Heute bin ich fleißig, gleich zwei neue kapitel :)
Jetzt passiert endlich mal so richtig was :) Also vorallem etwas, das nichts mit der serie zu tun hat :)
Sagt mir doch, was ihr denkt.
Im Hotel war die halbe Lobby voll mit Menschen, die gerade aus der Notaufnahme kamen und so saßen überall Verletzte rum. Nebenbei erfuhr ich, dass Jessica von Bill schon in der letzten Nacht heim geschickt worden war und ich dadurch niemanden mehr hier hatte.
Das Ergebnis war, dass ich deprimiert in meinem Hotelzimmer saß und Löcher in die Luft starrte.
Ein Klopfen riss mich aus meinen Gedanken. „Was denn, Er... Godric? Verstehe das bitte nicht falsch, aber was machst du hier?"
„Ich hab doch gesagt, ich komm später noch im Hotel vorbei." Er lächelte mich an. „Ja, nur dachte ich du hättest Eric damit angesprochen." Ich schien wohl sehr verunsichert, was Godric noch mehr zum Lächeln brachte. „Wenn es etwas gibt, das Eric etwas bedeutet, dann ist es sein Kind. Du bedeutest ihm viel, ich sehe das, auch wenn er es nicht oft zeigt."
Wenn mein Herz noch schlagen würde, würde es das nun vermutlich nicht mehr tun, als ich mich zusammennahm und ihn hereinbat.
„Eric hat eine Schwäche fürs Angeben." Meinte er nachdenklich, als er sich umsah. In dem Moment schien er zwar immer noch älter als es rein äußerlich wirkte, trotzdem schien er weniger extrem zu sein. Etwas schlaff ließ ich mich auf mein Bett plumpsen.
„Du wirst es weit bringen, weißt du? Du bist kein einfacher junger Vampir." Aus seinem Mund, dem ewig jugendlichen Sheriff von Dallas, war das ein unglaubliches Kompliment.
„Danke." Flüsterte ich nur recht leise, als er sich zu mir auf das Bett setzte. In diesem Moment war ich so froh wie nie, dass Herzklopfen und Rotwerden nicht zum Vampirleben gehörte. Godrics Augen fesselten meine und schienen mich so festzuhalten, dass ich mich nicht los reißen konnte.
Als ich seinen sanften Atem fast auf meiner Haut fühlen konnte, war ich wieder fähig, mich zu bewegen und hob die Hand, um sie an seine Wange zu heben. Seine Haut war fast kälter als meine eigene und nebenbei zuckten regelrechte Funken durch meine Finger, als sie ihn berührten.
Plötzlich hob er seine eigene Hand, führte sie vorbei an meiner Wange und vergrub sie in meinen Haaren. Er näherte sich mir und ich tat es ihm nach. Mein Nacken kribbelte bereits von seiner Berührung, als sich unsere Lippen endlich trafen. Es war wie eine Explosion, als es endlich geschah. Wie etwas aufgestautes, das sich jetzt alles in mir entlud.
Gerade, als ich begann, loszulassen und sich meine Anspannung löste, kam in mir etwas auf, das alles zerstörte. In meinem Kopf bildete sich das Gefühl der Angst. Nicht, dass ich Angst von Godric gehabt hätte, es war eher eine Erinnerung.
Ich weiß nicht, was mir mehr wehtat; die Erinnerung oder Godrics Gesichtsausdruck, wie er mich ansah.
„Es.. es tut mir so leid. Es ist nur... Eine böse Erinnerung. Oh nein, nein." Ich musste mich beruhigen, sonst würde Eric sofort hier im Zimmer stehen und das musste ich jetzt nicht haben.
Da konnte ich mich nicht mehr halten. So selten sie bisher gesehen wurden, so schossen mir jetzt die blutigen Tränen eines Vampirs in die Augen. Godric nahm seine Hand wieder hoch, jetzt aber zwang er mich, ihn anzusehen.
„Hey, was ist los?" Seine Worte ließen noch mehr Tränen in meine Augen schießen.
„Was glaubst du, warum Eric ein Teenager verwandeln würde? Weil ich ihm so viel bedeutet habe? Schon davor? Eher nicht, oder? Ganz recht. Es war vor ziemlich genau fünf Jahren. Ich war gerade auf dem Weg nach Hause von einer Freundin, die ein kleines Fest in der Waldhütte ihrer Eltern gemacht hatte. Es war im Nirgendwo, ich hätte nicht erwartet, irgendjemanden zu treffen, es war zu verlassen dafür. Leider irrte ich mich und... Ich traf auf drei Männer. Sie waren betrunken, schätze ich, als ich das gemerkt habe, wollte ich schon umdrehen und einen anderen Weg nehmen, doch sie hatten mich wohl schon bemerkt. Die Männer liefen mir hinterher und riefen mir Zeugs hinterher, was mich nur schneller laufen ließ, genauso wurden sie schneller, bis sie mich eingeholt hatten. Ein junges Mädchen im Nirgendwo und drei betrunkene Männer, du kannst dir vorstellen, was passiert ist. Als sie dann fertig waren, wollten sie nicht, dass ich jemals die Möglichkeit hätte, jemanden etwas zu erzählen, also prügelten sie mich fast zu Tode. Man hätte mich wahrscheinlich nie gefunden, doch wie durch ein Wunder fand mich Eric. Keine Ahnung, warum, aber er half mir, gab mir sein Blut und verwandelte mich." Godric hörte mir geduldig zu, nachdem er im Nachtschränkchen Taschentücher gefunden hatte.
