Mit gemischten Gefühlen


… in seiner Höhle. Die Höhle bestand nur aus einem Raum von dem steinerne Türen abgingen. Der Raum hatte nichts Besonderes an sich, wenn man seine Größe nicht berücksichtigte.
„Warum besteht die Höhle heute aus mehreren Räumen?", fragte Harry und sah sich um.

„Nun, gestern waren wir zu zweit hier und da haben wir weniger Räume gebraucht, aber heute brauchen wir mehr Platz, denn jeder von euch bekommt ein eigenes Schlafzimmer, Bad, Garderobe und einiges mehr an Räumen von mir zur Verfügung gestellt," meinte der junge Mann und deutete den Mädchen, ihm zu folgen.

Er zeigte ihnen ihre Zimmer. In jedem der drei Zimmer stand ein großes Himmelbett, das so groß war wie vier Ehebetten nebeneinander. Daneben stand ein Nachtkästchen, ein Bücherregal und ein 6-teiliger Schrank.
„Ich war so frei und habe eure Sachen schon in die Schränke eingeräumt."

Danach zeigte er den Burschen ihre Zimmer. Sie sahen genauso aus wie die der Mädchen, nur mit dem Unterschied, dass es hier nicht nach Rosen und Lavendel duftete.

Am Abend fanden sich alle beim Pool ein. Der Pool war gewaltig, er war so groß wie ein Fußballfeld. Der junge Mann saß schon im Wasser und trank einen Cocktail. Sie ließen sich zu ihm ins Wasser gleiten. Das Wasser war angenehm warm und es gab an der Oberfläche sehr viel Schaum.

„Harry, warum bist du eigentlich nicht mehr mit Ginny zusammen? Ihr wart ein so hübsches Paar, ihr habt euch hoffentlich nicht wegen Tom getrennt." Er sah Harry durchdringend an und sprach dann weiter: „Wenn doch, dann gehört ihr wieder zusammen. Tom wird Ginny, und auch dir Harry, nichts mehr antun können, denn ab jetzt unterrichte ich euch, wie ihr euch gegen bis zu 1000 Gegner gleichzeitig wehren könnt."

„Warum wird das Wasser jetzt so kalt?", fragte Hermine plötzlich.

„Weil dieses Wasser verzaubert wurde. Wenn es sich jetzt für euch kalt anfühlt, dann hab ich euch gerade von dem magischen Schmutz, den die dunkle Welt auf euch hinterlassen hat befreit," antwortete er gelangweilt.

„Hat es Nebenwirkungen?", fragte Hermine besorgt und dachte: Hoffentlich werde ich nicht schwächer durch diesen Zauber.

„Nein, dadurch wird man nicht schwächer, man wird eigentlich sogar stärker. Die dunkle Magie kann mit der Zeit richtig belastend werden. Wenn man diesen Ballast jedoch los wird, kann man in der weißen Magie viel schneller weiter kommen", erklärte der Mann und fuhr gelangweilt fort: „Habt ihr noch mehr Fragen an mich?"

„Was werden Sie uns beibringen?", kam es sofort gleichzeitig aus allen Mündern geschossen.

„Ich bringe euch nur die wichtigsten Dinge der Magie bei. Ginny werde ich zu einer Feuerherrin ausbilden. Harry mach ich zu einem Windherrn und Strategen. Hermine wird eine Wasserherrin und Diplomatin. Neville wird Wasserherr und Heerführer. Luna wird Erdherrin und auch eine Diplomatin. Ron wird Erdherr und bekommt eine besondere Auswahl an Fertigkeiten, weil ich mit ihm etwas vorhabe, das ich euch noch nicht sagen darf. Ihr würdet es ohnehin noch nicht verstehen. Jedem von euch gebe ich zusätzlich eine Ausbildung als Heiler und Krieger. Ihr werdet zu mächtigen Zauberern, damit ihr gegen Voldemort kämpfen könnt. So, ich glaube, ich habe eure Frage hinreichend beantwortet. Wenn ihr noch weitere habt, dann stellt sie mir bitte erst morgen," raunte der Mann und verschwand anschließend in sein Zimmer. Neville, Ron und Harry gingen, kurz nachdem der Mann gegangen war, ebenfalls in ihre Zimmer, aber die Mädchen relaxten noch ein bisschen im Wasser.

