Hi ihr Süßen!
Vorerst mal ein ganz ganz riesiges SORRY, dass es so lange gedauert hat, aber ihr werdet gleich sehen, dass das Kapitel verdammt lang ist und deswegen hatte ich anfangs nicht so richtig die Motivation, weiterzumachen. TUT MIR SEHR LEID! Falls ein paar Übersetzer unter euch sein sollten, die werden vielleicht verstehen, dass das auch nicht immer ganz so leicht ist. Aber ich hab dann in der letzten Woche einen Zahn zugelegt et Voila!
Danke an die vielen gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz lieben süüüüüüüüüüßen Reviewer! Ihr wisst, dass ich euch lieb habe, oder?
Ihr werdet in diesem Kapitel herausfinden, warum Harry Hermione verfolgt, ich hoffe, das klärt einiges auf.
So, jetzt fangt mal an zu lesen! Ich hab euch lieb! Hermione D.
4. Kapitel
'Ich hasse es, für eine Reise wie diese zu packen!' entschied Constantine, während sie mit den Händen an ihrer Hüfte in ihrem Zimmer stand. Natürlich half es nicht wirklich, dass die Hälfte ihrer Kleidung in die Luft gesprengt worden war, da es bedeutete, sie musste so gut wie alles nochmal kaufen. Jedoch gab es ihr einen Haufen Möglichkeiten, neue Outfits zu bekommen.
„Einkäufe über Einkäufe und doch hast du nichts zum Anziehen?" Constantine drehte sich um und sah Amadeo träge im Türrahmen stehen. Sie lächelte und schüttelte den Kopf. „Das ist es nicht. Ich weiß nur nicht, wo ich anfangen soll."
„Versuch es mit Unterwäsche. Wirf alles in den Koffer und arbeite dich dann weiter vor. Zur Hölle, pack einfach alles ein! Dafür sind Schrumpf-Zaubersprüche und bodenlose Koffer doch da!" Constantine lachte. „Sehr hilfreich Amadeo." Er zuckte mit den Schultern.
„Das würde jedenfalls das Dilemma lösen." „Wer sagt, ich hätte ein Dilemma?" fragte sie mit einem Grinsen. Daraufhin hob er die Augenbrauen und sie rollte ihre Augen, während sie sich wieder ihrem Schrank zuwandte. „Du hast recht, das könnte klappen. Aber es macht keinen Sinn, Sachen mitzunehmen, die ich nicht anziehen werde."
„Connie, Liebes, du wirst durch Europa reisen. Daniel sagt Frankreich, Italien und die Schweiz aber ich versichere dir, es werden noch mehr werden." „Und woher willst du das wissen?" fragte Constantine, während sie anfing, in ihrem Kleiderschrank rumzukramen. „Und nenn' mich nicht Connie. Das klingt schrecklich." Amadeo lachte, trat in den Raum und setzte sich in den Sessel, der in einer Ecke bei dem Fenster stand. Er sah aus, als wenn er nicht hier hinein passte mit seiner tiefschwarzen Robe in dem hellen, freundlichen Raum.
„Ich habe mich mit Masters unterhalten Connie." er grinste und sie wusste, er nannte sie so, um sie zu ärgern. „Er hat angedeutet, wenn die Reise gut verläuft, wird sie vielleicht verlängert." Sie hob ihre Augenbrauen. „Wenn sie gut verläuft?" Amadeo zuckte elegant mit den Schultern und Constantine drehte sich wieder ihrem Schrank zu. „Nun, wir werden sehen."
Sie begann, ihre neuen Lieblingssachen aus dem Schrank zu nehmen und warf sie auf das Bett, bevor sie passende Schuhe auf den Boden davor stellte. Dann begann sie, Make Up und Schmuck rauszusuchen.
„Du wirst aufpassen müssen, nicht deinen Ring abzunehmen." warnte Amadeo. Sie nickte. „Ja ich weiß. Ich lasse mir was einfallen, wie ich das anstelle, ohne Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen." sagte sie. „Mach ihn zu eng, als dass du ihn abziehen könntest, aber nicht so sehr, dass du deinen Finger verlierst. Das wird gehen."
Sie schaute nachdenklich drein, während sie zwischen der beträchtlichen Menge an Ohrringen wählte. Sie wandte sich wieder ihrem Schrank zu und wühlte wieder in ihm herum. „Wie spät ist es?"
„Daniel verspätet sich, es ist halb elf." sagte Amadeo leichthin. „Was?" Constantine schoss herum und starrte ihn an. „Halb elf?" „Das sagt die Uhr." sagte Amadeo und zeigte auf die Uhr an der Wand. Sie schnaubte und fing an, Anziehsachen zusammen zu legen und in den bodenlosen, verkleinerbaren Koffer zu werfen.
Jemand klopfte an der Tür und sie rief ihn herein. Daniel trat ein und hielt in der Bewegung inne, als er das Chaos in Constantines Zimmer bemerkte. „Ach du meine Güte, Frau!" sagte Daniel gequält. „Pack einfach alles ein. Du kannst es doch verkleinern!" Amadeo lachte. „Das hat er auch schon gesagt." nörgelte Constantine. Daniel zuckte mit den Schultern.
„Er hatte recht." Er schwang seinen Zauberstab und murmelte einen Zauber und alle von Constantines Sachen flogen von ihrem Platz, legten sich selbst zusammen und fielen ordentlich in den Koffer. Dieser schloss sich dann selbst und schrumpfte auf die Größe einer Streichholzschachtel.
„Fertig." Constantine starrte ihn an und er starrte genauso zurück, bis sie aufgab. „Bist du fertig?" „Jetzt schon." murmelte sie. Er grinste und nahm sie bei der Hand.
„Also, Amadeo, ich denke, ich sollte dieses nette Mädchen hier entführen und mit ihr nach Europa flitzen." „Viel Glück." murmelte Amadeo mit einem Lächeln. „Hey!" protestierte Constantine und warf ein Kissen auf ihn. Er schlug es ohne Anstrengung weg. „Ich werde dich vermissen Amadeo. Also. Hab Spaß ohne mich!"
„Ich werde es versuchen." sagte er trocken. „Pass auf sie auf Masters, jemand versucht sie umzubringen." Daniel nickte, wobei jede Spur von Humor aus seinem attraktiven Gesicht verschwand. „Du hast mein Wort Amadeo."
