Ein Klopfen riss uns aus unserer Zweisamkeit. Nach einem "Herein" von Marco öffnete sich die Tür und meine Mutter kam herein. Sie lächelte als sich mich sah: „Zum Glück, du bist wieder wach, mein Kind. Mir ist vorhin der Geist deines Vaters erschienenen. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie ich mich erschreckt habe. Und ich dachte, ich hätte ihn verloren." Sie setzte sich zu uns aufs Bett, denn mehr hatte ich hier nicht stehen. Eigentlich ist dieses Zimmer riesig und besteht aus mehreren Räumen, doch als ich diese Räume vor 3 Monaten bezogen habe hatte ich keine Lust alles einzuräumen. Also kam mein Bett in den Vorraum, genauso wie mein Schrank. Den einzigste Raum den ich außer diesem nutze ist das Badezimmer. Vielleicht sollte ich mir die anderen Räume hier drin einmal ansehen.

„Was war in der letzten Woche eigentlich passiert, Mama? Ich weiß noch das diese komische Frau da war, dann wollte am nächsten Tag noch Besuch kommen. Mehr weiß ich nicht." fragte ich meine Mutter. Irgendwie musste ich ja die fehlenden Informationen bekommen. Meine Mutter nickte und begann zu erzählen:

Flashback:

Die Tür hinter den Kindern schloss sich, da fing diese Tussi vom Amt an zu Jaulen: „Das Balg hat mir die Hand gebrochen, ich will das sie bestraft wird. Jetzt. Hier. Ich bin eine Amtsperson, mich darf man nicht verletzen! Ich will die Bestrafung sehen! Jetzt! Sonst..." Eva war aufgesprungen und hatte der Frau eine geknallt. Ein feuerroter Handabdruck zierte jetzt das Gesicht der Frau Encelin.

Diese war jetzt still. Eva bugsierte sie zu einem Stuhl in der Ecke des Raumes und ließ sie dort hinsetzen.

„Käpt'n, was sollen wir jetzt tun?" fragte einer der Arbeiter. „Wir werden diese Person wohl erstmal verschwinden lassen, bis wir sie an vertrauenswürdigen Organe übergeben. Die Anwesenden nickten. Lotte ließ seufzend ihr Messer sinken, hatte sie sich doch über etwas Spaß gefreut. Doch der Spaß sollte jetzt erst losgehen.

„Käpt'n, deine Tochter ist zusammen gebrochen. Draußen im Flur!" Mit diesem Satz sprang ein Küchenjunge herein und sah verzweifelt in die Runde. Eva zögerte nicht und rannte raus. Im Flur fand sie gespenstische Stille vor. „Löse sie Stille auf." befahl sie dem Küchenjungen mit autoritärer Stimme. Dieser beeilte sich dem Befehl nachzukommen und verschwand daraufhin wieder in der Küche. Der Blick seines Käpt'ns war beängstigend gewesen.

„Bobby, bring Melinda in ihr Zimmer. Alice, ruf Doktor Trafalgar an, er soll sofort herkommen. Jenny, du kümmerst dich um die Jungs. Lotte, du passt auf dir Trulla auf. Los geht's." befahl Eva. „Warum kann ich Melinda nicht untersuchen? Ich bin auch Ärztin." fragte Jenny ärgerlich. Eva Blick darauf war wie Eis: „Weil du deine Kräfte noch nicht unter Kontrolle hast. Mehr als kühlen kannst du nicht mit dem Wasser. Jetzt sieh zu oder ich mach dir Beine, Weib!"

Den Anwesenden lief es eiskalt den Rücken runter. So hatte Eva noch nie gesprochen. Alle beeilten sich Evas Befehle auszuführen. Jenny ging enttäuscht mit Marco, Thatch und Toby ein Stockwerk höher wo sich die Entspannungsräume und Hobbyzimmer lagen. Lotte ließ ihre Jungs mit Kochlöffeln und Teigrollen bewaffnet im Speisesaal zurück. Alice rief den Arzt an, er war es auch gewesen der das Mädchen im letzten Jahr begleitet hatte.

Eva folgte Bobby, der Melinda auf den Armen in ihr Schlafzimmer trug. Auch wenn sie es sich vorhin nicht hatte anmerken lassen, ihre Nerven lagen inzwischen blank. Sie konnte den Wunsch ihrer Tochter gut verstehen, wenn diese sagte sie möchte nach Hause. Dort konnte konnte man wenigstens im voraus sehen wer Freund und wer Feind war.

Im Stillen verpflichte sie diese Welt, in der sie aufgewachsen war und ihr inzwischen so fremd geworden. Doch durch den Schlüssel, den ihre Tochter per Zufall gefunden hatte, änderte alles. Nun konnten die Dimensionen wieder gewechselt werden und sie konnten wieder die Freiheit der Ozeane genießen.

In Melindas Zimmer angekommen schaltete Eva erst einmal das Licht an. Der Raum hatte sich in den letzten drei Monaten nicht verändert. Die Türen zu den angrenzenden Zimmern waren zugestellt mit Kisten und Kartons. Die einzigste Tür die zugänglich war führte ins Bad. In der Ecke des Zimmers lag noch immer die Matratze auf der ihre Tochter seit einigen Monaten schlief, der Kleiderschrank war zwar begehbar, jedoch waren noch kaum Kleidungsstücke darin enthalten. Sie blickte traurig auf die blasse Gestalt ihrer Tochter, die mal wieder hilflos in den Laken lag. Keiner von ihnen hatte ihr angeboten beim einrichten zu helfen. Melinda hatte auch nicht danach gefragt, sowieso hatte sich das Mädchen in sich zurück gezogen. Sie lächelte nicht mehr so oft u.d das letzte Lachen von ihr hatte sie vor Rogers Tod gehört. Eva kamen die Tränen.

