Motel Bruchtal
Das Wetter war schlecht und entsprach somit voll und
ganz Bilbos Stimmung. Wenigstens hatten die Zwerge vor zwei Tagen
aufgehört diese nervigen Lieder zu singen, aber der kleine
Fußbehaarte ohne Überlebensausrüstung musste nur an
seine schöne bequeme, komfortable und vor allem trockene
Hobbithöhle denken, um einen neuen Rekord in Melancholie zu
erreichen. Außerdem hatte Bilbo mindestens schon 80 Mahlzeiten
verpasst und das tat weder seinem Magen, noch seiner Laune besonders
gut und die Verpflegung, die er bekam, war auch nicht besonders
reichlich.
Dazu kam noch, dass Gandalf als Hobby - Pessimist
konstant etwas von irgendeiner Gefahr murmelte. Bilbo konnte sich
nicht vorstellen, was schlimmer als zwergischer Gesang, fehlende
Verpflegung oder die Trolle, die ja recht einfach zu besiegen gewesen
waren, sein könnte. Der Kleine mit dem Bärenhunger wünschte
sich beinahe, er könnte ein Pferd sein. Die hatten ja noch
reichlich Futternachschub in Form von Gras. Oder er wünschte
sich, es würde schon wenigstens so praktikable Snacks für
Zwischendurch auf Reisen geben. Da Hobbits aber sehr, sehr selten
reisen und andere Lebewesen mehr als drei Mahlzeiten am Tag allgemein
hin für absurd halten, war zu Bilbos Leidwesen noch niemand auf
so eine Idee gekommen. Selbst Onkel Boldo hatte seinem Neffen nichts
davon berichtet, obwohl er sonst in seinen Reiseberichten recht
ausschweifend und langatmig gewesen war.
Nach drei weiteren Tagen
wechselte die ziemlich langweilige Landschaft (da sie immer den
gleichen Anblick bot) etwas und plötzlich standen sie vor einem
größeren Hügel. Bilbo erwachte aus seinem Tagtraum,
der einen riesigen Berg Essen enthalten hatte, und sah sich blinzelnd
um. Dann erblickte er den Hügel. "Na, das ist ja toll! Sind
wir schon da?" fragte er enthusiastisch, während er sich
fragte, ob Drachen auch gut gefüllte Speisekammern hätten.
Der Rest der Reisegesellschaft versuchte sich krampfhaft das Lachen
zu verkneifen. Schließlich konnten es Bifur und Bofur nicht
mehr aushalten und sie bekamen einen Lachanfall. Der Rest, bis auf
den verwirrten Bilbo, stand da, mit Beerdigungsminen, hochrot im
Gesicht und zitternd vor zurückgehaltenem Lachen. Nach fünf
Minuten, ein Zeitraum, der Bilbos noch immer sehr dünnen
Geduldsfaden arg strapazierte, beruhigten sie sich wieder soweit,
dass sie wenigstens sprechen konnten. "Oh ha", stöhnte
Gloin, "ich hab mir mindestens 3 Rippen angeknackst!" "Und
ich hab mir eine gebrochen, glaub ich jedenfalls. Wie erkennt man
gebrochene Rippen?" fragte Fili. "Einmal kräftig
gegenhauen und wenn dir dann schwarz vor Augen wird, ist sie
gebrochen", antwortete der Pyrotechniker, noch immer ganz außer
Atem.
Zu diesem Zeitpunkt unterbrach der Fußbehaarte die
äußerst medizinisch lehrreiche Konversation, indem er, wie
üblich, losbrüllte: "Kann mir hier vielleicht
irgendjemand mal erklären, was hier so lustig ist?! Ich stelle
hier eine ganz normale Frage und was kriege ich für ne Antwort
darauf?!" Er warf der restlichen Kaffeefahrtsgemeinschaft einen
so bitterbösen Blick zu, dass wahrscheinlich sogar Smaug in das
nächste erreichbare Versteck geflohen wäre. Aber der
Zauberer, der soviel Gefühl für wütende Hobbits hatte,
wie ein Felsbrocken - nämlich gar keins, sagte nur
gelassen und etwas genervt: "Bilbo, denk doch einmal an deine
Gesundheit! Du wirst noch mal frühzeitig im Altersheim enden.