„Schon komisch das er uns heute keine anderen Fragen, die uns auf der Seele brennen, mehr beantworten wollte. Findet ihr nicht?", meinte Ginny nachdenklich.

„Ja, ich hätte auch noch viele Fragen an ihm gehabt. Mir kam er richtig distanziert vor. Als ob etwas in seinem Zimmer auf ihn wartet, was er uns nicht sagen will," überlegte Hermine, trank den Cocktail von dem Feuerherrn aus und sprach dann weiter: „Irgendwie ist er richtig seltsam. Zuerst kommt es mir vor, als wäre er ein Anhänger von Voldemort, dann wieder ist er wie Dumbledore. Danach wird er wieder gemein. Der kann sich einfach nicht entscheiden, zu wem er gehört. Was sagt ihr dazu?"

„Das mit den Altvorderen ist mir auch ein wenig suspekt. Wenn die so mächtig sind und ihn am liebsten töten wollen, warum tun sie es dann nicht? Ich glaube, die sind seine Vorfahren, so wie er über sie spricht," überlegte Luna und dachte über diesen mehr als seltsamen Tag nach: Zuerst bekomme ich diesen komischen Brief, der sich anhört, als ob die Inkarnation des Bösen höchst persönlich ihn geschrieben hätte. Danach erfahre ich, dass ich über seltsame Fähigkeiten verfügen soll. Dann bekomme ich gesagt, dass ich eine Erdherrin werden soll und danach haut dieser Mann ohne weitere Erklärungen einfach ab.

„Ich verstehe was du meinst, Luna. Der heutige Tag war wirklich spannend. Ich verstehe nicht, warum er manchmal so bissig ist und dann wieder richtig nett," stimmte Ginny ihr zu.

„Warte mal, du konntest meine Gedanken lesen?", rief Luna erstaunt.

„Ich dachte, du hättest es laut gesagt. Ist das nicht komisch? Zuerst setzt er es gegen uns ein und schon kann ich es auch einsetzen," meinte Ginny verwirrt.

„Das ist wirklich komisch. In einem Buch, das ich in meinem Zimmer gefunden habe, heißt es, dass man auch Fähigkeiten erlernen kann, indem sie gegen einen selbst eingesetzt werden. Es kann auch sein, dass er sie dir so nebenbei beigebracht hat," sagte Hermine und deutete den anderen, ihr in ihr Zimmer zu folgen.

Hermine ging sofort zu ihrem Bücherregal und zog einige Bücher heraus.
„Ja, da ist es," murmelte Hermine und zeigte den Freundinnen dann ein Buch mit den Namen „Magie der Drachen und ihr Ursprung."

„Warum zeigst du uns dieses Buch eigentlich? Da kann doch gar nichts über unsere komischen neuen Fähigkeiten drin stehen, denn wir sind eindeutig keine Drachen," fragte Ginny und setzte sich auf Hermines Bett.

„Doch, da stehen eine Menge Dinge drin, die uns weiter helfen können, diesen Mann und sein Handeln zu verstehen. Zum Beispiel Wesen verbrennen, das können nur Feuerapheten, und jetzt wissen wir auch, wie er tickt. Ein Feueraphet ist immer stürmisch, sehr gescheit, kann sich viel merken, ist sehr leidenschaftlich und wird schnell wütend. Habt ihr gemerkt, dass er, als wir in Lupins Haus angekommen sind, einige Zaubersprüche gewirkt hat? Ich konnte es spüren. Ich hab hier drinnen gelesen, dass Wasserapheten eine Art siebten Sinn dafür haben. Der sechste Sinn aller Apheten ist das „Gedankenlesen". Was noch dazu kommt ist, dass diese Fähigkeit sich mit dem Können der Emphaten und der Telekinese ergänzen lässt. Das bedeutet, man kann dann alles im Umkreis von ein paar Metern kontrollieren," erklärte Hermine energisch und wurde mit jedem Wort schneller.

