Ich blickte auf das schlafende Mädchen neben mir herab. Ihr Herzschlag hatte sich verlangsamt, und ihr Atmen war ruhig geworden, aber ihr Gesicht sah nicht friedlich aus. Sie sah irgendwie beunruhigt aus. Ich konnte ihre warme Haut durch meine Kleidung fühlen, und entschied mich, dass es Zeit war, um sie nach oben zu tragen, bevor sie fror.
Sie ächzte, als ich sie von der Couch hob, aber sie erwachte nicht. Ich hielt sie ein wenig von meinem Körper weg, sodass sie meine Bewegungen nicht bemerken würde, während ich die Stufen raufging. Sie hatte ihr Zimmer eine Zeit lang nicht gereinigt, ich musste über mehrere Stapel Bücher und Kleider rüber steigen um sie auf das Bett zu legen. Während sie schlief, drehte sie sich zu mir, als ob sie wisse dass ich dort war. Ich zog ihr ihre Schuhe aus, bevor ich die Steppdecke um sie wickelte. Sie murmelte etwa im Schlaf, aber ich konnte nicht verstehen was sie sagte. Ich trat einen Schritt zurück und hätte fast einen Stapel Bücher umgeschmissen. Jetzt sah sie friedlich aus, aber ich konnte sie nicht verlassen. Es würde nicht fair sein, sie alleine aufwachen zulassen, nachdem was heute passiert war. Ich war mir nicht mal sicher ob sie glaubte, dass das Gespräch echt war. Sie war so verletzt und verwirrt worden. Vielleicht könnte ich ja ein paar Bücher und etwas Kleidung aufräumen während sie schlief. Als erstes nahm ich die Bücher und legte sie auf ihren Schreibtisch. Ich wollte gerade die Kleidung aufheben, als ich sah, dass einer der Bodenbretter lose war. Ich bückte mich und entfernte es. Aha. Darunter war ein kleiner Hohlraum, mit Fotos, der Cd und den anderen Sachen. Edward hatte die Dinge entfernt, die Bella an ihn erinnern konnten. Aber mitgenommen hatte er sie nicht, wahrscheinlich war es zu schwer für ihn gewesen. Ich wusste nicht, ob ich die Sachen Bella geben sollte. Sicher würde es gut für sei sein zu wissen, dass er nicht alles mit genommen hatte, auf der anderen Seite konnte es auch die "Betürbnisphase" verlängern. Es könnte ihr schlimmstenfalls falsche Hoffnung geben, sie glauben lassen, dass er zurückkommen würde. Aber ich kannte meinen Sohn. Er war störrisch, wenn er entschied dass es für Bella besser war sie zu verlassen, würde er nicht zurückkehren, bevor sie ihren letzten Atemzug beendet hatte. Vielleicht könnte ich ihr die verborgenen Dinge zeigen, wenn sie dabei war über ihn hinweg zu kommen? Das sollte möglich sein. Er war ihre erste Liebe, und es war nur fair ihr einige Sachen zu geben damit sie sich später an die Zeit mit ihm erinnern konnte. Ich legte das Brett wieder zurück, wo es hingehörte und fing wieder an die Klamotten zusammen zu räumen. Der Korb war voll, bevor ich fertig war. Ich lief in Vampir-Geschwindigkeit runter und schmiss die erste Ladung Klamotten in die Waschmaschine bevor ich zurücklief. Bella schlief noch und es war gut, sie müsste sich noch etwas ausruhen. Aber ich konnte nicht mehr lange bleiben. Es wurde dunkel und Charlie würde bald nach Hause kommen. Ich setzte mich in den Schaukelstuhl. Ich müsste mich nicht setzen, aber es war Menschlicher es zu tun. 300 Jahre üben ein Mensch zu sein, machte die Handlungen natürlich. Es war ziemlich lange her, seit ich mein eigenes Blut hatte, das durch die Venen rann. Ich wurde mit 23 vor über 300 Jahren eingefroren. Ich hatte mehr gesehen, als du in deinen Geschichtsbüchern finden würdest. Und größtenteils war ich alleine gewesen. Ich hatte Edward vor 100 Jahren gefunden und ihn verwandelt, weil er im Sterben lag. Und weil seine Mutter mir gesagt hatte, dass ich ihn retten sollte. Er war die erste Familie die ich als Vampir hatte. Und er war genauso schwierig gewesen, wie ein normaler Junge. Er hatte viele Menschen getötet, auch wenn er sich selbst damit beruhigte, dass er sagte, dass es nur die schlechten war. Er war der Einsame gewesen, der der nie seinen Seelenverwandten fand. Nicht das er nicht gekonnt hätte, jede Frau – Vampir oder nicht – die keinen Freund hatte, hatte versucht seine Aufmerksamkeit zubekommen. Aber nur Bella hatte sein Herz berührt. Und er hatte sie gebrochen zurückgelassen. Ich schaute auf den dunkelwerdenden Himmel hinaus, es war ein schöner Himmel. Die Farben änderten sich von dunkelblau auf einem Ende und warmen Orange, wo die Sonne gerade untergegangen war. Man konnte bereits die Sterne und den