Sie ging 'so' gelassen mit Baby James um! Ich sah es nur aus der Ferne, sie redete mit Mr Johnson, der ein bisschen gestresst aussah und recht bekümmert, wenn ich das richtig verstanden hatte, dann kam er in den Mittagspausen her. Er musste wohl wieder los, denn sie nahm ihm Baby James lächelnd ab. Er sagte etwas zu ihr und nickte, sie nickte ebenfalls, dann drückte sie seinen Arm kurz. Mein Magen hüpfte ganz aufgeregt.
Mr Johnson verschwand, Lily jedoch ließ sich mit Baby James auf einen der Sessel sinken und hob ihn direkt vor ihr Gesicht. Unsicher warf ich einen Blick um mich, aber da war gerade nicht so wirklich irgendjemand, der mich anklagen würde. „Hey.", grüßte ich sie und kam näher.
„Hey.", grüßte sie vergnügt zurück und rieb ihre Nase an die des Babys. „Er wird immer größer.", flüsterte sie zärtlich.
„Ja, das sehe ich.", grinste ich und setzte mich auf den Sessel neben ihr.
„Du darfst 'bestimmt' bald nach Hause mit deinem Daddy, kleiner Mann. Dann werde ich dich vermissen, aber dein Daddy hat versprochen, dass er uns besuchen kommt und dich mit bringt.", kicherte sie, da quietschte Baby James vergnügt. Seine Hände patschten wieder an ihre Brüste.
„S – Sie können das ziemlich gut.", flüsterte ich ehrfürchtig.
„Es ist ganz einfach.", gab sie nur zurück. „Wollen Sie ihn mal halten?", erschrocken lehnte ich mich zurück.
„Nein, nein, lieber nicht. Ich mache sicherlich etwas kaputt oder so.", da lachte sie und sah mich endlich wieder an. Mein Mund wurde trocken, so wie immer und mein Herzschlag schneller. Diese Augen... Sie strahlte mich an, dann stand sie auf und hockte sich mit dem Baby vor mich.
„Nein, machen Sie nicht. Ich zeige Ihnen, wie Sie ihn halten können.", versprach sie, dann legte sie mir einfach dieses wehrlose Baby in die Arme. Meine Finger begannen zu zittern, als sie das tat und dann anfing, meine Hände zu bewegen. „Schauen Sie, hier müssen Sie sein Köpfchen stützen.", erklärte sie mir geduldig. Ich starrte das Baby an und das Baby starrte zurück. „Er mag Sie.", flüsterte sie schließlich lächelnd. Ich sah überrascht auf, nur um fest zu stellen, dass sie mir nah genug war, dass ich sie jetzt hätte küssen können. Es fehlten nur noch Millimeter.
„Nun, er 'liebt' Sie.", flüsterte ich zurück. Sie wurde ein bisschen rot, wich aber nicht zurück. Sollte ich? Es war sicherlich unklug, wenn ich sie küsste, aber sie wirkte irgendwie so, als würde sie es erwarten. Ah! Oh Merlin, sie war mir einen Millimeter näher gekommen. Und wie sie geküsst werden wollte! Ich würde sie einfach küssen und dann heraus finden, ob sie geküsst werden wollte oder nicht. Oder besser, ich würde sie einfach fragen und dann wusste ich es. Ihr Blick war gerade verdammt noch mal bis zu meinen Lippen gesunken und jetzt suchte sie wieder meine Augen. Sie wollte geküsst werden! „Lily, ich-"
Die Tür wurde aufgerissen, da zuckten wir auseinander. Remus starrte uns erschüttert an. „Uh-", machte er völlig perplex. Lily nahm mir jetzt Baby James wieder ab und drehte uns den Rücken zu, um ihn wieder in sein Bettchen zu legen. „Schwester Evans, Ihr Verlobter steht am Empfang.", sagte Remus. Ich wich seinem Blick aus.
