Nick folgte Natalie noch immer, als sie schließlich in der Pathologie ankamen. Er fühlte sich wie ein besserer Chauffeur und Leibdiener denn als ein tatsächlicher Partner.
Natalie dagegen schien sich sehr wohl zu fühlen in der Rolle, die sie sich selbst zugedacht hatte. Noch etwas, was Nick bitter aufstieß.
Er war immer noch nicht hinter alles gekommen, was in dem letzten Fall, in dem sie beide aufeinander getroffen waren, tatsächlich passiert war. Aber er wußte, daß es in ihrer Verantwortung gelegen hatte, auf die von ihr mitgebrachten Agenten aufzupassen. Statt dessen aber war einer ihrer Männer auf ihn losgegangen, nachdem er sich als Reaper geoutet hatte. Nick wäre beinahe getötet worden, hätte Monroe nicht eingegriffen. Allerdings hatte der Kampf mit zwei Reapern verhindert, daß Nick den Fall schnell lösen konnte. Statt dessen war er selbst in Gefahr geraten, entführt worden und wäre in dem Lagerhaus, in dem man ihn und das Schmiedeglück Madeleine gefangen gehalten hatte, beinahe verblutet. Natalie, statt ihm zu helfen, hatte sich das Schmiedeglück gegriffen und war verschwunden, während Monroe sein Leben einmal mehr gerettet hatte.
Nick verzog unwillig das Gesicht.
Lieber würde er mit sonstwem aufteamen als mit ihr. Seinetwegen sogar mit dem FBI. Diese beiden Agents, die ihn verhört hatten nach dem Kampf mit dem Mauvais Dentes zum Beispiel. Blödmänner, alle beide, aber zumindest nicht dermaßen egozentrisch wie Natalie Furlong.
Unwillkürlich kam Nick die Frage in den Sinn, wie es wohl um Caroline gestanden hatte. Ob die wie ihre Cousine gewesen war? Stöckelte Natalie auch des Nachts im kleinen Schwarzen durch Washington auf der Suche nach einem Abenteuer?
Nick war sich bewußt, daß er sie noch immer nicht lesen konnte. Nicht wie normale Menschen oder die meisten Wesen. Natalie hatte irgendwo irgendwann gelernt, ihre zweite Gestalt zu verbergen, so daß es ihm erschien, als würde er ihr Gesicht wie durch einen Schleier sehen. Nur wenn sie es zuließ war er fähig, hinter den Schleier zu sehen.
Ein Lindwurm, jetzt wohl einer der letzten. Das war Natalie Furlong.
Nick hatte in den Aufzeichnungen nachgelesen, oder besser Monroe übersetzen lassen, weil das meiste über Lindwürmer einmal mehr in deutsch verfaßt war. Was der Blutbad ihm erzählt hatte stimmte tatsächlich. Lindwürmer waren die ersten Wesen gewesen, mit denen die Grimm zusammenarbeiteten. Als passierte, worüber seine Mutter ihn aufgeklärt hatte in ihrem Grimm-Geschichte-für-Dummies-Unterricht, waren die Grimm tatsächlich schon seit einiger Zeit damit beschäftigt gewesen, Lindwürmer und Menschen voneinander fernzuhalten. Leider nicht sonderlich erfolgreich – oder vielleicht auch Gott sei Dank. Wenn Natalie wirklich ein Paradebeispiel für ihre Art war wie Monroe behauptet hatte, dann war es vermutlich das beste, was je hatte passieren können, daß ihre Art den Weg alles Irdischen ging.
Nein, rief Nick sich zur Ordnung. Es war nicht gut, wenn Wesen-Rassen ausstarben. Es konnte nicht richtig sein. Jedes Lebewesen hatte seinen Platz und seine Bestimmung.
Nick folgte Natalie in die Pathologie hinein und nickte dem Gerichtsmediziner zu, der am Tatort gewesen war in der Nacht. Also waren die Schichten hier ebenso mörderisch wie seine, seufzte etwas in ihm.
Natalie lief immer noch zielstrebig vor ihm her. Einen Moment lang wunderte Nick sich, dann aber rief er sich in Erinnerung, daß sie das Gebäude kennen mußte, war es doch beim letzten Fall doch zu einigen Toten gekommen.
