Am nächsten Tag konnten alle fünf sich einmal entspannen. Bene, Deka, Danny und Jammy waren am vergangen Tag von ihren Missionen zurückgekehrt und von ihren Meistern zu einigen Tagen Erholung verpflichtet worden. Jorreka hatte noch immer keinen neuen Meister und das würde sicher noch einige Zeit dauern. Somit konnten alle ihre Freizeit genießen, wenn sie wollten.

Aber das taten sie nicht. Nein, sie waren im Archiv und sahen sich alle Dokumente über die so genannten Grauen Jedi´ an, die es gab. Es stellte sich heraus, dass alle Jedi so bezeichnet wurden, die sich vom Orden abgewendet hatten oder aber von diesem verstoßen worden wurden.

„Also, das finde ich ja ganz schön dreist vom Rat, sich so sehr in ihre Regeln zu verbeißen, dass sie deswegen welche verstoßen und keine Veränderungen zulassen." Deka lehnte sich zurück, schüttelte seinen Kopf. Bene nickte. Dann aber erhob sich Jorreka und machte Anstalten, das Archiv zu verlassen.

„Wo willst du hin?" Danny sah ihn fragend an.

„Zum republikanischen Bürgerarchiv. Ich will mir mal ansehen, was über Palpatine bekannt ist. Vielleicht finde ich ja etwas." Der Zabrak sah seine Freunde an und diese nickten zustimmend. Bene erhob sich nun ebenfalls.

„Ich gehe mit. Ich wollte mir sowieso die Beine vertreten." Jorreka nickte ihr zu.

Zu zweit also verließen Bene und Jorreka das Archiv, durchquerten schweigend den Tempel und nahmen sich im Hangar einen blauen Speeder. Jorreka setzte sich auf den Fahrersitz und startete. Bene zupfte noch etwas an ihrer Robe herum. Als sie dann ihren linken Arm auf Jorrekas lehne platzierte und begann etwas denn Nacken zukraulen. Wenn Bene nicht aufpasste bekam ihr Meister etwas durch das Meister-Schüler Band in der Macht etwas mit. Doch schien Bene seine Gedanken erraten zu haben.

„Keine Angst, ich bin vorsichtig. Aber was meinst du? Ob wir wirklich die Daten erhalten, die wir haben wollen? Ich meine, wir wollen den kompletten Lebenslauf des Obersten Kanzlers haben." Bene sah weiter nach vorne in den Verkehr, während sie sprach. Ihre Stirn war leicht in Falten gelegt

„Ich denke, dass wird sich einrichten lassen. Wir sind Jedi und wenn der Kanzler nichts zu verbergen hat, dann wird er schon sämtliche Daten angegeben haben." Danach sagten beide kein Wort.

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Als beide im Bürgerarchiv der Republik angekommen waren, gingen sie zu einem der Droiden.

„Wir hätten gerne Informationen über den Obersten Kanzler Palpatine. Wenn das möglich ist."

„Einen Moment, die Dame und der Herr. Wir stellen die Informationen durch. Doch zuerst müssen Sie uns Ihre Personalien mitteilen." Nachdem Bene und Jorreka ihre Daten angegeben hatten, wurde ihnen nach wenigen Minuten ein Datapad überreicht mit den Informationen, die über Palpatine bekannt waren. Sie setzten sich auf eine der Bänke, die in der Eingangshalle standen. Als sich Jorreka alle Daten angesehen hatte, zog er die gehörnte Stirn in Falten.

„ Hier steht, dass er die Universität auf Coruscant besucht hat. Aber etwas weiter vorher steht, dass er aus ärmlichen Verhältnissen stammt, die gerade genug hatten, um zu leben. Er hat aber ein Stipendium beantragt. Jedenfalls steht das hier." Bene nickte und zeigte dann mit ihrem rechten Zeigefinger auf einen weiteren Eintrag.

„Guck mal, er hat die fünf Jahre Studium in einer Wohngemeinschaft gelebt, während er auf Coruscant war und einen Nebenjob hat er auch gehabt, um mögliche Nebenkosten zu decken. Geld hatte er also genug."

