Der Tag war jung, aber Rin fühlte sich so, als wäre es fast Mitternacht wäre, sein Kopf rutschte ihm aus der Hand, als er auf die Tafel starrte und versuchte, seiner Lehrerin konzentriert zuzuhören. Was sagte sie? Es war etwas über einen Krieg, das war das meiste, was er wusste. Seine Augen begannen zu zufallen, dann knallte sein Kopf auf den Tisch und er war weg. Er hörte nicht, wie die Lehrerin seinen Namen rief oder wie die anderen Schüler kicherten, als sie ihr Buch aufhob.

WHACK.

Rin schoss hoch, rief: „Der Krieg war im Jahr 1902!" verdiente sich einen Blick von der Lehrerin.

„Wir waren bei diesem Thema vor 30 Minuten, Okumura-kun. Jetzt zum letzten Mal frage ich dich: Glaubst du, du kannst es schaffen, deine Aufmerksamkeit auf die letzten 30 Minuten meines Unterrichts zu lenken?"

Rin nickte kurz, setzte sich gerade hin und rieb sich die Stirn, die wegen der Kollision mit dem Tisch etwas wehtat. Er sah sich im Zimmer um und versuchte, etwas zu finden, mit dem er seinen Geist beschäftigen konnte, als er Gründe dafür suchte, wachzubleiben. Er blinzelte, bemerkte etwas grünes aus dem Augenwinkel, sah zum Fenster. Der Erdkönig Amaimon spähte mit kalten, hasserfüllten Augen zu ihm. ‚Ich dachte, dass sich jemand um dich gekümmert hätte' dachte er, seine Augen verengten sich bei dem Blickkontakt.

Der Dämon grinste und biss sich auf seinen Daumennagel, seine Augen verließen Rin nicht, als er seinen Kopf zur Seite neigte, als würde er Musik ohne Beat hören. Der Sohn Satans wollte aufstehen und ihn weg jagen, vielleicht auch mit ihm kämpfen, obwohl er wusste, dass da noch die Chance war, dass er nicht stark genug war. Wie leichtsinnig diese Gedanken waren, er wollte irgendwas tun, alles, ausgenommen hier zu sitzen und dem Geschichtsunterricht zu lauschen, was Rin weniger interessierte.

Die Glocke läutete und er stand auf, packte sein Schwert und stürzte aus dem Klassenzimmer, ignorierte die Worte seiner Lehrerin als sie ihm zuschrie, dass er sich wieder hinsetzen sollte. Er rannte den Flur hinunter, brach die Tür auf und hastete auf die andere Seite seines Klassenzimmers, wo der andere war. Im Schlamm rutschend, schaute er finster, als der Dämon nicht zu sehen war. War es Phantasie? Er runzelte die Stirn, schaute umher, aber nichts war zu sehen. Er hörte ein leises Plop und schaute zur Seite, um Mephisto zu sehen, der lächelnd auf ihn herab sah. „Warum schaust du so grimmig? Das ist nicht sehr attraktiv."

„Kann sein, blöder Clown" brummte er und sah von ihm weg, starrte die Wand des Gebäudes an.

„Ich habe gerade einen Anruf von deiner Lehrerin erhalten, Rin war ein böser Junge?" gurrte er, grinste, als sich seine Augen leicht verengten.

„Ich dachte, ich hätte etwas gesehen …" grummelte Rin zur Antwort.

„Etwas? Und dieses Etwas ist?" Der ältere Mann neigte seinen Kopf zur Seite, sein Grinsen verschwand nicht.

„Amaimon, der Erdkönig." sagte er, seine Stimme war leise, als er nochmals über das Gelände sah, um sich zu vergewissern, dass er nicht doch noch aufgetaucht war.

„Ah," Mephisto runzelte die Stirn und schaute zur Seite, seine Brauen senkten sich leicht, so dass es so aussah, als ob er sauer war. „Wahrscheinlich war es nur deine Phantasie, alte Geister tauchen auf einmal auf und jagen dich, Ich wette, du brauchst was zu essen …" Rin blinzelte und sah ihn neugierig an. „Würdest du mich zum Abendessen begleiten?"

„Ich weiß nicht …" sagte Rin zögernd.

„Es ist nicht wirklich ein Wunsch, sondern eine Forderung, nach allem, habe ich dich zum zweiten Mal gefangen, richtig?" Rin sagte nichts, nickte schweigend, wunderte sich immer noch mehr über den Erdkönig als über das, was Mephisto vorhatte. Er schaute zu dem älteren Mann, der ihm seine Hand hin hielt und blinzelte. „Nehm." wies Mephisto an.