Vor der nächsten Tür schließlich stoppte die Lindwurm und … klopfte an.
Nick hob überrascht die Brauen. Er rechnete bei ihr mit allem, aber sicher nicht mit Höflichkeit. Dabei mußte er auch zugeben, sie war anderen gegenüber höflich, nur mit ihm tat sie sich offensichtlich schwer – und er vermutete zumindest, daß es daran lag, daß er eben ein Grimm war und sie es offensichtlich gewohnt, in Grimm keine Gefahr zu sehen wie die meisten anderen Wesen, die er getroffen hatte.
Warum hatte Renard ihn ausgerechnet mit ihr zusammengesteckt? Der Captain mußte doch wissen, daß diese Partnerschaft nicht gutgehen konnte.
Natalie trat in den Raum und brachte es sogar fertig, die Tür geöffnet zu lassen, so daß auch er hineinschlüpfen konnte.
Amy Parker, die leitende Gerichtsmedizinerin, erwartete sie beide. Sie sah mindestens so überrascht aus wie Nick genervt war, als sie erkannte, wer da in ihren Untersuchungsraum kam.
„Agent … ich freue mich, Sie wiederzusehen." Parker lächelte.
„Ganz meinerseits, Doktor." Natalie reichte der Pathologin die Hand.
Nick blieb für eine Sekunde der Mund offen stehen, ehe er an Amys Seite trat und sie ebenfalls begrüßte.
„Ich dachte, ich sei durch mit dem Fall. Die letzten Tests werden noch bearbeitet, aber ich erwarte nichts davon", wandte die Pathologin sich ratlos an ihn.
Nick nickte und beugte sich leicht vor. „Special Agent Furlong ist eine Angehörige der Toten und möchte sie sehen", erklärte er im vertraulichen Ton.
Natalie bedachte ihn mit einem langen Blick, dann kreuzte sie genervt die Arme vor der Brust und seufzte.
Amy sah zu der Lindwurm hinüber und machte „Oh!". Dann rief sie sich zur Ordnung. „Natürlich, Agent Furlong. Aber … ich glaubte es wäre besser, wenn Sie nicht ..."
„Ich bin die leitende Ermittlerin in einer Reihe von Serienmorden", fiel Natalie ihr ins Wort. „Ich habe jedes Recht zu kontrollieren, ob diese Leiche eine weitere ist, die der Killer hinterlassen hat oder nicht."
Nick preßte die Lippen aufeinander und stopfte die Hände in die Taschen seiner Jeans, um sie nicht zu Fäusten zu ballen. Konnte der Hinweis darauf, daß das ganze nicht ganz offiziell werden durfte, nicht etwas dezenter ausgesprochen werden?
Amy sah ihn an und er konnte nichts anderes als mit den Schultern zu zucken.
„Mein … herzliches Beileid zu Ihrem Verlust", kondolierte die Gerichtsmedizinerin. Doch es war ihr klar anzusehen, wie verwirrt sie war.
Natalie nickte. „Wo ist sie?" fragte sie.
„Natürlich." Amy trat an eine der Bahren und schlug das Laken weit genug zurück, daß der Kopf des Leichnams freilag. „Caroline Furlong."
Nick beobachtete Natalie. Die holte einige Male tief Atem und straffte sichtlich die Schultern. Ihr Gesicht erstarrte zu einer unleserlichen Maske, als sie schließlich an die Bahre herantrat und sich den Leichnam betrachtete.
Kannte diese Frau überhaupt irgendeine menschliche Regung, kam es dem Grimm in den Sinn, während er wieder an Amys Seite trat, Natalie noch immer im Auge behaltend.
Die Lindwurm sah auf das Gesicht des Leichnams hinunter und nickte. „Das ist sie", kommentierte sie, schlug dann das Laken weiter zurück.
Amy öffnete den Mund und wollte offensichtlich Einhalt gebieten, doch Nick griff nach ihrem Arm und schüttelte stumm den Kopf.
Natalie wollte es so, dann sollte sie es auch bekommen. Ganz wie Renard es befohlen hatte.