„Und das alles hast du aus diesem Buch? Heißt das, dass diese Apheten Drachen sind?", fragte Ginny atemlos.

„Nein, Apheten sind Menschen, die die Fähigkeit haben, über die Elemente zu herrschen. Sie können sie über ihren Geist steuern, aber er hat selbst gesagt, dass er kein Mensch ist, sondern etwas anderes. Und nun ratet mal, wie diese Drachen heißen?", fragte Hermine energisch und ihre Augen funkelten.

„Aphetendrachen?", gab Ginny als schwächliche Antwort, doch sie bekam nur ein spöttisches Kopfschütteln von Hermine.

„Psynergiendrachen?", versuchte es Luna zaghaft, doch auch sie bekam ein spöttisches Kopfschütteln als Reaktion.

„Nein, sie heißen Elementardrachen. Die Apheten haben sie erschaffen, doch sie sind noch viel mächtiger.
Eine Legende aus Wayard besagt, dass sie einst erschaffen wurden, um Wayard zu beschützen. Zu jener Zeit gab es dort viele Unruhen. Die Menschen lebten friedlich mit den Drachen zusammen, die damals noch reden konnten. Ein Alchemist, dessen Namen nicht überliefert wurde, soll mit den Drachen Experimente durchgeführt haben. Seine Forschungen waren sehr aufschlussreich für die meisten Wesen. Doch er trieb es zu weit. Er soll Hornschwänze mit Chinesischen Feuerbällen und Kurzschnäuzern gekreuzt haben und eine neue Rasse von Drachen soll dabei entstanden sein. Eine verdorbene Rasse, deren Panzer undurchdringbar gewesen sein soll. Eine Rasse, die Feuer weiter als 100 Meter speien konnte und schneller war als jeder Drache zuvor. Diese Drachen, die man auch die „Black Dragons" nannte, überzogen Wayard nun mit einem schrecklichen Krieg. Die anderen Drachen schlossen sich gegen sie zusammen, doch trotz ihrer Übermacht waren sie nicht in der Lage, die Black Dragons zu besiegen.

Die Menschen mussten daraufhin fliehen, denn diese Drachen ließen niemanden am Leben. Die Menschen flohen an den letzten sicheren Ort, und dieser Ort lag am Fuß des Alph-Berges. Ihre Fähigkeiten hatten die Apheten, die deshalb dort lebten, um die Macht des Alph-Berges vor den Bösen zu beschützen. Denn seit es den Alph-Berg gab, gab es auch Apheten. Die Macht des Alph-Berges war und ist die Goldene Sonne. Eine Macht, die reine Psynergien in sich trägt.

Die Black Dragons wollten unbedingt diese Macht für sich besitzen, um endlich über Wayard zu herrschen. Denn wer diese Macht hat, kann die Welt so verändern, wie er es will. Viele Male konnten die Apheten die Drachen abwehren, doch auch ihnen schwanden irgendwann die Kräfte und so beschlossen sie, das einzig Richtige zu tun. Sie wählten 32 der mächtigsten Frauen und Männer aus. Immer vier von ihnen schlossen sich zusammen und verwandelten sich in jeweils einen mächtigen Elementardrachen. Das Orakel hatte damals verkündet: Wenn das Böse seine Pranken in Wayard schlagen will, wenn es gar keine Hoffnung mehr gibt, müssen sich 32 von unser Gleichen dazu entschließen den Tod zu wählen. Sie müssen sich vereinen und sterben, denn dann werden sie eine Macht der Erleuchtung erhalten, wie niemand jemals zuvor. Doch dies birgt auch einen gewaltigen Fluch. Denn der Tod mag es nicht, wenn ihm die Lebenden was vormachen. Die es wagen sich in Drachen zu verwandeln, werden fortan ein unendliches Leben führen und müssen die Lebenden schützen. Sie konnten sich nach dieser Transformation also nie wieder zurück verwandeln, es gab für sie kein Zurück mehr. Vier weibliche und vier männliche Elementardrachen zogen daraufhin in die Schlacht gegen die Black Dragons. Die Elementardrachen, auch ´goldene Drachen´ genannt, waren ausgestattet mit der Macht der goldenen Sonne und konnten nicht nur Feuer speien, sondern auch Eis und Orkane.

