Sie spürte nur wieder diesen Schmerz, diesen Schmerz den sie hatte vergessen wollten….
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Draco ging schnellen Schrittes durch die Flure, darauf achten von niemandem gesehen zu werden. Was zu dieser Zeit auch nicht besonders schwer war, da noch Unterricht herrschte. Dennoch war er bereits einigen Geistern und Schüler ausgewichen. Als ihm Schritte entgegen kamen, versteckte er sich schnell hinter einem Wandvorhang und beobachtete, wie Blaises Eltern an ihm vorbeischritten. Wie immer ernst und emotionslos, genau wie seine Familie.
°Warum war Blaise dann nur so anders, als all die anderen aus seiner Familie?°, fragte er sich.
°Kann ich jetzt, nachdem Blaises Eltern bei ihm waren, meinen Plan überhaupt noch ausführen?°
°Ach reiß dich zusammen° erschien ihm sein Schulterengelchen °Blaise braucht dich, sei jetzt keine Memme. Du bist ein Malfoy° argumentierte das Schulterteufelchen weiter. °Wenn ihr euch schon mal einig seid°, meinte Draco, der noch einen Moment wartete und dann seinen Weg zum Krankenflügel fortsetzte. Vor der großen Tür des Krankenflügels blieb er stehen. Sollte er es wirklich wagen?
°Warum bin ich heute nur so verweichlicht?°
Keine Antwort der beiden Schultergeschöpfe.
°Jetzt habt ihr mich also auch noch verlassen?°
Weiteres Grübeln wurde ihm erspart, als die Tür aufgerissen wurde und Neville heraus stolperte. Entgegen seinen Gewohnheiten ignorierte er ihn und schritt durch die Tür. Da durch den Unfall in Zaubertränke bei Madame Pomfrey ziemlich viel los war, bemerkte sie ihn nicht, als er eintrat und hinter dem Vorhang, hinter dem er Blaise vermutete, verschwand. Da lag er bleich und schlafend vor ihm. Er zuckte innerlich zusammen.
°Warum hat er sich das bloß angetan?°, fragte er sich.
„Blaise, mein Freund, mach die Augen auf. Ich weiß doch, dass du nicht schläfst!"
Blaise blinzelte ein wenig, richtete sich auf und brachte ein schelmisches Grinsen zustande. Das konnte wahrlich nur Blaise, nach so etwas eine freundliche Mine aufsetzen. Draco ließ sich auf dem Bett nieder.
„Du bist wohl der Einzige in meinem Leben, der weiß, ob ich schlafe oder nicht."
„Das ist ja auch nicht schwer zu erraten. Du bist echt ein schlechter Schauspieler.", lächelte Draco. Blaise war wohl der Einzige, der ihn je lächeln sah.
„Meine Eltern haben es nicht heraus gefunden, als sie vorhin hier waren.", erwiderte Blaise, „Warum bist du eigentlich hier, nachdem, was ich dir angetan habe…"
„Ach das mit Pansy, Schnee von gestern.", wieder lächelte Draco, „Es tut mir Leid, was ich dir in der Bibliothek angetan habe." Er wusste selbst nicht warum er das getan hatte. So etwas sollte sich ein Malfoy eigentlich nicht leisten und einem Freund gegenüber schon gar nicht. Draco überkam das schlechte Gewissen, seinem besten und einzigen Freund, so etwas anzutun, das war wirklich unverzeihlich. Wie konnte er bloß.
„Dafür hast du dich jetzt mindestens schon hundert Mal entschuldigt." meinte Blaise. Draco schaute ihn verwundert an. „Du hast das gehört? Ich dachte du… du seiest bewusstlos gewesen."
„Hab ich auch nicht. Ich hab es mir nur gedacht." Als Antwort bekam er nur einen ungläubigen Gesichtsausdruck und ein verspätetes Grinsen.
„Warum bist du nun hier? Doch nicht, weil du mir Blumen mitbringen wolltest?", fragte Blaise nun zum zweiten Mal. „Mist, die Blumen hab ich vergessen. Bekommst du ein anderes Mal, versprochen." Diesmal war es an Blaise zu grinsen.
„Nein ich bin hier, um dich zu fragen, warum du das getan hast. Ich glaube mein Herz war kurz davor aufzuhören zu schlagen, als ich dich da liegen sah."
Blaise Gesichtsausdruck verfinsterte sich und ein dunkler Schatten legte sich in seine Augen. „Das willst du nicht wissen.", wich er Draco aus.
„Würde ich sonst fragen?"
„Nein, wohl eher nicht. Draco, bitte verstehe, um dir das zu erklären, haben wir weder genügend Zeit, noch würdest du mich verstehen.", erwiderte Blaise.