Die Lindwurm schien sich zu versteifen, als sie die Wunde quer über dem Bauch ihrer Cousine sah, dann einen der blaßen Arme aus dem Laken befreite und einen der Stümpfe betrachtete. Ihre Kiefer spannten sich an, entspannten sich dann wieder, das einzige sichtbare Zeichen einer Regung.
Schließlich trat das Wesen von der Bahre zurück. Ihre Brust hob und senkte sich sichtbar, als sie mehrmals tief Atem holte. Als sie aufblickte meinte Nick, im kalten Licht der Leuchtstoffröhre Tränen in ihren Augen zu sehen, doch ihr Gesicht blieb wie zu einer Maske erstarrt.
„Es war der Collector", erklärte die Lindwurm endlich und zwinkerte einige Male. „Haben Sie sonst noch etwas gefunden?"
Amy schüttelte erst den Kopf, dann aber nickte sie. „Ja, als wir die … als sie entkleidet wurde haben wir etwas gefunden. Allerdings sind wir uns nicht sicher, ob es vielleicht der Regen unter dadie Leiche gespült hat", antwortete sie.
Nick horchte auf. „Was denn?" fragte er.
Amy wandte sich zu dem kleinen Instrumentenwagen und gab Nick dann einen durchsichtigen Beweismittelbeutel.
Der Grimm betrachtete sich den Inhalt. Auf den ersten Blick glaubte er, eine weitere Münze gefunden zu haben, dann aber wurde ihm klar, daß es ein geprägter Knopf war.
„Zeigen Sie mal her", sagte Natalie im befehlenden Ton und streckte ihm die Hand hin.
„Der Knopf ist noch nicht untersucht worden", erklärte Amy. „Ich wollte ihn gleich zur Forensik bringen. Aber ich glaube nicht, daß das etwas bringen wird. Der Regen dürfte so ziemlich alle Beweise abgewaschen haben."
Nick reichte den Beutel an Natalie weiter. „Aber der Knopf an sich ist auffällig", entgegnete er. „Ich kann mir nicht vorstellen, daß es viele wie ihn gibt."
„Deutsche Prägung", erklärte Natalie in diesem Moment. „Wenn ich mich nicht irre, könnte er von einer Joppe stammen, wie sie oft zu Trachten getragen werden."
Nick sah die Lindwurm überrascht an. „Eine Tracht? Eine deutsche Tracht?" wiederholte er.
„Nicht unbedingt deutsch. Es gibt viele Regionen in Europa, in denen Trachten zu bestimmten Anläßen getragen werden", antwortete Natalie. „Wir nehmen ihn mit und geben ihn selbst ab. Ist das okay für Sie?"
Amy nickte. „Natürlich."
Nick sah Natalie forschend an, doch die ließ sich nicht anmerken, was sie möglicherweise geplant hatte oder nicht.
„Sonst noch etwas?" erkundigte die sich statt dessen.
Amy schüttelte den Kopf. „Nichts gravierendes. Sie hatte wohl vor ihrem Tod ein oder zwei Gläser Sekt getrunken, die letzte Mahlzeit war ausgewogen. Allgemein war sie in einem wirklich guten gesundheitlichen Zustand."
Natalies Kiefermuskeln spannten sich wieder an. „Brauchen Sie noch etwas?" fragte sie dann. „Proben? Gewebe? Blut?"
Amy wechselte einen Blick mit Nick. „Nein,", antwortete sie schließlich. „Warum?"
„Weil, wenn die Leiche freigegeben ist, ich die Überführung nach Europa veranlassen werde. Dort sind alle meiner Familie begraben und … und Caroline sollte auch in der Familiengruft ruhen", antwortete sie.
Amy und Nick wechselten einen weiteren Blick.
„Eine Überführung ist ziemlich teuer", merkte der Grimm an.
„Darum wird sie eingeäschert. Und deshalb … deshalb ..." Natalie holte tief Atem, ehe sie fortfuhr: „... deshalb meine Frage nach noch benötigten Proben."
„Ich … wir geben Ihnen Bescheid, sobald wir die Leiche freigeben, Agent", erklärte Amy mitfühlend. „Es tut mir wirklich leid um Ihren Verlust."