Doktor Trafalgar traf sehr schnell ein, wahrscheinlich machte er sich genauso viele Sorgen um sein Sorgenkind wie es die Mutter tat. Er trat in das Zimmer des Kindes, stellte seine Tasche ab und sah besorgt zu dem Mädchen. Vorsichtig begann er mit seiner Untersuchung, nebenbei fragte er die Mutter aus ob irgendetwas geschehen wäre.

Eva klärte ihn über die Vorfälle dieses Tages auf und sah ihm zu. Der Arzt nickte zu allem was sie erzählte und runzelte die Stirn als sie ihm von dem Schlüssel, Marco, der Frau vom Jugendamt und dem Zugang zur Heimat erzählte. „Kein Wunder dass das umgekippt ist. Die Aufregung des Tages, der emotionale Stress und der Ärger über diese Person waren der Auslöser. Die Verbindung zur alten Heimat war der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Die Energien die durch das Tor durchgesickert sind haben ihrem geschwächten Körper zugesetzt. Sie braucht vor allem Ruhe, viel Ruhe. Ihr Verlobter trägt die Energie der alten Heimat in sich und kann diese mit Melinda teilen. Solange sie schläft sollte er an ihrer Seite sein." erklärte er ernst. Eva nickte nur, dankte dem Arzt und bat Bobby, der vor der Zimmertür gewartet hatte, Marco zu holen.

Marco kam wenige Minuten später angerannt, in seinen Augen standen Angst und Freude. Angst seine Verlobte zu verlieren und Freude das er sie besuchen konnte. Der Arzt verabschiedete sich und versprach die nächsten Tage noch einmal vorbei zu kommen.

Marco setzte sich an Melindas Bett und nahm ihre Hand. „Ich will hierbleiben bis sie wieder aufwacht." sagte er zu Eva. „Gut, dann geh ich zu deinem Vater und kläre das mit ihm." meinte sie darauf. Seine Augen weiteren sich, das würde Ärger geben. Doch er sah Evas lächelndes Gesicht und beruhigte sich. Sie würde nicht zulassen das Thatch und ihm irgendetwas geschah. Als er dann zur Bestätigung nickte verlies sie den Raum.

Lächelnd ging sie den Flur entlang, stieg die Treppe herunter und betrat den Speisesaal in dem sich auch Jenny und Thatch wieder eingefunden hatten. Inzwischen war auch die Polizei eingetroffen. Wie sich herausstellte waren es ihre Bekannten vom Vormittag, Hano und Jonas.

„Hallo ihr zwei, was macht ihr denn hier?" fragte sie erstaunt. „Nun Frau de Gol," Hano wurde rüde von ihr unterbrochen: „Das heißt Eva oder Selena und du, schließlich kennen wir uns schon lange." Hano seufzte: „Eigentlich darf das nicht sein, weil wir im Dienst sind und Respektspersonen darstellen. Aber wir machen hier eine Ausnahme, weil wir hier wirklich unter uns sind und dieser Frau wird so schnell auch keiner mehr glauben." Die verschlossenen Gesichter der Familie sagte ihr alles. Ihr kam ein schwerwiegender Verdacht. „Sie arbeitet doch nicht etwa..." „Doch, sie arbeitet für Nestor. Und zwar in dem Sinne, das sie ihm immer wieder Waisenkinder zur Pflege zugesteckt hat und bei Meldung von Missständen diese einfach ignoriert und unter den Teppich gekehrt hat. Sie hat also keinen guten Stand mehr."

Evangeline nickte dazu, dann fragte sie was mit ihr geschehen würde. Sie war inzwischen zwar als Rogers Nachfolgerin akzeptiert worden und würde auch von den meisten Käpt'n genannt, dennoch war Robert hier Hausherr und hatte das sagen. Schließlich hatte er dieses Gelände gekauft und bebaut. Desweiteren kannte er sich besser mit Politik und Zahlen aus als sie. Sie war ja nur die Erbin des Lunaris Imperium, die sich über Jahre hinweg nicht um die Geschäfte gekümmert hatte und sich stattdessen mit einer Piratenbande auf dem Meer herumtrieb.

„Warum fragst du das mich?" fragte Robert, „Du bist doch das Oberhaupt der Familie, Evangeline. Das heißt, die Regeln während deiner Ehe mit Roger galten bleiben bestehen." Ja, er hatte recht. Nach dem alten Recht galt die erste Ehefrau als Familienoberhaupt. Deshalb wurden Frauen oft als Herrin bezeichnet und Männer als Master. Zumindest in der alten Herrscherfamilie. Und zu der gehörte sie nun mal. Sie war das einzigste Kind des alten König und der Tsukinokage. König Mano und Mondphönix Gwendolin. Nur, das Selbstvertrauen was sie damals hatte war mit Roger gestorben.

Sie sah ihren eigentlichen Schwager betrübt an. Das ganze letzte Jahr hatte Eva allen etwas vorgespielt, nun war sie am Ende. Die Befehle die sie kurz zuvor gegeben hatte waren der letzte Rest ihrer Kraft.

