Aber da Mme Giry sich schließlich nicht zu ihrem Vergnügen im Probenraum
der Oper befand, sondern weil sie harte Arbeit zu verrichten hatte,
verschoben Mutter und Tochter das Erzählen ihrer Erlebnisse auf den späten
Abend und Meg machte sich im Gewirr der labyrintartigen Gänge der Oper
wieder auf die Suche nach einer bestimmten Person, die sie mehr als alles
andere vermisst hatte- ihre beste Freundin.
Erleichtert hatte sie von ihrer Mutter vernommen, dass diese immer noch als Sängerin an der Oper tätig war, nun hieß sie zwar nicht mehr Christine Daaé, sondern Christine de Chagny, aber sie und ihr Ehemann Raoul waren in Paris geblieben.
Nach einigen Minuten ziellosem Umherirren fiel Megs erleichterter Blick auf ein kleines Holzschild, das an der Wand neben einer Garderobentür hing. 'Christine Daaé, 2. Sopranistin', konnte Meg erstaunt auf dem Schild lesen. Vorsichtig klopfte sie an die Tür.
Ein klares, freundliches "Herein!" erklang von der anderen Seite der Tür und Meg öffnete mit klopfendem Herzen die Tür und trat ein.
Vor einem Schminktischchen saß Christine, die sich nun nach ihr umwandte. Eine Woge zärtlicher Gefühle überrollte Meg schlagartig, als sie das engelsgleiche Geschöpf vor ihr ansah.
Das Licht der bald untergehenden Sonne fiel auf das Haar der Sängerin und lies es flammendrot leuchten. Eigentlich war es von einem dunklen braun, das wusste Meg. All ihre Erinnerungen an Christine stellten sich bei ihrem Anblick sofort wieder ein und Megs Herz zog sich fast schmerzhaft zusammen, als ihr klar wurde, wie sehr sie sie vermisst hatte. Christine war schon für ihren Auftritt gekleidet, hatte allerdings ein weißes Kleid über ihrem Kostüm, sodass es nicht kurz vor der Vorstellung noch verschmutzt werden würde. Meg lächelte unwillkürlich.
Manche Dinge änderten sich niemals. Christines Haar fiel offen und lockig über ihre Schultern und ihre fast weiß wirkenden Finger hatten vor kurzem noch ungeduldig auf das Holz des Schminktischchens geklopft, da ihre Confidante damit beschäftigt gewesen war, ihr Haar zu richten und sie zu schminken. Nun sah Meg Verblüffung in ihren grünen Augen, als sich die drei Jahre ältere Frau auf sie zubewegte und meinte: " Mademoiselle? Sie erinnern mich so sehr an meine Freundin, aber das kann nicht sein, denn sie ist in England und nicht hier in Paris."
Mit einem belustigt wirkenden Unterton meinte Meg: " Christine de Chagny. Wo sind deine Ballettschuhe? Hast du sie nun ganz vergessen, seitdem du eine berühmte Sängerin geworden bist?"
Zu mehr kam Meg nicht mehr, denn plötzlich blitzte Erkennen in den Augen ihres Gegenübers auf und Christine flog ihr um den Hals. "Meg! Du bist zurück! Ich hätte dich frühestens in einer Woche erwartet! Du weißt gar nicht, was du alles verpasst hast!"
Meg schämte sich etwas, da sie nun ungehemmt anfing zu weinen, aber Christine konnte es zum Glück nicht sehen, da sie ihre Freundin immer noch im Arm hatte und sie gar nicht mehr loslassen wollte. So hätten sie nach Megs Ermessen ewig stehenbleiben können. Sie spürte Christines warmen Körper an ihrem und sog den Duft ihres Haares, das sie im Gesicht kitzelte, ein. Flüchtig nahm sie hierbei ein blumig riechendes Parfüm an ihrer Freundin wahr und überlegte, ob Raoul es ihr geschenkt hatte. Doch in diesem Augenblick war ihr das egal, sie zwang sich jeden Gedanken außerhalb Christine von sich zu weisen und ihre unmittelbare Nähe zu genießen.
Leider währte dieser Moment nicht lange, denn Christine machte sich plötzlich ruckartig los und lächelte Meg an. Ein nervöses Lachen entfuhr der jungen Frau und sie meinte: " Ich würde ja liebend gerne sofort erfahren, wie es dir in England ergangen ist und ich muss dir auch erzählen, wie ich nun zu Madame de Chagny und zur zweiten Solistin wurde, aber das hat auch nach der Vorstellung noch Zeit, oder?"
Als Meg etwas erwidern wollte, legte Christine ihr einen ihrer schlanken Finger auf den Mund und meinte: " Ich bin ja selbst neugierig, aber ich muss bald auf die Bühne. Und du solltest dich in den Zuschauerraum begeben, es sind immer ein paar Plätze frei und du musst mich einfach in der Hauptrolle der Oper, die wir gerade aufführen, erleben!"
Mit diesen Worten schnürte sie ihr Überkleid auf, hängte es über die Lehne eines Stuhls, zog sich ihre Schuhe an und schwebte dann graziös und nun in ihrem Kostüm auf den Bereich hinter der Bühne zu.
