Chapter Four: Verzweifelter Kampf

Lara Croft kontrollierte die Überwachungssysteme ihres Schlosses im Surrey. Croft-Mansion war mit den modernsten Sicherheitssystemen ausgerüstet und war ihr Zuhause. Wer würde jemanden, der auf der Flucht ist, schon bei sich Zuhause vermuten? Sie hatte mit Chase Witze darüber gemacht, dass sie genau hierher kommen würde, wenn sie ein gutes Versteck brauchte. Nur er konnte wissen, wo sie war. Sie hoffte, dass er bald zu ihr stoßen würde, damit sie in Ruhe beraten konnten, was als nächstes zu tun war. Die einzige Möglichkeit, dass sie entdeckt wurde war, dass Chase in Gefangenschaft geriet und sie verriet.

Aber das konnte sie sich nicht vorstellen.

Trotzdem. Sicher war sicher. Als sie sämtliche Alarmanlagen überprüft hatte, ging sie zu ihren Waffen. Auch hier war alles in Ordnung. Ebenso in ihren Garagen und im Stall. Lara ging zu ihrem Pool. Nachdem sie ein paar Runden geschwommen war, fühlte sie sich besser. Sie betrat ihren Entspannungsraum und setzte sich auf eins der großen Kissen. Von diesem Zimmer aus konnte sie den größten Teil des Anwesens überblicken. Das Haus war so leer seit Compton und ihre anderen Gefährten nicht mehr lebten.

Lara hatte bis jetzt noch keine neuen, fest angestellten Bediensteten eingestellt. Doch solange ihr die Tiefkühlprodukte nicht ausgingen sah sie sich nicht gezwungen etwas in dieser Richtung zu unternehmen.

An keinem anderen Ort auf dieser Welt war es ihr so gut möglich sich vollständig zu sammeln und ihre Gedanken zu ordnen. Doch dieses Mal wollte es ihr nicht so richtig gelingen. Dabei war es dringend nötig, dass sie das Chaos, das in ihrem Kopf herrschte, ordnete.


Mehrere Tage waren bereits vergangen und Chase hatte sich immer noch nicht gemeldet. Mit jedem Tag, der ungenutzt verstrich, wurde Lara unruhiger. Es war nicht ihre Art still dazusitzen und einfach abzuwarten. Es drängte sie, den Aufenthaltsort des Lords herauszufinden. Doch konnte sie nicht weg, da Chase ja schließlich kommen konnte und er vielleicht glaubte, dass er zum falschen Ort gekommen war, wenn er sie hier nicht fand. Zudem konnte sie von einem Reporter gefilmt werden, was ihr Versteck augenblicklich enthüllen würde. An telefonieren, oder gar im Internet ihr Glück zu versuchen, war gar nicht zu denken. Sie vermutete, dass sämtliche Anschlüsse überwacht wurden. Sie traute Sokrates durchaus zu, dass er wieder so viel Macht hatte, um das zu ermöglichen.

Wohl oder übel musste sie bleiben wo sie war.

Dennoch blieb Lara nicht untätig. Sie trainierte täglich mehrere Stunden. Sei es Kampfkunst, Schießübungen, oder Instandhalten ihrer Kondition. In den langen Stunden des Tages war sie zudem darauf bedacht, ihr Wissen noch zu vergrößern.

Eine Woche nachdem sie Chase die Nachricht hinterlassen hatte, war Lara in Topform. An einem nebligen Abend schwamm sie ihre hundertste Länge und trocknete sich ab. Sie legte sich auf einen Liegestuhl und blicke nach draußen in den dichten Nebel. Ihr Blick blieb an den Überwachungsmonitoren hängen. Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Anscheinend hatte sie gerade die Alarmanlage ihrer Grundstücke abgeschalten um einen Abendspaziergang zu unternehmen. Über den Monitor beobachtete sie, wie sie sich jetzt schon in der Eingangshalle befand. Eindringlinge.

Lara gab einen bestimmten Code ein und sofort wurde stiller Alarm ausgelöst. Sie würde nun über jeden der Schritte informiert sein, den die Eindringlinge unternahmen. Sie rannte los, auf ihre Waffenkammer zu. Doch ein kurzes Vibrieren des Alarmgeräts in ihrer Tasche, hielt sie davon ab. Sie waren also schon in ihrem Waffenlager. Sie schlug den Weg zu ihren Fahrzeugen ein, doch wieder warnte sie das kleine Gerät. Gut, die Eindringlinge hatten ihr also diese beiden Möglichkeiten genommen. Sie würden schon sehen was sie davon hatten.

Noch immer im Bikini rannte sie die Gänge ihres Heims entlang und betrat ihr Schlafzimmer. Sie stürmte auf den Wandschrank zu und betätigte einen geheimen Schalter, der den Wandschrank drehte und sie dadurch in der Zentrale ihres Überwachungssystems landete.

