Erik
Es war dunkel und still hinter dem Spiegel in Christines Garderobe. Eben war
Elysé, endlich habe ich ihren Vornamen erfahren, ebenfalls gegangen und wieder
war ich derjenige der alleine in diesem großen Gebäude zurückblieb.
Auch wenn sie nichts von meiner Anwesenheit wußte, war mir die Gesellschaft der
jungen Garderobiere meines Engels ein gewisser Trost. gewesen Sie schien ab und
an die Einsamkeit zu suchen und in ihren großen Augen lag immer ein wenig
Traurigkeit. Wo diese wohl herrühren mochte? Bisher konnte ich noch keinen Grund dafür ausmachen.
In meiner Einsamkeit fühlte ich mich furchtbar leer. Es fühlte sich an als hätte Christine nicht nur ihre Seele, auf der
Bühne der Pariser Oper, in den Himmel entlassen, sondern als habe sie auch meine mit sich genommen.
Alles war so eingetroffen wie ich es geplant hatte und Christines Erfolg hätte fulminanter nicht sein können.
Genau das war es doch was ich gewollt hatte. Oder?
Und doch konnte ich den eifersüchtigen Stich in meinem Herzen nicht verleugnen,
der mich plagte, seit ich die vielen Verehrer gesehen hatte, die nach der Vorstellung ihre Garderobe umlagerten.
Niemand ist bis zu ihr vorgedrungen, dafür hat Elysé gesorgt und doch wird es
sich nicht vermeiden lassen, dass Christine in Zukunft mit unzähligen
Einladungen zum Abendessen und zweifelhaften Angeboten überhäuft werden wird.
Einer dieser jungen Männer war mir besonders aufgefallen. Er hattte
hartnäckiger vor der Garderobe ausgeharrt als alle seine Konkurrenten. Er war jung, blond mit einem hübschen Gesicht und damit das genaue Gegenteil von mir. Ich hörte ein bitteres Lachen. Es war mein eigenes.
Ich konnte herausfinden dass es sich bei diesem jungen Mann um den Vicomte
Chagny handelte, den neuen Mäzen der Oper. Und zu meinem Erschrecken stellte ich fest dass er Christine von früher kannte.
Ich hasste ihn schon jetzt!
Doch wie könnte ich mich auch nur ansatzweise mit einem normalen Mann
vergleichen, der das Recht hatte einen Platz in Christines Leben einzunehmen?
Ich werde immer der Engel für sie sein, niemals ein Mann. Und dieser Gedanke
bringt mich fast um den Verstand. Heute mehr als an all den anderen Abenden.
Denn ich wußte, heute Abend hatte sie nur für mich gesungen. Für niemanden sonst.
Und niemals wieder würde ihr Gesang nur mir gelten.
In den letzten Monaten gab es immer wieder Zeiten, in denen ich meine selbst gewählte Einsamkeit verfluchte hatte.
Doch dann erinnerte ich mich daran, warum ich diese Einsamkeit, vor langer Zeit, wählte.
Sehr zu meiner Freude hörte ich, dass La Carlotta sich auch für den nächsten
Abend krank gemeldet hatte. Und das ganz ohne mein zutun. Sie glaubte wohl,
dass ihr Fehlen dem Ruf der Oper schaden würde. Doch ich war mir sicher, wenn die
Nachricht von Christines Triumph sie erreichte, wäre sie schneller wieder hier als mir lieb war.
In der nächsten Zeit wartete viel Arbeit auf mich, denn die neue Direktion
sträubte sich zudem noch, die von mir geänderten Passagen im Pachtvertrag der Oper zu akzeptieren.
Die Stufen, hinunter in meine dunkle Tiefe schienen mir an diesem Abend endlos
zu sein, doch der Gedanke an Christine erhellte meinen Weg und schenkte mir ein
wenig Hoffnung obwohl ich wußte daß meine Situation hoffnungslos war.
Doch auch der Gedanke an Elysé ließ mich lächeln. Sie war lange nicht so naiv
wie die meisten der Angestellten in diesem Theater und wurde nicht von blindem Aberglauben eingeschüchtert.
Unbewußt hatte sie mir den Kampf angesagt und ich war mir sicher dass sie
bereits jetzt schon ahnte wer sich hinter dem Engel der Musik verbarg.
Ich hoffte inständig darauf, dass ich sie, wenn es so weit war, auf meine Seite
ziehen konnte Irgendwie mochte ich ihre Art die Dinge zu hinterfragen und der
künstlerische Geist der in ihr wohnte musste unbedingt gefördert werden.
Mir schwebte auch schon vor wie.
Im Dunkeln suchte ich mir den Weg in mein Schlafzimmer und legte mich ohne mich
auszukleiden auf mein Bett. Eine Welle der Melancholie überrollte mich.
