kapiel 4, viel spaß :)
Am nächsten Morgen beschloss Renji, dass er wieder laufen durfte. Und wenn er wieder laufen durfte, hieß das seiner Meinung nach auch, dass er wieder zur Arbeit gehen konnte, obwohl sein Taichou davon wohl kaum begeistert sein würde. Grinsend, und sein verbundenes Bein weit von sich weg streckend, duschte er und begann sich fertig zu machen.
Er saß gerade nur mit einem Handtuch bekleidet auf dem Rand seiner Badewanne und versuchte seine noch immer feuchten Haare zu ordnen, während er sich krampfhaft darum bemühte, dass ihm seine Zahnbürste nicht aus dem Mund fiel. Ungeduldig schob er sie mit der Zunge hin und her, bis sie einigermaßen sicher zwischen seinen Zähnen klemmte. Dann griff er nach einer Bürste und machte sich daran, die Knoten aus den widerspenstigen Strähnen zu arbeiten.
Er war fast fertig, als es plötzlich an der Tür klingelte. Vor Schreck sprang er auf und griff aus Reflex an seine Seite, um Zabimaru zu ziehen und riss sich dabei das Handtuch von den Hüften. Als er sich nach dem Stoff bückte, verfing sich die Bürste so sehr in seinen Haaren, dass es ihm die Tränen in die Augen trieb, als er an ihr zog. Er fluchte und ließ dabei die Zahnbürste fallen, die natürlich genau auf der bereitgelegten frischen Uniform landete und einen großen Zahnpastefleck hinterließ.
Renji knurrte wütend.
Musste denn alles schief gehen?
Er atmete tief durch um sich zu beruhigen, zog dann das Handtuch wieder hoch und warf die Zahnbürste ins Waschbecken. Er wollte gerade prüfen, ob sich die Bürste ohne fremde Hilfe von seinen Haaren trennen ließ, als es noch einmal klingelte. Er erschrak fast genauso sehr wie beim ersten Mal, denn normalerweise wurde an seiner Tür geklopft und nicht geklingelt.
Er hatte das lieber, und nachdem seine Besucher einmal gehört hatten, wie laut Renjis Klingel war, hielten sie sich für gewöhnlich auch an seine Bitte zu klopfen.
Einmal war der Abarai tatsächlich vom Stuhl gefallen und hatte sich dabei so den Kopf angehauen, dass derjenige, der geklingelt hatte, angeblich das Krachen bis vor die Tür gehört hatte.
Seitdem hing neben der Tür ein Schild mit der Aufschrift "Klopfen!". Der fäusteschüttelnde Hase daneben war natürlich Rukias Werk.
Es klingelte ein drittes Mal und endlich begriff Renji, dass er die Tür öffnen sollte. Er ließ die Bürste einfach in seinen Haaren hängen, versicherte sich, dass das Handtuch noch an seinem Platz war und benutzte Shunpo um schnell aufmachen zu können – am Ende kam die Person vor seiner Wohnung noch auf die Idee noch einmal die ohrenbetäubende Klingel zu betätigen. Ohne auch nur eine einzige weitere Sekunde zu verschwenden, riss er die Tür auf und fauchte genervt: "Kannst du verdammt nochmal nicht lesen?! Da steht doch -"
Den Rest des Satzes sparte er sich, als er erkannte, wer vor ihm stand. Mit einem unschuldigen Lächeln im Gesicht stand ein kleiner Junge vor ihm und starrte mit großen blauen Augen zu ihm auf.
Das Kind kicherte, als es Renjis wirre Frisur mit der Haarbürste und die bizarren Tattoos auf seinem Oberkörper sah. Der Fukutaichou runzelte ärgerlich die Stirn.
"Abarai Renji, Sir?", kam eine piepsige Stimme. Renji nickte. Kein Wunder, dass der Junge nicht geklopft hatte, er sah durchaus jung genug aus um noch nicht lesen gelernt zu haben.
"Ich bin Takahashi Tarou von der Takahashi-Bäckerei. Es wurde Frühstück für Sie bestellt."
"Frühstück für mich bestellt?", wiederholte Renji und warf dem Jungen einen ungläubigen Blick zu, als dieser ihm einen kleinen Korb in die Hand drückte.
"Ja, Sir. Für Abarai Renji", erklärte der junge Bote. Renji öffnete den Deckel des Korbes und lugte hinein.
Seine Augen weiteten sich, als er die ganzen Köstlichkeiten sah, die sich in dem Behälter stapelten.
"Wer hat das bestellt?", wollte er wissen.
"Eine Nachricht vom Sender liegt im Korb", grinste der Junge. Dann verbeugte und verabschiedete er sich und sprang im Hopserlauf den Gang entlang bis er um eine Ecke bog und aus Renji's Sichtfeld verschwunden war.
Renji zog die Tür wieder zu und ging in die Küche, wo er den gesamten Inhalt des Korbes auf dem Tisch ausbreitete. Es waren alles Delikatessen höchster Qualität und dem Rothaarigen lief schon beim Auspacken das Wasser im Mund zusammen. Schließlich, als alles entnommen war, entdeckte er ganz am Boden des Korbs einen kleinen Zettel.