Denk dann doch wenigstens an das verkorkste Gesundheitssystem, das im
Auenland existiert, wenn du schon so sorglos mit deiner Gesundheit
umgehst!"
An diesem äußerst kritischen Punkt, wenn
Blicke töten könnten, wäre der Diplomzauberer schon
mit Sicherheit gestorben, griff Balin ein: "Wir haben vielleicht
grad mal einen Bruchteil geschafft. Das ist hier der Anfang des
Nebelgebirges, da müssen wir noch drüber, dann müssen
wir noch durch ganz Wilderland, dann noch durch den Düsterwald
und dann noch ein bisschen durch die Steppe und dann sind wir da."
Darauf reichte er dem Hobbit eine Karte, damit dessen Schockzustand
noch etwas länger anhalten würde. Bilbo war schließlich
nie über 10-Kilometer-Reisen hinausgekommen. Das war also ein
ziemlicher Schock für den Hobbit, der geglaubt hatte, er würde
innerhalb von 2 Wochen wieder zu Hause sein. Also hofften Balin und
der Rest der Schatzretter, dass er sich aus dem eben
angeführten Grund für wenigstens einen Tag nicht mehr
beschweren würde. Das störte sie nämlich ebenso sehr
wie Bilbo ihre Lieder nicht gefielen.
Gandalf schaute auf den
Stand der Sonne. "Also, jetzt Schluss mit der Pause! Es ist
ziemlich schwer hier im Nebelgebirge rumzulaufen. Ich will noch vor
Nachteinbruch im Motel Bruchtal sein. Bei dem Gedanken an einen
gemütlichen Schlafplatz hob sich bei allen die Laune, auch bei
dem ewigen Rummaulenden. Sogar den Zwergen machte es nichts aus, dass
diese komfortablen Schlafgelegenheiten im Besitz von Elben waren.
Aber die gute Laune hielt nicht lange. Mittag ging vorbei und es
wurde schon langsam später Nachmittag, aber es war noch immer
kein Anzeichen von Zivilisation zu sehen. Die Landschaft wurde auch
immer schlechter. Sie mussten jetzt immer öfter irgendwelche
Bergwände hochkraxeln oder sich an sehr tiefen Schluchten
vorbeitasten. Bilbo, der schon etwas aus dem Leim gegangen war und
außerdem keine Bergsteigerausbildung, wie die anderen erhalten
hatte, keuchte bald wie ein Hering auf dem trockenen Land. Als sie
einen von unzählbar vielen Bergen überwunden hatten, sahen
sie in einem Tal ein riesiges Haus mit weitläufiger Parkanlage
stehen, auf dessen Dach in großen, roten Buchstaben 'Motel
Bruchtal' geschrieben stand. Die Laune stieg wieder und alle beeilten
sich nach unten zu kommen. Unten im Tal angekommen, war das erste,
was Bilbo hörte Gesang, der recht annehmbar war, besonders, wenn
man ihn mit dem der Zwerge verglich.
Derweil wunderten sich die
elbischen Wachen, die in den Bäumen saßen und die
Gesellschaft beobachteten: "Ich frag mich, wo die alle
hinwollen." sagte einer. "Hmmm, vielleicht gibt es ja
wieder ein Sonderangebot irgendwo", vermutete ein anderer. Noch
einer mischte sich in das Gespräch ein,,Also, mir kommen die
ja reichlich suspekt vor. Na, bis auf den einen. Ist das nicht der
alte Gandalf, der häufig in Kneipen anzutreffen ist und
mit dem Boss befreundet ist?" Seine Kameraden nickten
zustimmend, worauf er fort fuhr: "Aber diese
Konservenbüchsenverschnitte, das sind ja Zwerge irks, meint
ihr überhaupt, ob deren Bärte keimfrei sind? Vielleicht
sollten wir sie anhalten und ihre Reisepässe kontrollieren?"