Christines Gesang hallte noch immer in meinen Gedanken nach und wie oft hatte ich mich als Romeo an ihrer Seite gesehen.
Ich wunderte mich über meine kitschig, verklärten Gedanken. Sie waren mir
vollkommen fremd und ich war nun wirklich nicht mehr jung genug um derartigen,
weltfremden Träumen nachzuhängen. Und doch tat ich es.
Würde mein eigenes Schicksal in einer ebenso schönen aber schmerzensreichen Tragödie enden, wie das von Romeo?
Und würde meine krankhafte Liebe auch Christine mit in die Tiefe reißen?
Das durfte einfach nicht geschehen. Ich musste mit aller Gewalt gegen meine
Gefühle ankämpfen, denn schließlich wünschte ich meinem Engel nur das Beste.
Ich war dazu verdammt im Stillen zuzusehen wie sie geliebt und verehrt wurde.
Dabei war doch ich derjenige der sie mehr liebte und verehrte als jeder andere
und doch durfte ich sie nur mit meiner Seele und meiner Stimme berühren.
Irgendwann würde mein Herz brechen und ich spürte dass es nicht mehr lange
dauern würde bis meine Sehnsucht mich in Vernunft und Begehren spaltete.
Ich spürte eine leichte Bewegung neben mir und für einen kurzen Augeblick sah
ich das schöne Gesicht der Frau vor mir, die ich liebte. Ich konnte sehen, ja
fast spüren, wie sie an meiner Seite lag, sich zu mir umdrehte um mir ihr strahlendes Lächeln zu schenken.
Doch das Bild verging, als ich seidigen Pelz an meiner Hand fühlte und Aeysha ihren Kopf in meine Handfläche schmiegte.
Plötzlich hatte ich das Gefühl unter meiner Maske ersticken zu müssen und nahm
sie aus einem Impuls heraus ab um sie auf das Kopfkissen neben mir zu legen.
Noch während ich überlegte, ob ich an diesem Abend noch zur Nadel greifen
sollte die es schaffte meine Qualen für kurze Zeit zu lindern, legte sich ein
leichter Schlaf wie Balsam über meine aufgebrachte Seele.
Elysé
Was für ein herrlicher Tag. Zwar hatte ich heute Morgen nicht so lange schlafen
können, wie ich es gerne gewollt hätte, denn mein kleiner Bruder war um acht
Uhr in mein Zimmer gestürmt um mich mit einem selbstgemachten Frühstück zu überraschen.
Das hatte allerdings den Vorteil, dass ich meine Mutter noch kurz sehen konnte bevor sie zur Arbeit gehen musste.
Nun saßen wir zusammen, frühstückten und mein kleiner Bruder unterhielt uns mit
Geschichten über die Abenteuer die er in der Schule erlebt hatte.
Ich war so stolz auf ihn, weil er nie sein sonniges Wesen verloren hatte, auch
wenn ihn einige Kinder seiner Schule immer wieder wegen seiner Brandnarben hänselten.
Allerdings waren auch gerade Kinder in der Lage über solche Äußerlichkeiten
hinwegzusehen und so hatte Hermés im letzten Jahr loyalere Freunde gefunden als
in all der Zeit auf der Privatschule die er zuvor besucht hatte.
Auch meine Schwester Helena hatte sich schneller an ihr neues Leben gewöhnt als
Mutter und ich es für möglich gehalten hätten.
Sie war immer der Liebling meines Vaters gewesen. Die kleine Prinzessin der
jeder Wunsch von den Augen abgelesen wurde.
Vater hatte sie nach seiner Lieblingsfigur aus der griechischen Antike benannt, der schönen Helena.
Er interessierte sich Zeit seines Lebens für die griechische Mythologie, was
mir und meinen Geschwistern unsere Namen eingebracht hatte.
Und er hatte mit seiner Einschätzung uns betreffend fast gänzlich Recht behalten.
Hermés war immer in der Lage gewesen sich durchzusetzen und durch sein heiteres
Gemüt stand er immer jedem seiner Freunde mit Rat und Tat zur Seite. Genau wie
sein griechisches Vorbild der Götterbote.
Auch war abzusehen, dass Helena so schön werden würde, wie die griechische
Schönheit deren Schicksal den Untergang Trojas verursacht hatte.
Nur was ich genau mit den Elysischen Feldern gemein haben sollte, die jedermann
das ewige Seelenheil sicherten, wußte ich nicht genau.
Vielleicht hatte mein Vater diesen Namen für mich auch nur gewählt, weil ihm sein Klang gefiel.
Die spannende Geschichte meines Bruders, wie er einen Frosch gefangen und sich
dabei nur ein Hosenbein zerfledderte, holte mich aus meinen Überlegungen.
Meine Schwester war den ganzen Morgen schon sehr schweigsam gewesen. Irgendetwas bedrückte sie.