Rin schüttelte den Kopf. „Wie zur Hölle …" grummelte er, spürte, wie seine Wangen rot wurden, als Mephisto seine Hand in seine zwang. Er funkelte den anderen an, verdiente sich damit ein leichtes Schmunzeln, als er zu einer Tür ging, einen Schlüssel herausnahm und die Tür aufschloss. Er öffnete die Tür und führte Rin rein.

„Du bist eher niedlich, wenn du rot wirst. Ich denke, ich mache es zu meinem persönlichen Hobby, dich dazu zu bringen." sagte Mephisto, als wäre es eine normale Aussage in einem relativ interessanten Gespräch.

„Bullshit," zischte der jüngere Mann, versuchte seine Hand frei zu bekommen, weswegen Mephisto amüsiert lachte.

Mephisto führte Rin den Flur entlang, dann eine Treppe hoch, öffnete eine Tür und sie kamen in seinem Büro an. Er ließ die Hand des anderen Mannes los und schloss die Tür hinter sich, wandte sich dem Tisch zu, der wieder mit Essen gefüllt war. Sobald das Aroma die Sinne des jüngeren traf, wurde sein Mund wässrig, machte ihm klar, wie hungrig er war.

„Iss, was du magst." Der ältere Mann deutete auf das Essen.

Rin blinzelte und sah zu dem alten Dämon, überrascht von der Art des Lächelns, was er gestern gesehen hatte. Er biss sich auf die Lippen und der Dämon neigte seinen Kopf, lächelte ein bisschen breiter, als er durch den Raum lief, seinen Hut nahm und auf dem Kleiderständer platzierte und seine Handschuhe auf eine eigentlich für Jacken und Mäntel verwendeten hängenden Stange legte.

Rin konnte nicht anders, aber als der Gedanke zufällig in seinem Kopf auftauchte und noch mehr, konnte er nicht anders als es auf einmal aus seinem Mund kam. „Du hast einen Schwanz, oder?" (A/Ü: nicht den Schwanz an den ihr jetzt denkt -tail, nicht - dick)

Mephisto zog eine Augenbraue hoch und wandte sich neugierig an ihn. „Natürlich."

„Wie sieht er aus?"

„Ein Gentleman zeigt nie seinen Schwanz." erklärte Mephisto, grinste leicht amüsiert über die Neugier des Jungen. Rin mochte diese Antwort nicht, plumpste aber wieder in den Stuhl und starrte das Essen an, schob sich etwas auf seinen Teller und schaute zu dem Mann, der lachte und seinen Kopf zur Seite neigte. „Ein Schwanz ist ein Schwanz, Junge. Sie sind nicht fabelhaft." sagte er achselzuckend, als er zum Tisch ging und sich neben ihn setzte.

Rin spannte sich an, als er die Hand des anderen auf seinem eigenen Schwanz fühlte und drehte sich zu ihm um, sah ihn aufmerksam an. „Was machst du?" fragte er, schaute ihm zu, wie er es streichelte.

„Du solltest wirklich besser um ihn kümmern. Du bürstest deine Haare, nicht wahr? Doch deinen Schwanz lässt du so, als würdest du dich gar nicht um ihn kümmern. Ein Schwanz ist eine Männlichkeit eines Dämons." Rin schloss seine Augen, als er eine Bürste fühlte, der leicht durch das Fell an seinem Schwanz bürstete. „Du kümmerst dich um deine Männlichkeit, oder?"

„Natürlich." knurrte Rin und funkelte den anderen an.

„Dann kümmer dich um ihn."

Rin zitterte, als er fühlte wie die Borsten der Bürste durch das kurze Fell auf seinem Schwanz liefen. Er wusste nicht warum, aber diese Aktion ließ ihn ruhig und ziemlich entspannt werden. Er öffnete seine Augen, als es stoppte und schaute zurück, wollte fragen, warum er aufgehört hatte und blinzelte, sah den genervten Ausdruck in den Gesicht des anderen. Er blickte zur Tür und wurde rot, sein Bruder stand in der Tür und starrte sie verwirrt an.

„Eine Mission in der Tat." murmelte Yukio und hob seine Augenbrauen leicht.

„Ich kann ihn füttern, bevor er geht, nicht wahr?" fragte Mephisto stehend, legte die Hände hinter seinen Rücken, ließ die Bürste, die Rin jetzt sehen konnte, in seine Faust rutschen. Die Bürste war ein ganz normaler Kamm.

„Und du bürstest seinen Schwanz?"

„Was ist an einer kleinen Dämon zu Dämon Beratung falsch? Dein Bruder kümmert sich nicht um seinen Schwanz, einer der meist gefährdeten Stellen für einen Dämon. Ist es ein Problem, dass ich mich kümmere?

„Dein Kümmern ist das Problem. Wenn es jemand anderes wäre, wäre es in Ordnung, aber du …Es ist einfach nicht normal."

Mephisto lachte und lächelte breit, gestikulierte mit einem Arm zum Essen. „Möchtest du einen Happen zu Essen, Okumura-kun?"

