Anliegen der Schreiber an die Leser dieser FF – an den Stats seh ich ja wie viele das jeweilige Kapitel lesen und es ist schade, das nur zwei von fast 100! Lesern ein Review hinterlassen haben. Mein Dank gilt daher besonders Miyao und katan-kun, die als Einzige etwas zu diesem dritten Kapitel schrieben.

Je mehr Reviews pro Kapitel kommen, desto schneller bekommt ihr das jeweils nächste Kapitel zu lesen. Ihr selbst bestimmt also, wie schnell ihr erfahrt, wie es weiter geht. Denn es drückt ziemlich die Motivation nach unten, wenn man sieht wie viele etwas lesen, aber keiner sich die zwei Minuten Zeit nimmt, seine Meinung dazu zu hinterlassen.

Denkt daran – jeder auch nicht angemeldete Leser kann hier ein Review hinterlassen!

So jetzt liegt es an euch wie schnell ihr weiter lesen könnt. Je mehr von euch Lesern ein Review schreiben, desto schneller geht es weiter. Vielleicht ja schon am nächsten Tag, wenn ihr fleißig eure Meinung kundgetan habt und wir dann durch Euch motiviert genug dazu sind an dieser Geschichte weiter zu tippen.

Jeder der hier liest sollte sich fragen – Will ich wissen wie es weiter geht? Wenn ihr diese Frage mit einem JA beantworten könnt, dann schreibt uns dies!
Was hat euch gefallen, was war nicht so schön?
Was wünscht ihr euch für Lucius, für Severus …, was würdet ihr gerne mal lesen wollen? – Morti

Kapitel 4

Der nächste Morgen kam mehr schleppend, während Severus Snape auf seinem Bett lag und übte, möglichst langsam und flach zu atmen. Es war zwar im Moment nicht wirklich notwendig, da ihm nur das Bewegen des Halses Schmerzen bereitete, weil die kleinen Dornen in sein Fleisch schnitten, doch konnte Malfoy sich ja auch davon schnell gelangweilt fühlen und den Reif enger stellen.

Wie war er nur darauf gekommen, auch nur eine Sekunde lang zu hoffen, dass Malfoy vielleicht kein so schlechter Meister wäre?

Der Ältere war doch so auf seine Reinblütigkeit eingebildet, dass selbst ein halbblütiger Sklave ihm nur Abscheu entlockte.

Zum, er wusste nicht wievielten Mal in dieser Nacht sah er auf die Uhr und seufzte. Gerade einmal halb sechs. Die meisten Schüler würden erst in einer Stunde aufstehen.

Doch da er noch wegen des Glamour zu seinem Meister musste, setzte er sich auf und linste hinter seinen Vorhängen hervor. Monague schlief noch.

Also schlüpfte Severus hinaus und verließ schnell das Zimmer, wo er sich hektisch umsah und dann zur Treppe ging.

„Hey!", rief plötzlich eine tiefe Stimme hinter ihm. „Was hast du in dem Zimmer verloren gehabt?"

Sah er wirklich so anders aus?

Sich nicht lange wundernd, rannte Severus zur Treppe und lief hinauf, um so schnell wie möglich zu Malfoy zu gelangen.

Er hörte schwere Schritte hinter sich und geriet fast in Panik, als er endlich die Tür erreichte und verzweifelt klopfte. Gleichzeitig drehte er an dem Türknauf.

Vollkommen verdutzt starrte Severus einen Augenblick darauf, als sich die Tür tatsächlich einfach öffnete, ohne dass ein Herein oder dergleichen ertönt wäre. Doch zum Wundern blieb keine Zeit.

Schnell schlüpfte er in den Raum und schloss die Tür.

„Meister?"

Auch Lucius' restliche Nacht war alles andere als angenehm verlaufen, hatte er doch keinen Schlaf finden können und das trotz der bleiernen Müdigkeit, die ihm regelrecht in den Knochen zu sitzen schien.

Blicklos an die Bettdecke starrend hatte er dagelegen. Seinen entkleideten Körper nur von der weichen Bettdecke umhüllt und über das nachgedacht, was die letzten Stunden über geschehen war.