„Ich will nicht dein Wort Masters, ich will sie in einem Stück wieder hier haben." Daniel schaute Amadeo scharf an, was Constantine nicht verstand. „Das will ich auch Amadeo. Wir entspannen uns ein bisschen und ich werde sie beschützen. Halt du hier ein Ohr offen." „Natürlich." sagte Amadeo und winkte ihnen zu.
„Jetzt husch!" Daniel schnaubte, griff nach Constantines Hand, gab ihr eine Sekunde, um den Mini-Koffer aufzuheben und ihn in die Tasche zu stecken und zog sie dann zum Kamin, wo sie in einem Wirrwarr von grünen Flammen verschwanden.
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Ginny Weasley hielt inne, um ein letztes mal im Spiegel ihr Aussehen zu prüfen, bevor sie apparierte und mit einem 'Plop' in der Eingangshalle des Ministeriums wieder auftauchte. Sie war in der Zaubererversion von Calvin Klein gekleidet: eine schwarze, schmal geschnittene Hose und ein olivgrünes Top, die zu dem lebhaften Rot ihrer Haare, welches sie hochgesteckt hatte, passten.
Der Wachmann nickte ihr zu und zog noch nicht einmal in Betracht, sie zu untersuchen. Warum sollte Harry Potters Verlobte irgendetwas Verdacht erregendes bei sich haben? Das tat Ginny wirklich nicht, doch trotzdem war dass ein Leck in der Sicherheit des Ministeriums.
Sie ließ die Sicherheitskontrolle hinter sich und ging die Treppen rauf in Harrys Büro, um ihn zu grüßen, sich bewusst, dass ihm schon von ihrer Anwesenheit berichtet worden war. Ihre Begrüßung war kurz, ebenso wie seine und gleich darauf wurde sie fast aus dem Büro gescheucht, damit er arbeiten konnte (gescheucht, wie ein nervendes Kleinkind!).
Trotzdem war das genau so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Es war so, dass Ginny ein paar Nachforschungen anstellen wollte. Sie hatte die meiste Zeit der letzten Nacht damit verbracht, sich durch Harrys Dokumente und Tagebucheinträge zu arbeiten. Sie hatte nicht alles geschafft, da sie ja auch ein wenig Schlaf brauchte, um ein funktionierendes menschliches Wesen zu sein, doch es war genug, um zu wissen, dass, was auch immer Harry zu diesen mörderischen Hass gebracht hatte, in der Mysteriumsabteilung zu finden war.
Man konnte einen Haufen unbrauchbaren Mist in der Mysteriumsabteilung finden, obwohl für das Wort 'Mist' im Ministerium hauptsächlich der Begriff 'Mysterium' benutzt wurde, doch den größten Anteil dieser Abteilung, an den sich Ginny noch lebhaft erinnern konnte, nahmen die Prophezeiungen ein.
Sie hatte sich, das letzte Mal, als sie hier war, den Knöchel gebrochen und mit Todessern gekämpft, um an eine Prophezeiung über Harrys Schicksal heran zu kommen, und sie hätte wetten können, dass auch hier eine dieser ihre Finger im Spiel hatte.
Harry hatte immer zu viel auf Prophezeiungen gegeben. Ginny hatte selbst ein wenig für Wahrsagen übrig, gerade nach diesen chaotischen Jahren in Hogwarts, denn es half ihr, alles herauszufinden, was es zu wissen gab. Folglich mochte sie es, viel über alles mögliche zu wissen. Doch sie wusste, dass Prophezeiungen öfter von einem der Menschen, die sie betreffen, erfüllt wurden, während sie versuchen, zu verhindern, dass sie sich erfüllen.
Ein Paradebeispiel hierfür wäre, als Voldemort versuchte, Harry umzubringen, um die Prophezeiung zu verhindern und dabei stattdessen seinen schlimmsten Feind wählte, was wieder mit der Vorhersagung übereinstimmte.
Es war ein Fakt, geschichtlich gesprochen, dass sich die meisten Prophezeiungen dadurch erfüllt hatten, dass ein Beteiligter versucht hatte, den anderen Beteiligten davon abzuhalten, seinen Part zu erfüllen, wogegen nichts passiert wäre, wenn sie die Prophezeiung nur Prophezeiung hätten sein lassen.
Das Leben ist schon manchmal ironisch. Das brachte Ginny zum lächeln. Was sie noch mehr zum lächeln brachte, war der Gedanke, dass Harry, so wie es aussah, indem er versucht hatte, Hermione zu töten, sie unachtsam zu seinem schlimmsten Feind gemacht hatte. Weit entfernt vom sterben oder sich in einer Bruchbude verstecken, hatte Hermione Glanz und einen neuen Namen gewonnen und angefangen, in die höheren Klassen zu klettern. Also fraß Harry Hermione jetzt unbewusst aus der Hand und sie hatte genug Macht, ihn zu zerstören, sollte sie in der Stimmung dazu sein.
Ginny unterbrach ihre Gedanken, um sich zu konzentrieren: sie erinnerte sich, wie knifflig es sein konnte, in diese Abteilung zu kommen. Nach ein wenig mentalem Jonglieren erreichte sie den Eingang und bewegte sich eilig durch den Raum voller Schreibtische und Regale, die eigenartiger Weise alle leer waren, direkt zu dem Regal voll mit Prophezeiungen. Sie suchte nach einer neueren und grübelte, während sie die Regale entlang schritt und Ettiketten überflog. Dann fand sie sie, wie sie es erwartet hatte.
12. September 2006, Harry James Potter und Hermione Maria Granger, Prophezeiung von Trelawney, Hogwarts.
„Volltreffer." murmelte Ginny, zog ein Muggel – Diktiergerät aus ihrer Tasche und griff nach der Prophezeiung, während sie den „Record"-Knopf drückte. „Mal sehen, worum es hier geht."
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Constantine saß auf dem Balkon ihres Zimmers in Paris, trank ihren Kaffee und aß Croissants, als eine Eule auf sie herabschoss und einen Brief ordentlich auf den Tisch vor ihr fallen ließ. Sie stellte ihre Tasse auf den Tisch, nahm ihn mit einem Nicken in Richtung der Eule hoch und schob dem Tier ihren Teller mit Toasts hin. Es war keine Eule, die sie kannte und sie hatte ein Schild des Postbüros um ihr Fußgelenk.
