Damion sah Seiya für diesen Kommentar mit wütend funkelnden Augen an. *Dieser elende Wurm* dachte er sich sauer, zwang sich aber gelassen zu wirken und schluckte seine Wut und den Drang Seiya eine reinzuhauen herunter. Zudem musste er sich konzentrieren um die Bilder zu bekämpften die sich in seinen Kopf schleichen wollten. Bilder von Sera, wie sie sich lasziv vor ihm, nur in Unterwäsche bekleidet bewegte und ihm lüsterne Blicke zuwarf. Wie sie ihn geradezu mit ihren Augen anflehte sie in seine Arme zu nehmen und sie zu nehmen an Ort und Stelle. Schnell versuchte er an etwas anderes zu denken, bevor ihn sein Körper, der auf solch ein Szenario schon beim puren Gedanken daran heftig reagierte, verraten würde.

Mamoru sah zu Bunny, die geschockt abwechselt von Seiya zu Sera blickte. Konnte er nicht mal so ein Glück haben, fragte er sich. Wenn sein Engel, in solch einem Etablissement arbeiten würde, würde er bestimmt zu einem Stammgast werden. Auf der anderen Seite würde er die Vorstellung hassen, sie den lüsternen Blicken der anderen Männer ausgeliefert zu wissen. Es war also besser dass sie solch einem Beruf nicht nachging. Aber in seiner Fantasie durfte sie gerne, nein sie musste für ihn tanzen, aber nur für ihn, allein mit ihm in seinem Wohnzimmer, mit einem Hauch von nichts. Er liebte seine Fantasie, in der er schon viele Dinge mit Bunny angestellt hatte, die er sich so sehr wünschte, die ihm in der Realität jedoch versagt blieben.

„Selbst wenn sie sich nicht anfassen lässt ist es doch so dass sie sich auszieht und wer weiß wenn das Angebot hoch genug ist vielleicht…" sagte Minako

„Pah! Was weißt du schon Barbie! Du hast doch noch nie gearbeitet! Alles was du kannst ist doch die Kohle von deinem Vater verprassen! Ich werde nie und ich meine nie für Geld mit jemandem ins Bett gehen! Was kann ich dafür dass Männer Schweine sind? Weißt du wie viel Kohle ich mit Tanzen verdiene? Das ist der Wahnsinn ich verdiene an einem Abend, der echt mies läuft, genauso viel Kohle, wie in zwei Wochen als Kellnerin, wo jeder dritte Kunde meint mir an den Arsch fassen zu dürfen!" erwiderte ihr Sera

„Warum machst du das überhaupt?" fragte nun Ami „Ich meine rein Rechtlich sind doch deine Eltern für deinen Lebensunterhalt verantwortlich"

Sera sah sie nachdenklich an, drehte sich nun von der Gruppe weg mit einem patzigen „das geht euch gar nichts an" und sah aus dem Fenster. *Was hat sie nur?* fragten sich Damion und Bunny

„Was hast du, du siehst auf einmal so traurig aus?" sagte Bunny mitfühlend, sie spürte das Sera etwas bedrückte.

Sera antwortete ihr nicht, sie sah einfach weiter aus dem Fenster und beschloss die anderen zu ignorieren. Was brachte es ihnen zu wissen, warum sie es tat? Das würde ihre Familie auch nicht wieder lebendig machen und die Schulden die sie ihr hinterlassen hatten würden dadurch auch nicht weniger werden. Das einzige was es bringen würde waren mitleidige Blicke, die sie beim besten Willen nun auch nicht gebrauchen konnte. Sie wollte kein Mitleid, warum auch, sie war doch noch gut dran. Aus Erfahrung wusste sie, dass es Menschen gab die viel schlechter als sie dastanden. Ihr blieb immer noch das Haus und ihr Talent zu tanzen. Zudem hatte da oben sie jemand anscheinend gern, denn sie hatte bisher immer wieder Glück im Unglück gehabt. Erst als sie doch zu Hause geblieben war, weil sie keine Lust hatte mit nach Tokio zu fahren wo ihre Großmutter im Haus ihrer Eltern wohnte, damit es instand gehalten wurde, während ihre Abwesenheit. Ihr Vater hatte eine neue, besser bezahlte Stelle als Ingenieur in Okinawa angenommen, deshalb sind sie, damals vor zehn Jahren umgezogen. Sie war also bei dem Unfall, den sie hatten nicht mit dabei. Dabei war ihr Bruder ein guter Fahrer, sie verstand bis heute nicht wie der Wagen auf gerader Strecke von der Straße abkommen und gegen einen Baum fahren konnte. Der Gutachter von der Polizei konnte ihr das auch nicht so wirklich erklären, er hackte das als Schicksal ab. Vielleicht war auch ein Wildtier für den Unfall verantwortlich. So genau konnte das keiner Sagen.