Sie zog sich schnell Militärhosen und eines ihrer schwarzen Tops an. Während sie über die Tastatur dem Überwachungscomputer Anweisungen gab, schnürte sie sich ihre Stiefel und legte ihre 9mm samt Waffenhalterung an, die sie immer im Schrank aufbewahrte. Sie waren geladen, der einzige Haken war, dass sie keine zusätzliche Munition greifbar hatte. Endlich war sie durch die zahlreichen Sicherheitsstufen ihres Computers durch und rief eine Gesamtübersicht ihres Anwesens auf. Es befanden sich gut hundert Personen auf ihrem Gelände, die hier nichts zu suchen hatten. Zufrieden stellte sie fest, dass zirka ein Drittel der Angreifer in ihrem Waffenlager und Fahrzeuggaragen auf sie warteten. Mit einem Grinsen auf den Lippen gab sie den Befehl, den Alarm auszulösen.

Augenblicklich wurden alle Zugänge zum Schloss versperrt und ihre Lager abgeriegelt. Damit wäre ein Drittel geschafft.

Plötzlich schaltete sich der Alarm wieder ab. Ein Hacker. Aber so weit würde es nicht kommen, dass jemand sie in ihrem eigenen System überlistete. Der Computer verweigerte ihr den Zugang. Wer glaubte dieser Fremde eigentlich dass er war?

Lara gab sämtliche Passwörter ein, die ihr einfielen, konnte aber nur begrenzten Zugang erreichen. Der Hacker musste ein zusätzliches System geschrieben haben. Doch Lara hatte nicht die Zeit, die neuen Zugriffscodes für alle Bereiche herauszufinden. Schließlich tat sie das Einzige, das ihr mit ihrem begrenzten Zugriff übrig blieb.

Sie gab den Befehl Selbstzerstörung ein. Das Wort blinkte auf dem Bildschirm, dann begann ein zehn Sekunden langer Countdown. Lara gab das nötige Schlüsselwort ein, damit der Computer ihren Befehl sofort startete und der Hacker keine Gelegenheit hatte, ihren Befehl zu verhindern. Augenblicklich wurde der Bildschirm schwarz. Sie hatte einen unwiderrufbaren Befehl gegeben und den hatte der Computer als seine letzte Tat auch ausgeführt.

Doch damit hatte Lara nun den gleichen Effekt erzielt, wie wenn sie den Alarm betätigt hätte. Alle Ausgänge waren verriegelt sowie Waffenkammer und Garagen. Der Unterschied zum Alarm war allerdings, dass sie die Türen nicht mehr entriegeln konnte und der Strom abgeschaltet worden war. Nun war es Zeit zu handeln. Lara legte den Taschencomputer, der sie gewarnt hatte, neben seinen großen Bruder. Er würde ihr nicht mehr helfen können. Zum Glück wurde der Geheimschalter nicht mit Strom betrieben, sodass sie sich ohne Schwierigkeiten in ihrem Schlafzimmer wiederfand.

Nur dass sie nicht mehr die einzige im Raum war. Ein schwarz gekleideter Krieger durchsuchte gerade ihre Kommoden und persönlichen Gegenstände. Er war zu sehr von ihrer Unterwäsche fasziniert, als dass er Lara bemerkt hätte, die sich von hinten anschlich. Sie schlug ihn bewusstlos und durchstöberte seine Taschen nach Munition. Ergebnislos.

Das Einzige, das sie fand, war ein Funkgerät. Das ließ sie jedoch liegen, denn wenn ein Funkspruch durchgegeben wurde, konnte es sie verraten. So nahm sie ihm nur die Waffe mitsamt Schalldämpfer ab.

Lara ging davon aus, dass ein Drittel der Angreifer immer noch gefangen waren, blieben also zwei Drittel. Wenn sie ihre Munition klug einsetzte, konnte sie es schaffen.

Sie schlich die Gänge entlang und erledigte einzelne Eindringlinge, indem sie diese bewusstlos schlug, und wich kleinen Trupps aus. Sie wollte mit der Schießerei warten, bis sie den Großteil der verbliebenen Angreifer vor sich hatte. Allerdings musste sie sich beeilen, denn wenn die Bewusstlosen gefunden wurden, konnte man ihr zu leicht folgen.

Endlich stieß sie auf einen größeren Suchtrupp, der aus zehn Kriegern bestand. Lara duckte sich hinter eine Säule, als Feuerschutz, und schoss mit der Waffe des Kriegers auf seine Kollegen. Jede Kugel traf sein Ziel und bevor die Männer ausmachen konnten, aus welcher Richtung die Schüsse kamen, hatte Lara sie schon alle erledigt.

Das war leicht gewesen. Sie nahm ein Maschinengewehr mit und ließ die anderen Waffen unbeachtet. Schon bald stieß sie auf den nächsten Trupp, den sie ebenfalls ohne größere Schwierigkeiten erledigte. Doch bald würde sie Probleme bekommen, denn die Schüsse waren bestimmt im ganzen Schloss zu hören gewesen.