Robert seufzte leise, er hatte es kommen sehen. Die Witwe seines Bruders hatte ihre Kraft mit dem Tod seines Bruders und der Krankheit seiner Nichte verloren. Jetzt musste er sie auch wieder aufpäppeln. „Liebes, du brauchst eine Pause. Geh doch zu Whitebeard rüber und genieße sie See." „Das geht nicht, erst muss ich ihm erzählen was mit Marco und Thatch ist. " Bobby nickte, er hoffte das sie ihr Selbstvertrauen wiederfinden würde. Eva lächelte leicht, dann winkte sie Thatch zu sich um mit ihm zu Whitebeard zu gehen. Von Alice und Jenny wurde sie mit Nichtachtung gestraft. Jenny hatte ihr ihre Worte anscheinend noch nicht verziehen und Alice wurde wohl von der Ärztin auf ihre Seite gezogen. Doch Eva hatte dafür nur ein müdes lächeln übrig. Es war so wie alle anderen, keines erreichte ihre Augen.

Gemeinsam mit Thatch betrat sie das gewaltige Hauptdeck der Moby Dick. Die salzhaltige Luft umwehte sie, trieben Erinnerungen und tiefe Gefühle an die Oberfläche. Sie schluckte ihre Tränen herunter und wandte sie dem Geschehen an Deck wieder zu. Thatch ging vor, er führte sie zu einem gewaltigen Thronartigen Stuhl, der in der Mitte des Deckes stand.

Das Deck war fast leer, nur ein paar Mitglieder der ersten Division waren anwesend. Einige der Männer wurden auf die Frau aufmerksam, die dort hinter Thatch das Deck betreten hatte. Der Wind frischte plötzlich auf und ihre langen roten Haare fielen aus der Haarspange. Sie umwehten sie wie einen Schleier. Whitebeard bemerkte sie, erstaunt öffnete er den Mund, konnte aber nichts sagen. Evas Augen begannen zu strahlen, ihr alter Freund hatte sie nicht vergessen. Das erste mal seit einem Jahr strahlten ihre Augen, sie war glücklich wieder hier auf See zu sein.

„Hallo Edward." lächelte sie. Whitebeard musste sich erst einmal einen Schluck Sake genehmigen. Erst dann fand er seine Stimme wieder. „Selena, du lebst. Ich freue mich dich wieder zu sehen." Sie strich sich eine ihrer roten Strähnen hinters Ohr. „Ja, ich freue mich auch dich wieder zu sehen. Wieder die See zu genießen. Ein Jahr ist eine lange Zeit." Der riesige Kapitän lachte leise, dann klopfte er auf seine Stuhllehne und bat sie zu sich hoch. Sie sprang hoch und schaffte es mit Edwards Hilfe sich auf die Lehne zu setzen. „Erzähl, was ist in dem letzten Jahr geschehen. Das würde mich interessieren." fragte der große Kapitän die Rothaarige. Sie begann zu erzählen, von Melindas Koma, Roberts Bauprojekt, dem Zickenkrieg , Melindas Erwachen, dem Fund des Schlüssels, Marcos Besuch und der erneuten Ohnmacht ihrer Tochter. „Und was ist mit dir? Hast du in dem letzten Jahr irgendetwas für dich gemacht? Früher konntest du die Erde nach deinen Belieben formen und mit ein paar Fingerzeichen sogar noch Wasser und Blitze kontrollieren. Du siehst nämlich so aus, als wenn du schon lange nichts mehr für dich getan hast. Tob dich hier aus, Eva. Ich glaube, das fehlt dir." Eva lächelte, nickte und sprang von dem Thron herunter. Sie lief zur Reling, stieg hinauf und sprang ins Wasser. Sie Erinnerungen an die Lektionen ihres Vaters kamen ihr in den Sinn. So konzentrierte sie ihr Chakra auf die Fußsohlen und kam auf dem Wasser zu stehen. Chakra, so erinnerte sie sich, war eine Energie die in jedem schlummerte. Wo Haki der konzentrierte Wille war, war das Chakra eine Kraft die einem erlaubte die Elemente in der Umgebung zu manipulieren. Die Technik um diese Kraft anzuwenden nennt man Jutsu. Es gibt mehrere Arten von Jutsu. Das Ninjutsu mit der Kraft die Umgebung zu manipulieren, das Genjutsu mit der Kraft dem Gehirn etwas vorzuspielen und das Taijutsu was nichts anderes als waffenlose Kampfkunst war.

Eva formte mit ihren Fingern schnell hintereinander mehrere Zeichen, dann sprach sie leise: „Wasserversteck: Jutsu der Wasserdrachenbombe." Hinter ihr erhob sich plötzlich ein Wasserstrudel der die Form eines Drachen annahm und brüllend und tosend einen gewaltigen Kopfsprung zurück ins Wasser machte.

Breit grinsend sah sie zum Schiff und erkannte erstaunte Gesichter. Einige hatten ihre Augenfarbe gewechselt. Von der ganzen Crew waren das etwa 10 Leute. Bei den 300 Leuten die Edward hatte war das viel. Da würde sie nachhaken müssen. Vorher wollte sie aber noch das Blitzversteck ausführen.

Mit einem Mal fegte der Ruf "Marine" ihre Pläne davon. Schnell lief sie über das Wasser zum Schiff zurück, sprang hoch und kam sicher an Deck auf. Zwei Männer standen neben ihr an der Reling, der eine hatte plötzlich rote Augen mit schwarzen Punkten darin bekommen, der andere leuchtend weiße Augen wobei man anhand der hervortretenden Adern an den Augen die Anstrengung sehen konnte. Das waren vererbbare Kekkei Genkai. Das Byakugan und das Sharingan. Das Byakugan konnte Energien wahrnehmen, das Sharingan konnte Bewegungen kopieren und sehr schnellen Bewegungen wahrnehmen.

