Erstmal muss ich mich entschuldigen, dass es diesmal noch länger als sonstgedauert hat. Aber ich stehe kurz vorm Abitur und momentan komm ich zu kaum was anderem als lernen. Leider ist dieses Kapitel nicht sonderlich lang geworden, doch ich wollte euch nicht noch länger warten lassen.

Mein Dank gilt wieder:

Saxas 13, DracOsGirl, Queen Girl, HermioneNarcissaMalfoy, Sarah, Jean nin asar ahi smabell, darklayka, Weltherrscherchen, Dragon coranzon, D.V.G.M.1., Teufelsweib, Die Lady, ClaireBlack, Rubinonyx, BlackNightmare16, (Philo)Sophie, Trory, vilandra, cherrykizz, nowayback, shibbel

Ohne euch hätte ich es wohl gar nicht mehr geschafft, weiter zu schreiben.

Nur ein kurzer Triumph

Mein Gott, Malfoys Gesichtsausdruck war einfach göttlich als sie ihm das mit dem Gerücht erzählte. Sie sah regelrecht, wie es in seinem Kopf arbeitete. Die Krönung war es, als ihm ihre Bemerkung von Harry wieder einfiel. Zu Schade, dass sie keinen Fotoapparat hatte. Aber auch so würde sie diesen Gesichtsaudruck von Malfoy niemals vergessen.

Gut, das mit dem Schwulsein hatte sie sich ausgedacht. Im Spaß hatte Ginny einmal diesen Verdacht geäußert. Allein der Gedanke, dass ausgerechnet Draco etwas von Harry wollen sollte, war doch so etwas von absurd. Den Hass, den er Harry entgegen brachte, war ja nun wirklich nicht zu übersehen. Sie wusste wirklich nicht, wie Ginny darauf gekommen war. Aber im Nachhinein danke sie Ginny für diesen brillanten Einfall.

Den sonst immer so beherrschten, kalt wirkenden Draco Malfoy einmal völlig fassungslos zu sehen, war einfach herrlich. Nur ein einziges Mal hatte sie einen ähnlichen Ausdruck auf seinem Gesicht gesehen. In ihrem dritten Jahr in Hogwarts, als sie ihm die Ohrfeige verpasst hatte, hatte er sie im ersten Moment entgeistert angesehen, erst dann schlich sich langsam Wut in seine Augen.

Aber das war lange her, und sie hatten sich beide seitdem verändert. Je älter Malfoy wurde, desto mehr wurde sein Gesicht zu einer Maske aus Stein, zeigte keine Emotionen mehr, verriet nicht, was er wirklich dachte. Ebenso seine Augen. Es war, als ob über ihnen ein grauer Schleier läge, der es einem nicht erlaubte, tiefer zu sehen, hinter die Fassade zu blicken.

Doch sie hatte ihn in einem Moment erlebt, in dem er sich nicht unter Kontrolle hatte, indem er seine Worte nicht vorher sorgfältig abgewägt hatte sondern spontan handelte. Sein Erstaunen, dieser Blick, die leichte Wut in seiner Stimme,

Es gefiel ihr, oh ja sie genoss es regelrecht. Zum ersten Mal an diesem Abend war sie die Stärkere, besaß sie die Kontrolle über die Situation.

Als er ihr plötzlich an die Brüste fasste, wusste sie, dass ihr Moment des Triumphs vorbei war. In seinen Augen sah sie eine Entschlossenheit, die sie beängstigte. Er würde das nicht auf sich sitzen lassen, nein, nicht er, nicht ein Malfoy.

Sie konnte sich vorstellen, was er dachte. Wahrscheinlich ärgerte er sich darüber, dass sie ihn so aus dem Konzept gebracht hatte und sich noch dazu über ihn lustig machte. Sie hatte seinen Stolz verletzt, und nichts war für einen Malfoy schlimmer als das.

Es war verrückt gewesen, ihn so zu provozieren. Wie konnte sie auch nur einen Moment ernsthaft denken, sie hätte die Kontrolle?

Er hatte sie in der Hand. Und das würde er ihr jetzt sicher zeigen, würde sie demütigen. Wahrscheinlich würde er jetzt gleich mit ihr schlafen wollen, Doch wieder einmal überraschte Malfoy sie.

Seine Hände fuhren an ihrem Oberkörper entlang, glitten dann sanft über ihren Rock. Durch den dünnen Stoff spürte sie ganz leicht seine Berührung. Als er am Saum ihres Rockes angekommen war, hielt er für einen Moment inne. Er blickte ihr direkt in die Augen und es war ihr, als würde er sie mit seinem Blick gefangen halten.

Sie merkte, dass er seine rechte Hand von ihrem Oberschenkel löste. Plötzlich spürte sie eine hauchzarte Berührung an der Innenseite ihre rechten Schenkel. Nur einen kurzen Moment strich er mit einem Finger über die dünne, empfindliche Haut an dieser Stelle. Ihr war, als würde er mit einer Feder darüber streichen.