Er konnte es immer noch nicht wirklich fassen, dass er – Lucius Malfoy – nun im Besitz eines Sklaven war und fast … fast hätte er es auch als Hirngespinst, als seltsame Wunschvorstellung abgetan, wäre da nicht der Armreif, der schwer um sein rechtes Handgelenk lag.

Das Öffnen der Zimmertüre bekam er nicht wirklich mit, erst als das leise fragende „Meister?" durch den Raum schwebte, registrierte Lucius, dass er nicht mehr alleine in seinen Räumlichkeiten war.

Langsam und mit einem Ausdruck ungläubiger Überraschung drehte er sich im Bett herum, so dass er halb auf der Seite lag und zog eine Seite des Bettvorhangs schwungvoll beiseite.

Severus hatte sich neben das Bett gekniet und versuchte seinen Körper dazu zu bringen, nicht mehr so zu zittern. „Es war keine Absicht, Meister. Die .. Die Tür ist von selbst aufgegangen... aber jemand hatte mich gesehen und..." Unsicher sah er zur Tür, als es klopfte. „Ihr habt mein Aussehen nicht wieder verändert und... ich wusste nicht, ob ich so bleiben.. darf, oder wieder mein anderes Aussehen tragen sollte."

Aufstöhnend schloss Lucius seine Augen und ließ sich für einen Moment einfach wieder zurück in die Kissen fallen. Es war also kein Traum, kein Scherz auf seine Kosten. Sein Sklave war genauso echt wie der Reif um sein Handgelenk.

Ebenso real wie das durchaus angenehme äußere Erscheinungsbild des vor seinem Bett knienden Sklaven, das er auf gar keinen Fall so belassen würde. Oh nein … Severus Snape sollte wieder genau so aussehen, wie er immer ausgesehen hatte. Dass dies nur ein Trug gewesen war, interessierte Lucius dabei herzlich wenig. Einzig zählte, dass kein anderer auf die Idee kam, mehr in seinem Besitz zu sehen, als er nach außen wirkte.

„Wenn du deinen Zauberstab dabei hast, dann stell dein altes Äußeres wieder her und zwar gleich!"

Erst als es dann abermals an der Tür klopfte, schaltete sich sein Verstand wieder vollends ein und die Decke zurückschlagend, schwang Lucius seine Beine aus dem Bett: „Was gibt's denn?", rief er aufgebracht in Richtung Türe, während er seinem Sklaven mit einer harschen Geste bedeutete ins Bett zu kommen. Diesem dabei fragend zuzischend: „Wer ist dir gefolgt?"

Sofort gehorchte Severus und kletterte zu Lucius ins Bett, um sich hinter den Vorhängen zu verstecken. „Ich.. ich kann mein Aussehen nicht selbst verändern.", murmelte er leise und sah zu Lucius auf. „Es tut mir leid, Meister."

Aufseufzend griff Lucius nach seinem Zauberstab, welcher nie weit von ihm fort lag - auch nicht, wenn er eigentlich schlafen wollte. Die Spitze des dunklen Holzes, das fast schon so tief rot war, dass es beinahe schon wieder schwarz wirkte, auf seinen Sklaven richtend, murmelte Lucius den Glamour Zauberspruch, legte ihn mit all seiner Konzentration, die er aufzubringen imstande war, auf den Sechzehnjährigen. Mit unerwartet positivem Erfolg.

Mit einem weiteren Schwenk seines Zauberstabs kleidete er sich dann an, was nicht ganz so ordentlich war, als hätte er sich selbst angezogen. Normalerweise legte Lucius sehr viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres, zumindest wenn er nicht für sich war. Anschließend trat er zur Zimmertüre und öffnete sie schwungvoll.

Den Tadel, dass man ihn zu so früher Stunde nicht zu stören hatte, schluckte der Malfoy Erbe im nächsten Moment jedoch auch schon ungesagt herunter, stand doch niemand anderes als ihr Hauslehrer, Horace Slughorn, vor ihm.

„Professor Slughorn ..", begrüßte Lucius sein Gegenüber überrascht, wollte ihm doch nichts anderes einfallen.