Doch noch wollte sie mit der Sprache nicht heraus.
Erst als unsere Mutter die gemütliche Runde verlassen hatte und Hermés mit dem Abwasch beschäftig war nahm sie
mich beiseite.
„Elysé, ich brauche unbedingt deinen Rat!" druckste sie herum und trat sich
dabei abwechselnd von einem Fuß auf den anderen.
Sie sah dabei so ernst aus dass ich mir wirklich langsam Sorgen machte.
„Na dann mal raus mit der Sprache, Schwesterlein!"
Trotz meiner Sorge schenkte ich ihr mein strahlendstes Lächeln.
„Ja, also… es ist so… du kennst doch Pierre, den Sohn des Bäckers, aus der kleinen Bäckerei direkt gegenüber!"
„Aber sicher kenne ich Pierre! Und weiter?" hakte ich ein wenig ungeduldig nach.
„Nun also, wir haben uns in den letzten Wochen ab und zu gesehen, wenn ich bei
seinem Vater eingekauft habe und wir haben uns so nett unterhalten!"
„Er ist auch wirklich ein netter Junge. Und er müsste ungefähr in deinem Alter sein. Oder?"
Langsam dämmerte mir worauf Helena hinaus wollte. Ich musste schmunzeln.
Natürlich traf auch sie Leute aus der Nachbarschaft. Mehr als meine Mutter und
ich. Helena war ein wirklicher Schatz und half uns indem sie den Haushalt fast alleine führte.
Zwar war sie mit ihren 17 Jahren alt genug um, ebenso wie meine Mutter und ich,
arbeiten zu gehen, doch da sie bisher nur die Lebensumstände eines gehobeneren
Haushaltes kennen gelernt hatte, wollten wir sie langsam an diese Arbeiten heranführen.
"Er ist zwei Jahre älter als ich. Und ja.. als ich dann gestern bei ihm im Laden
war hat er mich gefragt ob ich am nächsten Freitag mit ihm ausgehen möchte."
Ihre Wangen färbten sich rosa und ich wertete dies als Zeichen dass sie dem jungen Mann durchaus zugetan war.
Gespannt sah sie mich an und wartete auf meine Reaktion.
„Das ist doch wunderbar. Deine erste richtige Verabredung. Aber warum schaust du
drein als ob dadurch die Welt unterginge?"
Sie schluckte. „Weißt du, er möchte mich gerne zum Essen ausführen und ….!" Tränen traten ihr in die Augen.
„Was und? Das klingt doch alles ganz wunderbar!"
„Aber ich habe nichts passendes zum Anziehen für so eine Gelegenheit. Ich kann doch nicht so gehen!"
Sie trat ein Stück von mir zurück und breitete ihren Rock vor mir aus, der
schon an so vielen Stellen geflickt worden war, dass daran kaum noch etwas zu retten war.
Ich konnte ihre Angst verstehen. Sie wollte sich wie die schönste Frau der Welt
fühlen, wenn sie ausgeführt wurde. Noch dazu von einem jungen Mann der ihr sichtlich gefiel.
Ich ging zu ihr und nahm sie in den Arm.
„Aber Liebes, das ist doch überhaupt kein Problem. Ich werde schon etwas
Passendes für dich zusammensticheln. Es ist schon lange an der Zeit dass du ein
neues Kleid von mir bekommst. Ich werde gleich heute Abend in der Oper fragen,
ob in der Schneiderei ein schöner Stoff übrig ist."
Dankbar erwiderte sie meine Umarmung.
„Hast du Maman schon davon erzählt?" fragte ich und löste mich sanft von ihr.
Sie schniefte kurz, doch die Tränen waren bereits wieder versiegt und einem
glücklichen Leuchten ihrer Augen gewichen.
„Das ich eingeladen wurde schon. Meine Bedenken wegen den Kleidern allerdings nicht!"
„Davon muss sie auch gar nichts wissen. Das ist eine Sache allein zwischen uns. In Ordnung?"
Sie nickte und ich strich ihr einer ihrer goldblonden Locken aus dem Gesicht.
„Du wirst einfach wunderschön sein, versprochen!"
Als ich ein paar Stunden später zur Oper aufbrach hoffte ich inständig dass die
Schneiderei mir wiedereinmal die Reste der zuletzt genähten Kostüme zurückgelegt
hatten. Ich verstand mich dort mit allen gut und konnte mich normalerweise auf sie verlassen.
Der Himmel war strahlend blau und für einen Septembertag, war es ziemlich warm.
Ich liebte die Wärme und der leichte Wind der mir durchs Haar strich fühlte sich herrlich an.
Die vergoldeten Engel auf dem Dach der Oper strahlten mir schon von weitem
entgegen, ganz so als würden sie von einem himmlischen Leuchten erhellt.
