Hach, ich hab grade (naja, vor ein paar Stunden ^^) den Twilight-Film als Preview im Kino gesehen! *freu* Bin immer noch etwas neben der Spur. ^^ Naja, also ich persönlich fand ihn auf jeden Fall super (werde ihn mir bestimmt noch ein paar Mal angucken… ein Hoch auf die Kinoflatrate *muhaha* ^^), würde mich interessieren was ihr davon haltet (wenn ihr ihn gesehen habt… ^^)

Auf jeden Fall hab ich deswegen entschieden… *trommelwirbel* … das nächste Chapi jetzt noch Online zu stellen!

Disclaimer: Immer noch nichts meins, außer der Idee! *schnüff* ^^


„Die ersten Tage waren schrecklich. Sie saß nur in ihrem Zimmer und starrte mit leerem Blick aus dem Fenster. Sie aß nicht, sie trank nicht und sie schlief nicht. Ich war am Verzweifeln. Der Arzt meinte, sie hätte einen Schock. Er gab ihr Infusionen gegen den Mineral- und Flüssigkeitsverlust… Sie hat noch nicht mal gezuckt als er ihr die Nadel gesetzt hat. Dabei hat sie doch sonst panische Angst davor." Er schüttelte wieder einmal den Kopf, so als wolle er eine schlechte Erinnerung verscheuchen.

Ich musste daran denken wie Recht er doch hatte, wie sehr Bella die Infusion damals in Phoenix gehasst hatte, kurz nachdem James… Egal, das kam mir grade vor als wäre es eine Ewigkeit her, dabei war es noch nicht mal ein Jahr. Doch es verdeutlichte umso mehr wie schlecht es Bella gegangen sein musste.

„Ich wusste nicht mehr was ich tun sollte, also habe ich Reneé – ihre Mutter – angerufen und sie ist sofort hergeflogen. Wir waren der Meinung, dass es besser für sie wäre, von Forks wegzukommen… von IHM… von allem, was sie an IHN erinnern konnte… Sie reagierte noch nicht einmal auf Reneé, schaute nur die ganze Zeit aus dem Fenster… Was sie nur hoffte dort zu sehen?" Den letzten Satz flüsterte er nur, mehr zu sich selbst und ich war mir sicher, dass er sich die Frage bestimmt schon öfter gestellt hatte. Er konnte es nicht wissen, aber ich wusste worauf sie in ihrem Inneren gehofft haben musste. Es war das Fenster durch das Edward immer in ihr Zimmer geschlichen gekommen war, um über Nacht bei ihr zu bleiben.

Ich fühlte mich elend. Schon jetzt hatte ich mehr erfahren und mehr schreckliche Bilder über Bellas Zeit nachdem Edward sie im Wald hatte stehen lassen in meiner Vorstellung gesehen, als ich in meinen schlimmsten Albträumen mir hätte ausmalen können. Und es war anscheinend noch lange nicht vorbei…

„Selbst als wir anfingen ihre Sachen zu packen, reagierte sie nicht. Doch dann…

Reneé sagte ihr, wie schön es doch in Florida wäre und dass sie sich dort bestimmt sehr wohl fühlen würde. Mehr Sonne und so. Und dass sie die schlimmen Erinnerungen an Forks dort bestimmt bald vergessen würde…

Da ist Bella ausgerastet!" Ich konnte an seinem geschockten und leicht verständnislosen Blick sehen, dass er sich gerade sehr lebhaft an diese Szene erinnern musste. Und ich konnte mir nur zu gut vorstellen, dass ihre Eltern wohl kurz vor einem Herzinfarkt gestanden haben mussten. Selbst jetzt noch, „nur" durch die Erinnerungen, fing Charlies Herz wieder an zu rasen…Ich konnte es hören… und es beunruhigte mich noch mehr.

„Sie hat die gepackten Koffer wieder geöffnet und den gesamten Inhalt durchs Zimmer geschmissen. Und dabei hat sie die ganze Zeit rumgeschrieen, dass sie auf keinen Fall von hier weggehen würde, dass wir sie nicht dazu zwingen könnten, sie wäre ja immerhin volljährig, und schon gar nicht nach Florida…

Ich meine gehört zu haben, dass sie dabei irgendwas von zu viel Sonne gemurmelt hat, ganz sicher bin ich mir aber nicht. Vielleicht meinte sie damit, dass das ewige Regenwetter hier eher zu ihrer derzeitigen Stimmung passen würde…?" Ich sah seinen ratlosen Blick.