Bevor dieses Thema diskutiert werden konnte, fragte ein anderer der
Grenzbeamten: "Und was ist das da für ein komischer kleiner
Typ? Hat zwar einen zwergenähnlichen, miesmutigen
Gesichtsausdruck, scheint aber kein Zwerg zu sein." Sein Kollege
neben ihm musste unbedingt damit angeben, dass er bei dem Reisende -
Erkennungsseminar, zu dem Schlaftablette Erestor die gesamte
Wachmannschaft alle 500 Jahre verdonnerte, bei Erestors
zugegebenerweise recht einschläfernden Vortrag, der immer
mehrere Stunden dauerte, nicht, wie die anderen, eingepennt war. Also
ratterte er die auswendig gelernte Antwort hinunter: "Das ist
ein Perian, in der Gemeinsamen Sprache Halblinge genannt. Sie selbst
bezeichnen sich jedoch als Hobbits..." So ging es über
mehrere Minuten, wobei der Dozierende es erstaunlich gut schaffte,
Erestors Leierstimme nachzuahmen.
Bilbo sah sich neugierig um,
denn er wollte für sein Leben gern mal einen Elben sehen, da
sein Onkel Boldo, ihm von diesen auch ausführlich erzählt
hatte. Über ihm setzte ein Elb gerade zu einem Spottlied über
Zwerge an, welches den Eindruck machte, als ob es ziemlich schnell
zusammengeschustert worden war. Der Sänger war voraussehend
genug, es in nicht in elbisch zu singen, damit das Lied den
Adressaten auch ja erreichte. Es ging ungefähr so:
Was'n
das da für'n Ding,
sieht so haarig aus und ist in pink,
trägt
so'n dummes Teil?
'S kann nur so'n Idiot von Zwerg sein!
Scha
la la la la la la.
So ging es immer weiter. Die Zwerge, die Kritik an ihrem Aussehen und an ihrem Klamottengeschmack gar nicht vertrugen, wären beinahe auf die Elben losgegangen, wenn sie das Motel nicht endlich erreicht hätten. Neben der prunkvollen Eingangstür stand ein sehr hohes und ungemein informationsfreudiges Schild:
MOTEL BRUCHTAL (5 Sterne)
Besitzer: Lord Elrond Peredhil und
Söhne
Manager: Balrogtöter
Glorfindel und Besserwisser Erestor
Wir bieten Ihnen luftige
Zimmer mit einem herrlichen Panoramablick, ausgestattet mit allem
Komfort( Bad, Himmelbett und Minibar) zu einem guten Preis.
Preise
(pro Nacht): Elben (Noldor, Vanya,
Teleri), Illuvatar 50,49 ME$
Zauberer/Istari, Maiar (ausgenommen
Sauron), Valar, Ents 60,59 ME$
Dunadain/ Waldläufer 99,98
ME$
Menschen,
100,09 ME$;
Elben
(Sindar (ausgenommen Celeborn, Bewohner Lothloriens), Avari) 105,04
ME$
Hobbits: 65,64 ME$ + Essenszuschlag 18,17 ME$
Zwerge
150,49 ME$;
Pferde
und andere Tiere (ausgenommen Drachen) 30,29
ME$.
Orks,
Nazgul, Wargs und Bösewichte aller Art haben keinen
Zutritt!
Frühbucher erhalten zusätzlich 2,01 ME$ Rabatt
(-Sonderaktion- gilt nur in diesem Monat).
Reichhaltiges Buffet
ist im Übernachtungspreis mit einbegriffen
(Halbpension).
Vollpension zzgl. 19,18 ME$, Roomservice kostet
extra ( + Servicegebühr 23,22 ME$)
In diesem Motel befindet
sich auch ein Souvenir-Geschäft, sowie ein Laden, der
Outdoor-Artikel zu erschwinglichen Preisen führt.
Wir
akzeptieren folgende Zahlungsmittel: Geld, Schecks, Schmuckstücke
im Gegenwert, Valinor Express Kreditkarten (Platin und Gold) und
Mittelerde Express Kreditkarten.
Leider können wir aus
Gründen einer persönlichen Fehde des Besitzers dieser
schönen Anlage mit König Thranduil des Düsterwaldes
keine Zahlungsmittel annehmen, die Sindar (ausgenommen die aus
Lothlorien) und andere Avari benutzen.
WIR HOFFEN, DASS SIE IHREN
AUFENTHALT BEI UNS GENIESSEN!!!!
Die Tür schwang auf und
heraus kam ein dunkelhaariger Elb mit Geheimratsecken, der
Modegeschmack bewies, da er nicht in eine Robe gekleidet war, die
eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Bademantel hatte.