Nun verfinsterte sich auch Dracos Gesichtsausdruck. „Wenn du es mir nicht erzählst, werde ich es wohl auch nie verstehen." Nach einem kurzen Moment des Schweigens, in dem Draco erkannte, dass es keinen Sinn machte, ihn weiter zu bedrängen, sagte er: „Ich werde deine Meinung vorerst akzeptieren, aber ich weiche nicht von deinem Bett, bevor du mir nicht versprochen hast, es mir zu erzählen, sobald du wieder draußen bist!" Blaise überlegte kurz, °Irgendwann würde es sowieso raus kommen°
„Okay, sonst lässt du mir doch keine Ruhe." Wieder lächelte er und Draco stimmte ein. Wieder lächelte er und Draco erwiderte sein Lächeln.„Was willst du eigentlich den Lehrern sagen?", kam es von Draco.
„Ähm…ich glaube, ich werde ihnen erzählen, dass ich unter Schulstress gelitten und mir deshalb die Pulsadern aufgeschnitten habe.", kam es von Blaise.
„Und du glaubst, dass sie dir das glauben?!"
„Werden sie wohl müssen. Was anderes werden sie nicht zu hören bekommen." Da fiel Draco wieder ein warum er überhaupt gekommen war. Er griff in seinen Umhang und holte die kleine Phiole hervor..
„Was ist das? Veritaserum?", fragte Blaise.
„Nein, obwohl es genauso aussieht. Ich habe auch schon über das Problem nachgedacht und mir fiel die gleiche Antwort ein, wie dir gerade eben. Die Lehrer werden es dir wohl glauben müssen, aber deine Eltern werden es nicht."
„Und was gedenkst du dagegen zu tun?"
„Das ist ein Trank des Vergessens, aber kein normaler, wenn du an das denkst, was du unbedingt vergessen willst, vergisst du nur das. Der Trank hat nur eine Wirkzeit von drei bis maximal vier Wochen.", erklärte Draco stolz, wobei er sich nach einem Vierjährigen anhörte.
Draco hatte den Trank zufällig bei sich zu Hause gefunden und für nützlich befunden.
„Du bist also der Meinung, meine Eltern geben sich mit meiner Erklärung nicht zufrieden und geben mir Veritaserum?", hakte Blaise nach.
„Genau das denke ich und ich denke weiter, dass du bestimmt nicht willst, dass sie, was immer auch der Grund dafür war, es nicht heraus bekommen sollen, richtig?", fragte Draco.
„Du meinst, wenn ich daran denke meinen Selbstmord und meine Gründe zu vergessen, bekommen das meine Eltern nicht raus?", hakte Blaise nach.
„Ja genau das mein ich.", antwortete Draco.
„Und wo ist der Haken? Und dir ist schon klar, dass ich mein Versprechen dir gegenüber nicht halten kann?", fragte Blaise nach.
„Das werde ich wohl oder übel akzeptieren müssen. Naja, die Sache ist, wie du schon sagtest, du wirst deinen Selbstmord und deren Gründe vergessen."
„Draco, bitte. Ich soll ich ihn doch schließlich nehmen, um das zu vergessen.", fragte Blaise ungläubig nach. „Wenn du mich mal ausreden lassen würdest. Wo ich auch glaube, dass es Schwierigkeiten geben könnte ist, dass du dich unbedingt erinnern willst. Denn diese Stellen werden eben weg sein.", meinte Draco. Blaise überlegte einen Augenblick. Für einen Monat würde er frei sein von seinen Sorgen, für einen Monat konnte er ruhig schlafen. Der Versuch war es wert.
„Gib her. Probieren geht über studieren.", erklärte Blaise. Mit diesen Worten griff er die Phiole und stürzte den Inhalt hinunter. Ohne weiter auf seine Umwelt zu achten, begann er sich zu konzentrieren. Bilder schossen vor seinem inneren Auge vorbei. Die Todesser, die in seinem Zimmer auf Zabini Manor auftauchten. Wie er mit dem Auftrag des Dunklen Lord nicht fertig wurde. Wie er sich entschloss, sich das Leben zu nehmen, um andere zu schützen – HERMINE –
War sein letzter Gedanke, bevor er bewusstlos zurück ins Bett sackte. Draco griff nach der Phiole, steckte sie sich in die Umhangtasche, warf noch einen letzten Blick auf Blaise, bevor er ihn wieder zudeckte und ging. Diesmal bemerkte ihn Madame Pomfrey: „Mr. Malfoy, was haben sie hinter dem Vorhang gemacht?"
„Ich habe nach meinem Freund gesehen. Nachdem ich ihn gestern gefunden habe, wollte ich wissen wie es ihm geht.", antwortete Draco kalt. Seine Maske, die bei Blaise gefallen war, saß wieder perfekt.
