Hallihallo! :)

Hier ist Bonnie, live aus der Versenkung! :D

Ich weiß, es hat ewig gedauert. RealLife wollte nicht so wie ich… Bin gespannt, was ihr davon haltet (soweit ihr noch da seid und nicht schon längst ausgewandert) ;)

Großes Dankeschön noch an KeyMagic und Kaddi25 fürs Vorab-Feedback bei der Szene der Probleme – ihr seid spitze! ;)

Und fühlt euch gleich nochmal mit angesprochen – dickes Danke auch an alle bisherigen Reviewer, KeyMagic, Kaddi25, MoSinger und 1LUCY1, und die Favo-Einträge!

*an alle Welsh Cakes verteil*

Und der Rest – hey, ihr macht mich fertig! Alle meine Stories je über 200 Aufrufe, zusammen über 700…! O.O Dankeeee! :D

Und jetzt viel Spaß! ;)

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Arian war schnell in die „Frauentruppe" von Hogwarts integriert worden und fühlte sich dort sehr wohl. Zwar war sie mit Abstand die Jüngste, doch das fiel gar nicht weiter auf und resultierte außerdem in nett gemeinten, (meist) hilfreichen Tipps. Besonders mit Septima und Minerva verstand sie sich ganz ausgezeichnet. Von letzterer übernahm sie aus Autoritätsgründen sogar den Haarknoten, nachdem sie eine mehr als eindeutige Anfrage eines Ravenclaw-Siebtklässlers hatte zurückweisen müssen. Die meisten kannten sie eh nicht gut genug, als dass es ihnen aufgefallen wäre, und wenn sie einen Wochenendbesuch bei Robbie einschob, ließ sie ihr Haar offen.

Robbie schien das Snape-Thema wirklich zu beschäftigen, denn das erste, das er sie bei ihrem nächsten Treffen fragte, war, wie es mit dem Kerkerdeppen stand.

Arian kam sich mit ihrem Entschluss ziemlich kindisch vor, also antwortete sie nur: „Er ist so doof wie immer, aber ich ignorier' ihn den Großteil der Zeit."

„Bist du dir ganz sicher? Soll ich nicht mal ein Wörtchen mit ihm reden?"

„Um Merlins Willen, nein! Das letzte, was ich brauche, ist ein Bodyguard deines Kalibers! Was interessiert dich der Kerl überhaupt so?"

„'Deines Kalibers', na danke… So fett bin ich ja jetzt auch wieder nicht!", maulte Robbie. „Ich will ja nur, dass es dir gut geht!"

„Das weiß ich doch", beruhigte Arian ihn und legte ihm einen Arm um die Schulter. „Gehen wir ne Runde spazieren?"

Unter Spazieren verstand Robbie normalerweise ein bisschen etwas anderes als die meisten Leute und auch diesmal wurde sie nicht enttäuscht: Kaum hatten sie das Haus verlassen, disapparierte er mit ihr und sie kamen in einer verlassenen, zugigen Dünenlandschaft heraus. Graue Wolken fegten über den Himmel, das Dünengras schwang im Wind mit und man konnte das Rauschen der Brandung hören. Etwas weiter entfernt kauerte eine schicke, weiß gestrichene und umzäunte Holzhütte im Sand, doch hinter den dunklen Fenstern rührte sich nichts.

„Wo sind wir?", rief Arian, während sie noch versuchte ihre Haare zu bändigen, die ihr wild ins Gesicht wehten.

„Irgendwo in East Sussex", erklärte Robbie achselzuckend. „Hab' ich kürzlich auf nem Foto gesehen. Wollen wir runter zum Strand?"

Er schnappte sich wieder die Hand seiner Freundin und gemeinsam liefen sie den schmalen Weg entlang eines alten Zaunes aus Treibholz hinunter, bis das Meer dunkelgrau, schaumig und aufgewühlt vor ihnen lag. Arian sah ihn an und wie auf ein stilles Kommando hin rannten sie zusammen los, jubelnd und jauchzend gegen den Wind, den breiten Strand entlang. Keuchend ließen sie sich am anderen Ende in den feuchten Sand fallen, wo sie mit Begeisterung glühende Küsse austauschten, die Robbie mit einer aus seinem Umhang hervorgezauberten Flasche Feuerwhisky noch zusätzlich anheizte.