Als sie genug Toasts gegessen hatte, flog sie weg und Constantine öffnete den Brief mit ihrem Buttermesser. Er war von Ginny, mit einer Notiz von Amadeo. Diese laß sie zuerst.
Unsere liebe Ms. Weasley war fleißig. Schau dir das an, ich bin gespannt, was du denkst. Wenn das nur im Geringsten wahr ist, dann hat Potter sich wirklich selbst verarscht. Hab eine wunderbare Zeit und schlag Masters, wenn er irgendwas versuchen sollte.
Amadeo
Constantine nahm Ginnys Brief mit einem Lächeln, wobei Amadeos Worte in ihrem Kopf herumspukten. Daniel lag immer noch in ihrem Bett, sie hatten keine Zeit verschwendet. Das hätte einfach keinen Sinn gemacht. Und warum eigentlich nicht?
Während sie das einfach Siegel brach, wurde ihr Lächeln schwächer. Was hatte Ginny rausgefunden?
Liebe Constantine,
Ich habe ein wenig für dich recherchiert, und weil ich selbst neugierig war, und ich hatte schon so eine Ahnung. Ich lag richtig und habe das, was ich gesucht habe, in der Mysteriumsabteilung gefunden. Professor Trelawney, die alte Verrückte, hat mal wieder die Dinge mit einer ihrer dubiosen Prophezeiungen ins Rollen gebracht, obwohl diese vielleicht noch nicht mal ganz so falsch war. Sie ist ungefähr eine Stunde lang, aber die wichtigsten Punkte sind folgende:
Hermione Granger wird genauso viel und noch mehr Macht als Harry Potter gewinnen. Dann wird sie ihn stürzen.
Sie wird Chaos und eine soziale Revolution verursachen, was zu einem Ende der alten Tage führen wird und all jene, die bis dato Macht hatten, werden zu ihren Füßen liegen, die sie dann küssen/anbeten/ sonst was werden.
Das ist eine kurze Zusammenfassung; dass Granger mehr Macht als Harry haben wird und ihn dann stürzt, was, wie ich vermute, ein Grund sein könnte, sie zu töten. Besonders wenn man solche Fälle wie Er, dessen Name nicht genannt werden soll, oder andere derartige diktatorischen bösen Herrscher, die die Gesellschaft revolutionierten und all jene gute Menschen mit Macht stürzten betrachtet. Obwohl ich denke, dass Harry bei dieser Prophezeiung vergaß, welcher Typ Mensch Granger ist. Alles in allem denke ich, sehen wir hier eine weitere sich selbst erfüllende Prophezeiung... Indem er versuchte, Granger zu ermorden, hat Harry ihr einfach die Gelegenheit geboten, mehr aus ihr zu machen. Ironie kann bei Gelegenheit sehr amüsant sein.
Hab eine wundervolle Zeit in Europa und mach nichts, dass ich nicht auch tun würde.
Liebe Grüße, Ginny
Constantine starrte den Brief einen Moment lang an und als sie Daniel hörte, wie er aus dem Bett stieg, faltete sie ihn schnell zusammen und steckte ihn in ihre Tasche. Ein paar Sekunden später tauchte er mit trüben Augen im Türrahmen auf. Es war anders als Dracos Früh – Am – Morgen – Verhalten: Constantine hatte schnell herausgefunden, dass Daniel definitiv kein Frühaufsteher war. „Ich mag nicht, ohne dich neben mir aufzuwachen." murmelte er, während er sich ihr gegenüber an den Tisch setzte und nach dem Kaffee griff. Constantine lächelte.
„Ich mag es nicht, länger als bis 11.30 Uhr im Bett zu liegen." gab sie zurück. „Also haben wir vielleicht ein Problem." „Ich werde früher aufstehen." murmelte er, roch intensiv an dem Kaffee, bevor er ihn schlurfte und vor Befriedigung seufzte. Constantine lächelte nachsichtig. „Das glaube ich erst, wenn ich es sehe." sagte sie sanft. „Irgendwelche Pläne für heute?"
Daniel zeigte ein Schulterzucken, immer noch von seinem Kaffee gefangen, und Constantine entschied, dass sie es dabei belassen würde, bis wieder mehr Gehirnzellen den Weg zurück in seinen Kopf gefunden hatten, ansonsten würde sie dasselbe wahrscheinlich für die nächste Zeit immer und immer wieder fragen, was nicht unbedingt das war, was sie sich vorstellte. Und sie hatte so und so genug Dinge zum nachdenken, während sie ihren Kaffee trank und das morgendliche Paris genoss.
Also würde sie Harry stürzen? Es schien zu passen, nach allem, was er ihr angetan hatte. Wegen der gesellschaftlichen Revolution... naja, sie hatte sich die Idee in den Kopf gesetzt, die Anti-Muggel Denkweise in der magischen Welt zu unterbinden, ebenso wie magische Gesellschaften in den östlichen Ländern aufzubauen. Und sie wollte eine demokratischere Regierung, mit weniger Geld, dass im Dunkeln verschwand, sondern in wichtigere Abteilungen wie das Fluchbrechen einging, von welcher sie von Bill wusste, dass sie mehr als unterbezahlt war.
Und sie wollte...
Das könnte als gesellschaftliche Revolution gelten, selbst wenn sie nur einen Teil dieser Vorstellungen umsetzen würde und als die sozial aktive Prominente, die sie war, hatte sie die Macht, die Stellung und die Motivation genau dies zu tun. Harry zu stürzen wäre ein positiver Nebeneffekt.
Sie erklärte trotzdem eine Menge, diese Prophezeiung. Ginny hatte immer gedacht, dass Harry Prophezeiungen ein wenig zu ernst nahm, indem er sie wie das Evangleium behandelte, und Constantine stimmte ihr vollkommen zu.