Wenn er nur nicht so verdammt übernächtigt gewesen wäre.

Severus kamen beinahe Tränen, als er die unansehnlichen, fettigen Haare schwer auf seinen Schultern liegen spürte. Er hasste dieses Aussehen. Doch im nächsten Moment presste er sich erschrocken eine Hand auf den Mund, als er hörte, wer gerade gekommen war.

„Mister Malfoy.", grüßte Slughorn zurück und trat einfach an dem Siebzehnjährigen vorbei. „Ich sah gerade jemanden ein Zimmer verlassen, in das er nicht gehörte. Haben Sie etwas gesehen?"

Hoffend, dass sein Sklave ja ruhig blieb, atmete der weißblonde junge Mann unauffällig tief durch. Das war mal wieder einfach typisch Slughorn. Auch wenn der ältere Mann sein Hauslehrer war, brachte es Lucius einfach nicht über sich, diesen Mann zu respektieren. Egal welchen Posten der ältere Zauberer auch sonst innehaben mochte. Der angebrachte Respekt, besonders einem Slytherin Hauslehrer gegenüber, kam einfach nicht auf. Die Person Slughorn verhinderte dies schon von sich aus sehr effektiv, wie Lucius fand.

Die Türe weiterhin offen haltend, schüttelte Lucius verneinend seinen Kopf, dabei vollkommen ehrlich erwidern könnend: „Ich bin gerade erst aufgestanden und war noch nicht außerhalb dieses Zimmers. Tut mir leid, dass ich Ihnen nicht weiterhelfen kann, Professor."

„Ich war mir ziemlich sicher, dass ich hier oben eine Tür klappen hörte.", erwiderte Slughorn und sah sich neugierig um. Dabei fiel ihm die schwarze Schatulle auf dem Schreibtisch ins Auge. Zwar hatte er solch eine noch nie selbst gesehen, doch kannte er Beschreibungen. „Das ist interessant... und unerwartet." Einen Moment lang schwieg der schwergewichtige Lehrer. „Snape!"

Hinter dem Vorhang wurde Severus mehr als bleich und schluckte unsicher. Aber er durfte das Bett nicht verlassen. Sein Meister hatte es verboten und niemand sollte es erfahren. Deshalb schwieg er.

Lucius Miene verdüsterte sich für einen Moment und unbewusst seinen Atem anhaltend, ließ er einige Sekunden vergehen. Erleichtert, dass der Gerufene keinerlei Reaktion zeigte, atmete er aus.

Das beste war, er tat so, als wüsste er nicht, wovon sein Hauslehrer sprach. Sich leicht räuspernd, versuchte Lucius', Slughorns Aufmerksamkeit von der schwarzen Schatulle wieder auf sich selbst zu lenken – etwas, das die meisten tunlichst zu vermeiden suchten, aber hier hatte er einfach keine andere Wahl – und meinte: „Wenn Sie das Halbblut suchen, haben Sie sich in der Türe geirrt, Professor Slughorn."

„Sehen Sie, Mister Malfoy. Auch wenn Sie ein durchaus guter Lügner sind... Ich kenne diese Art Schatullen und ich verwette mein Jahresgehalt, dass Sie neuerdings einen Reif um eines Ihrer Handgelenke tragen." Langsam drehte Slughorn sich um und sah in Lucius' Augen. „Und im Moment gibt es in diesem Haus nur einen Sklaven. Also rufen Sie ihn schon."

Die Arme vor der Brust verschränkend, den rechten mit dem Reif darum vorsorglich unter dem linken haltend, erwiderte Lucius den Blick seinen Hauslehrers. Es war nicht das erste Mal, dass dieser ihn mit seiner plötzlich auftretenden Scharfsinnigkeit überraschte und meist kam sie dann zu Tage, wenn man es am wenigsten gebrauchen konnte.

Dennoch sah er nicht ein, ausgerechnet Slughorn, Slytherins Klatschbase schlechthin, das zu verraten, was er vor allen geheim halten wollte. So setzte Lucius all sein schauspielerisches Können ein, um überrascht und auch ein klein wenig schockiert auszusehen: „Es gibt hier einen Sklaven?"

