Titel: Rollenspiel

Autor: Cyrrer aka Laren

Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.

Betadank: an die beste der besten: Zanna ‚knuddel'... aber nein du darfst Duo nicht schütteln bis seine zwei aktiven Gehirnzellen zusammentreffen und endlich mal arbeiten ‚g'

So, hier ist der nächste Teil von Rollenspiel. Und der letzte an dem sich Duo an die Vergangenheit erinnert. Ich weiß es ist evtl. noch etwas deprimierend, aber so ist es halt damals passiert. Aber ab dem nächsten Kapitel spielt es ja in der ‚Jetzt-Zeit' und da könnten Duo evtl. ein paar Dinge klar werden... vielleicht ‚g'


Duo seufzte noch einmal tief bevor er sich daran machte sich an die Zeit danach zu erinnern. Die Tage nach Heeros Geständnis waren wirklich schlimm gewesen. Während Duo weiter versucht hatte zu begreifen was da genau geschehen war, hatte er sein möglichstes getan Heero nicht zu begegnen. Dieser hatte immer einen Gesichtsausdruck drauf, als wenn er mit ihm reden wollte. Nur Duo wollte nicht reden, und worüber auch? Es war doch schließlich schon alles gesagt. Also tat er sein möglichstes seinem ehemaligem Partner aus dem Weg zu gehen, was bei einer gemeinsamen Wohnung gar nicht so einfach war.

Hinzu kam, das Heero scheinbar einen Schnupfen oder Grippe hatte, auf jeden Fall sah er aus wie der Tod auf Rädern, kein appetitlicher Anblick. Und Heeros Laune verbesserte es auch nicht gerade.

Das allerschlimmste allerdings waren die ständigen Anrufe von diesem Zwerg. Duo knurrte bei der Erinnerung. Dieser Gordon schien nichts anderes zu tun zu haben als alle paar Minuten bei ihnen anzurufen. Schon am ersten Tag war Duo davon so angenervt das er nur noch abhob um den Hörer ohne ein Wort zu sagen wieder auf den Empfänger zu knallen. Der reinste Telefonterror war das gewesen. Und Duo war sich sicher das seine absolute Abneigung Gordon gegenüber genau da ihre Wurzeln hatte.

So gingen die ersten Tage vorbei. Duo, der versuchte möglichst nicht in Heeros Nähe zu kommen und die ständigen Anrufe von Gordon. Stress pur. Und darum beschloss Duo am Freitag Abend das er etwas Entspannung nötig hatte. Er brezelte sich auf und machte sich auf seine Clique in der Disko zu treffen.

Dort schaffte er es endlich den Stress der letzten Tage zu vergessen. Die Musik, etwas zu trinken und ein paar kleine Pillen machten es möglich das er gut drauf war. Er lachte und er tanzte als ob es kein morgen geben würde. Und noch etwas geschah. Als diesmal jemand mit ihm flirtete hielt er sich nicht mehr zurück. Wieso auch? Er war jetzt schließlich frei und ungebunden. Dieser Gedanke hatte ihn zunächst verwundert, bis zu der Sekunde hatte er noch nicht einmal daran gedacht. Aber als er beim tanzen dann die Hände des anderen an seinem Hintern spürte wurde ihm auch bewusst wie verdammt lang es her war das er mit Heero intim gewesen war. Und verdammt, er war jung und hatte auch Bedürfnisse.

Er hatte seinen Aufriss dann mit nach Hause genommen und eine heiße Nacht verbracht. Auch wenn irgendwas gefehlt hatte – aber wahrscheinlich lag das doch daran das er zuviel getrunken hatte. Nichts desto trotz es hatte Spaß gemacht und als Duo am nächsten Morgen übernächtigt in die Küche kam konnte er sich ein befriedigtes Lächeln nicht verkneifen.

Solange bis er Heero sah – dessen Grippe noch schlimmer geworden sein musste denn er sah jetzt wirklich wie der Tod auf Rädern aus. Und Heero bedachte ihn mit einem Blick der Duo wirklich unter die Haut ging. Und besonders Abscheu lag in Heeros Augen als er auf Duos Gefährten für die Nacht blickte.

Das machte Duo rasend. Wer glaubte Heero denn zu sein, das er sich hier als Moralapostel aufspielen durfte? Sie waren nicht mehr zusammen, es ging Heero einen feuchten Kehricht an, was er mit seiner Freizeit tat! Aber Duo hatte keine Lust auf ein weiteres Streitgespräch und so hatte er den anderen Typen – er wusste noch nicht einmal seinen Namen – nur lang und ausgiebig geküsst und innerlich jubiliert als Heero die Küche verlassen hatte. Diese Runde ging eindeutig an ihn.

Am Abend zog er wieder los. Und wieder gab er sich der Musik, dem Tanz, dem Rausch und dem Flirten hin. Diesmal riss er ein Mädel auf. Er hatte noch nie zuvor mit einer Frau geschlafen, aber hey er war jetzt frei. Und es gab noch soviel was er ausprobieren wollte bevor er alt und grau wurde.

Wieder ging er nicht allein nach Hause und wieder hatte er viel Spaß. Am nächsten Morgen hatte Heero es aber gelernt seine Abscheu für sich zu behalten. Duo begrüßte das sehr, denn er hatte wirklich keine Lust darauf mit dem anderen zu streiten.