„Wieso haben die sie nicht über die Uhr gerufen? Du bist nicht ihr Postbote, richtig?", fragte ich stirnrunzelnd.
„Uh – ich wusste, dass sie hier ist und war eh auf dem Weg...", erwiderte er. „Wollen Sie nicht zu ihm gehen? Vielleicht ist es wichtig?", hakte er dann nach, weil Lily keine Anstalten machte.
„Ich will ihn nicht sehen und er ist nicht mehr mein Verlobter.", sagte sie unsicher. Aus unerfindlichen Gründen sah Remus erleichtert aus, aber das, was er dann sagte, erklärte das.
„Dann werden Sie wohl herunter gehen und das Severus mitteilen müssen, denn er schien nicht zu wissen, dass er das nicht mehr ist.", mir entgleisten alle Gesichtszüge.
„Severus Snape?", hakte ich nach.
„Kennen Sie ihn?", fragte sie.
„Severus 'Snape'?", brachte ich wieder nur hervor.
„Ja, der.", beantwortete sie.
„Sie waren mit 'Severus Snape' verlobt?", fragte ich erneut, sodass sie die Augen verdrehte.
„Ja, Heiler Potter, ich war mit Severus Snape verlobt und jetzt bin ich es nicht mehr.", erwiderte sie etwas ungeduldig. Geschafft stand ich auf. Ausgerechnet. Es war unmöglich, dass ich mit Snapes Ex – ich meine... Er hatte sicherlich mit ihr geschlafen! Was würde Sirius 'dazu' erst sagen? Sie starrte mich schockiert an, als ich sie einfach stehen ließ. Remus seufzte.
„Schaffen Sie ihn hier weg, er hat hier nichts verloren.", wies er sie an, dann folgte er mir. „Jamie – James, warte doch!", verlangte er, aber ich beschleunigte meine Schritte nur. Er stöhnte, als er mich einholte. „James, ich habe dir gesagt, dass du dir das nicht erlauben kannst, was war 'das' gerade für eine Aktion?", fragte er mich aufgebracht.
„Das – das war gar keine Aktion, ich meine – was meinst du?", stotterte ich.
„Ihr habt euch geküsst!"
„Haben wir nicht!", verteidigte ich mich, er zog seine Augenbrauen herauf. „Ich weiß, wir haben uns 'beinahe' geküsst, aber es ist nicht dazu gekommen und das ist gut so. Snapes Ex.", stöhnte ich. Mist! Mist, Mist, Mist! So ein verdammter Mist! Ich hatte mich in meine sieben Jahre jüngere Angestellte verknallt, die zu allem Überfluss an Hindernissen auch noch 'Snapes Ex' war! Enttäuscht fuhr ich über mein Gesicht.
„Macht ihr jetzt einen auf Familie?", fragte er. „Du bist der Chefheiler, du kannst nicht einfach schamlos mit ihr flirten und mit ihr auf Babysuche gehen!", ich starrte ihn jetzt an.
„Wie war das?", seine Wangen wurden ein bisschen rosa, als ich mich zu ihm umdrehte. „'Babysuche'?", hakte ich nach.
„Ich – na ja...", flüsterte er beschämt. „So habe ich das nicht gemeint.", sagte er.
„Hey!", Sirius stieß zu uns, da räusperte ich mich. Hoffentlich schwieg Remus einfach darüber. Tatsächlich antwortete er Sirius nicht, sondern warf mir einen unsicheren Blick zu. „Hey, ihr streitet doch nicht, oder?"
„Nein, nein.", log ich. Doch, wir stritten sehr wohl gerade!
„Gut, ich – hey, was macht der hier?", wir standen direkt im Gang zum Eingangsbereich, wo Lily – also, Schwester Evans vor Severus Snape stand.
„Du bringst mich in Verlegenheit!", sagte sie deutlich.
„Liebling, du-"
„Nein! Severus, es ist nicht mehr 'Liebling', ich bin fertig mit dir!", schnaubte sie wütend.