Nach dem Unfall zog sie zu ihrer Großmutter, ihre einzige noch lebende Verwandte, ins Haus ihrer Eltern. Zudem Zeitpunkt dachte sie noch, das ihre Großmutter ihr über den Verlust den sie beide erlebt haben eine Stütze sein würde. Weit gefehlt. Ihre Großmutter entpuppte sich als wahres Monster, das tatsächlich allen Ernstes von ihr verlangte diesen Toshi Hagusara zu Heiraten um die Schulden ihrer Eltern zu begleichen. Das war sowieso die Höhe, sie konnte sich beim besten Willen nicht erklären, wie ihre Eltern so viele Schulden gemacht haben sollen. Nie haben sie auf großem Fuß gelebt, das diesen riesigen Schuldenberg, den sie momentan versuchte abzuarbeiten, erklären würde. Als sie sich weigerte Toshi zu heiraten, meinte ihre Großmutter dass sie dann zusehen müsse wie sie klar komme und verschwand einfach ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Sie hat ihr keine Träne nachgeweint. Sollte doch die alte Schachtel bleiben wo der Pfeffer wächst. Dann als sie verzweifelt auf der Suche nach einem Job, durch Tokios Straßen zog, stieß sie mit einem großen muskelbepackten Mann mit kahlgeschorenen Haaren zusammen. In diesem Augenblick dachte sie schon ihr letztes Stündlein hat geschlagen, sie konnte sich zwar durchaus verteidigen, aber gegen den wäre sie garantiert nicht angekommen, jedenfalls wollte sie es nicht ausprobieren. Zu ihrer Überraschung war der Mann jedoch, weder aggressiv noch sonst irgendwie sauer oder bösartig. Eher im Gegenteil, er war die Ruhe und Freundlichkeit selbst. Sie freundeten sich schnell an und er besorgte ihr, den Job im Hotcatclub, indem er als Rausschmeißer arbeitete. Alle waren dort, freundlich zu ihr, die anderen Tänzerinnen waren nicht zickig, nahmen Drogen oder prostituierten sich, so wie bei vielen, das Vorurteil ist. Nein jede einzelne hatte ihre eigene Geschichte, wie sie zu diesem Job kam und warum sie ihn machte. Selbst der Chef war nett, er versuchte stets eine Familiäre Atmosphäre für alle seine Angestellten zu schaffen. Wenn man ein Problem hatte konnte man zu ihm gehen, natürlich war er auch ganz Chef und auf Umsatz getrimmt, aber er zwang kein Mädchen gegen ihren Willen etwas zu tun was sie nicht wollte. Sie zum Beispiel brauchte sich nicht komplett ausziehen, wofür sie mehr als dankbar war, denn normalerweise ist es üblich dass sich Stripperinnen komplett entkleiden, zudem wird sie nicht angefasst, die Kunden legen die Scheine für sie in einen Eimer der noch während der Show von einem anderem Mädchen herumgereicht wird. Das macht den Job wesentlich angenehmer wie den als Kellnerin, wo jeder dritte Kunde glaubt ihr an den Arsch fassen zu dürfen. Als es ihr dann mal reichte und sie einem Kunden fast mal einen Arm brach, gab es natürlich mächtigen ärger mit dem Chef vom Hooters. Der positive Nebeneffekt war jedoch, das sie vor solchen Attacken eine Weile ihre Ruhe hatte, denn wenn eine Frau einem fast zwei Meter großen und nicht gerade untrainierten Mann fast den Arm brach, machte das natürlich die Runde. Aber sie durfte sich keinen weiteren Patzer dort liefern, denn egal wie gut sie im Hotcatclub auch verdiente, sie brauchte jeden einzelnen Yen. Es war schließlich nicht einfach, die Schulden abzuzahlen und auch noch den Lebensunterhalt zu finanzieren. Sie musste nun Kosten bezahlen, von denen sie nie geahnt hatte bzw. von denen sie nichts wusste das man dafür extra zahlen muss, wie zum Beispiel die Müllentsorgung oder Grundstückssteuern.