Prophezeiungen, so wie alle anderen Wahrsagungen mit Ausnahme von Alten Runen, waren unpräzise, oft falsch und befassten sich mit dem, was vielleicht passieren könnte, wenn eine Millionen Umstände vorher erfüllt würden. Sie gaben eine Vorstellung von der Zukunft, was eventuell passiert, wenn andere Dinge vielleicht eintreten und ihre Folgen stimmen zufälliger Weise mit der astrologischen Aufstellungen überein. Es war verrückt und der Grund dafür, dass sie Wahrsagen im dritten Jahr an Ostern abgebrochen hatte. Es wäre klüger von Harry gewesen, dasselbe zu tun.
„Oh, das brauchte ich." Constantine schenkte Daniel wieder ihre Aufmerksamkeit. Er stellte seine leere Tasse auf den Tisch und streckte sich, was ihr einen einladenden Blick auf seine Brust gab. Wenigstens darin waren sich Daniel und Draco sehr ähnlich: beide wussten, wie attraktiv sie waren. Egoistische Bastarde, die beiden. Constantine wusste nicht, wo Draco steckte, doch sie hoffte, er sei okay und lebte nicht in irgend einer Höhle.
„Guten Morgen Constantine." Constantine lächelte ihn an. „Morgen Dan." Sie zeigte mit ihrer Hand auf den atemberaubenden Ausblick, den sie vom Balkon aus hatten. „Irgendwelche Pläne für heute?" Daniel zuckte mit den Schultern.
„Schon jemals in Paris gewesen?" fragte er. Constantine nickte. „Einmal, als ich noch klein war." Daniel nickte.
„Naja dann denke ich, wir machen heute die ganzen touristischen Dinge, entweder Muggel oder magisch oder beides... Der Louvre, der Eiffelturm... diese Dinge. Heute abend können wir essen gehen und anschließend zeige ich dir ein paar von den... zu übersehenden Wundern dieser Stadt." Seine Stimme wurde immer belebter als er ihre Woche plante und Constantine lächelte. Sein Enthusiasmus war nicht nur mitreißend, sondern auch niedlich. Nicht im geringsten wie Draco.
Constantine gab sich gedanklich eine Ohrfeige. Sie musste aufhören, die beiden in ihrem Kopf zu vergleichen, weil sie zwei unterschiedliche Menschen sind, was verdammt offensichtlich war. Einige der Dinge, die Daniel sagte und tat waren Dinge, die Draco nie sagen oder tun würde.
Es waren nur kleine Dinge, die sie an Draco erinnerten, wie zum Beispiel das Selbstbewusstsein der beiden Männer und ihre Eitelkeit. Davon abgesehen, und von dem Faible für Armani und D&G, waren die zwei Männer sehr verschieden.
Draco war süß, aber ernst, mit einem anständigen Verhalten und um ehrlich zu sein Amadeo sehr ähnlich.
Daniel war eher die Sorte Mann, die anfangen würden, Constantine auf der Straße zu kitzeln, sodass sie anfing zu quieken und zu grinsen und der einem wichtigen Politiker sagen würde, dass er ihm mal den Buckel runterrutschen kann.
Das hatte er schon getan, als einer der Sozialminister auf Constantine zugekommen war, um mit ihr über ihre Dritte Welt Projekte zu sprechen. Die Unterhaltung dauerte immer weiter an und Daniel war langweilig geworden, also führte er Constantine am Arm weg und sagte dem Minister, dass er einen Termin machen solle, wenn er länger als fünf Minuten mit ihr reden wollte.
Daniel sorgte sich einfach nicht darum, was die Gesellschaft von ihm dachte, wogegen Draco sich der beurteilenden Natur der Gesellschaft sehr bewusst war und immer sicher stellte, dass er sich so verhielt, dass sein sozialer Stand nicht in Gefahr wäre. Constantine fing an zu denken, dass Daniel in einem Schweinestall genauso glücklich wäre wie in einem Penthouse, solange er seine kostbaren Baupläne zum ansehen hatte.
Das war eine weitere Sache: wenn man Draco fragen würde, welche Art von Gebäude vor ihm steht, würde er wahrscheinlich sagen „Ein steinernes". Dagegen konnte man sich bei Daniel, wenn man ihm die selbe Frage stellte, auf einen Vortrag einstellen, der länger als eine halbe Stunde dauerte. Er bezog sich meistens auf die verschiedenen Stile: wie ein Architekt und ein Designer griechischen und Neuzeitstil vermischt hatten, um ein Gebäude zu bauen, das zur gleichen Zeit modern, klassisch und elegant war. Oder etwas in der Art. Nach fünfzehn Minuten driftete Constantine meistens ziemlich weit weg. An diesem Punkt würde Daniel sie unaufhörlich kitzeln, bis sie sich übermäßig entschuldigte. Daniel war wirklich nicht im geringsten wie Draco.
„Constantine?" Sie schaute auf, aus ihren Gedanken gerissen, und sah, dass Daniel sie aufmerksam beobachtete. „Bist du in Ordnung?" Sie nickte mit einem fröhlichen Lächeln. „Alles okay. Wollen wir uns anziehen und dann gehen? Ich will Paris sehen!" Daniel lachte. „Sicher. Du kannst die Dusche zuerst benutzen." bot er großzügig an. Sie grinste, stoß sich vom Tisch ab und ging rein, wobei ihr seidener Morgenmantel hinter ihr her flatterte.
Daniel beobachtete, wie sie ging und sah dann den Brief, den sie verloren hatte. Er hob ihn mit einem Zögern auf und wollte ihn gerade auf den Tisch legen, als er Miss Weasleys Handschrift bemerkte und inne hielt. Er lehnte sich im Stuhl zurück und nach einem kurzen Blick in das Hotelzimmer öffnete er ihn.
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Paris war verblüffend.
Genau wie Rom.
Genau wie Lissabon.
Genau wie Daniel.
Als Constantine mit dieser Reise begonnen hatte, war sie nahezu mit ihm ins Bett gesprungen. Immerhin war er gutaussehend, nett und es war immer gut, einen Mann zu haben, der dich vor jenen schützen würde, die dich aus einer Laune heraus in die Luft sprengen würden. Aber jetzt hatte sie gemerkt, dass sich etwas verändert hatte... Es war mehr Gefühl darin.
