Titel: Dating für Dummies

Autor: Laren

Disclaimer: Ich besitze absolut keine Rechte an Gundam Wing. Und ich gedenke auch keinen müden Pfennig mit diesem Geschreibsel zu verdienen.

Betadank: an Zanna die gerade versucht mir ihre Borgrüsselpest anzudrehen

Ich weiß, ich war die letzten zwei Wochen eher unproduktiv. Aber da es mich mal wieder nach Shanghai verschlagen hat, hatte ich echt kaum Zeit und noch viel weniger Energie mich um meine Geschichten zu kümmern. Hoffen wir mal, dass ich diesmal wirklich das letzte mal dort war….

Für alle die Duos Blog besuchen möchten, ihr findet es hier:

http// oddities - bitchin-n-stuff. blogspot . com (natuerlich ohne die leerzeichen)

Viel Spass


Kapitel 3

Hallo DM,

vielen Dank für deine Mail, sie hat mich sehr gefreut. Und nachdem ich dein Profil im Portal gelesen hab, denke ich auch dass wir uns unbedingt mal treffen sollten. Zurzeit bin ich wegen einer Geschäftsreise leider nicht in der Stadt – weswegen ich mich auch erst jetzt melde - aber am Wochenende bin ich wieder zurück. Wie wäre es wenn wir uns am Samstagabend bei ‚Joe's' zum essen treffen? Danach könnten wir ja weiter ins Nightwish und noch eine Runde tanzen.

Bitte melde dich, wenn dir das zusagt.

Cat'

Duo las die Mail schon zum zweiten Mal und ein kleines Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Er hatte endlich Antwort auf seine Mail in der Internetpartnersuchbörse bekommen. Und es wirkte tatsächlich so, als wenn der Typ den er angeschrieben hatte zu ihm passen könnte. Das Joe's und das Nightwish waren auch für Duo zwei Orte die er Samstags sehr gerne besuchte. Das Restaurant lag praktisch gleich neben dem Nachtclub und ziemlich viele der Nightwish Besucher gingen dorthin um sich vor dem Tanzen gehen noch mal zu stärken. Außerdem gab es dort die leckersten Burger weit und breit. Zumindest schienen er und Q den gleichen Geschmack zu haben. Das war doch mal viel versprechend.

Deshalb tippte Duo auch schnell an einer positiven Antwort. Das er schon in ein paar Tagen das nächste Date hatte hellte seine Stimmung ungemein auf. Nach dem Desaster vom Abend vorher war das auch unbedingt nötig.

Duo stöhnte auf, als er an den gestrigen Abend zurückdachte. Er hatte sich selten so peinlich berührt gefühlt wie in dem Moment, als der Typ – Heero – ihn einfach hatte sitzen lassen.

Was fiel dem eigentlich ein? Wie konnte er es wagen nach so wenigen Minuten einfach zu gehen? Und dann noch behaupten dass es an Duo gelegen hatte. Wenn es gerecht zugegangen wäre, dann hätte Duo als erstes gehen müssen. Mann war das eine Pleite gewesen. Heero hatte zwar ganz nett ausgesehen, aber er war ja so ein Langweiler! Computergeek, das passte wie die Faust aufs Auge.

Wie konnte die Scary Lady nur auf die absolut unglaubliche Idee kommen, dass er und dieser scheintote Langweiler zusammen passen würden? Duo dachte sich richtig in Rage. Gestern Abend war er noch zu bestürzt über den plötzlichen Aufbruch von Heero gewesen, da war er nur ein wenig ärgerlich und sehr durcheinander gewesen, aber jetzt, jetzt war er wirklich wütend.

