TITEL: Wechselbälger

ORIGINAL-FANFIC: http / canadian-haruka . livejournal . com / tag / changechildren
AUTHOR:
Haruka (mailto:harukaeastlink.ca)

KATEGORIE: AU, Humor, Crack
RATING: T bis M
DISCLAIMER: Prince of Tennis gehört Konomi Takeshi.
AUTORNOTIZEN: Alternatives Universum, in dem die Autorin schamlos Ideen aus verschiedenen Medienquellen geliehen/abgewandelt hat, und sogar die eine oder andere eigene dazwischen geworfen hat. Falls hier irgend etwas Canon sein sollte, ist das wahrscheinlich ein Versehen. In späteren Kapiteln wird Prügelstrafe vorkommen. Yaoi-Warnung.

ARCHIV: ffnet
Diese fanfic steht auf Wunsch der Autorin nicht für andere Archive zur Verfügung!

Mit freundlicher Genehmigung von Haruka übersetzt von: MilenaLupin

- Teil 4 -

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Tachibana Kippei liebte seine Fudomine-Spieler inniglich, aber wenn sein Vizekapitän nicht bald aufhörte, von einer Seite der Taxirückbank zur anderen zu springen, würde er ihn noch zur Tür rauspusten.

„Akira, hör endlich auf!", kommandierte er mit aller Macht. „Wir sind fast da."

„IchweißaberichkanndochnixdafüristsoeineErleichterungdasswirbaldwissenwerdenwaslosistselbstwennwirsnichtinGriffkriegenvielleichtkannmanskontrollieren –"

„Ich habe dir schon gesagt, wie du damit anfangen kannst, also warum beruhigst du nicht und bist dann vielleicht auch nicht mehr ganz so hyper!" Tachibana hatte gedacht, sein Problem, ungewollt Hurricanes in die Welt zu setzen, wäre schlimm – aber wenigstens hatte Momoshiro ihm erklärt, wie er es mehr oder weniger unter Kontrolle bekam. Die Übungen schienen allerdings bei Kamio Akira nicht zu wirken, dem sie schon den Spitznamen Speed Demon verpasst hatten, bevor er echte Kräfte entwickelte. Jetzt bewegte, dachte und sprach er so schnell, dass dabei zuweilen die Zusammenhänge verloren gingen. Um ehrlich zu sein, Kamio wäre wohl schon längst in diesem Versteck Atobes, wenn er dahin gelaufen wäre.

„... und davor, der Typ, der dieses Taxi genommen hatte, war ein Betrunkener, der seine Frau betrogen hatte. Vor ihm war eine Frau mit einem fünfjährigen Mädchen hier. Vor ihr war ein –"

Kamios Boyfriend, Ibu Shinji, war der andere Spieler seines Teams, der von Kräften beeinträchtigt wurde. Er hatte schon immer in lang anhaltenden Monologen vor sich hin gemurmelt, sogar während der Tennismatche. Jetzt allerdings redete er weniger mit sich selbst als vielmehr mit irgendwelche leblosen Objekten, mit denen er Unterhaltungen führte. Tachibana war sich nicht sicher, was schlimmer war.

„Wir sind da", verkündete der Taxifahrer, der sich taktvoll jeglichen Kommentars über seine ungewöhnlichen Fahrgäste enthielt. In seinem Gewerbe traf man halt alle Arten Mensch.

Kamio war schon fort, und Shinji dankte dem Taxi für die Fahrt, als Tachibana fertig war mit bezahlen.

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Momoshiro war als Einziger im Foyer, als es an der Tür klopfte, also ging er hinüber, um auf das Klopfen zu antworten. Er war ziemlich überrascht; auch wenn er selbst noch nicht lange hier war, wusste er, dass man eigentlich erst per Summer durch das große Gartenportal eingelassen werden musste, bevor man sich dem Landhaus nähern konnte.

Er war noch überraschter, als er die Tür öffnete und Kamio davor stand.

„Hi", sagte er. „Ich wusste nicht, dass du kommst – wir haben Tachibana erwartet."

Kamio zeigte mit dem Daumen über seine Schulter zum Tor.

„EristimmernochdahintenmitShinjisiewerdenbaldhierseinalsowoistunserZimmer?"

Momoshiro starrte den Rotschopf an, und versuchte aus seinen Worten Sinn zu machen. „Ich schätze mal, dich hat's auch erwischt", bemerkte er schließlich. „Und Ibu auch?" Er lachte. „Das wird Echizen gefallen!"

„EchizenistauchhierwasfüreineFähigkeithaterohdaistderSummerfürdasTorsiemüssensoweitseinundreinkommenwollen!" Bevor Momoshiro irgend etwas sagen konnte, hatte Kamio schon den Knopf am Intercom gedrückt, der das Gartentor öffnete.

