Disclaimer: Harry Potter, alle verwandten Ideen und erkennbaren Phrasen oder Sätze gehören mit all ihren Copyrights J.K. Rowling oder den Leuten von der deutschen Übersetzung. Diese Geschichte gehört Robin4. Dem Fanclub gehört nichts, nicht einmal Mitgliederbeiträge.
Promises Unbroken
Kapitel 3: Häuser und Hoffnungen
Die drei blieben zusammen, als sie den Zug verließen, um in schmalen Booten einen gigantischen See zu überqueren. Obwohl seine Eltern ihm ein wenig über die Reise erzählt hatten, konnte Ron seine Sorgen nicht verbergen - Fred und George hatten schreckliche Andeutungen gemacht, und Percy hatte ihm herablassend mitgeteilt, dass er es schon selbst herausfinden würde, wenn er an der Reihe war.
Als er dem riesigen Wildhüter gemeinsam mit den anderen Erstklässlern folgte, konnte Ron nicht umhin zu bemerken, dass die Anzahl der Studenten viel geringer war, als er erwartet hatte. Das ist der Krieg, dachte er grimmig. So viele Leute haben immer noch zu viel Angst, um ihre Kinder gehen zu lassen. Er hielt sich davon ab die Stirn zu runzeln, als er Harry in eines der kleinen Boote folgte, Hermine direkt hinter sich. Niemand stieg mit ihnen ein - es schien mehr Boote als Studenten zu geben.
Ohne Vorwarnung begannen die Boote vorwärts zu gleiten, und hinter ihm atmete Hermine scharf ein. Die Sonne war bereits untergegangen, und die Dunkelheit irritierte ihn, daher war Ron erleichtert, nicht als einziger nervös zu sein. Vor dem Hintergrund des Sees klang die Stimme des Mädchens dünn, als sie sprach.
„Also, in welches Haus möchtet ihr?"
Ron zuckte mit den Achseln und versuchte, seine Sorge zu verbergen. „In meiner Familie waren alle in Gryffindor.", erwiderte er. „Mum, Dad und all meine Brüder... Ich weiß nicht, wie sie reagieren würden, wenn ich in ein anderes Haus käme. Was ist mit dir, Hermine?"
„Gryffindor hört sich für mich auch am besten an", erwiderte sie rasch, und Ron glaubte, sie im Dämmerlicht lächeln zu sehen. „Ich habe gelesen, dass Dumbledore selbst ein Gryffindor war - aber ich nehme an, Ravenclaw wäre auch in Ordnung. Nur der Gedanke, eine Slytherin zu sein, gefällt mir gar nicht..."
„Echt wahr", stimmte Ron abfällig zu. „Ich wette sowieso, dass Malfoy und seine Kumpel nach Slytherin kommen."
„Geschieht ihnen recht", erklärte Hermine, und Ron grinste.
„Wie steht's mit dir, Harry?", fragte er und drehte sich zu seinem anderen neuen Freund um, der mit abwesender Miene auf das Wasser hinaussah. „War nicht dein Dad ein Gryffindor?"
„Ja, und meine Mutter auch.", bestätigte Harry. Er sprach mit erstaunlich ruhiger und sicherer Stimme. „Ich komme nach Gryffindor."
„Wie willst du das jetzt schon wissen?" Hermine warf ihm einen fragenden Blick zu. „Ich meine, darum geht es doch bei der Zeremonie, herauszufinden, in welches Haus wir passen. Vorher kann man es gar nicht wissen."
Harry lächelte nur wissend vor sich hin, und Ron kam plötzlich eine Ahnung, die seinen Herzschlag einen Moment aussetzen ließ. „Ich komme nach Gryffindor", versicherte Harry.
„Also ist es wahr?" Ron senkte seine Stimme und musterte seinen neuen Freund genau.
„Was ist wahr?", mischte Hermine sich ein, und Harry seufzte.
„Ja."
Hermine runzelte die Stirn, und Ron konnte nicht anders, als hörbar nach Luft zu schnappen. Das konnte er nicht glauben! „Du bist wirklich ein Nachkomme von Godric Gryffindor?"
„Erzählt es bitte niemandem", bat Harry ihn leise. „Ich will nicht, dass irgendwer auf die Idee kommt, mich anders zu behandeln. Es ist schon schlimm genug wegen meinem Dad."