Allerdings, als am Nachmittag der Zwerg pünktlich wie ein Schneider wieder anrief, ging Heero ans Telefon. Ein paar Abende später kam er dann zum Essen in ihre Wohnung. Wenn nicht die Tatsache gewesen wäre, das Duo Gordon schon früher als Teil von Heeros Rollenspiel-Idioten kennen gelernt hatte, dann hätte Duo schwören können das es ‚Hass auf den ersten Blick' zwischen ihnen gewesen wäre.

Duo konnte nicht fassen was Heero an diesem Idioten fand. Gordon, allein schon der Klang dieses Namens ließ Duos Zehennägel hochklappen – auch jetzt, sieben Jahre später noch. Duo konnte aber nicht genau eingrenzen warum er den anderen so verabscheute. Aber es gab sicherlich tausend Gründe. Das fing schon damit an das der andere beim Rollenspiel als Zwerg auftauchte – mit Namen Karotte. Wie albern war das bitte? Gut, Jahre später hatte Duo herausgefunden das dies eine Figur aus einem Fantasy Klassiker war, aber Gordon hatte nun rein gar nichts mit Karotte gemeinsam. Karotte mochten alle. Gordon konnte dahingegen niemand ausstehen. Zumindest nicht Duo, der fast Kotzkrämpfe bekam wenn sich ein Besuch des anderen ankündigte.

Auf jeden Fall musste Heero an einer ordentlichen Geschmacksverirrung gelitten haben, das er sich mit Gordon abgab, fand Duo und machte seiner Meinung so oft wie möglich Luft. Nicht das er und Heero viel miteinander redeten. Wenn sie es tatsächlich einmal taten, dann stritten sie sofort. Duo konnte es nicht ertragen das Heero ihm Vorwürfe wegen seines Clubbings machte. Verdammt, es konnte doch nicht jeder so ein langweiliger Stubenhocker sein wie der ehemalige Wing Pilot!

Aus Trotz ging Duo nur noch öfter auf die Piste. Die Musik, der Alkohol, die Drogen, der Sex, das alles war ein riesiger Rausch und seit Monaten fühlte sich Duo endlich wieder lebendig. Zumindest an den Abenden.

Das Semester hatte wieder angefangen, aber Duo hatte wenig bis gar keine Lust gehabt sich damit auseinander zu setzen. Er tauchte zwar bei den Vorlesungen auf – aber das eher weil er die anklagenden Blicke von Heero nicht ertragen konnte. Eigentlich war er nur körperlich anwesend. Und ganz tief in seinem Gehirn wusste er das er so wieder arge Schwierigkeiten bekommen würde wenn es an die Klausuren ging. Aber er war doch eh der größte Versager was das Studieren anging. Da konnte er sich wenigstens nebenbei amüsieren.

Irgendwann blieb der Zwerg auch mal über Nacht. Als Duo das mitbekommen hatte, war er wie von Taranteln gestochen in den nächsten Club geflohen und hatte sich so richtig zugedröhnt. Anders konnte er den Gedanken an Heero zusammen mit diesem Schleimscheißer nicht ertragen. Wieso musste sich Heero ausgerechnet mit so jemandem abgeben? Auch sieben Jahre später hatte Duo darauf noch keine Antwort gefunden. Und noch immer wurde ihm übel wenn er an dieses Paar dachte.

Duo befand sich in einer ziemlichen Todesspirale und er konnte ehrlich nicht sagen wie lange er das wohl noch durchgehalten hätte. Aber dann kam die Rettung. Und zwar von einer völlig unerwarteten Seite. Einer seiner Professoren hatte ihm ein Ultimatum gestellt. Entweder er würde zu einem Uni-Berater gehen, oder er würde ihn von der Vorlesung – und damit den Klausuren – ausschließen.

Grummelnd war Duo dann zu der Beratung gegangen. Ja, ihre Uni hatte solche Leute die Studenten mit Problemen helfen sollten, das Schulgeld war ja auch teuer genug. Aber Duo hatte keine Lust dorthin zu gehen. Er wusste auch so das er ein Versager in allen Bereichen war. Das musste ihm nicht noch offiziell mitgeteilt werden. Aber er war ja gezwungen worden. Und so ging er voll auf Defensive geschaltet dorthin, einfach um sich die Bestätigung zu holen das er auch das versucht hatte um damit den Professor ruhig zu stellen.

Und so begegnete er Nadine. Die ersten paar Treffen über war Duo ungewöhnlich still und so unkooperativ wie nur möglich. Sie machten ein paar Tests und Nadine befragte ihn zu seiner Situation – und manchmal antwortete Duo auch. Das alles hätte zu gar nichts führen können, genau wie Duo es eigentlich beabsichtigt hatte, aber dann bei dem 6ten Treffen brach plötzlich alles aus Duo heraus.

Im nachhinein konnte er wirklich nicht mehr sagen was den Ausbruch denn ausgelöst hatte. Vielleicht war es irgendwas das Nadine gesagt hatte, auf jeden Fall hatte Duo plötzlich das Bedürfnis sich jemandem mitzuteilen. Ok, er hatte irgendwie schon lange darauf gewartet endlich mit jemandem – einem Freund – über seine Probleme zu reden. Und jetzt war es eben Nadine.