„Wie bist du eigentlich vor ihnen hier reingekommen?", fragte Momoshiro, hielt aber gleich die Hand hoch. „Sag's mir LANGSAM."

Kamio versuchte sich zu erinnern, was Tachibana gesagt hatte, über Ruhigbleiben und Konzentrieren. Es war nicht leicht, aber wenn er sich so hart konzentrierte wie er konnte, war er in der Lage, sich zu bremsen. „Ich bin über die Mauer gerannt", brachte er heraus.

Die steinerne Mauer um das Anwesen war mindestens drei Meter hoch, vielleicht sogar vier oder fünf, dachte Momoshiro. Wie schnell war Kamio gerannt?

Der Fudomine-Zweitklässler ließ seinen Teamkapitän und seinen Boyfriend zur Eingangstür hinein, als Eiji gerade an Momoshiros Seite materialisierte.

„IIIIEEEEKS!" Momo sprang in die Luft. „Eiji-Sempai, MUSST du das tun?"

„Mengo, mengo!" Eiji kicherte verlegen. „Ich wollte nur sehen, wer da kommt!"

Tachibana starrte ihn an. „Du bist gerade eben aus der Luft erschienen. Oder bist du so schnell hierher gerannt wie Akira?"

„Ich bin herteleportiert – so nennen sie es jedenfalls", erklärte Eiji. "Ich will ihm aber einen cooleren Namen geben, der mehr nach MIR klingt, so wie "Hoi-en" oder so was."

„NaobderNamesocoolistdawärichmirnichtsosicherglaubstdudukannstschnellerteleportierenalsichrennenkann?", fragte Kamio. Eiji blinzelte ihn an.

„Hoi?", gab er verwirrt zurück.

„Das war hier mal ein erfolgreicher Country Club", murmelte Shinji. „Davor war es ein Hotel, aber das war für die meisten Leute einfach zu teuer. Es ist glücklich, hier Kinder zu beherbergen, so lange wir keinen strukturellen Schaden anrichten."

Eiji schaute noch verwirrter drein und sah Momo hilfeheischend an. Der zuckte die Achseln.

„Willkommen, Jungs", grüßte Aoi, die gerade die Treppe hinunter kam. „Kamio-kun, Shinji-kun, euch hatten wir gar nicht erwartet."

Tachibana verneigte sich. „Ich bitte um Entschuldigung. Meine Teamgefährten haben erst letzte Nacht angefangen, ihre Kräfte zu zeigen, nachdem ich zuletzt mit Ryuzaki-San darüber gesprochen hatte her zu kommen."

„Das ist absolut in Ordnung – wir stehen für jeden offen, der Zeit braucht, um mit seinen Fähigkeiten fertig zu werden zu lernen." Sie winkte Eiji. „Kikumaru-kun, könntest du ihnen bitte oben ein paar freie Räume zeigen?"

„Sicher, folgt mir, nya!", verkündete Eiji und verschwand außer Sicht. Aoi seufzte und warf den Jungs einen entschuldigenden Blick zu. Eiji erschien wieder, ein wenig errötend.

„Uups", meinte er. "Tschuldigung. Hier entlang." Er ging auf die Treppe zu. Kamio flitzte zum oberen Absatz hoch, bevor seine Teamkollegen den ersten Schritt getan hatten.

„Die letzte Person vor mir, die dieses Geländer angefasst hat, war Momoshiro", murmelte Shinji, als er sich die Treppe hoch in Bewegung setzte. „Die erste Person, die es je berührt hat, war ein Mann namens Koujito, damals 1960, als man dieses Gebäude zuerst errichtet hatte –"

„Ibu-San."

Shinji hielt auf der Treppe an und schaute hoch zu Ryoma, der vom Treppenabsatz aus regungslos zu ihm hinunter blickte. „Echizen Ryoma. Ich habe gar nicht gehört, dass du auch Kräfte hast, also was tust du denn wohl hier?"

„Meine Teamkameraden sind hier, also bin ich hier", erwiderte er und verzog das Gesicht. „Außerdem ist mein Vater einer der Aufsichtspersonen."

Die Jungen fanden den Grund für seinen Missmut einen Augenblick später heraus, als sich ein heruntergekommen wirkender Mann in einer Mönchsrobe neben Ryoma stellte und ihm durch die Haare wuschelte. Das verstärkte sein Stirnrunzeln nur noch. „Und was haben wir hier? Noch mehr süße Jungs, die einziehen? Willkommen, alle miteinander!" Er zeigte auf sie. „Hey, an euch drei erinnere ich mich! Fudomine, nicht wahr? Ich hab euch spielen sehen, ihr seid gut."

„Danke", erwiderte Tachibana. „Und Sie sind...?"