Ron und Hermine tauschten einen Blick; ihre Augen hatten sich geweitet. Offensichtlich hatte sie genug gelesen um zu wissen, wer Godric Gryffindor war, und ihr Blick wirkte ebenso erstaunt, wie er sich fühlte. Natürlich hatte er von den Gerüchten gehört, immer wieder, aber seine Eltern hatten ihn gelehrt, nicht viel auf Gerüchte zu geben... bloß, dass dieses der Wahrheit entsprach. Andererseits konnte er die Geheimniskrämerei verstehen - Ron war es zu sehr gewohnt, nach seiner Haarfarbe und seiner Familie beurteilt zu werden. Für Harry musste es schlimmer sein, denn immerhin wusste jeder, wer James Potter, der weltberühmte Auror war. Zurzeit hatte er nicht nur den Befehl über die Aurorenzentrale, man handelte Potter sogar als den nächsten Leiter der Abteilung für Magische Strafverfolgung, eine der einflussreichsten Positionen im gesamten Zaubereiministerium.
„Wir verraten es niemandem", erwiderte Ron und sah Hermine an, bis sie zustimmend nickte. Harry schenkte ihnen beiden ein dankbares Lächeln, und Ron ertappte sich bei einem breiten Grinsen. Es gab doch nichts Besseres als einen ordentlichen Streit als Beginn einer Freundschaft.
Rumms. Die Boote hatten die gegenüberliegende Seite des Sees erreicht, ohne dass sie es mitbekamen, und Hermine sah erstaunt auf. Ron folgte ihrem Blick durch die unterirdische Höhle, in der sie sich mittlerweile befanden, und einen Augenblick lang wurden die drei Kinder von ihrem ersten Blick auf Hogwarts' Inneres überwältigt.
„Los schon, Erstklässler! Hier lang!" Mit einem Schwung seines riesigen Arms winkte der Riese sie nach vorne. Dicht aneinander gedrängt folgten sie ihm tiefer in das Schloss, bis der Wildhüter zum Stehen kam und gegen eine große Tür klopfte. Ein beängstigender Gedanke schoss Ron durch den Kopf. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er eigene Freunde gefunden (Freunde, die nichts mit seinen Brüdern oder seiner Familie zu tun hatten), und plötzlich befürchtete er, dass man sie wieder trennen könnte. Was, wenn sie in unterschiedliche Häuser kamen? Der Panik nahe wandte er sich an Harry, um seine Sorge zu äußern, doch in diesem Moment öffneten sich die hohen Türschwingen.
„Die Erstklässler, Professor Snape."
„Danke. Ich übernehme sie jetzt."
Die ölige Stimme ließ Ron herumfahren. Im Türrahmen stand ein hoch gewachsener Mann mit Hakennase und blasser Haut. Eine stilvolle schwarze Robe passte zu fettigem schwarzem Haar und dunklen Augen. Der Blick, mit dem diese Augen über die Gruppe neuer Schüler schweiften, ließ Ron einen Schauder über den Rücken laufen, und in ihm kam das Gefühl auf, nicht dem freundlichsten aller Lehrer gegenüber zu stehen. Er wandte sich zu Harry um und flüsterte ihm ins Ohr: „Snape! Mein Vater sagt, er sei ein Todesser!"
„Shh!", fuhr Hermine ihn an und stieß ihm einen Ellbogen in die Rippen. „Er spricht."
Und tatsächlich setzte Professor Snape zu sprechen an, nachdem er die Türschwingen weiter geöffnet hatte und sie mit einer Geste anwies, ihm zu folgen. „Willkommen in Hogwarts", begann er unangenehm sanft. „Mein Name ist Professor Snape, und ich bin der stellvertretende Schulleiter von Hogwarts. Sie werden gleich die Große Halle betreten, wo man feststellen wird, in welche Häuser Sie gehören. Diese Häuser sind Slytherin, Ravenclaw, Hufflepuff und Gryffindor. Ihrem Haus werden Sie während Ihrer gesamten Schulzeit angehören; es wird Ihre Freundschaften ebenso bestimmen wie Ihre Zukunft. Zu Ihren Gunsten hoffe ich auf eine weise Wahl."