Er hatte in den letzten Wochen trotz seiner Antihaltung das Gefühl gewonnen das die Frau nett war und irgendwie hatte sie es geschafft seine abwehrenden Mauern zu durchbrechen. Duo erzählte alles. Er ließ nichts aus. Er berichtete von seiner Vergangenheit, von seiner Zeit als Gundam Pilot, von Heero, von der Trennung, seiner Angst wieder auf die Straße abzurutschen und von seinem elendigen Versagen im Studium. Sie mussten da mehr als 5 Stunden geredet haben – Nadine hatte in der Zwischenzeit alle weiteren Termine abgesagt. Und Duo hatte beim Seeleentblößen sogar einmal geweint.

Er war völlig fertig gewesen, vollkommen geschlaucht. Aber irgendwie hatte ihn allein schon das reden geholfen. Endlich war da jemand dem er seine Ängste hatte mitteilen können und der ihn dafür nicht ausgelacht hatte. Gut, Duo wusste das er sich vielleicht schon früher seinen Freunden hätte offenbaren können, aber denen gegenüber hatte er nie eine Schwäche zeigen wollen. Aber bei Nadine war das kein Problem, sie war sogar dafür da und sie zeigte keinerlei Anzeichen das sie ihn für seine Probleme verurteilen würde.

Im Gegenteil am Ende des Gesprächs hatte sie seine Hand getätschelt und in ihrer ruhigen Stimme gesagt, „Mach dir keine Sorgen Duo, wir finden für alles eine Lösung." Bei diesen Worten war Duo ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Er kam sich plötzlich befreit vor und es war als wenn sich ein dunkler Schleier von ihm gelüftet hatte. Und das obwohl noch gar nichts passiert war. Allein dadurch das jemand ihm sagte das alles wieder gut werden würde. Ihm war gar nicht bewusst gewesen das man so eine tiefe Erleichterung durch einfache Worte spüren konnte.

Dann hatte Nadine ihm gesagt das sie noch einige Dinge würde klären müssen und hatte ihn nach Hause zum schlafen geschickt. Am nächsten Morgen wollte sie ihm verschiedene Lösungsvorschläge geben.

Zum ersten mal seit langem mit guter Laune ausgestattet und voller Vorfreude auf den nächsten Tag war Duo nach Hause gegangen. Er wusste nicht was ihm Nadine am nächsten Tag vorschlagen würde, aber er hatte das Gefühl das es was gutes sein würde.

Und so kam es dann auch. Wenn auch total unerwartet. Das ganze Gespräch hatte sich fast Wort für Wort in Duos Gedächtnis gebrannt. Wahrscheinlich weil es so absolut wichtig für ihn und seine Entwicklung gewesen war.

Nadine hatte hinter ihrem Schreibtisch gesessen und ihn auf eine fast mütterliche – aber dennoch freundschaftliche – Art und Weise angesehen. „Duo erklär mir noch einmal warum du unbedingt Ingenieur werden willst?" hatte sie gefragt.

„Na, ich brauch doch ein Diplom um als einer zu arbeiten," hatte er geantwortet.

„Das ist mir klar, aber warum unbedingt als Ingenieur?"

Daraufhin hatte er ihr noch einmal erklärt das er das halt am besten konnte und er bloß eine schriftliche Bestätigung für seine Fähigkeiten benötigte.

Nadine hatte nur kurz gelacht. „Duo du hast es immer noch nicht richtig verstanden. Die meisten Leute studieren nicht das was sie am besten können, sondern das was sie am meisten interessiert. Und entschuldige wenn ich das so sage, aber ich glaube nicht das du wirklich für diesen Studiengang geschaffen bist."

Das hatte Duo bis aufs tiefste Mark getroffen und er wollte sich schon in seine Frust-Mauern zurück ziehen. „Klar, sag du mir auch noch das ich der totale Versager bin."

Nadine hatte ihre Hände wieder auf seine gelegt und ihn davon abgehalten dicht zu machen. „Du hast mich falsch verstanden. Ich weiß das du ein sehr intelligenter junger Mann bist, einer der Tests hat deinen IQ bestätigt und du hast fast die Skala gesprengt. Und ich weiß das du als Gundam Pilot sicher Wunder an Deathscythe vollbracht hast. Aber das heißt noch lange nicht das du ein guter Ingenieur werden würdest. Und ich garantier dir das fast alle deine Schwierigkeiten im Studium darauf zurückzuführen sind das dein Unterbewusstsein das auch ganz genau weiß. Also noch einmal, warum willst du unbedingt dieses Diplom? Ich weiß das du bei deiner finanziellen Lage niemals arbeiten müsstest."

Dieser Gedanke hatte Duo geschockt. Er wusste das zwar, aber... „Ich will nicht unnütz sein und mich auf dem Geld ausruhen. Ich will etwas tun," hatte er starrsinnig geantwortet.

„Das ist eine sehr löbliche Einstellung, ich wünschte die meisten reichen jungen Leute würden sie haben. Aber warum quälst du dich mit dem Ingenieurstudium?"

Duo hatte nur mit den Schultern gezuckt. „Weil ich das am besten kann."

