Disclaimer: Nach wie vor benutze ich Figuren, die den Gedanken JRR Tolkiens entsprangen
Note: Das letzte Kapitel dieser kleinen Geschichte, ich hab's gepostet, weil sonst einfach was fehlt. Hierfür übrigens die PG 13.
Die Blickpunkte wechseln hier des öfteren, das ist Absicht, ich hoffe, man kann es einigermaßen erkennen.
Bin immer dankbar für ein Review!
Kapitel 4
Deine Füße sind zierlich
in den Schuhen, du Fürstin!
Und das Rund deiner Hüften
ist das Werk eines Künstlers!
Einer Schale, der niemals
edler Wein fehlen möge,
gleicht dein Schoß, süßes Mädchen!
Wie ein Hügel von Weizen
ist dein Leib, rund und golden
und von Lilien umstanden.
Deine Brüste sind herzig
wie zwei junge Gazellen.
Einem Elfenbeinturm gleich
ist dein Hals, schlank und schimmernd.
Deine Augen – zwei Teiche
nah beim Tore von Heschbon.
Deine Nase ist zierlich
wie der Vorsprung des Wachtturms
an dem Weg nach Damaskus.
Wie das Karmelgebirge
ist dein Kopf, hoch und prächtig.
Voller Glanz ist dein Haupthaar;
in dem Netz deiner Locken
liegt ein König gefangen.
(aus dem Hohelied Salomons, AT)
Eine Weile noch standen sie am Fenster, und sie hielten sich an den Händen, während sie sich küssten, zögerlich zuerst, doch dann leidenschaftlicher, je mehr sie sich bewusst wurden, dass es nichts mehr gab, was sie trennte. Aragorn legte seine Arme um Arwen, und er zitterte vor Glück bei dem Gedanken, dass er derjenige sein durfte, dessen Gemahlin sie nun war, und dass er sie heute Nacht wahrhaftig zu seiner Frau machen durfte. Sanft zog er sie näher an sich heran, und er konnte ihr Herz heftig schlagen spüren, mit derselben freudigen Erwartung, mit der auch seines schlug. Langsam glitten Aragorns Finger durch Arwens Haare, fuhren ihren Hals entlang und strichen dann begehrend über die nackte Haut über dem Ausschnitt ihres Kleides.
Arwen schloss die Augen. Jede Berührung von ihm brachte sie innerlich zum Erzittern. Wie sehr sie sich danach gesehnt hatte, ihm so nah sein zu können! Heute endlich würde der Bund ihrer Liebe endgültig geschlossen, eine Sehnsucht befriedigt werden. Sie wusste, dass nichts im Lichte Mittelerdes vergleichbar sein würde mit dem, was sie heute würde erfahren dürfen, und mit jeder Berührung von ihm wurde in ihr die Sicherheit bestärkt, dass Luthiens Wahl die einzige gewesen war, die sie gehabt hatte. Wie hätte sie leben können, wenn nicht er fortan der Begleiter ihrer Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte gewesen wäre?
Seine Finger wanderten weiter, nicht unsicher, doch noch immer vorsichtig, als wenn dieses Glück so unfassbar wäre, dass man sich ihm noch nicht sicher sein dürfte und stattdessen Angst haben müsste, jeder Moment könnte der letzte sein. Aragorns Berührungen waren sanft und leicht, Arwen spürte sie kaum, und dadurch konzentrierten sich ihre Sinne noch viel bewusster auf dieses Erlebnis, es war, als wenn der Wind warme Küsse auf ihre Haut hauchen würde. Seine Hände waren weich, und es fiel ihr schwer zu glauben, dass dies dieselben Hände waren, die kraftvoll ein Schwert geführt hatten und die vom Leben in der Wildnis geprägt gewesen waren. Er strich über ihre Haut und sie genoss seine Liebkosungen. Ein Teil von ihr wunderte sich, was genau sie da empfand, doch ihre Gefühle verwirrten sie nicht, die Sprache der Liebe war leicht zu verstehen. Vielmehr zeigten ihr ihre Empfindungen, dass sie niemals zuvor in ihrem Leben eine sicherere Entscheidung getroffen hatte, als die, mit Aragorn zu leben, und das Zusammenspiel ihrer geistigen Gewissheit und ihrer körperlichen Empfindungen ließen sie schwindelig werden. Unter seinen zärtlichen Berührungen entkam ihren Lippen ein Zeichen ihrer überwältigenden Empfindungen und sie lehnte den Kopf zurück.
Ohne aufzuhören sah Aragorn sie an, nicht überrascht, sondern suchend. Funkelnde Augen, tief wie Bergseen begegneten ihm und deutlich war in ihnen zu lesen, was ihre Besitzerin begehrte. Aragorn strich einige Haare über Arwens Schultern und küsste ihren Hals. Er fühlte, wie sie unter seinen Küssen sanft erzitterte, und sein Herz sprang schier vor Glück, dass er sie berühren durfte, diese Frau, die er über alle anderen Frauen bewunderte, schätzte und liebte. Dann spürte er, wie ihre weiche Hände über sein Haar fuhren, zu seinen Schultern wanderten und den Mantel lösten, der um ihn lag. Mit geschickten Bewegungen öffnete sie seine Weste und ließ sie dem Mantel folgen, und dadurch hielt Aragorn inne.
