Seht ihr, Freunde, und da bin ich auch schon wieder. Innerhalb von zwei Tagen habe ich die Geschichte endlich weiter führen können. Es freut mich selbst, dass die Blockade sich gelöst hat ^^
Wie es weitergeht ... müsst ihr wie immer selbst lesen.
Wie lange die Geschichte noch weiter geht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich plane lieber nicht zu viel (was ich ja bei KuL auch hatte xDD). Mal sehen, wie lange der Umfang dieses Mal meinen Rahmen sprengen wird xD
Und jetzt will ich euch nicht weiter aufhalten und euch viel Spaß beim Lesen wünschen ^^ Über Reviews freue ich mich immer, das wisst ihr ja :-)
Liebe Grüße, eure GlowDraconis
Kapitel 3
Die Sonne kitzelte Draco im Gesicht und weckte ihn. Sein Schädel brummte, als wäre eine afrikanische Stampede einmal quer hindurch gerannt und hätte alles platt getrampelt, was nicht niet- und nagelfest war. Er wagte es nicht die Augen zu öffnen, gar sich zu bewegen. Er wusste auch so, wo er war, als ihm der Geruch von gebratenen Eiern und Speck in die Nase stieg. Und als er Blaise' Stimme vernahm, die ihn leise aber bestimmt von der Tür aus zum Frühstück rief, war keine weitere Erklärung mehr für seinen verkaterten Kopf nötig.
Scheiße, dachte Draco. Hoffentlich … nicht!
Langsam öffnete Draco doch die Augen und sah seinen besten Freund im Türrahmen stehen, ein großes, breites Grinsen im Gesicht, die Augen hellwach, das Gesicht glatt wie immer.
„Du siehst furchtbar aus!", witzelte der Dunkle und tänzelte wieder in Richtung Küche davon.
Langsam versuchte Draco sich aus den Federn zu schälen. Bei jeder unbedachten Bewegung drehte sich sein Kopf, als wäre er eben aus einem Karussell gestiegen. Seine Beine waren zittrig und sein ganzer Körper fühlte sich schrecklich steif an. Außerdem klebte an manchen stellen Salz vom Schweiß, den er in dieser Nacht ausgesondert hatte. Alles in allem benötigte der ehemalige Slytherin dringend eine eiskalte Dusche – und frische Klamotten.
Langsam zog er sich ein T-Shirt über den Kopf und ging – sich immer an der Wand entlang festhaltend, aus Angst, umzufallen – zu Blaise in die Küche, an dem die Nacht wohl gänzlich spurlos vorbeigegangen war und der schon pfeifend und singend seine Speckeier briet.
„Morgen, Dray", sagte er fröhlich, als Draco sich auf einen Stuhl fallen ließ und seinen – so schien es – viel zu schweren Kopf auf die Hände abstützte und die Stirn mit den Fingern massierte. „Aspirin?", fragte Blaise, und hielt ihm schon ein Glas mit einer aufgelösten Brausetablette hin – keine Wiederworte, signalisierte das. Mit zittriger Hand wie bei einem Parkinson-Kranken, griff Draco nach dem Glas und nahm einen großen Schluck von der Medizin. Es war peinlich. Noch nie vorher hatte er wirklich alle Erinnerungen an einen Abend eingebüßt und noch nie war er mit einem so mächtigen Kater bei seinem besten Freund aufgewacht. Noch nie!
„B-Blaise", stotterte Draco in dem Versuch, seine Sprache und seine Erinnerung doch vielleicht wiederzufinden , „sag … was ist passiert?"
Ungläubig starrte Blaise ihn erst einmal mit großen Augen an – und begann dann haltlos loszuprusten. Früher hätte Draco ihn dafür verflucht … heute brauchte er die Information so dringend, dass er das Lachen erst recht nicht verstand und mit schief gelegtem Kopf und fragendem Ausdruck im Gesicht dasaß und wartete, bis Blaise sich wieder beruhigt hatte.
„Du hast wirklich keine Ahnung, was, Draco?", begann Blaise, immer noch glucksend und mit langen Pausen zwischen den Sätzen, um zu Atem zu kommen, zu erzählen.