Nadine hatte wieder ihren Kopf geschüttelt. „Nein kannst du nicht. Du kannst sehr gut einen Gundam reparieren. Und du bist sicher ein Virtuose am Computer. Aber weißt du was Ingenieursarbeit später für dich bedeuten wird? Da wirst du nicht allein an einer Sache basteln bis sie funktioniert. Nein, die Hälfte deines Tages wird daraus bestehen Dokumente zu schreiben, Meetings zu haben und sich absolut genau an Regeln und Vorgaben von anderen zu halten. Glaubst du wirklich dass das etwas für dich ist? Für immer?"

„Aber Heero..."

„Mach dich davon los was Heero betrifft. So wie du ihn mir beschrieben hast und wie ich mir ansehe wie er im Studium aufgeblüht ist, ist dies genau das was er braucht. Aber das muss für dich ja nicht das gleiche sein. Ihr seid immerhin verschiedene Leute. Ich denke du solltest deinen schlauen Kopf etwas studieren lassen was dich wirklich interessiert und fordert. Hör auf dich selber zu quälen."

Dieser Gedanke war ein völlig neuer für Duo. Er war normalerweise niemand der einen Kampf aufgab. Und er hatte eigentlich vorgehabt dieses Studium zu Ende zu bringen. Aber ihm war plötzlich um so bewusster wie sehr er es hasste. Und Nadine hatte Recht. Was wenn er den Beruf später genauso hassen würde? Wieso sollte er sich das antun?

„Aber... was soll ich dann machen, Nadine?" fragte er hilflos.

Sie holte ein paar Papiere hervor und legte sie auf den Schreibtisch. „Einer der Tests hat bestimmt was dich am meisten interessiert. Es schient das du sehr wissbegierig bist was Politik, Geschichte und Literatur betrifft."

„Ja, ich wollte schon immer wissen was Menschen dazu treibt Kriege zu führen," murmelte Duo eher zu sich selbst.

„Vielleicht solltest du Fächer in diesen Richtungen wählen."

Es war wie eine Dusche mit eiskaltem Wasser. Fast mit Horror hatte Duo die Frau angesehen. „Aber was bin ich wenn ich das studier? Das ist doch brotlose Kunst."

Das glockenhelle Lachen von Nadine hatte das Büro erfüllt. „Was du am Ende mit deinem Wissen anfängst das liegt dann an dir. Es ist nun wirklich keine brotlose Kunst. Es gibt unzählige Möglichkeiten was du mit diesem Wissen anfangen kannst. Du könntest Journalist werden, Historiker oder sogar Politiker."

Duo schnaubte bei dem Gedanken an eine politische Karriere. Er hielt alle Politiker für korrupte Verbrecher und wollte mit ihnen sowenig wie möglich zu tun haben.

Doch Nadine ließ sich nicht beirren und redete weiter. „Es hängt ganz von dir ab was du mit deinem Wissen anfängst, du baust dir deine Zukunft erst selbst auf. Aber glaube mir, es passt viel, viel besser zu dir als alles andere. Und selbst wenn du später kein Job mit deinem Abschluss finden kannst, du bist finanziell abgesichert. Das ist mehr als die meisten deiner Studienkollegen von sich behaupten können. Wenn alles nichts bringt kannst du dir immer noch einen Schrottplatz kaufen und dort schalten und walten wie du willst. Du wirst nicht in der Gosse landen, dazu bist du zu schlau. Aber gib deinen grauen Zellen etwas das sie interessiert und lerne das Studieren Spaß machen kann. Ich mach dir einen Vorschlag: du versuchst es für – sagen wir ein Jahr – und wenn du weiter gefrustet bist, dann suchen wir nach einer anderen Lösung."

„Wie soll das denn alles vonstatten gehen? Muss ich ganz von vorne anfangen?" Duo war sich noch nicht sicher was diesen Wechsel betraf aber etwas in ihm war sehr neugierig. Und es hörte sich besser an als sich weiter durch sein ungeliebtes Studium zu quälen.

„Nun ich habe gestern noch so einiges organisiert. Du könntest praktisch sofort wechseln, wir können uns gleich zusammensetzen und genau die Fächer auswählen die du belegen solltest. Und nein du musst nicht von vorne beginnen, die meisten der allgemeinen Fächer können auch für das andere Studium anerkannt werden. Du würdest also nicht soviel Zeit verlieren – auch wenn Zeit in deinem Fall wirklich keine Rolle spielt. Allerdings müsstest du dich auch sehr anstrengen um dieses Semester noch Tritt zu fassen. Niemand erwartet von dir das du so viele Scheine machst wie die anderen, du hast schließlich ein paar Wochen Rückstand. Aber es wäre sicher für alle Beteiligten das beste – ganz besonders für dich – wenn du am Ende des Semesters einige Erfolge vorweisen würdest. Aber keine Sorge, wir wählen dir Fächer die dir liegen und wo das kein Problem sein wird. Ich glaub an dich."

In dem Moment waren Duo heiße Schauer über den Rücken gelaufen. Jemand glaubte an ihn, sagte das er es schaffen könnte und versprach gleichzeitig das er aus dem Frust-Trott herauskommen würde. Und genau da spürte Duo auch plötzlich wieder Energie in sich. Verdammt er war intelligent, der Test hatte es bewiesen, er würde es schaffen. Und damit allen die ihn für einen Versager beweisen das dies nicht so war. Zum ersten mal seit langem umspielte ein ehrliches Lächeln sein Gesicht. „In Ordnung Nadine, ich glaub ich riskiere es."

