Hi, Leute, da bin ich wieder!
MaxB88: Danke, so eine nette Review habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Danke danke! Ich schreibe so schnell, wie es meine Muse zulässt.
Ich glaube, ich habe ein bisschen viel in dieses Kapitel reingebracht...
Naja, lest mal!
Kapitel 4
Es war der Schankraum eines Gasthauses, das konnte man auf den ersten Blick sehen. Allerdings war es kein gewöhnliches Gasthaus, nicht in der Art der Muggel oder auch Zauberer. Hier waren all jene Kreaturen vertreten, die von der Zaubererwelt abgelehnt wurden, aber trotzdem über Intelligenz, Magie und zumindest rudimentäres soziales Verhalten verfügten.
An unterschiedlich hell erleuchteten Tischen saßen Dunkelelfen, katzenartige Fayamis, geflügelte Faune, lebhafte Satyare, wilde Trollocs in allen möglichen Formen und sogar der eine oder andere Schrat. Dazwischen befanden sich Wesen, die rein äußerlich sich von einem Menschen in nichts unterschieden und wieder andere, die so fremdartig waren, dass allein ihr Anblick abschreckend war.
Beim Eintritt Snapes und der vier Schüler wandten sich alle Köpfe ihnen zu, Gespräche verstummten. Sie wurden von den seltsamsten Augenpaaren, manchmal auch Augenquartetten gemustert. Einige Momente warteten alle ab, Anspannung war spürbar. Dann drängte sich ein gewaltiger Trolloc durch den Raum. Er hatte den ungeschlachten, hünenhaften Körper eines Steinzeitkriegers, schuppenüberzogene klauenbewehrte Hände und einen Bärenkopf, der von zwei dicken Bockshörnern gekrönt wurde.
„Menschen! Hier!" brüllte der Trolloc mit dröhnender Stimme. „Wollt ihr gefressen werden?" Er bleckte seine scharfen Zähne in einem wilden Grinsen und stinkender Atem schlug der kleinen Gruppe entgegen.
Snape stellte sich schützend vor die vier entsetzten Jugendlichen und bedeutete ihnen mit einer Hand hinter ihm zu bleiben. „Du rührst keinen von ihnen an", sagte er leise, aber bestimmt.
Brüllendes Gelächter des Trollocs antwortete ihm. „Glaubst du, ich lasse mich von dir aufhalten, Mensch?" Dann bewegte er sich plötzlich. Viel schneller als sein gewaltiger Körper vermuten lies, trat er heran, riss Neville hoch und machte einen Satz zurück. „Diesen Appetithappen gönne ich mir!" schrie er und schnüffelte an dem Kopf des Jungen.
Harrys Hand fuhr unwillkürlich zu der Tasche, in der sein Zauberstab steckte, verharrte aber bei dem Gedanken an die Warnung, die ihnen Snape kurz vorher gegeben hatte.
Gleichzeitig reagierte der Tränkemeister. Mit einer tödlichen Lautlosigkeit schoss er nach vorne, schlang einen Arm um Nevilles Taille und zog blitzschnell seine ausgefahrenen Klauen über das Bärengesicht.
‚Moment mal. Klauen?' dachte Harry halb bewusst.
Der Trolloc heulte auf. Eher vor Überraschung, als vor Schmerz und ließ Neville los.
Snape zog seine freie Hand zurück, ballte sie und versetzte dem Bärenhäuptigen einen Fausthieb, der ihn, so groß und so schwer er auch war, quer über den nächsten Tisch schleuderte. Dann richtete sich der Mann (? Harry war sich nicht mehr sicher, ob er Snape jetzt immer noch als Mensch ansehen sollte...) zur vollen Höhe auf und ließ seinen Blick durch den totenstillen Gastraum schweifen, die Schüler immer noch mit seinem Körper deckend. „Möchte sonst noch jemand einen Appetithappen?", fragte er so ruhig, als ob er gerade einem Gast ein Glas Wasser angeboten hätte.
Als niemand antwortete, neigte er befriedigt den Kopf und stellte Neville wieder auf den Boden, während der Trolloc, der ihn herausgefordert hatte unter den rauen Witzen seiner Gefährten zu seinem Platz zurückschlich.
Leises Stimmengewirr erhob sich, als die angespannte Situation sich auflöste.
Aus dem Gewimmel aus unterschiedlichsten Rassen und Völkern kam ein kleines Mädchen auf sie zugewuselt. Wenigstens hatte es die Gestalt eines etwa 10 Jahre alten Kindes, lange hellbraune Haare und ein gelbes Sommerkleidchen mit weißen Spitzenborden an. Nur die Augen wirkten wie glühende, ständig farbwechselnde Bälle.
