Titel: Wie man die Liebe findet
Autor: ninilein; _ayame ; sallita
Hauptcharaktere: James, Lily, Sirius, Susi
Genre: Romanze, Humor, Freundschaft
Kapitel: 4/?
Widmung: Keiko-Nori
Inhaltsangabe:
James Potter und Lily Evans. Obwohl beide sich lieben, schaffen sie es einfach nicht zusammen zu kommen. Ihre besten Freunde beschließen ihnen zu helfen, doch worauf es hinausläuft, wagt keiner auch nur zu denken.
*
Frustriert legte ich meinen Kopf auf die Tischplatte in der Großen Halle und seufzte. Der Tag konnte wirklich kaum noch schlimmer werden, oder? Meine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer und ich überlegte mir zu unserer Schulkrankenschwester zu gehen, um mir etwas gegen das Hämmern in meinen Kopf zu holen. Das war ja nicht auszuhalten. Als würde mir jemand seinen Besen auf den Hinterkopf knallen und das an einer Baustelle, wo auch jeder etwas Lautes machte.
„Lils?", erschrocken riss ich meinen Kopf hoch und prallte direkt mit dem meines Freundes zusammen, der sich fluchend das Kinn rieb. Aua! Ich kniff meine Augen zusammen und verfluchte in Gedanken den Moment, als ich mich auf Sirius und seinen brillanten Plan eingelassen hatte. Er brachte mir bis jetzt nur Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Küsse, die ich auch erwiderte. Insgesamt also nur Ärger.
Mir fiel wieder ein, warum meine Schmerzen verschlimmert wurden und ich schaute zu Sirius, der seinen Teller immer noch nicht geleert hatte. Wie viel konnte denn ein Normaler Mensch zum Frühstück essen? Okay, normal war er noch nie gewesen, dennoch, das war nicht normal!
„Ja?", ich schaffte es nicht, nicht genervt zu klingen. Wobei, ich wollte genervt klingen, damit er vielleicht merkte, was er mir eingebracht hatte, als er meinte, dass ich ab sofort seine Freundin sein sollte. Er sollte spüren wie ich darunter litt, dass ich nun zu ihm gehörte. Er sollte merken, dass ich den Tag verfluchte an dem ich ihn kennen gelernt hatte.
„Kommst du?", fragte er mich und ich konnte nicht anders und legte meinen Kopf wieder auf die Tischplatte. Ich hatte vergessen, dass wir zum Unterricht mussten. Richtig gelesen, Lily Evans vergaß, dass sie Unterricht hatte und lernen musste, um einen passablen Abschluss zu kriegen, damit ich später irgendwann mal einen halbwegs guten Beruf bekommen konnte.
Könnte ich bloß die Zeit zu dem Zeitpunkt zurückdrehen, als ich noch auf Sirius geschlafen hatte.
*
KRACH.
Mein Kopf schnellte hoch und ich verlor mein Gleichgewicht.
KRACH.
Ich lag auf dem Boden und rieb meinen Kopf, der hart auf dem Seinboden aufgekommen war.
Das würde eine Beule und schlimme Kopfschmerzen geben, da war ich mir sicher.
Wer veranstaltete auch solch einen Lärm am frühen Morgen?
Ich hob meinen Blick und schaute auf Sirius, der nun nicht mehr schlafend auf dem Sofa lag, sondern hellwach davor stand. Mir hoch zu helfen kam bei ihm wohl nicht in Frage, warum auch? War ja bloß ich, seine Freundin.
Nicht einmal anschauen konnte er mich, sein Blick lag auf etwas, was hinter mir war. Schnell rappelte ich mich auf, klopfte den, nicht vorhandenen, Staub von meinen Klamotten, stellte mich neben ihn und schaute interessiert in die Richtung, in die er blickte.
Augenblicklich stockte mir der Atem.
James stand nicht weit von uns entfernt, an der Treppe des Jungenschlafsaals, warf seinem besten Freund Sirius einen mörderischen Blick zu und ballte seine Hände zu Fäusten.
Vor seinen Füßen lag die schöne rote Vase, die ihren Platz auf dem Regal, welches direkt hinter James stand, hatte und nun in tausend Teile zerbrochen da lag.
Mein Kopf dröhnte jetzt schon.
KRACH.
James hatte eine weitere Vase, die ebenfalls in dem Regal stand, hochgehoben und gegen die Wand geworfen, die hinter uns war. Ich glaubte es waren nur Millimeter, die zwischen Sirius und der Vase waren, so genau konnte James also auch werfen.
„Guten Morgen.", presste James zwischen seinen Zähnen hervor und marschierte, ohne sich nochmals umzudrehen, aus dem Gemeinschaftsraum, der mittlerweile schon gut besetzt war. Mir viel auf, dass niemand sich von der Stelle gerührt hatte und auch keinen Ton über seine Lippen gebracht hatte, als das ganze passiert war.