Yukios Augen drifteten zu dem Essen. Seine Augen entdeckten allerlei dämonisch aussehende Speisen, die ihn erbleichen ließen und er schüttelte den Kopf. „Ich werde zu Hause essen. Trotzdem danke für das Angebot." Rin zuckte leicht zusammen, als er und sein Bruder Blickkontakt hatte. Er könnte sagen, dass sein jüngerer Bruder etwas sagen wollte und fast drängte es ihn, es zu tun bis er sich umdrehte und aus der Tür ging und sie schloss, als er ging.

Mephisto stieß ein leises Kichern aus, als er zu Rin runter sah, der verwirrt die Tür anstarrte. „Er hört auf, mich zu überraschen." murmelte er, als der jüngere hochschaute.

Rin verzog das Gesicht und blickte wieder auf die Speisen, sein Hunger erinnerte ihn daran, dass er immer noch da war, in dem sein Magen knurrte. „Blöder Clown," grummelte er, schöpfte etwas, das wie ein gebratener Top-Aufkleber aussah auf seinen Teller und einige Nudeln, die er schon mal gegessen hatte, als er in einer anderen Nacht da war.

Mephisto sah zur Seite, auf den Balkon, seine Augen verengten sich und er ging schnell hinüber, trat aus dem Zimmer und verließ Rin, der über dem Essen grummelte. Er schloss die Tür hinter sich und neigte seinen Kopf zur Seite, schaute zu Amaimon, der leicht gebeugt da stand und an seinen Nägeln herum kaute, während er Mephisto verrückt anschaute. „Kann ich nicht mit ihm kämpfen, Bruder?" fragte der grünhaarige Dämon, seine Augen weiteten sich ein bisschen.

„Nein." sagte Mephisto streng.

„Warum nicht? Alles was ich will, ist ein bisschen Spaß." sagte er, stand aufrecht und lehnte sich zurück auf seine Fersen. „Alles andere ist einfach nur langweilig … aber er … Ich würde lieber seine Schwachstelle finden. Darf ich, Bruder? Kann ich es finden?"

„Er ist mein." erklärte der Andere besitzergreifend, sein Lächeln wurde breiter.

Amaimon runzelte die Stirn und ließ seine Hand sinken, als er perplex zu seinem Bruder starrte. „Warum findest du ihn so interessant, Bruder? Warum findet Vater ihn so interessant? Alles für das er gut ist, ist Unterhaltung, bis er unbrauchbar wird."

Mephisto antwortete nicht, schüttelte nur den Kopf, als er zur Tür lief. „Fass ihn nicht an." sagt er, öffnete die Tür und betrat sein Büro wieder, schloss die Tür hinter sich, als er eintrat.

„Wo bist du hingegangen?" fragte Rin, hob eine Augenbraue und sah ihn neugierig an.

„Oh .." Der Direktor zuckte leicht. „Nur um mit einem Schädlingsproblem zu dealen."

Der jüngere Mann zog eine Augenbraue hoch, wandte sich aber wieder seinem Essen zu, der ältere Mann saß neben ihm und aß langsam, hatte seine Augen auf den Jungen gerichtet, während er nachdachte. Er hatte begonnen, zu denken, dass er ein genaueres Auge auf Rin haben sollte, trotz der Tatsache, dass er ihn bald haben wollte. Er mochte diese Änderung in seinem Plan nicht, wusste aber, dass es entschied wer die Wette gewinnt. Wenn sein Bruder ihn bekäme, auch wenn er ihn nicht töten würde, wäre es ein großer Rückschlag für seine Pläne.

„Ich gehe ins Bett …"

Mephisto brachte seine Gedanken in seinen Hinterkopf, blickte wieder zu Rin. „Hm? Ah, okay." Er stand auf und ging zur Tür seines Zimmers, entriegelte sie und hielt sie für den Jungen auf. Er grinste vor sich hin, stolz auf die Tatsache, dass er den jüngeren Dämon zu dem Punkt gebracht hat, an dem er akzeptiert, dass er in seinem Bett schlief. Er wunderte sich, dass es nur ein paar Tage gebraucht hat, das zu tun und schaute, wie der andere sein Schwert ablegte, seine Schuhe und Krawatte auszog, auf das Bett legte und sich dort einrollte.

Der ältere Dämon schüttelte den Kopf und ging zu ihm hinüber, zog die Bettdecke unter dem anderen hervor, trotz der Grummler von Rin, und zog sie über ihn. Der jüngere Mann öffnete seinen Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn aber wieder, als er begriff, dass der andere einfach nur nett war und schloss die Augen. Mephisto lächelte freundlich und trat zurück, streichelte seinen Bart. Was auch immer kommen würde, es würde sicher interessant werden …