Sie hatte Angst, dass sie sich verlieben würde. Ganz davon abgesehen wie er fühlte... Constantine war darauf vorbereitet, ihn zu verlassen, sobald es zu weit gehen würde... Es war wirklich egal, was sie fühlte, ihr Ansehen und die Arbeit, die sie tat, waren wichtiger. Und es gab immer Amadeo, an dem man sich auslassen konnte, da er dies immer mit viel Fassung trug, obwohl er jedesmal, wenn sie fertig war, den Hang dazu hatte, sie am Kopf zu tätscheln und sie zu fragen, ob es ihr besser ging. Das war auch meistens der Fall.
Diese Sache mit Daniel war außerdem gefährlich. Sie fühlte sich ihm jeden Tag näher und ihn nur zu sehen, ließ sie sich besser fühlen. Nicht dass es viele Möglichkeiten gab, sich schlecht zu fühlen, da er sie ja auf eine Reise durch Europa mitgenommen hatte. Sie hatte eine wunderbare Zeit und wartete nur darauf, dass Amadeo sie zurück nach England rufen würde oder dass Daniel gestehen würde, er wäre schwul und nutzte sie als seine Deckung.
Sie hatte nicht erwartet, dass er sie fragen würde, ob sie immernoch Draco lieben würde. „Was?" Constantine hatte Mühe, ihre Kinnlade nicht auf den Boden fallen zu lassen. „Bitte?" „Liebst du Draco noch?" fragte Daniel sie geduldig. Constantine starrte ihn an. „Constantine, das ist keine schwere Frage." „Ich kann nicht erkennen, warum dich das etwas angehen sollte." schnappte Constantine, die nach dem Geländer am Fenster fasste, um ihre Hände vom zittern abzuhalten.
„Ich habe ihn geliebt, bis er anfing, sich mit Granger abzugeben. Dann hat sich alles verschlechtert und er hat mich für sie verlassen. So einfach ist das." „Also liebst du ihn nicht mehr?" sagte Daniel, wobei der Ton in seiner Stimme verriet, dass er ihr nicht im geringsten glaubte.
„Was um alles in der Welt hat dich auf dieses Thema gebracht?" fragte Constantine nach. Sie beobachtete, wie Daniel ein gefaltetes Stück Pergament aus seiner Jacke zog. Als sie es ihm abnahm, erkannte sie sofort, was es war: der Brief, den Ginny ihr vor über einem Monat geschickt hatte. „Woher hast du das?" fragte sie und merkte, wie sich wilde Aufregung in ihrem Magen breit machte. „Du hast ihn verloren." antwortete Daniel, wobei sich seine bronze-farbenen Augen in sie bohrten.
„Es scheint, als hätte Miss Weasley für dich über Granger nachgeforscht. Das verleitet zu dem Eindruck, dass du ziemlich interessiert an ihr bist." „Du hast ihn gelesen?" fragte Constantine nach und kämpfte, um ihre Stimme vom wackeln abzuhalten. Daniel antwortete nicht. „Wie...wie kannst du es wagen?"
„Ich weiß sehr wenig über dich Constantine." antwortete Daniel. „Ich war neugierig." „Neugierig? Neugierig?" Constantine senkte ihre Stimme beträchtlich. „Ich gehe zurück zum Hotel Daniel. Und ich würde es bevorzugen, wenn du mir nicht folgst." Sie drehte sich auf dem Absatz um, schritt vom Fenster, das einen wunderbaren Ausblick auf Barcelona bot, weg und verließ mit aufkommenden Tränen das Restaurant ohne zurückzublicken. Amadeo hätte ihre Lage sofort bemerkt.
Constantine legte einen Sprachenspruch über sich, sprach mit dem Taxifahrer und war schon bald auf ihrem Weg. Sie starrte auf die wunderbare Architektur und ballte ihre Hände in ihrem Schoß zu Fäusten, sodass sich ihre Nägel in ihre Handfläche bohrten. 'Es musste ja soweit kommen.' erinnerte sie sich selbst.
Das Desaster, dass Daniel mit den Informationen, die er über sie hatte, anrichten konnte, konnte sie und all ihre Projekte vollkommen ruinieren. Sie würden alle scheitern, Menschen würden Geld verlieren und die Leute, denen sie Hilfe versprochen hatte, die sie besucht hatte und mit denen sie gelacht hatte, würden alles verlieren und nichts bekommen.
Gesellschaftlich läge ihr Name in Trümmern. Die persönlichen Folgen nicht zu vergessen... Constantine würde wieder neu anfangen müssen. Neuer Name, neues Aussehen, neues Alles. Und es wäre schwerer ohne Dracos anfängliche Einführung.
Sie kam am Hotel an und bezahlte den Fahrer, bevor sie eilig die Stufen zu dem sehr teuren Hotel erklomm. Die Leute in der Lobby machten für die Frau mit dem steinernen Ausdruck im Gesicht, die durch ihre Mitte eilte, platz und Constantine war zufrieden. Sie konnte die aufkommenden Tränen fühlen und wusste nicht, wie lange sie sie noch zurückhalten konnte.
Der Schlüssel zu ihrem Zimmer klemmte, also zauberte sie sie mit einem einfachen Schwingen ihres Zauberstabs auf, ging hinein, schloss sachte die Tür hinter sich und griff nach ihrem Koffer und warf ihre Sachen hinein, bevor sie bemerkte, dass sie ihn bodenlos machen musste.
Das tat sie dann, während Tränen ihr Gesicht hinunter strömten, und beobachtete, wie ihre Sachen nach unten sanken, bevor sie weiter packte. „
Constantine, was machst du?" Sie sprang auf und schoss herum, um Daniel in der Terassentür stehen zu sehen. „Was zur Hölle nochmal machst du hier?" fragte sie ihn. „Wie bist du so leise rein gekommen?"
„Ich bin appariert. Du hast es nicht gehört, weil die Schuhe, die du in deinen Koffer geworfen hast, zu laut geklappert haben." Er trat vor und berührte ihre Schulter. „Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht zum weinen bringen." Constantine senkte ihre Augen und schlug seine Hand weg. Dann ging sie ins Bad und kam mit einem Arm voller Kosmetika wieder, nur um zu sehen, wie Daniel ihre Tasche wieder auspackte.