Natalie nickte nur, die Augen noch immer auf die Leiche ihrer Cousine gerichtet. Dann blickte sie schließlich auf, ein kaltes Feuer in den Augen. „Ich denke, wir sind dann fertig hier? Detective Burkhardt?"
Nun war es an Nick, die Kiefermuskeln anzuspannen. Er verabschiedete sich mit einem Lächeln von Amy und folgte Natalie dann wieder hinaus.
Draußen vor der Tür holte die den Beutel mit den Knopf wieder hervor und öffnete ihn ungeniert.
„Was zum Kuckuck... ?" Nick wollte nach dem Beutel greifen, doch Natalie wandte sich ab und atmete erneute tief ein.
„Wenn Sie das tun, machen Sie den Beweis unbrauchbar", kommentierte Nick mit kalter Stimme. „Falls der Knopf zum Killer gehört ..." Er stockte, als er sah, wie sie den Mund öffnete, den Beutel an ihre Lippen hielt und tief einatmete.
„Was machen Sie da?" fragte er irritiert.
„Riechen", antwortete sie zwischen zwei weiteren Atemzügen, dann hob sie den Beutel und betrachtete ihn stirnrunzelnd, während sich ihre Kiefer bewegten und sie einige Male sichtbar schluckte.
„Blut, vermutlich Carolines", kommentierte sie schließlich mit geschlossenen Augen, „und eine Spur von … Cardamon und Moschus. Ein letzter Rest Hautsäure …" Sie stockte. „Das ist besonders!" Sie schloß die Augen wieder und begann ihre eigenartige Vorstellung von vorn.
Nick starrte sie entgeistert an. „Was machen Sie da?" fragte er schließlich irritiert.
„Ihr Partner erzählt Ihnen wohl nicht alles, was. Ich rieche und analysiere", kam die kühle Antwort.
Nick erinnerte sich. Bevor sie abgereist war hatte er sie mit Monroe zusammen aufgesucht, weil er hatte wissen wollen, was tatsächlich passiert war. Eine echte Antwort war sie ihm noch immer schuldig, aber zumindest hatte sie sich ihm gegenüber offenbart. Damals hatte sie, als Monroe und er in ihre Nähe kamen, etwas ähnliches getan.
„Diese Hautsäure ist eigenartig", stellte Natalie fest. „Sie schmeckt nicht wie normale."
„Vielleicht ein Dämonfeuer?" wandte Nick ein.
Sie sah ihn überrascht an, schüttelte dann aber den Kopf. Natürlich schüttelte sie den Kopf, weil eben alles, was er vorbrachte falsch sein mußte.
Nick starrte sie an. „Was dann?"
„Das müssen wir herausfinden", erklärte sie.
„Ich denke, wir beide müßten zu allererst herausfinden, was wir voneinander zu erwarten haben", entgegnete er mit starrem Blick.
Natalie hob die Brauen. „Was sollen wir denn voneinander erwarten? Ehrlich gesagt, das einzige, was ich von Ihnen erwarte, Grimm Burkhardt, ist daß Sie danebenstehen und zusehen, wie ein richtiger Fall gelöst wird. Mit Können, nicht durch Zufall!"
„Ich weiß sehr genau, was ich tue!" entgegnete Nick sofort. „Ich bin kein Chauffeur, Special Agent Furlong! Keine Ahnung, was Renard geritten hat, aber diese Partnerschaft findet schlicht nicht statt! Ich wäre bereit gewesen, mir das ganze zumindest anzusehen, WENN Sie mit teilhaben lassen würden! Das tun Sie aber nicht!"
„Warum sollte ich?" fragte sie mit geneigtem Kopf. „Das hier ist eine Nummer zu groß für Sie, BabyGrimm. Sie sollten diesen Fall besser den Erwachsenen überlassen."
Nick trat drohend noch einen Schritt näher. „So wie beim letzten Mal, wie? Vielleicht finde ich doch eines Tages heraus, daß Sie Harrison rausgeschickt haben in die Tannenschonung, wer weiß?" Ein kaltes Lächeln ließ seine Mundwinkel ein kleines Stück himmelwärts wandern.
Natalie sah ihn forschend an und trat tatsächlich einen Schritt zurück. Irritiert musterte sie ihn, öffnete dann den Mund und sagte: „Wow!"
