Viel schreibe ich nicht, außer: Ihr dürft sie hassen ;)

Azarni Distelblume
Mariko Kind aus richtigem Grund, Kind der Wahrheit

4. Kapitel Der Schein trügt

Sesshomaru betrat das Schlafgemach und ließ dann seine neue Erbprinzessin aus halber Höhe fallen. Da das Lager weich gepolstert war, erlitt sie keine Verletzungen und landete sanft.
Danach drehte er sich um und war im Begriff zu gehen:" Willst du mich nicht beschlafen um den Bund zu vollziehen.", fragte Saira, obwohl sie die Antwort eigentlich schon vorausahnte.
Der Erbprinz blickte die junge Frau an, gab ein abfälliges Schnauben von sich und musterte sie aus kalten Augen:" Nein."
Wieder wollte er sich abwenden. Doch so einfach ließ Saira den Dämon nicht gehen:" Darf ich erfahren, welche Pläne mein verehrter Gemahl hat."
Vielleicht hätte sie es nicht tun sollen.
" Nein." Eigentlich wollte Sesshomaru es bei dieser Antwort belassen. Doch er hatte das Gefühl, das seine Gemahlin ihn auf ihre eigene Art herausfordern würde. Deshalb lächelte der Prinz kalt und erklärte:" Da ich nicht vorhabe dich zu beschlafen aber trotzdem
gewisse Bedürfnisse gestillt werden müssen, suche ich meine Konkubine auf."
Sobald sich der Ausdruck in den blauen Augen der Prinzessin änderte, empfand Sesshomaru für einen Moment Genugtuung. Als er diesmal ging, hielt Saira ihn nicht wieder mit Worten auf.
Die braunhaarige Frau seufzte. Allein bei dem Gedanken, dass ihr geliebter Prinz in die Arme einer anderen flüchtete, gab es einen kleinen Stich in ihrem Herzen. Eifersucht. Doch was hatte sie erwartet. Immerhin hatte Lord Taro sie eindringlich gewarnt das
Sesshomaru es ihr nicht leicht machen würde.
Saira würde ihren Gemahl nicht bedrängen. Immerhin hatte sie fünf Jahre Zeit Sesshomaru zu erobern. Ganz langsam Stück für Stück, nahm sie sich vor. Sie wusste nicht, woher sie jetzt schon die Gewissheit nahm, aber eines Tages würde sie ihm gehören ohne
Kompromisse. Ein neuer Plan reifte bereits heran, als sie sich in die Kissen kuschelte. Wenn sie schon nicht in seinen Armen liegen durfte, so blieb ihr vorerst der Hauch seines Geruches.
Dass ihr Sesshomaru mit dem Hinweis auf die Konkubine eine Idee in den Kopf gesetzt hat, erfuhr er nie.

Der Hundedämon mit der Mondsichel auf der Stirn hatte als er seine Gemächer verließ den Vertrag mitgenommen um ihn zu studieren. Im Arbeitszimmer setzte er sich und las ihn. Die Handschrift seines Vaters war, wie immer schwer zu entziffern. Das war einer der Gründe, weshalb er bis jetzt darauf verzichtete, diese Papiere näher anzusehen. Ob Lord Taro darauf spekulierte. Der andere weil Sesshomaru dachte, dass es sich um die üblichen formellen Dinge handelte, die zwischen zwei Häusern geschlossen wurde. Im Großen und Ganzen war dem auch so. Eine entsprechende Mitgift, etliche allgemeine Bedienungen. Vieles betraf Saira, ihre Aussteuer und ihre zukünftige Stellung im Schloss. In einem Punkt war Inu no Taisho ganz schlau. Sesshomaru konnte nicht einmal Hand an Saira legen, sie wegen den kleinen hinterhältigen Plan, den sein Vater ausheckte, bestrafen.
Danach starrte er aus dem Fenster. Eine lange Zeit rührte sich der Prinz nicht, bevor er das Schreiben erneut in die Klauenhände nahm, um den wichtigsten Bestandteil zu lesen.