„Urplötzlich hast du alles abgesagt, bist abgehauen, ich konnte dich 'nirgendwo' finden!", stöhnte er. „Es tut mir Leid, lass es mich doch erklären, Lily, ich liebe dich so sehr!", mir drehte sich der Magen um.
„'Verschwinde' und komm nie wieder, okay! Ich habe genug von dir gehabt!", er stöhnte beherzt. „Du liebst mich 'nicht', du liebst nur dich selber und ich will dich nie wieder sehen!", erklärte sie aufgebracht, Einige Leute guckten jetzt zu ihnen.
„Lily-"
„Hey!", schritt ich ein. Remus und Sirius sahen überrascht zu mir. „Snape, was tust du hier?", Severus' Augen verengten sich sofort zornig, so zornig, dass Lily einen Schritt zurück trat. „Sie hat gesagt, du sollst gehen, also verschwinde.", er verschränkte seine Arme.
„Das geht dich nichts an, 'Potter', misch dich nicht in meine Angelegenheiten ein.", hisste er.
„Wenn ich das nicht hier und da täte, dann wärst du schon gar nicht mehr hier, nicht wahr...", schnaubte ich abfällig, in der Hoffnung, ihn los zu werden, bevor Sirius sich wieder fing und ebenfalls dazu kam. „Mach, dass du Land gewinnst.", warnte ich ihn dann.
„Nur weil du hier arbeitest, macht dich das nicht zum König des Felsens.", schnarrte Severus.
„Nun, zufällig doch, ich bin der leitende Chefheiler und wenn du nicht verschwindest-"
„Chefheiler? Wer hat das denn entschieden, du wandelnde Katastrophe!?", rief er ungläubig aus.
„Ich sagte, verschwinde.", knurrte ich jetzt und trat dabei einen Schritt auf ihn zu. Severus zuckte zurück, so, als hätte er mächtig Angst vor einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit mir. „Natürlich, es sei denn, du willst dich in die neunte Etage in die Geschlossene einliefern lassen. Wenn dem so wäre, dann ist 'dort' (ich deutete auf Janine am Empfang) die richtige Anlaufstelle, meine Krankenschwester lass in Ruhe.", verlangte er.
Severus sah zu ihr. „Du arbeitest für diese hässliche Made?", fragte er. „Lily-"
„Das war nicht nett.", ich stöhnte.
„Sirius, halt dich da raus!", schnarrte ich. „Severus, verschwinde, oder ich hole meinen Zauberstab heraus.", warnte ich ihn jetzt. Er trat einen Schritt vor mir zurück und warf einen Blick zu Sirius.
„Ja, lass dich von Papie an die Leine nehmen, Black.", Sirius ballte seine Fäuste. „Du bist doch ein Black, nicht wahr?", trietzte er ihn weiter.
„Das reicht!", sagte Remus von der Seite. Mehr und mehr Leute guckten. „Ihr hört jetzt auf, wie alt seid ihr?", sagte er verärgert. „Severus, geh einfach. Kläre deine Differenzen mit Schwester Evans 'außerhalb' ihrer Arbeitszeit.", verlangte er.
„Für dich bräuchte er eine etwas größere Leine, nicht wahr?", flüsterte er. An meiner Seite stürzte Sirius vor und warf Snape zu Boden, ich stöhnte, dann folgte ich ihm, um die beiden sofort zu trennen.
„Hör auf, ihr könnt-", Remus versuchte, uns auseinander zu zerren, aber das ganze wurde viel rascher beendet, als Sirius mit seinem Ellenbogen gegen meine Nase stieß. Es knackte sehr unangenehm, mir wurde schlecht von dem Geräusch und meine Augen wurden feucht.
„Oh Merlin, Heiler Potter!", Lily kniete sich neben mich, ihr Gesicht verzog sich, dann holte sie ein Taschentuch hervor und begann, behutsam mein Gesicht ab zu tupfen. Ich blutete wie verrückt, mein Geist wurde langsamer.