Die Marineschiffe kamen schnell näher, es waren sechs Kriegsschiffe. „Jungs", begann sie, „zeigt ihnen was ihr könnt. Wer Ninjakräfte hat, der soll sie auch einsetzen. Bei zehn von euch habe ich vorhin besondere Augen bemerkt. Also haltet euch nicht zurück." Sie sah zum Kapitän, der sie erstaunt ansah und dann seine Zustimmung gab. Edward wollte unbedingt sehen ob seine Kinder auch diese besondere Kräfte wie Eva hatten.

Die Männer sahen sich entsetzt an, ihre Tarnung war aufgeflogen, jetzt mussten sie ihre Kräfte offen legen. Ihr Vater würde sie danach verstoßen.

„Ma, das ist nicht dein Ernst!" fragte Thatch entsetzt. Eva lächelte nur als sie antwortete: „Doch, denn jetzt bin ich bereit in die Fußstapfen meiner Mutter zu treten und Tsukinokage zu werden. Ich werde unsere Volk wieder vereinen damit niemand mehr verstecken muss was er kann und wo er herkommt. Teufelsfrüchte schön und gut, aber mit Jutsus ist die Kombination noch besser."

Edward schmunzelte als seine Kinder zu jubeln begannen. Am Ende fanden sich fast 150 seiner Leute die Ninjakünste benutzen konnten. Sie folgten der Witwe des Piratenkönigs auf das Wasser und griffen die Marine frontal an. Die Schiffe hatten keine Chance. Die übrige Crew der Whitebeardbande sah erstaunt und teilweise neidisch zu ihren Kameraden. Sie wollten das auch können.

Der Kampf dauerte keine zwanzig Minuten, dann kamen die Kämpfer lachend und müde zurück. So verausgabt hatten sie sich noch nie bei ihren kämpfen.

„Es sieht so aus, als hättet ihr Spaß gehabt, meine Kinder." erklang die kräftige Stimme Whitebeards über dem Schiff. Bis auf Eva zuckten alle Ninjaanwender zusammen. „Ja Vater." kam es kleinlaut von einigen. Der große Kapitän lachte laut und schickte alle die keine Ninjakünste anwenden konnten unter Deck. „Was mache ich jetzt mit euch? Ich weiß schon. Ihr kommt alle in eine eigene Division, obwohl ... Eine wird nicht reichen. Zwei Divisionen mit Ninjakunstanwendern werden erstmal reichen. Ich denke, ihr werdet euch erstmal austauschen wollen um dann die perfekte Mischung von euren Kräften in beiden Divisionen zu bündeln. Meine Kinder, ich bin stolz auf euch." Er schloss seine Rede und wischte sich eine Träne aus dem Auge, ja er war wirklich stolz darauf, das seine Kinder endlich ihre Kräfte nicht mehr versteckten.

Geschockt über diese Aussage sahen die Leute ihn an, eine eigene Division die sie selber nach ihren Fähigkeiten bilden durften, das hatte es hier an Bord auch noch nie gegeben. Aber wenn totgeglaubte wieder auftauchten, dann konnte sich viel ändern. Was allerdings verwunderte war das Thatch ebenfalls ein Chakranutzer war. Er hatte leise erklärt, das er von seinem Vater die Kontrolle über Schatten beigebracht bekommen hatte. Nur hatte er fliehen müssen, weil er einmal unvorsichtig gewesen war. Seine Familie konnte sich verstecken und musste ihn verleugnen, sonst wären sie jetzt auch tot. Inzwischen befanden sie sich auf einer sicheren Insel die unter Whitebeards Schutz stand. So konnte er mehrmals im Jahr von seiner Familie lernen. Jetzt hatte er die Hoffnung, das er und seine Ninja Kollegen offiziell auf diesem Schiff üben und trainieren konnten.

Edward rief seine übrige Crew wieder an Deck kommen und überbrachte ihnen die Botschaft über die neu zusammengestellten Divisionen. Die Überraschung war groß, denn damit hatte keiner gerechnet. Seit jeher war dem Ninjatum mit Argwohn entgegen gesehen worden, das sich nun auf diesem Schiff ebenfalls Ninjaanwender befanden, war für die meisten ungeheuerlich. „Bevor ihr euch die Köpfe einschlagt, meine Frau ist ebenfalls ein Ninja. Ja, ich wusste, das sich einige Ninjaanwender hier verstecken, genauso wie andere sich vor der Marine verstecken. Redet miteinander, lasst die Vernunft sprechen, nicht die Gewalt. Ihr seid alle meine Kinder, streitet euch nicht wegen eurer Fähigkeiten. Ich werde jetzt zu Marco gehen und sehen wie es ihm und meiner Schwiegertochter geht. Wenn ich wiederkomme, dann will ich weder Blut, noch gebrochene Knochen oder gar Leichen sehen. Ist das klar?" Der Kapitän hatte laut und deutlich gesprochen, sodass ihn wirklich jeder verstanden hatte. Gemeinsam mit Eva und Thatch ging er durch die Dimensionstür und kam im Speisesaal der Familie De Gol an.

Erstaunt wurden sie angesehen. Keiner hatte damit gerechnet das der große Kapitän mitkommt. Leider hatte ihre Ankunft die gehässigen Reden von Alice und Jenny gestört. Ihr Blick schien Eva töten zu wollen. Bobby begrüßte Whitebeard in seinem Haus und sah als erstes die Veränderung an seiner Schwägerin. Ihre Augen strahlten Ruhe und Frieden aus, aber auch Macht und Entschlossenheit. Sie lächelte ihn an und dieses mal erreichte es sogar ihre Augen.