Damion holte sie aus ihren Gedanken in dem er sich räusperte und fragte „Gut ..äh…wo waren wir?"

Makoto erhob sich und begann „Mein Name ist Makoto Kino, ich koche leidenschaftlich gern, als ich dann eine Idee bekam die das kochen revolutionieren würde, bat ich Ami um ihre Hilfe. Als wir meine Idee dann in die Tat umsetzen wollten, ging irgendwas schief und wir haben die Küche…wie soll ich es sagen…naja sieh hatte schon mal bessere Zeiten"

„Ach dann wart ihr das!" meinte nun Mamoru „Jetzt erinner ich mich, wir haben euch gesehen wie ihr aus dem Raum geflüchtet seid"

Seiya fing an zu lachen „Ja jetzt weiß ichs auch wieder, ihr saht total witzig aus, mit dem ganzen Zeugs auf euch!"

„Na ganz toll das es euch gefallen hat!" meinte Makoto sarkastisch.

„Sorry er meint es nicht so, ihr dürft ihn nicht so ernst nehmen, manchmal labert er einfach nur kompletten Blödsinn" sagte Motoki nun entschuldigend und schenkte ihr ein bezauberndes lächeln, was Makoto verzauberte. „Ähm ja okay" stotterte sie leicht verlegen und lächelte ihn an.

Nun erhob sich auch Motoki und fing an sich vorzustellen „Motoki Furuhata, ich bin wegen der gleichen Sache wie Mamoru und Seiya hier."

Nun war Ami an der Reihe, sie erhob sich und sagte verlegen „Ich…Ich bin Ami Mizuno, ich will später mal Ärztin werden. Hier bin ich weil ich zusammen mit Makoto die halbe Küche in die Luft gejagt habe."

„Hey ich will auch Arzt werden…weißt du schon in welche Richtung du gehen willst?" fragte Mamoru sie nun interessiert.

Ami`s Wangen röteten sich nun gänzlich „Oh…nun naja es ist ja noch eine Weile bis dahin…ich interessiere mich in so viele Richtungen da ist es schwer sich jetzt schon festzulegen."

„Ja das kann ich verstehen" erwiderte Mamoru ihr und schenkte ihr ein warmes Lächeln. Bunny die diese Szene so gar nicht gefiel, überkam ein plötzliches Gefühl der Eifersucht, das sie jedoch versuchte schnell zu unterdrücken.

Jetzt war Sera an der Reihe, wiederwillig erhob auch sie sich als sie den durchdringenden Blick Damions sah und fing an „Mein Name ist Sera Star…"

„Klingt schon so nach Porno" warf Minako ein, woraufhin Seiya das Lachen nicht mehr unterdrücken konnte. Wenn Blicke hätten töten können, wäre Minako wahrscheinlich dreimal gestorben, bei dem Blick mit dem Sera sie nun bedachte. „Sehr originell Barbie, meine Familie ist vor etwa 100 Jahren in dieses Land eingewandert, daher der amerikanische Nachname!"

Minako sah Sera an „Aja und die waren alle.." sie konnte ihren Satz nicht beenden, denn nur in sekundenbruchteilen stand Sera mit wütend funkelnden Augen vor ihrem Tisch. „Pass auf was du jetzt sagst Barbie, sonst schwör ich dir, das nicht mal deine Eltern dich wiedererkennen werden wenn ich mit dir fertig bin." zischte Sera bedrohlich. Wenn es eine Sache war die ihr sonst so friedliebendes Gemüt zum kochen brachte, dann war es wenn jemand es wagte ihre verstorbene Familie zu beleidigen, da hörte für sie der Spaß eindeutig auf.

Damion reagierte schnell und zog Sera etwas von Minakos tisch weg. Er blendete die Blitze die seinen Körper durchzuckten, als er ihre Haut berührte so gut es ging aus und sagte in einem strengen Ton „Das geht jetzt zu weit! Hier wird keiner bedroht". Sera schnappte nach luft „Die Kuh hat angefangen niemand…" sie wurde barsch von Damion unterbrochen „das interessiert mich nicht, dafür bleibst du eine Stunde länger hier!"

„Aber.." wollte Sera wiedersprechen

„Kein Aber!" ließ Damion keine wiederrede zu.