Sein Blick war noch immer auf sie gerichtet, nicht einen Moment hatte er sie aus den Augen gelassen. Mit aller Kraft hielt Hermione seinem Blick stand, wollte nicht die Erste sein, die den Blickkontakt unterbrach.

Ihre Haut kribbelte noch immer an der Stelle, an der seine Finger sie berührt hatten. So kurz, so leicht die Berührung auch gewesen war, Hermione spürte sie so intensiv wie schon lange nichts mehr.

Langsam, fast in Zeitlupe, machte er weiter, fuhr mit einen Finger an der Innenseite ihres Oberschenkels entlang. Seine Hand wanderte immer weiter nach oben, näherten sich immer mehr ihrer geheimsten Stelle.

Hermione musste sich eingestehen, dass diese Berührungen sie erregten. Sonst lies sie es kalt, wenn ein Kunde sie anfasste, oft ekelte sie sich sogar vor ihren grabschenden Händen.

Aber das hier… das war etwas anderes. Das hier war so viel intimer. Allein sein durchdringender Blick lies ihr einen Schauer über den Rücken fahren. Es war, als würde er bis zum Grund ihrer Seele sehen, als könne sie nichts vor ihm verstecken. Sie fühlte sich so … nackt.

Sie hatte mit den unterschiedlichsten Männern geschlafen, aber keiner war ihr je so Nahe gekommen wie Malfoy. Keiner dieser Männer hatte sie so berührt wie er.

Es verwirrte sie, was Malfoy mit so einer scheinbar kleinen Berührung in ihr auslöste. Sie wollte nichts fühlen! Und besonders nicht bei Malfoy! Sie hasste ihn seit sie denken konnte. Eigentlich müsste sie doch Ekel überkommen, dass ausgerechnet er sie anfasste.

Vielleicht lag es daran, dass er so unglaublich zärtlich vorging. Niemals hätte sie ihm diese Zärtlichkeit zugetraut. Es waren die Liebkosungen eines Liebhabers, und nicht die eines Freiers.

Nur seine Augen musterten sie nach wie vor kalt, machten ihr deutlich, dass das hier wieder ein Schachzug von Malfoy war. Er wollte sie verwirren, aus dem Konzept bringen, und genau das hatte er auch geschafft.

Sie durfte ihm diesen Triumph nicht gönnen, durfte ihm nicht zeigen, dass er sie erregte. Nein, diesen Blick von ihm würde sie nicht ertragen. Sie musste genauso emotionslos wie er sein, musste eine Maske aufsetzten, wie sie es auch sonst immer tat.

Seine Hand hatte ihr Ziel gefunden, mit seinen Fingerspitzen berührte er ihren hauchdünnen Slip. Mit einem Finger strich er über ihre Scham.

Hermione hatte Mühe, ruhig weiter zu atmen. Dann zog er plötzlich seine Hand unter ihrem Rock hervor. Fast hätte Hermione vor Enttäuschung aufgestöhnt. Ihr Körper verlangte nach mehr. Sie verfluchte sich selbst dafür, dass ihr Körper sie so betrog.

Da sah sie, wie Malfoy sich leicht nach vorne beugte, ihrem Gesicht immer näher kam. Sie wusste, dass er sie gleich küssen würde, sah seine leicht geöffneten Lippen, die ihr unglaublich verführerisch vorkamen.

Mein Gott, sie war nicht bereit, Malfoy ausgerechnet jetzt zu küssen. Sie brauchte erst einen Moment, musste sich wieder sammeln.

Sie zwang sich, wieder ruhig weiter zu atmen und wartete darauf, dass Malfoys Lippen die ihren berührten.

Doch…nicht geschah. Kurz vor ihrem Gesicht hatte er angehalten. Verwirrt sah sie, wie Malfoy seinen Arm aussteckte. Was zum Teufel sollte das?

Dann sah sie, wie er das Champagnerglas, das auf dem Tisch gestanden hatte, hinter ihrem Rücken hervorholte.

Mit einem überheblichen Grinsen im Gesicht führte er das Glas zu seinen Lippen und trank genüsslich einen Schluck.

Sie hasste diesen elenden Bastard! Besonders dieses dämliche, selbstherrliche Grinsen!

Er wusste ganz genau, dass er sie nicht kalt lies. Wie hatte er sie nur so durcheinander bringen können? Sie musste sich schleunigst wieder unter Kontrolle bringen. Aber schon mit seinem nächsten Satz brachte Malfoy sie wieder aus dem Konzept.

„Sag mal Granger, wieso hast du damals Nein gesagt?"

Für einen Moment stockte ihr der Atem bei dieser so harmlos gestellten Frage von Malfoy. Sie wusste sofort, worauf er anspielte. Schmerzhafte Erinnerungen kamen in ihr hoch, vor ihrem inneren Auge sah sie wie Ron bei ihrem Abschlussball vor ihr kniete und um ihre Hand anhielt. Niemals würde sie den verletzten Ausdruck in seinem Gesicht vergessen, als sie Nein sage.