„Verschwinde Daniel." blaffte sie ihn an, schubste ihn aus dem Weg und warf die verschiedenen Fläschchen und Dosen in den Koffer, bevor sie ihn wieder packte. Daniel fasst sie bei beiden Armen und zwang sie, ihn anzusehen. Sie versuchte, sich wegzuziehen, doch er verstärkte den Griff nur noch, sodass er ihr die Arme fast abquetschte. „Constantine, es ist in Ordnung." sagte er, um sie zu beruhigen.
„Gott, du siehst verängstigt aus!" Er schien erschrocken. „Ich habe Angst, weil ich plötzlich rausfinden musste, dass ich mitten in Europa mit einem Mann bin, dem ich nicht vertrauen kann." erklärte sie und versuchte, ihre Arme aus seinem Griff zu winden. „Du kannst mir vertrauen Constantine." sagte Daniel, wobei seine Stimme plötzlich sehr ernst und ehrlich klang. „Na klar, weil das lesen von jemandes privater Post vertrauenerweckend ist?" zischte sie. Daniel seufzte.
Constantine, sie mich an!" Das tat sie nicht, sondern schaute stur auf den Boden zwischen seinen Armen. „Constantine." Sie kniff ihre Augen fest zu und versuchte, ihn auszublenden. „Hermione." Ihre Augen flogen auf und sie starrte ihn an. „Hey." sagte Draco. Constantine stolperte so schnell zurück, dass Draco, auf diese Reaktion unvorbereitet, sie nicht mehr festhielt. Constantine fiel rücklings auf den Boden und krabbelte zurück.
„Hermione." Sie weinte jetzt stärker als vorher, kaum fähig zu sehen oder zu schluchzen, zu atmen. Sie schüttelte den Kopf so sehr, dass ihr ihr geglättetes rotes Haar ins Gesicht schlug und wegen der Tränenspuren dort kleben blieb. Draco kniete sich neben sie und streichte ihr die Harre aus dem Gesicht.
„Hermione, sie mich an, meine Kleine." Das tat sie, mit harten und glitzernden grünen Augen. „Lass mich los." brachte sie zwischen Schluchzern hervor. Die Heftigkeit ihrer Stimme brachte Draco zum zurücklehnen und genau in dem Zeitpunkt griff Constantine nach ihrem Zauberstab und apparierte aus dem Zimmer.
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Sie hatte das Apparieren nicht ernst genommen und fiel auf die harten Stufen vor dem Manor. Während sie im Stillen über ihren schmerzenden Knöchel fluchte, schlug sie die Tür auf und trat in die Eingangshalle, um nach Amadeo zu rufen. „Amadeo!" Zu diesem Zeitpunkt war der Name wegen der Schluchzer kaum erkennbar. „Amadeo, du Bastard, komm endlich her!"
Der Blonde tauchte am oberen Ende der Treppe auf. „Constantine?" fragte er, zögerte und dann rannte die Treppe runter. Er griff nach ihren Schultern, an den Stellen, die Draco gequetscht hatte, was sie zum Zucken brachte. „Was ist passiert? Wo ist Daniel?" Er schaute sich um, doch sie war allein.
„Daniel?" Constantine wechselte innerhalb einer Sekunde von aufgelöst zu wütend und Amadeo war ihr gegenüber lieber etwas vorsichtig. „Daniel? Tut mir leid, Amadeo, aber ich kann dir verdammt nochmal nicht sagen, wo Daniel zur Hölle nochmal ist!"
„Er hat dich allein gelassen?" fragte Amadeo skeptisch. Das war einfach nicht zu glauben. Dann kam ihm langsam ein Gedanke, warum sie so aufgebracht war. „Constantine-" „Und du wusstest es!" schrie sie, aller Anstand verschwunden. „Du wusstest es und du hast mir verdammt nochmal nichts erzählt!" Sie schlug ihn hart und er stolperte eine Stufe zurück. „Ich hasse euch beide. Ich verachte euch!" „Constantine... Hermione. Du bist wütend, das verstehe ich, aber-"
„Lass sie, Amadeo. Das ist meine Schuld." Constantine schoss herum und sah Draco ruhig und perfekt in der Tür stehen. „Du!" brachte sie zwischen zusammmengepressten Zähnen hervor. „Dich hasse ich am meisten!" Draco wankte minimal, doch Constantine bemerkte es nicht. Amadeo jedoch schon und er runzelte die Stirn. „Hermione, bitte beruhige dich!" sagte Amadeo leise. Sie ignorierte ihn und suchte in ihrer Tasche nach ihrem Zauberstab. Er war weg und sie wandte sich ihm zu. „Gib ihn mir sofort zurück!" sagte sie kalt. Amadeo schüttelte den Kopf. „Du wirst jetzt nicht apparieren, du würdest dich zersplittern." sagte er. Sie starrte ihn eine Sekunde lang an und ging weg. Draco griff nach ihrer Hand.
„Hermione-" Er wurde still, als ein widerhallendes Klatschen auf seine Wange seinen Kopf zur Seite warf. Als er wieder aufblickte, war sie weg. Er schaute zu Amadeo, der ihn gelassen anblickte. „Was?" fragte er gereizt. „Wie hat sie es rausgefunden?" fragte Amadeo. Draco seufzte. „Ich hab es ihr gezeigt."
„Du hast was? Wie willst du sie denn jetzt beschützen du Genie? Du hattest sie in der Hand! Es war perfekt."
„Es war eine Lüge." erwiderte Draco scharf.
„Ihr Leben ist eine Lüge Draco. Wach auf und schau dir um Gottes Willen endlich die Realität an! Masters ist von jetzt an in der Gesellschaft vernichtet und wenn Constantine sich überhaupt dazu herablässt, auf dich zu spucken, dann kannst du dich glücklich schätzen!"
„Ich konnte sie nicht anlügen!" schoss Draco zurück. Amadeo rollte mit seine Augen. „Du hast sie fast ein Jahr lang angelogen, du Idiot!" gab er zurück. „Nun. Ich werde Ginny Weasley jetzt Bescheid geben und sehen, ob wir sie hier her bekommen, ansonsten weiß nur Gott, was Hermione vorhat zu tun."
