Sooo.
Ich wollte das hier eigentlich schon gestern Abend hochladen, hatte aber irgendwie Probleme mit meinem Schreibprogramm. Oo
Freut mich wirklich, dass ich so viele Reviews bekomme =) danke euch allen.
Viel Spaß mit dem neuen Teil!
Nervös lief ich in der großen Eingangshalle auf und ab. Solch eine Unruhe passte nicht zu mir, zu meiner Art. Doch es waren unruhige Zeiten.
Ich befand mich ein einer alten, verlassenen Villa, am Rande der Stadt. Dies war wohl unsere neue Behausung für eine Weile, jedenfalls hatte ich meine Familie hier gefunden, nachdem ich sie nach meinem Marktbesuch gesucht hatte. Natürlich hatte ich ihnen von meiner jüngsten Entdeckung berichtet. Nicht lange hatte es gedauert, bis sie sich zu einer Besprechung zurückgezogen hatten, zusammen mit einigen Vampirfreunden, die aus den Umkreisen der Großstädte in die Wälder von Forks geflüchtet waren. Ich wurde seit einiger Zeit von diesen Gesprächen ausgeschlossen, da ich, wie sie behaupteten, von privaten Dingen beeinflusst wurde.
Zum Himmel, was war an dieser Bedrohung für unser Leben nicht persönlich?
Zwar konnte ich ihre Gedanken hören, doch es war auch nicht ihr Ziel, das Besprochene vor mir zu verbergen, sondern zu verhindern, dass ich mich einbringen konnte.
Momentan gab es jedoch eh nicht viel einzubringen – sie steckten noch immer mitten in der Sachlagenanalyse fest. Was gab es da großartig zu analysieren? Die Menschen standen kurz vor ihrem Triumph. Wenn sie erst einmal dahinter kamen, was uns Angst und Schrecken lehren konnte, würden sie in kürzester Zeit eine Waffe bauen, eine große Waffe. Darin waren Menschen gut. Unsere Aufgabe war es nun, dem entgegen zu wirken oder eben schneller zu sein. Wobei ich die erste Variante bevorzugen würde.
Plötzlich fand ein Umschwung in ihren Gedanken statt. Hatte ich etwas verpasst?
Durch Carlisle Augen konnte ich auf einer großen Leinwand eine Art Skizze sehen. Diese Skizze ließ mich erstarren. Zu sehen waren mehrere Strichfiguren, welche wohl einen Teil der Menschheit darstellen sollten. Über dieser Zeichnung stand Zusammen treiben. Plötzlich erschien die nächste Skizze und wenn ich kein Vampir wäre, hätte ich nun mein Mittagessen auf die dunklen Fließen erbrochen. Mehr als ausführlich wurde auf dieser zweiten Skizze gezeigt, wie sich einige unserer Freunde die Wiederherstellung unserer Sicherheit vorstellten: Auslöschung.
Nun konnte mich nichts mehr halten. Blind vor Wut stürmte ich die große Treppe herauf und riss die schwere, hölzerne Doppeltüre aus ihren Angeln. Verblüffte, jedoch nicht überraschte Blicke erwarteten mich.
„Edward!", ermahnte mich Esme, meine Mutter.
„Das kann ja wohl nicht euer Ernst sein.", sprach ich durch meine zusammengebissenen Zähne und mit aller Ruhe, die ich angesichts der Situation noch aufbringen konnte.
Ein leises Seufzen seitens der Denalis. Tanya erhob sich von dem großen, Runden Tisch und sah mich kalt an. „Edward, langsam wird es lächerlich! Wie lange sollen wir noch alles aufs Spiel setzen?" Ihr Blick schweifte durch die Runde. „Es ist Zeit zu handeln!"
„Und das ist die einzige Lösung?", fuhr ich sie an, ignorierte Carlisle Gedanken, die mich zur Ruhe zwingen wollten. „Sie abzuschlachten?"
Leise und freudlos lachte sie auf. „Was glaubst du, was sie mit uns vorhaben?" Ihre Miene verdüsterte sich und sie beugte sich vor. „Edward, wozu, denkst du, haben sie diese ganzen Waffenmärkte errichtet? Warum stellen sie Nachforschungen an und versuchen uns zu fangen, um Experimente zu machen?"
Für einen Moment wusste ich nichts zu antworten. In diesem Punkt musste ich ihr Recht geben. Doch es war falsch, so falsch. „Und nun willst du dich auf ihr Niveau herablassen?", fragte ich schwach, wonach sie bloß die Augen verdrehte und sich wieder setzte.