Arian fühlte sich so großartig wie schon lange nicht mehr; stark, selbstbewusst und zu allem bereit. Sie hätte keinen Moment gezögert und den Mond vom Himmel geholt. Als Robbie ihren Umhang in einem unordentlichen Knäuel zur Seite warf, rollte sie sich lachend durch den Sand, womit sie ihrem Freund die Vorarbeit bei ihrem Kleid erschwerte – ein Problem, dass er auch zu überkommen wusste. Kichernd und sich nicht um die Kühle scherend, riss sie ihm Hemd und Hose vom Leib, den Rest erledigte Robbies Zauberstab, sodass er sie sofort um den Hintern packen und auf sich ziehen konnte.

‚Ach, Robbie!', dachte Arian flüchtig. ‚Hab' ich dich jemals beim Warten erwischt?'

Doch schon drängte er hart an ihrer Öffnung und bereitwillig gab sie sich ihm mit gespreizten Beinen hin, ließ ihn machen, wie jedes Mal, bis sie sich beide schwitzend und stöhnend dem Höhepunkt näherten. Das war, was er wollte, und das war, was sie wollte.

Mit einem erregten Aufschrei kam Arian zur Erlösung, doch der wurde zu einem schrillen Lachen, als Robbie unter ihr die Luft ausging. Tiefes, abgehacktes Grummeln und Brummen begleitete seine absolute Befriedigung und er zog sie liebevoll in seine warmen Arme. Über ihnen schrie eine Möwe empört auf.

„Denk immer dran", murmelte Robbie neben ihrem Ohr. „Immer, wenn dir dieser Mistkerl blöd kommt!"

Leise stimmte Arian ihm zu, doch sie war zu müde und zufrieden, um sich gerade jetzt Gedanken über Snape oder sonst irgendeinen Spinner auf dieser Welt zu machen. Voller Sand, Gefühl und salziger Gischt schlief sie in der Umarmung ihres Freundes ein.

OoO

Als sie wieder erwachte, war es bereits dunkel geworden und warm war es schon zuvor nicht gewesen. Arian zitterte im kalten Wind und bemühte sich, in der Dämmerung ihre sieben Sachen zusammen zu suchen. Natürlich war alles voller Sandkörnchen; sobald sie das Kleid übergezogen hatte, kratzte und juckte es an allen nur erdenklichen Stellen – und Robbie pennte immer noch wie ein Toter. Seufzend warf sie sich ihren klammen Umhang über, doch das Frösteln ließ nicht nach.

‚Spitze, jetzt hab' ich mich erkältet!', dachte sie resigniert, während sie ihren Freund wachrüttelte.

„W…Was? Wer? Wo? Arian?", brummelte er.

„Ja, genau die. Und irgendwo in East Sussex, exakt da, wo du mich hin geschleift hast. Du, ich muss los, es ist schon spät und ich muss morgen noch so viel vorbereiten, außerdem – hatschi! – ist es schweinekalt hier!"

Das Euphoriegefühl hatte Arian mittlerweile so gründlich verlassen, dass sie hörbar genervt war.

Schwerfällig rappelte sich Robbie aus dem kalten, nassen Sand hoch und klopfte sich die Hände an den Oberschenkeln ab.

„Ich hab' noch deinen BH", meinte er, sichtlich ohne auch nur ein Wort von dem mitgekriegt zu haben, was Arian eben gesagt hatte.

„Ach, dann behalt ihn doch!", raunzte Arian wenig freundlich. „Ich muss jetzt jedenfalls zurück nach Hogwarts, egal ob du es bevorzugst, noch länger splitternackt hier herumzustehen!"

Sie war schon im Begriff zu gehen, als ihr „guter" Teil siegte: „Und… danke für den Ausflug!"

Ein winziger Abschiedskuss und sie disapparierte an Ort und Stelle.

Zurück blieb ein etwas verwirrter Robbie mit einem weißen Spitzen-BH in der Hand, der nachdenklich an sich herabsah (braungebrannt, Waschbrettbauch, sandig, nackt) und noch nicht ganz begriff, was hier in den letzten Stunden vorgefallen war.

Arian apparierte direkt vor das schmiedeeiserne Haupttor, wie schon als sie das erste Mal hierhergekommen war. Nur hatte sie nun den Vorteil, das Gelände dahinter ihr zeitweiliges Zuhause nennen und demnach alleine hineingehen zu können. Sie sprach die Gegenzauber, hob die Banne auf und schlüpfte durch das Tor. Auf dem Weg hinauf zum Schloss verstärkte sich ihr Zittern und sie war sich schließlich komplett sicher, dass sie am nächsten Tag auf der Nase liegen würde. Brillant.

Leise stöhnend stieß sie die eichene Flügeltür zur Eingangshalle auf, als sich schon ein neues Unheil anbahnte. Beziehungsweise, es kam direkt auf sie zu.

