Zum ersten Mal etwas, dass mir gehört in diesem Kapitel. Valerie wird zwar nur namentlich erwähnt, aber ich bin stolz auf sie. Viel Spaß (habt ihr doch, hoffe ich?) und weiter geht's:

Disclaimer: Alles aus dem Potterversum gehört Mrs Rowling,

ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte

Warnings: Keine, außer ein bisschen Slash, don't like, don't read

Sternschnuppen

Kapitel 4: Tatsächlich Liebe?–

„Aber warum nicht?", fragte James fassungslos.

„Weil ich während der Ferien ein Gespräch mit dem Schulleiter hatte", erklärte der Wirt des Eberkopfes geduldig. „Nichts außer Butterbier darf an Schüler ausgeschenkt werden. Nicht mal an die Volljährigen, was du übrigens nicht bist."

„Ich weiß wie alt ich bin", stöhnte James. „Aber bisher-"

„Gab es diese Abmachung noch nicht. Bei Rosmerta brauchst du's übrigens gar nicht versuchen, die schenkt grundsätzlich nichts an Minderjährige aus."

„Ich weiß", murmelte James. Er hatte die Wirtin der Drei Besen schon nach Ausweisen Fragen sehen. Und wer eine Schuluniform trug, kam bei ihr sowieso nicht weit.

„Na dann, Ab", seufzte er. „Ich muss wieder."

Mist. Mistmistmist. Unter anderen Umständen hätte James jetzt einfach irgendeine illegale Quelle angezapft um an seinen Feuerwhisky zu kommen. Die Dingle-Brüder zum Beispiel, von denen konnte man alles bekommen, wenn man genug bezahlte, aber doch nicht bis heute Abend.

Er hatte versprochen, welchen zu besorgen. Er war erledigt.

Na ja, vermutlich war er nicht erledigt, aber das einzugestehen? Dafür war er dann doch zu stolz. Und seine Freunde vertrauten ihm…Ja! So könnte es gehen. James Grinsen war so rumtreiberisch, dass man fast schon böse sagen konnte.

Mary starrte mit zusammengekniffenen Augen herüber zu Sirius Black. Sie war schon sehr lange in ihn verliebt, nur wenig länger, als James der armen Lily schon nachrannte. Sie konnte den Zeitpunkt an dem es passiert war genau bestimmen. Anfang ihres dritten Schuljahres, auf dem Bahnsteig neundreiviertel, um zehn Uhr dreißig. Er war auf sie zugekommen, mit seiner Perfektion, die nicht wie dreizehn und ein paar Monate aussah, alle Mädchen zwischen zwölf und vierzehn (und vielleicht sogar ein paar fünfzehnjährige) hatten ihm nachgestarrt und laut Lily, waren ihr, Mary, in diesem Moment die Augen herzförmig aus dem Kopf gesprungen, wie in einem Comic. Seit dem schlug ihr Herz für Sirius Black.

Aber Mary war nicht dumm. Sie hatte bald gelernt, dass Sirius zwar ein unglaublich netter und herzlicher Mensch war (und war nur darum dazu übergegangen, Lily dazu bringen zu wollen den Rumtreibern eine Chance zu geben), aber das seine Art mit Mädchen umzugehen nicht gerade gut war. Er hatte meistens mehrere Freundinnen gehabt und außerdem noch großzügig Küsse und (später) Fummeleien unter Hogwarts Damenwelt gebracht. Und jedes Mädchen, das sich mit ihm einließ wusste das. Es kursierten allerdings große Gerüchte, dass der ultimative Herzensbrecher noch Jungfrau war. Hauptsächlich rührten diese „neusten Erkenntnisse" wohl daher, dass er Ende letzten Jahres mit einem Mädchen namens Valerie Schluss gemacht hatte und zwar mit den taktlosesten aller Worte: „Es tut mir Leid, Vi, aber wir stehen kurz vorm Sex und ich kann nicht mit dir schlafen, wenn ich es nicht ernst mit dir meine."