„Sie hätten mich fragen sollen.", erwiderte Madame Pomfrey nun sanfter.
„Das hatte ich eigentlich auch vor. Ich habe jedoch gesehen, dass sie sehr viel zu tun hatten.", erklärte Draco.
°Seinen Freund besuchen war doch nicht zuviel verlangt°
„Ja, da haben sie wohl recht."
Draco nahm das als ein ‚Sie können gehen' an, drehte sich um und verließ den Krankenflügel.
……..
Einige Tage später fand das letzte Quidditchtunier, Gryffindor gegen Slytherin, statt.
Harry wachte an diesem Morgen mit einem unguten Gefühl auf. °Irgendwas passiert heute noch° Ron erzählte er jedoch nichts von seinem Gefühl. Er war schon froh, dass Ron den Torhütterposten nicht ganz an den Nagel gehängt hatte.
Im Gemeinschaftsraum trafen sie auf Hermine, mit der sie dann auch in die große Halle gingen.
„Was ist denn heute los mit euch?", fragte Hermine.
„Wir bereiten uns auf das Spiel vor!", antwortete Harry.
„Das sehe ich. Ihr stochert lustlos in euerm Essen herum. Von Ron kenne ich das ja, aber von dir, Harry?", erwiderte sie.
„Ich habe heute eben kein Hunger."
Hermine beließ es dabei und ließ ihren Blick über die Tische schweifen. Wie jeden Morgen blieb sie am Slytherintisch hängen. Da saß er neben dem Eisprinzen. Wie blass er doch aussah. Sie wandte ihren Blick dem blonden Jungen zu. Er war immer noch so bleich, wie im ersten Schuljahr, aber seine Art hatte sich vollkommen verändert oder wie Professor Trelawney, seine Aura. Blaise hatte ihr erzählt, wie nett und hilfsbereit er ihm gegenüber sein konnte und das er nur diese eisernen Maske trug, weil er esnicht anders aus der Famile her kannte. Hermine konnte das, aber schlecht glaube so kalt wie er sich ihr gegenüber verhielt. °Hermine, es ist nicht Malfoy, den du anstarren solltest!° Meldete sich ihre innere Stimme. Sie erwachte aus ihrer Starre und bekam nicht mehr mit, wie zwei graue Augen auf ihr ruhten. Harry und Ron wollten gerade aufstehen und sich zu den Umkleidekabinen begeben, als McGonagall sie zurückhielt.
„Mr. Potter, bleiben Sie ruhig. Mr. Weasley, das geht auch Sie etwas an."
Wieder meldete sich Harrys schlechtes Gefühl und wurde auch prompt bestätigt.
„Sie werden heute nicht gegen Slytherin spielen, sondern gegen Ravenclaw."
„Was? Aber wieso?", entkam es Harry und Ron.
„Weil Professor Snape einen Antrag gestellt hat. Ihr Treiber Zabini ist krank geschrieben."
Im Gegensatz zu Hermines Selbstmordversuch, war Blaise das Gespräch der Schule gewesen.
„Das glaube ich jetzt nicht. Er hat sich das doch selbst zugefügt!", erwiderte Harry aufgebracht.
„Ich verstehe Ihren Ärger, aber mäßigen Sie ihren Tonfall. Sparen Sie sich ihren Frust für das Spielfeld.", mahnte ihn McGonagall.
„Es tut mir leid. Entschuldigen Sie bitte, Professor."
McGonagall beließ es dabei und ging zurück zum Lehrertisch. Harry und Ron vergaßen ihren ursprünglichen Plan sich umziehen zu gehen und setzen sich wieder neben Hermine. Äußerlich musste sie ihren Freunden beipflichten, aber innerlich war sie froh, dass Blaise nicht aufs Spielfeld musste. Wieder blickte sie zum Slytherintisch und wieder ertappte sie sich dabei Malfoy anzusehen.
„…. deswegen waren die Slytherins heute auch so normal!", hörte sie Ron sagen. Sie hatte sich ihren Freunden zugewandt, deren Thema Nummer eins natürlich die Änderung des Spiels war.
„Sagt mal, Jungs, müsst ihr den anderen das nicht auch noch sagen?", fragte Hermine.
„Was sagen?", fragte Ron.
„Na, dass ihr heute gegen Ravenclaw und nicht gegen Slytherin spielt?"
„Oh…verdammt. Man, das habe ich ja ganz vergessen!", entfuhr es Harry. Er sprang auf und lief den Tisch entlang, währenddessen stand Ron auf und machte sich schon einmal auf den Weg zu den Kabinen.