„Sirius, lass ihn los!", verlangte Remus irgendwo. Sie streichelte durch meine Haare. Ich liebte dieses Gefühl... Mum hatte das früher getan, wenn ich krank war, es war so lange her, dass es jemand getan hatte.
„Ich wünschte, das würde bleiben.", sie zog überrascht ihre Augenbrauen herauf.
„Was?"
„Dieses Gefühl. Es tut so gut...", plapperte ich.
„Was tut so gut?"
„Meine Haare.", mir wurde umso schlechter. „Das hat Mum immer gemacht. Ich wünschte, das Gefühl würde bleiben-", aber dann merkte ich, weshalb mir so schlecht wurde. Als nächstes kotzte ich direkt auf ihre Schuhe.
Wenigstens verlor ich danach das Bewusstsein...
„So ein brillanter Kopf, aber so leicht zu erschüttern...", lachte Remus, als ich wieder zu mir kam. Ich öffnete meine Augen leicht, um zu sehen, wie er eine Akte entgegen nahm. Mary stand neben ihm und errötete, als sie mich sah.
„Er ist wach.", informierte sie. Remus sah auf.
„Oh, tatsächlich. Na, hast du dir einen Zacken aus der Krone gebrochen?", ärgerte er mich.
„Mein Kopf tut weh.", murmelte ich benommen.
„Glaube ich, du hast Schwester Evans wahrscheinlich deine linke Gehirnhälfte auf die Schuhe gekotzt.", ich stöhnte und wollte mich aufrichten, da schüttelte er seinen Kopf. „Nein, nein, schön liegen bleiben, du wirst dir noch etwas tun."
„Aber-"
„Nun, du wurdest – ha, ha – krankgeschrieben und bleibst zwei Tage unter Beobachtung.", sein unerträgliches Grinsen prallte an mir ab, weil sich alles drehte.
„Halt die Klappe.", maulte ich ein bisschen. „Habt ihr Snape dazu gekriegt, sie in Ruhe zu lassen?", Remus seufzte.
„Mensch, sie hat es dir wirklich angetan, nicht wahr?", erwiderte der.
„Wer?", fragte Mary sofort.
„Das hat damit nichts zu tun, er soll nur abhauen.", sagte ich nur kühl. „Es geht dabei weniger um sie, sie soll... Sie ist – ich meine, ausgerechnet 'Snape'.", er sah mich an.
„Es gibt andere Frauen.", Mary wurde jetzt knallrot, aber Remus klopfte mir nur auf die Schulter. „Du bleibst schön liegen und ruhst dich aus.", meinte er dann. Ich schnaubte.
„Hey Krone, alles klar?", grinste Sirius mich breit an, als er zu meiner Untersuchung herein kam, hinter ihm folgte Lily, die sich strikt weigerte, mich an zu sehen.
„Ja, alles super, darf ich jetzt bitte wieder gehen?", fragte ich ungeduldig.
„Uh – nein, auf keinen Fall.", grinste er ein bisschen. „Hier ist eine 'Gute Besserung Karte' von all deinen Freunden.", meinte er und überreichte mir tatsächlich so eine schäbige, kleine Karte. „Na ja, und Evans und die ganzen anderen Krankenschwestern haben auch unterschrieben, weil die immer alle auf dich stehen.", erklärte er dazu, warum da so viele Namen auf der Karte standen.
„Wow, ihr habt 'alle' zusammen gelegt um diese Karte für zwei Pfund achtzig zu kaufen? Wie viel hat jeder gegeben, zehn Pennys?", fragte ich sarkastisch.
„Ich bin glücklich, dass du das fragst. Nein, wir haben alle mehr gegeben und dir noch 'das hier' gekauft.", er hob ein kleines Besenmodell auf meinen Tisch. „Sieh nur, es ist der Nimbus 4, das neuste Modell, der kommt in zwei Monaten heraus und du hast schon die Miniatur.", strahlte er. Ich fuhr über mein Gesicht.