Christine Daaé lies ihre Freundin Meg Giry verwirrt und mit Gefühlen zurück, die das sensible Ballettmädchen sich selbst nicht erklären konnte, aber wie immer bemerkte die Sängerin nichts davon.
Erleichtert hatte sie von ihrer Mutter vernommen, dass diese immer noch als Sängerin an der Oper tätig war, nun hieß sie zwar nicht mehr Christine Daaé, sondern Christine de Chagny, aber sie und ihr Ehemann Raoul waren in Paris geblieben.
Nach einigen Minuten ziellosem Umherirren fiel Megs erleichterter Blick auf ein kleines Holzschild, das an der Wand neben einer Garderobentür hing. 'Christine Daaé, 2. Sopranistin', konnte Meg erstaunt auf dem Schild lesen. Vorsichtig klopfte sie an die Tür.
Ein klares, freundliches "Herein!" erklang von der anderen Seite der Tür und Meg öffnete mit klopfendem Herzen die Tür und trat ein.
Vor einem Schminktischchen saß Christine, die sich nun nach ihr umwandte. Eine Woge zärtlicher Gefühle überrollte Meg schlagartig, als sie das engelsgleiche Geschöpf vor ihr ansah.
Das Licht der bald untergehenden Sonne fiel auf das Haar der Sängerin und lies es flammendrot leuchten. Eigentlich war es von einem dunklen braun, das wusste Meg. All ihre Erinnerungen an Christine stellten sich bei ihrem Anblick sofort wieder ein und Megs Herz zog sich fast schmerzhaft zusammen, als ihr klar wurde, wie sehr sie sie vermisst hatte. Christine war schon für ihren Auftritt gekleidet, hatte allerdings ein weißes Kleid über ihrem Kostüm, sodass es nicht kurz vor der Vorstellung noch verschmutzt werden würde. Meg lächelte unwillkürlich.
Manche Dinge änderten sich niemals. Christines Haar fiel offen und lockig über ihre Schultern und ihre fast weiß wirkenden Finger hatten vor kurzem noch ungeduldig auf das Holz des Schminktischchens geklopft, da ihre Confidante damit beschäftigt gewesen war, ihr Haar zu richten und sie zu schminken. Nun sah Meg Verblüffung in ihren grünen Augen, als sich die drei Jahre ältere Frau auf sie zubewegte und meinte: " Mademoiselle? Sie erinnern mich so sehr an meine Freundin, aber das kann nicht sein, denn sie ist in England und nicht hier in Paris."
Mit einem belustigt wirkenden Unterton meinte Meg: " Christine de Chagny. Wo sind deine Ballettschuhe? Hast du sie nun ganz vergessen, seitdem du eine berühmte Sängerin geworden bist?"
Zu mehr kam Meg nicht mehr, denn plötzlich blitzte Erkennen in den Augen ihres Gegenübers auf und Christine flog ihr um den Hals. "Meg! Du bist zurück! Ich hätte dich frühestens in einer Woche erwartet! Du weißt gar nicht, was du alles verpasst hast!"
Meg schämte sich etwas, da sie nun ungehemmt anfing zu weinen, aber Christine konnte es zum Glück nicht sehen, da sie ihre Freundin immer noch im Arm hatte und sie gar nicht mehr loslassen wollte. So hätten sie nach Megs Ermessen ewig stehenbleiben können. Sie spürte Christines warmen Körper an ihrem und sog den Duft ihres Haares, das sie im Gesicht kitzelte, ein. Flüchtig nahm sie hierbei ein blumig riechendes Parfüm an ihrer Freundin wahr und überlegte, ob Raoul es ihr geschenkt hatte. Doch in diesem Augenblick war ihr das egal, sie zwang sich jeden Gedanken außerhalb Christine von sich zu weisen und ihre unmittelbare Nähe zu genießen.
Leider währte dieser Moment nicht lange, denn Christine machte sich plötzlich ruckartig los und lächelte Meg an. Ein nervöses Lachen entfuhr der jungen Frau und sie meinte: " Ich würde ja liebend gerne sofort erfahren, wie es dir in England ergangen ist und ich muss dir auch erzählen, wie ich nun zu Madame de Chagny und zur zweiten Solistin wurde, aber das hat auch nach der Vorstellung noch Zeit, oder?"
Als Meg etwas erwidern wollte, legte Christine ihr einen ihrer schlanken Finger auf den Mund und meinte: " Ich bin ja selbst neugierig, aber ich muss bald auf die Bühne. Und du solltest dich in den Zuschauerraum begeben, es sind immer ein paar Plätze frei und du musst mich einfach in der Hauptrolle der Oper, die wir gerade aufführen, erleben!"
Mit diesen Worten schnürte sie ihr Überkleid auf, hängte es über die Lehne eines Stuhls, zog sich ihre Schuhe an und schwebte dann graziös und nun in ihrem Kostüm auf den Bereich hinter der Bühne zu.
Christine Daaé lies ihre Freundin Meg Giry verwirrt und mit Gefühlen zurück, die das sensible Ballettmädchen sich selbst nicht erklären konnte, aber wie immer bemerkte die Sängerin nichts davon.