„Richtig, seinen Eltern sind Beide sind plötzlich bei einem Speederunfall in der Nähe von Theed ums Leben gekommen, als ihr Sohn gerade anfing, zu studieren. Der Gleiter ist aus ungeklärter Ursache ins Schleudern geraten und einen Hang hinunter gestürzt. Beide waren sofort tot. Palpatine erhielt ein geringes Erbe und das Haus seiner Eltern. Das ist aber ein halbes Jahr später bis auf die Grundmauern abgebrannt. Vermutlich Brandstiftung, konnte aber nicht bewiesen werden. Palpatine hatte das Haus darüber hinaus nicht versichert. Er hätte keinen Nutzen davon gehabt." Bene sah sich die Daten weiter an und Jorreka fiel wieder etwas auf.

„Hier steht was er bis zu seiner Ernennung als Senator getrieben hat. Erst eine Aushilfskraft, dann Sekretär, daraufhin Assistent, anschließend Berater der Königin von Naboo und dann wurde nach fünf Jahren in diesem Amt, Senator."

„Hier ist etwas. Direkt nach seiner Ernennung zum Senator ist ein Muun namens Plagueis ermordet worden. Er soll in seinem Bett erwürgt worden sein. Der Grund, warum das hier aufgeführt wird, ist der, dass die beiden sich gut gekannt haben. Palpatine kam nie in den Kreis der Verdächtigen, weil, nach Auffassung der Behörden, nur ein sehr starker Mann in Frage käme, dazu hat Palpatine laut eines Zeugen ein Alibi für die Tatzeit. Danach kam seine politische Kariere, die allen bekannt ist. Eine saubere, glatte Kariere als Senator. Keine Bestechungsskandale oder Affären. Nichts." Bene sah sich alles genau an, konnte aber nichts entdecken. Ihr Freund schüttelte den Kopf.

„Da ist etwas Faul. Schau mal, sämtliche Bewohner von Palpatines Wohngemeinschaft sind alle im Lauf der Jahre ums Leben gekommen. Kein einziger von ihnen ist heute noch am Leben. Der Betrieb in dem er gearbeitet hat ist inzwischen auch nicht mehr existent. Bei einer gewaltigen Explosion ist das Restaurant zerstört worden, vom Inhaber hat man nur die verkohlte Leiche gefunden. Und seine Karriere, die ist sauber. Zu Sauber finde ich." Bene sah den Zabraken von der Seite an.

„Was sagt dir das?" Sie hatte einen Verdacht was gleich kam auch wenn sie sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte dass so etwas in einer so gründlichen Einrichtung wie dem Bürgerarchiv passieren konnte.

„Die Daten sind gefälscht. Meister Fis sagte mir einmal: Wenn etwas zu gut ist um Wahr zu sein, dann ist es nicht Wahr sondern wurde schön Kaschiert." Als Jorreka diesen Satz seines verstorbenen Meisters zitierte verdunkelte sich sein Gesicht. Bene legte ihre Rechte Hand auf seine Schultern.

Jorreka ließ der Name Plagueis nicht los. Der Zabrak ging also zurück, in der Hoffnung, über diesen Muun, Informationen zu erhalten. Ohne Erfolg. Er war nicht in der Datenbank, was er eigentlich hätte sein müssen.

Dann aber verließen die beiden das Bürgerarchiv und bestiegen wieder ihren Speeder, um den anderen die spärlichen Informationen über Palpatine, die sie hatten, mitzuteilen.

Die katzenhafte Frau sah den beiden Jedi hinterher. Vorsichtshalber hatte sie eine Wanze unter einem Sitz deponiert. Der Senator hatte ihr die Aufgabe gegeben, die Gruppe weiter zu observieren, so weit es möglich war. Ihr Arbeitgeber hatte wohl Interesse an dieser Gruppe. Als Bene und Jorreka los flogen, folgte sie auf Abstand. Sie würde die beiden nicht verlieren. Auch, weil diese Wanze noch einen Peilsender enthielt.