„Arschloch" grummelte Sera leise und befreite sich aus seinem Griff. *Mein Chef reißt mir den Kopf ab…Scheiße*. Minako hingegen kicherte und grinste sie breit an. *Boah, wie gern würde ich jetzt nur einmal ausholen, aber warte Barbie, glaub mir das kriegst du wieder!*

„Wie war das?" fauchte Damion sie böse an.

Sera rollte mit den Augen „Ich muss mal telefonieren" meinte sie.

„Warum?" fragte Damion perplex

„Man das geht dich nen Sch…." Das letzte Wort sprach sie jedoch nicht aus, im letzten Augenblick konnte sie sich noch zügeln. Tief seufzend sah sie ihn mit bittenden Augen an „Es ist wichtig"

*Gott, wie soll ich denn da nein sagen* fragte er sich und gab ihr als Antwort nur ein Kopfnicken. „Zehn Minuten Pause für alle, dann machen wir weiter" sagte er in die Runde.

Sera schnappte sich ihr Handy und verließ fluchtartig den Raum. Bunny sah ihr besorgt nach, sie wurde das Gefühl nicht los, das sie etwas bedrückte. Wortlos stand sie auf und wollte ebenfalls den Raum verlassen. Mamoru stand auf und streckte sich „Sie wird dir nichts erzählen" meinte er zu Bunny die ihn nun fragend ansah. Er deutete auf die geschlossene Tür „Du bist zu neugierig Odango! Sie will nicht darüber reden, das hat sie doch gesagt"

„Ach was weißt du schon, jeder braucht jemanden zum reden!" ließ sich Bunny nicht beirren. Mamoru ging ihr nach als Bunny den Raum verließ. Sie sah wie Sera aufgeregt den Gang auf und ablief und mit jemanden stritt. Bunny war zu weit weg um das Gespräch folgen zu können. Sie schnappte nur einzelne Wortfetzen wie , Warum?Ich brauche den Job, auf. Als das Gespräch anscheinend beendet war, sah sie wie Sera an einen Spinnt lehnte und sich langsam an ihm hinabgleitete und sich schließlich mit angewinkelten Beinen, die sie mit ihren Armen umschlang auf den Boden saß.

Langsam ging Bunny auf Sera zu und setzte sich neben sie. „Sehr schlimm?" fragte sie mitfühlend.

Angesprochene Seufzte tief „Ach das Leben ist an manchen Tagen echt beschissen."

Bunny lachte leicht auf, ohne jedoch belustigt zu wirken „Ja da hast du recht….aber weißt du was? Auf Regen folgt immer Sonnenschein."

Zum ersten Mal seit dem Bunny bei ihr saß sah Sera sie an. Ein zartes Lächeln umspielte ihre Lippen „Du bist lustig" meinte sie

„Warum?" fragte Bunny perplex.

„Weil ich in einem verdammten Monsun stehe." erwiderte Sera ihr, ohne jedoch verbittert zu klingen, es hörte sich eher nach einer unumgänglichen Tatsache an.

„Dann lass Bunny deine Sonne sein" mischte sich nun Mamoru ins Gespräch mit ein. Total verwirrt, sahen ihn beide Mädchen fragend an. „Vertrau mir einfach" meinte er und streckte beiden seine Hände entgegen, um ihnen aufzuhelfen. „Eine Stunde mit Odango und du vergisst für die Zeit deine Sorgen" sagte er zu Sera gewandt, als er die beiden hochzog. Bunny errötete heftig und war für einen Moment sprachlos. *Kann es sein dass er mich vielleicht doch mag?* fragte sie sich. Jedoch verwarf sie diesen Gedanken sehr schnell als er sagte „Echt jetzt man kann nur über Odango lachen" grinste er Bunny schelmisch an.

Jetzt war Bunny wieder auf hundert achtzig „Sag mal geht's noch Baka! Du arroganter Affenarsch! Du gehst mir tierisch auf den Nerv mit deinem gehabe!" zickte sie ihn an.

Mamoru grinste weiterhin „Du warst auch schon mal einfallsreicher Odango!". Bunny sah ihn wütend an machte ein „Pah", sagte zu Sera „Wenn du darüber reden willst, ich kann gut zuhören und kann Geheimnisse für mich behalten" machte dann auf dem Absatz kehrt und ging wieder zurück in den Nachsitzraum.