Seine schwarzen Augen erfassten sie erneut, und Ron konnte nicht anders, als kalt zu zittern. Einen Augenblick erschien es ihm, als mustere Professor Snape Harry eine Sekunde länger als jeden anderen, doch Ron konnte sich keinen Grund dafür ausmalen. Aus dem Augenwinkel konnte er erkennen, dass Harry lediglich ruhig zurückstarrte, unbeeindruckt von dem irritierenden Blick. Schließlich sprach Professor Snape gelassen weiter.
„Folgen Sie mir."
Harry spürte Schmetterlinge in seinem Bauch losflattern, als sie die Große Halle betraten. Ein Meer aus Gesichtern starrte ihnen entgegen, als sie dem Professor an den Bankreihen vorbei nach vorne folgten. Er wurde der farbigen Banner gewahr, die über jedem Tisch hingen und die vier Häuser repräsentierten. Darüber glitzerte eine perfekte Nachahmung des Nachthimmels, die ihn hätte beruhigen können, es jedoch nicht tat. Das ist es, dachte er bei sich. Egal, wie oft er seine Eltern gefragt hatte, nie hatten sie ihm verraten, wie die Zeremonie vonstatten gehen würde - sie hatten ihn immer nur auf diesen Tag vertröstet. Neben ihm wirkten Hermine und Ron ebenso nervös wie er. Als der Blick des Rothaarigen seinen eigenen traf, wurde ihm klar, dass Ron genauso wenig wusste, was auf sie zukam, trotz seiner vielen älteren Geschwister.
Professor Snape führte sie nach vorne und stoppte schließlich vor dem Lehrertisch. Harry spürte, dass die Augen an diesem Tisch auf ihn gerichtet waren, doch er widerstand dem Drang, die Blicke zu erwidern. Stattdessen beobachtete er den stellvertretenden Schulleiter, wie er davon ging und sofort mit einem vierfüßigen Hocker zurückkehrte, auf dem ein schmutziger, alter Hut saß. Verwirrt sah er den zerlumpten Zaubererhut an und fragte sich, was wohl sein Nutzen sein mochte - und dann begann der Hut zu singen.
„Ihr denkt, ich bin ein alter Hut,
mein Aussehen ist auch gar nicht gut.
Dafür bin ich der schlauste aller Hüte,
und ist's nicht wahr, so fress ich mich, du meine Güte!
Alle Zylinder und schicken Kappen
sind gegen mich doch nur Jammerlappen!
Ich weiß in Hogwarts am besten Bescheid
und bin für jeden Schädel bereit.
Setzt mich nur auf, ich sag euch genau,
wohin ihr gehört - denn ich bin schlau.
Vielleicht seid ihr Gryffindors, sagt euer alter Hut,
denn dort regieren, wie man weiß, Tapferkeit und Mut.
In Hufflepuff dagegen ist man gerecht und treu,
man hilft dem andern, wo man kann, und hat vor Arbeit keine Scheu.
Bist du geschwind im Denken, gelehrsam auch und weise,
dann machst du dich nach Ravenclaw, so wett ich, auf die Reise.
In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden,
doch dafür wirst du hier noch echte Freunde finden.
Nun los, so setzt mich auf, nur Mut,
habt nur Vertrauen zum Sprechenden Hut!"
Harry konnte Rons Grummeln noch über den Applaus der Schüler hinweg hören. „Ich bring Fred und George um - von wegen Ringkampf mit einem Troll! Wir müssen bloß diesen Hut aufsetzen!"
Harry grinste und versuchte, seine Nervosität zu überspielen. Obwohl er sich seines zukünftigen Hauses ziemlich sicher war (er konnte sich nicht vorstellen, aus welchem Grund man ihn anderswo unterbringen könnte), machte ihn die Vorstellung nicht gerade glücklich, diesen Hut vor der gesamten Schule aufzusetzen. Musste das denn öffentlich sein? Doch Snape sprach erneut.
„Wenn ich Ihren Namen aufrufe, treten Sie vor, setzen sich auf den Stuhl und setzen Sie den Hut auf.", sagte er gelassen. „Abbot, Hannah."
„HUFFLEPUFF!"
