So, endlich ist mal wieder was von uns zu hören, oder besser gesagt zu lesen. Leider, leider haben uns Abi und mein Urlaub davon abgehalten dieses Kapitel früher zu posten. Wir hoffen trotzdem, dass es euch gefällt und dass das nächste Kapitel nicht erst nach so einer langen Pause kommt...

Disclaimer: Als wenn uns irgendwas gehören würde, dass ist natürlich alles J.K. Rowlings.

3. Kapitel

Familienangelegenheiten

Leise, sei leise, Sirius. Komm, nur noch ein paar Treppenstufen, dann hast du es geschafft.

Sirius klammerte sich am Geländer fest aus Angst, dass seine Beine nachgeben würden. Ein Schritt, noch einer, ja. Wieder eine Treppe geschafft.

Er stand im dunklen Korridor des ersten Stocks. Vorsichtig sah er sich um. Kreacher war nicht in Sicht, doch er konnte deutlich Schritte aus einem Zimmer auf der linken Seite hören. Tapsige Schritte, die zu eben jenem Hauself gehören mussten.

Langsam schlich Sirius weiter zu der kleinen Bibliothek, die auf der rechten Seite lag. Dort befand sich auch ein Kamin und hoffentlich auch genügend Flohpulver.

Nicht auf die Diele da vorne treten. Wenn ich meinen... ja, so ist es gut. Sirius wusste genau, welche Bretter er vermeiden musste um möglichst leise zu sein. Er hatte schließlich Jahre lange genug Zeit gehabt um diese Erfahrungen zu sammeln.

Doch sein Magen entschied sich genau in diesem Moment über seinen erbärmlichen Füllstand zu protestieren.

„Verdammt", fluchte Sirius leise, aber beherzt.

Und schon war es geschehen. Eine kleine Verunsicherung und er war auf das falsche Stück Holz getreten. Man musste sagen, dass Knarren konnte sich sehen lassen. Es war prädestiniert dafür den Leuten in deiner Umgebung mitzuteilen, dass du dich hier befandest. Sirius hätte genauso gut „hier bin ich" schreien können.

„Herr?", kam es aus dem Saal auf der linken Seite. Fußschritte näherten sich der Tür.

Jetzt war alles egal. Jeglicher Versuch leise zu sein war vergessen. Der junge Black konnte sich noch rechtzeitig aus der Erstarrung lösen um sich mit ein paar Schritten in die vermeintliche Sicherheit zu hechten. Doch er wusste, dass es sich zu beeilen galt. Kreacher würde sicherlich nicht lange brauchen bis er herausgefunden hatte, dass er sich hier aufhielt.

„Herr?", ertönte es wieder. Diesmal lauter. Misstrauischer. Das leichte Tappen von Füßen verriet, dass sich der Hauself näherte.

Sirius sah sich panisch um. Wo hatten seine Eltern das Flohpulver noch mal versteckt? Er rannte zum Kamin und begann die Dinge darauf zu durchforsten.

Tapp.

Dose: Nichts.

Tapp.

Schachtel: Nichts.

Tapp.

Kästchen: Nichts.

Tapp.

Beutel: Da war es. Endlich.

Die Tür hinter ihm knarrte, als sie geöffnet wurde.

oOoOoOo

Ein Klopfen am Fenster ließ sie von ihrem Buch aufgucken. Vor dem verschlossenen Fenster saß ein kleiner Steinkauz und hüpfte aufgeregt auf und ab.

Mit einem Seufzer stand Lily von ihrem Bett auf. Nicht, dass sie es wirklich bedauerte, dass sie nicht weiter in Neuere Geschichte der Zauberei lesen konnte. Es war vielmehr, dass sie ihre bequeme Sitzstellung verlassen musste, die sie nach stundenlangem Suchen erst fünf Minuten zuvor gefunden hatte.