"Gandalf,
mein alter Freund, was für eine seltene Überraschung!" du
weißt, dass du mir noch 500 ME$ für die leer gesoffene
Minibar schuldest – also trink diesmal nicht soviel. Anschreiben
lasse ich dir jetzt nichts mehr." sagte der Elb überfallartig.
„Aber das ist doch schon 100 Jahre her, Elrond, und außerdem
waren das nur 50 ME$", entrüstete sich Gandalf. „Was heißt
hier schon 100 Jahre? Wir sind schließlich unsterblich; und
außerdem nehme ich Zinsen. Daher die Erhebung." „Du Wucher,
" grummelte Gandalf beleidigt und wandte sich an seine Reisegruppe,
„los wir gehen wieder. Trinken wir mein Feierabendbier
woanders."
„Moment mal", entgegnete Thorin, „ da haben wir
auch noch ein Wörtchen mitzureden. Auch wenn das hier ein
Elbenladen ist, habe ich keine Lust noch weiter zu wandern. Hier gibt
es außerdem ein reichhaltiges Buffet." Die anderen nickten
zustimmend, da sie wohl die detaillierte Preisliste nur überflogen
hatten. Sonst hätten die Zwerge wohl gegen ihren hohen
Übernachtungspreis protestiert, zumal andere auch noch deutlich
weniger bezahlen mussten. Der Pyrotechniker gab sich murrend
geschlagen.
Elrond weiß jedem ein Zimmer zu und jeder genoss
erst einmal die Annehmlichkeiten eines guten Hotels. Mit
überwältigender Mehrheit (13:1) wurde Gandalf dazu
auserwählt, die Gesamtrechnung zu übernehmen. Daraufhin war
er beleidigt von dannen gezogen, in die nächst beste Kneipe wie
die Zwerge und der Hobbit vermuteten. Da die Reisegesellschaft ihrem
Reiseleiter nun der Unkostenbeitrag auferlegt hatte, schmeckten die
Snacks aus der Minibar auch gleich viel besser.
Als eine Glocke
zum Abendbrot läutete, begab sich die Schatzrettertruppe, bis
auf Gandalf, der wahrscheinlich immer noch in einer Kneipe saß
und seine Feierabendbiere trank, trotz leer gegessener Minibar
schnell zum Abendbrot, wo schon ein reichhaltiges Buffet auf sie
wartete. Mit Bilbos Hilfe war dieses auch schnell geleert, na ja, bis
auf die Gemüseabteilung, denn der Hobbit wusste als Buffet-Profi
genau, dass es vom Preis-Leistungsverhältnis besser wäre,
etwas gewichtigere Speisen zu essen, da Obst und Gemüse von der
Herstellung wesentlich billiger waren. Nach Bilbos Überfall auf
Elronds Buffet, überlegte dieser wiederum, den
Essenszuschlag für Hobbits doch drastisch zu erhöhen, nur
für den Fall, dass noch einmal ein Hobbit vorbei kommen
sollte.
Nach dem Essen setzten sich die Zwerge zusammen, um noch
eine gemütliche Pfeife zu rauchen. Die hatten diese gerade
angezündet, als sich Bilbo zu ihnen setzte, der die letzten
Reste des Buffets beseitigt hatte und nun, nachdem seine
Grundbedürfnisse – ausreichendes Essen und ein bequemes Bett –
wieder hergestellt waren, auch noch seine Unwissenheit über den
weiteren Verlauf der Reise wettmachen wollte. Da Gandalf nicht
anwesend war, waren nun die Zwerge Opfer dieses Wissensdurstes und
wurden von den Verbalgeschossen des Hobbits völlig überrumpelt:
„Wohin gehen wir als Nächstes? Wo kommen wir noch hin? Wie
sieht es da aus? Welche Völker werden wir noch treffen? Wie
sieht der Drache eigentlich aus? Werde ich zum nächsten
Auenländischen Esswettbewerb wieder zu Hause sein? Wieso mögt
ihr keine Elben?" „Äh", antwortete Thorin sehr
intelligent, während die anderen angesichts der Flut an Fragen
eine gute Imitation von gestrandeten Fischen abgaben.
Obwohl die Zwerge dieses niemals zugeben würden, wurden sie von einem Elb gerettet. Erestor, immer begierig Leute weiterzubilden, egal ob freiwillig oder unfreiwillig, sah bei Bilbo eine Chance, diesen Drang voll auszuleben. Die Zwerge, nutzten diesen Augenblick, um diskret in den Garten zu flüchten, wohl um einen wissensdurstigen Hobbit und einem Elb zu entkommen.