Slughorn antwortete nicht. Wenn er etwas hasste, war es, belogen zu werden. Auch wenn er es selbst ziemlich oft tat. Langsam zog er seinen Zauberstab und schwenkte ihn kurz.

Severus gab einen leisen, erschrockenen Aufschrei von sich, als plötzlich zusammen mit allen Schränken, Schubladen und der Tür zum Badezimmer auch die Vorhänge des Bettes aufflogen und wild flatterten. Mit panischem Blick sah er sich seinem Hauslehrer gegenüber. „S.Sir."

Das waren sie! Das waren die Momente, in denen Lucius Malfoy es bedauerte, sich für das Abschlussjahr in Hogwarts entschieden zu haben. Besonders da er es nicht nötig hatte, aber er hasste es nun einmal, etwas, das er begonnen hatte, nicht auch zu Ende zu bringen.

So sehr er es sich auch wünschte - oh und wie er dies tat! – konnte er nichts gegen das Treiben seines Hauslehrers und Zaubertrankprofessors unternehmen.

Seinem Sklaven einen vernichtenden Blick zuwerfend, auch wenn er wusste, dass es diesem gegenüber ungerecht war, konnte er doch nichts für Slughorns Handeln, trat Lucius mit einem raschen Schritt zwischen die Bettstatt und den korpulenten Lehrkörper.

Severus senkte den Kopf, rührte sich sonst aber nicht vom Fleck. „Ich weiß von Snapes Status seit einigen Jahren. Jetzt will ich wissen, wie Sie zu ihm kommen, Mr. Malfoy.", hörte er Slughorn sagen, woraufhin er den Kopf wieder hochriss. „Sie... wissen es schon Jahre?"

„Natürlich, Snape. Immerhin bin ich dein Hauslehrer."

Severus zuckte zusammen. Es war das erste Mal, dass ein Lehrer ihn duzte. Mehr als alles andere bestätigte das, dass Slughorn über seinen Status Bescheid wusste.

Lucius, der wusste, dass weiteres Leugnen nun wirklich keinen Sinn mehr machte, seufzte leise. Dahin die Geheimhaltung … oder vielleicht ja doch nicht? Wenn es tatsächlich so war, das Slughorn schon Jahre vom Status des Halbbluts wusste ..

Dass ihn der Gedanke, dass ausgerechnet Slughorn ein Geheimnis für sich behalten konnte, mehr als nur erstaunte, war dem Malfoy Erben für einen Moment deutlich anzusehen, ehe er sich schließlich zu einer Antwort durchrang: „Er tauchte vergangene Nacht bei mir auf und da ich schließlich nicht zulassen konnte, das er ausgerechnet in meinen Räumen draufgeht, habe ich ihn akzeptiert."

„Ich verstehe.", meinte Slughorn und schwieg einen Moment lang nachdenklich. „Niemand hier kann Ihnen vorschreiben, wie Sie Ihren Sklaven behandeln, Mr. Malfoy. Aber Sie sollten wissen, dass Sie für ihn verantwortlich sind... auch für alles, was er tut. Wenn Snape etwas anstellt, für dass ich ihn von der Schule verweisen müsste, muss ich Sie verweisen. Habe ich mich klar genug ausgedrückt?"

Lucius wurde erst blass, dann rot vor Zorn: „Vollkommen klar, Professor Slughorn ..", presste er zwischen fest zusammengebissenen Zähnen hervor, die fast schon knirschten.

Mit düsterer Miene musterte er abermals seinen Sklaven. Das hatte er nicht gewusst, dass er für die Vergehen des Halbbluts zur Rechenschaft gezogen werden würde und nicht dieser selbst. Aber wenn er es rein logisch betrachtete, war es auch nur vernünftig so. Ebenso wie jeder, der Hand an seinen Sklaven legte, dies ihm und nicht diesem antat und er ihn deshalb zur Rechenschaft ziehen konnte.