Im Tempel angekommen gingen Bene und Jorreka in das Archiv, um von dort aus mit ihren Freunden den Tempel zu verlassen. Kein Wunder, es war nicht gerade eine Selbstverständlichkeit über die Unterlagen des Obersten Kanzlers zu reden. Also gingen sie zurück zum Speeder. Als sie im Freien waren, hörten Danny, Deka und Jammy zu, was Bene und Jorreka berichteten.

„Na das ist ja nicht wirklich viel. Aber, das seine WG Mitbewohner nun alle tot sind kann doch auch ein Zufall sein oder?" Danny sah fragend in die Runde. Jammy, schüttelte bei der Frage der Alderaanerin den Kopf

„Danny, derartige Zufälle gibt es nicht. Aber warum sollte jemand sie alle umbringen?"

„Vielleicht hat Palpatine ja ein schwarzes Geheimnis, das niemand erfahren darf, weil es sonst seiner Karriere schaden könnte. In der Politik kann jedes noch so schmutziges Geheimnis, egal wie groß, einen Senator oder Kanzler zu Fall bringen." Was der Nautolaner da einwarf, war einleuchtend.

„Aber wenn das stimmt, wo sind die Dokumente, die etwas Derartiges belegen, geblieben?" Die Frage von Bene wurde von Deka beantwortet.

„Entweder vernichtet oder aber er hat sie in seiner privaten Datenbank. Jammy, kannst du dich da rein bringen oder kennst du einen anderen Bothaner, der das kann." Was der Nautolaner da gerade vorschlug, war schon fast kriminell. Doch der Angesprochene schüttelte nur den Kopf.

„Tut mir leid. Soweit ich weiß, ist der Rechner des Obersten Kanzlers ein geschlossenes System." Jorreka hob irritiert die Augenbrauen.

„Geschlossenes System? Was ist denn das? Das musst du uns erklären." Von derartigen Dingen verstand Jorreka nicht viel. Besser gesagt so wenig wie es bei denn Jedi gerade noch ging.

„Das heißt per Zugriff von außen nicht ein dring bar. Wenn man an die Informationen da drinnen gelangen will, muss man schon am Terminal selber sitzen. Und du willst doch nicht allen ernstes in das Büro von Palpatine einbrechen oder?" Der Bothaner sah den Zabraken und den Nautolaner fragend an. Jorreka ging etwas auf und ab.

„Das ist eine echte Spur zu dreist. Wir wollen Informationen und nicht gleich ein Komplott gegen den Kanzler anzetteln." Danny sah in die Runde und ihrem Blick war anzusehen, dass sie, wenn die Gruppe nun zu kriminellen Methoden übergehen würde, ausstieg. Jorreka schüttelte den Kopf.

„Nein. So etwas werden wir nur machen, wenn wir keine andere Alternative hätten. Doch eines werde ich zumindest tun. Ich ziehe nicht mehr in den Krieg. Wir Jedi sind die Hüter des Friedens, keine Feldherren", meinte Jorreka. Dieser Entschluss stand für ihn fest. Dennoch würde er keinen zwingen, dieselbe Entscheidung zu treffen. Doch dann nickten alle plötzlich.

„Stimmt. Uns wurde beigebracht, die Macht zur Verteidigung einzusetzen. Aber offenbar gilt dieser Grundsatz nicht mehr. Ein ziemlicher Widerspruch, wenn ihr mich fragt", meinte Bene. Alle nickten und gingen in das Innere des Tempels zurück, um ihre Entscheidung dem Rat mitzuteilen.

Die katzenhafte Frau nahm den Stöpsel aus dem Ohr und hob die Augenbrauen. Das wurde ja langsam wirklich interessant und die Zeit einen Bericht an ihren Auftrag- und Arbeitgeber zu liefern, war wohl reif. Und dabei hatte die Arbeit erst heute richtig begonnen. Wie gut, dass die fünf die Wanze nicht entdeckt hatten, die im Speeder versteckt gewesen war. Die junge Frau nahm ihren Comlink und tippte die Nummer ein.

„Sir? Hier ist Juna. Ich habe Neuigkeiten für sie."