Die anderen Apheten fertigten für sie spezielle Rüstungen, die unzerstörbar waren. So ausgerüstet konnten sie die Black Dragons in einer gewaltigen Schlacht schließlich schlagen und den Frieden in Wayard wieder herstellen. Doch sie zahlten einen hohen Preis dafür. Sie mussten fortan als Drachen Wayard beschützen, bis der Tod sie nähme. Viele Jahre vergingen und die Menschen vergaßen die Ruhmestaten der Drachen schließlich. Sie fingen an ihnen zu misstrauen und versuchten, sie zu vernichten. Die Drachen wurden es daraufhin leid, immer verfolgt zu werden und gaben Wayard letztendlich auf. Sie versteckten sich in einer dunklen und geheimen Höhle in der Nähe des Alph-Berges." Hermine schlug das Buch, aus dem sie ihnen vorgelesen hatte, zu.

„Ja, das ist wirklich interessant. Aber du hast doch grade vorgelesen, dass sie sich nicht wieder in Menschen zurück verwandeln konnten. Wie könnte er denn dann von ihnen abstammen?", fragte Ginny mit hochgezogenen Augenbrauen. Sie konnte einfach nicht verstehen, warum Hermine glaubte, dass ihr ominöser Lehrer von diesen Drachen abstammen sollte. Und überhaupt, Hermine war viel zu sehr darauf erpicht, mehr über ihn zu erfahren. Ihr kam es schon fast so vor, als würde Hermine etwas für ihn empfinden. Wie sie so über ihn sprach, das hatte nach Ginnys Meinung fast schon etwas Schwärmerisches an sich.

„Nun, ich glaube es, weil es in diesem Buch steht," sagte Hermine schlicht und zeigte ihnen das Buch ´Die Geschichte von Godric Gryffindor,' das sie gerade aus dem Regal gezogen hatte.

„Was hat das Buch damit zu tun?", fragte Luna. Auch ihr war das seltsame Verhalten ihrer Freundin ein wenig suspekt.

„Nun, Godric Gryffindors Mutter war ein Elementardrache. Sein Vater Bengar war ein Zauberer und Dämon. Er war der Heerführer einer Widerstandsgruppe, die sich gegen die ´PinPings auflehnte. Die sollen, diesem Buch zufolge, die Erschaffer dieser Welt sein und wollten die Menschen und alle anderen Wesen vernichten. Diese Widerstandsgruppe soll eine eigene Flotte gehabt haben, doch diese soll in einer großen Schlacht zerstört worden sein. So schickten die PinPings Auftragskiller, um den Heerführer der Widerstandsgruppe zu töten, doch dieser war aufgrund seiner Fähigkeiten, er war schließlich halb Dämon und halb Zauberer, imstande den Verfolgern entgegen zu treten. Zu den Verfolgern gehörte jedoch einer der mächtigsten dunklen Dämonen dieser Zeit. Es soll ein erbitterter Kampf gewesen sein, den sich Bengar und der Dämon geliefert haben. Der Dämon soll schließlich einen sehr mächtigen Vernichtungszauber eingesetzt haben, doch Bengar setzte einen Verbannungszauber dagegen. Als diese beiden Zaubersprüche aufeinander trafen, soll sich, der Legende zufolge, ein Tor nach Wayard aufgetan haben, das beide Kämpfer hineinzog.