„Sie wird nichts dummes tun." sagte Draco stur. Amadeo seufzte. „Ist dein Gehirn auf dem Weg hier her verloren gegangen? Sie ist so schlecht appariert, dass sie draußen auf ihrem Knöchel gelandet ist, sie hat gehumpelt, als sie reinkam. Wir können von Glück reden, dass nicht die Hälfte von ihr in Paris gelandet ist! Jetzt suchst du dir irgendeine Beschäftigung und überlegst dir, wie du sie dazu bringst, wieder mit dir zu reden und ich hole Virginia!" Amadeo drehte sich auf dem Absatz um, verschwand in seinem Büro und ließ Draco damit alleine in der Eingangshalle zurück.
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Constantine rannte aus dem Haus in das Labyrinth im Garten, wo sie blind an den Hecken entlang irrte, bis sie eine bequeme Bank mitten darin gefunden hatte. Sie ließ sich auf sie fallen und schnappte nach Atem, während sie wieder schluchzte. Die ganze Zeit war er direkt vor ihrer Nase gewesen! All die vielen Wochen, die sie auf den unmöglichsten Wegen nach ihm gesucht hatte, während sie gegen die Gefühle für Daniel ankämpfte, da sie immernoch etwas für Draco fühlte und all diese Zeit waren sie die selbe verdammte Person!
Sie fühlte sich betrogen, verwirrt, fröhlich und verwüstet zugleich. Ihr Magen schüttelte sich und ihr Kopf und ihr Hals schmerzten vom weinen. Sie schaute auf ihre Hände und sah, dass sie zitterten. Sie seufzte, nahm tiefe Atemzüge und lehnte sich zurück gegen die Hecke. Sie hatte nicht die geringste Vorstellung, was sie jetzt tun sollte. Sie würde Draco auf keinen Fall einfach so verzeihen. Und Amadeo... naja, mit ihm würde sie zumindest reden.
Aber was hat Draco vorgehabt? Hatte er diese Fassade für immer aufrecht erhalten wollen? Sie sich einfach in Daniel verlieben und vielleicht sogar heiraten lassen? Ihr niemals erzählen, dass er in Wirklichkeit Draco Malfoy war und dass sie lange Zeit damit verbracht hatte, nach einem Mann zu suchen, mit dem sie schon lange zusammen war?
Ihr Kopf schmerzte.
Ein verräterisches 'Popp' brachte sie zum aufschauen, bereit, beiden Malfoys zu sagen, dass sie verschwinden sollen, doch stattdessen sah sie Ginny dort stehen, in einer weißen Stoffhose und einem passenden goldenen Top gekleidet. „Oh Süße." Ginny kam schnell an ihre Seite, setzte sich neben sie und zog Hermione in ihre Arme. Das brachte sie wieder zum weinen und sie klammerte sich schluchzend an Ginnys Kragen. „Hey, ist schon gut Liebes. Wein nicht. Schhh, es ist okay."
„Was ist okay?" fragte Constantine nach. „Was verdammt nochmal ist hier bitte schön okay?" Ginny schüttelte ihren Kopf, fasste Constantines Hand und zog den Ring herunter, sodass sich Constantine in Hermione verwandelte. „Hallo Du. Hermione, Süße, er hat es getan, um dich zu beschützen." sagte Ginny leise. „Damit er bei dir sein konnte."
„Aber er hat mich angelogen!" rief Hermione. „Er ließ zu, dass ich mich in Daniel verliebe, obwohl Daniel eine völlige Lüge war! Hätte er es mir jemals gesagt? Oder hätte er mich einfach eine Art... Illusion lieben lassen?" Ginny antwortete nicht, sondern umarmte Hermione noch fester und strich ihr über den Rücken.
Hermione schniefte, schloss ihre Augen und lehnte sich an Ginnys Schulter. „Ich weiß nicht, was ich machen soll, Gin. Ich kann ihm nicht einfach vergeben." Ginny sagte nichts nicht und Hermione öffnete die Augen und schaute zu ihr auf. „Was denkst du?" Ginny zuckte mit den Schultern.
„Naja... Ich weiß es nicht wirklich. Ich kann verstehen, wie durcheinander zu bist, ich weiß, dass ich genauso aufgebracht wäre, wenn das mir passieren würde. Aber... das wirst du bestimmt nicht hören wollen, wenn Daniel Masters echt gewesen wäre, hättest du ihm dann nicht das selbe angetan wie Draco dir? Immerhin ist Constantine auch nicht echt. Daniel würde eine Illusion lieben, genau wie du es jetzt getan hättest."
„Das ist etwas anderes!" erklärte Hermione. „Daniel... Draco, wie auch immer, wusste, dass Constantine nicht echt war!"
„Also hast du ihn nicht wirklich hintergangen. Doch, wenn er nicht Draco wäre, wenn Daniel als Daniel Masters geboren wäre, dann hätte er geglaubt, Constantine zu sehen, genauso wie du geglaubt hast, Daniel zu sehen." Hermione seufzte und Ginny wusste, dass ihr Argument überzeugend war.
„Schau, ich sage nicht, dass du ihm so bald vergeben sollst, aber wenn du versuchst, es von dieser Sichtweise aus zu sehen... Er weiß, dass du immer noch verfolgt wirst. Er wollte dich schützen und indem er Masters Namen und Aussehen übernahm, konnte er nah genug an dich heran kommen, um ein Auge auf dich zu haben und ich denke, er hat dich genauso vermisst wie du ihn."
„Aber hatte er mich bei sich." wendete Hermione ein. „Die ganze Zeit war er bei mir und wusste, dass ich es bin."
„Ja, aber Constantine und Hermione sind nicht die selben Menschen." gab Ginny daraufhin zurück. Ihre ruhige Art war ansteckend; Hermione merkte, wie sie sich entspannte, leichter atmete. „Constantine ist sehr viel strenger als Hermione, sorgt sich weniger um andere. Die ganze Zeit mit Constantine zu verbringen ist nicht das selbe, wie sie mit dir zu verbringen. Ich wette, dass er das vermisst hat."
„Naja, wenn er es mir früher gesagt hätte, hätte ich für ihn Hermione sein können." antwortete Hermione stur. Ginny schüttelte den Kopf. „Das wäre zu gefährlich gewesen." antwortete sie leise. „Das konnte er nicht riskieren."