„In welchem Dreckloch haben wir uns denn gewälzt, Miss Llewelyn?", spottete Snape, der gerade aus den Kerkern kam, und betrachtete seine missliebige Kollegin von oben bis unten. Ihr Haar war zerzaust als sei ein Orkan hindurch gefegt und sie schien überall Sand kleben zu haben: am Kleid, auf der Haut, in den eben genannten Haaren… „Ich hoffe doch sehr, es hat Ihnen wenigstens Spaß gemacht!"

‚Naaa toll! Besser hätte es ja nicht laufen können!' Stur geradeaus blickend lief Arian weiter, als hätte sie nichts gehört. ‚Immerhin hatte ich was, Sie sehen so aus, als ob's ihnen schon lange keiner mehr besorgt hat!'

Snapes Gesichtsausdruck wechselte für einen Augenblick von abschätzig zu verblüfft. Hatte sie das eben laut gesagt?

„Ach, jetzt zielen wir plötzlich unter die Gürtellinie?", fauchte er sie an.

„Halt da hin, wo's weh tut!", gab sie giftig zurück und rauschte an ihm vorbei die Marmortreppe hinauf. Alkohol und Sex waren eindeutig keine gute Mischung, es machte sie lebensmüde!

*OoOoO*

Severus war mehr als überrascht, nachdem sie ihm das entgegen geschleudert hatte, doch die Alkoholfahne sprach für sich… War sie überhaupt schon alt genug, um trinken zu dürfen? Vielleicht sollte er sie das mal bei Gelegenheit fragen… Am besten, wenn sie gerade im Stress war! Wie kam sie nur dazu, sich über sein… Liebesleben auszulassen?! Nicht, dass er eins hatte, aber es ging ums Prinzip! Das würde er nicht auf sich sitzen lassen und die perfekte Chance auf Rache würde bestimmt kommen!

OoO

Die zweite Schulwoche wurde nicht unbedingt lustiger für Severus. Zwar konnten jetzt fast alle Schüler den Namen der Keltentante aussprechen (wie diese freundlicherweise und nicht angetrunken, dafür aber mit einer gehörig roten Nase im Lehrerzimmer bekannt gab…), aber zu mehr schienen auch die diesjährigen Biester nicht imstande zu sein. Beispielsweise verging praktisch keine Zaubertränkestunde, in der Neville Longbottom nicht irgendein Gift zusammenbraute oder seinen dritten geliehenen Kessel hoch jagte. Das Lieblingshassobjekt Nr. 1 ging ihm mit jeder Sekunde, die er in seiner Anwesenheit verbringen musste, mehr auf die Nerven und diese Besser-, Alles- und Immer-Wisserin Hermine Granger brachte ihn mit grauenhafter Regelmäßigkeit an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Glücklicherweise konnte er das mit Augenrollen und Würgreiz-Unterdrücken kaschieren. Aber ärgern ließ sie sich herrlich! Bestimmt war sie ein Kelten-Liebling, die Ähnlichkeit war einfach zu verblüffend! (Sicher würde der kleinen Streberin auch nicht einfallen, einen Aufpäppelungstrank zu schlucken).

Die Krone wurde der ganzen Chose noch durch Albus' Ansage aufgesetzt, der Potter-Bengel würde in Zukunft Sucher für Gryffindor spielen und dafür einen Spitzenrennbesen bekommen – einfach so, dehnen wir halt mal ein paar Schulregeln hier und einige andere da, aber für den Goldenen Potter und sein unangenehm großes Ego war das ja kein Problem! Wenn er, Severus, den Burschen beim unerlaubten Fliegen erwischt hätte, wäre er nicht ohne Strafe davongekommen, geschweige denn hätte er noch eine Belohnung für sein gänzlich unangemessenes Verhalten kassiert – selbst wenn er zum Jupiter geflogen wäre, ihn dreimal umkreist und dann noch tausende Erinnermichs vom Himmel geholt hätte! Hochkant rausgeworfen hätte er ihn! Aber nein, leider war es ihm nicht vergönnt gewesen. So ein Talent muss man ja fördern! Schon klar, dass die Löwenmama alle Hebel in Bewegung setzen würde, um ihm nicht noch einmal zum Gewinn des Quidditchpokals gratulieren zu müssen. Das hatten die Miezen alle gemein: Sie mussten sich ständig aufspielen!

Leise vor sich hin grummelnd wandte er sich einem anderen Thema zu – und wäre dem Schulleiter am liebsten an die Gurgel gegangen.

„Albus Dumbledore!", fauchte er und sprang von seinem Sessel auf, in dem er sich nur Minuten zuvor niedergelassen hatte. „Bist du denn… jetzt völlig durchgeknallt, alter Mann?!"