Wenn Nick nicht sicher gewesen wäre, daß da noch eine Gemeinheit hinterherkam wäre er vielleicht geschmeichelt gewesen. Aber er wußte, so leicht würde er es mit ihr nicht haben …
„Wenn Sie diese Zusammenarbeit wollen, dann findet sie auch als Team statt. Sie werden mich nicht außen vor lassen, Special Agent Furlong!" fuhr er fort.
Natalie nickte und betrachtete ihn immer noch staunend.
„Was?" machte Nick schließlich und zuckte mit den Schultern.
„Hieß Ihr Vater Reed?" fragte Natalie zögernd.
Nick stutzte. „Was hat das jetzt mit dem Fall zu tun?"
„Nichts", Natalie schob die Unterlippe vor, während sie den Kopf schüttelte. „Reed Burkhardt?" wiederholte sie.
Nick atmete durch die geblähten Nasenflügel aus und nickte. „Reed war mein Vater, Kelly hieß meine Mutter", antwortete er. „Zufrieden? Wollen Sie auch noch wissen, wie sie umgekommen sind? Wieviel Uhr es war, auf welcher Straße es passierte?"
„23. März 1994, nachts um drei auf der 9G Richtung New York City." Natalie riß die Augen auf, als ihr klar wurde, was sie da gerade gesagt hatte.
Nick wich das Blut aus dem Gesicht. „Wie bitte?"
Natalie öffnete den Mund, schloß ihn dann wieder und wandte sich ab. „Wir müssen los. Ich muß zum Revier zurück", sagte sie statt zu antworten.
Nick griff nach ihr, zuckte dann aber zurück und kniff statt dessen wütend die Lippen aufeinander. „Finde ich jemals heraus, daß Sie das hier irgendwie inzeniert haben, Agent Furlong, können Sie sich von Ihrem Kopf verabschieden", knurrte er.
Doch sie antwortete nicht, sondern drängte sich an ihm vorbei zu seinem Truck.
Nick brauchte einige weitere tiefe Atemzüge, ehe er sich weit genug beruhigt hatte, ihr zu folgen. Dann marschierte er an ihr vorbei zur Fahrertür, schloß auf und stieg ein, und war wirklich einen Moment lang versucht, sie am Straßenrand stehen zu lassen, ehe er dann doch die Beifahrertür von innen entriegelte.
Natalie stieg ein, hielt den Beweismittelbeutel mit dem Knopf in den Händen und starrte vor sich hin, sagte aber nichts mehr.
Nick konnte das nur recht sein …


Er beobachtete sie beide, den Grimm und die andere.
Erstaunlich, wie schnell diese Royals an einen Ort gelangen konnten, wenn es sie irgendwie persönlich betraf …
Und der Grimm?
Also war es doch wahr, die alten Legenden um die geschützte Art. Er wunderte sich allerdings, warum ihm dieser Grimm nicht schon in Washington aufgefallen war, als er sie und die andere beobachtet hatte.
Es würde keinen Unterschied machen. Er war nicht an dem Grimm interessiert. Solange der ihn in Ruhe ließ würde er ihn in Ruhe lassen. Einfache Rechnung.
Und sie?
Ein kaltes Lächeln erschien auf seinen Lippen.
Sie bot sich doch geradezu dar, warum also sollte er nicht zugreifen? Aber er würde es tun, wenn sie es am wenigsten erwartete.
Er wollte sich gerade wieder ins Leichenschauhaus zurückziehen, als etwas seine Aufmerksamkeit erregte. Stirnrunzelnd sah er zur Straße hinunter und beobachtete dort ein Taxi, das gerade losfuhr. Nur saß am Steuer kein Mensch …
Er knurrte leise.
Wehe, dieses Wesen würde ihm seine Beute wegschnappen! Er würde sich notfalls auch noch mit ihm anlegen, wenn es sein mußte.
Vielleicht aber auch nicht, rief er sich selbst zur Ordnung. Vielleicht hatte er gerade einen Verbündeten gefunden?
Er sollte dem Nuckalevee besser folgen und sehen, ob man sich vielleicht einigen konnte …