Sie öffnete das Fenster und ließ die kleine Eule und mit ihr eine gute Ladung Schnee ins Zimmer. Am linken Bein trug der Vogel einen zusammengerollten Brief, der, wie Lily nach dem auseinanderrollen amüsiert feststellte, in etwa doppelt so groß und mindestens genauso schwer war, wie das Tier selbst.

„Armer Woopie", wandte sich Lily mit einem Grinsen, das sie sich nicht verkneifen konnte, an den Vogel, „und bei dem Wetter hat sie dich den ganzen weiten Weg mit so einem schweren Brief fliegen lassen? Das grenzt ja an Tierquälerei."

Der Vogel gab einen Protestlaut von sich und Lily vermutete, dass der kleine Kauz ihr recht gab.

Mit einem Lachen und einem „Jaja, ich weiß schon, was dich wieder aufmuntert" öffnete die Rothaarige die oberste Schublade in ihrem Schreibtisch und kramte eine Tüte mit Eulenkrackern hervor. Sie nahm einen aus der Tüte und gab ihn der kleinen Eule. Anscheinend zufrieden gestellt hüpfte Woopie mit seiner neusten Eroberung zum anderen Ende des Schreibtisches. Es schien ihm dabei nichts auszumachen, dass der Kracker in etwa dieselbe größe hatte, wie sein Kopf.

Das bot Lily die Gelegenheit sich endlich dem Brief ihrer Freundin Laura zuzuwenden. Dass der Brief von Laura kam, wusste Lily schon vor dem Aufmachen, schließlich war Woopie ihre Eule. Nach jahrelangem betteln hatten ihre Eltern sich endlich erbarmt ihr eine Eule zu kaufen. Laura durfte sich das Tier selbst aussuchen. Und wofür entschied sie sich? Für den kleinsten Vogel, der im ganzen Geschäft zu finden war. Ihre Eltern wollten ihr davon abraten gerade diese Eule zu nehmen, aber letztendlich hat Laura doch das bekommen, was sie wollte. Laura bekam eigentlich fast immer alles, was sie wollte.

Jetzt wollte Laura shoppen gehen und zwar mit Lily, zwischen Weihnachten und Silvester.

Schnell überflog Lily den Brief. Sie könnte für einige Tage bei Laura wohnen, hieß es, um dem „Vernon ist so toll"-Gelaber für einige Zeit zu entkommen, wie es Lilys Freundin so reizend in ihrem Brief ausdrückte.

Lily musste nicht lange überlegen, die Chance, ihrer Schwester für einige Zeit aus dem Weg zu gehen, wollte sie auf keinen Fall einfach so vorbei ziehen lassen.

Schon war sie, sehr zum Unbehagen von Woopie aufgesprungen und auf dem Weg runter zur Küche, wo ihre Mutter gerade Weihnachtsvorbereitungen traf.

oOoOoOo

Die Tür schloss sich hinter Remus. James gähnte laut. Es war zwar noch recht früh am Abend, aber er wollte schon einmal dezent darauf hinweisen, dass er müde und so überhaupt nicht in der Lage war, seiner Mutter bei den Weihnachtsvorbereitungen mitzuhelfen.

Diese sah ihn an. Sie war gerade aus der Küche gekommen.

„Und hast du nicht Lust, mich beim Essenkochen zu unterstützen?"

„Nee, du, Mum. Ich bin total müde. Ich brauch doch meine Energie um morgen das Essen zu vertilgen." James grinste seine Mutter keck an.

„Ach so ist das."

James warf seiner Mutter noch ein weiteres Grinsen zu und schon war er dabei, die Treppen hoch zu sprinten. Oben angekommen hielt er inne. Er konnte einen dumpfen Ton hören. So als ob etwas auf dem Holzboden in dem Musikzimmer gefallen wäre. Neugierig öffnete James die Tür. Vielleicht war endlich diese scheußliche Statue umgekippt, die so ein türkischer Händler seiner Mutter aufgeschwatzt hatte.