Daraus hatten sich viele Mädchen kryptisch zusammengereimt, dass er es noch nie mit einer ernst gemeint hatte. Mary selbst wusste nicht so recht, was sie denken sollte. Zumal es bisher niemanden gegeben hatte der diesen Gerüchten widersprach. Aber eines wusste sie: Dass sie nie so dumm sein würde, sich von ihm das Herz brechen zu lassen. Lieber ging sie weiterhin mit anderen aus.

Das war ein sehr verrückter Entschluss, den wohl die wenigsten Mädchen getroffen hätten, das wusste sie. Aber Mary war nun mal etwas verrückt. Sie hatte einen Schuh- und einen Huttick und eine spezielle Vorliebe für Geburtstage. Mary war ein ungewöhnliches Mädchen.

Und Mary war ein Schlammblut. „Nennt euch nicht so", sagten die Leute, aber es erschien ihr und Lily als einziger Wirksamer Schutz. Es zuerst zu sagen. Dazu zu stehen. Das schüchterte sie ein, jene die jedes kleinste Bisschen Muggelblut und sei es nur angeheiratet, aus ihrem Stammbaum tilgten. Sirius hatte da interessante Geschichten erzählt. Ganz ehrlich, wer wollte schon mit solchen Leuten verwandt sein? Dann doch tausendmal lieber ein Muggel. Oder ein Schlammblut.

Die Vorurteile gegen Leute wie sie hatte es natürlich schon immer gegeben. Aber seit Voldemort ernst machte hatte Mary wirklich Angst. Sie fürchtete um ihr Leben. Jeden Morgen, wenn sie die Zeitung aufschlug. Neue Muggelgeborene. Wann ihre Eltern?

Denn sie war ein Schlammblut der zweiten Generation. Ihre Eltern waren beide Zauberer – aber eben Muggelgeborene. Und Mary mit ihnen.

Jetzt hatte sie sich darauf verlegt, den Jungen ihres Begehrens anzuschauen. Sie musste wissen, warum er sich so komisch benahm. In diesem Moment starteten die Jungs eine kleine Show.

James stand auf und reckte sich gähnend.

„Ooh, Leute, ich glaub ich geh schlafen", sagte er.

„Ja. Ich auch", stimmte Sirius zu. Remus fragte sich, warum sie diese Show überhaupt noch abzogen. Es wusste doch sowieso jeder, was die Uhr geschlagen hatte, wenn die Rumtreiber früh „schlafen" gingen. Und jeder war am nächsten Tag besonders vorsichtig.

„Komm, Wurmschwanz", murmelte er und die beiden folgten Sirius und James in den Schlafsaal.

Dort wühlte James schon eifrig in seinem Koffer. Eine Reihe von Flaschen stand schon neben ihm, er suchte nur noch nach dem letzten Stück.

„Er muss doch hier irgendwo…ah!" Triumphierend hielt er ein silbriges Stück Stoff in die Höhe. „Na, bitte."

Remus beäugte den Umhang skeptisch. „Meinst du wirklich, wir passen da noch zu viert drunter? Filch wird sich schon seinen Teil denken, wenn er herrenlose Füße herumlaufen sieht."

„Pessimist", antwortete James. „Wir haben die Karte. Wir könnten auch ohne den Umhang gehen."

„Also", sagte Sirius „Können wir dann?"

Remus bekam einen Haufen Flaschen in die Arme gedrückt, silberner Stoff wurde über ihn geworfen und dann machten siech die vier Jungen auf den Weg in den fünften Stock.

Obwohl sie nur zwei Stockwerke tiefer mussten, kam Remus der Weg endlos vor. Zehn ewige Minuten, gepresst an den, den er wollte, aber nicht haben konnte. Remus versuchte krampfhaft, an etwas Anderes zu denken, aber das erwies sich als ungeahnt schwer, wenn man in einem vollkommen ausgestorbenen Korridor war, die Einzige Abwechslung Sirius gemurmelte Aufklärungen, darüber was die Karte machte, in seinem Ohr. Schön, dann veruch an die Stimme zu denken, dass ist wesentlich besser als…Aber eben die jagte ihm heiße und kalte Schauer über den Rücken.

Als sie dann endlich im Raum der Wünsche ankamen, ließ sich Remus erst mal in einen der vier Sessel sinken, die im Quadrat um einen Tisch aufgestellt waren. Er war immer wieder verblüfft von der Magie des Raums. Die Beleuchtung war in einem schwummrigen Halbdunkel gehalten, das entfernt an einen Club erinnerte, nur das die grell beleuchtete Tanzfläche fehlte.