Der Platz vor der Oper war, wie immer, dicht bevölkert. Droschken mit feinen
Herrschaften rauschten an mir vorbei, Damen flanierten Arm in Arm mit ihren
Herren an diesem großartigen Gebäude vorbei ohne es auch nur eines Blickes zu würdigen.
Instinktiv zog ich mein Schultertuch ein wenig enger um mich.
Diese Geste war mir zu einer vertrauten Gewohnheit geworden, da ich immer
fürchtete jemand könnte die Narben auf meinen Schultern und meinem Dekole
sehen. Zwar trug ich meist hochgeschlossen Kleider, aber ich haste die engen
Kragen am Hals und wich daher auch manchmal auf ausgeschnittene Oberteile
kombiniert mit einem fransigen Schultertuch aus.
Als ich, wie ich es so oft tat, einen Moment vor der Hauptfassade stehen blieb
legte sich mir von hinten eine Hand auf die Schulter.
„Verzeihen Sie, Mademoiselle!"
Ruckartig drehte ich mich um und sah in das Gesicht des blonden, jungen Mannes,
der mir schon gestern hinter der Bühne aufgefallen war.
Ich vergrößerte den Abstand zwischen ihm und mir ein wenig um ihn besser mustern zu können.
Dann besann ich mich meiner Manieren.
„Bonjour Monsieur, was kann ich für Sie tun?" freundlich sah ich ihn an.
Er verbeugte sich elegant vor mir.
„Gestatten Sie mir, dass ich mich vorstelle. Mein Name ist Raoul Vicomte de
Chagny. Ich bin der neue Mäzen der Oper und ich habe Sie gestern, nach der
Vorstellung in der Oper, mit Mademoiselle Daaé in ihrer Garderobe verschwinden
sehen. Könnten Sie ihr bitte diesen Brief von mir geben? Ich wäre Ihnen sehr
verbunden!" Ich konnte sehen wie wichtig ihm diese Angelegenheit war,
also nahm ich ihm den Brief aus der Hand. Wie schön, ein Verehrer der nicht sofort körperlich aufdringlich wurde.
Dieser junge Mann hatte Stil. Nun gut, warum sollte ich ihm diesen kleinen Gefallen nicht tun. Also nickte ich kurz.
„Ich werde Mademoiselle Daaé Ihren Brief geben, sobald ich sie sehe!"
Er nahm überschwänglich meine Hand und hauchte einen Handkuss in die Luft darüber.
„Sie wissen gar nicht wie dankbar ich Ihnen bin. Ich wünsche Ihnen noch einen
schönen Tag Mademoiselle…" fragend sah er mich an.
„De Trout! Mein Name ist Elysé de Trout!"
„Nochmals, vielen Dank, Mademoiselle de Trout. Ich bin Ihnen etwas schuldig."
Ich lächelte ihn an und wandte mich dann zum gehen.
Wie sooft war ich die Erste auf der großen Bühne, doch heute richtete ich mir
meinen Arbeitsplatz nicht wie sonst hinter den Kulissen sein, sondern begab mich auf dem direkten
Weg zu Christines Garderobe.
Mein eigenes Spiegelbild begrüßte mich als ich eintrat. Der süße Duft der unzähligen Blumen hing schwer in der Luft und
alles sah noch so aus wie ich es verlassen hatte.
Ich stellte meinen Korb ab und begann damit die Gaslampe zu entzünden.
Das warme Licht erhellte nun den Raum und gleich fühlte ich mich wohl.
Irgendwie lag über diesem Raum ein merkwürdiger Zauber.
Hier legte sich eine innere Ruhe über mich die ich seit dem Feuer nicht oft verspürt hatte.
All meine Gedanken, die normalerweise so unstet in meinem Kopf umherschwirrten, wurden ein wenig träge.
Ich musste wieder an die seltsame Melodie denken die ich gestern hier gehört hatte.
Heute kam mir das Geschehene eher wie ein Traum vor und doch wusste ich, dass
es kaum Traum gewesen war.
Hinter mir wurde nun die Tür geöffnet und Christine trat ein. Wie immer strahlte sie über das ganze Gesicht.
„Oh, du bist schon da Elysé, wie schön!" begrüßte sie mich freundlich.
„Hast du schon gehört, was für eine Szene La Carlotta, der neuen Direktion heute
Morgen gemacht hat?" Sie kicherte.
„Nein, das habe ich noch nicht. Leider habe ich nicht das Glück direkt am Ort des Geschehens zu wohnen wie du!"
Lächelnd hob ich eine Augenbraue und Christines Lächel wurde noch breiter. Sie wirkte gerade wie ein kleiner Kobold auf mich.