Auch Nadine lächelte. „Das ist gut. Aber du hast noch nicht alles gehört. Es gibt da noch ein Problem."

„Was denn für ein Problem?" hatte Duo besorgt gefragt.

„Nun ich glaube das deine persönliche Situation hier nicht zuträglich ist. Du musst dich von allen Problemen befreien, einen wirklichen Neuanfang machen. Deine Clique hier hat einen verdammt schlechten Einfluss auf dich. Und dann ist da noch Heero. Ich habe dir diesen Studienplatz an einer anderen Uni besorgt. Du solltest von hier wegziehen."

Horror durchfuhr Duo. „Aber... Aber ich kann doch Heero nicht verlassen." Von hier fortziehen... Niemals hatte Duo auch nur im entferntesten daran gedacht nicht mehr mit Heero zusammen zu leben. Das ging doch nicht, sie waren doch Partner.

Aber Nadine hatte weiter geredet und leider machte das was sie sagte Sinn. „Duo du hast mir selbst erzählt das ihr euch getrennt habt, das ihr seit Wochen kein Wort mehr miteinander wechselt. Glaubst du es ist gut für euch beide wenn ihr weiter zusammen wohnt? Heero hat einen neuen Freund, glaubst du es ist gesund für seine Beziehung wenn er mit seinem ehemaligen Partner weiter zusammen lebt?"

„Aber Heero ist mein bester Freund. Ich will ihn nicht verlieren!"

„Und um ihn nicht zu verlieren musst du euch beiden Luft zum atmen geben. So werdet ihr euch irgendwann hassen. Das kann nicht in deinem Interesse sein. Zieh aus, bring Abstand zwischen euch, bring dein Leben wieder in Ordnung. Und in ein paar Wochen werdet ihr wahrscheinlich wieder wie Freunde miteinander umgehen können. Und du wirst vielleicht auch..." sie machte eine kurze Pause. „Wie gesagt nimm diese Chance an und erleichtere euer beider Leben. Wenn du hier bleibst wird sich all der Frust und Ärger nur anstauen und es könnte eure Freundschaft dauerhaft gefährden."

Es war eine harte Entscheidung gewesen, denn Duo wollte wirklich nicht von Heero getrennt sein. Heero war ein Bestandteil seines Lebens, er konnte sich gar nicht vorstellen wie es wäre wenn er den ehemaligen Wing Piloten nicht in der Nähe hatte. Aber er gab Nadine auch Recht. Die letzten Wochen waren schlimm gewesen. Es belastete ihn ja selbst das er nicht mehr mit Heero sprach und die Idee das auch ihre Freundschaft zerstört werden könnte jagte Duo Angst ein. Er wusste das seine unausgesprochene Abneigung dem Zwerg gegenüber Heero weh tat. Und er selbst konnte es kaum ertragen wenn der Zwerg in Heeros Nähe war. Wie leicht konnte aus dieser Situation noch mehr böses Blut entstehen? Es war wohl wirklich besser ihnen etwas Freiraum zu geben. Und so hatte er wohl oder übel zugestimmt.

Den ganzen Nachmittag hatten sie beide genau geplant was er als nächstes tun sollte. Nadine hatte schon so gut wie alles vorbereitet. Er würde am nächsten Wochenende umziehen, sie hatte ihm ein Zimmer in einem Studentenheim besorgt, damit er auch schnell Anschluss fand. Sie besprachen welche Kurse er als Minimum in diesem Semester belegen sollte und suchten alles heraus was ihn wahrscheinlich insgesamt interessieren würde. Und obwohl Duo immer noch traurig darüber war nicht mehr in Heeros Nähe zu sein, so spürte er doch das er freudig erregt war wenn er an seine Zukunft dachte. Ein Gefühl das er schon lange nicht mehr gehabt hatte.

Und Nadine bestand drauf das er an seinem neuen Studienort weiterhin einen Berater sehen würde. „Nicht so oft wie mich, einfach nur um dir Sicherheit zu bieten falls du dich wieder in etwas verrennst. Und du kannst mich natürlich immer noch anrufen. Nur weil du nicht mehr hier studierst hab ich dich noch lange nicht abgeschrieben." Und das Lächeln das sie dabei trug war echt gewesen.

Am schlimmsten war es gewesen Heero von all den Plänen zu erzählen. Duo hatte es sich einfach gemacht und es so aussehen lassen als wenn der Wechsel des Studienfachs nur klappte wenn er auch die Uni wechselte. Das war nicht unbedingt gelogen gewesen, er hatte halt nur nicht alles erzählt. Aber er wollte Heero gegenüber nicht zugeben das er auch floh um ihre Freundschaft zu erhalten. Heero hatte geschockt gewirkt, schien auch nicht räumlich von ihm getrennt sein zu wollen. Aber er hatte es akzeptiert und Duo alles gute im neuen Studium gewünscht. Der Zwerg hatte die ganze Zeit anzüglich gegrinst und Duo hatte ihm dafür wochenlang in seinen Träumen die Zähne eingeschlagen.

