Disclaimer: Die Figuren und Handlungsorte gehören alle Frau Rowling, ich verdiene kein Geld mit ihnen und leihe sie mir nur aus.

Falls euch irgendwelche Fehler auffallen, wäre ich euch dankbar, wenn ihr sie mir schreiben würdet…

Viel Spaß!

Lily stand vor den zahlreichen Bücherregalen der Bibliothek und überlegte, wo sie anfangen sollte. Wo fand man am ehesten etwas über einen Schlüssel, der fliegen konnte?, fragte sie sich selbst in einem leicht ironischem Ton. Besagter Schlüssel hing um ihren Hals, gut getarnt unter dem schwarzen Umhang.

Die Bibliothek war nicht so still wie sonst. Von überall hörte sie leise Stimmen, was sie etwas verwirrte. Warum sagte Madam Pince nichts dazu, wo sie doch sonst immer gleich aus der Haut fuhr?

Ein Schüler aus Ravenclaw beispielsweise nuschelte leise vor sich hin, zumindest glaubte Lily, dass es ein Nuscheln war: „Der Mist muss doch hier irgendwo drinnen stehen. Nun komm schon, finde es."

Lily suchte trotzdem weiter, es hatte sie noch nie gestört, wenn andere laut waren. Sie konnte sich sogar in der stets überfüllten Großen Halle konzentrieren und Hausaufgaben machen.

Sie zog ein Buch aus dem Regal, das den verlockenden Namen „Krimskrams, nützlich oder schrottreif?" trug, eventuell stand hier etwas Informatives drin. Sie schlug es auf, doch es klappte sich selbst sofort wieder zu und es erschien eine Notiz: „Wasch dir die Hände, Potter!"

„Oh wie freundlich, mittlerweile hacken sogar Bücher auf mir rum", beklagte sie sich und dachte wieder an die furchtbare Strafpredigt, die Professor Melodie erst letzten Freitag gehalten hatte. Sie hätte beinahe wieder Nachsitzen müssen, doch in jener Sekunde, als er anhob zu sagen: „Potter sie werden Nacharbeit machen." hatte die Stunde geendet und sie war hinausgestürmt.

Seufzend machte sie sich auf in Richtung Bad und betrachtete dabei ihre Hände, die ihrer Ansichten nach überhaupt nicht dreckig waren. Aber vielleicht hatte sich Peeves einen Spaß damit gemacht, sie zu ärgern.

Sie wusch sich schnell die Hände und verschwand zurück in die Bibliothek. Dort nahm sie jenes spottende Buch wieder zur Hand und setzte sich damit in einen Sessel am Fenster, das kaum Sonnenstrahlen durchließ.

Sie begann es eifrig durchzublättern, als sie plötzlich die Worte eines in der Nähe stehenden Slytherin vernahm: „Oh, es gibt an dieser Schule tatsächlich noch hübsche Mädchen."

Sie schaute verwundert auf und fragte nach: „Wie bitte?"

Der Junge drehte sich zu ihr und meinte mit unverkennbar ausländischem Akzent: „Ich habe doch gar nichts gesagt."

„Oh tut mir Leid.", entschuldigte sie sich und vertiefte sich wieder in das Buch.

„Aber du könntest mir helfen, jemanden zu suchen. Ich bin Austauschschüler aus Durmstrang. Aber derjenige, der mir die Schule zeigen sollte, war heute Morgen nach dem Frühstück unauffindbar."

„Wer sollte dich denn herumführen?"

„Ein gewisser Malfoy. Seinen Vornamen habe ich leider vergessen. Bist du mit ihm bekannt?"

„Ja.", sagte sie zähneknirschend. Jetzt würde sie ihn vermutlich zu Malfoy führen müssen, obwohl sie sich geschworen hatte, nur noch so wenig wie möglich mit diesem unsympathischen Typen zu tun zu haben.

„Weißt du zufällig, wo er ist?", fragte der Unbekannte vorsichtig.

„Ja, er trainiert mit seiner Mannschaft Quidditch, da sie ja gestern verloren haben." Sie konnte sich ein Lachen einfach nicht verkneifen und bedeutete ihm ihr zu folgen.

Sie gingen durch zahlreiche Gänge, und über insgesamt 5 Treppen, da war es nicht verwunderlich, dass der Fremde sich verlaufen hatte.

Irgendwann sagte er: „Mein Name ist übrigensArkadius Krum."

„Oh, der Sohn des berühmten Quidditchspielers Viktor Krum?"

„Ja. Und mit wem habe ich die Ehre?"

„Oh, tut mir Leid, mein Name ist Lily. Lily Luna Potter."

„Freut mich dich kennen zu lernen, Lily."

„Wie kommt es, dass du gerade nach Slytherin gekommen bist?"

„Es hat sich so ergeben. Meine Eltern haben einen Platz für mich gesucht und Slytherin nimmt wohl äußerst gern jemanden von unserer Schule an. Mein Vater meint, weil die Slytherins eher böse werden und auf meiner Schule die dunklen Künste gelehrt werden. Aber ich habe noch nicht viele Gemeinsamkeiten zwischen uns entdeckt."

Sie musste lachen. Aber es stimmte. Durmstrang hatte den Ruf böse Zauberer auszubilden und deshalb nahm meist nur Slytherin diese an, da es für die Neuen schwer gewesen wäre, die Vorurteile aus dem Weg zu räumen und sie vermutlich nur alleine gewesen wären. In Lilys Haus war zurzeit eine Schülerin aus Beauxbatons.