Noch vor der Zeremonie war ihm die Möglichkeit gegeben gewesen zurückzutreten. Sobald nur eine Partei in irgendeinem Punkt getäuscht wurde, was ja in dem Fall passierte. Was ihn jedoch wütend machte, er hätte ablehnen können, ohne dabei seine Ehre zu verlieren.
Allerdings gab er seinem Vater vor Zeugen praktisch sein Wort, das er Saira nicht zurückweisen würde. Doch da er es nicht tat, gab es noch eine weitere Vereinbarung. Ein letztes Schlupfloch für ihn. Saira war durch die Verbindung seine Fürstin. Doch solange er den Bund nicht vollzog, konnte er nach Ablauf der Frist wieder aufgelöst werden.
Laut dem Vertrag musste er nur fünf Jahre mit ihr auskommen. Das Einzige was er tun musste er durfte sie niemals beschlafen. Das dürfte nicht allzu schwierig sein, da er kein Interesse an dem Menschen hatte.
Zum Schluss lass der Prinz ein weiteres Detail.
Drei Sätze beschäftigten Sesshomaru immer wieder.

Sollte sich die Braut aus irgendeinem Grund nicht dazu eigen die Mutter des zukünftigen Erben zu werden oder der Prinz keinen Gefallen an ihr finden, kann er zurücktreten.
Wenn der Bund innerhalb von fünf Jahren nicht vollzogen wurde und die Gemahlin immer noch unberührt ist, besteht eine weitere Möglichkeit den Bund aufzuheben.
Sollte aber der Bund auch körperlich vollzogen sein und die Vereinigung danach Früchte tragen wird ein männlicher Nachkomme als Erbe anerkannt, falls es nicht bereits einen gibt, der ältere Rechte vorweisen könnte.

Sesshomaru hatte bis jetzt keinen Erben, weshalb dann diese Klausel in dem Vertrag? Er legte ihn zurück auf den Tisch und knüllte das Pergament zusammen, dabei hinterließen seine Klauen tiefe Spuren in dem Holz. Es interessierte ihn nicht. Wenn er schon
nicht seinen Vater zwischen die Klauen bekam, sollte doch dessen Schreibtisch die Spuren seines Unmuts tragen.
Es dauerte nicht lange, bis jemand an die Tür klopfte. Sehr zu Sesshomarus Überraschung stand seine Mutter Emi auf dem Gang und begehrte Einlass.
Sie sah ihren Sohn lange an:" Du hast ihn wirklich nicht gelesen!"
" Du kennst den Inhalt?", fragte der jüngere Youkai.
Sie erklärte sofort:" Jedes Detail, Ich habe ihn zusammen mit deinem Vater ausgearbeitet. Ich wollte nicht, dass du in eine Situation kommst..."
Ihr Sohn unterbrach sie jedoch:" Dafür ist es nun zu spät oder? Verehrte Mutter."
" Ob es zu spät ist, entscheidest du allein.", riet die ältere Fürstin.
Ihr Blick fiel auf die Kratzer und sie konnte sich eine Bemerkung nicht verkneifen:" Dein Vater mag diesen Tisch. Er hat auf ihm...", Emi unterbrach sich selbst und wandte sich ab, weil sie fürchtete, gerade etwas rot zuwerden. Besser sie berichtete ihren Sohn nicht von den vergnüglichen Augenblicken und das es womöglich der Platz war an dem Sesshomarus zukünftige Schwester gezeugt wurde."
" Was auch immer.", sagte sie deshalb nur und wechselte das Thema:" Saira wird dir eine würdige Fürstin sein auch ohne das du den Bund mit ihr vollziehst. Wir können ja das Gerücht streuen, das die Vermählung nur zu ihrem Schutz geschah. Immerhin ist zum
Teil etwas daran. Ihr Vater wollte, dass sie als Konkubine endet."
Den Worten seiner Mutter lauschte der Prinz ruhig ohne Emotionen. Vielleicht steckte wirklich noch mehr dahinter. Seinen Vater konnte er nicht fragen, da dieser immer noch mit Abwesenheit glänzte.
" Ich muss nachdenken.", mehr äußerte Sesshomaru nicht und teilte seiner Mutter dadurch deutlich mit das sie gehen sollte.