Ihr wiedergefundenes Selbstvertrauen äußerte sich auch in ihrer Stimme. War sie vorher leise, so sprach sie nun laut und deutlich. „Habt ihr euch jetzt wieder eingekriegt mit eurem kindischen Gehabe? Euer Gestänker geht mir auf den Geist. Sagt mir was euch stört." Eva stand aufrecht und stolz vor den beiden anderen Frauen. Diese waren erst ein wenig irritiert, doch sie fassten sich schnell wieder. „Was uns stört? Du störst. Erst tauchst du mit deinem Balg auf, dann nimmst du uns unseren Mann weg und glaubst auch noch uns Befehle erteilen zu können. Das reicht uns jetzt. Du bist nicht besser als wir. Nur weil du Witwe bist, müssen wir dir nicht die Füße küssen."

Diese Worte taten weh. Eva schluckte die aufkommenden Tränen herunter, dann wandte sie sich an Robert und erklärte ihm die Situation: „Edward wollte sich nach seinen Söhnen und seiner Schwiegertochter erkundigen. Desweiteren habe ich mich entschieden das Erbe meiner Eltern anzunehmen und und damit die Position meiner Mutter zu bekleiden. Du kennst meine Gaben, Robert, und du kennst viele Geheimnisse dieser Welt. Ich brauche deine Hilfe um diese zu wahren und weiterzugeben. Außerdem wollte ich das verlorene Reich wieder aufbauen." Die beiden Frauen im Hintergrund lachten spöttisch, sie wussten schließlich nichts von ihrer Verbindung zum verlorenen Reich. Robert hatte sich das in Ruhe angehört und grinste sie bestätigend an: „Natürlich helfe ich dir. Es ist ja schließlich nicht nur dein Erbe, sondern das von uns allen."

Damit nahm er den beiden schimpfenden Frauen den Wind aus den Segeln. Damit hatten sie nicht gerechnet. Sowieso hatten sie nur wenig Ahnung vom Leben ihrer Konkurrentin. Nur aus Erzählungen ihres Freundes und dem letzten Jahr, aber da war sie nicht mehr als ein Schatten ihrer selbst gewesen. Jetzt wirkte sie so mächtig und hoheitlich. Das neben ihr auch noch der riesige Kapitän der Moby Dick stand machte es noch atemberaubender. „Wie geht es meiner Schwiegertochter?" fragte Whitebeard in die Runde. Die beiden Damen verzogen sich unauffällig in den Hintergrund. Robert hatte den Kapitän schon vorher bemerkt, ihn aber aufgrund der Streitigkeiten der Damen ignoriert. „Herzlich Willkommen in unserem kleinen Reich, Edward. Melinda schläft, warum; das wissen noch nicht einmal die Ärzte."

„Ich kann euch die Antwort darauf geben," sagte eine ihnen sehr bekannte Stimme hinter ihnen, „Der Grund ist, das sich die verschiedenen Zeitströhme wieder aneinander anpassen müssen." Mit geweiteten Augen sahen alle auf die Stelle hinter Eva, sodass diese sich umdrehen musste. Tränen schossen ihr in die Augen, sie schlug ihre Hand vor den Mund um ihre Schluchzer zu unterdrücken. Robert bekam nur den Namen des Neuankömmlings heraus, er war genauso geschockt wie seine Schwägerin und der große Kapitän. „Roger!"

Ja, es handelte sich um den Geist von Gol D. Roger, den Piratenkönig. Trotzdem er durchscheinend war, konnte man noch gut erkennen welche Kleidung er trug. Nämlich seinen roten Kapitänsmantel, seine blaue Weste mit dem breiten gelben Tuch um die Hüften, die grauen Hosen und die schwarzen Stiefel. Der einzigste Anhaltspunkt der dafür sprach, dass Roger ein Geist war, war seine Erscheinung. Er war durchscheinend, als wenn man einen Videofilm nicht auf eine weiße Wand warf sondern auf eine Glasscheibe oder ein Fenster. Lächelnd stand er vor seinen lebenden Freunden, sah den Schock und die Sorge in ihrem Augen. Doch das was er ihnen zu sagen hatte würde ihnen vielleicht ein bisschen von ihrer Angst nehmen können. Doch auch schlechte Nachrichten hatte er zu überbringen.

„Es ist schön euch alle wieder zu sehen, Freunde. Zwar ist der Zeitpunkt ungünstig, weil unsere Tochter leider wieder schläft, doch es ist auch ein Hoffnungsschimmer. Im ganzen letzten Jahr als Geist habe ich mehr gesehen und Erfahrungen gesammelt als in meinem ganzen Leben. Unter anderem habe ich erfahren das Melinda wirklich so besonders ist wie wir dachten. Sie ist die Wiedergeburt deiner Mutter, das heißt das sie all ihre Macht bekommt, sobald sie 19 Jahre alt ist. Damit wird sie dann zum Mondphönix, einem halbgöttlichen Wesen das in direkter Linie von der Mondgöttin abstammen soll." erklärte er. Gespannt folgten die Anwesenden dem Monolog des verstorbenen Piratenkönigs. „Das sind doch aber gute Nachrichten, Bruder, warum ziehst du dann so ein Gesicht?" fragte Robert seinen Bruder. Roger sah aus als hätte er in eine Zitrone gebissen, er hatte die schlechten Nachrichten noch gar nicht angeschnitten. Tief holte er Luft um die richtigen Worte zu finden. „Die schlechten Nachrichten sind: Meiner Rouge geht es nicht gut, die Marine sucht noch immer nach meinem ungeborenen Kind. Sie trägt es noch immer unter ihrem Herzen. Ich habe Angst, das ihr irgendetwas geschieht. Und wo auch ganz schnell gehandelt werden muss ist Ohara. Die Weltregierung plant die komplette Insel in einem Buster Call zu zerstören. Damit wäre das gesamte Wissen verloren. Desweiteren habe ich deine Schwester gefunden, Liebling, sie ist vor etwa zwanzig Jahren auf Dawn aufgetaucht, ohne Gedächtnis nur mit dem Usumaki Wappen auf der Kleidung. Sie wurde zu einer Aristokratin erzogen, die nur Geld, Macht und Status im Kopf hat. Sie hat in die Familie von Outlook dem Dritten eingeheiratet und wartet nun händeringend auf eine Schwangerschaft um ihm einen Erben zu schenken.