„Sirius-"
„Ach komm schon, Jamie, wir haben uns wirklich Mühe gegeben...", meinte er. „Freu dich doch, dass du mal zwei, drei Tage schlafen und essen kannst, ohne, dass dich ständig jemand stört.", bat er mich.
„Mir geht es super, okay, bitte lass mich einfach wieder aufstehen und arbeiten gehen?", er seufzte.
„Du dürftest eh nicht arbeiten, weil du höchst potente Zaubertränke schlucken musst.", erinnerte er mich. „Ich mache mir doch nur Sorgen, Mann...", maulte er dann. „Und Marlene macht sich auch Sorgen, schau, sie hat sogar auf der Karte unterschrieben.", er deutete auf den Namen.
„Gibt es einen Grund, warum sie mit 'Mrs Marlene McKinnon-Black, die arme Kreatur' unterschrieben hat?", hakte ich nach. Lily grinste leise, sodass ich vermutete, dass sie schon wusste, was geschehen war.
Tatsächlich verzog Sirius ein bisschen meckernd das Gesicht. „Ach Mann, sie hat gesagt, sie würde nicht auf kitschigen Karten unterschreiben, weil sie genau wüsste, dass du eh keine Freude dran hast. Und dann habe ich gesagt, wenn sie irgendwann mal meine Frau wird, dann sei das aber eben ihre Pflicht, so als Heilerfrau, richtig? Und dann hat 'sie' dort-", Lily hinter ihm biss auf ihre Unterlippe, kniff ihre Augen zusammen, aber ihre Schultern zuckten schon vor Lachen. „-das amüsanter Weise mit 'arme Kreatur' kommentiert.", schnaubte er.
„Und so unterschrieb sie mit 'Mrs Marlene McKinnon-Black, die arme Kreatur'.", fasste ich spöttisch zusammen, woraufhin Lily jetzt ein schmerzhaftes Stöhnen entfuhr, so wie ich das einschätzte. „Demnach wartet Marlene draußen.", mutmaßte ich.
„Ja...", schnaubte er. Eine Träne lief über Lilys Wange, als er sich zu ihr umdrehte. „Schwester Evans, ich gebe Ihnen drei Minuten, dann kommen Sie wieder heraus und haben aufgehört zu lachen.", bellte er sie an. Sie blieb regungslos stehen, als er an ihr vorbei ging, ich sah auf die Uhr, die Tür fiel ins Schloss, da brach das Lachen aus ihr heraus.
Ich merkte nicht sofort, dass ihr Lachen eher 'hysterisch' war und weniger amüsiert, aber als mehr Tränen anfingen über ihre Wangen zu laufen und das Lachen leiser wurde, da begriff ich es. „Miss Evans, Sie haben nicht mehr ganz eine Minute.", flüsterte ich. „Wollen Sie darüber reden?"
„Die Zeit spielt keine Rolle, bis dahin werde ich mich nicht wieder unter Kontrolle haben.", stöhnte sie verlegen und schniefte, dann fuhr sie über ihr Gesicht. „Es tut mir leid, ich bin nur ein hysterisches, kleines Mädchen.", erklärte sie dann. Ihre Augen waren ganz rot und ihre Finger – nein, ihr ganzer Körper zitterte. Ihre Mundwinkel zuckten verräterisch.
„Miss Evans-"
„'Schwester Evans', bitte. Heiler Potter, wir hatten uns darauf geeinigt, Abstand zu halten.", erinnerte sie mich unter Tränen.
„Aber in Ihrer Wohnung-", die Tür wurde geöffnet, da verstummte ich widerwillig.
„Die Zeit ist um.", Marlene kam herein, erstarrte aber, als sie Lily weinen sah. Die räusperte sich und fuhr ein zweites Mal über ihre roten Wangen, dann nahm sie das Klemmbrett mit den Akten wieder in die Hand.
