Die nächsten Testversuche in Bezug auf meine Luftbändigerkräfte brachten rein gar nichts.

Nada.

Zero.

Null.

Trotzdem sah ich Dad und Tenzin bei ihrem Training zu. Inzwischen sind zwei langweilige Monate vergangen seit diese Männer die Insel angegriffen haben und ich hatte immer nur die Bewegungen nachgemacht.

Lasst mich euch eins sagen: Langweilig!

Es wunderte mich selbst, dass ich nicht schon aufgegeben hatte.

Heute hatten die zwei wieder Theorie. Dad erzählte ihm die ganze Zeit irgendwas aus seiner Jugend. Wie die Luftnomaden damals waren und so. Das war sogar noch langweiliger, aber diesmal versuchte ich zuzuhören. Hatte ich schon mal versucht, war aber eingeschlafen.

Fast wäre ich auch dieses Mal eingeschlafen, doch plötzlich wurde ihr Gespräch interessant.

„Tenzin, was ist denn los? Du bist so unkonzentriert.", bemerkte mein Vater.

Mein kleiner Bruder seufzte „Es tut mir leid. Es ist nur…ich vermisse Kya und Bumi. Sie nerven zwar, aber mit all dem Training sehen wir uns so selten."

Das ließ mich wacher werden.

Er sah ihn nachdenklich an „Naja, ich denke für heute können wir eine Pause machen."

Tenzin sah ihn überrascht an „Ehrlich?"

„Natürlich. Genieß deine Kindheit. Abgesehen davon deine Gefühle können dein Bändigen blocken."

Sein Sohn runzelte die Stirn „Wirklich?"

„Um zu bändigen musst du im Einklang mit dir selbst sein. Andernfalls könntest du eine Blockade entwickeln.", lehrte Dad ihn und klang dabei besonders weise.

„Davon habe ich noch nie gehört.", meinte Tenzin erstaunt.

Dad zuckte mit den Schultern „Du lernst ja noch. Jetzt geh spielen."

Noch nie hatte mir jemand befohlen spielen zu gehen, aber Tenzin sprang auf, als hätte er nur darauf gewartet.

Nun, das war eine interessante Stunde. Ich musste unbedingt darüber nachdenken, aber jetzt würde ich erst mal zu meinen Geschwistern gehen.


Es dauerte echt lange bis ich dahinter kam, was genau er gemeint hatte. Es verging ein ganzes Jahr. Es war zu der Zeit, als wir erst wirklich mitbekamen, was unser Vater bereits geleistet hatte. Unsere Eltern erzählten uns ihre Geschichte.

Ein paar besonders schwierige Stellen waren Zukos Entscheidungen. Wie er ein Feind war, bevor er sich Team Avatar anschloss.

Irgendwann fanden wir auch heraus, dass es eine Zeit gab, als Zuko und Dad nicht Feuer bändigen konnten.

Es war Zukos Entscheidung zum Team Avatar zu wechseln. Sein Antrieb war nicht mehr Wut, sondern den Wunsch zu helfen und Friede über sein Land zu bringen.

Sein innerer Kern hatte sich verändert und brauchte Hilfe beim Anpassen.

Bei unserem Dad war es eine völlig andere Geschichte gewesen. Er hatte bereits zuvor versucht Feuer zu bändigen und es ging schief. Von diesem Zeitpunkt an, schwor er sich nicht mehr Feuer zu bändigen, aber als Avatar musste er es tun. Dad hatte jedoch Angst und brauchte Hilfe Mut zu finden.

Aber keiner wollte uns sagen, wie sie wieder bändigen konnten. Das war deprimierend. Unsere Eltern sahen sich nur schmunzelnd an und Mom sagte:
„Mit einem tanzenden Drachen."

Wir drei schmollten.

Kya verschränkte bockig die Arme „Dann sagt es uns halt nicht."

Aus irgendeinen Grund lachten sie.

Also war ich immer noch nicht wirklich näher an der Antwort, obwohl ich jetzt sagen konnte, dass es an meiner Verbindung zu Dad lag.