Mehr habe ich momentan nicht zu berichten."

Das waren keine all zu guten Nachrichten, aber sie Gatten auch ein gutes, man konnte zumindest Rouge und die Bewohner von Ohara retten. Wobei die Wissenschaftler dort wohl eher sterben würden als das gesammelte Wissen zurück zu lassen.

„Es ist schön, das meine Schwester lebt. Dann hat meine Mutter auch Gewissheit über ihren Verbleib. Um Rouge und Ohara zu helfen brauchen wir ein Schiff. Und die besten Schiffsbauer gibt auf Water 7 und auf Gäa." überlegte Eva laut. „Auf Gäa werden wir in den nächsten drei Tagen eintreffen, sofern Wind und See und gnädig sind. Dort leben inzwischen fast alle Chakranutzer dieser Welt zusammen, das wollte meine Frau so" bestätigte Whitebeard der zukünftigen Schwiegermutter seines Sohnes.

Gäa war eine Insel auf der zweiten Hälfte der Grand Line, die Whitebeard in seiner Jugend zusammen mit Roger entdeckt hatte. Beide hatten sich auf See derart bekämpft, das sie den aufkommenden Sturm nicht bemerkt hatten. Erst als beide Männer hustend und nach Luft schnappend im Wasser herum ruderten bemerkten sie ihn. In ihrer Not hielten sie zusammen, Roger versuchte Edward das Leben zu retten, da dieser aufgrund seiner Teufelsfrucht nicht mehr schwimmen konnte.

Gemeinsam hielten sie sich über Wasser, ein Kunststück wenn man Edwards Körpergröße sah, aber sie schafften es. Der Wind und die Strömung trieben sie immer weiter ab, weg aus den bekannten Fahrrouten der Grand Line, zu einer Insel im Calm Belt. Scharfkantige Riffe, weite Korallenbänke und starke Strömung machten die Überlebenschancen beinahe zu nichte, da beide Männer vor Erschöpfung die Augen nicht mehr offen halten konnten. Ihre Körper waren schwer wie Blei, die See hatte sich wieder zwei Seelen geholt.

„D. Ist neuer Feind

Von denen die haben nie geträumt

Zu finden das Volk erneut

Sie den Frieden nie bereut

Frieden für die Welt

Der für immer hält.

Frieden schaffen ist nicht schwer

Ihn zu halten umso mehr

Jeder an ihm arbeiten muss

Sonst ist die Arbeit stuss

Nur Liebe und Frieden

Ist das Gegenmittel zu den Kriegen."

Langsam lichtete sich der Nebel um Rogers Sinne, die letzten Worte konnte er hören, sie reichten um ihm eines zu sagen: Willkommen zurück im Leben.

Stöhnend hob er seine Hand und rieb sich über sein Gesicht, dabei fühlte er einen dicken Verband um die Hand. Schwerfällig versuchte er sich aufzusetzen, doch eine waren Hand hinderte ihn daran. Langsam sickerten ihre Worte durch seine rauschenden Ohren. „Bleib liegen, mein Freund, sonst gehen deine Wunden wieder auf. Dein Freund schläft auch noch, mach dir keine Sorgen ihm geht's gut. Ihr beide seit bei Freunden."

„Wo bin ich?" fragte Roger krächzend. Sein Hals fühlte sich an wie ein Reibeisen. Leicht wurde er aufgesetzt und ein Glas Wasser an seine Lippen gehalten. Gierig trank er das angebotene Wasser nachdem es seine trockenen Lippen benetzt hatte. „Danke." flüsterte er noch etwas heiser, doch das Mädchen widersprach ihm. „Es war selbstverständlich euch zu helfen. Sonst wäret ihr gestorben." Das Mädchen lächelte sanft, stopfte ihm ein paar Kissen in den Rücken un setzte sich neben dem Schwarzhaarigen auf das Bett. Das Mädchen war eigentlich eine junge Frau, nur etwas jünger als er selber. Sie hatte dunkelblaue Haare und perlmutt schimmernde Augen. Ihr sanftes Lächeln ließ seine Brust warm werden, es erinnerte ihn an das Mädchen das seit kurzem auf seinem Schiff mitfuhr. Er wünschte sich das seine neue Kameradin immer an seiner Seite bleiben würde. Aber zuerst musste er wissen wo er war, wie es Edward ging und wie sie hier wegkommen könnten.