„Severus!" rief es mit hellem Stimmchen. „Severus Snape! Dass du dich auch mal wieder hier blicken lässt! Na, schön zu sehen, dass du dich nicht verändert hast!"
„Rell." Er nickte dem quirligen Wesen ernst zu. „Dass es dich alten Menschenjäger immer noch gibt."
„Natürlich!" kam die ungehaltene Antwort. „Es ist alles beim Alten. Wie damals." In der letzten Bemerkung schwangen Nuancen mit, die Harry nicht einordnen konnte.
„Verstehe", war das einzige, das Snape dazu sagte. Seine Augen huschten kurz durch den Raum. Harry wurde klar, dass nicht nur er und seine Freunde dieser Unterhaltung zuhörten. Im Schankraum herrschte war überall leises Gemurmel, doch gab es keinen Zweifel, dass die anderen Gäste sehr genau lauschten.
„Aber jetzt was anderes", wechselte das Wesen namens Rell das Thema. „Was treibt dich und vier deiner" – bei diesen Worten flogen sein Blick über die Jugendlichen, kurz an Harry hängen bleibend – „Schüler hierher?"
Snape schenkte seinem winzigen Gesprächspartner ein ironisches Lächeln. „Nun, wir sind hier, weil uns das Pflaster in Winkelgasse und Nockturngasse zu heiß wurde."
Rell riss erstaunt die Augen auf. „Wirklich? Also, ich hätte gedacht, dass den meisten Menschen das Pflaster hier in den Schatten ‚zu heiß' ist und nicht umgekehrt."
„Normalerweise ja, aber wenn eine ganze Horde Todesser hinter einem her ist, dann kommt einem eine Begegnung mit Billy richtig erholsam vor."
„Dieser zweiköpfige Blutsäufer ist dir tatsächlich über den Weg gelaufen?" lachte das Mädchen-Wesen.
„Ja", nickte der Slytherinhauslehrer. „Rell, ich glaube, die Todesser sind dumm genug uns auch in die Schatten zu folgen."
Auf diese Worte hin bohrte sich ein wortwörtlich glühender Blick in Snape. „Wenn die es wirklich wagen sollten in die Schatten zu kommen, werden sie es bereuen. Wenn sie noch die Zeit dazu finden." Das war ruhig gesprochen, doch lief dabei ein Schauder unterdrückter Wut und Hass durch den gesamten Raum. Dann drehte sich das kindliche Wesen abrupt um und lief hüpfend in die Richtung davon, aus der es gekommen war.
Snape drehte sich zu Harry und den anderen drei Schülern um. Ein dunkler Blick wanderte zu Neville.
„Alles in Ordnung?"
„Ja, mir geht es gut." Der Junge war ruhig. Als einziger der vier Gryffindors, wie Snape auffiel.
Er führte die Schüler zu einem freien Tisch auf der anderen Seite des Raumes, in der Nähe eines Treppenaufgangs. Sie setzten sich und der beleibte Schankwirt eilte mit einem Tablett herbei. Gläser wurden vor ihnen abgestellt und Snape warf dem Wirt einen misstrauischen Blick zu. „Wir haben noch nichts bestellt, Jason."
Ein Grinsen offenbarte ein Gebiss aus nadelspitzen Zähnen. „Oh, dies hier geht aufs Haus. Vier mal Sonnentau und einmal Abendtau."
Mit skeptischem Blick nippte der Tränkemeister an dem Getränk vor sich. Sein Gesicht erstarrte, wie auch der Rest seines Körpers. Für einen Moment dachte Harry, er wäre versteinert worden.
Der Wirt runzelte besorgt die Stirn. „Ist etwas mit dem Getränk nicht in Ordnung? Ist es etwa schlecht geworden?"
Snape schloss kurz die Augen und schüttelte langsam den Kopf. „Nein, das ist es nicht. Ich – habe nur nicht mit diesem Geschmack gerechnet. Das ist alles."
„Ah. Nun, dann ist alles in Ordnung, ja? Wünschen sie heute Nacht hier zu bleiben?"
„Ja, Jason. Eine Suite bitte. Mit fünf Einzelzimmern. Und einer Mahlzeit, wenn wir hochgehen."
„Sehr wohl. In spätestens einer halben Stunde wird alles bereit sein." Eine Verbeugung und der Wirt eilte eifrig davon.