*
Seufzend erhob ich mich und bereute es sogleich wieder. Alles drehte sich um mich herum und ich hielt mir den Kopf. Ich verfluchte die Männerwelt in Gedanken.
Langsam hörte das Karussell auf sich zu drehen und ich konnte mich auf den Weg zum Unterricht machen, auch wenn das hieß, dass ich meine beste Freundin und ihren Freund sehen würde.
Ohne zu überlegen nahm ich Sirius' Hand und ging zusammen mit ihm aus der Großen Halle. Wir hatten nun zusammen Geschichte der Zauberei, was wohl das langweiligste Fach an der Schule war, auch wenn ich es wohl nie laut zugeben würde.
Die Gänge waren relativ voll, die andere Hälfte der Schüler, die nicht noch in den letzten Minuten vor dem Unterricht hastig etwas Essbares in der Halle zu sich nahmen, war hier unterwegs. Ich erkannte weiter vor uns Susi, die neben James herging, doch es sah nicht so aus, als ob sie zusammen wären. James warf in dem Moment die Hände in die Höhe und schien rumzumeckern, während Susi ihn nicht einmal anschaute. Seltsam.
Wahrscheinlich war er immer noch mies gelaunt wegen dem Gespräch vom vorherigen Tag mit Sirius, was ja nicht sehr positiv ausgegangen war.
„Wie geht's dir, Schatz?", fragte Sirius mich und ich schaute von der Seite zu ihm hoch. Er war ja ein Riese geworden in den letzten Ferien, wie es mir schien. Fast 2 Köpfe war er nun mittlerweile größer als ich, doch immer noch der Sirius, den ich einmal kennen gelernt hatte. Ich dachte gerne an den Tag damals, als er mir seinen Kürbissaft über das Shirt gegossen hatte, selbstverständlich aus Versehen, und sich dann total charmant bei mir entschuldigt hatte. Er war mir sympathisch gewesen, seit dem ersten Augenblick als ich ihn gesehen hatte. Auch wenn er ein Weiberheld war, war er nie zu aufdringlich mir gegenüber gewesen und so entstand eine tiefe Freundschaft.
„Bestens.", ließ ich verlauten, obwohl ich meine Kopfschmerzen mehr als je zuvor spüren konnte. Es war keine Lüge, die ich über meine Lippen gebracht hatte, es ging mir wirklich bestens. Doch nur weil er bei mir war. Das brauchte er aber nicht wissen.
„Und wie geht's dir?", ich versuchte ein wenig Smalltalk mit meinem Freund zu führen, und es schien wirklich so, als würde er drauf eingehen, der er grinste breit.
„Ebenfalls bestens. Ich habe himmlisch geschlafen.", er beugte sich nach der Antwort direkt zu mir runter und küsste mich sanft auf die Lippen. Aus dem Augenwinkel erkannte ich James und Susi, die, wie wir auch, nun vor der Tür unseres Klassenraumes standen und unauffällig zu uns rüber schielten.
Das zuerst entstandene Glücksgefühl, welches sich in mir breit machte nachdem Sirius mir eine Antwort gegeben hatte, verschwand, als ich den Grund dafür sah. Er hatte es also nur wegen der Anwesenheit des anderen Paares gesagt, nichts als eine Übertreibung also.
*
Der Unterricht verlief wie immer langweilig. Sirius hatte die ganze Zeit an meiner Schulter gelehnt und geschlafen, während ich eifrig Notizen aufschrieb, da wir wahrscheinlich nächste Woche einen Test schreiben würden in dem Fach.
Die Kriege der Kobolde waren mehr als nur uninteressant und ich konnte wirklich verstehen, dass mehr als die Hälfte schlafend auf den Tischen lag und sich nicht um den erzählenden Professor kümmerte, der im vorderen Teil des Raumes stand.
Seufzend hielt ich meinen Kopf, der immer noch wehtat. Heute würde ich wohl den ganzen Tag seufzen und Kopfschmerzen haben, dachte ich mir, als mich etwas an den Hinterkopf traf und auf meinen Aufzeichnungen landete. Ein Brief.
Vorsichtig, obwohl es nicht nötig war, öffnete ich ihn und ich erkannte direkt die Schrift meiner besten Freundin Susi.
Bist du glücklich? [Susi]
Diese Frage war mehr als nur eindeutig für mich. Mir war klar, dass sie meine Beziehung zu Sirius meinte, doch warum konnte sie mich nicht direkt fragen?
Bist du denn glücklich? [Lily]
Normalerweise gab ich zu einer Frage nie eine Gegenfrage, sondern eine Antwort, doch ich verstand einfach nicht, wie sie mich so fragen konnte. Warum nicht direkt in die Augen, wie Freunde es nun mal taten?
Stell keine Gegenfrage, Lily. Aber ja, ich bin glücklich.
Sie war es nicht. Ich kannte Susi schon seit dem ersten Schuljahr und ich konnte anhand ihrer Schreibweise erkennen, wann sie log und wann nicht. Doch warum log sie mich an und die wohl wichtigere Frage:
Warum bist du nicht glücklich?