Halbmond sehen all sich der Tag in die Nacht verwandelte. Ich hörte das Auto, das zum Haus fuhr und begriff, dass ich bald gehen müsste. Ich ging zu ihr rüber und nahm einen ihrer Hand in meine. "Bella?" Sie drehte sich im Schlaf um und ich wusste, dass sie dabei war aufzuwachen. "Bella? Ich muss jetzt gehen. Dein Dad ist auf den Heimweg." Sie öffnete ihre Augen leicht. "Wirst du zurückkommen?"Ich dachte darüber nach. Ich war wegen ihr zurückgekehrt, damit sie wusste dass sie nicht alleine war. Aber ich konnte sie nicht von mir abhängig machen, das war genauso schlecht wie nie wieder zurückzukommen. "Nicht heute Abend. Du musst deinen Schlaf bekommen!" Sie nickte. Wahrscheinlich verstand sie es. Ich ließ ihre Hand los und ging zum Fenster. Ich drehte mich um und sie nochmal anzulächeln, bevor ich in die Nacht verschwand. Bellas Pov: Es fühlte sich so unwirklich an. Ich konnte den Willen nicht aufbringen aufzustehen und Charlie zu begrüßen. Carlisle war zurück und er war gekommen um mich zu sehen. Ich bin nicht davon ausgegangen ihm in meinem Haus auf mich wartend zu finden. Aber ER war nicht zurückgekommen. Nicht das ich geglaubt hätte, dass er zurückkommen würde. Aber jetzt wusste ich wirklich, dass er mich nicht mehr wollte. Carlisle war ohne seine Familie zurückgekehrt, weil er sichergehen wollte, dass es mir gut ging. Mindestends fand er, das ich ein Teil der Familie geworden war in der Zeit in der Edward und ich zusammen waren. "Bella?" Ich stand ungern auf und ging langsam die Treppe herunter, ich wollte mein Glück ja nicht überstrapazieren. Charlie stand in der Küche und schmierte sich gerade ein Brot. Er blickte auf und lächelte. Was sollte ich ihm erzählen? Er würde von meinem Zusammenbruch von Jakob und Billy erfahren, sie sorgen sich immer so und würden später überprüfen, wie es mir geht. "Ähm. Ich fühlte mich Krank und Jakob fuhr mich Nachhause." Charlie ging sofort einen Schritt zurück. "Brrr. Bella! Wenn du die Magen-Darm-Grippe hast solltest du sofort zurück ins Bett gehen." "Du hast rech!" Ich wollte mich gerade umdrehen und nach oben gehen, als Charlie mir sagte noch kurz zu warten. "Ich möchte nicht, das du alleine Wandern gehst Bella. Besonders nicht rund um das Reservat!" Warum sollte ich das tun? Ich ging nicht gerne wandern und ich würde bestimmt nicht alleine in den Wald gehen. Bei meinem Glück würde das einem Selbstmord gleichkommen. "In letzter Zeit wurden sehr viele Bären gesichtet, die umher wandern. Wahrscheinlich ist es nur eine Geschichte die die Runde macht, aber sicher ist sicher!" "Ich geh sowieso nicht gerne wandern und ich werde jetzt auch nicht damit anfangen!" Ich ging wieder in mein Zimmer rauf und legte mich auf das Bett. Bären machten mir nicht wirklich Angst, ich hatte bereits das gefährlichste Raubtier der Welt auf den Mund geküsst. Und nicht zu vergessen das ich letzten Frühling fast gestorben wäre. Man konnte einen Bär vorschwindeln, dass man bereits Tod ist, aber bei einem Vampir geht das nicht, er hört dein Herz schlagen. Der Klingelton meines Handys schmiss mich aus meinen unsinnigen Gedanken. Ich hob es vom Boden auf und schaute drauf, wer mich anrief. Jakob. "Hallo Jake!" "Bella! Ich dachte du würdest anrufen, aber du hast es nicht gemacht. Jetzt wollte ich dich fragen wie du dich fühlst." "Mir geht es jetzt besser Jake. Es geht." Es war einige Sekunden still. "Billy hat gesagt ich soll dich fragen ob du und dein Vater bei uns Mittagessen wollt. Sue und Harry kommen auch!" Ich zögerte. Ich wollte Carlisle morgen sehen, aber ich hatte keine Entschuldigung. Es wäre nicht logisch mit dem Adoptivvater meines ehemaligen Ex-Freundes Zeit zu verbringen. "Ich bin davon überzeugt, dass Charlie sich freuen wird! Lass mich raten, morgen gibt es ein Spiel?" Ich konnte Jake hören, der am anderen Ende der Leitung lachte. "Du hast so recht. Ich glaube dass noch ein paar andere Leute kommen werden. Wir haben den größten Fernseher. Dieses Mal war es an mir zu lachen. "Also, wann soll ich Morgen kommen?" "Ehm. Ich dachte ich hole dich ab. Charlie arbeitet doch und ich habe ja noch dein Auto!" Das hatte ich fast vergessen. Aber ich hatte kein Problem damit, wenn Jakob mich abholen würde. "Sicher Jake. Wann?" "Ich werde anrufen!" "Okay. Ich werde jetzt ins Bett gehen. Ich bin erschöpft!" "Okay, bis morgen Bella! Tschau!"
