Hallo ihr Lieben.

Vielen Dank an meine Review- Schreiber, ich freue mich über jeden einzelnen. Und auch einen lieben Gruß an alle, die meine Geschichte als Favoriten gesetzt haben. Ich hoffe ich enttäusche euch nicht.

Da ich etwas zu schnell und hibbelig für meine Betas bin, ist auch diese Kapitel nur von Ally (aka NightmareToday) Korrektur gelesen, daher kann es sein, dass ich eventuell später noch was ändere.

Doch jetzt geht es erst einmal weiter mit etwas Vater - Tochter - Zeit.

Kapitel 3: Charlies Geschichte

Bella POV

Ich bin froh, den ersten Tag an der High School überstanden zu haben. Mir gehen einige Gedanken durch den Kopf, als ich auf meinem Fahrrad Richtung Polizeirevier fahre. Wie soll ich Charlie fragen? Oder soll ich lieber nichts sagen und heut Abend einfach Mom anrufen? Aber wäre es fair ihm gegenüber? Schließlich wohne ich jetzt hier bei ihm, dann sollte ich mich mit meinen Fragen auch an ihn wenden. Gerade als ich am Revier ankomme und mein Rad davor abstelle, kommen meine Gedankengänge zu einem Ende und ich beschließe, Charlie zu fragen. Aber wie soll ich es machen, er redet nie viel über seine Gefühle, genau so wenig wie ich.

Unsicher trete ich durch die Tür.

Natürlich war ich schon oft hier, und alle von Charlies Kollegen kennen und mögen mich. Sofort begrüßen sie mich mit einem warmen Lächeln, kein einziger neugieriger oder böser Blick. Zum ersten Mal an diesem Tag entspanne ich, schlendere zu Charlies Schreibtisch und stelle mich hinter ihn. „Und, wie viele böse Jungs hast du heute schon gefangen?", grinse ich ihn an.

Er ist so in seiner Arbeit vertieft, dass er mich jetzt erst bemerkt und kurz zusammen zuckt. Dann steht er schnell auf und hält meine Hände hinter meinen Rücken, als wolle er mich verhaften. Da ich die Geschwindigkeit von Dad und Damon gewohnt bin, kann er mich damit nicht überraschen, aber sagen tue ich ihm dies nie.

„Bisher noch niemanden, aber wie es scheint muss ich eine junge Dame verhaften, die ihrem alten Herrn mittels Herzinfarkt aus dem Weg räumen will." Alle im Revier fangen an zu lachen, auch Charlie und ich stimmen herzlich mit ein. Schließlich lässt er mich los und nickt fragend mit dem Kopf in Richtung Tür. Immer noch grinsend nicke ich zur Bestätigung und Charlie ruft kurz: „Ich mache Schluss für heute.", in die Runde.

Dann führt er mich zum Streifenwagen und hält mir die Beifahrertür auf.

„Wollen wir erst noch was Essen gehen oder gleich einkaufen?", fragt er mich. Kurz entschlossen antworte ich "Erst noch Essen, dann muss ich heut Abend nicht mehr kochen." Aber eigentlich will ich lieber mit ihm in anonymerer Atmosphäre die Fragen klären. Er fährt mich zum Lodge, dem einzigen hier in Forks, was einem Restaurant nahe kommt.

„Charlie, können wir einen ruhigen Tisch nehmen?", frage ich ihn. Alarmiert sieht er mich an, führt mich aber ohne zu fragen in eine ruhige Ecke.

„Und, wie war dein erster Schultag, ist irgendwas besonderes passiert?" Die Frage klingt lässig, aber natürlich weiß er, dass ich was auf dem Herzen habe. Dafür sind wir uns zu ähnlich.

„Na ja, alle haben mich angesehen wie einen Alien, aber ich habe auch ein paar nette Leute kennen gelernt."

„Tja, die Blicke waren wohl zu erwarten, alle sind neugierig auf die Tochter des Chiefs, hm? Und wen hast du kennen gelernt?" Er scheint wirklich interessiert, soviel begeistert und neugierig habe ich ihn selten gesehen.

„Also, da wären Angela Weber, sie ist echt nett, ebenso Eric Yorkie und Mike Newton. Und dann sind da noch Tyler Crowley, Jessica Stanley und Lauren Mallory.", beim letzten Namen verziehe ich das Gesicht und Charlie sieht mich recht alamiert an.

„Lauren und Jessica, hm? Sind wohl nicht so dein Fall?"

„Tja, Jessica ist irgendwie OK auch wenn sie was Eigenartiges gesagt hat. Aber Lauren ist ne echte Zicke."

„Was haben sie gesagt?"

„Etwas über Mom – und dich.", flüstere ich, kann ihm dabei nicht in die Augen sehen.

„Bells, Liebes, was genau haben sie gesagt?" Seine Worte sind liebevoll und voller Sorge. Ich sehe ihm schließlich in die Augen und erzähle alles, was mir die sechs gesagt haben.