Er hob ihn auf und faltete ihn neugierig auseinander. Mit feiner, ordentlicher Handschrift waren folgende Worte auf das Papier geschrieben worden: "Da ich dich gestern um dein Abendessen gebracht habe, vermute ich, dass du hungrig bist. Hier ein NICHT minderwertiges Frühstück."
Schockiert ließ Renji den Zettel fallen. Sein Taichou hatte ihm als Entschuldigung dafür, dass er Renji vor Shuuheis grausamer Pampe gerettet hatte, ein Frühstück geschickt?
Im ersten Moment freute er sich. Das Essen sah köstlich aus und noch dazu hatte der Kommandant sich offensichtlich Gedanken darum gemacht, wie es seinem Vize ging und ob er nach einer ausgelassenen Mahlzeit wohl großen Hunger hatte.
Aber dann kam ihm ein anderer Gedanke. Das Ganze musste ein Vermögen gekostet haben! Er konnte den Korb auf keinen Fall annehmen!
Auf der anderen Seite war es aber eine überaus nette Geste von Byakuya und Renji wollte ihn nicht beleidigen, indem er das Essen zurückschickte. Außerdem, was sollte er denn tun? Er kannte die Bäckerei, von der die Sachen kamen, nicht. Wollte er denn ganz Soul Society ablaufen und dann, falls er die Bäckerei überhaupt fand, am Ende womöglich noch gesagt bekommen, dass eine Rückgabe unmöglich war? Immerhin befand sich in dem Korb Essen... und Renji war tatsächlich hungrig.
Seine Gedanken wurden durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen. Überrascht sah er auf.
"Renji? Bist du wach?", hörte er Hisagis Stimme von draußen. Was machte sein Freund hier? Musste er nicht arbeiten?
Schnell begann er das Essen wieder in seinen Behälter zu stopfen und versteckte den Korb dann in einem Schrank.
"Komm rein, Shuuhei, es ist offen!", rief er und war mit einem schnellen Shunpo wieder auf seinem Lager im Wohnzimmer. Er hörte, wie die Tür aufging und kurz darauf stand der dunkelhaarige Fukutaichou vor ihm.
"Guten Morgen! Wie geht es deinem Bei-" Seinem Freund versiegte die Stimme und er zog seine halbe Augenbraue nach oben.
"Renji, du hast nichts an", stellte er fest. Der Angesprochene sah an sich herab und wurde rot. Er hatte ganz vergessen, dass er nur ein Handtuch trug!
"Hast du etwa Besuch", wollte Hisagi grinsend wissen und sah sich um. Renji beeilte sich, ihm zu antworten.
"Quatsch! Ich hab nur geduscht!"
Sein Freund aber lachte nur und sagte: "Ich hol dir was zum anziehen."
Als er Renji eine frische Uniform geholt hatte, sprach er weiter.
"Ich bin eigentlich nur vorbeigekommen um dich zu fragen, ob du irgendwas brauchst, weil ich nach der Arbeit noch einkaufen gehe."
Der Rothaarige dachte einen Moment nach, dann schüttelte er den Kopf. "Ich glaube ich hab alles, was ich brauche, danke." Dann fiel ihm jedoch etwas anderes ein, was sein Freund für ihn tun konnte. "Aber du könntest mir einen Gefallen tun. Kannst du die Bürste aus meinen Haaren holen? Ich krieg sie nicht mehr raus." Mit einer Hand deutete er auf seinen Kopf, auf dem wie ein Hut noch immer seine Haarbürste thronte.
Hisagi sah ihn einen Moment fassungslos an, dann brach er in lautes Gelächter aus.
"Wie hast du das denn wieder geschafft?", brachte er lachend heraus, während er mit geschickten Fingern begann, Renjis Haare zu entknoten.
"Hisagi", begann der Rothaarige. "Wenn du etwas geschenkt bekommst, was du nicht annehmen kannst, aber du willst die Person nicht beleidigen indem du es zurück gibst, was machst du dann mit dem Geschenk?"
Shuuhei hielt einen Moment in seiner Aufgabe inne. "Wie teure Konzertkarten?" Sein Kollege nickte.
"Dann schenk sie jemand anderem", schlug der Schwarzhaarige vor.
"Wenn ich das Konzert aber eigentlich ganz gerne sehen würde?", fragte Renji vorsichtig.
"Dann geh mit der Person, die dir die Karten geschenkt hat, hin", antwortete Hisagi und grinste selbstgefällig, stolz auf seine kluge Antwort.
Renji fand sie auch klug, geradezu genial. Denn es war erstens wirklich eine gute Lösung, und zweitens hatte er eine Ausrede zur 6. Abteilung zu gehen, obwohl er krankgeschrieben war. Er würde einfach mit Byakuya frühstücken!
Kurze Zeit später drückte dieser ihm die Haarbürste in die Hand und verabschiedete sich schnell, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Sobald er aus der Tür war, sprang
Renji auf, zog sich an, band seine Haare zurück und machte sich mit dem Frühstückskorb in der Hand auf den Weg.
ich hoffe es hat euch gefallen^^ und ihr schreibt mir eure meinung
bis zum nächsten kapitel :D