Dennoch musste es Lucius, egal wie klug durchdacht diese Regelung auch sein mochte, ganz und gar nicht gefallen und das sah man ihm auch überdeutlich an.

„Gut. Ich nehme an, er darf weiter die Schule besuchen? Sie werden für sein Schulgeld und so weiter aufkommen?", sprach Slughorn weiter und ignorierte den Sklaven dabei völlig. Doch Severus wusste, dass Slughorn ihn zumindest auf einem Gebiet schätzte. Auch wenn er ein Sklave war, gab es keinen Schüler auf Hogwarts, der besser im Brauen von Tränken war.

Mit einer fast schon gelangweilten Geste stimmte Lucius dem zu. Geld war nun wirklich nichts, über das man sprach. Man besaß es eben - wie in seinem Fall - oder eben auch nicht, wie bei den meisten Anderen, die zu dumm waren, ihre Geschäfte gewinnbringend führen zu können.

Die Frage war keineswegs, ob er es sich leisten konnte, seinen Sklaven die Schul- und sonstigen Unkosten zu gewähren, sondern weit eher, ob er es riskieren konnte, diesen auf der Schule zu belassen, so lange er selbst sich noch auf ihr befand.

Lucius Malfoy wollte gewiss nicht wegen eines Vergehens seines Sklaven von Hogwarts verwiesen werden.

Mit nachdenklich gerunzelter Stirn sah er zwischen dem Schwarzhaarigen und dem gut beleibten Hauslehrer hin und her, diesen schließlich fragend: „Gäbe es denn Ihrer Meinung nach einen Grund, ihn überhaupt weiter auf Hogwarts zu belassen?"

Sollte er das Risiko eingehen? Lucius wusste es schlichtweg einfach nicht. Die schulische Leistung des Halbbluts hatte ihn in seinem Leben bisher nie wirklich interessiert.

„Meister", keuchte Severus mit deutlichem Entsetzen in der Stimme und sank augenblicklich auf die Knie. Er hatte geglaubt, dass es längst feststünde. Dass er weiter lernen durfte. Aber offensichtlich lag er einmal mehr falsch.

Slughorn sah einen Moment irritiert auf den Schwarzhaarigen, hatte er doch solches Verhalten noch niemals gesehen. Doch dann sah er Malfoy an. „Nun, ich weiß nicht, was Ihrer Ansicht nach ein Grund wäre, ihn hier zu belassen. Aber vielleicht interessiert Sie, dass der Junge mit Abstand, der beste seines Jahrgangs ist... zusammen mit einer Gryffindor-Schülerin. Wenn er sich noch etwas mehr anstrengt, kann er auch noch in den restlichen drei oder vier Fächern ein Ohnegleichen schaffen. Oder, Snape?"

„Es sind noch zwei, Sir. Verwandlung und Zaubereigeschichte.", antwortete Severus leise, aber ohne aufzusehen.

„Zwei … und in jedem anderen Fach hast du ein Ohnegleichen?", hakte Lucius sichtlich erstaunt nach, sich nun das erste Mal seit dem Eintreten seines Hauslehrers direkt an seinen Sklaven wendend. Den Hinweis mit diesem Gryffindor Mädchen sehr wohl registrierend.

Bereits in diesem Moment hatte er für sich beschlossen, dass sein Sklave die Schule beenden würde. Kam es doch nicht in Frage, einen Gryffindor besser dastehen zu lassen, als einen Slytherin. Und welch Demütigung dies sein musste, von einem Sklaven übertrumpft zu werden. Selbst wenn nur sie drei hier diesen Triumph würden wirklich genießen können, da Lucius nicht vorhatte, noch mehr Leute von des Halbbluts waren Status wissen zu lassen.

„Ja, Meister.", antwortete Severus und als er aufsah und sein Blick den seines Meisters traf, war deutlich zu sehen, dass er stolz darauf war. Auch wenn er nur ein Sklave war, konnte ihm niemand seine Leistung nehmen und er würde alles tun, um diese letzten beiden Os auch noch zu erreichen.

„Ich kann es schaffen, Meister.", wisperte Severus und hob langsam eine Hand, um Lucius' zu berühren. „Bitte, lasst mich weiter lernen."