Ich verband Luft mit Dad und er war ja nie da. Und dass er lieber Tenzin Unterricht im Luftbändigen gab, machte es auch nicht besser.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich nie mit der Philosophie der Luftbändiger anfreunden konnte. Und diese Farben erst! Es mag sein, dass Dad und Tenzin irgendwie gut darin aussahen, aber ich werde die Dinger nie in meinem Leben anziehen!

Eine andere Alternative war natürlich, dass ich mir alles nur eingebildet hatte, aber das war zu einfach.

Jetzt musste ich nur noch rausfinden wie ich die Blockade lösen sollte.

Eigentlich war ich nicht so der Nachdenktyp, aber ich hatte keine andere Wahl. Wenn ich mich einmal in etwas verbissen hatte, würde ich nicht so einfach loslassen.

Also dachte ich nach…

Und dachte nach…

Und dachte nach…

Und dachte nach…

Und dachte nach…

Und irgendwann kam mir die Idee ich sollte mit jemanden darüber reden. Das war natürlich eine schwachsinnige Idee, da ich nicht wollte, dass es jemand mitbekam, aber es war meine einzige Idee und nachdenken machte mich hungrig.

Also überlegte ich wer dafür in Frage kam, der mir helfen konnte und der nicht sofort misstrauisch wurde.

Natürlich konnte ich weder mit Mom, Tenzin, Dad oder Kya reden.

Sokka war zwar misstrauisch, aber auch ne Quasselstrippe, wusste leider nur nichts über Bändigerkräfte oder Daddyprobleme dieser Art. Also fiel der weg.

Toph hatte Probleme mit ihren Eltern, nicht die Sorte, die ich hatte, aber sie stand zur Wahl. Leider war sie ein wandelnder, misstrauischer Lügendetektor. Sie war auch raus.

Onkel Iroh sprach immer in Rätseln und dann stände ich wieder am Anfang.

Zuko hingegen war beinah perfekt. Er war zwar auch misstrauisch, aber manchmal naja… auf der emotionalen Basis (mit Umarmungen und Danke und so was) war er ein wenig unbedarft. Trotzdem war ich mir sicher, er könnte mir bei meinem Problem helfen. Sein Vater hatte ja auch ein Lieblingskind gehabt und Zuko war sicher nicht das Lieblingskind. Onkel Zuko befreite sich aber und ging seinen eigenen Weg. Natürlich wusste ich, dass ich Dad nicht mit Ozai vergleichen konnte oder sollte, aber es war nun mal so, dass beide ein Lieblingskind hatten.

Aber bei dem Thema wusste ich nicht wie ich anfangen sollte. Ich war ja noch nie auf den Mund gefallen, aber das Thema war persönlich. Naja, irgendwas wird mir noch einfallen.

Jetzt musste ich nur noch warten bis wir ihn endlich wiedersahen.

Wie es sich rausstellte dauerte es nicht so lang wie erwartet.

Little Miss Feuerprinzessin wurde 13, was Onkel Zuko als Vorwand nahm, alle einzuladen.

Das war unser erster gemeinsamer Ausflug, der sich nicht um Politik drehte und wir waren alle aufgeregt. Besonders Kya und ich.

Für Izumi, Zukos Tochter, bedeutete das unsere Eltern würden in Erinnerung schwelgen und sie würde mit den ‚Kindern' sitzen. Da wären Lin, Kya, Tenzin und ich. Suyin hingegen war noch zu jung und saß bei ihrer Mutter.

Ich war inzwischen zehn, Kya würde nächsten Monat acht und Tenzin war kein Jahr davon entfernt sechs zu werden. Lin war sogar noch ein Jahr jünger als unser kleiner Luftikus.

Zumindest war ich froh, endlich mit Zuko sprechen zu können. Ich hatte mich dazu entschieden, die Fragen spontan anzugehen. Irgendwas würde mir schon einfallen.

Ich musste ihn nur noch irgendwann alleine abpassen und möglichst kurz bevor wir abreisen, damit er nicht länger darüber nachdenken kann. Wollte ja nicht, dass er mich doch noch ausfragte.

Nach einer zweitägigen Reise auf dem Himmelsbison kamen wir endlich an...


Cliffhanger :D

Cliffhanger sind toll, oder? :D :D

Lasst mich wissen, wie es euch gefällt

LG

Sunny Freedom