Und von Sekunde zu Sekunde wurde er wütender. Wie kam dieser Heero eigentlich dazu ihn sitzen zu lassen? Ok, er hatte diesen einen Witz über Dorothy gemacht, aber meine Güte – Duo rollte mit den Augen. Ihre Augenbrauen waren ja wohl auch scary – und er zweifelte ernsthaft daran dass er der erste Mensch war der jemals eine Bemerkung über Dorothys Augenbrauen gemacht hatte. Und immerhin hatte er sich zumindest bemüht dieses Date zum funktionieren zu bringen, während Heero es noch nicht einmal für nötig befunden hatte sich nette Kleidung anzuziehen. Und sich jedes verdammte Wort einzeln aus der Nase ziehen ließ. Kein Wunder dass dies nicht funktioniert hatte. Aber an Duo hatte es absolut nicht gelegen. Das musste hier mal festgestellt werden.

Schnell tippte Duo seine Gedanken in seinen Blog. Es half ihm sich zu beruhigen. Immerhin hatte er einen langen Arbeitstag vor sich, da konnte er es sich nicht leisten so schlecht gelaunt zu sein. Die schrecklichen Kopfschmerzen die er wohl wegen dieser süßlichen Cocktails hatte, waren schon schlimm genug.

Aber auf jeden Fall nahm sich Duo vor, heute Abend zu Dorothy zu gehen und eine Erklärung zu verlangen. Immerhin hatte er ziemlich viel Geld für diese Partnersuche ausgegeben. Da konnte er wohl verlangen, dass sie ihn nicht mit jemanden zu verkuppeln versuchte, der so überhaupt nicht zu ihm passte. Ein Blinder mit Krückstock hätte aus tausend Kilometer Entfernung erkennen können dass aus ihm und diesem Computerkuschler nie etwas werden würde.


Die langen Stunden im Sender dämpften etwas von Duos Ärger über den gestrigen Abend. Trotzdem, als Sarah ihn denn fragte wie sein erstes Date verlaufen wäre, da knurrte er sie nur an. Zum Glück bemerkte sie wohl schnell dass sie besser nicht noch weiter nachhaken sollte und suchte schnell das Weite. Was auch gut so war, denn Duo wollte es sich auf keinen Fall mit seiner Redakteurin verderben.

Nach einem langen Arbeitstag machte sich Duo dann auf den Weg zum Büro der Scary Lady. Er hatte in der Mittagspause dort angerufen und einen Termin gemacht. Schließlich wollte er den weiten Weg nicht umsonst gemacht haben. Während seiner Fahrt durch die Stadt nahm er sich genau vor, was er ihr alles sagen wollte. Schließlich musste er seiner Empörung ausreichend Luft machen. Dieser Schreckliche Abend hatte die ganze Zeit an ihm genagt und irgendjemand musste dafür jetzt bezahlen. Das war mal sicher.

Voller Elan betrat er dann auch Dorothys Büro. Und er wollte gerade zu seiner langen und ausgefeilten Schimpftirade ausholen, als Dorothy ihn um Nanosekunden schlug. „Ich bin sehr enttäuscht von dir Duo. Sehr, sehr enttäuscht," sagte sie mit vorwurfsvollem Ton.

Völlig überrumpelt konnte Duo nur noch ein, „Das mit der ‚Scary Lady' war nicht so gemeint!", von sich geben. Natürlich hatte Heero alles seiner ‚besten Freundin' brühwarm erzählt. Wahrscheinlich noch gleich am letzten Abend. Die alte Petze. Wenn Duo Zeit gehabt hätte, dann hätte er jetzt wieder richtig ärgerlich auf Heero werden können.

Dorothy machte eine wegwischende Bewegung mit ihrer rechten Hand. „Ach papperlapapp. Da hab ich schon weitaus schlimmere und weniger zutreffende Spitznamen bekommen. Wirklich, ‚Scary Lady' gefällt mir sogar richtig gut. Nein, es geht hier darum, wie du das Date mit Heero versaut hast."

„Wie ich WAS hab?" Duos Stimme überschlug sich fast vor Empörung. „Wenn hier einer etwas versaut hat dann doch wohl dieser Langweiler, der mich einfach sitzengelassen hat! Und das nachdem ich mich so angestrengt hab die ganze Sache zum Laufen zu bringen!"