Von da an war alles sehr schnell gegangen. Duo hatte sich ein Jahr gegeben um Gefallen an seinem Studium zu finden, doch solange brauchte es gar nicht. Schon nach ein paar Wochen war er mehr als begeistert. Es war anstrengend aber endlich hatte er Freude an dem was er tat.

Und er fand schnell Anschluss, hatte bald schon eine Gruppe von Kommilitonen um sich gesammelt mit denen er zusammen lernte und diskutierte und auch viel Spaß hatte. Aber es war bei weitem nicht der hole Spaß den er mit seiner alten Clique hatte.

Die erste Runde an Klausuren lief hervorragend und im Semester darauf erhöhte Duo seine Kurse. Es gab noch so viel das er lernen wollte, soviel das er wissen wollte. Wahrscheinlich trieb er mit all seinen Fragen seine Professoren in den Wahnsinn aber er hatte Spaß und der Frust der ihn über ein Jahr gefangen gehalten hatte war vollkommen verschwunden.

Und wie Nadine es auch vorhergesagt hatte war seine Freundschaft zu Heero schon bald wieder zurückgekehrt. Sie telefonierten häufig. Und auch wenn Duo immer noch allergisch auf den Zwerg reagierte, so konnte er doch wieder mit seinem alten Freund reden. Und Heero freute sich aufrichtig über Duos Erfolge. Duo war froh das sie wieder so gute Freunde waren. Allein das war es wert gewesen fortzugehen.

Die Sache zwischen Heero und dem Zwerg schien auch immer ernster zu werden. Inzwischen war Gordon wohl schon in ihre alte Wohnung eingezogen. Das versetzte Duo einen Stich, aber er biss sich auf die Zähne und sagte nichts dazu. Außerdem fingen die beiden an gemeinsam ein Computerspiel zu entwickeln. Duo konnte sich für das Thema zwar immer noch nicht begeistern, aber er hörte gerne zu wenn Heero von ihrem Projekt sprach.

Heero hatte diese Idee zu einem Computer Action-Rollenspiel gehabt und zusammen mit Gordon – der auch Softwaredesign studierte – hatte er angefangen diese Idee in die Tat umzusetzen. Und sie kamen schnell voran. Kein Wunder bei Heeros überragenden Computerkenntnissen und dem technischen Equipment das sie benutzen konnten. Sie planten das Spiel kurz nach ihrem Abschluss auf dem Markt zu bringen. Quatre hatte schien ebenfalls begeistert von der Idee zu sein und wollte es eigentlich für WEI haben, aber Heero wollte seine eigene Firma gründen. Trotzdem unterstützte WEI sie bei der Finanzierung. Quatre sagte das dies ein gutes Geschäft sei und er wollte wohl auch verhindern das Heero den größten Teil seiner geheimen Reserven dafür verwenden müsste.

Duo konnte Rollenspielen immer noch nichts abgewinnen, noch weniger das Heero etwas am Computer entwickelte das es als Sinn hatte Monster abzuschlachten. Er fühlte sich immer noch zu sehr an den Krieg dabei erinnert. Aber er hatte gesehen mit welchem Elan Heero von seinem Projekt berichtete und er freute sich ehrlich für den anderen. Jetzt wo es ihm selber besser ging und er endlich wieder Spaß am Leben hatte, konnte er auch einsehen das er vorher all seinen Ärger ungerechtfertigterweise an Heero ausgelassen hatte und wie sehr seine offen gezeigte Abneigung den anderen verletzt haben musste. Duo hatte sich selbst ein paar mal in den Arsch getreten dafür und sich geschworen ab jetzt ein besserer Freund zu sein.

Wie nicht anders zu erwarten wurde das Spiel zu einem absoluten Verkaufsschlager. Die Kritiker überschlugen sich das es den ganzen Gamesektor revolutionieren würde und die Kunden stürmten die Läden um es zu kaufen. Heero und Gordon verdienten mit ihrer Firma ‚Wing' unheimlich viel Geld. Sie wurden von einem Großteil der Gamer fast angebetet. Das Spiel ‚Deathscythe' – Duo kam auch jetzt immer noch nicht darüber hinweg das Heero es so genannt hatte – setzte neue Standards was Action Spiele anging. Und auch jetzt sieben Jahre später wurde es in den Läden immer noch zu fast dem Ursprungspreis verkauft. Ein Novum was Computerspiele anging, die ansonsten schon nach einem halben Jahr aus den Läden verschwanden weil es neueres und besseres gab.

Das Spiel zog zwei Sequels nach sich, das letzte war erst im November – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – erschienen. Wing vergrößerte sich zunehmend und brachte auch noch andere Spiele raus. Heero und Gordon waren jetzt Besitzer der größten Computerspielfirma.

Irgendwann war der Presse wohl auch aufgegangen das die beiden Gründer dieser unglaublich erfolgreichen Firma ein Paar waren. Und sofort sprossen auch in der Regenbogenpresse Artikel über die beiden. Es waren ja alle so politisch korrekt und deshalb musste einfach über dieses erfolgreiche Paar berichtet werden. Duo bekam immer wieder Kotzkrämpfe wenn er solche Berichte sah, aber Heero hatte ihm gesagt das die Presse ein Übel war mit dem man sich einfach arrangieren musste und am besten ignorierte.