Wenn ich gewusst hätte, dass Draco sich doch so gut vergessen kann, hätte ich das schon viel früher gemacht.
Nachdem wir uns in allen Kaufhäusern wirklich zum Depp gemacht haben, sind wir endlich in die Clubs losgezogen.
Draco setzt sich zunächst stumm an die Bar und bestellt sich irgend so ein komisches Muggel-Getränk, von dem ich noch nie gehört hatte. Cool Up oder so. Ich selbst nehme mit diesem süßen Zeug kein Vorlieb. Für mich soll es dann schon Whiskey und etliche andere Shots sein. Ich bin auch derjenige, der als erstes in der Menge auf der Tanzfläche verschwindet, während Draco sich – die den Kopf auf die Hände gestützt – einen laschen Drink nach dem anderen reinkippt und droht, an der Bar zu versauern.
Doch das lasse ich nicht zu. Deshalb sind wir nicht hier!
Ich lasse ihn eine halbe Stunde dort sitzen und Trübsal blasen, dann reicht es mir. Ich bestelle zwei Drinks und packe meinen Joker aus, den ich genau für solche Notfälle immer in der Tasche habe. Was das ist, werde ich niemandem verraten.
Jedenfalls sollte es meinen guten Freund da an der Bar deutlich aufputschen.
Ich reiche ihm sein Glas und sage zu ihm, dass ich ihn in zehn Minuten auf der Tanzfläche erwarte. „Und keine Widerrede!"
Und es kommt keine Widerrede.
Zehn Minuten später habe ich einen betrunkenen, berauschten Draco bei mir auf der Tanzfläche. Ich gebe ihm immer weiter Drinks, gebe ihm manchmal meinen Joker, manchmal nicht. Und putsche ihn auf. Er lacht sogar ein paar mal, ist das zu glauben! Bei dem Häufchen Elend, das heute Nachmittag in meiner Küche saß, hätte ich das niemals gedacht.
Seht ihn euch an, wie er – ekstatisch – auf der Tanzfläche steht und sich sogar mal an Mädchen und Jungs heran tanzt. Er tanzt auch mal mit mir, das ist klar. Schließlich sind wir zusammen weg.
Es gibt Momente, da sieht Draco so sexy aus, dass ich ihn am liebsten in den Dark-Room des Clubs verschleppen würde. Aber das verbietet mir mein Ehrgefühl, meine Freundschaft zu ihm. Auch wenn ich in seinem Zustand wohl wirklich alles mit ihm tun könnte – er würde alles zulassen!
Und genauso verbietet mir meine Freundschaft auch, dass ich ihn in irgendwas reinlaufen lasse, dass er sich irgend einem fremden, vielleicht infizierten anderen Menschen hingibt. Bevor alles zu schlimm wird, bevor er sich völlig verliert, höre ich auf ihm meinen Joker einzuflößen, höre ich auf ihm Drinks zu bringen. Und ich schaffe ihn zu mir nach Hause. Lasse ihn in meinem Bett seinen Rausch ausschlafen, während ich mit der Couch vorlieb nehme. Ich möchte nicht, dass er am nächsten Morgen – sollte er aus mir unbekannten Gründen vor mir aufwachen – vor Schreck mein Haus verlässt und nie wieder mit mir spricht.
Draco atmete erleichtert auf, als Blaise seinen Bericht beendet hatte. Nichts passiert! Er hatte wirklich schon Angst gehabt, mit seinem Besten Freund oder sonstigen Personen geschlafen zu haben – bei den Erinnerungslücken war das ja nicht auszuschließen.
„Danke", sprach der Blonde nach wenigen Minuten das erste Wort, das ihm in den Sinn kam.
„Dafür nicht, Dray, dafür bin ich da", antwortete Blaise und seine warmen braunen Augen strahlten vor Freundschaft. Es war das erste mal seit langer Zeit, dass sich Draco nicht abseits der Gesellschaft fühlte. Es gab jemanden, dem er etwas bedeutete, der ihn nicht ausnutzte und der ihm aus jeder Patsche helfen würde. Egal, wie tief er in der Scheiße stand.
Ein lächeln legte sich auf die blassen Lippen des ehemaligen Slytherins und er begann – mehr oder weniger – genüsslich seine Eier mit Speck zu essen.