Interessiert sah Harry dem Mädchen zu, als es vom Hocker aufsprang und zu den klatschenden Schülern am Tisch ihres Hauses hinüber lief. Er wünschte sich, am Anfang des Alphabets zu stehen anstatt an seinem Ende...
„Bones, Susan."
„HUFFLEPUFF!"
„Boot, Terry."
„RAVENCLAW!"
Und so schritt die Einteilung voran, wobei einige Schüler innerhalb von Sekunden zu einem Haus zugeordnet wurden, andere eine sehr viel längere Zeit unter dem Hut ausharren mussten. Als Snape seine Liste einige Namen später erneut zu Rate zog, vernahm er zu seiner Rechten einen scharfen Atemzug. Der beunruhigende Blick des stellvertretenden Schulleiters fixierte sich auf seine Freundin, und Snape sprach, falls überhaupt möglich, mit noch kälterem Tonfall. „Granger, Hermine."
Ihre Augen huschten unsicher zu Harry und Ron, und bevor er darüber nachdenken konnte, legte Harry kurz seine Hand auf ihren Oberarm. „Ist schon okay", sagte er leise. „Viel Glück."
„Viel Glück", wiederholte Ron.
Sie lächelte flüchtig und nervös, bevor sie nach vorne ging. Schnell saß sie auf dem Stuhl und setzte rasch den Hut auf ihren Kopf. Es hatte kaum ihr Haar berührt, als sich ein Grinsen im ‚Gesicht' des Hutes ausbreitete und er rief:
„GRYFFINDOR!"
Grinsend verschwand Hermine in Richtung des Tisches, an dem Harry den Vertrauensschüler Percy, Rons Bruder erblickte, und er seufzte erleichtert, weil der Hut sie nicht nach Slytherin hatte stecken wollen. Für jemanden wie sie wäre das unfair gewesen... genauso, wie die Ereignisse im Zug unfair gewesen waren. Harry verstand einfach nicht, wie man so arrogant sein und Blut für das Wichtigste halten konnte. Am Rande bekam er mit, dass Malfoy (erwartungsgemäß, wie er fand) in Slytherin endete, und dann nannte Snape seinen Namen.
„Potter, Harry."
Harry ging sofort nach vorne. Nicht, dass er so selbstsicher gewesen wäre wie der verdammte Malfoy; er wollte es nur hinter sich bringen. Ich hoffe, dass Dad Recht hat, überlegte er. Ich hoffe, dass ich es nicht vermassle und in Slytherin lande, oder so. Ein kaltes Schaudern rann seinen Rücken hinab. Was, wenn ich nach Slytherin komme? fragte er sich plötzlich. Was würden Dad sagen - wenn Gryffindors letzter Erbe im Haus von Slytherin endet? Sicherlich würde der eine oder andere die Ironie zu schätzen wissen, aber das wäre schrecklich. Fast alle Todesser sind Slytherins... Bevor er sich den Gedanken ausreden konnte, ließ er sich auf dem Hocker nieder und setzte den Sprechenden Hut auf den Kopf. Er atmete tief ein, und dann erklang eine Stimme, die leise in sein Ohr sprach.
„Ah, nun... Ich kenne dich", kicherte der Hut. „Angst vor Slytherin, hm? Jemand mit deiner Begabung würde sich dort gut schlagen... aber niemand mit deinem Herzen. Tatsächlich, jemanden mit dieser Art von Begabung habe ich seit einer langen Zeit nicht mehr gesehen..."
Harry wurde seines angehaltenen Atems gewahr und versuchte auszuatmen.
„...nicht einmal dein Vater.", fuhr der Sprechende Hut fort. „Tatsächlich, deine Zukunft wird sehr interessant sein, Harry Potter, wenn auch nicht so dunkel, wie sie hätte sein können, wenn es ein wenig anders gekommen wäre... Es wird dir gut ergehen in GRYFFINDOR!"
Er hätte schreien können vor Erleichterung, stattdessen jedoch lief er hinüber zum Tisch seines neuen Hauses und ließ sich neben der grinsenden Hermine nieder. „Wir sind im selben Haus", jubelte sie. „Ich kann es nicht glauben!"
Ich schon. Doch Harry grinste und beobachtete Minuten später, wie Ronald Weasley in ihre Richtung lief und sich neben ihnen am Tisch der Gryffindor niederließ, um ein Trio zu vervollständigen, das ein Schicksal teilte.