Sirius und Peter taten es ihm gleich, James stellte noch die restlichen Flaschen auf den Tisch, dann setzte auch er sich. Remus fiel auf, dass er Sirius direkt gegenüber saß, was es wesentlich einfacher machte, ihn unauffällig anzusehen. Manchmal fragte er sich, ob er besessen war.

„Also, Prost!"

Remus nahm sich eine Flache, dann einen Schluck und schmeckte… Butterbier.

„Bist du sicher, dass da Whisky drin ist?", fragte Sirius jetzt und beäugte sein eigenes Getränk. James grinste verlegen.

„Nicht genug, um ihn raus zu schmecken, vermutlich", sagte er. „Aber genug zum Spaß haben, ganz sicher."

Irgendwas an seinem Tonfall stimmte Remus misstrauisch, aber er beschied sich zunächst darauf, noch einen tiefen Zug aus seiner Flasche zu nehmen.

Sirius glaubte, er müsste eigentlich längst betrunken sein. Zwei Stunden saß er nun schon hier und trank laufend, aber er war höstens erheitert. James hatte wirklich nicht gerade viel besorgt.

Trotzdem, Spaß hatten sie schon gehabt. Vor einer halben Stunde oder so, zum Beispiel:

„Sie hat mich versetzt", murmelte Peter.

„Wer?", fragte James.

„Anna", sagte Remus. James starrte ihn an.

„Woher weißt du das?"

„Wer denn sonst?", fragte Sirius.

„Sie wollte an dich ran", sagte Peter zu ihm.

„Oh." Was war das, da auf Remus Gesicht? Eifersucht? Sei nicht albern, das ist der Whisky (falls denn Whisky drin ist, in diesem Zeug). Er reichte Peter eine Flasche. „Trink."

Peter nahm gehorsam einen Schluck.

„Trink aus", sagte Sirius und versuchte, damit von sich abzulenken. „Versuch zu vergessen – wenn denn genug drin ist um zu vergessen."

„Eher nicht", gab James zu. Sirius gab Peters Flasche einen Schubs, sodass er alles ins Gesicht bekam. Der prustete.

„Bist du verrückt geworden? Willst du mich in Butterbier ersäufen?"

„In Butterbier und sehr wenig Whisky", korrigierte Remus.

„Unwichtig. Halt die Klappe, Moony."

„Sag du ihm nicht, wann er die Klappe halten soll!", war Sirius aufgefahren. Im Nachhinein fand er, er sollte sich bei Peter entschuldigen. Er konnte ja nichts dafür.

Jetzt stand Remus gerade auf und meinte irgendwas von wegen, er müsse mal ganz dringend einen stillen Ort aufsuchen. Er kam auf Sirius zu, stolperte unterwegs über Peter und fiel Sirius auf den Schoß. Der fühlte sich auf angenehme Weise in die Situation von vor ein paar Tagen zurückversetzt und auf nicht mehr ganz so angenehme Weise, als Remus rot wurde und zu Stammeln anfing.

„Oh, 'tschuldige, Tatze…tut mir leid…bin schon weg…" Er machte Anstalten aufzustehen, aber Sirius schlang, ohne nachzudenken, die Arme um seine Taille.

„Bleib doch noch", sagte er. Was tust du denn da?, schrie es in seinem Kopf. Egal, ich kann sagen, ich bin betrunken. Vielleicht erinnern wir uns morgen nicht mal mehr...

Remus sah ihm einen Moment ins Gesicht, mit einem Ausdruck, der Sirius in seiner Absicht bestärkte, sodass er seinen Griff um den Anderen verstärkte. „Bleib."

Remus nickte zur Antwort und rutschte ein wenig auf Sirius Schoß herum, bis er eine bequeme Position gefunden hatte. Er lehnte sich seitlich gegen Sirius Brust und ließ die Beine baumeln. Er war so klein, dass er selbst so noch zu ihm hochgucken musste. Also schön, vielleicht war Sirius auch so groß.