Ein Keuchen ertönte aus der Ecke, die von einem wuchtigen Regal abgeschirmt wurde. James Vater war noch nicht zu Hause, einen Hauself hatten sie nicht und seine Mutter befand sich unten. Wer also sollte hier oben sein?

Um das herauszufinden blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als selber nachzusehen. Vielleicht hatte Remus ja beschlossen, dass es doch gar nicht so übel war seiner Mutter nicht zu helfen. Er lugte um die Ecke und starrte direkt in zwei graue Augen.

„Sirius?", platzte es aus James heraus. Sein Freund machte keinen guten Eindruck. Eine große, übel aussehende Wunde zog sich quer über seine Stirn.

„James, ich... kann ich bei euch bleiben?", stieß Sirius kurzatmig hervor.

„Klar", antwortete James prompt ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, was seine Eltern wohl dazu sagen würden. „Was ist passiert?"

„Ich... Kreacher hat mich erwischt. Meine Eltern haben mich mal wieder in meinem Zimmer eingesperrt. Regulus hat mir geholfen abzuhauen. Aber ich bin auf Kreacher getroffen und er hat mich noch mit einem Fluch erwischt."

James wusste, dass das nicht die komplette Wahrheit war. Dafür kannte er seinen Freund zu lange. Aber James wusste auch, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war um nachzuharken. Und so ließ er es auf sich beruhen.

oOoOoOo

Sie blieb vor der Tür zur Küche stehen. Drinnen konnte sie laute Stimmen hören. Anscheinend stritten sich ihre Mutter und Petunia schon wieder. Lily wunderte sich, ob es ihr nur so vorkam, oder ob sich ihre ältere Schwester in diesen Ferien besonders häufig mit ihrer Mutter stritt.

„Kannst du das denn nicht verstehen? Was sollen denn die Dursleys von meiner Familie denken?" Lily konnte Petunias schrille Stimme ganz deutlich erkennen.

„Sie ist genau so gut ein Teil deiner Familie, meine Liebe, ob du das nun akzeptieren kannst oder nicht." Man konnte merken, wie Kathrin Evans versuchte leise zu sprechen, aber trotzdem konnte Lily jedes Wort verstehen. Und natürlich, es ging um sie. Es ging meisten um sie, wenn es zu einem Streit in der Familie kam.

„Mutter, ich will nicht, dass sie mitkommt. Sie wird sich verplappern oder anfangen von ihren Freakfreunden zu erzählen oder von ihrer Freakschule. Außerdem kann sie doch gar nicht mehr über normale Themen reden. Sie kennt sich doch nur noch mit diesem ganzen Hokuspokus-Kram aus."

Lily hatte auf einmal einen Kloß im Hals. Sie wusste, dass ihre Schwester nicht damit klar kam, dass sie eine Hexe war, aber zu hören, dass Petunia sich für sie schämte war wie ein Schlag in die Magengegend. Sie fühlte sich vollkommen taub.

Die gesamte Familie war am Zweiten Weihnachtstag bei den Dursleys eingeladen. Damit man sich untereinander kennen lernen konnte. Die gesamte Familie. Und so wie es aussah gehörte Lily für Petunia wohl nicht mehr dazu.

Diese Gewissheit war für die Jugendliche nicht ganz neu. Ihre ältere Schwester führte ihr jede Ferien erneut vor Augen, wie wenig sie hier, in dem Haus ihrer eigenen Familie erwünscht war. Trotzdem war es jedes Mal wieder ein Schock für Lily. Sollte eine Familie nicht zusammen halten, egal was passiert? Und dabei war noch nicht mal etwas wirklich Weltbewegendes geschehen. Sie war nun mal eine Hexe, das hatte sie sich nicht ausgesucht, aber sie hatte sich damit angefreundet und würde es für keinen Preis der Welt ändern wollen. Nicht einmal, wenn Petunia dann wieder mit ihr reden würde. Oder etwa doch?