In der Legende heißt es weiter, dass der Dämon dort versucht hat, die Elementardrachen zu vernichten, doch Bengar konnte das verhindern. Dies tat er, weil er noch eine Rechnung mit dem Dämon offen hatte.
Die Drachen gaben ihm nach seinem Sieg die Erlaubnis, bis zu seiner Abreise bei ihnen zu bleiben und sich von seinen Verletzungen zu erholen. In dieser Zeit hat er einige sehr brauchbare Zaubersprüche erfunden, denn dort, bei den Drachen, lernte er die hohe Kunst der Alchemie kennen. Diese Fähigkeiten nahm Bengar Gryffindor später mit zurück in seine Welt. Die Alchemie kommt so gesehen aus Wayard. Gryffindor wurde später ein sehr mächtiger Alchemist und Aphet. Doch auch er wurde an das Schicksal der Drachen gebunden, da er sich in eine der Drachen verliebte und sie ein Kind bekamen. Der Name des Kindes war Godric Gryffindor. Zu je einem Drittel Drache, Zauberer und Dämon war er schon bei seiner Geburt eines der mächtigsten Wesen, die es je gab. Seine Eltern gaben all ihr Wissen an ihn weiter. Als seine Zeit gekommen war, zog er mit seinen Gefährten, einem Löwen, einem Dachs, einem Adler, einem Wolf, einer drei Meter langen Python und einem Pegasus aus, um die Welt zu erkunden. Die Drachen gaben ihm eine sehr große Macht, mit der er Licht in die Welt bringen sollte. Es war die Macht der Goldenen Sonne. Um ihm diese Macht geben zu können, mussten die Drachen ihr eigenes verwirktes Leben aufgeben. Mit dieser Macht wurde Godric Gryffindor eine gewaltige Bürde auferlegt. Eine, die sie selbst nicht tragen konnten,"
beendete Hermine ihre Erzählung.

„Was für eine Bürde eigentlich? Das ist doch sicher nicht die Bürde, die sie tragen mussten, denn die haben sie doch schon erfüllt," hakte Luna nach.

„Die Bürde, Wayard vor dem Bösen zu beschützen haben sie gemeistert, ja, aber die Bürde ging noch weiter. Sie hätten die Erde, auf der sie lebten, vor den PinPings retten müssen, und daran sind sie gescheitert. Sie waren nicht in der Lage, ohne das Zutun von Bengar und dem Dämon, ein Tor zwischen den Welten zu öffnen. Doch Godric war um einiges mächtiger als sie alle zusammen. Godric und seine Gefährten, die nach den Aufzeichnungen allesamt Animaguse waren, machten sich auf den Weg, Wayard von dem Bösen, das der Dämon mitgebracht hatte, zu säubern. In den Aufzeichnungen steht auch, dass seine Gefährten mächtige Apheten und Zauberer waren, die sich nicht so schnell besiegen ließen. Bengar hatte ihnen und Godric einiges über Strategie und Kampfkünste beigebracht, um ihnen alle Hilfe anzubieten, die er ihnen bieten konnte. Er brachte ihnen auch bei, wie die PinPings denken und wie weit sie in ihrer Technologie vorangeschritten waren," erklärte ihnen Hermine und sah auf die Uhr. Mit einen Schreck sprang sie hoch und sagte: „Es ist schon nach Mitternacht, wir müssen schlafen gehen, sonst kommen wir morgen nicht raus."

„Du kannst ruhig schlafen gehen, aber ich will, bevor ich ins Bett gehe, noch von Harry wissen, ob er wieder mit mir zusammen sein will. Und wer weiß, vielleicht übernachte ich auch bei ihm," sagte Ginny zwinkernd und ging aus dem Zimmer.

„Ich geh zu Neville und schau, ob wir wieder zusammen kommen. nach Dumbeldores Tod hat er mit mir Schluss gemacht, weil er dachte, sonst wäre ich auch noch in Gefahr, weil ich ihn liebe. Du schaust, ob du noch mehr über diesen Kerl rausbekommst, sonst sind wir keine Freunde mehr," sagte Luna und grinste dabei spitzbübisch.

„Ja, das will ich eh machen, aber vorher ziehe ich mir mein Nachthemd an. Dann kann er sicher nicht widerstehen," grinste Hermine, zog aus ihren Schrank ein blaues Nachthemd heraus, das nur bis zu den Knien reichte und hauteng saß.