Mit Quidditch, fiel ihm gerade ein, lieferten sie Quirrell eine exzellente Möglichkeit, Potter den Garaus zu machen – wie konnte Albus das erlauben, wenn er vermutete, was Severus dachte, das er vermutete? Sicherlich plante diese jämmerliche Entschuldigung für einen Verteidigungsprofessor schon bis ins kleinste Detail, wie er einen tödlichen Quidditchunfall für den Jungen, der überlebte, inszenieren könnte! Grrr! Das Leben ließ einen nie aber auch nur für eine Sekunde entspannen! Vielleicht… vielleicht bekam Potter ja noch Muffensausen und würde nicht spielen – die Slytherins würden definitiv dafür sorgen, dass er sich nicht zu sorglos gegen sie aufs Feld begab! Dass er der neue Sucher war, würde nicht lange ein Geheimnis bleiben, der Hogwarts-Buschfunk funktionierte seit jeher besser als das Zaubereiministerium!

OoO

Severus' Annahme sollte sich als korrekt erweisen, wenn auch auf ein paar Umwegen: Das erste, was die Slytherins durch Draco Malfoy erfuhren, war, dass Harry Potter trotz Erstklässlerbeschränkung einen teuren Besen geschickt bekommen hatte und die Lehrer anscheinend eingeweiht waren. Daraufhin hatte Severus Besuch von einem fuchsteufelswilden Marcus Flint, seines Zeichens bedauerlicherweise Slytherin-Quidditchkapitän, bekommen, der Potters Ausschluss vom Turnier verlangte – oder, besser noch: den des gesamten Gryffindor-Teams. Nach einer halben Stunde guten Zuredens, in der es Severus irgendwie geschafft hatte mitzuteilen, dass er selbst in der Sache machtlos war, ohne seine Autorität zu untergraben, zog der Fünftklässler ab, um seinen Kameraden von seinem Misserfolg zu berichten.

‚Ein Nimbus 2000 also…', dachte Severus, nachdem die Tür endlich ins Schloss gefallen war. ‚Wenn Potter senior noch gelebt hätte, wäre ihm vor Stolz wahrscheinlich sein arroganter Schädel geplatzt!'

*OoOoO*

Arian war von ihrem Großvater seit jeher auf Quidditch gedrillt worden, hatte sogar einige Jahre lang in ihrem Uni-Team als Jägerin gespielt, und so hatte sie großes Interesse an der Hogwarts'schen Schulmeisterschaft. Als Minerva von ihrem grandiosen neuen Fund namens Potter junior erzählte, war sie sofort Feuer und Flamme. Das Eröffnungsspiel gegen Slytherin versprach wunderbar spannend zu werden – nicht zuletzt wegen der Rivalitäten zwischen den beiden Häusern, über die Arian mittlerweile aufgeklärt war. Nicht einmal bei erwachsenen Menschen schien diese latente bis starke Feindseligkeit auszusetzen: all ihre Gryffindors beschwerten sich tagein tagaus über extreme Benachteiligung durch Snape gegenüber den anderen Häusern, speziell Slytherin (was Arian insgeheim nicht verwunderte), während Minerva etwas subtiler bei der Sache vorging und sich „nur" im Lehrerzimmer über die Schlangenbrut ausließ – was des Öfteren zu verbalen Schlachten mit der Oberschlange führte, die Arian interessiert verfolgte. Zum einen war es entspannend, einmal nicht Ziel der fiesen Sprüche des Tränkemeisters zu sein, andererseits konnte Minerva auf jahrelange Erfahrung mit Mr Miese-Laune zurückblicken, was für eine Anfängerin auf diesem Gebiet eine perfekte Möglichkeit zum Lernen bot. Und obwohl es bei diesen beiden beinahe unterhaltsam war, war sie doch sehr froh, an der Germanischen Zauberakademie nicht in ein Haus eingeteilt worden zu sein.

In ihrem Unterricht konnte sie so langsam die Interessierten von den Nichtinteressierten unterscheiden, da der Stoff nun stetig anspruchsvoller wurde. Längst waren sie über „Mein Name ist…" auf Walisisch hinaus, aber manche schienen das eindeutig nicht erwartet zu haben. Nachdem jedoch die sprachlichen Grundlagen fürs Erste gelegt waren, begann Arian auch mit weiterführenden Themen – wo liegt Wales (sehr belächelt unter den Schülern, aber eine Auffrischung des Wissens hatte noch niemandem geschadet), wie hoch ist die magische Bevölkerungsdichte dort, aber auch Dinge wie die Verbreitung der Sprache, die die Schüler lernen würden. Um ihre Schützlinge bei der Stange zu halten, streute Arian brockenweise interessante Informationen über ihr Heimatland ein – dass Merlin aus Wales stammte, brachte die Augen zum Leuchten. Allerdings hatte kaum einer zuvor von König Artus gehört, obwohl der von magischen (und in diesem Bereich besonders von walisischen) Historikern nicht selten für einen Zauberer gehalten wurde.