„Edward hat Recht.", warf ein kleiner, in einen Umhang gehüllter Mann. Seine Augen blitzten blutrot unter der Kapuze hervor. „Wenn wir die Menschen vernichten, wovon sollen wir uns dann ernähren? Ich sehe nicht ein, Tiere auszutrinken!"
„Und wenn wir nur den Großteil von ihnen vernichten?", ereiferte sich eine Frau.
„Und dann? Das bietet uns Nahrung für wenige Monate. Schließlich werden wir immer mehr Vampire.", erwiderte der kleine Mann darauf..
„Das durfte wohl an eurem Versuch liegen, genug Menschen zu verwandeln, um eine mächtige Armee zu erschaffen.", fauchte Rosalie und verschränkte die Arme. Emmett legte ihr beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Wir könnten ja nur ein paar töten... und der Rest wird am Leben gelassen, damit sie sich fortpflanzen können.", schlug eine weitere, mir unbekannte Frau vor. „Damit das Gleichgewicht der Natur nicht gestört wird. So machen es die Menschen doch auch mit ihren Schweinen und Schafen und all den anderen Tieren, die sie essen."
Ein Schauer lief mir über den Rücken und ich schloss kurz die Augen. „Ihr wisst schon, dass ihr früher selbst Menschen ward?"
Nun sagte keiner ein Wort, doch ich hörte ihre sich überschlagenden Gedanken.
„Das ist doch Schwachsinn, hör mit diesem philosophischen Scheiß auf, Junge!", knurrte ein weiterer Vampir. „Lange genug haben wir Rücksicht auf die Menschen genommen, uns verdeckt gehalten! Warum sollten wir nicht auch so frei leben dürfen wie sie? Ich meine, sie selbst sehen sich als stärkste Spezies an und sprechen sich deshalb jegliche Rechte zu – dabei sind wir es doch, die diese Rechte für sich beanspruchen sollten!"
Nun begannen alle gleichzeitig zu reden. Carlisle erhob sich. „Ruhe!", sprach er laut. Augenblicklich verstummten alle anwesenden Vampire. „Wir sind nicht hier, um erneut diese Möglichkeiten durchzugehen! Ich hoffe, es ist allen Anwesenden klar, dass weder ich noch meine Familie eine solche Vorgehensweise unterstützen würde!" Bei diesen Worten lag sein Blick fest auf mir. Ich nickte dankbar. „Doch wir wissen auch, dass wir ein Problem haben.", fuhr er fort. „Wir müssen wissen, was sie vorhaben, denn beschützen sollten wir uns trotzdem! Aus den Gedanken, die Edward täglich auf der Straße hört, wissen wir, dass ihre besten Forscher und Experten die Verstecke nicht verlassen und fast niemand Zutritt zu den Laboren hat. Daher sollten wir uns anstelle der ganzen Vernichtungstaktiken lieber überlegen, wie wir es schaffen, in ihre Bunker einzudringen und herausfinden, was sie wissen und planen! Das ist der einzige Weg, dem ich zustimmen würde."
Stille legte sich erneut über diese Runde. In ihren Gedanken wogen sie das Für und Wider ab, doch Carlisle hatte sehr viel Macht über seine Freunde. Viele würden ihm ohne zu zögern folgen.
„Nun", begann der kleine Mann, „es ist wohl nicht abzustreiten, dass es nicht schaden könnte, wenn wir mehr erfahren. Danach lässt sich immer noch entscheiden. Solange sie nichts genaueres wissen und nichts entwickelt haben, können sie uns eh nichts anhaben. Welcher Mensch hat schon eine Chance gegen einen Vampir? Pah!"
Sein letzter Satz brachte den großen Umschwung. Einige lachten leise über seinen Witz.
„Damit ist es beschlossen.", endete Carlisle. „Nun müssen wir beschließen, wer von uns diesen Schritt wagt."
Kaum hatte er ausgesprochen, konnte ich sehen, wie sich eine Vision in Alice' Kopf formte.
„Ich mache es.", sagte ich leise, jedoch deutlich. Viele wollten erneut mit dem Vorwand Einspruch erheben, dass ich persönlich zu belastet sei, doch ich ließ sie nicht zu Wort kommen. „Ihr wisst, dass ich friedlich handeln würde. Niemand wünscht sich den Frieden so sehr wie ich es tue. Noch dazu würde mir meine Gabe helfen, ihr Vertrauen zu erschleichen und in ihren Augen stets das Richtige zu tun."
Alice warf mir einen zufriedenen Blick zu, den ich jedoch nicht deuten konnte. Da sie mal wieder mit Übersetzungsversuchen ihre Gedanken vor mir abschirmte, würde mir dies wohl erst einmal verborgen bleiben.