„Willst du ihn dazu bringen, dass er mit dir schläft?", fragte Luna und beäugte das Nachthemd misstrauisch.

„Nein, das will ich nicht, obwohl es mir schon gefallen würde. Ich glaube, ich hab mich in ihn verknallt, aber das ist nicht wichtig. Der Punkt ist, ich will wissen, was er in seinen Zimmer treibt," sagte Hermine energisch und zog das Nachthemd an.

Hermine winkte Luna noch mal zu und verließ dann ihr Zimmer, um ihren mysteriösen Gastgeber zu suchen. Als sie sein Zimmer endlich gefunden hatte und leise die Tür öffnete, blieb sie wie angewurzelt stehen.
Der Mann hatte sich über eine Frau, die auf seinem Bett lag, gebeugt. Sie hatte am ganzen Körper tiefe Schnittwunden und schreckliche Verbrennungen. Aus den meisten Wunden quoll eine stinkende Flüssigkeit, die anscheinend giftig war. Aus ihrem Bauch ragte ein schwarzer Pfeil und es sah so aus, als würde es der Mann nicht wagen, ihn zu berühren.

„Was ist mit der Frau geschehen?", fragte Hermine entsetzt.

„Sie wurde von Dämonen eingesperrt, nachdem sie herausfanden, dass sie mir Informationen über die Lage der Unterwelt verriet. Sie haben sie nicht nur gefoltert und missbraucht, sondern sie auch noch mit einem sehr alten Gift infiziert. Dieser Pfeil hier wurde mit diesem tödlichen Gift präpariert. Es gibt kein Gegenmittel, aber ich weiß, dass sie erst im ersten Stadion der Krankheit ist. Im ersten Stadion tritt eine ätzende und stark riechende Flüssigkeit aus den Wunden aus. Im zweiten fängt der Körper langsam an zu verfaulen, im dritten und letzten gibt die Seele ihren Körper auf. In dieser letzten Stufe ist nur noch ein verfaulter Körper übrig, aber er lebt noch. Dieses Gift wirkt nur sehr langsam, nach der Infizierung dauert es drei bis zehn Tage bis zum Tod. Während dieser Zeit leidet das Opfer schreckliche Schmerzen. Bis heute haben alle Heiler, die einen solchen Fall behandeln mussten, immer versucht, mit den üblichen Heilmitteln eine Wirkung zu erzielen. Ich denke, das war falsch. Ich glaube, dass es mit direkter Heilung gehen kann," sagte er und reinigte mit einen Tupfer die ärgsten Wunden.
„Das Schlimmste ist, dass ich den Pfeil nicht heraus ziehen kann. Ich würde mich auch infizieren und das würde uns nun gar nicht helfen," fuhr er fort und heilte eine Wunde durch Magie.

„Können Sie ihn nicht einfach weg teleportieren, oder etwas anderes? Würde es dann aufhören mit dieser Flüssigkeit?", fragte Hermine nervös und suchte sich auch einen Tupfer. Auch sie wollte helfen. Ihr tat diese Frau leid, wie sie so da lag mit ihren wahrscheinlich tödlichen Wunden.

„Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen? Aber diese Flüssigkeit würde deswegen nicht verschwinden. Ich könnte sie jedoch mit einem Desinfektionsmitte versorgen," überlegte er und zauberte dann den Pfeil aus der Wunde heraus. Gleichzeitig reinigte er die Wunde mit einen Desinfektionsmitte. Danach rieb er eine Salbe auf die Wunde, die sich sofort mit einem Zischen schloss.

„Kann ich noch irgendwie helfen? Wie heißt die Frau eigentlich?", fragte Hermine und wusste plötzlich nicht mehr, wohin mit ihren Händen.