Schweigen legte sich über den Tisch, als die Schüler langsam wieder sich beruhigten. Während er sich verstohlen im Schankraum umsah, griff Harry nach dem Glas vor sich und nahm einen kleinen Schluck. Überrascht riss er die Augen auf und hätte beinahe den Sonnentau über den Tisch gespuckt. Hastig schluckte er und starrte dann zuerst in das Glas, das vor ihm stand und dann zu Snape. „Das schmeckt ja unglaublich! Wie heißer Punsch", flüsterte Harry.
Der Tränkemeister zog die Augenbraue hoch. „Diese Getränke sind für jeden anders. Sie passen sich dem Trinker an und haben den Geschmack der Flüssigkeit, die ihm bisher am besten schmeckt."
Ron und Neville schauten Snape verblüfft an und griffen dann eilig nach ihren Gläsern.
„Hmmm, ja. Butterbier mit Vanille", seufzte Ron, während Neville sich über die Lippen leckte. „Heißer Kakao."
Hermine testete ebenfalls und murmelte überrascht: „Erstaunlich. Wirklich erstaunlich. Wie geht das nur? Warum gibt es diesen Sonnentau nicht auch noch woanders?"
„Wonach schmeckt es denn bei dir?" drängte Ron.
Hermine blickte ihn kurz an. „Rotbuschtee. Sorte Maracuja-Orange. Habe ich das etwa noch nicht gesagt?"
„Die Tau-Getränke gibt es nur hier, weil nur Jason und sein Volk die Fähigkeit besitzen sie herzustellen", erklärte Snape leise.
Bei diesen Worten schaute Neville den Tränkelehrer verwundert und leicht fragend an. „Aber, warum haben sie dann keinen Sonnentau? Ich dachte nur der wäre für Menschen trinkbar und Abendtau wäre für die..." Neville blinzelte und man sah ihm an, dass ihm gerade ein Licht aufgegangen war, „...Schattenvölker!"
Ron hatte Nevilles Überlegungen nicht mit angehört, sondern sich unsicher im Schankraum umgesehen. „Wo bei Merlin und Circe sind wir hier gelandet? Was ist das für ein Ort?"
Die Augen des Professors huschten zu dem jungen Weasley. „In den Schatten von London. Wir sind im Gasthaus Zum ehernen Krug."
„Es heißt", mischte sich Hermine leise ein. „Dass die Schatten ein böser Ort, voller schwarzer Magie und schrecklichen Kreaturen seien. Hier sind die schlimmsten Verbrechen an der Tagesordnung. Mord, Totschlag, Folter, Vergewaltigung, Kannibalismus. Und die Wesen hier haben etwas gegen Menschen..." Hermine verstummte, als ihr klar wurde, was sie gerade gesagt hatte. Harry und Ron starrten sie erschreckt an, während Neville sie verwirrt anblinzelte und Snape die Schüler mit leiser Belustigung beobachtete. Hermine, Ron und Harry schauten sich jetzt sehr vorsichtig um. Was das Mädchen da beschrieben hatte, klang nach einer regelrechten Vorhölle. Langsam drang Furcht in die Jugendlichen ein. Ob sie diese Nacht lebend überstehen würden, oder ob sie von irgendeinem fleischgewordenen Alptraum gefressen würden?
Snape schnaubte kurz. „Was sie da beschrieben haben, Miss Granger, ist eine reichlich verdrehte Version der Tatsachen. Die Wahrheit ist, dass die Schatten als ein Zufluchtsort für jene magischen Wesen geschaffen wurden, die über die Jahrhunderte hinweg von Zauberern verfolgt und gejagt wurden. Dieser Ort wurde mit einem ätherischen Schatten belegt, der es möglich macht, dass auch die so genannten ‚Kreaturen der Nacht', die das Sonnenlicht nicht vertragen, sich auch am Tag frei bewegen können. Deshalb sieht es hier so merkwürdig aus. Und was die Wesen betrifft, die hier leben, es ist kein Wunder, dass sie auf Menschen nicht gut zu sprechen sind, oder gar auf Zauberer. Seit Jahrzehnten und Jahrhunderten hat man versucht, sie auszurotten, und das nur, weil sie anders sind."
Der Zaubertränkemeister hatte die volle Aufmerksamkeit der Schüler.
„Deshalb habe ich ihnen gesagt, dass sie hier nicht zaubern dürfen. So lange jemand für einen Menschen, selbst einen Zauberer bürgt und so lange dieser Mensch sich an die Regeln hält, wird er hier im Krug geduldet. Wenn allerdings ein Zauberer uneingeladen hierher zu kommen wagt, darf er sich nicht wundern, wenn ihn die Bewohner der Schatten als Freiwild betrachten. Das gilt übrigens auch für einen Besucher, der nicht auf die Anweisungen seines Bürgen hört, oder gar zaubert."