„Einen schönen Tag noch, Heiler Potter und gute Besserung.", flüsterte sie rau, dann verschwand sie. Ich lehnte mich zurück in meine Kissen, um ebenfalls über mein Gesicht zu reiben.
„Mist.", machte ich. Marlene sah mich unsicher an.
„Alles okay, Champion?", fragte sie.
„Ja, alles gut.", maulte ich zurück, da schnaubte sie.
„Die Kleine hat es dir ganz schön angetan, nicht wahr?", darauf wählte ich, nicht zu antworten. „Ich sehe es dir nach, sie ist entzückend und irgendwie genau dein Typ.", stöhnend fuhr ich ein zweites Mal über mein Gesicht.
„Interessant, Remus findet, sie ist ganz und gar nicht mein Typ.", maulte ich ein bisschen.
„Doch, doch. Die roten Haare, die schönen Augen, sie ist sicherlich sehr hübsch, würde ich sagen. Du 'magst' hübsch. Und irgendetwas hat sie an sich, das zu dir passt.", meinte sie.
„Marlene, verschone mich."
„Liegt es daran, dass sie dich offensichtlich nicht will oder ist es etwas anderes?", fragte sie.
„Bitte verschone mich.", flehte ich wieder. „Ich will nicht Snapes Ex haben, okay, sie ist meine Angestellte, mehr ist da nicht.", sie musterte mich kurz.
„Jamie, ich sage dir das in aller Liebe: Wenn du sie willst, ist dein Job es nicht wert, auf sie zu verzichten. Du wirst einen neuen Job in einem anderen Krankenhaus finden.", meinte sie eindringlich. „Man sieht doch ganz eindeutig, dass ihr beide euch zu einem Problem entwickelt, du hast ihretwegen eine Gehirnerschütterung, Sirius hat eine Verwarnung erhalten-"
„Schweig!", verlangte ich. Wie gewünscht verstummte sie augenblicklich. „Ich lasse mich so schnell nicht von ein paar hübschen Augen aus der Fassung bringen, Marlene McKinnon. Wenn du sie so entzückend findest, frag sie doch, ob sie Sirius und dir Gesellschaft leistet, aber lass 'mich' in Ruhe.", sie wurde ein bisschen rot.
„Okay.", murmelte sie verlegen. „Ich... Ich habe es nur gut gemeint."
„Zur Kenntnis genommen, vielen Dank. Jetzt wechseln wir das Thema, ich habe keine Lust, auch noch zu streiten. Ich sitze schon in diesem Gefängnis hier fest.", maulte ich ein bisschen. Sie setzte sich auf den Besucherstuhl.
„Ich habe versucht, es Sirius aus zu reden, aber er ist ganz besessen davon, wie viel du arbeitest...", meinte sie ernst. „Es ist ja nicht so, als würdest du 'immer' so viel arbeiten. Ich denke, er fokussiert sich nur darauf, um nicht an Regulus denken zu müssen.", setzte sie hinzu.
„Nein, er fokussiert sich darauf, weil dieses Wochenende diese schreckliche Hochzeit ist und ihr immer noch nicht verheiratet seid, obwohl du gesagt hast, ihr heiratet noch 'letztes' Jahr.", erwiderte ich ein bisschen ungeduldig.
„Ich weiß, wir haben es immer noch nicht geschafft.", seufzte sie.
„Du könntest es jederzeit gerade biegen.", erinnerte ich sie.
„Ich bin nicht gut in solchen Sachen, Jamie, ich bin 'Pragmatikerin', ich habe es nicht mit romantischen Hochzeiten...", sagte sie dann. Ich fuhr über mein Gesicht.
„Ich kann nicht glauben, dass ich das Thema jetzt 'selber' aufbringe, aber er wird nicht Ruhe geben, ehe du eine romantische Hochzeit auf die Beine gekriegt hast:", sie zog ihre Augenbrauen herauf. „Lily wollte heiraten, sie kennt sich bestimmt mit Hochzeiten aus."