„Sie heißt Madlen, und ja, du kannst mir helfen. Komm jetzt zu mir und vertrau mir," sagte er und reichte ihr seine Hand, die Hermine sofort nahm. Er zog sie zu sich und umschloss ihre Taille mit seinen Händen. Mit sanfter Stimme sprach er: „Beruhige dich und atme nach meinem Puls. Lass ganz locker, denn ich halte dich."
Hermine tat wie ihr geheißen, doch nichts geschah. Langsam beruhigte sie sich und spürte plötzlich ein Kribbeln in ihren Fingern. Als sie wieder ruhiger atmete sagte er: „Sieh mir in die Augen und warte ab."

So tat sie es und plötzlich küsste er sie. Hermine spürte die Wärme, die von ihm ausging und das Kribbeln wurde immer stärker. Eine ungeheuerliche Kraft floss durch seine Finger, die jetzt ihre umschlossen, die sich einerseits warm anfühlte, andererseits auch so behutsam war. Als sie den Kuss schließlich erwidern wollte, war er leider schon zu Ende. Sie blickte auf Madlen hinunter und sah, dass ihre Wunden allesamt verheilt waren.

„Alleine hätte ich noch ein paar Stunden länger gebraucht, aber wenn man es schneller erledigen kann, dann sollte man die Möglichkeit halt nutzen," sagte er, als ob dieser Kuss nur eine Pflicht für ihn gewesen wäre. Seine Augen jedoch straften seinen Tonfall Lügen, sie glühte vor Freude.

„Wie hast du das gemacht? Ich dachte, ich könnte nicht heilen und jetzt sagst du mir, dass ich es auch kann. Warum hast du mich denn küssen müssen?", wollte Hermine wissen.

„Ich hab es getan, weil ich so in dir sehr viele Gefühle aufwirbeln konnte und das half mir, deine magischen Fähigkeiten mit meinen in Einklang zu bringen. Heilen kannst du noch nicht, aber meine Kräfte sind durch dich geflossen und so konnten sich unsere Kräfte vereinen und sich sogar noch steigern. Durch einen mir unerklärlichen Grund sind unsere Kräfte durch diesen Kuss noch stärker geworden, als ob sie zusammen gehören würden, aber in zwei unterschiedlichen Körpern. Das ist die einzige logische Erklärung, die mir dazu einfällt, aber eigentlich kann das nicht sein. Das gab es noch nie," erklärte er und fuhr sich dabei nachdenklich durch sein dunkelblondes Haar, was Hermines Herz höher schlagen ließ.

Der Kuss hatte Hermine gefallen, aber nicht nur das, sie mochte es auch, wie er sich gerade nachdenklich durch sein Haar fuhr, wie distanziert er die ganze Zeit wirkte und wie er ein Gespräch in sehr witzige Bahnen bringen konnte. Er konnte wie es aussah, auch gut zuhören, nicht nur sprechen.

„Müssen wir uns weiter um sie kümmern, oder sind wir für heute fertig?", fragte Hermine und inspizierte ihre blutbefleckten Hände.

„Nein, sie wird bis morgen in der Früh schlafen und dann ein wenig sauer sein, weil ich ihr die anderen, Auserwählten noch nicht vorgestellt habe. Ich geh gleich erst mal duschen und dann zaubere ich mir ein Bett, um sie noch weiter zu beobachten," sagte er und wollte gerade in das Badezimmer gehen, als Hermine ihn zurück zog und ihn einfach küsste.

„Du hast gesagt, dass sie bis morgen schlafen wird und ich kann heute Nacht wahrscheinlich eh nicht mehr schlafen. Kann ich nicht vielleicht bei dir bleiben?", fragte Hermine mit einem Hundeblick.

„Hast du von meinem Cocktail getrunken", fragte er mit fester Stimme.

„Ja, warum nicht, den hast du ja stehen gelassen," antwortete Hermine mit Glubschaugen.