„Ich finde es sehr bedauerlich", beendete sie eine ihrer Unterrichtsstunden im ersten Jahr, „dass mehr Historie und Kultur erst im zweiten Lernjahr auf dem Lehrplan steht. Zur Magie der Kelten kommen wir frühestens in Jahr drei, wo ihr dieses Fach, im Gegensatz zu den anderen, auch abwählen könnt."

Doch trotz der vielfachen Begeisterung der Schüler, warteten im Lehrerzimmer konstant schräge Blicke auf sie. Bathsheda Babbling, die Lehrerin für Alte Runen, warf ihr sogar angeblich insgeheim Diebstahl von Unterrichtsstoff vor – was zwar nicht gerade nett war, aber im Gegensatz zu Snapes Vorwurf, zur intellektuellen Verkümmerung der Zaubererschaft beizutragen und gleichzeitig eine Platzverschwendung zu sein, war das noch tragbar.

Ihre Waldkäuzin Caryl boykottierte sie inzwischen wegen chronischer Unterforderung (wann immer Robbie ihr schrieb, bestand er auf seine Burgturmmischung mit dem herrlich doofen Namen Speedy Spencer (der sich allerdings eher aufführte wie Speedy Gonzales…) ) und ließ nie auch nur die Spitze einer braunen Feder blicken.

Doch zu ihrer großen Freude berichtete Minerva ihr an einem Freitagabend, dass sie, Arian, von den anderen Eingeweihten als aufnahmewürdig befunden worden war und nun das Privileg hatte, an den monatlich stattfindenden „Mädelsabenden" teilzunehmen, die immer am ersten Freitag des jeweiligen Monats angesetzt waren. Alles war streng geheim zu halten (vor allem vor Männern!), der Hinweis auf den Veranstaltungsort würde immer am selbigen Tag von der Gastgeberin beim Abendessen gegeben werden.

Arian befürchtete schon, den Hinweis zu verpassen oder nicht als solchen aufzufassen (was in Unachtsamkeit beim Essen mündete – mehr als einmal piekste sie mit ihrer Gabel neben den Teller und wurde daraufhin von Snape gefragt, ob sie in Deutschland das Essen nicht gelernt hätte), doch sie hätte sich überhaupt keine Gedanken machen müssen: Pomona stand auf, räkelte sich ein wenig übermütig und verkündete dann etwas lauter als nötig: „Die weiblichen Schattennelken hinter Gewächshaus 2 müssen heute unbedingt noch gegossen werden!"

Draußen regnete es in Strömen.

Arian versuchte herauszufinden, wer sich durch nicht allzu enthusiastisches Verhalten als Eingeweihte outete. Von Minerva wusste sie es ja, aber auch Septima und Aurora schauten ein klitzekleines bisschen missmutig aus der Wäsche und sahen sehr oft zur verzauberten Decke hinauf, über die gelegentlich ein greller Blitz zuckte. Nach wie vor schüttete es wie aus Kesseln.

Nach dem Essen zog sich Arian einen extrawarmen Umhang über, den sie noch zusätzlich mit einem wasserabweisenden Zauber gespickt hatte, und schlich, um Geheimhaltung bemüht, hinunter in die Eingangshalle. Dort war Rolanda Hooch gerade dabei, sich möglichst unbemerkt durch die großen Eichentüren zu zwängen. Eilig schloss Arian zu ihr auf.

„Na, auch ne Schattennelke?", fragte Rolanda, nachdem sie ihre nicht mehr ganz neue Kollegin von oben bis unten gemustert hatte wie einen neuen Rennbesen.

„Ja, ganz frisch und ungegossen."

„Das lässt sich ändern!", meinte die Fluglehrerin und trat resolut in den strömenden Regen hinaus.

Arian folgte ihr ein wenig zurückhaltender.

Dicke Tropfen klatschten ihnen ins Gesicht, am Horizont grummelte es bedrohlich und Arian fühlte sich schon jetzt durchgeweicht bis auf die Knochen. Warum musste man sich denn hinter Gewächshaus 2 treffen? War in nicht viel praktischer?

„Recht haben Sie!", lachte Rolanda. „Vielleicht plant Pomona ja einen Mondscheinspaziergang."

Arian schluckte ihre Überraschung darüber, dass sie soeben mal wieder laut gedacht hatte, hinunter.