„Naja, ich hab sie wieder gefunden. Diese Männer wurden einer nach dem anderen meine ersten Opfer. Und weißt du was? Als ich mit ihnen fertig war, wurde mir bewusst, dass es mir nichts gebracht hatte. Ich fühlte mich nicht besser deswegen. Es war bei mit nie so, dass ich ein Riesenfan der Menschen war, nach meiner Verwandlung, aber es... Fühlte sich nicht befreiend an oder was auch immer ich erwartet hatte." Godric sah mich mit Mitgefühl im Blick an.
„Du bist weiser als so mancher Vampir in diesem Hotel und das mit fünf Jahren Erfahrung. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich wesentlich länger gebraucht habe."
Er führte seine Hand sanft an die Seite meines Kopf und er zog mich sanft zu sich hin. „Es tut mir leid, was dir passiert ist. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es gar nicht erst versucht."
Leider verschwand er kurz darauf und ließ mich wieder allein. Der Spiegel im Bad offenbarte mir, wie schrecklich die Tränen mich hingerichtet hatten, weshalb ich mich erstmal mit einem kalten Waschlappen das Gesicht abwusch.
Mir war klar, dass die Nacht nicht mehr lange währte, also legte ich mich schon mal ins Bett und ließ die Fenster verdunkeln.
So lag ich eine ganze Weile und starte in die Dunkelheit. Ich hatte Erics Macher geküsst und ihm mein größtes Geheimnis offenbart.
Während ich so dalag und darauf wartete, endlich einzuschlafen, fühlte ich wieder eins dieser passives Gefühle. Dieses Mal jedoch war es ein psychischer Schmerz, der Schmerz und die Angst war so stark, dass es nur einen Grund haben konnte. Wenn der eigene Macher starb oder gestorben war.
So schnell ich konnte, verließ ich mein Zimmer und rannte dem Gefühl entgegen. Es führte mich immer höher, bis ich an eine Treppe kam, deren oberes Ende offen war und man den langsam hell werdenden Himmel zu sehen war. Entfernt hörte ich deutlich, wie Eric schluchzend protestierte und Godric versuchte, ihn zu beschwichtigen.
Ich flitzte so schnell es ging hoch und blieb ein Stück entfernt von den beiden stehen.
„Godric!" Beide drehten sich zu mir um, woraufhin ich das letzte Stück normal rannte. „Godric, du kannst das nicht tun. Nicht nach dem, was von kaum einer dreiviertel Stunde noch passiert ist. Godric, 2000 Jahre sind eine lange Zeit, aber was ist, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der einem die Zeit vergessen lässt? Godric, bitte, du kannst das nicht tun." Mein letztes Argument war ein Kuss, ich küsste ihn wie ich es vorhin gerne getan hätte. „Ich lass dich nicht gehen, Godric. Das kannst du weder mir noch Eric noch sonst wem antun." Er schien tatsächlich noch zu überlegen.
In seinem Rücken sah ich die ersten Sonnenstrahlen und die Tränen kamen wieder. „Bitte..." Flehte ich ihn an.
Seine Antwort war, dass er mich packte und auf seinen Arm nahm, mit mir den ganzen Weg bis zu meinem Zimmer in einem Rutsch zurück legte und, wie auch immer, die Tür öffnete.
In dem Zimmer legte er mich vorsichtig auf das Bett und sah mich einfach an. Bevor ich etwas sagen konnte, ergriff er die Initiative und küsste mich. Es war leidenschaftlich und all die Ängste und das, was es mir zuvor ruiniert hatte, fiel ab, ich gab mich hin.
„Wie konntest du nur an sowas denken? Nach dem, was hier vorhin passiert ist, wäre ich wahrscheinlich neben dir stehen geblieben. Das hätte ich nicht ausgehalten."
Seine Hände gruben sich tief in meine Haare und er küsste mich ein weiteres Mal. „Ja, Godric. Bitte..." Uns war egal, dass es Tag wurde, wir verbrachten ihn zusammen. Es musste schon früher Nachmittag sein, als ich in seinen Armen dann endlich einschlief.
Die Reise nach Dallas hätte kaum besser werden können.