Hermine saß dick eingepackt in Mantel und Schal zwischen Hunderten von anderen rot und gold angezogenen Schülern.
Die Sonne schien, doch war es bitter kalt. In der Nacht hatte es wieder Neuschnee gegeben und dieser hatte die Welt mit einem weißen Mantel bedeckt.
°Eigentlich ist ideales Wetter, aber der Schnee blendet so°
Das mussten auch die Gryffindors feststellen, als sie aus der Umkleide kamen.
„Harry, wie sollen wir bitte spielen? Wir laufen ja jetzt schon fast blind durch die Gegend!", fragte ein Drittklässler.
„Tut mit leid, keine Ahnung. Wir bräuchten Sonnenbrillen.", antwortete Harry.
°Na wenigstens sind die Ravenclaws genauso blind, wie wir°, dachte sich Harry.
Das Spiel begann und beiden Mannschaften machte der blendende Schnee zu schaffen. So kam es vor das der Quaffel auf den Boden fiel, zum Gegner gepasst wurde oder man das Tor um Meter verfehlte. °Man sollte dieses Spiel abbrechen°, dachte Harry. Das Spiel dauerte nun schon ganze zwanzig Minuten und es stand zehn zu null für Gryffindor, aber auch nur weil der Hüter es irgendwie geschafft hatte ein Eigentor zu werfen.
Anscheinend sahen auch die Lehrer langsam ein, dass es keinen Sinn machte, denn Madam Hooch pfiff ab. Wie Harry aber erfahren sollte, nur zu einer Pause. Während dieser Pause wurde der Schnee auf dem Spielfeld und den Tribünen geschmolzen. Das machte die Sache zumindest etwas leichter.
Das Spiel kam langsam in Gang, inzwischen stand es 30 zu 40 für Ravenclaw. Harry schwebte weit oben über dem Feld und hielt nach dem kleinen goldenen Schnatz Ausschau. Auch Cho kreiste ums Spielfeld, nur tiefer.
„Tor für Gryffindor, damit steht es unentschieden.", ertönte es gelangweilt aus dem Lautsprecher. Harry schaute in Richtung Podium und erblickte blonde Haare. Mehr konnte er aus dieser Höhe nicht erkennen, aber es reichte um aus der Stimme und den Haaren den Namen Malfoy zu konstruieren.
Harry konnte sich jedoch nicht weiter um Malfoy Gedanken machen, weil er etwas goldenes am Boden aufblitzten sah. Er riss den Besen herum und legte einen fast senkrechten Sturzflug nach unten ein. Ein Brausen ging durch die Menge und alle versuchten ebenfalls den kleinen Schnatz zu erblicken. Cho hatte nun mittlerweile auch gemerkt, dass Harry den Schnatz gesehen haben musste und legte ebenfalls einen Sturzflug hin.
Der Schnatz überlegte es sich jedoch anders und flog in Richtung Gryffindortor davon. Harry riss den Besen wieder hoch und drehte sich zu den Gryffindortoren um. Das Spiel um sich herum vergessend und nicht auf die Klatscher achtend, kam er dem Schnatz immer näher. Er sah jedoch weder Ron, den Ravenclawjäger, noch den Quaffel, den der Jäger gerade geworfen hatte. Harrys rechte Hand ließ den Besenstiel los und er griff nach dem Schnatz. In dem Moment, in dem er ihn mit seinen Fingern umschloss, machte es ‚Wumm' und er und Ron, die beide nicht auf ihre Umgebung geachtet hatten, stießen zusammen.
Harry spürte nur wie sein Triumphgefühl von einem höllischen Schmerz in der Magengegend abgelöst wurde. Ron, der bis Dato noch fast unverletzt war, verlor durch den Aufprall das Gleichgewicht und fiel vom Besen. Mit dem Quaffel noch in den Händen schlug er gegen einen der Torpfosten und verlor genauso wie Harry das Bewusstsein.
Stille. Zu geschockt von dem eben Geschehenen, vergaßen sogar die Gryffindors sich über den Sieg gegen Ravenclaw zu freuen. Selbst Malfoy schwieg.
Tbc
Mal wieder ist eins vollbracht. An alle die ein Review geschrieben haben, ein ganz großes DANKESCHÖN. An alle die es nicht gemacht haben bös anfunkel
Es tut mir Leid das ich bis jetzt noch nicht wirklich Fragen beantwortet habe, also wenn welche da sein sollten, werde ich mich ab sofort hinsetzten und euch darauf antworten, aber dafür müsst ihr erstmal ein Review schreiben. knuddel
Ganz großes knuddel geht an meine Betaleserin BdW. Ich glaube du kannst dich langsam gar nicht mehr retten vor Danksagungen, egal besser zu viel als zuwenig.
An alle keksdose reich