„Wenn sie heute den Mond sehen will, sollte sie es mit Sybills Kristallkugel versuchen…", entgegnete sie bibbernd. „Ist sie eigentlich auch, naja, mit von der Partie?"

„Sybill? Nein, die würde uns alle die Wände hochtreiben. Oder vom Astronomieturm runter. Wir sind nur zu sechst, jetzt zu siebt: Minerva, Pomona, Aurora, Septima, Sie, ich. Und eigentlich noch Poppy, aber die muss ja immer abrufbereit im Krankenflügel sein, deswegen gestaltet es sich meist recht schwierig. Eine gemütliche Frauenrunde sieht natürlich auch anders aus, aber lustig ist es."

Endlich kamen sie bei den Gewächshäusern an. Hinter Glashaus Nummer zwei warteten schon eine griesgrämig dreinblickende Minerva, eine grimmig den Himmel betrachtende Aurora Sinistra und eine Pomona, die beinahe auf und ab zu hüpfen schien als hätte sie etwas anderes als das Abendessen zu sich genommen.

„Super, jetzt fehlt nur noch Septima!", rief Letztere fröhlich, doch da näherte sich schon eine tropfnasse Gestalt. „Ach, da ist sie ja! Na, wieder ne Berechnung aufgestellt, wer zuerst geht?"

„Wohl eher, wer zuerst krank wird", grummelte Septima zur Begrüßung. „Was hast du vor?"

„Also", wandte sich Pomona, noch immer im Wolkenbruch stehend, an ihre Kolleginnen, „ich habe eine Kleinigkeit vorbereitet. Ganz besonders stolz bin ich auf den Nachtschattenpunsch, den müsst ihr unbedingt probieren, hihi!"

Damit erübrigten sich jegliche weitere Fragen nach dem Grund für Pomonas erheiterten Gemütszustand. Minerva und Aurora tauschten einen vielsagenden Blick. Anscheinend nichts Neues.

Wie kleine Kinder drängten sich die Lehrerinnen nach der Ansprache durch die Tür ins Gewächshaus. Was ein kleiner Regenschauer mit vernunftbegabten, erwachsenen Menschen machen konnte, war schon erstaunlich.

Das Innere des Hauses war, von außen nicht einmal zu erahnen, schummrig beleuchtet, wobei augenscheinlich einige Glühwürmchen in Lampionblumen eingeschlossen worden waren. Auf dem erdigen Boden lagen dicke Sitzkissen mit aufgestickten Pflanzenmotiven um einen großen, etwas ramponierten, schwarzen Kessel drapiert, in dem es verheißungsvoll blubberte.

Gespannt und mithilfe einiger Zauber getrocknet, ließ sich die Gesellschaft auf den Polstern nieder; Arian wurde ohne viel Federlesen zwischen Minerva und Septima platziert.

Alkoholbedingt breit grinsend schwang Pomona nun ihren Zauberstab und sechs grünlich lasierte Tonbecher füllten sich mit dem tiefschwarz-violetten Trunk aus dem Kessel. Gemächlich verteilten sie sich auf die Anwesenden.

Vorsichtig schnupperte Arian an dem Gebräu. Zaubertränke war immerhin ihr Zweifach an der Uni gewesen, bevor sie nach zwei Jahren das Handtuch geworfen und sich nur noch auf Keltische Sprachen konzentriert hatte. Daher wusste sie auch mit Sicherheit, dass Nachtschatten durchaus giftig sein konnte… Aber wenn Pomona schon so viel davon getrunken hatte und noch immer unter den Lebenden weilte, konnte der Punsch nicht allzu tödlich sein.

„Auf unser neues Mitglied!", hickste die Kräuterkundelehrerin und hob ihren Becher.

Arian gab sich die größte Mühe sich hinter Minerva zu verstecken, was sich bei der dürren Schottin allerdings als äußerst schwierig herausstellte.

„Prost!", stimmten die anderen mit ein.

„Wie sagt man auf Walisisch?", erkundigte sich Rolanda.

„Iechyd da", kam es gemurmelt aus dem Schatten.

„Keine falsche Scheu, meine Liebe!", sagte Minerva und rutschte ein Stück zur Seite, sodass ihre junge Kollegin wieder vollständig zum Vorschein kam. „Wir müssen Sie schließlich ein wenig unterstützen!"

Die Übrigen nickten gewichtig.

„Bei was?", fragte Arian schwach. Die grinsenden Gesichter der Älteren ließen sie nichts Gutes ahnen.

„Na, was wohl? Sie können sich doch nicht länger von unserem guten Severus drangsalieren lassen!"