Als ich fertig bin steht unser Essen steht vor uns, ich weiß nicht genau, wann Charlie bestellt hat. Dieser seufzt kurz auf und meint: „Du willst nun bestimmt wissen, was da dran ist, oder?"

„Nur was du sagen möchtest. Aber Charlie, liebst du Mom wirklich noch?"

Dies war die Frage, die mich in den letzten Stunden am meisten beschäftigt hat. Ich bin noch nicht ganz 15 und war selbst noch nie verliebt, weiß daher nicht wirklich was über die „große Liebe". Aber ich weiß, dass Mom vor mehr als 14 Jahren mit mir aus Forks wegging. Konnte Charlie ihr solange nachtrauern? Charlie blickt auf die Tischplatte und holt tief Luft.

„Ja, Bella, ich liebe sie immer noch. Aber sie war hier nicht glücklich, das war sie schon als Teenager nicht. Ich habe es nur nie wirklich ernst genommen. Wenn ich früher mit ihr weggegangen wäre, wer weiß…?"

Erschrocken sehe ich ihn an, wie er so traurig vor mir sitzt. Und auf einmal wird mir bewusst, was nicht nur Mom, sondern auch ich ihm all die Jahre antaten, ohne es wirklich zu wissen. Wir hatten all die Jahre eine neue Familie, ich nannte einen anderen Mann meinen Dad, während er hier allein war. Ohne die Frau und das Kind, welche er wirklich liebte.

„Es tut mir leid." Noch nicht einmal in dieser Situation schaffe ich es ihn Dad zu nennen, doch das Schlechte Gewissen trifft mich hart.

Wie aus einer Trance gerissen schaut er mich an. Diese ganze Gefühlsgeschichte ist neu für uns, es fällt ihm genauso schwer darüber zu reden wie mir.

„Bells, es braucht dir nicht Leid zu tun. Ich weiß dass du deine neue Familie liebst, und Phil hat dich wirklich zu einer wundervollen jungen Dame erzogen. Ich weiß er ist für dich mehr ein Vater als ich es bin. Aber ich bin weder ihm, noch deiner Mom oder dir deswegen böse. Ich wollte immer nur, dass Renée glücklich ist und dass du in einer richtigen, glücklichen Familie aufwächst. Und ich weiß, an der Seite von Phil ist deine Mom glücklicher als sie es je mit mir gewesen wäre. Aber vielleicht kannst du mir eine Chance geben, dir ein richtiger Vater zu werden, dass ich irgendwann auch ein Dad für dich bin? Kannst du irgendwann Phil und mich gleichermaßen lieben?"

Ich sehe ihm in die Augen, die so sehr meinen eigenen gleichen. Und ich sehe all die Liebe, die ich schon immer dort gesehnen habe.

„Ja, das bist du doch jetzt schon" flüstere ich. Und tief in mir, meldet sich das kleine Kind, die Tochter, die ich immer noch bin. Ja, ich will es versuchen, ich weiß irgendwann werde ich auch ihn aus vollster Überzeugung Dad nennen können.

„Es gibt so Einiges, was dir deine neuen Freunde gesagt haben, was du eigentlich nicht wissen solltest. Aber ich denke, du bist alt genug. Ich hoffe Renée versteht, dass ich es dir erzähle."

Und er fängt an, von ihm und Mom zu erzählen. Wie glücklich sie waren, wie verliebt und wie schnell und überstürzt sie heirateten. Dann kam ich, und Charlie war überglücklich. Aber Mom wurde immer unruhiger. Irgendwann sagte sie ihm, dass sie hier nicht mehr leben könne. Doch Charlie war zu fest in Forks verwurzelt, hatte gerade eine Stelle als Polizist hier bekommen. Er nahm sie nicht ernst. Doch sie ging ohne ihn, nahm mich mit und ließ ihn mit einem gebrochenen Herzen zurück.

Alle in Forks tratschten damals, so wie heute. Mrs. Mallory war wohl schon immer in ihn verliebt, bereits als Teenager. Aber als er Mom heiratete, nahm sie den erstbesten Mann, den sie finden konnte, heiratete ihn und bekam ein Kind – Lauren. Mrs. Stanley, die Mutter von Jessica, war all die Jahre ihre beste Freundin und unterstützt sie bis heute bei den Versuchen, sich an Charlie ranzuschmeißen, und das obwohl sie immer noch verheiratet ist.

Mrs. Weber war schon immer eine Freundin von Mom, sie war nur wenige Jahre älter und hielt auch in der schwierigen Zeit, als Mom Forks verließ, zu ihr. Doch nachdem Mom Phil kennen lernte, brach der Kontakt ab. Selbst heute noch ist die Stadt gespalten, was die Meinung der Leute über Renée betrifft. Viele denken, Charlie wisse nicht, was getratscht wird, doch er ist der Chief of Police, er weiß was hier los ist.