Bald begann das Fest, das, mindestens, alle Erwartungen erfüllte, die die Erzählungen seiner Eltern in ihm geweckt hatten. Harry stürzte sich sofort auf das Essen; trotz der Süßigkeiten, die er im Zug gegessen hatte (was ein halbes Leben zurückzuliegen schien), hatte er Hunger. Selbst zuhause hatte er niemals etwas Vergleichbares gesehen - da war jede Art von Gerichten, selbst solche, deren Namen er nicht genau kannte. Auch die Gespräche am Tisch waren mehr als unterhaltsam, sei es das erste Treffen mit dem Geist von Gryffindor, Sir Nicholas, oder das Kennenlernen seiner Mitschüler. Einen von ihnen, Neville Longbottom, hatte er schon einige Male zuvor getroffen. Seine Eltern, erinnerte Harry sich, waren Auroren.
„Also, was denkst du?", fragte Ron ihn und zwang Harry, aus seiner Träumerei zu erwachen.
Er blinzelte. „Sorry, ich habe nachgedacht. Was denke ich worüber?"
Ron lachte. „Ja, offensichtlich. Ich hatte gefragt..."
Plötzlich verschwanden die Desserts, und die gesamte Halle verstummte, als der Schulleiter sich erhob. Wie die anderen wandte Harry sich zu ihm um und lauschte seinen Worten.
„Willkommen in Hogwarts", sprach Professor Remus Lupin. „Bevor wir alle zu Bett gehen, habe ich einige Mitteilungen an euch zu machen.
Zunächst seien alle Erstklässler und einige vergessliche ältere Schüler", er richtete seinen Blick auf die Weasley Zwillinge, „darauf hingewiesen, dass das Betreten des Verbotenen Waldes für alle Schüler verboten ist - daher der Name." Lupin lächelte schief, bevor er fortfuhr.
„Zweitens hat mich Mr. Filch, unser Hausmeister darum gebeten euch daran zu erinnern, dass während der Pausen in den Gängen nicht gezaubert werden darf. Außerdem, für alle, die es interessiert - die Liste verbotener Objekte wurde erweitert und beinhaltet nun auch Rülpspuder und falsche Zauberstäbe. Die gesamte Liste umfasst mittlerweile dreihundertneunundneunzig Einträge und kann von jedem Interessierten bei Mr. Filch eingesehen werden."
Als er diese Ankündigung hörte, musste Harry ein Lachen zurückhalten. Wenn auch nur die Hälfte der Geschichten seines Vaters über seine Schulzeit wahr war, hatte es die Hälfte der Gegenstände dank der tatkräftigen Mithilfe des Schulleiters selbst auf die Liste geschafft... Doch Lupin sprach weiter.
„Und natürlich möchte ich alle Schüler daran erinnern, dass sie sich während Vollmondnächten von meinem Büro fernhalten sollten."
Seinen Worten folgte ein Murmeln durch die Reihen der Erstklässler, doch es klang nicht so überrascht, wie es hätte sein können. Dass Professor Lupin (oder Remus, wie Harry ihn während seiner gesamten Kindheit genannt hatte) ein Werwolf war, wusste eigentlich jeder. Einst hätte die Ankündung Aufregung verursacht, doch Lupin unterrichtete bereits seit acht Jahren in Hogwarts und kaum einer dachte je noch darüber nach. Zudem begann für ihn bereits sein fünftes Jahr als Schulleiter, und jeder wusste, wie gut er seine Arbeit erledigte - und dass die Erfindung des Wolfsbanntranks seine Anwesenheit absolut sicher machte. Harry natürlich war als Sohn eines der besten Freunde Lupins vorbelastet, doch der gesamten Zauberergesellschaft fiel es schwer, Remus Lupin nicht zu mögen.
„Nachdem das gesagt ist", fuhr der Schulleiter fort, „können die Vertrauensschüler ihre Erstklässler in ihre Schlafsäle führen, es ist Zeit fürs Bett."
Später in der Nacht, als Harry in das Bett neben Rons fiel, konnte er nicht anders als zu vermuten, dass ein interessantes Jahr vor ihm lag. Wirklich, ein sehr interessantes Jahr.
Tbc...