„Ja, es hat manchmal schon Vorteile in der Oper zu wohnen. Jedenfalls ist die
neue Direktion schon vollkommen entnervt. Heute Morgen lag ein Brief des
Phantoms auf ihrem Schreibtisch in dem es Ihnen anriet mich auch weiterhin
auftreten zu lassen. Passend zu diesem Brief platzte dann auch La Carlotta in
das Büro. Sie muss wohl erfahren haben, dass ich dem Publikum wirklich gefallen habe.
Jjedenfalls bestand sie darauf ab sofort wieder selbst aufzutreten. Carlottas
Forderung und der Brief des Phantoms hatten zur Folge dass Carlotta ab morgen
Abend wieder auftritt, aber ich noch die heutige Vorstellung singen darf. So,
laut den Direktoren, gehen sie auf keine der beiden Forderungen ein. Ich denke
wir werden in der nächsten Zeit wieder öfter Scherereien mit dem Phantom
bekommen, wenn die Direktion sich so dagegen sträubt seine Forderungen zu
erfüllen. Ich frage mich bloß warum dem Phantom daran gelegen ist dass ich auftrete?"
Nachdenklich kaute sie auf ihrer Unterlippe und sah zur Decke.
Christines kleiner Monolog hatte genau das Puzzleteil enthalten dass mir in
meiner Überlegung über ihren Engel der Musik noch gefehlt hatte. Die Tatsache
dass dem Phantom der Oper daran gelegen war dass Christine die gefeierte Diva
der Oper wurde konnte nur bedeuten dass das Phantom und Christines Engel ein und dieselbe Person waren.
Endlich war ich in meiner Vermutung bestätigt.
„Christine, könnte es nicht sein dass,…" setzte ich an um ihr meine Überlegung
mitzuteilen doch weiter kam ich nicht. Das erneute Öffnen der Tür unterbrach mich.
Meg Giry trat ein um ihrer Freundin vor dem Auftritt noch einmal Glück zu wünschen.
Warum sollte ich sie auch mit meiner Schlussfolgerung beunruhigen? Ich
beschloss, dieses Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Als Meg sich verabschiedete setzte sich Christine an ihren Schminktisch und band
sich die dunklen Locken im Nacken zusammen.
Nachdem sie sich geschminkt hatte half ich ihr einen lockeren Zopf zu flechten.
Doch heute nahm ich die dunkelrote Rose aus ihrer Vase und steckte sie ihr ins Haar.
Christine schien die ganzen Blumen nur am Rande wahrgenommen zu haben und sie
schienen sie überhaupt nicht zu interessieren.
Doch nun wandte sich ihr Interesse eben dieser Rose zu.
„Das ist aber eine schöne Rose. Weißt du wer sie mir geschickt hat?"
„Nein, es war leider keine Karte dabei. Sie steckte im Rahmen deines Spiegels
und war mit einem schwarzen Seidenband festgebunden!"
„Dann war sie sicher von meinem Engel!" stellte sie schlicht fest, als wäre es
das Normalste der Welt, das Engel ihren Schützlingen Blumen zukommen ließen.
Wieder musste ich mich über ihre Naivität wundern.
„Ganz sicher!" entgegnete ich ihr mit gehobenen Brauen und einem leichten
ironischen Unterton in der Stimme der ihr aber nicht aufzufallen schien.
„Aber jetzt wird es Zeit, dass du das Publikum verzauberst damit auch sie beginnen an Engel zu glauben."
Ich wollte sie schon fortschicken da fiel mir siedendheiß ein, dass ich ja noch
den Brief des Vicomtes in meinem Korb hatte.
„Ach warte doch bitte noch einen Moment, Christine. Ich habe hier noch etwas das ich dir geben soll!"
Ich zog den Brief zwischen meinen privaten Sachen hervor und reichte ihn ihr.
„Den hat mir ein junger Mann heute Mittag gegeben, mit der Bitte ihn an dich weiterzuleiten."
„Für mich?" Ein wenig verwirrt sah sie mich an und begann dann das Kuvert zu
öffnen und das Papier darin zu entfalten.
Erst langsam, dann immer schneller flogen ihre Augen über die geschriebenen
Worte und ich konnte sehen wie ihr eine schwache Röte in die Wangen stieg . Eine
die ich erst heute Morgen bei meiner Schwester gesehen habe.
„Es ist Raoul, Elysé!" rief sie aus als sie zu Ende gelesen hatte.
„Ja, er hieß Raoul de Chagny und ist der neue Mäzen der Oper!"
Nun war ich diejenige die nicht verstand.
„Ja, das ist er vielleicht auch, aber vor allem ist er der Junge mit dem ich
ganz oft am Strand gespielt habe als ich klein war. Ich kann gar nicht glauben
dass er sich noch an mich erinnert. Und er will mich heute Abend nach der
Vorstellung treffen. Was für eine Überraschung!"
Sie vollführte eine überschwängliche Drehung und strahlte mich an.