„Echizen Nanjiroh", gab er zurück und wuschelte wieder durch Ryomas Haar. „Das hier ist mein Rotzbengel."

„Das tut weh", murmelte Ryoma und wand sich.

„HeyEchizenNanjirohdasheißtSiewarenderWeltklasseprofitennisspielerhuiichhätteniegedachtdassSiewieeinPenneraussehen –"

Ein heftiger Windstoß warf Kamio um, und Tachibana verbeugte sich Nanjirohs Richtung. „Ich entschuldige mich für meinen Spieler."

„Wieso? Er hat doch nur die Wahrheit ges---mpfht!" Ryoma kämpfte darum, sein Gesicht aus der Hand seines Vaters zu befreien, die von seinen Haaren herunter gerutscht war und nun seinen Mund vollständig bedeckte.

„Da werd' ich euch nicht länger aufhalten!", sagte Nanjiroh fröhlich und trat beiseite, wobei er Ryoma halb mit sich schleifte. „Geh nur, und bring sie zu ihren Zimmern, Kikumaru-kun!"

Die Jungen folgten Eiji, während Ryoma seinen Vater zur Seite stieß und ihm einen giftigen Blick zuwarf.

„Was?", fragte Nanjiroh unschuldig.

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„WOHIN fährst du noch mal?", fragte Yuuta Syuusuke, als er ihm beim Packen zusah. „Und seit wann trägst du eine Sonnenbrille im Haus?"

„Ich fahr in ein paar Minuten los, und ich will sie nicht vergessen, bevor ich ihn den Bus steige. Es geht zu einem von Atobe Keigos Besitztümern – die Telefonnummer liegt draußen im Flur neben dem Telefon", erwiderte Syuusuke, während er eine Schublade aufzog und ein Hardcover-Notizbuch herausnahm. Er runzelte die Stirn und betrachtete es von allen Seiten. „Yuuta... du bist nicht zufällig aus irgendeinem Grund an meiner Schublade gewesen, oder?"

„Als ob ich so was tun würde", schnaubte sein jüngerer Bruder. „Wieso?"

„Oh, nichts." Syuusuke war sich sicher, dass er das Lesezeichenbändchen wieder in das Tagebuch eingelegt hatte, aber es hing nun lose in der Schublade. Er wusste, dass Yuuta ihn nicht anlügen würde, also war es vielleicht herausgerutscht, als seine Schwester seine frische Wäsche weglegte.

„Hey ... Aniki", sagte Yuuta langsam und rubbelte nervös an seinem Arm. „Da gibt's was, das ich dir zeigen muss, bevor du gehst." Er streckte seine Hand aus, Handfläche nach oben. „Siehst du den dünnen Schnitt da an meinem Zeigefinger?"

Syuusuke starrte auf den Finger. „Nein, gar nicht. Wo denn?"

„Das ist es gerade – er ist weg. Genau wie mein wunder Hals gestern." Yuuta wirkte unsicher. „Nicht nur das, aber letzte Nacht, als Mizuki-senpai hier war und wir uns einen Snack in der Küche geholt haben, hat er sich am Toaster verbrannt. Ich nahm seine Hand, damit ich mir die Verbrennung anschauen konnte, und während ich sie hielt..." Er schaute beiseite. „Er sagte, es hätte aufgehört wehzutun. Es gab danach auch kein Anzeichen von einer Verbrennung mehr."

Syuusuke hielt inne. „Ist es möglich, dass Mizuki anfangs einfach nur die Schwere der Verbrennung übertrieben hat?"

Yuuta sah verärgert aus. „Nein, Aniki! Ich hörte ihn japsen, als es passierte, und hab auch die Rötung der Verbrennung gerade noch gesehen, bevor sie verschwand!"

„Es tut mir Leid, Yuuta, ich wollte nicht irgendwas behaupten." Syuusuke schenkte ihm ein trauriges Lächeln. „Ich hatte bloß gehofft, dir blieben diese Fähigkeiten erspart."

„Also denkst du jetzt, dass ich doch so eine Fähigkeit habe?", fragte Yuuta leise.

Syuusuke legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ja, das tu ich, und ich denke, du selbst auch, sonst hättest du mir davon nichts erzählt." Er grinste. „Wenigstens scheint es eine nette Fähigkeit zu sein – dich selbst und andere heilen zu können."

„Stimmt wohl, aber ich bin trotzdem nervös", gab Yuuta zu. „Was soll ich jetzt tun?"

„Pack deine Sachen", erwiderte sein großer Bruder fröhlich. „Du kommst mit mir."

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„Was MEINEN Sie damit, wir dürfen nicht in einem Zimmer wohnen?", schrie Gakuto.