„Mein Name ist Gol D. Roger. Und wer bist du?" fragte er das blauhaarige Mädchen. Diese sah ihn erstaunt an, wollte der Mann vor ihr flirten? „Mein Name ist Hyuga Temari. Obwohl wir unsere Namen hier andersherum Lesen, Schreiben und Sprechen. Also hier werde ich Temari Hyuga genannt. Du hattest gefragt wo du bist, nun das ist etwas kompliziert. Fremden dürfen wir den Namen und die Position dieser Insel nicht verraten." Roger nickte verstehend, er konnte sich vorstellen was sie Marine und andere Brutalos mit den Bewohnern der Insel machen würden. Brutalos nannte er all jene Menschen, die mit dem Leid anderer Profit machten, wie bestimmte Piratenbanden, Kopfgeldjäger, Menschenhändler, Tyrannen, die Weltregierung und Marine allgemein.

„Weißt du denn wie es Edward geht? Der große Blonde der mit mir unterwegs war." fragte Roger weiter. Inzwischen ging es seiner Stimme viel besser. Temari stand auf und ging zur Tür: „Ich werde nachsehen wie es ihm geht. Ruh dich noch etwas aus." Lächelnd ging sie hinaus und schloss die Tür. Ein leises Schaben verriet ihm das die Tür von außen verriegelt wurde. Seufzend ließ er seinen Kopf ins Kissen fallen, das ging ja gut an. Tief durch atmend ließ er sich die Worte dieser Temari noch einmal durch den Kopf gehen. Eine Insel deren Namen kein Außenstehender kannte, die auf keiner Karte verzeichnet war und diese perlmutt schimmernden Augen- das war kein Zufall, sie waren auf einer Insel mit Chakranutzern gelandet. Zum Glück hatte seine Freundin Selena ihn darüber aufgeklärt, auch über diese verschiedenen Augentechniken, die sogenanntem Dojutsus. Das Mädchen besaß demnach das Byakugan, eine Technik, die dem Anwender erlaubte 360 zu sehen, sogar durch feste Gegenstände und Körper. Wenn das der Fall wäre, dann hätte er ganz schlechte Karten, denn dann würde sie ihn durch die Tür hindurch beobachten können. Wenn sie es denn einsetzte.

Kurz schnaubte er, dann richtete er sich auf und sah sich von seinem Lager aus in dem Zimmer um. Ein relativ kleiner Raum, komplett aus Holz ohne Fenster oder andere Risse durch die Licht fallen könnte. Das einzigste Licht kam von einer Lichtkugel, die anscheinend mit diesem ewigen Feuer Jutsu Dingens Bummens gefüllt war. Wenn er besser zuhört hätte als Selena davon erzählt hatte, dann wäre er jetzt besser dran. Genervt raufte er sich die Haare, es war zum verrückt werden. In Ermangelung weiterer sinnvoller Beschäftigung schloss er seine Augen und begann zu meditieren. Eine Kunst die ihm sein Vize Rayleigh angeschwatzt hatte, aber sie half bei Nervosität.

In einem steinernen Raum lag ein Koloss von einem Mann. Dieser Raum war gerade so hoch das ein normal größer Mann darin stehen konnte. Die nackten Wände wurden von von Lichtkugeln erhellt, zeigten das trostlose Innere des Raumes. Der Mann stöhnte leise auf und öffnete die schmerzenden Augen. Seine Sicht war verschwommen, sein Hals rau, seine Glieder waren schwer wie Blei und sein Kopf fühlte sich an als hätte er zwei Wochen durchgesoffen.

In diesem Raum stand versteckt in einer dunklen Ecke ein junger Mann. Er trug zerschlissene, aber saubere Hosen, eine Art Tunika darüber und einen breiten Ledergürtel um die Hüften. Seine Haare waren tiefschwarz genauso wie seine Augen. Sein Gesicht wirkte verkniffen, als würde er gerne an einem anderen Ort sein. Das stöhnen des Fremden riss ihn aus seinen Gedanken. Langsam trat er an das Bett. „Na Fremder, ausgeschlafen?" fragte er abweisend. „Wo bin ich? Und wo ist Roger? Wer bist du?" Der junge Mann schnalzte unwillig mit der Zunge: „Du bist bei uns auf einer Insel deren Namen und Position ich dir nicht sagen kann und will. Dein Kumpel ist auch hier, in einem anderen Raum und meinen Namen sage ich dir erst wenn du mir deinen sagst." Edward wusste das er nachgeben musste, er war auf die Hilfe des Mannes angewiesen. „Edward Newgate ist mein Name. " „Minato Uchiha." Mehr sagte der Mann nicht und verschwand in der Dunkelheit einer Ecke. Kurze Zeit später kam er wieder, er hatte einen Krug Wasser und einen Laib Brot dabei. „Ich hoffe für dich das du alleine essen und trinken kannst. Füttern werde ich dich nicht." meinte er und lies sich auf dem Boden nieder. Mit einem leisen Danke griff Edward nach dem Krug und trank ihn in einem Zug leer. Das Brot ließ er liegen, sein Hunger konnte er später auch noch stillen, wenn er die Ruhe dazu hatte. „Dein Freund ist auch wach." meinte Minato nach einiger Zeit, die sie schweigend dagesessen hatten. „Das ist gut. Wann kann ich hier raus?" fragte Edward den Mann. „Keine Ahnung." murmelte er. Damit verlies er den Raum und Edward versank in Gedanken.