Arwen lächelte und ging vom Fenster fort, ohne ihn eine Sekunde aus ihrem Blick zu lassen. Es gefiel ihr, dass er einen Moment verwirrt zu sein schien, was sie tat. Sie schritt langsam zum Ende des großen Bettes, und dort angekommen löste sie zuerst ihren Mantel, und dann öffnete sie mit den geschmeidigen Bewegungen, die ihrem Volk eigen waren, geschickt ihr Gewand. Sie sah, wie Aragorn heftig einatmete, als das Kleid von ihrem Körper herabglitt, bis es zu ihren Füßen lag. Und nun stand sie dort in einem dünnen weißen Unterkleid, und ihre langen Haare fielen um sie. Aragorn betrachtete sie mit seinem immer ruhigen Blick, doch Arwen wusste, dass sein Herz genauso fieberte wie das Ihre. Sie streckte die Hand aus und lud ihren Geliebten ein, zu ihr zu kommen, und Aragorn ging auf sie zu, bis er ihre Hand ergreifen konnte, die ihn zu sich zog. Sie sah in an und sagte nur mit ruhiger Stimme: „Milo nin gwa lîn pant ûr." *
Einen Moment noch sah Aragorn sie prüfend an, doch in ihren Augen stand nicht der geringste Zweifel, der letzte Bund verlangte danach, geschlossen zu werden. Mit schnellen Griffen hatte er die Bänder ihrer Wäsche geöffnet und sie entkleidet. Wie sie nackt vor ihm stand, glaubte er, eine Göttin vor sich zu sehen, und das Licht der Nacht ließ ihre perfekte, seidenglatte Haut noch viel durchsichtiger erscheinen, als er es bis dahin bei Elben erlebt hatte. Geschickt nahm er sie auf seine Arme und legte sie auf die weichen Decken und Kissen des Bettes, und sie betrachtend und jeden seiner Blicke auskostend kam er zu ihr. Ihre Hände halfen ihm, sein Hemd abzustreifen, und versunken in eine andere Welt küssten sie sich, erforschten sie, was die Liebe ihnen an Wissensdurst eingab, ließen sie sich leiten von Gefühlen, die sie auf sicheren Bahnen führten. Und schließlich kamen seine zärtlich suchenden Hände zu einem Garten, den noch niemand zuvor betreten hatte, und er zitterte vor Liebe zu ihr, als er sah, wie sie unter seinen Berührungen erbebte. Er hielt sie sanft im Arm und führte sie auf bis dahin unbekannte Wege.
Doch sie ließ ihn nicht allein. Ihre Hände zogen ihn zu sich und entkleideten ihn letztlich. Überall, wo sie ihn berührte, glaubte er, in Flammen zu stehen, und mit jeder Berührung wollte er mehr von ihrer Wärme spüren. Er strich über ihre glatten Schenkel, doch Angst überkam ihn, er lehnte sich zurück, und er fragte sich, wie er ihr, die er doch so liebte, den Schmerz ersparen könnte. Arwen spürte sein Zögern und sah ihn fragend an. Ihre Augen versuchten zu ergründen, warum er innehielt, doch sie sah die Antwort bereits in seinen Zügen. Und dann lächelte sie, weil es sie bewegte, wie er um sie besorgt war. „Es gibt nichts, womit Ihr mir jemals weh tun könntet, melethron,* wenn das, was ihr dafür gebt, so wunderbar und mächtig wie eure Liebe ist. Zweifelt nicht daran, dass ihr mir jemals etwas anderes als Glück geben könntet." flüsterte sie ihm zu, und sie zog ihn mit einer leichten Berührung wieder zu sich. Ihre Augen bestätigten ihre Worte und gaben Aragorn Sicherheit, und nach einer Sekunde des Schweigens küsste er sie leidenschaftlich, und dann öffnete er sanft ihre langen Beine und kam zu ihr. Er glaubte fast, ihren Schmerz ebenso spüren zu können, er sah es in ihren Zügen, und das peinigte ihn selbst. Doch es war nur von kurzer Dauer, und dann sah sie ihn auffordernd an, und diese letzte Bestätigung war alles, was er noch brauchte, und er erforschte nun auch, was er selbst empfand. Sie betrachtete ihn voller Liebe, wie er sich zärtlich in ihr bewegte, und auch sie gab sich den Empfindungen hin. Sie hatten sich gefunden und ihre Gedanken und Gefühle wurden eins. Ihrer beiden Augen schlossen sich, und gemeinsam trieben sie davon in dieser klaren Mittsommernacht, und das helle Licht der Sterne kam durch das Fenster und war über ihnen, als das Ende einer langen Zeit des Wartens gekommen war.
Ende
* Milo nin gwa lîn pant ûr: Liebt mich mit eurer ganzen Seele
melethron: Geliebter