Duo hatte da einsehen müssen wie sehr sich Heero verändert hatte. Früher wäre er ‚Omae O Korosu' rufend losgezogen und hätte jeden Pressefritzen einzeln getötet und jetzt zuckte er mit den Achseln. Es war sicher eine Veränderung in die richtige Richtung, trotzdem wäre es Duo lieber gewesen wenn er diese Bilder mit Gordon nicht hätte sehen müssen.

Heeros Leben war also eine glückliche und erfolgreiche ‚Happy End' Geschichte geworden. Aber auch Duos Leben nahm eine fast unglaubliche Wende. Nicht nur das er wieder Spaß am Lernen fand, nein es passierte etwas mit dem er niemals gerechnet hätte.

Alles hatte mit einer Hausaufgabe angefangen. Es war in einem seiner Politkurse und er hatte als Thema den ersten Gundam Krieg genommen. Schließlich kannte er sich da am besten aus. Er hatte in seinem Essay versucht zu ergründen was die Kolonien antrieb die Gundams zu erschaffen und Teenager in den Guerillakrieg zu schicken. Gleichzeitig stellte er die Unterdrückungstaktiken von der Allianz dar und mit seinem Wissen auch die Rolle die Oz mehr und mehr übernahm.

Duo hätte mit allem gerechnet aber nicht damit das der Professor ihn zur Seite nahm und ihm sagte das seine Hausaufgabe brillant wäre. Und viel zu schade um nur von ihm gelesen zu werden. Deshalb hatte er auch eine Kopie an Verlag geschickt bei dem er seine eigenen wissenschaftlichen Texte herausbrachte.

Duo hatte lang und laut gelacht und sich gedacht das sein Prof. wohl am Abend zu tief ins Glas geschaut hatte. Wer würde seiner kleinen Hausarbeit schon irgendwelche Aufmerksamkeit schenken? Das Lachen war ihm aber am nächsten Tag vergangen als er einen aufgeregten Anruf von Dan, dem jungen Chef besagten Verlages erhielt. Dan hatte vor kurzem die Leitung des alten Familienunternehmens übernommen das sich mit der Veröffentlichung von wissenschaftlichen Texten am Rande der Profilabilität hielt. Und er war scheinbar ganz begeistert von Duos kleinem Text.

Duo konnte es nicht fassen, stimmte aber einem Treffen zu. Wenn er gewusst hätte was daraus entstehen würde hätte er es vielleicht nicht getan. Aber zum Glück hatte er es nicht gewusst. Er fand Dan auf Anhieb sympathisch und ließ sich bereitwillig von dessen Energie anstecken. Dan beharrte das aus Duos Hausarbeit ein gutes Buch werden könnte. Er müsste es nur noch erweitern, noch mehr Tiefe hereinbringen. Als er herausfand das Duo einer der Gundam Piloten gewesen war, kannte seine Begeisterung keine Grenzen.

Und so hatte er Duo viel zu schnell überredet in sein Essay auch noch die persönliche Sichtweise der Gundam Piloten reinzubringen. Ihre Motivationen warum sie in diesen Krieg gegangen waren, ihre Hoffnungen und Wünsche. Und was ihnen alles während des Kampfes widerfahren war.

Duo glaubte zwar immer noch nicht das dies wirklich jemanden interessierte, aber er fragte die anderen um Erlaubnis ihre Geschichte in das Buch mit aufnehmen zu dürfen. Sie alle stimmten zu. Und das obwohl sie alle sehr, sehr vorsichtig waren was z.B. Zeitungsinterviews betraf.

In den folgenden drei Monaten Semesterferien schrieb Duo wie ein besessener und Dan riss ihm förmlich die fertigen Kapitel aus der Hand. Kurz darauf sollte die erste kleine Auflage von 1000 Stück erscheinen.

Duo war sehr stolz als er das fertige Buch sah. Dans Verlag brachte noch richtige Bücher nicht nur die elektronischen heraus. Es fühlte sich gut an das fertige Buch in Händen zu halten. Aber trotzdem hielt Duo die Auflage für viel zu hoch. Denn wen würde es schon interessieren was er über den Krieg dachte? Er schenkte jedem der Gundam Piloten einen Band, ebenso all seinen Freunden und Nadine. Und Quatre hatte angedroht einige für seine Familie zu kaufen. Aber wen außer ein paar Historikern würde das ansonsten interessieren?

Scheinbar viele. Der erste Auflage war beinah sofort vergriffen – Quatre hatte auch für alle Führungskräfte von WEI einen Band gekauft. Als Duo ihn deshalb anfahren wollte hatte der kleine Blonde nur gesagt dass das Buch brillant sei und endlich mit etlichen Vorurteilen über die Gundam Piloten aufräumen würde.

Aber es konnte nicht nur an Quatre liegen, denn auch die nächste und die übernächste Auflage fand reißenden Absatz. Die berühmtesten Kritiker hatten sein Werk gelesen – Quatre hatte ihnen die Bücher geschickt – und schrieben übersprudelnde Kritiken. Es schien fast so als wenn die Welt wirklich darauf gewartet hätte mehr von dem Krieg zu erfahren. Von den Gundam Piloten zu erfahren.

Das Buch hielt sich monatelang in den obersten drei Plätzen der Bestsellerlisten, sowohl die gebundene als auch die elektronische Ausgabe. Und Dan lief während der ganzen Zeit mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Soviel Profit hatte seine kleine Firma während der letzten drei Generationen nicht gemacht.