Kaum hatte Emi den Raum verlassen, ging auch der Prinz hinaus und betrat die benachbarte Bibliothek. Es wurde Zeit Reise Vorbereitungen zutreffen. Länger als Totosai brauchte sein Schwert anzufertigen würde er sich nicht mehr in den westlichen Ländern aufhalten. Diese Reise, die er jetzt plante, dauerte bestimmt fünf Jahre und mindestens einen Tag, wenn nicht noch länger.

Obwohl sich Saira ihre erste Nacht zusammen mit ihrem Gemahl anders vorgestellt hatte, schlief sie erstaunlicherweise gut. Am Morgen kleidete sie sich an und ging durch das Schloss. Überall grüßte man sie höflich. Sairas Augenmerk lag bei den vornehm gekleideten Dämoninnen, da sie Sesshomarus Konkubine suchte. Am nächsten Tag hielt sie sich nicht lange mit der Suche auf, sondern wandte sich direkt an zwei Dienerinnen.
Beide Hundedämoninen blickten die Prinzessin mit halb offenem Mund an also ob sie behauptete eine Youkai zu sein. Die jüngere der beiden Dienerinnen, ein braunhaariges Wesen mit Augen in der gleichen Farbe, öffnete schon den Mund, als eine andere Stimme erklang. " Edle Prinzessin, ihr sucht sicherlich mich. Der Sohn unseres Herrn teilt mit mir das Lager."

Eine Hofdame der älteren Fürstin hörte zufällig die Frage und witterte ihre Chance. Schon längere Zeit hatte sie Interesse an dem Erbprinzen und selbst gehofft mit ihm den Bund eingehen zukönnen. Das dieser sich plötzlich für einen Menschen entschied wurmte sie. Anderseits gab es einige Punkte des Vertrages, von dem sie Kenntnis hatte. Gelegentlich fanden Gespräche zwischen dem Fürstenpaar in den Wohnräumen von Emi statt.
So kam sie herbei und bekannte ihre Stellung. Gleich danach nannte sie noch ihren Namen:" Verzeiht meine Unhöflichkeit. Ich bin Azarni. Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb ihr mich sucht. Wenn ich mich von eurem Gemahl fernhalten soll..", weiter kam sie nicht.
" Oh keine Sorge Azarni. Genieß ruhig weiter mit ihm deine Freuden. Dafür verlange ich eine Gegenleistung. Sag mir welche Vorlieben Sesshomaru hat. Wie ich ihn verführen kann."
Saira sah zum ersten Mal eine Youkai erblassen. Mit ihren fast goldenen Haaren wirkte die Hofdame schon hell in ihrem Teint. Etwas neidisch musste die Prinzessin zugeben, dass ihr Gemahl einen guten Geschmack hatte, den Azarni konnte man schön nennen.
Sie stach etwas unter den Youkais hervor. Die meisten im Schloss waren entweder blonde oder braunhaarige Hundedämonen, nur vereinzelt gab es schwarzhaarige. Deshalb war die Hofdame etwas anderes.
Die beiden Dienerinnen standen hinter der Hofdame und schüttelten den Kopf, was jedoch Saira nicht begriff.