„Aber ich habe es aufgegeben, dagegen zu kämpfen. Es würde Einige nur noch mehr in ihrer Meinung bestätigen. Es tut mir Leid, dass es jetzt auf deinem Rücken ausgetragen wird. Doch glaube mir, deine Mutter hat mich nie betrogen, Bella, dafür hat sie mich zu sehr geliebt. Leider wirst du dieses Gerücht noch öfter hören, aber du darfst es nie glauben. Versprich es mir!" Damit endet er seine Geschichte, sieht mich lange und eindringlich an.

„Ja, ich weiß. Sie spricht nur gut von dir."

„Phil ist der Richtige für sie, ich fühle es jedes Mal, wenn wir sprechen. Und sie hat ja noch deinen Bruder dazu bekommen, eine richtige Familie. Ich bin ihr nicht böse, ich war es nie. Ich komm jetzt damit klar, es geht mir besser. Aber versprich mir, dass du bei Lauren aufpasst. Sie ist genauso falsch, wie ihre Mutter. Die anderen Kids sind ok, denke ich. Gott sei Dank hat Mr. Stanley es geschafft Jessica etwas Vernunft zu vermitteln."

Schweigend sitzen wir am Tisch, unsere Teller sind schon lange leer. Beide hängen wir unseren Gedanken nach. Nachdem Charlie ihn erwähnt hat, sind meine Gedanken wieder bei Damon. Irgendwie habe ich das Gefühl, als wäre er ganz nah. Doch das ist bestimmt ein Irrtum, er ist Meilen weit weg in Newberg. Ich zwinge mich an etwas anderes zu denken. Plötzlich fällt mir etwas ein, was ich Charlie schon lange fragen wollte:

„Charlie, sag mal, wann hast du das letzte Mal gekocht? Ich habe kaum Kochgeschirr in deinen Schränken gesehen, und ich kann mich nicht erinnern, dich jemals irgendetwas anderes außer Fisch braten gesehen zu haben."

„Bells, also, nun ja, eigentlich kann ich überhaupt nicht kochen.", stammelt er verlegen. „Das ist Ok, Mom kann es auch nicht. Ich habe zuhause auch immer für uns gekocht, dann kann ich es hier doch auch übernehmen." „Ist das wirklich ok für dich, Bella?" „Ja klar."

Ich werfe einen Blick auf meine Uhr. Es war mittlerweile 17:30 Uhr. Wir saßen tatsächlich schon zwei Stunden hier drinnen.

„Also, wenn wir heute noch einkaufen wollen, müssen wir langsam los. Ich hab morgen schließlich Schule und muss noch Hausaufgaben machen." „Ihr habt am ersten Tag schon Hausaufgaben bekommen?" „Tja, das heißt wohl willkommen auf der High School!"

Charlie bezahlt unser Essen, dann gehen wir zum Streifenwagen und fahren zum Supermarkt. Schnell bemerke ich, dass er gar keine Ahnung hat, was man so alles braucht.

Wovon bitte hat er sich die ganzen Jahre ernährt?', schießt mir dieselbe Frage wie am Morgen in den Kopf. Also übernehme ich den Einkauf, lasse ihn einfach den Wagen schieben und das Essen bezahlen. Ich habe natürlich auch daran gedacht, alles an Kochgeschirr und ähnlichem zu kaufen, was ich bei meiner morgendlichen Erkundung der Küche vermisst habe. Schließlich ist alles im Auto verstaut. Mittlerweile ist es nach 18:00 Uhr, und ich merke langsam, wie der Tag an meinen Reserven gezerrt hat. Ich bin definitiv fertig.

„Charlie, kannst du mich am Revier absetzten, ich muss noch mein Rad holen.", frage ich ihn trotzdem und versuche, ein Gähnen zu verstecken. Abwägend mustert er mich von der Seite, scheint aber meinen sturen Kopf ziemlich gut zu kennen. Also versucht er nicht zu diskutieren und hält direkt neben meinem Rad.

„Aber fahr bitte nicht durch den Wald, es ist schon dunkel und ich will nicht noch einen Suchtrupp nach dir losschicken müssen, weil du dich verirrt hast oder gefallen bist."

„Ok, mach ich. Dann bis nachher.", verabschiede ich mich von ihm.

Müde steige ich auf mein Rad und fahre los. Doch irgendwie habe ich das Gefühl, beobachtet zu werden. Ich kann nichts um mich herum hören oder sehen, aber langsam wird es unheimlich. Ich fühle mich nicht wirklich bedroht, kann das ungute Gefühl aber nicht abschütteln. Als ich um eine Kurve biege, schreie ich erschrocken auf.

Mitten auf der dunklen Straße vor mir steht eine Gestalt.

A/N: Tja, wer mag das wohl sein? Wer das Kapitel genau gelesen hat, könnte es ahnen.

Ich habe darüber nachgedacht, euch einen Preview für das nächste Kapitel zu geben. Also, wer den möchte, kann es einfach in einer mail an mich oder im Review schreiben. Ich schicke es demjenigen dann zu.

Wann das nächste Kapitel kommt, weiß ich nicht genau. Entweder Mitte oder Ende nächster Woche.