Sie erreichten das Quidditchfeld und Lily pfiff laut auf zwei Fingern, wobei sich alle Köpfe ihr zudrehten, doch sie schrie einfach nur: „Malfoy!". Dieser kam im Sturzflug heruntergerast und landete direkt vor ihr.

„Ja Potter?"

„Pass besser auf deinen Freund hier auf. Er wurde dir zugeteilt, also kümmere dich gefälligst um ihn." Sie drehte sich um und ging, doch er rief ihr etwas nach.

„An deiner Stelle, Potter, würde ich mich lieber um meine eigenen Angelegenheiten kümmern. Oder glaubst du etwa, dass du deinen Freund mit einer lächerlichen Viertelstunde jeden Tag halten kannst?" Verdammt, er hatte es schon wieder getan. Er wusste zu viel. Sie wandte sich halb um.

„Nun Malfoy, ich denke ich habe meinen Freund sehr gut im Griff, danke für deine gut gemeinten Ratschläge.", meinte sie hasserfüllt und der Satz tropfte nur so vor Sarkasmus. Doch Malfoy lachte nur und schwang sich wieder auf seinen Besen.

Dieser Junge machte sie verrückt, einfach nur verrückt. Sie war richtig wütend und kam laut stapfend in die Bibliothek zurück, wo Madam Pince sie erst einmal ermahnte, denn jetzt war es wieder mucksmäuschenstill. Wütend krallte sie sich wahllos irgendwelche Bücher und stöberte in ihnen herum.

Und wie durch ein Wunder fand sie den Schlüssel tatsächlich in einem dieser Bücher, doch leider nicht so, wie sie es erwartet hatte.

Sie ging langsam den Weg hinauf in den Mädchenschlafsaal. Es war nicht gerade ein erfolgreicher Tag gewesen. Oben angekommen verstaute sie den Schlüssel in ihrem Koffer und ging in die große Halle zum Abendessen. Ihre Freunde waren schon da und stritten sich lautstark.

„Was ist denn hier los?", fragte Lily die beiden.

„Er will nicht zugeben, dass er auf Gabrielle steht.", meinte Natasha mit einem boshaften Funkeln in den Augen.

„Ja, weil ihr euch dann über mich lustig machen würdet."

„Ha! Du hast es zugegeben."

„Nein, habe ich nicht. Aber es stimmt doch, dass ihr euch lustig machen würdet, nicht wahr Lily, egal ob es Gabrielle ist oder eine andere."

„Ja, aber wir sind deine Freundinnen, wir dürfen das. Sag mal Lily, wo warst du den ganzen Tag?", wandte sich Natasha schließlich ihr zu.

„Ich war in der Bibliothek."

„Wozu das denn?"

„Ich habe recherchiert."

„Wonach?" Mensch, heute wollten sie es mal wieder ganz genau wissen.

„Nach einem Weg, wie ich mein Quidditchspiel verbessern kann.", antwortete Lily und es war sogar ein Fünkchen Wahrheit dabei, denn als sie ernüchternd feststellen musste, dass sie über den Schlüssel nicht die ganze Wahrheit herausfinden konnte, hatte sie sich einen Quidditchführer genommen und sich etwas abgelenkt.

„Ach, das ist doch unsinnig, Lily, du musst dein Spiel nicht verbessern!"

„Ihr habt doch gesehen, wie ich gestern versagt habe oder wart ihr da nicht dabei?", fuhr sie auf.

„Schon, aber das kann jedem mal passieren und in ein paar Wochen wirst du es gegen Hufflepuff sicher besser machen."

„Aber Hufflepuff ist kein schwerer Gegner. Slytherin zu schlagen, das war mein Ziel.", sagte sie etwas zu ruppig. „Tut mir Leid, ihr könnt ja nichts dafür, aber es wird mich sicher noch lange verfolgen."

Kurz vorm Einschlafen kam ihr noch einmal in den Sinn, was sie über den rätselhaften Schlüssel gelesen hatte:

„Der Schlüssel des Herzens besitzt viele Kräfte, doch leider sind diese nicht genug erforscht, um sie als klare Tatsachen zu präsentieren. Es existieren nur noch wenige dieser Schlüssel, da die meisten zu alten Häusern gehörten, die von den Muggeln abgerissen wurden. Die Schlüssel wurden dann meistens eingeschmolzen, um aus ihnen hochwertigen Schmuck zu erzeugen. Ob dieser jedoch auch magische Kräfte hat ist zu bezweifeln."

Lily schüttelte unwillig den Kopf. Jetzt wusste sie auch nicht mehr als vorher.

Auf einmal regte sich ein leiser Zorn auf die Muggel, die die Schlüssel als wertlos angesehen hatten und damit verhindert hatten, dass die Zaubererwelt sie besser erforschen hätte können.

Sie drehte sich auf die andere Seite und rügte sich für ihre Gedanken: „Wie kannst du so schlecht von Muggeln denken? Mit dieser Einstellung würdest du perfekt nach Slytherin passen." Dann wanderten ihre Gedanken weiter zu Malfoy und sie schmiss sich erneut in ihrem Bett herum, als sie plötzlich Natashas Stimme hinter sich vernahm: „Lily, geht es die gut? Soll ich bei dir im Bett schlafen?"

„Ja, komm zu mir.", sagte sie und hob ihre Decke an. Als Natasha zu ihr ins Bett kroch, natürlich nicht, ohne sich vorher den Fuß an einem Bettpfosten zu stoßen, vergaß Lily ihre sinnlosen Überlegungen und schlief 2 Minuten später ein. Ihre Nacht wurde von wilden Träumen begleitet und sie war froh, dass immer wenn sie aus einem aufwachte, Natasha da war um ihr zu sagen, dass alles gut werden würde.