Azarni indessen überlegte fieberhaft. Mit so einer Frage rechnete sie nicht. Sie selbst war noch unberührt und wusste nur theoretisch, was während einer Vereinigung passierte. So konnte sie nur auf Dinge zurückgreifen, die sie gelegentlich aufschnappte. Der
einzige Grund, weshalb sie der Prinzessin diese Dinge sagen wollte, um sie zu verletzten. Sie eifersüchtig machen um selbst innerlich einen Triumph auskosten zukönnen. Deshalb sagte die Hofdame, wobei sie ihre Stimme etwas dämpfte:" Unser edler Prinz mag es schnell und hart, am liebsten besteigt er mich von hinten, während ich auf allen Vieren demütig vor ihm Knie. Stellt euch vor wie bei einem Hund oder Pferd. Glaubt mir edle Saira er ist gut, leidenschaftlich. Dabei hinterlässt er während des Aktes tiefe Kratzer auf meiner Haut. Da ich eine Youkai bin heilt das innerhalb kurzer Zeit. Ihr jedoch müsst euch in acht nehmen."
Weshalb Saira ihr nicht glaubte entsprang sicher ihrer eigenem Instinkt und den Erzählungen von Lord Taro über seinen Sohn. Sie mochte die Hofdame nicht und fand sie mehr als unsympathisch. So wandte sich die Prinzessin ab und befahl nur den beiden
Dienerinnen sie zu begleiten
Die jüngere sah Azarni hinterher und danach beeilte sie sich, der Herrin zu folgen. Kaum hatte die braunhaarige Dämonin Saira eingeholt begann sie:" Verzeiht Herrin."
Saira blieb stehen und fragte:" Was?"
"Azarni hat gelogen. Sie kann überhaupt nicht die Geliebte unseres Herrn sein. Sie ist noch unberührt. Außerdem fehlt der Geruch des Prinzen an ihr. Wir Hundedämonen riechen so etwas."
Saira seufzte nur. Das entsprach ihren eigenen Verdächtigungen. Diese braunhaarige Dämonin berichtet aber noch:" Im ganzen Schloss werdet ihr keine Konkubine finden. Weder unser Lord noch der Prinz haben bis jetzt so jemanden ihre Gunst geschenkt."
Allein bei dem Gedanken das Sesshomaru sie absichtlich belogen hatte, machte ihr Herz einen Sprung. Nein sie war nicht verärgert, sondern hoch erfreut. Damit stiegen ihre eigenen Chancen. Dann wollte Saira wissen:" Wie ist dein Name?"
" Mariko, Herrin."
" Mariko, ich brauche eine verlässliche Dienerin. Normalerweise kann ich mich allein ankleiden, doch die Kleidung dieses Landes ist mir fremd. Deshalb hoffe ich ihr helft mir bei den Kimonos."
Damit hatte die Dienerin nicht gerechnet. As sie ihre Sprache wieder fand, erklärte sie:" Herrin das wäre mir eine Ehre, gern bin ich euch zu diensten. Sicherlich gibt es genug Dinge, die ich erledigen kann."
Die Dämonin freute sich wirklich darüber, vor allem weil sie Saira auf Anhieb mochte. Beide Wesen unterhielten sich und fand genug Gesprächsthemen. Wenn es keine Standesunterschiede gegeben hätte, wären sie sicherlich Freundinnen.

Währenddessen ging die Hofdame zufrieden ihrer Wege. Sie hatte dieser fremdländischen Prinzessin eins ausgewischt. Auch wenn sie keine Regung zeigte, so prägte sich diese detaillierte Beschreibung bei Saira sicherlich nicht ohne Angstvorstellungen ein. Dabei vergaß die Youkai nur eine Kleinigkeit, Hundeartige besaßen gute Ohren. Als sie ihr nicht vorhandenes Erlebnis mit dem Erbprinzen berichtete, hörten mehrere Diener und Soldaten mit. Einige von ihnen darunter gehörten zu den besonders Geschwätzigen. Die Folge, bereits am nächsten Tag wusste fast das ganze Schloss darüber Bescheid.

5. Kapitel - Der nächste Schritt

Während sich Saira überlegt wie sie das Herz ihres Gemahls gewinnt, grübelt Fürst Taro, wie er seinen Sohn von dessen geplanter Reise abhalten kann.