„Ich würde die Antworten nicht bei den Zwergen suchen. Die haben von solchen Themen sowieso keine Ahnung. Da sie unter der Erde leben, hat das wohl ihren Verstand verdunkelt und das einzige, was sie beschäftigt sind Reichtümer. Übrigens, mein Name ist Erestor und ich beantworte gerne alle Ihre Fragen, Herr Hobbit, " stellte sich der Elb vor. „Das ist ja toll", antwortete Bilbo und zückte sein Notizbuch, um auch ja nichts zu vergessen. „Schön," freute sich der Elb, „ dann fangen wir am Besten gleich an. Wohin soll es denn eigentlich genau gehen?" „Zum Einsamen Berg", antwortete Bilbo. „Ah ja, dann geht es erst ins Nebelgebirge, dann später in den Düsterwald. Da leben aber komische Elben. Vor denen würde ich mich in Acht nehmen." „Wieso denn?" hakte Bilbo nach. „ Na ja, die denken, die meisten Noldor sind nur Spaßbremsen und würden unter einem Kontrollkomplex leiden. Na ja, und Elrond und König Thranduil sind einmal persönlich aneinander geraten, weil letzterer meinte, Elrond könnte keinen Wein vertragen und Elrond meinte Thranduil wäre ein Alkoholiker. Seitdem wechseln sie kein Wort mehr miteinander." „Aha," meinte Bilbo und fuhr dann mit einer weiteren Zwischenfrage fort, „Was hat das mit dem Kontrollkomplex auf sich?" „Ah ja, Thranduils entfernter Cousin, Celeborn, lässt sich von seiner Frau beherrschen und mach klaglos alle chemischen Experimente mit, die sie sich ausdenkt."
Erestor bemerkte, dass Bilbo seine Ausführungen noch nicht ganz verstanden hatte und sagte deshalb: „gehen wir doch in die Bibliothek. Dort ist es ruhiger und außerdem habe ich da noch einige interessante Bücher." Ohne Widerspruch oder Zustimmung abzuwarten, fasste er den Hobbit am Arm und führte ihn aus dem Esszimmer.
Nach diesem nächtlichen Crashkurs
war Bilbo glücklich, nicht immer fragen zu müssen und
Erestor war überglücklich, weil er endlich mal wieder einen
interessierten Schüler gehabt hatte, der nicht eingeschlafen
war. Außerdem freute sich Bilbo, dass Erestor ihn noch einige
Nachschlagewerke zum weiteren Studium überlassen hatte.
Der
nächste Tag begann wieder mit einem reichhaltigen Frühstuck.
Dann begann die Reisegruppe aufzubrechen, weil ein weiterer
Aufenthalt Gandalfs Finanzen doch überschritten hätte.
Elrond war nämlich nicht mehr von seinem Standpunkt abgewichen,
dem Zauberer noch weiteren Kredit zu gewähren und Bilbo und die
Zwerge waren zu geizig, selbst die Rechnung zu übernehmen. Der
Pyrotechniker war aber auch darauf erpicht, weiter zu reisen, da er
von Elrond gezwungen wurde, seine Schulden zu bezahlen. Der Elb war
aber noch so freundlich ihnen für einen Freundschaftspreis eine
brandneue Landkarte vom Wilderland aus dem Outdoorshop zu
überlassen.
Die Zwerge schafften es sogar, den Abschied nicht
in gegenseitigen Beschimpfungen enden zu lassen. Natürlich kam
der alte Feuerwerksspezi mal wieder nicht pünktlich, obwohl er
den Rest der Sightseeinggemeinschaft am Abend zuvor extra noch dazu
ermahnt hatte, rechtzeitig zur Abreise beriet zu sein.
Die ganze
Mannschaft vermutete, durch vorherige Feierabendsbier - Vorfälle
bestärkt, dass der alte Feuerwerksspezi wahrscheinlich noch bis
spät in die Nacht in irgend einer Bar gesessen und kräftig
einen gehoben hatte. Als Gandalf etwas verkatert aussehend
auftauchte, bestätigte sich diese Vermutung. Und weiter ging's!