Er legte seine Wange an Remus Haar. Es fühlte sich so gut an.

Eine Weile – vielleicht eine Minute oder vielleicht eine Stunde – hielt er den Anderen einfach so fest. Es schien auch Remus zu gefallen. Oder redete er sich das nur ein, weil er freiwillig auf seinem Schoß geblieben war? Reichte das nicht zum Einreden? Hm, das roch so…hm.

Und dann gab irgendwas (er war sich nicht sicher – vielleicht der Alkohol, vielleicht eben doch Gryffindormut) Sirius einen Stoß. Jetzt oder nie. Ganz vorsichtig löste er einen Arm von seinem Griff um Remus Mitte und schob den anderen Jungen ein wenig von sich, damit er ihm ins Gesicht sehen konnte.

Remus erwiderte den Blick mit seinen Honigaugen.

Dann, immer noch vorsichtig, immer bereit sofort den Rückzug anzu-treten, hob Sirius die freie Hand und strich ganz leicht über Remus Wange.

Der Andere schloss die Augen, beinahe…genießerisch? Das war mehr als Sirius jemals zu träumen gewagt hätte. Jedenfalls, wenn es nach ihm ginge, was er träumte.

Weil es Remus aber tatsächlich zu gefallen schien, ließ Sirius seine Finger über sein Kinn gleiten und die andere Wange hinauf. Gans sacht fuhr er über Remus Jochbein und an der Nase entlang hinunter zu seinen Lippen.

Hier stockte er kurz. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren sie beide betrunken. Auch wenn er sich wirklich nicht so fühlte (im Moment fühlte er nur Glück), wäre es nicht furchtbar idiotisch und arrogant von ihm (Ja, die Leute sagten, dass er es war. Er hielt das für ein Gerücht.) wenn er Remus jetzt ausnutzte?

Aber dann öffnete der Kleinere seine Augen und sah Sirius fragend an und Sirius verlor sich ein Bisschen in diesen Augen und fing, fast etwas geistesabwesend, an mit einem Finger Remus Lippen nachzufahren. Diese verzogen sich daraufhin zu einem stillen Lächeln.

Aus einem plötzlichen Impuls heraus (Sirius tendierte dazu es auf den Alkohol zu schieben) ließ er seine Hand, an Remus Hals entlang zu seinem Nacken fahren und neigte den Kopf um ihm einen kurzen Kuss zu geben.

Es fühlte sich großartig an. Als würde man süßen Nektar trinken. Erstaunt stellte Sirius fest, dass die weichen Lippen des Anderen tatsächlich nach Honig schmeckten. Er war ganz benebelt als er eine große Portion von diesem Geruch inhalierte. Diesem ganz speziellen duft, den Sirius nicht richtig zuordnen konnte…

…und dann schaltete sich sein Gehirn wieder ein. In Form einer Stimme in seinem Kopf (er hörte zu oft Stimmen), die ihn mit Bist du des Wahnsinns? anbrüllte, als wollte sie ihm obiges Gehirn rauspusten.

So sanft wie möglich entzog sich Sirius dem Kuss wieder. Er war eindeutig zu weit gegangen. Remus würde ihm nie wieder in die Augen sehen. Aber Moment. Hatte er den Kuss nicht erwidert? Bedeutete das etwa…Nein. Das bedeutete gar nichts. Remus war betrunken.

Ganz kurz schielte Sirius über den Kopf des Anderen, nur um zwei mehr (Peter) oder weniger (James) geschockten Gesichter zu bemerken, die sie anstarrten, dann blickte er wieder zu dem Jungen auf seinem Schoß.

Remus sah gar nicht geschockt aus. Ein wenig überrascht, ja, aber eindeutig im positiven Sinne. Seine Wangen waren leicht gerötet, seine Augen strahlten und er lächelte unsicher. Sirius grinste breit. Dann lehnte er sich nach vorne bis sich ihre Stirnen berührten und stupste mit seiner Nase leicht gegen die des Anderen, um zu testen, wie weit er gehen konnte oder ob er nicht besser daran täte Remus seinen Weg wohin-immer-er-auch-gewollt-hatte fortsetzen zu lassen. Nebenbei bemerkte er, dass seine Hand noch immer in Remus Nacken lag.