Und Duo wurde immer öfter als Gastreferent für politische Konferenzen eingeladen. Er hatte zwar immer noch das Gefühl im falschen Film zu sein, aber irgendwie genoss er es auch. Besonders wenn er plötzlich auf einer Stufe mit der pinken Prinzessin stand.

Trotz all des Rummels versuchte er sein Studium so schnell und so erfolgreich wie möglich zu beenden. Auch Dan trieb ihn an – sie waren inzwischen sehr gute Freunde geworden. Und kaum war Duos Examensarbeit über Kinderarmut in den Kolonien zur Benotung abgegeben, da zwang Dan ihn fast es zu einem Buch umzuarbeiten.

Dieses Thema lag Duo beinah noch mehr am Herzen als das von seinem ersten Buch und er gab alles als er es schrieb. Er schien wieder einen Nerv der Zeit getroffen zu haben. Das Buch wurde wiederum ein Verkaufsschlager. Und die Rufe zu verhindern das Kinder in solcher Armut leben mussten wurden immer lauter. Gesetze wurden verabschiedet und viele Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet. Duo begriff zum ersten mal das der alte Spruch ‚Die Feder ist stärker als das Schwert' zutraf. Außerdem konnte er mit Teilen des Gewinns ein Waisenhaus auf L2 finanzieren. Das war etwas das ihm besonders am Herzen lag.

Ein Jahr später brachte er ein weiteres Buch heraus. Diesmal über den Mariemeia Zwischenfall. Doch diesmal hatte er schon beim schreiben gemerkt das es das letzte dieser Art sein würde. Er gab zuviel seiner Seele beim schreiben Preis. Außerdem hatte er die Welt genug zum besseren verändert. Jetzt konnten andere sie retten.

Auch das dritte Buch wurde ein Verkaufsschlager und er erwartete fast das Dan ihm böse sein würde als er ihm mitteilte das es keine weiteren in dieser Art geben würde. Duo liebte es immer noch zu schreiben, aber ihm schwirrten jetzt eher Ideen für Science Fiction und Fantasy Geschichten durch den Kopf. Er wollte weiter schreiben, aber nicht mehr seine Seele entblößen.

Aber Dan war alles andere als böse gewesen. „Duo durch deine Bücher ist meine Firma für die nächsten drei Generationen finanziell abgesichert. Es ist besser wenn du auf dem Hochpunkt deiner Karriere als politischer Schreiber abtrittst. Aber wenn du weiter Geschichten schreibst, bin ich gerne bereit sich zu veröffentlichen. Du hast ein wundervolles Talent und ich denke es ist an der Zeit das mein Verlag auch in die Unterhaltungsliteratur investiert." Dann hatte er breit gelacht und einem erstaunten Duo auf die Schultern geklopft.

So hatten sie es dann auch gemacht. Um keine falschen Hoffnungen zu wecken schrieb Duo jetzt unter einem Pseudonym. Seine Bücher liefen immer noch gut und er war praktisch auch der Star der neugegründeten Unterhaltungssparte des Verlages. Und Duo hatte Spaß und Freude am schreiben.

Eigentlich hätte sein Leben rundum glücklich sein können. Nur das er immer noch allein war, das deprimierte ihn schon. Er hatte einfach kein Glück bei der Liebe. Sicher, er war eine Berühmtheit und so schenkten viele Leute ihm Beachtung. Er hatte eigentlich auch nie Probleme jemand neues zu finden. Nur das es nie für die Ewigkeit war. Irgendwas fehlte immer und nach ein paar Wochen oder Monaten trennten sie sich.

Es trieb Duo fast in die Verzweiflung das er nicht herausfand was es denn war das fehlte. Denn er wollte nicht mehr allein sein. Er wollte wie seine Freunde diese spezielle Person finden mit der man alles teilen konnte. Freud und Leid. Einen Partner fürs Leben.

Frustriert schaute Duo in den inzwischen geschmolzene Schokoeisrest in seiner Schüssel. Vielleicht hatte er auch einfach nur zu sehr danach gesucht? Vielleicht hatte Quatre Recht und er sollte es etwas ruhiger, weniger angespannt angehen?

In den nächsten Tagen würde sowieso nichts geschehen und dann war ja auch schon das Treffen mit den anderen. Er würde sich nicht wie ein Versager vorkommen nur weil er allein auftauchte. Dann war er halt Single. Immer noch besser als mit der falschen Person dort aufzutauchen.

Entschlossen stellte Duo die Schale beiseite und stand auf. Anstatt hier depressiv herum zu sitzen würde er noch eine Runde ‚Deathscythe' spielen. Er hatte sich das Spiel vor ein paar Wochen gekauft weil er endlich herausfinden wollte was denn alle so toll daran fanden. Und erstaunlicherweise machte es tatsächlich Spaß. So langsam konnte er verstehen was Heero daran mochte. Einen der Gegner hatte er Gordon genannt und es machte irrsinnig Spaß den Zwerg wieder und wieder zu töten.

Schade das er das mit dem original Gordon nicht machen konnte, aber zumindest würde er Heero wieder treffen. Er vermisste seinen Freund, wirklich.