Stumm hatte Sera die beiden beobachtet „Warum sagst du es ihr nicht?" fragte sie ihn.

„Ähm…was meinst du?" fragte er leicht stotternd.

Sera sah ihn mit gerunzelter Stirn an „Na das du in sie verliebt bist"

Geschockt sah er sie an „Was? Wie? Nein, das siehst du falsch ich bin nicht…" versuchte er sich herauszureden.

„Verarschen kannst du dich alleine…ich seh es doch das du sie liebst! Also warum sagst du es ihr nicht?" erwiderte sie ihm trocken.

Er seufzte „Du hast doch gesehen…sie kann mich nicht leiden wir sind immer nur am streiten wenn wir uns sehen"

„Dann sei doch einfach mal nett zu ihr." meinte sie dann

Mamoru fuhr sich durch seine schwarzen Haare „Ich kann irgendwie nicht, immer wenn ich sie sehe…dann verlassen meinen Mund Beleidigungen…und man sie ist so schön und süß und lebenslustig…alles was ich nicht bin..und ach sone scheiße sie würde mich niemals wollen"

„Oh Okay…aber du kannst das nicht mit Sicherheit sagen, wenn du nicht ehrlich zu ihr bist" schloss sie „Du bist einfach nur zu feige"

„Dann bin ich eben feige! Selbst wenn wir uns nur streiten, so nimmt sie mich jedoch war. Du müsstest doch am besten wissen wie ich mich fühle! Ich will sie nicht verlieren. Das müsstest gerade du doch verstehen!" schnauzte sie Mamoru an.

„Wie jetzt?" fragte Sera perplex.

„Du hast doch auch jemanden verloren. Vor kurzem erst, der Schmerz in deinen Augen ist klar und deutlich zu sehen!"

Betreten sah sie zu Boden „Ist das so offensichtlich?" fragte sie fast flüsternd.

„Nein nur für jemanden wie mich…ich hab meine Eltern mit sechs verloren…"meinte er

Sera sah ihn an und holte tief Luft „ Meine Eltern und mein großer Bruder sind vor zwei Monaten durch einen Autounfall gestorben." Wortlos zog Mamoru sie leicht in seine Arme und flüsterte ein Tut mir leid. Nach einer kurzen Zeit des Schweigens sah sie hoch in Mamorus Augen, in denen kein Mitleid sondern Verständnis für sie lag und fragte ihn „Wird es irgendwann besser?". Mamoru lächelte sie warm an „Ja es wird mit der Zeit besser, vergessen wirst du es nie! Es ist dann jedoch kein Stechender Schmerz mehr, der dich von innen droht aufzufressen. Sondern eher wie eine Art Narbe, die immer da ist und dessen Wulst du spürst wenn du mit den Fingern darüberstreichst."

„Na los, lass uns wieder reingehen. Die zehn Minuten sind eh schon um." Sagte Mamoru und entfernte sich aus der Umarmung.

Sera lächelte ihn warm an „Ja ich denke du hast recht und danke"

„Nicht dafür, wir Weisenkinder müssen doch zusammenhalten" meinte Mamoru und zwinkerte ihr zu.

Sera lachte und ging mit ihm wieder zurück in den Klassenraum, wo die anderen sie mit neugierigen Blicken musterten. Wortlos setzten sie sich wieder an ihre Plätze und sahen Damion der ihnen den Rücken zugewandt hatte an. Damion drehte sich nach zwei Minuten, in denen er einfach nur aus dem Fenster gesehen hatte um und ging zur Tafel und schrieb an dem obersten Rand Gruppe eins, daneben Gruppe zwei bis hin zu Gruppe drei. Mit großen Augen verfolgten die Schüler sein Tun und sahen ratlos zur Tafel.

„Da ihr ja mit eurem Aufsatz alle so schnell fertig ward. Werde Ich euch jetzt in Gruppen einteilen, in sogenannte Arbeitsgruppen, jede Gruppe wird von mir Aufgaben bekommen, zudem müssen drei Themengebiete behandeln, die ich euch Morgen geben werde und am Ende der Woche präsentiert werden" sagte Damion wodurch ein kollektives aufstöhnen durch den Raum ging.

„Damit wir uns gleich richtig verstehen, ihr werdet euch nachdem ihr hier eure Zeit nachgeholt habt dafür Zeit nehmen müssen" stellte er klar.