„Vielleicht?!" Natürlich wusste ich es besser, aber wie hätte ich ihm das erklären sollen? Dass sie nicht nach Florida wollte, weil da zu oft die Sonne scheint und sich deswegen niemals ein Vampir da freiwillig niederlassen würde? Hatte sie vielleicht noch gehofft, dass wir wieder zurückkommen würden, zurück nach Forks? Vielleicht. Vielleicht meinte sie aber auch, uns – den Vampiren – hier in Forks, da, wo alles angefangen hatte, näher sein zu können? Noch nie war mir so bewusst geworden wie jetzt, wie sehr wir zu ihrem Leben gehört hatten. Hätte ich weinen können, wäre ich spätestens jetzt nicht mehr zu Halten gewesen. Stattdessen zierte ein gequälter, ja eigentlich schuldbewusster, Blick mein Gesicht. Charlie musste es gesehen haben, ging aber nicht näher darauf ein. Wahrscheinlich hatte er solch eine Reaktion, oder eine ähnliche, von mir erwartet und wollte es nicht noch schlimmer machen.

„Also was sollten wir tun? Wir konnten sie doch nicht zwingen! Und um ganz ehrlich zu sein, wir hatten gehofft, dass sie sich mit diesem Gefühlsausbruch aus ihrer Starre, aus dem Schock, gelöst hätte... Wie falsch wir doch lagen." Eine einzelne Träne rann seine Wange herab.

Ich hatte Charlie vorher noch nie weinen gesehen und es brach mir das Herz. Zu gerne hätte ich mit ihm geweint, aber meine Existenz verdammte mich dazu einfach so dazusitzen. In diesem Moment verstand ich Edwards Befürchtung, dass wir keine Seele mehr haben. Warum könnten wir sonst nicht mit unseren Freunden ihr Leid teilen, unsere Trauer zeigen?! Er schaute mich entschuldigend an, murmelte etwas von „alter, sentimentaler Weichling", wischte sich etwas verlegen die Träne weg und erzählte weiter…

„Danach wurde es besser… und schlimmer. Sie aß und trank wieder und sie schlief. Doch sonst tat sie nichts. Sie reagierte auf niemanden und schaute weiterhin nur aus dem Fenster. Ich weiß nicht, was sie dazu bewegt hatte, wieder zu essen und zu trinken, aber wir hielten es für ein gutes Zeichen. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Und der Arzt pflichtete und bei. Also ließen wir sie weitestgehend in Ruhe. Wir wollten ihr die Zeit geben, die sie anscheinend brauchte. Doch nachts, wenn sie sich schlafen gelegt hatte, dann quälten sie Albträume. Jede Nacht wurde ich wach, wenn sie wieder einmal laut in die Stille schrie und schweißgebadet im Bett saß.

Am Anfang ging ich jedes Mal zu ihr. Versuchte sie zu beruhigen und vielleicht rauszubekommen was sie so schlimmes geträumt hatte. Auch wenn ich denke eine gewisse Vorstellung davon gehabt zu haben, sicher sein konnte ich mir ja schließlich nicht. Doch kaum war sie aus ihrem Traum erwacht, nahm die Leere, ihr ständiger Begleiter, den ich immer in ihren Augen sehen konnte wenn sie durch mich hindurchblickte, wieder von ihr Besitz. Kein Wort bekam ich aus ihr heraus, keinen Hinweis darauf was sie so sehr quälte. Ich konnte ihr nicht helfen." Er sah resigniert aus, als er mir dies sagte und ich empfand großes Mitleid mit ihm. Es musste schlimm gewesen sein so hilflos zu sein… einfach nur dasitzen zu müssen und nichts tun zu können.

Ich musste unweigerlich an unsere Situation mit Edward zurückdenken. Zwar konnte er keine Albträume haben, aber dennoch hatten wir uns bei ihm ähnlich gefühlt… fühlten wir uns immer noch.

Hilflos.

Unfähig an der Situation etwas ändern zu können. Esme wäre beinahe daran zerbrochen, hätte sie sich nicht noch Sorgen um den Rest der Familie gemacht und eingesehen, dass sie Edward so auch nicht helfen konnte. Also hatte sie versucht seine Situation zu akzeptieren und sich damit zu trösten, dass es schon irgendwann wieder besser werden würde. Sie redete es sich zumindest ein und konnte so wenigstens einen Teil der Ruhe ausstrahlen, die sie und der Rest der Familie brauchte, um weiterzumachen.

„Nun ja, wie gesagt, am Anfang kam ich noch jede Nacht in ihr Zimmer nach einem Albtraum. Doch mit der Zeit musste ich feststellen, dass es einfach keinen Unterschied machte ob ich da war oder nicht. Nach ein paar Wochen ließ ich es dann bleiben…

Das muss sich schrecklich für dich anhören, dass ich einfach nicht mehr in der Lage war sie jede Nacht auch noch so zu sehen… so leer, so ohne Leben…" Er vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Ich hatte die Schuldgefühle in seiner Stimme gehört. Nicht fair! Was hätte er denn bitte tun sollen?