„'Lily'?"
„Miss – nein – Schwester Evans.", maulte ich.
„Du hast gerade 'Lily' gesagt.", ich stöhnte. „Nennt ihr euch beim Vornamen?", ich stöhnte wieder.
„Ich... Uhm, ich habe sie ein paar Mal beim Vornamen genannt.", murmelte ich. „Um sie zu beruhigen oder um mich zu entschuldigen und-", bevor ich sie beinahe geküsst hatte, was nur deshalb nicht passiert war, weil wir unterbrochen worden waren... Marlene starrte mich fassungslos an. „Sie kennt meinen bescheuerten Vornamen zum Glück nicht. Obwohl sie ja anscheinend gar keine Probleme mit 'James' hat... Sie spricht das sehr schön aus.", ich fasste an meinen Kopf. „Ich finde, mir muss angerechnet werden, dass ich auf 'Drogen' bin.", stöhnte ich dann.
„Uh – ja.", machte sie. „Ja, ich weiß, kein Ding.", sagte sie dann. „Weißt du, ja, ich denke, ich werde Sie fragen. Das wird Sirius besonders ärgern, er kann sie ja nicht so gut leiden.", grinste sie hinterher. Ich lachte ein bisschen. „Hey, ich denke, ich kann ihn überreden, dich heute Abend zu uns zum Essen kommen zu lassen. Dann kann er dich beobachten.", ich stöhnte erneut.
„Jippie.", machte ich sarkastisch, aber sie lachte und drückte mit einen Kuss auf den Mund.
„Ach komm, Jamie, ich habe es so gerne, wenn du bei uns zum Essen bist.", meinte sie lächelnd, dabei streichelte sie durch meine Haare. „Ich mache dein Lieblingsessen."
„Du meinst, du machst Nudeln mit der ekligen, grünen Soße, die Sirius nicht isst?", sie lachte.
„Und es gibt Fleisch dazu, das ist in der grünen Soße einlege, damit er sich selber hasst, weil er trotzdem Fleisch essen will.", lachte sie. Ich rutschte ein bisschen zur Seite, damit sie auf das Bett klettern konnte, dann küsste ich sie auf die Schläfe.
„Hin und wieder überkommt mich Schadenfreude, weil Sirius sich trotz allem in dich verliebt hat. Das ist die gerechte Strafe dafür, dass er sich immer über meine Büchersammlung lustig gemacht hat.", grinste ich.
„Wirst du irgendwann mal eins der Regale aufstellen?", ich schüttelte meinen Kopf. „Jamie?"
„Mh?"
„Wann warst du das letzte Mal in deiner Wohnung?", hakte sie nach. Ich seufzte.
„Uh – ich schätze, das ist etwa vier oder fünf Wochen her oder so.", murmelte ich. „Keine Ahnung, vielleicht etwas länger.", gestand ich dann. „Es ist einfach so trostlos dort, weißt du?"
„Es wird nicht weniger trostlos dort werden, wenn du nichts dran tust.", meinte sie einfach, dabei lehnte sie ihren Kopf gegen meine Schulter.
„Aber ich habe doch alles hier, was ich brauche! In der Kantine kann ich essen, in den Umkleideräumen kann ich duschen, im Gemeinschaftsraum kann ich schlafen und als Chefheiler wird sogar meine Wäsche gewaschen!"
„Wann hast du das letzte Mal einen ganzen Tag nicht gearbeitet? Abgesehen von jetzt...", ich zuckte mit meinen Schultern.
„Ich liebe meine Arbeit.", erinnerte ich sie. Sie nickte schweigend. „Aber ich verspreche, ich komme zum Essen heute Abend, wenn du Sirius dazu kriegst, mich gehen zu lassen.", fügte ich versöhnlich hinzu.