„Halt! Keine Namen männlicher Mitbürger in dieser Runde!", erinnerte Aurora und die Gruppe brach in herzhaftes Gelächter aus.

Mittlerweile war Arian feuerrot bis unter die Haarspitzen, was in dem dämmrigen Licht glücklicherweise nicht großartig auffiel.

„Wie dem auch sei", nahm Minerva mit zuckenden Mundwinkeln den Faden wieder auf, „Wir-alle-wissen-schon-wer aus Kerker Nummer 12 ist es nicht wert, dass Sie jedes Mal beim Betreten des Lehrerzimmers einem Nervenzusammenbruch näher kommen. Zu dem können Sie ruhig mal richtig gemein sein, das prallt zu einem Großteil eh an seinem Ego ab. Um den wirklich verschwindend geringen Rest brauchen Sie sich absolut keine Sorgen zu machen, vielleicht denkt er dann mal darüber nach und respektiert Sie ein klein wenig."

Arian wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Was hatte Alkohol nur für grausame Auswirkungen auf den Verstand von Menschen! Sie sollte ihren Kollegen beleidigen, um sich bei ihm Respekt zu verschaffen? Das klang dermaßen abgedroschen, dass es vielleicht sogar einen Versuch wert war, aber definitiv nur in angetrunkenem Zustand, sonst kam jegliche Logik abhanden.

Endlich wandte sich das Gespräch von Arian und ihrem kleinen großen Problem ab und zu dem vermutlich ungiftigen Punsch hin. Er schmeckte in der Tat fantastisch und der Alkoholgehalt kam dem eines guten Whiskys erschreckend nahe. Schon bald war die Partygesellschaft ausgelassener denn je, es wurde mit Anekdoten und schlechten Witzen um sich geworfen, dass die Pflanzen um sie herum beschämt die Blätter einzogen, und irgendwann – sie bekam es selbst nur eingeschränkt mit – erzählte Arian von ihrem Zusammenstoß mit einem gewissen schwarzgewandeten Jemand in der Eingangshalle, bei dem sie wirklich alles andere als nett und zuvorkommend gewesen war.

Nachdem sie geendet hatte, dauerte es eine Weile, bis sie der allgemeinen Stille im Raum gewahr wurde.

„Waaas?", fragte sie, einen Schluckauf unterdrückend. „Hab' ihr das no nie so g'mach'?"

„Ne-nein", gab Septima ungehalten kieksend zur Antwort und wollte ihr auf die Schulter klopfen, die sie jedoch grandios verfehlte und mit Schwung kopfüber im nächstbesten Blumenbeet landete. Das darauf folgende, brüllende Gelächter hob fast das Dach ab.

„Du du du has' wirklich…!" Ein erneuter hysterischer Lachanfall verhinderte, dass Pomona ihren Satz beenden konnte.

Aurora starrte mit einem derart glasigen Blick nach draußen, dass man meinen konnte, sie stellte sich Snape gerade nackt vor.

Minervas Lachen dagegen war zu einem ungezügelten, schrillen Kichern abgeflaut. Hicksend gratulierte sie Arian zu ihrem gelungenen Konter und lud sie für den nächsten Freitag auf einen Whisky zu sich ein. Falls sie ihre Gesellschaft dann noch ertragen konnte.

Ein schepperndes Klopfen riss sie alle jäh aus ihren punschbeseelten Unterhaltungen. Die gläserne Tür wurde von außen aufgeworfen und herein schaute das bärtige und zutiefst verwunderte Gesicht Rubeus Hagrids.

„Alles klar, d'e Damen?", fragte er besorgt und ließ den Blick über die sich ihm bietende Szene schweifen. „Fang hat d'e ganze Zeit so gejault, da wollt' ich mal nachsehn…" Er verstummte mit großen Augen.

Rolanda hatte sich in einer Ecke zusammengerollt und schnarchte munter vor sich hin, alle anderen sahen ertappt aus wie kleine Kinder, die mit beiden Händen in der Keksdose erwischt worden waren.

„Oh neeeein, er hat uns entdeckt!", heulte Septima auf und vergrub ihr erdiges Gesicht in ihren noch erdigeren Händen.

„Fang… Fang dir einen Hund…", brabbelte Pomona selig grinsend und kippte nach hinten um.

„Äh, wie wär's, wenn Se jetz' alle n bissl schlafn gehen? Kommen Se, ich begleit' Se rauf", bot der Wildhüter fürsorglich, allerdings leicht überfordert an.

„Nein, nein, das ist nicht nötig!", meinte Minerva und rappelte sich hoch. Zur Überraschung aller schwankte sie kaum, als sie hocherhobenen Hauptes an Hagrid vorbei hinaus stolzierte. „Aber sagen Sie kein Wort hiervon… davon… irgendwem, ja?"