„Ich glaube es ist sicher nicht so schlimm, wenn ich die Regeln des Engels für
einen Abend nicht beachte. Oder was meinst du, Elysé?"
„Ich denke, dass du Raoul de Chagny treffen solltest, wenn du es so gerne
möchtest. Du hast dir ein wenig Spaß verdient! Aber jetzt solltest du dich
beeilen. Ich glaube ich kann schon die Ouverture hören!" Christine legte den Kopf schief und lauschte.
"Stimmt, du hast recht! Und weißt du was. Gestern habe ich für den Engel gesungen. Heute singe ich nur für Raoul!"
Begeistert klatschte sie in die Hände und stürmte aus der Tür, ohne sie zu schließen.
Lächelnd schüttelte ich den Kopf.
Es war so selbstverständlich dass junge Mädchen von jungen Männern ausgeführt
wurden, sich verliebten und irgendwann heirateten und doch fühlte ich mich, als wäre ich kein Teil dieser Normalität.
Ich hatte mich mit dieser Tatsache abgefunden, was aber nicht zur Folge hatte,
dass sie mich nicht doch ab und an traurig machte.
In dem großen Feuer waren viele meiner Träume und große Teile der Normalität,
die für mich so selbstverständlich gewesen war, ebenso verbrannt wie meine persönlichen Besitztümer.
Die, mir so vertraute, Melancholie senkte sich wie ein grauer Schleier über mein
Gemüt und doch drängte ich sie zurück, denn schließlich musste ich einen
reibungslosen Ablauf der Vorstellung sicherstellen und durfte mich nicht
ablenken lassen.
Es grenzte fast an ein Wunder, doch Christine sang in dieser Vorstellung noch besser als am Abend zuvor.
Zwar stolperte sie bei einem Tanz den sie mit Romeo tanzen musste, und trat sich
den Saum ihres Kleides herunter doch sie stürzte nicht und man verzieh ihr diesen kleinen Ausrutscher nur zu gern.
Nun stand sie wieder, seit Minuten, im tosenden Applaus und sammelte die Blumen
ein, die zu ihr auf die Bühne geworfen wurden.
Sie wirkte nicht so schwach wie beim Schlussapplaus des gestrigen Abends,
sondern sah aus wie das blühende Leben und genoss die ihr dargebotene Aufmerksamkeit sichtlich.
Als der letzte Vorhang fiel und Christine von der Bühne kam, wurde sie nicht
mehr so stark von ihren Freundinnen umlagert wie am Abend zuvor.
Ihre Verehrer hatten den Weg hinter die Bühne noch nicht gefunden, bis auf
Einen. Ich konnte den Vicomte de Chagny schon von weitem sehen, wie er nervös vor Christines Garderobe
auf und ab ging. Seine Finger nestelten fahrig an dem Strauß gelber Rosen, den er in der Hand hielt.
Als Christine ihn sah beschleunigte sie ihre Schritte und warf sich ihm an den
Hals. Die Rosen fielen zu Boden als Raoul sie in die Arme schloss.
„Liebes Lottchen, nicht so stürmisch!" Er lachte, vollkommen ungekünstelt und dieses Lachen klang warm in meinen Ohren.
Ja, er war mir durchaus sympathisch und passte mit seiner jugendlichen Art hervorragend zu Christine
Seine Anspannung war verflogen und er wirkte gelöst und glücklich dass auch Christine sich an ihn erinnert hatte.
Dann hörte ich viele Schritte auf dem Gang. Sie schienen sich in unsere Richtung zu bewegen.
Viele Stimmen sprachen durcheinander und ich wußte schon jetzt dass das Ziel dieser Herren Christines
Garderobe sein würde.
Auch Christine hatte die Schritte mittlerweile bemerkt.
Zuerst zögerte sie leicht, dochdann nahm sie Raoul bei der Hand und zog ihn in ihre Garderobe.
Ich folgte den beiden, denn ich wollte auf keinen Fall alleine mit der Masse wartender
Herren im Gang vor der Garderobe zurück bleiben.
Schnell schloss ich die Tür hinter mir.
Christine nahm auf der Chaiselongue platz und Raoul setzte sich in gebührendem Abstand neben sie.
Die Geste mit der sie nun seine Hand nahm schien ihr, aus alter Zeit, noch immer sehr vertraut zu sein.
"Es ist so schön dich wiederzusehen, Raoul! Sieh nur, was aus uns geworden ist
und es gibt so viel was ich dir erzählen möchte! Ich konnte es erst gar nicht
glauben, als ich deinen Brief erhalten habe."
Dankbar sah er kurz zu mir. Ich hatte begonnen die vielen Tiegel und
Döschen auf Christines Schminktisch zu ordnen und kam mir ziemlich überflüssig
vor. Doch es widerstrebte mir noch mehr wieder vor die Tür zu gehen.