Drei Tage später legte ein Schiff in der Bucht von Gäa an. Dieses Schiff war auf der Suche nach zwei Männern. Die Dark Moon war ein Dreimaster mit schwarzen Segeln und einem silbernen Mond an der Außenwand. Auf der Reling stand eine Frau um die 20 Jahre, mit langen blutroten Haaren. Sie hielt sich an der Takelage fest, die Augen fest auf ein Pendel gerichtet das in Richtung Insel zeigte. Nachdem der Anker geworfen wurde sprang sie mit drei Männern einfach von Bord. Es plaschte leise als sie auf der Wasseroberfläche aufkamen und einfach auf dem Wasser ans Ufer liefen. Die Frau lief immer dem Pendel hinterher, die Männer folgten ihr ohne Kommentar.

Die Insel war scheinbar unbewohnt, ein dichter Wald erstreckte sich über die halbe Insel. Doch die Bewohner versteckten sich im dichten Buschwerk vor den neugierigen Blicken. Mit einem Mal legte einer der Begleiter seine Hand auf die Schulter der Frau und deutete auf ein besonders dicht bewachsenes Stück Wald. Mit einem Kopfnicken wies sie ihn an vorzugehen. Durch die große Sonnenbrille konnte man kaum etwas von den Gesichtern ihrer Begleiter erkennen, doch an der Mimik der Frau schon. Sie war verschlossen und ernst, die blauen Augen waren stahlhart und schienen zu einem Monster zu gehören. Langsam kamen sie an die Stelle die einer der Männer bemerkt hatte, es handelte sich dabei um ein Haus, das teils aus Holz und teils aus Stein bestand. Mit einem Handwink wies sie ihre Leute an zu dem Haus zu gehen, doch da traten ihnen die Inselbewohner in den Weg.

„Wer seid ihr? Was wollt ihr hier? Hier sind Fremde unerwünscht!" rief einer der Bewohner. Die Frau mit den blutroten Haaren sah den Sprecher mit stahlharten Augen an: „Wie suchen unseren Kapitän, Gol D. Roger und seinen Freund Edward Newgate. Wir wissen das sie hier sind, also wo sind sie?"

„Ganz bestimmt nicht hier." sagte ein alter Mann, „Das hier sind die letzten Häuser unserer geliebten Stadt Tsukinogakure. Warum wirst du jetzt blass, Mädchen?" Die junge Frau sank in sich zusammen, nur der starke Arm ihres Begleiters hielt sie aufrecht. „Gwendolin Lunaris." sagte sie nur. Der alte Mann sah sie geschockt an: „Woher kennst du diesen Namen?" Die Frau grinste nur: „Hol die beiden Männer her und ich sag es dir." Da konnten die Inselbewohner nicht anders als die Schiffbrüchigen zu holen. Sie wurden, ganz wie das Pendel gezeigt hatte, aus dem Haus vor ihnen geholt.

Schützend hielten die beiden Männer ihre Hände über die Augen, die Sonne blendete doch sehr. Dennoch erkannte Roger die Frau vor ihm ganz deutlich. „Scheiße." murmelte er. Edward gluckste: „Deine Freundin?" „Ja und mein schlimmster Alptraum. Wenn ich nicht aufpasse, dann verpasst sie mir gleich eine oder grillt mich auf kleiner Flamme." „Hier sind sie, also woher kennst du den Namen der Herrin?" „Sie sollen herkommen." Die Männer wurden zu der Gruppe Fremder gestoßen, wo sie taumelnd stehen blieben. „Lässt uns gehen." murmelte die Frau nur und wandte sich zum gehen. Die Männer folgten ihr. „Gwendolin Lunaris und Mano Usumaki waren meine Eltern." rief sie den Leuten zu. Damit ließ sie geschockte Einwohner zurück. Am Schiff wurden die beiden Schiffbrüchigen erst von einer Ladung Blitze erwartet, dann von einer weinenden Selena.

Die nächsten Jahre wurde die Insel immer wieder angefahren, die Bewohner wurden zu Freunden und gemeinsam wurde die Infrastruktur der Insel ausgebaut. Einige Jahre später lernte Edward dort seine große Liebe Hikari kennen, diese fuhr mit ihm einige Zeit mit und gründete mit ihr zusammen die Whitebeardbande.

Heute war Gäa zwar immer noch unbekannt, doch wer sie kannte, war begeistert. Die Werft war besser als die auf Water Seven, weil sie mit Chakra hergestellt wurden. Sowieso lebten viele Chakranutzer auf Gäa, einige wurden von Roger und Edward gerettet, andere mussten zu ihrem Glück gezwungen werden. Wie Thatch's Familie, deshalb war der Junge auch bei der Whitebeardbande um seine Familie zu retten.

„Gut, ich freue mich schon darauf," sagte Eva, „morgen Abend kommt Familie Fisher vorbei. Möchtest du dabei sein? Wenn es möglich ist, dann würde ich gerne Namur dazu bitten. Bei dem Familienvater handelt es sich um einen Fischmenschen, die Frau ist ein Mensch und die Kinder Mischlinge. Soviel ich erfahren habe, hat die Familie viel leid erfahren." Der alte Kapitän brummte nachdenklich in seinen Bart bevor er seine Zustimmung gab. Kurze Zeit später verabschiedeten sie sich von einander, denn es war inzwischen finsterste Nacht. Die Frau vom Jugendamt befand sich bereits seit Stunden auf dem Polizeirevier, sicher verwahrt in einer Zelle.

Der nächste Tag begann ruhig, Tobi war immer noch verschreckt. Allerdings lag das nicht nur an seiner Vergangenheit sondern auch an der Aufregung des letzten Tages. Er lernte Menschen mit besonderen Fähigkeiten und extremen Körpergrößen kennen und sieht auch noch einen Geist. Besagter Geist stand grinsend im Speisesaal und unterhielt sich mit seinem lebendigen Bruder.