Jetzt warfen sich die Jugendlichen verschreckte Blicke zu.
„Wieso werden sie hier akzeptiert, Sir?" wagte Harry sehr vorsichtig einen Vorstoß.
Snape verzog kurz den Mund. „Das hat sie nicht zu interessieren, Potter."
„Sie – sie sind ein Halbvampir." (Schlagt mich nicht, aber genau das war die Idee, um der sich meine Geschichte herum aufbaut, ich weiß, dass es nicht sonderlich originell ist) Alle wendeten sich Neville zu, auf dessen Gesicht sich Erkenntnis abzeichnete, die sich unter der brennenden Aufmerksamkeit zu Unsicherheit wandelte und er zusammenschrumpfte. „Aber, es stimmt doch, oder? Ich meine, das ist die einzige Erklärung, die ich mir vorstellen kann."
Snape zog verblüfft die Augenbrauen hoch. „Woher zum Henker wissen sie das alles, Longbottom?", schnarrte er ärgerlich. „Sie wussten von Anfang an was die Schatten sind, erkannten den Blutoger Billy und nach ihrer Reaktion zu schließen war ihnen auch klar was der Krug bedeutet. Und jetzt sagen sie mir ich wäre ein Halbvampir. Wie zum Donner haben sie das erkannt?"
„Also doch", murmelte Neville, erfreut dass seine Vermutung stimmte. „Naja, ein Freund meiner Oma ist auch ein Halbvampir. Theodore French heißt er. Er hat mir etwas von den Schatten und seinen Bewohnern erzählt. Und er hat mir auch ein paar Bücher gegeben, die über die Schatten und ihre Kreaturen sind."
Die beiden Augenbrauen zogen sich noch weiter nach oben. „Ted Redselig ist ein Freund ihrer Großmutter? Nun, das erklärt es. Was er sagt ist zwar immer wahr, aber ich kann trotzdem nicht begreifen, wie ihre Großmutter einen solchen Schwätzer wie Ted überhaupt ertragen kann."
Hermine schaute vom einen zum anderen. „Ähm... wie kann man nur zur Hälfte ein Vampir sein? Ich dachte, man ist entweder einer oder nicht..."
Snapes Oberlippe kräuselte sich. „Es ist möglich, wenn ein Elternteil ein Mensch und das andere Elternteil ein Vampir ist", knurrte er ungeduldig.
„Das geht?" fragte Ron ungläubig. Er erhielt ein wütendes Starren als Antwort.
„Ja, Weasley, das geht. Auch wenn es so gut wie nie vorkommt", schnarrte Snape.
In diesem Moment kam der Wirt herbeigeeilt und sagte, dass alles bereit wäre. Snape nickte antwortend.
„Ähm", meinte Ron zaghaft, „sollten wir nicht hinauf gehen?" Ihm war anzusehen, dass er sich nicht sicher fühlte. Nicht in der unmittelbaren Gegenwart von Wesen, die teilweise wie aus einem Alptraum entsprungen aussahen.
„Der Krug ist neutraler Boden, Weasley. Hier wird niemand angegriffen, oder getötet. Selbst Menschen und Zauberer sind hier geduldet, solange jemand für sie bürgt und sie sich an die Regeln halten."
„Keine Angriffe? Und was war das vorhin mit Neville?" wunderte sich Harry halblaut.
„Der Bärenkopf da wollte nur testen, ob ich es schaffe sie vier zu schützen, das ist alles."
„Ted hat mir zwar vom Krug erzählt, aber ich habe nie verstanden, warum es hier nicht so zugeht wie in den anderen Wirtshäusern der Schatten", meinte Neville leise.
Um Snapes Lippen zuckte es leicht. „Das ist eigentlich ein offenes Geheimnis. Jason ist ein Travianth. Einer aus dem Volk der Schutzmeister. Er hat die Regeln für sein Gasthaus aufgestellt und sorgt mit seiner Macht dafür, dass sie auch eingehalten werden."
In diesem Moment kam Rell herbeigehopst. „Du hattest Recht, Severus. Todesser durchsuchen den Torbezirk." Die Augen des Wesens flimmerten in einem wilden Regenbogen und die Arme schwangen fröhlich hin und her.
„Was wollt ihr unternehmen?" fragte Snape vorsichtig.