„WAS!" schrie Sera aufgebracht und sprang von ihrem Stuhl auf „Ich glaub es hackt! Bist du jetzt nur noch bekloppt! Ich habe keine Zeit für sone Scheiße! Verdammt!"

„Ja find ich auch!" mischte Minako mit.

Sera sah sie kurz perplex an und schüttelte kurz den Kopf. „Es reicht jetzt! Auf ein Wort" sagte Damion, packte Sera am Arm und zerrte sie in Richtung Tür. Völlig überrumpelt fand sie sich im Flur mit ihm allein wieder. Damion schloss mit wütend funkelnden Augen die Tür hinter ihnen und kam Sera bedrohlich nahe, woraufhin sie instinktiv zurückwich, bis sie schließlich mit dem Rücken an einen Spint stieß. Mit großen Augen sah sie ihn geschockt an, als er mit seiner großen flachen linken Hand, neben ihrem Kopf, in den Spint schlug. Kurz zuckte sie instinktiv zusammen als das Metall mit seiner Haut zusammentraf und einen blechernen Klang abgab.

„Ich bin ein sehr geduldiger und friedliebender Mensch weißt du…aber auch mir reißt irgendwann der Gedultsfaden…vor allem bei Personen die mir keinen Respekt zollen… dann kann ich besonders gemein werden" knurrte er und kam ihrem Gesicht immer näher *Gott ihr Duft macht mich wahnsinnig…diese vollen Lippen...hm…perfekt zum Küssen…*

Sera fasste wieder Mut und sah ihn nicht minder zornig an „So? Warum sollte ich? Wegen dir habe ich einen meiner Jobs verloren auf den ich angewiesen war! Nur weil du mir eine Reinwürgen wolltest. Ich mein vielleicht stehst du ja auf Barbie…" sie bekam ein abfälliges schnauben von ihm auf ihre Bemerkung „…keine Ahnung, aber es war ungerechtfertigt nur mich zu bestrafen, obwohl sie angefangen hat! Sowas nenn ich Respektlos, du kannst von mir Respekt verlangen, wenn du diesen auch verdient hast!"zischte sie ihn an „und jetzt hör auf mir so auf die Pelle zu rücken" hängte sie dem nach und versuchte ihn wegzuschieben, wodurch ihre Hände seine Brust berührten. Durch diese einfache Berührung jagten mehrere eklektisch aufgeladene, angenehme Schauer durch ihrer beider Körper die sie für einen kurzen Moment die Welt um sich herum vergessen ließen. Für einen kurzen Augenblick sahen sie sich tief in die Augen und versanken in ihnen. Ihre Gesichter kamen sich Zentimeter für Zentimeter immer näher, bis die Tür mit einem lauten Poltern aufschwang und der Zauber vorüber war.

Der Rest der Truppe war so neugierig gewesen, das sie sich alle an die Tür begeben hatten um zu lauschen. Bunny kam ausversehen an die Türklinke und so vielen sie alle durch die Tür. Damion ließ von Sera ab und sah auf seine Schüler herab, die übereinander gestapelt auf dem Boden lagen.

„Au, Mensch geh runter von mir, ich krieg ja gar keine Luft mehr" beschwerte sich Minako bei Seiya, der sie nur dämlich an griente.

„Nette Unterwäsche trägst du" sagte er als er von ihr runter stieg.

„Ach halt den Rand" fauchte sie ihn an.

„Das kommt davon wenn man so neugierig ist" meinte Damion trocken „Machen sie dass sie wieder auf ihre Plätze kommen"

Als alle wieder im Raum ordentlich auf ihren Plätzen saßen, Teilte er sie in drei Gruppen ein. Die wie folgt lauteten. Gruppe eins bestand aus Ami, Minako und Seiya. Gruppe zwei aus Makoto und Motoki und die letzte Gruppe bildeten Mamoru, Bunny und Sera. Natürlich beschwerte sich Bunny lautstark, das sie nicht mit Mamoru in eine Gruppe wollte und sie lieber tauschen wolle. Doch in dieser Hinsicht ließ sich nicht mit Damion reden. Er hatte nicht ohne Grund die Gruppen so gebildet. Ami war in allen Fächern gut, sie besaß im Gegensatz zu Minako und Seiya ein ruhiges Gemüt und konnte die beiden sicherlich etwas runterholen von ihrem `Ach ich bin so toll` Tripp, auf dem sich die beiden gerade befanden. Makoto war in Mathe schlecht, in dem Motoki eine eins hatte und Makoto war in Hauswirtschaft gut, von der Motoki keine Ahnung hatte. Mamoru war in Geschichte, Englisch und Mathe hervorragend, er konnte Sera bei Geschichte helfen und Bunny in Englisch und Mathe, in denen Sera auch nicht so die Leuchte war. Desweiteren wollte er die eingefahrenen Cliquen etwas auflockern.