"Ich freue mich auch, Christine. Mehr, als ich sagen kann! Du musst heute Abend unbedingt
mit mir essen gehen. Dann können wir uns in aller Ruhe unterhalten. Was meinst du?"
"Nur zu gerne, Raoul!" Sie nickte überschwenglich um ihre Worte noch zu unterstreichen.
"Dann musst du dich jetzt umziehen!" Er küsste ihre Hände. „Und ich hole schnell meinen Mantel und meinen Hut. In einer halben Stunde bin ich wieder bei dir, liebes Lottchen?"
Christine errötete leicht. Er stand auf und verließ die Garderobe nachdem er sich noch einmal kurz nach ihr
umgesehen hatte. Von draußen her klangen gedämpfte Stimmen und Protestbekundungen an unser Ohren, darüber dass
Christine niemanden außer dem Vicomte de Chagny empfing.
Ihre Wangen glühten als sie sich nun mir zuwandte und sie flatterte herum wie ein junger Vogel an seinem ersten
warmen Frühlingstag.
"Das ist der schönste Tag meines Lebens!"
Ich fasste sie am Arm und zog sie sanft hinter den Paravant. Schließlich musste
sie sich ein wenig beeilen wenn der Vicomte schon in einer halben Stunde wiederkam um sie abzuholen.
Sie war so zappelig unter meinem Griff, dass ich große Mühe hatte ihr das Kleid aufzuschnüren, doch als es
endlich geschafft war hatte sie sich ein wenig beruhigt.
"Ich habe ihm so viel zu erzählen, Elysé. Hoffentlich findet er mich inzwischen nicht langweilig. Er scheint sich
überhaupt nicht verändert zu haben!"
Die Sätze sprudelten nur so aus ihr heraus und ich konnte ihre Aufregung gut
verstehen und übte mich lächelnd und schweigend in Geduld.
Als ich sie gänzlich aus ihrer Bühnengarderobe geschält hatte und diese
ordentlich auf dem Bügel hing, fiel mir auf, dass ich das Kleid aus dem ersten Akt hinter der Bühne vergessen hatte.
"So meine Liebe, während du dich jetzt noch ein wenig frisch machst, gehe ich
schnell hinter die Bühne und hole dein zweites Kostüm. Wer weiß wann wir es
wieder brauchen werden. Und danach helfe ich dir dann beim Anziehen!"
Damit sie nicht fror nahm ich einen der spitzenbesetzten Morgenmäntel aus dem
Schrank, half ihr hinein und entwirrte ihr noch schnell das lange Haar.
Was für einen schönen Anblick sie bot. Wieder einmal ertappte ich mich dabei wie ich mich mit ihr verglich.
Sie wirkte wie ein Engel. Das Weiß ihres Korsetts und des Morgenmantels
unterstrichen das zarte Rosa ihrer Haut und die dunklen Locken umrahmten
ihr Gesicht wie ein Mahagonirahmen ein wertvolles Gemälde.
Ich drückte ihr die Rose, die noch eben in ihrem Haar gesteckt hatte, in die Hand und verließ den Raum.
Der Gang vor der Garderobe hatte sich mittlerweile geleert, bis auf weitere
Blumenbouquets die ungeordnet an den Wänden lehnten.
Ich beschloss auf diesem Wege auch gleich noch in der Schneiderei
vorbeizuschauen. Zwar würde ich zu dieser Zeit dort niemanden mehr antreffen,
aber es gab ein Regalfach in dem aussortierte Stoffreste gelagert wurden.
Vor einigen Monaten hatte ich die Erlaubnis erhalten mir dort Stoffe
herauszunehmen um sie für private Zwecke zu verwenden.
Jedem Mitarbeiten stand diese Option offen, doch es schien mir, als würde nur ich sie nutzen.
Christines Kleid hing noch über dem Garderobenständer über den ich es bei ihrem
schnellen Umzug geworfen hatte und nachdem ich es über den Arm gehängt hatte
führten mich meine Schritte weiter, nach oben.
Ich fand die Tür zur Schneiderei, wie gewohnt, unverschlossen vor und trat ein.
Die Luft war trocken und ein wenig stickig, da der große Raum nur zwei Fenster
besaß. Es roch nach Farben und Stoffen und ein wohliges Halbdunkel erstreckte
sich bis in die kleinste Nische. Der helle Schein des Vollmonds schien durch
eins der kleinen Fenster und sein Leuchten wurde nur durch eine kleine Wolke getrübt.
Meine Augen hatten sich auf dem Weg hierher bereits an die Dunkelheit gewöhnt
und so fand ich mich schnell zurecht.
Das Regal befand sich rechts von mir hinter der Tür und ich musste sie schließen um es erreichen zu können.
Ich war länger nicht hier gewesen und es hatten sich einige Reste angesammelt.
Mein Herz machte vor Freude einen kleinen Sprung als ich ein großes Stück fliederfarbene Seide entdeckte.