Womit er nun absolut nicht gerechnet hatte war, dass sich nun eine fremde Hand langsam seinen Rücken hoch tasten würde, vorsichtig, fast etwas unsicher. Oder dass eine Stimme ihn fragen würde: „Das war doch noch nicht alles, oder?"

Und dann wurden seine Lippen wieder auf Remus' gepresst, der auf einmal beide Hände in seinem Haar vergraben hatte. Sirius zog scharf Luft ein dann verstärkte er seinen eigenen Griff, einen Arm noch immer auf der Hüfte des Anderen, den anderen jetzt um seine Schultern. Entfernt nahm er noch war, wie sich jemand verschluckte, dann versank er erneut in diesen Honiglippen. Jetzt konnte er den Geruch auch genauer bestimmen. Ein Bisschen Wald und als er den Kopf ein wenig neigte, um die Nasenkollision zu umschiffen, roch er auch Spuren von Seife. Oh, Kokosnuss. Mhm.

Sirius öffnete den Mund ein wenig und stupste mit seiner Zunge spielerisch gegen Remus Lippen. Das Schaudern, das durch den Anderen lief war mit Händen zu greifen. Es gefällt ihm, jauchzte Sirius innerlich. Er stupste noch einmal. Diesmal schien Remus zu verstehen und öffnete den Mund ein wenig.

Zaghaft verwickelte Sirius ihn dann in einen Tanz, die Vorherrschaft in den Mündern war längst für ihn entschieden, bis Remus leise seufzte.

Das war der Moment in dem Sirius entschied, nicht weiter zu gehen als bis hier. Es fühlte sich schön an, den Jungen, den er liebte in Arm zu halten, es war das schönste Gefühl auf der Welt ihn zu küssen, aber bei allem, wozu er Remus sonst noch kriegen könnte, würde er sich furchtbar egoistisch vorkommen. Bei den wirklich weiteren Sachen, war er übrigens auch nicht gerade auf einen One-Night-Stand aus.

Also hielt er den Jungen noch fest und tauschte (doch so einiges an) Küsse mit ihm, bis James und Peter es geschafft hatten, den, zugegeben kleinen, verbliebenen Rest an Flaschen leer zu machen und proklamierten, dass es an der Zeit war in den Turm zurückzukehren.

Leider hatte wohl auch der schönste Traum mal ein Ende.

Remus glaubte, er schwebte auf Wolken. Es war unglaublich surreal, was hier gerade mit ihm geschah. Hatte er sich auf dem Hinweg, noch unglaublich nach Sirius Nähe verzehrt, lief er jetzt mit einem seiner Arme auf seinen Schultern. Wenn man so wollte, an ihn gedrückt. Ja, er schwebte hundertprozentig.

Der heutige Abend war so fantastisch gewesen. Als er zuerst auf Sirius gefallen war, hatte er gedacht, es würde eine Reihe von grässlichen Witzen über seinen bevorzugten Sitzplatz folgen. Stattdessen…oh, wow. Erst hatte er gedacht der Andere wolle ihn auf den Arm nehmen (als wenn er nicht längst da wäre – hahaha) aber dann dieser – Remus traute sich fast gar nicht es zu denken – liebevolle Blick. Er hatte gar nicht gewusst, was so ein wenig Alkohol bei Sirius auslöste. Und zur Not konnte er Morgen von sich selbst das gleiche behaupten. Es musste überhaupt nichts bedeuten. Und deshalb war Remus geblieben.

Zuerst hatten sie nur gekuschelt. Was, nebenbei, schon gereicht hatte um ihn zum glücklisten Menschen in diesem Schloss zu machen. Wenn nicht auf der Welt.

Dann hatte Sirius ihn ein wenig von sich geschoben und er hatte schon gedacht, jetzt wäre es vorbei, er wäre zu weit gegangen und Sirius doch nicht so betrunken, wie er gedacht hatte. Aber, nein, stattdessen hatte er angefangen Remus Gesicht zu berühren, ganz vorsichtig, als wäre es aus Glas oder Porzellan oder so was und es war das schönste Gefühl aller Zeiten gewesen. Und dann hatte er ihn geküsst. Einfach so.