Sie fand ihre Theorie bestätigt, als sie von hinten und vorne angegriffen wurde. Lara sprang zur Seite und schoss. Das erste Magazin ihrer Pistolen war leergeschossen. Verdammt, jetzt hatte sie nur noch eine brauchbare Waffe. Der Raum, in dem der Schusswechsel stattgefunden hatte, war zerstört.

Überall lagen Scherben, zersplittertes Holz oder tote Krieger.

Lara hörte die Gänge von vielen Militärstiefeln wiederhallen, die sich ihr näherten. Sie beschloss den Rückzug anzutreten. Mit nur einer Waffe und deren Munition hatte sie keine Chance. Selbst wenn sie pro Kugel einen Krieger ausschaltete. Sie rannte die Gänge entlang und wich den Geräuschen der sie verfolgenden Krieger aus.

Sie geriet in einen Hinterhalt und kam mit knapper Not davon. Sie hatte keine Munition mehr und hinter ihr hörte sie schon die Nächsten heranstürmen. Lara durchquerte hastig den Raum und sprintete in den folgenden. Sie drehte sich um, um nach ihren Verfolgern Ausschau zu halten, damit sie ihr nicht in den Rücken schießen konnten.

In vollem Lauf prallte sie gegen ein Hindernis. Lara taumelte rückwärts und wurde von zwei starken Armen gestoppt. Sie richtete ihre Waffe vor sich und drückte ab.

Der Abzug klickte, ansonsten geschah nichts.

„So sieht man sich wieder. Ich hätte nicht gedacht, dass Lara Croft einmal die Munition ausgeht." Der riesige Bradek drückte sie an sich, sodass sie zu keinem Schlag fähig war.

Sie krümmte ihr Rückgrat und bekam für die Hände so viel Platz, dass sie sich von ihm wegstoßen konnte. Durch den Kraftaufwand verlor sie das Gleichgewicht und stürzte schwer zu Boden.

„Also wirklich, Miss Croft. Sie wissen doch, dass mir noch nie jemand entkommen ist."

Lara versuchte zu Atem zu kommen. „Ich bin Ihnen schon mal entkommen und das werde ich auch wieder tun."

„Ich lerne aus meinen Fehlern." Bradek näherte sich ihr bedrohlich.

„Dann werden Sie heute noch eine Menge zu lernen haben!" Mit diesen Worten trat Lara gegen sein Schienbein und sprang auf die Füße.

Sie schlug mit aller Kraft auf den Commander ein. Keine Sekunde lang unterbrach sie ihre Attacken, denn sie wusste, dass er sie dann schnell überwältigen würde. Im Moment war er noch zu sehr damit beschäftigt ihre Schläge abzuwehren und diesen Vorteil musste sie nutzen. Sie wusste, dass es wesentlich anstrengender war Schläge auszuteilen, als abzuwehren. Bald würde sie völlig erschöpft sein, wenn sie weiterhin so zuschlug. Sie musste bloß einen einzigen ordentlichen Treffer landen, den er nicht abblocken konnte. Sie stoppte ihre Attacke und tat, als sei sie dem Zusammenbruch nahe. Sie hatte erreicht, was sie wollte. Bradek richtete sich auf.

Mit einem verzweifelten Aufschrei vollführte sie einen perfekten Dreh-Sprung-Kick. Dieser Tritt hatte ihr schon viele Male das Leben gerettet. Sogar den Koloss Bradek hatte sie einmal damit außer Gefecht gesetzt, aber diesmal schien er wirklich dazugelernt zu haben. Er war nicht auf ihre Täuschung hereingefallen, sondern hatte sie getäuscht. Wie es schien wich er ihrem Tritt ohne größere Schwierigkeiten aus und benutzte seine Ausweichbewegung zum Ausholen.

Lara konnte zwar noch die Arme schützend hochreißen, trotzdem wurde sie von der Wucht seines Schlags gegen die Wand geschleudert. Sie rutschte an dieser hinunter und blieb für einen Moment benommen liegen. Dieser Moment reichte ihm um sie hochzuheben und so festzuhalten, dass sie ihm nichts anhaben konnte. Er presste ihr die Luft aus den Lungen, so fest hielt er sie in seinem Griff.

Plötzlich lockerte er seinen Griff und drückte ihr ein Tuch vor den Mund, von dem ein merkwürdiger Geruch ausging. Chloroform.

Commander Bradek spürte wie ihre Glieder schlaff wurden und fing sie auf, bevor sie bewusstlos auf dem Boden aufschlug.


Vielen lieben Dank an all meine Reviewer! Ihr spornt mich richtig an, immer schneller neue Kapitel online zu stellen! Ihr seid der Grund, warum es jetzt so schnell geht.

Auch das nächste Kapitel gibt es nur gegen Reviews – denn mir ist eure Meinung sehr wichtig!

Hoffe ihr hattet Spaß.

See ya

lara