Sie war zu jung um zu heirateten, sie stand vor ihrem Studium, vor ihr lag eine steile Karriere.Außerdem wusste sie tief in ihrem Herzen, das sie Ron nicht so liebte, wie er sie. Er war für sie doch immer mehr Freund als Geliebter gewesen.

Sie hatte versucht, es ihm zu erklären, doch er hatte ihr nicht zuhören wollen, verstand nicht ihre Motive. Seit diesem Abend hatte er kein Wort mehr mit ihr gewechselt. Harry versuchte zwischen ihnen zu vermitteln, aber es war zwecklos.

Das war auch der Grund gewesen, weshalb sie sich für ein Studium in Amerika und nicht in England entschieden hatte. Es gab nichts mehr, was sie noch in England hielt. Denn auch Harry wendete sich fast unmerkllich von ihr ab, er konnte nicht mit ihnen beiden gleichzeitig befreundet sein.

„Ich kann es ja verstehen, wer würde schon freiwillig einen Weasley heiraten? Viel erbärmlicher geht es ja nicht. Es hat mich nur immer gewundert, weshalb du dich überhaupt mit ihm abgegeben hast. Er sieht weder gut aus noch ist er intelligent noch besitzt er Macht oder Geld. Und im Gegensatz zu Potter wird er auch nicht von der ganzen Zauberwelt verehrt. Kurz gesagt", er machte eine kunstvolle Pause und trank einen Schluck aus seinem Champagnerglas, „er ist ein Nichts."

Während dieser Worte wurde Hermiones Wut auf Malfoy immer größer. Sie drehte ihren Kopf in seine Richtung und funkelte ihn böse an. „Hör auf, Ron zu beleidigen. Du bist doch nur neidisch auf ihn!"

Malfoy lachte spöttisch. „Ich und neidisch auf einen Weasley? Das ist eindeutig der größte Schwachsinn, den ich jemals von dir gehört habe. Ich bin reich, komme aus einer der besten Zauberfamilien, sehe gut aus und habe gerade mein Studium mit Auszeichnung bestanden. Also was soll bitte soll ausgerechnet Weasley haben, was ich nicht habe?

„Eine Familie, die ihn liebt."

Seine Augen verdunkelten sich und sie wusste, sie hatte einen wunden Punkt getroffen. Wütend zischte er: „Lass meine Eltern da raus, Granger"

„Dann lass du die Weasleys und Harry da raus", antwortete sie ruhig.

Mehrere Sekunden starrten sie einander nur an.

Diesmal war es Malfoy, der den Augenkontakt zuerst unterbrach. Grob stieß er sie von seinem Schoss, stand von dem Sofa auf und ging langsam zum Fenster.

Hermione stand ebenfalls auf und drehte sich in Malfoys Richtung. Sie hätte sich freuen können, doch sie tat es nicht. Sie spürte regelrecht, wie es in Malfoy brodelte. Sie hatte es geschafft, ihn aus der Reserve zu locken, er hatte sich nicht mehr so gut unter Kontrolle wie am Anfang. Doch genau das machte ihr Angst.

Malfoy drehte sich um und sagte mit kalter Stimme: „Ich habe diese Spielchen langsam satt, Granger. Weißt du, weshalb ich hier hergekommen bin?"

Langsam kam Malfoy auf sie zu. Hermione wagte es nicht, irgendetwas zu sagen. Wie Malfoy so bedrohlich auf sie zukam schien sie plötzlich alles Mut verlassen zu haben. Ihr fiel keine schlagfertige Antwort ein, ihr Kopf war wie leergefegt.

„Ich bin hergekommen um zu ficken"

Seine Worte ließen sie für einen Moment zusammenzucken. Dieses ordinäre Wort passte nicht zu Malfoy, doch sie wusste, dass es ihm ernst war.

Er blieb vor ihr stehen, wartete einen Moment, dann packte er sie und drückte sie an sich. Fast schon brutal presste er seine Lippen auf die ihrigen und küsste sie.

Der Kuss hatte nichts Zärtliches, er war nicht so sanft wie seine Berührungen. Nein, in diesem Kuss steckte seine ganze Wut. Seine Zunge drang in ihren Mund ein, es war wie ein kleiner Stromschlag, als seine Zunge ihre zum ersten Mal berührte. Er schien in ihrem Mund an tausend Stellen gleichzeitig zu sein, es war als würde er mit seiner Zunge jeden Winkel ihres Mundes erforschen.

Nach einigem Zögern erwiderte Hermione den Kuss. Nie zuvor war sie so leidenschaftlich geküsst worden. Es war verrückt, welche Gefühle Malfoy in ihr auslöste. Gerade noch war sie wütend auf ihn gewesen, und nun betete sie, dass dieser Kuss niemals aufhören möge.

TBC