Es dauerte einige Minuten bis ich eine Antwort erhielt, und ich erschrak, als ich fertig gelesen hatte.
Kannst du nicht lesen? Ich bin wohl die glücklichste in der ganzen Schule. Endlich bin ich mit James zusammen, nachdem er Jahre lang meine Gefühle nicht erwidert hat. .glücklich!
Ich drehte mich um zu ihrem Platz, da sie und Sirius die Plätze getauscht hatte, sonst wären wohl die Jungs übereinander hergefallen und hätten sich auch noch zusammengeschlagen. Sie saß in der letzten Reihe auf der anderen Seite des Raumes und starrte mir direkt in die Augen. Ihr Blick war hart und zeigte keine Emotion. Das war nicht die Susi, die ich einst kennen gelernt hatte. Anscheinend, um mir zu demonstrieren, dass sie wirklich glücklich war, beugte sie sich zum schlafenden James runter und küsste ihn sanft auf seine Lippen.
Schnell drehte ich mich um und versuchte dem Unterricht weiter zu folgen, doch es wollte nicht klappen. Meine Konzentration war weg.
*
Nach der Stunde verabschiedete ich mich von Sirius mit einem kurzen Kuss auf den Mund, da ich Muggelkunde als nächstes hatte und er Alte Runen. Ja, ich hatte mich für ein Fach entschieden, dass so viel mit meiner eigentlichen Welt zutun hatte und ich praktisch auswendig konnte ohne zu lernen und hatte stattdessen die Runen aufgegeben.
Muggelkunde lag auf dem Weg zum Krankenflügel und wenn ich mich beeilen würde, dann könnte ich es sogar schaffen nicht zu spät zum Unterricht zu kommen.
Ich schwang meine Tasche über meine Schulter und sprintete los. Geschickt wich ich den anderen Schülern aus, die aus den verschiedenen Räumen raus kamen und erreicht schnaufend den Krankenflügel.
Die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer, wie ich fand.
Schnell riss ich die Tür auf, trat ein und entdeckte Madam Pomfrey, die an einem Bett stand und mir den Rücken zuwandte. Anscheinend hatte sie soeben bei einem anderen Schüler war zu verarzten, deswegen setzte ich mich auf eines der Betten in der Nähe und wartete geduldig.
„Mr. Potter, was stellen Sie auch immer wieder an.", hörte ich die Stimme der Schulkrankenschwester und wäre fast von dem frisch bezogenem Bett gefallen, hätte ich mich nicht in die Lacken verkrampft mit den Händen.
Hatte sie eben ‚Potter' gesagt, oder hatte ich mich verhört? Inständig hoffte ich auf das zweite und atmete tief durch. Eigentlich hätte ich doch merken müssen, dass Potter hier war, schließlich waren wir kurz zuvor noch im selben Raum gewesen und es gab nicht viele Wege vom Klassenraum hierher. Naja, er war einer der Marauders, also war für die so ziemlich alles möglich.
„Was kann ich denn dafür, dass gerade die beiden auf dem Sofa zusammen schlafen?", zischte er zwischen zusammengebissenen Zähnen und ich konnte mit eindeutiger Sicherheit sagen, dass es wirklich James Potter war, der von der Schwester versorgt wurde.
„Was müssen Sie auch so stürmisch sein und eine Vase runter werfen! Immer wieder Ihre Dummheiten, Mr. Potter. Sie sind selber Schuld, dass Sie nun einen Porzellansplitter in der Hand haben.", wies sie ihn zurecht und ich hätte ihm am Liebsten triumphierend die Zunge entgegengestreckt. Sogar die Krankenschwester war der Meinung, dass er selber Schuld hatte, dabei wusste sie sicher nicht von allem Bescheid.
Vielleicht könnte ich unauffällig zu ihnen rüber gehen und direkt Madam Pomfrey sagen, dass auch er Schuld an meinen Kopfschmerzen hatte. Es wäre sicher nicht einfach für ihn sich dann rauszureden, doch beide würden sicher dumm aus der Wäsche gucken, wenn ich dort plötzlich auftauchen würde und das verkünden würde. Deswegen ließ ich es auch und lehnte mich zurück. Mit geschlossenen Augen legte ich mich auf das Bett. Schon wieder drehte sich alles um mich herum und schwarz wurde mir auch vor Augen. Dieser Tag konnte wirklich nicht schlimmer werden, wie ich fand.
„Ich war doch nur so, weil ich sie doch immer noch liebe.", nuschelte James, doch ich hörte jede einzelne Silbe seiner Wörter. Es kam mir vor, als würde er sie extra lang ziehen und mir direkt ins Ohr sprechen, doch er war doch so weit weg, warum hörte ich seine Stimme dann so, als würde er genau neben mir liegen.
Er redete von mir, doch aus unbegreiflichen Gründen interessierte es mich nicht, ob er mich noch liebte oder nicht.
Mir wurde urplötzlich vollkommen schwarz vor Augen.
KRACH.