Wenn ich sparsam zuschnitt würde sie für ein ganzes Kleid reichen.
Eine helle Baumwolle würde das Futter werden und so bepackt verließ ich den
Raum wieder, mit dem schönen Gedanken, dass Helena nicht von mir enttäuscht sein würde.
Auf dem Weg zurück in Christines Garderobe begegnete ich niemandem und genoss
die vertraute Stille.Vor der Tür angelangt verlagerte ich Kleid und Stoffe auf
meinen linken Arm um die Tür öffnen zu können.
Dunkelheit empfing mich. Alle Lampen waren gelöscht worden und ich wunderte
mich dass die Garderobe vollkommen verlassen war. Ein seltsamer Geruch hing in der
Luft und erinnerte mich an eine unangenehme Mischung aus Schwefel und Rosen.
Ich war ein wenig enttäuscht dass Christine die Oper verlassen hatte ohne auf
mich zu warten und sich zu verabschieden, doch dann dämmerte mir etwas.
Ihr Alltagskleid hing noch immer unberührt auf seinem Bügel. Es wäre ihr auch
unmöglich gewesen die vielen Häkchen am Rücken alleine zu schließen.
Außerdem war ich mit Sicherheit keine halbe Stunde unterwegs gewesen. Das
hieße dass der Vicomte noch gar nicht hier gewesen war um Christine abzuholen und wie
zur Bestätigung meiner Gedanken klopfte es hinter mir an die Tür.
"Herein!" Rief ich ein wenig tonlos und als sich die Tür öffnete stand ich dem Vicomte de Chagny gegenüber.
Er sah sich schnell im Zimmer um und als er nicht entdecken konnte wonach er
suchte sah er mich mit hochgezogenen Brauen fragend an. "Mademoiselle Daaé?" Wandte er sich unsicher an mich.
"Es tut mir Leid, Monsieur, ich weiß nicht wo sie ist. Ich war noch kurz hinter der Bühne um ihr Kostüm zu holen.!"
Um dies zu bestätigen hob ich meinen Arm über dem das Kostüm und die Stoffe lagen.
"Aber vielleicht hat sie sich schon alleine fertig gemacht und wartet an der
frischen Luft auf sie. Schließlich ist es hier drin ein wenig stickig."
Noch während ich mit ihm sprach fiel mir etwas ins Auge dass ich unbedingt näher untersuchen wollte.
Ich hoffte dass sich der Vicomte mit meinem Erklärungsversuch zufrieden geben würde und so war es auch.
"Dann werde ich gleich nachsehen gehen, Mademoiselle. Und nochmals vielen Dank für ihre Hilfe!"
Ich sah ihm nach als er den Gang entlang lief und wartete bis er um eine der Ecken verschwunden war.
Dann schloss ich so leise ich konnte die Tür und drehte den Schlüssel von innen zweimal im Schloss herum.
Unsanft warf ich Christines Kostüm und meine Stoffe auf die Chaiselonge und trat an den mannshohen Spiegel heran.
Die glatte, spiegelnde Fläche stand an einer Seite des Rahmens einen winzigen Spalt breit offen.
Ich zwängte meine Finger dazwischen und wie als hätte ich einen unsichtbaren
Mechanismus betätigt schwang die Scheibe lautlos zur Seite und gab den Blick auf einen dunklen Gang frei.
Kühle, modrige Luft schlug mir entgegen und noch bevor ich wußte was ich tat
war ich über die Schwelle gestigen um den Gang zu betreten. Der Spiegel glitt hinter mir zurück an seinen angestammten Platz.
Mit dem kleinen Unterschied, dass er sich nun vollkommen schloss.
Ich fluchte leise und meine Stimme wurde als vielfaches Echo zu mir zurückgeworfen.
Mein Herz hämmerte mir bis zum Hals und jetzt konnte ich erkennen, dass der
Spiegel seine Funktion nur von der Seite in Christines Garderobe erfüllte.
Von hier aus konnte man durch ihn hindurchsehen und das Geschehen des Raums beobachten.
Meine Finger tasteten hektisch am Rand der Scheibe entlang, aber es gelang mir
auch nach mehreren Minuten nicht ihm sein Geheimnis zu entlocken.
Angst ergriff von meinem Herzen besitz. In meinem Rücken lauerte die unendliche
Dunkelheit, massive Steinwände und klamme Feuchtigkeit die in der Luft hing.
Und das Schlimmste daran war, dass ich diesem Gang nun wohl oder übel bis zu seinem
Ende folgen musste. Was würde mich dort wohl erwarten?
Ich fror und es machte keinen Sinn länger hier zu verharren.
Also zwang ich meine Angst und meine aufgeregten Gedanken nieder und begann
mich langsam, an der Wand entlang, vorwärts zu tasten.