„Das klingt, als wärst du auf seiner Seite." beschuldigte Hermione sie, setzte sich auf und schaute den Rotschopf an. Ginny schüttelte den Kopf. „Ich bin auf keiner Seite. Ihr wurdet beide in unterschiedliche Situationen hinein gedrückt. Ich verstehe, warum er zu Daniel wurde, genauso wie ich verstehe, dass du zu Constantine wurdest. Es war aus dem selben Grund, Hermione. Und du hast Daniel aus dem gleichen Grund nicht erzählt, dass du in Wirklichkeit Hermione bist, wie er dir nicht sagte, dass er Draco ist. Um sich selbst und den jeweils anderen zu schützen."
„Ich kann da nicht wieder reingehen." sagte Hermione. Ginny nickte. „Du kannst für eine Weile bei mir bleiben, bis du weißt, was du machen willst." Hermione hob eine Augenbraue. „Mit Harry?" Ginny schüttelte langsam den Kopf. „Ich habe eine extra Wohnung, die ich benutze, wenn ich mal eine Auszeit brauche. Harry weiß nichts davon. Sie ist ein Schlupfloch, wenn du so willst."
„Habt ihr zwei immernoch Streit?" fragte Hermione. Ginny zuckte mit den Schultern. „Wir sind keine „Zwei" mehr, denke ich jedenfalls. Es ist nicht offiziell, aber... Ich will so nicht den Rest meines Lebens verbringen. Ich liebe ihn immernoch, sehr sogar, aber wenn er sich selbst über alle anderen stellt, will ich nichts mit ihm zu tun haben. Und ich weiß, dass ich nicht gleichzeitig mit dir und ihm befreundet sein kann. Ich hasse die Art, wie er Constantine ansieht und dass er dich jagt."
„Tut mir leid." sagte Hermione leise. Ginny zuckte abermals mit den Schultern. „Das ist nicht deine Schuld. Ich weiß nicht, ob seine heutige Einstellung nicht unausweichlich war, da er immer der Harry Potter war, Voldemorts Todfeind, der von Prophezeiungen und all dem besessen war, aber ich mag es nicht. Und ich kann nicht damit leben." Hermione nickte und Ginny hielt inne. „Willst du reingehen? Deine Sachen oder was auch immer holen?"
„Ich will ihn nicht sehen." sagte Hermione, wieder den Tränen nahe. „Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihm um den Hals fallen oder ihn umbringen soll." Ginny lächelte ausgelaugt. „Na gut. Ich gehe rein und frage den Hauselfen, Dimmy, oder? Ich frage sie, ob sie deine Sachen für dich packen könnte." Hermione nickte und schaute dann auf.
„Ich könnte nach Afrika gehen!" sagte sie. Grinny hob ihre Augenbrauen. „Ernsthaft! Da sind all die Projekte, nach denen ich mich sowieso mal wieder erkundigen müsste. Es wäre eine Pause und ich würde etwas anderes machen, als die ganze Zeit über ihn nachzudenken."
„Das ist wahrscheinlich eine sehr gute Idee." sagte Ginny. Hermione lächelte und wurde ganz begeistert von dieser Aussicht. „Du könntest mitkommen, wenn du magst. Aber wenn du lieber hier bleiben und ein Auge offen halten würdest, ist das auch in Ordnung."
„Ich werde nicht einfach weggehen." sagte Ginny. „Obwohl ich der Einladung vielleicht später noch nachkomme. Aber eins nach dem anderen. Ich gehe jetzt rein und hole deine Sachen und komme dann wieder her. Dann bringe ich dich zu der Wohnung." Hermione nickte und Ginny gab ihr den Ring zurück. „Zieh den wieder an. Hermione muss sich noch ein Weilchen länger verstecken." Hermione nickte, streifte den Ring wieder über und fühlte das altbekannte Gefühl der Veränderung. „Ich bin gleich zurück." sagte Ginny und verschwand mit einem 'Popp', Hermione im Irrgarten alleine lassend.
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Als Ginny in der Eingangshalle des Manors auftauchte, griff Draco sofort nach ihrem Arm. „Was ist los?" fragte er. Sie schenkte ihm einen geduldigen Blick und er ließ sie los. „Ist sie... in Ordnung?"
„Sie zieht für eine Weile zu mir." sagte Ginny. „Ich habe eine Wohnung, in der sie bleiben kann. Und sie denkt darüber nach, an die Standorte der Projekte zu reisen."
„Sie geht?" fragte Draco niedergeschlagen. Ginny lächelte traurig. „Sie braucht ein wenig Zeit zum nachdenken Draco. Ich habe ihr deine Seite der Geschichte erklärt und sie hat mir wenigstens zugehört. Aber sie braucht Zeit, um mit sich selbst klarzukommen." Draco öffnete seinen Mund, um seinen Einwand kundzutun und Amadeo kam rein.
„Weißt du, wie lange sie weg sein wird?" fragte er und schnitt Draco damit das Wort ab. Ginny schüttelte den Kopf. „Sie kommt zurück, wenn sie bereit dazu ist. Tut mir leid, aber das ist alles, was ich tun konnte."
„Sie kommt doch zurück, oder?" fragte Draco. Ginny schaute ihn ernst an.
„Sie liebt dich sehr Draco. Dich als du und als Daniel. Deswegen denke ich, dass sie zurückkommt. Aber sie ist verletzt und verwirrt und wütend und glücklich und das alles zur selben Zeit und es wird ein wenig dauern, bis sie die ganzen Gefühle, die sie momentan in sich trägt, sortiert hat. Also denke ich, dass sie zurückkommen wird Draco, aber ich weiß nicht, wie lange es dauern wird. Vielleicht wenigstens keine 3 Monate."
„Monate?" Draco schnappte verzweifelt nach Luft.
„Aber Ginny, kannst du sie nicht dazu bringen, dass sie-"
„Nein." sagte Ginny einfach. „Kann ich nicht. Das ist etwas, das sie für sich selbst herausfinden muss Draco. Oder sie wird sich nie sicher sein. Das wird seine Zeit dauern und du wirst geduldig sein müssen."
„Aber du denkst, sie wird zurückkommen?" fragte Draco mit Verzweiflung in der Stimme. Ginny nickte langsam.
„Ich denke, das wird sie."
So, ihr wisst, was jetzt kommt, oder? RICHTIG! Den kleinen niedlichen Button hier unten drücken und ein kleines Textchen schreiben und schon seid ihr fertig! Ist doch einfach oder?