Hagrid nickte nur sprachlos, fasziniert von der augenscheinlichen Trinkfestigkeit der Schottin, denn dass hier Alkohol in Sturzbächen geflossen sein musste, war sogar ihm klar.

Leicht maulig trotteten nun auch die Übrigen hinterdrein, wobei alle so ihre Probleme hatten, auf den Beinen zu bleiben. Im Gänsemarsch liefen sie den Hügel hinauf zum Schloss, während Rolanda, die gerade erst geweckt worden war, eine ziemlich versaute Version der Schulhymne zum Besten gab, in der irgendwie Snape und ein Besenstiel vorkamen.

Bei Arian machten sich schon die ersten Kopfschmerzen bemerkbar und sie war mehr als nur ein bisschen froh, sich nicht mit diesem Thema befassen zu müssen. Es reichte ihr schon vollkommen, dass der Mann überhaupt existierte und sie obendrein noch an einen Haufen völlig übergeschnappter Kolleginnen geraten war. Wobei Letzteres schon wieder fast witzig war. Mit der Kerkerfledermaus musste sie sich aber glücklicherweise nicht auch noch beschäftigen.

Vorerst.

Denn nachdem sie sich alle (ziemlich leise für eine Meute betrunkener Frauen) voneinander und von einem noch immer verwirrten Hagrid verabschiedet hatten, nahm sie auf dem Weg zu ihren Räumen eine falsche Abzweigung und traf, anstatt auf den roten Drachen auf dem Wandbehang, auf einen Vampir. Zumindest wirkte es auf den ersten Blick so – schwarze Kleidung, fahles Gesicht –, jedoch entpuppte sich die Gestalt als –

„Und wieder zu tief ins Glas geschaut!", höhnte Snape. „Dass Sie es überhaupt wagen, so herumzulaufen! Ob der Schulleiter wohl weiß, dass er eine Alkoholikerin eingestellt hat? Ich möchte fast wetten nicht!"

‚Sag nichts, Arian, das wird nur noch peinlicher!'

„Twll dîn…", murmelte sie und lief mit gesenktem Kopf weiter, sehr darauf bedacht, nicht zu torkeln. „Gwirionyn… Plentyn gordderch… Hau ab… V'piss dich…"

Ein Teil von ihr schüttelte sich bei der gelallten Wortwahl – dem Rest war es schnurzpiepegal. Ihr war übel, sie wollte nur noch ins Bett und etwas gegen all diese Nachwirkungen des Alkohols schlucken. Hoffentlich waren ihre Tränke noch gut, wann sie die das letzte Mal durchgecheckt hatte, wusste nur Merlin selbst…

*OoOoO*

Severus starrte dem schwankenden Keltenweib hinterher, bis die Säuferseele um die nächste Ecke verschwunden war. Besoffen war die tatsächlich noch langweiliger als nüchtern, nur eine Spur grüner im Gesicht. Mehr als ausfallend wurde sie ebenfalls nicht, und das dann auch noch in dieser bekloppten Sprache, von der er kein Wort verstand. Aber was eigentlich viel wichtiger war: Wo war sie um diese Uhrzeit gewesen? In Hogsmeade? Und noch wichtiger: Mit wem? Wem konnte er die Mitverantwortung zuschieben, wenn sie gleich ihren gesammelten Mageninhalt über den Flur verteilen würde?

Er beschloss, seine Kollegen am nächsten Morgen besonders genau zu beobachten.

Leider gab es da absolut nichts zu sehen außer den üblichen müden Gesichtern. Sogar die Kotz-Keltin schien etwas gegen Übelkeit und Kater eingeworfen zu haben, da sie sich vollkommen normal verhielt – normal für ihre Verhältnisse.

Das einzig Komische an diesem Morgen waren die neugierigen Blicke, die Hagrid Minerva zuwarf, aber das konnte ja nichts mit diesem unmöglichen Wesen zu tun haben.

/

Oh Merlin, erotischen Szenen… War's arg schlimm? Wie fandet ihr's? Irgendwelche Kommentare und/oder Tipps? 0.0

Ach ja, wenn ihr irgendwas zu gerne passieren sehen wollt, hier in der Story – schreibt mir, ich schau, wie und ob ich's einbauen kann ;)

Und für diejenigen, die es interessiert: den Strand gibt es wirklich, hier ist meine Inspiration ;) 3

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So, genug gelabert: für jedes Review gibt's ne Scheibe Bara Brith :P (jaja, ich mäste Leser ^^ )