Wie niedlich… er klebt ja förmlich an meinen Lippen. Ich sollte ihm ein bisschen mehr bieten und einfach mal kurz darüber lecken. Ist ja witzig! Wie seine Augen leuchten… Oh was hat er vor? Er will mir doch jetzt keinen Kuss geben? Ist er gerade überhaupt nicht mehr im Stande logisch zu denken? Hahaha, mein kleiner süßer L, komm nur näher… das passt mir gerade wirklich gut…
Der Detektiv war wie gebannt näher gekommen, hatte seinen Kopf zu Beyond gesenkt und war nur noch wenige Zentimeter von seinen Lippen entfernt. Unsicher blieb er kurz vor der Berührung stehen, musterte die wieder geschlossenen Augen, und warf dann jeden Zweifel über Bord. Quälend langsam beugte er sich zu ihm hinunter, drückte sanft seine Lippen auf die des Mörders und ein Feuerwerk der Gefühle explodierte in seinem Inneren. Eine unsagbare Hitze breitete sich von seinem Herzen, über den Oberkörper, bis in die Fingerspitzen aus. Seine Lippen brannten wie Feuer, aber er wollte unter keinen Umständen, diesen Kuss unterbrechen.
Sie mal einer an! Küssen kann der Gute und wie! Der geht ja richtig an die Sache dran. Ich muss zugeben, es fühlt sich wirklich nicht schlecht an, aber ich habe keine Lust auf eine Klette wie ihn. Das würde nur Ärger und Stress bedeuten… Ich werde ihn von mir abhängig machen, nur ich werde in seinen Gedanken kreisen…. Und dann werde ich ihn brechen! Verletzten und quälen… er wird so leiden… Aber jetzt sollte ich mich wirklich auf diesen Kuss konzentrieren… tze tze tze Beyond, da gibt er sich so viel Mühe und du bist mit den Gedanken wo ganz anders… schäm dich!
Der Kuss der zwei jungen Männern war überaus leidenschaftlich und intensiv, doch plötzlich schnellten die Armen des Rotäugigen nach oben, die Kette fiel hinter den Rücken des Detektiven und er wurde fest an Beyonds Brust gedrückt. L löste den Kuss, starrte panisch in die Augen des Irren, doch dieser sagte nichts, nur ein böses Grinsen hatte sich auf seine, eben noch wundervollen Lippen geschlichen. In seinen Gedanken formten sich plötzlich so viele Fragen und er hasste sich gerade für das eben Geschehene. Er verstand nicht, wieso er ihm so nah gekommen war. L wusste genau, wie gefährlich der Andere war und ist ihm dennoch in die Falle gelaufen. War das alles nur ein Plan gewesen?
Kihihi, wie panisch er plötzlich wird! Dabei wollte ich ihn doch nur ganz lieb umarmen, mehr nicht. Ehrlich! Böser Beyond, lüg doch nicht! Am Liebsten würdest du ihm jeden einzelnen Knochen brechen… oder? Vielleicht, aber jetzt nicht! Ich bin ja nicht dumm und habe die Kameras vergessen. In wenigen Minuten kommt das Sicherheitspersonal hereingestürmt, wie schade… Aber den Spaß war es wert! Ob er es nochmal wagen wird, mich einfach zu küssen? Bestimmt…
Beyond fing an zu lachen, drückte L durch die Kette noch einmal fest an sich und ließ ihn genau in dem Moment los, als zwei bewaffnete Männer in das kleine Zimmer stürmten. Der Schwarzäugige, war einige Schritte nach hinten gestolpert und auf seinen Hintern gefallen. Zu sehr hatte ihn diese aussichtslose Lage eben beunruhigt, erschreckt und zugleich verängstigt. Er fragte sich, wie es nur in dieser kurze Zeit, soweit kommen konnte? Der Ältere rappelte sich wieder auf, schnappte sich die Tüte und verließ das Zimmer, ohne Beyond noch eines weiteren Blickes zu würdigen. Wieso hatte er sich eben nicht unter Kontrolle gehabt? Er hatte sich in eine extrem gefährliche Situation begeben, ohne es zu merken. Dies durfte nicht wieder vorkommen…
Jetzt fällt er auch noch auf seinen süßen Arsch. Mensch L… du kennst mich doch eigentlich so gut. Dachtest du ernsthaft ich würde dir hier etwas antun? Sein Gehirn hatte wohl einen Aussetzer gehabt. Untypisch für ihn! Ob ich daran schuld war? Naja, es war auf jeden Fall tierisch witzig gewesen…
... Und dies war erst der Anfang.
Oooh, wenn du wüsstest, was ich noch alles mit dir vorhabe… du würdest hier nicht mehr auftauchen! Aber zu meinem Glück, weißt du es ja nicht, ne? Hahaha…