Und, Herr im Himmel, er hatte nicht gewusst, dass etwas so gut schmecken konnte. Sirius Mund war so unglaublich weich gewesen… und er hatte so wundervoll gerochen. Nach Shampoo und…Kaffe? Seltsame Mischung. Er schmeckte auch ein bisschen wie Kaffe und noch etwas anderem, das Remus nicht kannte.

Es war nur ein kurzer Kuss gewesen, dann hatte Sirius seine Stirn an Remus' gelehnt und ihre Nasen kurz aneinander gebracht.

Irgendwo dazwischen hatte sich dann Remus gesunder Menschen-verstand verabschiedet und seine Hände sich verselbständigt in dem sie den Rücken des Anderen hochwanderten um sein Haar zu berühren. Es war wirklich so weich, wie es aussah. Mit wachsendem Entsetzen und der Vorstellung davon, wie er alles zerstörte, hatte er dann festgestellt, dass nicht mal seine Stimme ihm mehr gehorchte und er ganz aus dem Unterbewusstsein heraus fragte: „Das war doch noch nicht alles, oder?"

Aber wieder war er überrascht worden, denn er war nicht zu weit gegangen und er hatte auch nicht alles zerstört, sondern hatte den ersten Zungenkuss des Abends bekommen. Und bis jetzt waren tatsächlich noch einige gefolgt.

Ahhhhhhhhh! Er hatte singen können, vor Freude. Aber er ließ es, nicht zu letzt, weil jetzt, im Schlafsaal, noch einmal seine Lippen verschlossen wurden und Sirius an ihnen murmelte: „Träum schön, Moony…"

Oh ja, er würde schön träumen…

Remus erwachte am nächsten Morgen und sah die rote Decke seines Himmelbetts. Dann kam die Erinnerung zurück. Nein, nein, nein, nein, nein. Das hab ich nicht wirklich gemacht, das hab ich nicht…stöhnend drehte er sich auf den Bauch und vergrub das Gesicht in seinem Kissen. Dann richtete er sich langsam auf.

Alle anderen waren schon wach, aber dass nahm Remus nur am Rande wahr. Sein Blick lag auf Sirius, dessen Haltung ihm ganz genau sagte, dass er sich auch noch erinnerte. Er saß auf seiner Bettkante und hatte das Gesicht in den Händen vergraben. Er schien Remus Blick zu spüren, denn er guckte jetzt hoch und lächelte traurig.

„Es tut mir so Leid, Moony."

„Äh, Wurmschwanz", murmelte James von irgendwo, aus dem Hintergrund. „Vielleicht lassen wir die beiden mal kurz allein."

Die Jungen saßen jetzt beide auf ihren Betten und blickten sich auch nachdem ihre Freund gegangen waren noch unsicher an.

„Woran – woran erinnerst du dich?", fragte Sirius schließlich.

„An alles, glaub' ich", antwortete Remus. „Jedenfalls fehlt mir nicht mittendrin ein Stück."

Sirius stöhnte. „Ich hab' dich also tatsächlich auf meinen Schoß gezogen und geküsst?"

„So schlimm war es gar nicht", murmelte Remus und setzte unter Sirius neugierigem Blich schnell nach. „Ich meine, wir sind schließlich nicht nebeneinander aufgewacht, oder so. Und wir erinnern uns noch."

„Ich weiß nicht ob ich den letzten Punkt gutheißen soll." Ich will aber nicht, dass diese Erinnerung mir fehlt. „Aber es hat doch nichts zu bedeuten, oder?"

Es tat unglaublich weh zu nicken und hinzuzufügen: „Ich meine, wir waren betrunken und so."

„Ja", murmelte Sirius und Remus konnte seinen Tonfall nicht richtig deuten. „Eben."

„Wart ihr nicht."

Zwei Köpfe wandten sich in Windeseile zur Tür um. Da stand James, mit einem sehr schuldbewussten – aber auch leicht zufriedenen Ausdruck auf dem Gesicht.

„Ihr wart nicht betrunken."

Ist das ein Cliffhanger? Ich war mir nicht sicher…Egal, wie gesagt Valerie hat keine große Rolle, aber mir gehören dafür auch alle Rechtschreibfehler. Review?