„Charlie, du bist auch nur ein Mensch!" Ich wusste nicht was ich anderes sagen sollte und lächelte ihn tröstend an. Er blickte aus seinen Händen auf und lächelte traurig zurück.

„Ja, ich bin auch nur ein Mensch… Gut erkannt." Jetzt lächelte er wirklich, wenn auch nur für einen kurzen Moment und es war schön ihn so zu sehen.

„Der Arzt meinte sie würde wohl in ihren Träumen versuchen das Trauma zu verarbeiten und das wäre ein gutes Zeichen. Aber als sich nach Wochen immer noch keine Änderung einstellen wollte, wurde er langsam unsicher. Sie hatte in der Zeit so viel abgenommen… nur noch ein Strich in der Landschaft. Der Arzt wusste auch nicht mehr was er noch machen sollte außer ihr ab und an Infusionen zu legen.

Und ich… ich hatte Angst. Mit jedem Tag bekam ich mehr Angst um sie. Ich hatte solche Angst, dass sie sich etwas antun würde… aus Kummer und Schmerz. Ich war sogar schon so weit nach IHM zu suchen. Dabei war das so lächerlich. ER hatte sie doch schließlich erst in diese Lage gebracht, oder?! Und ER hatte ja anscheinend unmissverständlich klar gemacht, dass er nichts mehr von ihr wollte. Also, was hätte es gebracht? Womöglich wäre der Schock nach einem Wiedersehen nur noch schlimmer gewesen. Aber…

hätte sie ihn vielleicht erkannt…

wäre für IHN die Leere aus ihrem Blick gewichen?" Er schaute mich fragend an, ließ mir allerdings keine Zeit für eine Antwort.

„Ich weiß es nicht. Aber wenn ich diesen Mistkerl jemals wieder sehen sollte…!" er ballte die Hände zu Fäusten und brauchte 10 Sekunden um sich wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.

„Tut mir Leid Alice, ich weiß, er ist dein Bruder, und du liebst ihn, aber…" er beendete den Satz nicht. Das war auch nicht nötig.

„Ja, ich liebe Edward, aber ich war von Anfang an der Meinung, dass er sich falsch entschieden hatte." Das konnte Charlie ruhig wissen. Und Edward auch, sollte er diese Unterhaltung später in meinen Gedanken sehen. Daraufhin schien Charlie um einiges ruhiger als zuvor. Wahrscheinlich hatte er diesen Beistand einfach gebraucht. Doch nun musste ich endlich Gewissheit haben.

„Hat sie… hat Bella sich…" Ich musste noch nie so um Worte ringen. Eigentlich hätte ich mir doch so sichern sein müssen. So sicher, dass sie sich nichts angetan hatte. Bis vor ein paar Stunden hatte ich mir doch noch selbst eingeredet, dass ich es gesehen hätte, wenn sie den Entschluss gefasst hätte…

doch was, wenn es gar keinen Entschluss mehr gegeben hatte? Was, wenn sie gar keinen Entschluss mehr fassen konnte? Denn Charlies Beschreibung von Bellas Zustand zeigte mir eine Tatsache mit unglaublicher Klarheit. Ich hatte nichts von ihr sehen können, weil sie keine Entscheidung mehr traf. Und ihr Unterbewusstsein, das diesen Schockzustand für sie konstruiert hatte – wahrscheinlich um ihr Bewusstsein vor dem Schlimmsten zu bewahren – hatte ihr auch die Entscheidung abgenommen in die Realität zurückzukehren.

Wie konnte Edward nur jemals annehmen, dass sie schon über ihn hinwegkommen und ein normales Leben führen könnte?

Lächerlich!

Ich war schon lange nicht mehr so wütend auf ihn gewesen wie in diesem Moment. Er sollte sich in Acht nehmen, wenn er mir das nächste Mal über den Weg läuft, das schwor ich mir. Ich würde ihn so zur Schnecke machen, dass er noch nicht mal auf die Idee kommen würde auch nur ein Wort dazu zu sagen, dass ich mich über seine Bitte hinweggesetzt hatte.

Doch was war jetzt mit Bella? Hatte ihr Unterbewusstsein wirklich für sie entschieden, dass es zu viel für sie war? War sie…? Ich wollte noch nicht einmal den Gedanken zu Ende denken.


Ich weiß, das ist ein fieser Cliff… nehmt es gelassen, in ein paar Tagen gibt's das nächste Chapi. ^^ Und seht es mal so… wo bliebe sonst die Spannung?! *muhaha*