„Na toll, in dem Cocktail war ein Zaubertrank als Gegenmittel gegen einen anderen Trank, der einem die Hormone nimmt. Du hast den Cocktail getrunken, denn ich gebraut habe und bist jetzt voll hormongesteuert. Jetzt darf ich dich ja nicht aus den Augen lassen, sonst tust du noch etwas, das du eigentlich nicht tun willst. Ja, du kannst gerne bei mir bleiben, aber zieh dir vorher was anderes an, dein Nachthemd ist voller Blut," sagte er, beäugte ihr hautenges Nachthemd und deutete ihr, das sie sich im Schrank mit sauberer Nachtwäsche bedienen könne. Ohne Umschweife zog sich Hermine aus und ging nackt zum Schrank.
„Hermine, willst du mich verführen? Wenn ja, dann hast du schlechte Karten, denn ich bin viel zu müde, um noch lange herumzualbern," grinste er amüsiert und mit einen Wink mit dem Zauberstab hatte Hermine ein rosa Nachthemd an, das ihr wie angegossen passte. Sie war heute wirklich hormongesteuert. Das wusste der junge Man ganz genau, denn sonst würde sie solche Sachen nicht tun. Aber sie würde sich am nächsten Morgen eh an nichts mehr erinnert, was ihr peinlich sein könnte. Das versprach sich der Mann selbst.

„Willst du dich auch duschen? Wenn ja, dann sag es gleich, dann zaubere ich noch ein Badezimmer dazu," redete er weiter und machte Anstalten, im Bad zu verschwinden, doch Hermine hielt ihn wieder zurück. Sie hatte ein zweites Bett herbei gezaubert und schupste ihn darauf. Sie setzte sich auf ihn und küsste ihn wieder.
„Geh bitte von mir herunter, oder ich schmeiße dich eigenhändig aus meinem Zimmer," sagte er bestimmend.

„Wenn wir duschen gehen, dann aber gemeinsam und ich geh schon freiwillig von dir herunter," mit diesen Worten stand sie auf und zog ihn mit sich ins Badezimmer. Nach der Abkühlung lagen sie nebeneinander auf dem breiten Bett und unterhielten sich über viele Dinge. Hermine hatte viele Fragen und der junge Mann, der neben ihr auf dem Bauch lag, kannte viele Antworten. Wie nebenbei fuhr sie ihm während dem Sprechen mit den Fingerspitzen über den Rücken.
„Wo hast du diese Narben her?", wollte Hermine wissen und lehnte sich etwas näher, um die Narben auf seinem Rücken zu betrachten.

„Als ich etwa acht war, hat man mich gefoltert und ich wäre nicht mehr am leben, wenn Madlen nicht gewesen wäre. Sie hat mich heimlich gepflegt, wenn ihr Vater des Folterns müde wurde und eine Pause machte. Als er herausfand, dass sie mir geholfen hat, folterte er zusätzlich auch noch seine eigene Tochter. Ich konnte nur mit viel Glück mir ihr von dort fliehen und gab ihr mein Blut zu trinken. Dadurch konnte ich ihr Leben retten und so wurde, wie ich aber erst viel später herausfand, auch mein Schicksal in die richtige Bahn gelenkt. Denn dadurch ist sie eine von uns geworden," sagte er und streichelte Hermine über den Bauch.

„Wie meinst du das? Ist sie ein Drache, oder so? Denn ich bin kein Drache, so wie du," grummelte sie und spielte die Beleidigte.

„Tja, sie ist ein Drache, und du auch. Irgendwann wirst du dich das erste Mal verwandeln und dann weißt du alles, was man wissen muss. Du wirst ganz automatisch wissen, wie man fliegt, wie man Feuer speit und wie man die Drachenkräfte einsetzt. Sie unterscheiden sich ein wenig von dem der Apheten. Bei den Apheten muss man immer die Hand heben, aber bei denen der Drachen braucht man nur zu Denken und es passiert. Gute Nacht, ich möchte morgen ausgeschlafen sein," murmelte er dann und schaltete das Licht aus. Sein Temperament war noch immer durch das Heilen und dadurch, dass Hermines Wasserfähigkeiten durch ihn geflossen waren, sehr ruhig.

Nach wenigen Minuten hörte Hermine ein leises Schnarchen, das ihr verriet, dass er tief und fest schlief. Sie gab ihm noch einen Kuss auf die Wange und schlief dann selber ein.