Dorothy seufzte kurz und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „Wenn ‚anstrengen' bei dir bedeutet dich vor einem Date vollaufen zu lassen, dann muss ich mir wirklich noch einmal überlegen ob ich dich als Kunde weiter betreuen möchte."

„Was heißt hier vollaufen? Das ist eine maßlose Übertreibung!" Duo wusste vor Empörung gar nicht mehr was er sagen sollte.

Der Blick, mit dem Dorothy diese Aussage erwiderte war sicherlich waffenscheinpflichtig. „Also laut Heeros Beschreibung hattest du schon zu Beginn des Dates zwei Cocktails. Entspricht das vielleicht nicht der Wahrheit?"

Duo rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her, er kam sich vor wie bei einem Kreuzverhör. „Na gut, das stimmt schon, aber das heißt noch lange nicht dass ich betrunken war." Er verschränkte seine Arme abwehrend vor seinen Brustkorb.

„Bist du sicher?" Dorothys Augenbraue zuckte fragend nach oben. „Wieviele Drinks waren es an dem Abend insgesamt?"

Duo fühlte sich merklich unwohl, aber er kam erst gar nicht auf den Gedanken etwas falsches zu antworten: „Drei!"

„Aha," die junge Frau lehnte sich in ihrem komfortablen Bürostuhl zurück. „Drei Cocktails… und das in vielleicht einer halben Stunde? In einem Laden der sehr großzügig mit Vodka und Co. umgeht? Du kannst mir ja viel erzählen Duo, aber nach drei Cocktails in so einer kurzen Zeitspanne musst du zumindest ziemlich angeschickert gewesen sein. Dein Verhalten hat Heero absolut abgeschreckt."

Vielleicht hatte die Scary Lady ja sogar Recht, aber Duo war noch lange nicht bereicht einfach klein beizugeben. „Nun, dann hättest du vielleicht nicht eine Cocktailbar für das Date aussuchen sollen, oder?" gab er zurück. „Was macht man sonst schon dort als Cocktails trinken?"

Dorothy seufzte tief. „Man trinkt vielleicht einen, ganz langsam. Und schüttet sich nicht mehrere wie Brause runter. Vielleicht weißt du das noch nicht, aber betrunkene Leute wirken auf andere immer abschreckend."

„Ich war nicht betrunken!"

„Laut Heeros Aussage warst du fahrig, laut und hast unglaublich dumme Witze gerissen. Entschuldige aber für mich hört sich das eindeutig betrunken an. Und es zeigt mir dass du keine Ahnung davon hast wie man sich auf einem Date zu benehmen hat. Oder dass es dir mit der ganzen Sache nicht ernst ist. Ich kann als Kunden aber niemanden gebrauchen, für den das hier nur ein Spiel ist. Die Menschen die ich betreue sind auf der Suche nach einer festen Beziehung, und so eine Suche ist anstrengend und man kann schon durch Kleinigkeiten entmutigt werden. Heero ist jetzt durch das fehlgeschlagene Date so abgeschreckt dass er mir verboten hat weitere passende Kandidaten zu suchen. Und das ist eine große Enttäuschung für mich. Nicht nur dass Heero mein bester Freund ist, nein ich war wirklich der Meinung dass ihr zwei wie geschaffen füreinander seid. Jetzt muss ich einsehen, dass mein Radar wohl doch nicht so gut ist wie ich dachte. Und solche Zweifel kann ich auch nicht gebrauchen."

Jetzt wurde es Duo aber wirklich zu bunt. „Wenn du wirklich glaubst dass dieser Langweiler und ich zusammen passen, dann ist vielleicht wirklich etwas mit deinem ‚Radar' nicht in Ordnung. Ich glaub kaum, dass es jemand gibt, der noch weniger mit mir gemeinsam hat als dieser Computergeek. Mein Gott, da könnte ich doch gleich einen Speicherchip daten, kann auch nicht langweiliger sein."