„Das fragst du noch?" fauchte es mit rot blitzenden Augen. „Diese ehrlosen Eidbrecher werden sterben!" Die Stimme senkte sich zu einem Flüstern. „Wir erinnern uns noch sehr gut an Damals. Das werden wir nicht vergeben und auch nicht vergessen!"
Für einen Moment war Rell von Kopf bis Fuß pechschwarz, bis auf die unheilvoll glitzernden Augen. Dann zwinkerte es, grinste und alles war wieder so wie vorher.
„Aber das meinst du sicher nicht. Nicht wahr, Severus? Also, wir haben da ein paar junge Trollocs und Fayamis, die darauf brennen sich in einem richtigen Kampf zu beweisen. Von den Älteren, die auch Feuer und Flamme sind, rede ich erst gar nicht. Oh! Ach ja! Billy konnten wir auch schon in diese Richtung locken! Und so wie es aussieht, hat er diese Woche noch gar keine Mahlzeit gehabt!" Rell lachte, als ob es sich auf ein fröhliches Spiel freuen würde.
„Hm", brummte Snape, „dann werden es wirklich nicht gerade viele schaffen zu entkommen. Und Apparieren kann man hier ja nicht."
Rell nickte kichernd. „Genau! Übrigens, du und deine Schüler ihr solltet heute Nacht keinen Schritt nach draußen machen. Da wird die Hölle los sein. Außer natürlich du willst mitmachen." Das kleine Wesen zwinkerte verführerisch.
Der halbvampirische Tränkemeister schüttelte den Kopf. „Nein danke, Rell. Es ist besser, wenn ich hier bleibe und auf diese vier wandelnden Chaosmagneten aufpasse."
„Pff! Dein Pech. Also, ich gehe dann, den Spaß will ich mir nicht entgehen lassen!" Damit drehte sich das kleine, zierliche Wesen um und wuselte davon.
Snape schüttelte düster den Kopf. „Typisch Rell. Wenn irgendwo ein Gemetzel stattfindet stürzt er sich sofort darauf."
Dutzende Fragen purzelten in Harrys Kopf übereinander. Er stellte einfach die nächstbeste. „Er? Ist Rell nicht eine ‚Sie'?"
„Rell nimmt die Gestalt an, die ihm gerade am besten passt. Man kann ihn buchstäblich nur an seinen Augen erkennen. Und als Rinnoc hat er sehr starke Zauberkräfte und einige ... unappetitliche Eigenheiten."
„Ein Rinnoc, Sir? Stimmt es, dass Rinnocs nach Belieben zwischen dem Reich der Toten und der Lebenden hin und her gehen können?", wollte Hermine aufgeregt wissen.
„Ja", nickte Snape. „Außerdem legen sie gerne eine Sammlung im Totenreich an. Eine Sammlung von Seelen, die sie vorzugsweise selbst dort hingeschickt haben. Auf möglichst fantasievolle Weise. Für die meisten Rinnocs ist das auch die einzige Beschäftigung, der sie nachgehen."
„Was?" fragte Ron nach einem Moment völlig ungläubig.
Snape zog eine Braue hoch. „Ja. Ein Volk das aus Serienkillern und Psychopathen besteht. Allerdings unterscheidet sich Rell so ziemlich in allem von seinen Artgenossen. Bis auf seine Fähigkeiten. Man könnte sagen, dass er das einzige geistig einigermaßen gesunde Wesen seiner Art ist. Ich kenne Menschen, die verrückter sind als er."
„Bellatrix Lestrange zum Beispiel", kommentierte Harry trocken.
„Stimmt, Potter. Selbst hier in den Schatten ist es schwierig jemanden zu finden, dessen Schrauben noch lockerer sind, als ihre."
Snape blickte sich im Schankraum um. „Ich denke, wir verlegen diese Unterhaltung in die Suite."
Harry drehte sich auf seinem Stuhl um und sah, dass eine Gruppe junger Trollocs dabei war aufzubrechen. Viele der anderen Gäste hatten sich schon vorher aus dem Staub gemacht.
Der Tränkemeister erhob sich und Jason, der Wirt tauchte urplötzlich neben ihm auf. „Möchten sie jetzt auf ihre Suite?"
Ein knappes Nicken und eine kurze Anweisung an die Schüler ihnen zu folgen.
Wie findet ihr dieses Kapitel? Vielleicht ein bisschen viel Informationen... aber was solls. Ach ja, ich habe ein kleines Rätsel eingebaut. Ich habe eine Idee von einem anderen Autor außer T. Pratchett (die Schatten und das Gasthaus) verwendet. Wer kann mir sagen von welchem Autor und welche Idee? Na?
Bis nächstes Mal
Thaia
