch nicht und so wandte sie sich wieder dem Fernseher zu und verstellte die Antenne erneut. Nachdem sie Sender aus Russland, Äthiopien und wieder aus Nordkorea rein bekam hielt sie inne als sie sich selbst sah und anfing zu schreien. „HEY! LEUTE, ICH BIN IM FERNSEHEN!"
Erschrocken drehten sich alle zu ihr um und stürmten in Richtung Fernseher auf dem tatsächlich gerade ein etwa 5 Jahre altes Foto von Yuzu eingeblendet wurde.
„...war es ein gemeinsamer Suizidversuch. Oder wurde die junge Frau Opfer eines grausamen Verbrechens. Oder ist sie womöglich gar nicht tot sondern nur Ihren Verwandten gefolgt. Und was hat Keigo Asano mit der ganzen Sache zu tun? Das alles und weitere Informationen zum verhinderten Amoklauf am Flughafen Haneda sehen Sie heute Abend in unserer Sondersendung zum Thema 'Der Fall Asano'. Heute Abend um 19 Uhr bei 'Stars und Sternchen' nur hier auf Tokio-Eins!" sagte eine Frauenstimme im heiteren Ton während das Logo des Promi-Magazins und anschließend das des Fernsehsenders eingeblendet wurden.
„Tokio-Eins!" Mizuiro erkannte den Sender sofort. „Ich glaube das ist der Sender bei dem Asano-san öfter zu sehen war."
„Amoklauf? Ist Keigo etwa am Flughafen Amok gelaufen?" fragte Tatsuki leicht verstört.
„Mach das mal lauter Yuzu!" sagte Ichigo.
Doch der Trailer war vorbei. Jetzt lief ein normaler Werbeblock...
„Ich glaube ich weiß wie wir heute den Abend verbringen werden!" sagte Ichigo bevor er sich den beiden Kindern zu wandte. „Und bis dahin... können wir uns ja darüber unterhalten, wieso der Leiter der Untersuchungskommission mir auf dem Weg hierher erzählt hat, das Ihr beide denen aufs Dach gestiegen und Ihr Sitzungszimmer verwüstet habt...!"
Beschämt konnten Kazui und Ichika nicht anders als Unschuldig zu lächeln...
Bitte um Review!