„Ganz genau das, was ich gesagt habe", erklärte ihm Sumire fest. „Sakaki-san sagt, du und Oshitari seid ein Paar, und wir haben nicht vor, uns Ärger einzuhandeln, indem wir euch ins selbe Zimmer stecken."

Gakuto legte seine Hände auf die Hüften. „Um sich DIESE Art von Ärger zu ersparen, sind Sie ein bisschen zu spät dran! Yuushi und ich sind schon seit langer Zeit Boyfriends!"

„Vorher waren wir nicht für euch verantwortlich; jetzt sind wir's." Sumire gestikulierte in Yuushis Richtung. „Komm mit, Oshitari-kun. Wir finden ein anderes Zimmer für dich."

„Yuushi!" Gakuto stieß seinen Arm vor, und plötzlich blieben Yuushis Füße mitten in der Bewegung stocken, was ihn aus dem Gleichgewicht brachte, so dass er auf Händen und Knien landete.

„Was zum ---?", keuchte Sumire, und starrte von Yuushi zu Gakuto. „Was geht hier vor?"

„Gaku", sagte Yuushi ruhig, „hör auf damit. Du kannst mich nicht ewig festhalten, und ich geh ja nicht weit."

„Aber ich will dich bei MIR!", heulte der winzige Vierzehnjährige.

Sumire beugte sich herunter, um Yuushi aufzuhelfen, da er dazu keine Neigung zu verspüren schien, musste aber feststellen, dass sie seine Hände nicht vom Fußboden lösen konnte. „Wie macht er das?", fragte sie und schaute zu Gakuto zurück. „Ich dachte, deine Fähigkeit sei das Fliegen!"

„Da liegen Sie falsch", antwortete Yuushi gelassen. „Gaku kann die Schwerkraft kontrollieren. Sowohl seine eigene, als auch die von anderen. Aber das ist jetzt weit genug gegangen."

Gakuto schmollte, machte aber doch eine Aufwärtsbewegung mit seinem Arm. Yuushi stieß einen Seufzer der Erleichterung aus und kam langsam auf die Füße hoch.

Sumire schüttelte den Kopf und gab sich selbst mental den guten Rat, nie wieder bei diesen Kindern und ihren Fähigkeit etwas einfach anzunehmen. Offensichtlich hielten einige noch ein paar Überraschungen im Ärmel.

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Mizuki Hajime war nicht glücklich.

„Hast du gerade gesagt, du gehst mit deinem Bruder!", fauchte er in sein Telefon.

„Keine Sorge, sempai, ich kann immer noch St. Rudolph besuchen und für das Team spielen, aber ich muss jetzt erst einmal eine Weile mit den anderen Kids zusammen sein, die sich an ihre Kräfte gewöhnen."

„Ich hab dir gesagt, du sollst ihm nicht erzählen, was passiert ist!", schimpfte Mizuki verärgert.

„E --- es tut mir Leid", Yuuta stockte. „Aber ich hab mir gedacht, dass er es versteht, wo er doch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat..."

„Ach wirklich?", meinte Mizuki nachdenklich. „Und was genau IST Fuji Syuusukes Problem?"

„Sie nennen ihn eine Sirene. Er kann, ähm, Leute anziehen... sie verlocken, verführen ... so was halt. Inui Sadaharu denkt, Aniki sei in der Lage, Leute dazu zu bringen zu tun, was immer er will, die Macht, sie ihn so sehr lieben zu lassen."

Mizuki spürte, wie ihm ein kalter Schauder über den ganzen Körper lief. „Das klingt geradezu ekelhaft! Wie funktioniert das?"

„Na ja, er war sich erst nicht sicher, aber sie haben entdeckt, dass es ausgelöst werden kann, wenn ihm Leute in die Augen schauen. Er lernt jetzt, es willentlich an- und abzuschalten."

„Verstehe", murmelte Mizuki. Er sog einen tiefen Atemzug ein. „Nun, Yuuta-kun, wie es scheint, habe ich wohl keine Wahl in dieser Sache."

„Es tut mir Leid, sempai. Ich verspreche, meine Leistung für St. Rudolph wird darunter nicht leiden."

„Ich bin mir sicher, dass sie das nicht wird. Dann erst mal Tschüss." Mizuki legte den Hörer auf und schaute dann sein Spiegelbild im Flurspiegel an. „Also, Fuji Syuusuke ist eine Sirene, ja? Ich schätze, das erklärt, wieso sich Yuuta so komisch verhalten hat, als er gestern Abend loswollte." Er zwirbelte eine Haarsträhne um den Zeigefinger und lächelte boshaft. „Ich schätze, da habe ich wohl WIRKLICH keine Wahl in dieser Sache. Ich werde mich ihnen einfach anschließen müssen."

St.-Rudolphs Manager kicherte fies, während er zusah, wie sein Spiegelbild verschwand.

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Ende Teil 4