Lily schob diesen verqueren Gedanken schnell bei Seite. Es war an der Zeit dem Streit in der Küche ein Ende zu setzten. Mittlerweile waren die Stimmen der beiden Streihähne durch das ganze Haus zu hören.

Sie atmete noch einmal tief durch und ging dann in die Küche.

Es wurde augenblicklich still. Ihrer besorgt dreinschauenden Mutter lächelte Lily aufmunternd zu, bevor sie sich an Petunia wandte, die ihr einen abwertenden Blick zuwarf. Und schon hatte das Gefühl der Taubheit wieder von ihr Besitz ergriffen. Sie hätte viel darum gebeten denselben mitfühlenden Gesichtsausdruck, den sie bei ihrer Mutter gesehen hatte, auch von Petunia zu bekommen. Aber da war nur Abneigung und sonst nichts.

„Mach dir keine Sorgen Schwesterchen. Ich werde zwischen Weihnachten und Neujahr zu Laura gehen. Du musst dich also nicht vor den Durleys für mich schämen. Am besten du erwähnst mich einfach nicht. Das macht es einfacher für dich, nicht wahr?"

Mit diesen Worten drehte Lily sich um und rannte aus dem Haus. Sie hätte es keine Minute länger im selben Raum mit Petunia und ihren verachtenden Blicken ausgehalten.

oOoOoOo

Er war frei. Oder? Er sollte glücklich sein. Oder etwa nicht?

Aber das konnte er nicht. Keine Freude, keine Wut, kein Garnichts. Nichts außer Leere.

Sein Blick ging starr an die Decke, doch seine Augen sahen nicht das Weiß der Mauer. Bilder von seiner Mutter, wie sie ihm im Alter von acht Jahren seinen Arm verband, nachdem er sich beim Spielen mit den anderen Kindern verletzt hatte, Erinnerung an eine Zeit, als sein Vater ihm anerkennend auf den Rücken geklopfte, weil er die Gäste so gut empfangen konnte, all das hielt seine Gedanken gefangen. Und dann... dann waren da noch die anderen Momente. Die, in denen er von seinen Eltern angeschrieen wurde, in denen er alleine in seinem Zimmer bleiben musste ohne Trinken, ohne Essen, ohne Beschäftigung.

Es gehörte jetzt alles zur Vergangenheit, probierte er sich zu sagen. Doch ein Teil von ihm protestierte, wollte es immer noch nicht wahrhaben, dass der Traum auf Familie entgültig geplatzt sein sollte.

Da waren James Eltern und James selbst, der für ihn immer wie ein Bruder gewesen war. Aber es war einfach nicht dasselbe. Auch wenn sie ihn so lieb aufgenommen hatte. Auch wenn sie versprochen hatten für ihn dazusein. Es waren nicht seine Eltern, nicht die Erwachsenen, die miterlebt hatten, wie er aufgewachsen war, die darüber erzählen konnten, wie er seine ersten Worte gesagt, seine ersten Schritte gemacht hatte. James würde Regulus eben so wenig ersetzen können, obwohl Sirius immer behauptet hat, dass er der Bruder war, den er sich immer gewünscht hatte. Es stimmte nicht. Regulus war Regulus und James war James. Daran würde niemand je etwas ändern können.

Und hatte Regulus nicht seine Verbundenheit zu ihm bewiesen, in dem er ihn aus diesem Gefängnis befreit hatte?

Ja, das hatte er. Sicherlich. Und jetzt? Sollte Sirius jetzt einfach so weiter machen, als ob die ganze Sache Familie ihm nie zugestoßen wäre? So als ob er sie nie gekannt hätte?

So, das wars erstmal wieder. Wir hoffen es hat euch gefallen uns ihr habt jetzt auch kein Problem damit das kleine lila Knöpfchen zu finden und uns eine kleine Review da zu lassen... Danke!!!