Dorothy schüttelte den Kopf. „Heero ist doch kein Langweiler," entfuhr es ihr.

Duo lachte kurz auf. „Da er dein bester Freund ist, bist du wohl scheinbar nicht ganz unparteiisch. Aber lass dir gesagt sein, er ist langweilig. Er hat nichts geredet, hat auf keinen Witz reagiert. So sieht für mich mein Traummann auf jeden Fall nicht aus. Ich will jemand der lustig ist, und gut gelaunt. Mit dem man Pferde stehlen kann. Der gern tanzen geht und die Sau rauslassen und der sich nicht in seiner Wohnung hinter dem Computer verschanzt damit er mit der Welt nicht agieren muss."

„Hast du schon mal was von ‚Gegensätze ziehen sich an' gehört? Glaubst du wirklich dass du jemanden brauchst der genauso ist wie du selbst? Oder wäre es nicht besser einen Partner zu haben der dich komplettiert? Der dich auch manchmal bremst wenn du kurz davor bist über das Ziel hinaus zu schießen? Jemand der etwas ruhiger ist als du?"

Duo schüttelte vehement den Kopf. „Nein, das suche ich garantiert nicht. Ich brauche niemanden der mich ‚bremst' oder der mich vor Langeweile einschlafen lässt. Ich will einen Partner der genauso drauf ist wie ich."

Dorothy blickte ihn wieder streng an. „Mit so jemand wirst du nicht glücklich werden. Zumindest nicht auf Dauer."

„Das ist ja wohl immer noch meine Entscheidung oder?" empörte sich Duo erneut. So langsam kam er sich vor, als wenn Hilde ihm einen ihrer guten Ratschläge gab. Aber was er von seiner besten Freundin so gerade eben noch ertragen konnte – zumindest hin und wieder einmal – von einer beinahe Fremden wie Dorothy würde er es sich auf jeden Fall nicht sagen lassen.

„Stimmt, es ist deine Entscheidung was du willst," sagte Dorothy ganz ruhig. „Aber wie ich vorhin schon erklärt habe, ich kann in meiner Agentur niemanden als Kunden gebrauchen, von dem ich annehme dass er es nicht ernst meint. Und dein Verhalten gestern und heute hier bei mir lassen mich wirklich ein wenig daran zweifeln ob du wirklich schon bereit für eine Partnersuche bist. Ich würde dir daher vorschlagen das alles noch einmal zu überdenken und versuchen dir wirklich klar darüber zu werden was du in einem Partner suchst, und warum. Und bitte versuch auch darüber nach zu denken, ob es wohl unterschiedliche Anforderungen an einen Partner für eine kurze Zeit oder fürs Leben gibt. Und wenn ja, warum? Vielleicht werden dir die Antworten so einige interessante Erkenntnisse für deine Suche geben."

Duo fühlte sich mehr als unwohl. Hatte Dorothy ihm gerade mitgeteilt, dass sie ihn nicht mehr vertreten würde? Das war doch wohl ungeheuerlich. „Hey, ich hab immerhin bezahlt. So einfach lass ich mich nicht abspeisen," grummelte er.

Dorothy schüttelte den Kopf. „Keine Bange, das Geld bekommst du wieder. Und wenn du ein wenig über die Dinge dich ich dir gesagt hab nachgedacht hast dann werde ich dich auch liebend gern wieder in meine Kartei aufnehmen. Ehrlich. Ich finde du bist ein netter, sympathischer Kerl, ich werde dir mit Freuden einen Partner suchen. Aber nur wenn du auch wirklich soweit bist. Alles andere ist nur vergebliche Liebesmüh und es kann darin enden, dass anderen Menschen dabei wehgetan wird. Also wird es wohl noch ein wenig dauern, bis ich dich wieder unter meine Fittiche nehme." Und mit diesen Worten entließ Dorothy Duo.