„Morgen bringt ihr alle Bitte eure Turnsachen mit." meinte er trocken und ging aufs Lehrerpult zu. Ein Raunen ging durch die Reihen.

„Och nö" stöhnte Bunny, Minako und Seiya unisono.

Sera sah Damion fragend an und wie als wolle er ihre ungestellte Frage beantworten sagte er „Lasst euch einfach überraschen, aber am besten ihr nehmt euch einmal legere und einmal etwas engere Trainingsklamotten mit. Vielleicht habt ihr ja auch noch irgendwelche Ideen, die wir machen könnten"

„Essen" sagte Bunny mehr zu sich selbst als zu ihm.

„Vielleicht einen anderen Tag Miss Tsukino, morgen soll es eher um sportliche Themen gehen." erwiderte er ihr.

„Matratzensport" feixte Seiya

„Kou!" Damion funkelte ihn mehr als sauer an. Es störte ihn ungemein das dieser jedes Mal alles ins sexistische zog. Er hatte schon genug Probleme sich in Seras Gegenwart zu konzentrieren, auch ohne diese dämlichen Sprüche, die nur weiter seine Fantasie anregten.

Seiya sah ihn beleidigt an und würgte ein „dann eben nich" hervor.

„Hey wie wäre es mit einer runde Fußball?" meinte nun Motoki.

„Na toll dann haben wir ja gar keine Chance, nein das ist ne blöde Idee, dann doch lieber Karate!" sagte nun Makoto.

„Wow, du stehst auf Karate?" fragte Motoki interessiert

Makoto grinste ihn selbstsicher an „Ich steh nicht nur drauf, ich liebe es, seit meinem siebten Lebensjahr trainiere ich und ich bin ziemlich gut"

Motoki war erst etwas sprachlos doch dann grinste er breit „Toll dann kannst du es mir sicher irgendwann beibringen…ich hab es mal versucht, aber mein Lehrer ist an mir verzweifelt…"lachte er.

„Klar" erwiderte Makoto und errötete leicht.

*Ja Karate wär echt klasse, wer weiß vielleicht würde ich ja die Chance kriegen und unserem ach so tollem Lehrer eine kleine Lektion erteilen, dafür das ich heute länger bleiben muss und mir gekündigt wurde*dachte sich Sera mit einem Seitenblick auf Damion *ich könnte schon fast wetten, dass da nur Luft in seinen Muskeln ist…obwohl er ja nicht so aussieht wie einer der nur pumpt…hm…er sieht schon echt nicht…Gott das denk ich doch jetzt nich wirklich? Sera der Typ is dein Lehrer! Zudem noch ein Arschloch was dich den Job gekostet hat! *

„So hat jemand vielleicht noch irgendwelche Ideen um die kommenden Tage sinnvoll zu gestalten? Essen hatten wir ja nun schon" fragte Damion in die Runde und zwinkerte Bunny zu, die verlegen errötete.

„Wie wäre es wenn wir alle zum Strand fahren, das Wetter soll die nächsten Tage sehr warm und sonnig werden." schlug nun Minako vor *Wenn Mamoru mich erst mal im Bikini sieht, dann kann er mir nicht wiederstehen* dachte sie sich.

Damion schüttelte den Kopf „Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen wir das Schulgelände nicht verlassen"

Enttäuscht sah Minako ihn an und zog einen Schmollmund „Oh wie schade…."beschwerte sie sich.

„Nicht traurig sein Schnucki, wir haben doch ein Hallenbad" meinte Seiya und sah hoffnungsvoll zu Damion, die Vorstellung die Mädchen in knappen Bikinis zu sehen war einfach zu schön für ihn und er hoffte dass sein Lehrer zustimmte.

Damion hingegen kämpfte mit sich und quälte sich ein „Mal sehen" über die Lippen. Er erhob sich von seinem Stuhl „So wir werden den Rest des verbleibenden Tages nutzen und ein wenig für die Allgemeinheit tun"