Den Blick seines Sklaven erwidernd, spiegelte sich der Stolz, den er in den schwarzen Augen aufglimmen sah, in Lucius' eigenen Augen wider. „Also gut … du kannst bleiben. Fertige bis heute Abend eine Liste von allem an, was du brauchen wirst und … gib mir keinen Grund meine Entscheidung zu bedauern."

„Ich werde Euch nicht enttäuschen, Meister.", erwiderte Severus sofort und stand, eingedenk der Tatsache, dass Lucius ihm verboten hatte, sich so offen wie ein Sklave zu benehmen, schnell auf.

„Gut, da diese Sache geregelt ist, werde ich Sie wieder allein lassen.", meinte Slughorn zu Lucius und wandte sich ab, Severus erneut ignorierend. Auch wenn der Junge sein bester Schüler war, konnte er ihn in Gegenwart von dessen Meister nicht wirklich beachten. Das wäre mehr als... ungebührlich gewesen.

Erst als er Slughorn aus seinem Zimmer hinaus begleitet und die Tür hinter diesem geschlossen hatte, leistete Lucius es sich, wieder aufzuatmen.

Sich mit dem Rücken gegen die Zimmertüre lehnend seufzte er: „Nun … ich hoffe, dass unser geschätzter Hauslehrer auch die nächsten Jahre hierüber zu schweigen vermag."

„Ja, Meister, das hoffe ich auch.", erwiderte Severus leise. Er wollte nicht wissen, was mit ihm hier geschehen würde, wenn die Schüler von seinem Status erführen. Dann mochte Potters bisherige Behandlung noch nett gewesen sein, im Vergleich zum Kommenden.

Lucius schnaubte leicht seinen Kopf schüttelnd. Die Gründe weshalb ausgerechnet dieser die Geheimhaltung ebenfalls wünschte, konnte er sich denken. Das Verhalten Slughorns seinem Sklaven gegenüber war dafür bezeichnend gewesen. Und für Lucius außerordentlich aufschlussreich. Er nahm sich vor, den alten Mann nicht zu unterschätzen. Auch wenn es wirklich schwer fiel, diesem überhaupt etwas zuzutrauen. Aber vielleicht, war das alles auch nur eine absichtliche Täuschung, um seine Feinde in falscher Sicherheit zu wiegen? Wenn ja, dann war Horace Slughorn gefährlicher, als man ihm zutrauen mochte.

Doch genug dieser Gedanken, hatte er erst einmal Wichtigeres zu tun. „Wie bist du in mein Zimmer gelangt?", war schließlich die erste Frage, die er stellte, nachdem sie wieder alleine in seinem Zimmer waren.

„Ich... ich weiß es nicht, Meister. Ich habe geklopft und, weil mich jemand verfolgt hat und mich doch niemand... mit meinem richtigen Aussehen sehen sollte, hab..hab ich gleich am Knauf gedreht.. und die Tür ging auf."

„Hmm …. Weder habe ich dich hereingebeten, noch die Versiegelungszauber angepasst …", dachte Lucius laut nach. Doch fand er zu keiner Erklärung. Es sei denn …

„Es könnte mit dem, was du bist, zusammenhängen, nur wie …, oder warum?"

„Ihr meint... weil ich Euer Eigentum bin, komme ich durch die Versiegelung, als wäre ich... Ich weiß nicht. Man müsste Nachforschungen über den Zauber anstellen, den Ihr benutzt habt, Meister."

„Das sollten wir auf jeden Fall tun … und nicht nur mit Zaubern, die ich selbst gesprochen habe.", stimmte der Weißblonde zu, ein wenig an der Kleidung zupfend, da ihm nicht gefiel, wie diese saß.

Nun, er musste ohnehin ins Bad und … ein plötzliches Grinsen erschien auf Lucius' Gesicht.

„Ich werde baden gehen. Mal sehen, ob es dir erneut gelingt mich in sagen wir … zwanzig Minuten aufzusuchen."

Damit drehte sich Lucius Malfoy schwungvoll um und verließ sein Zimmer in Richtung Schulsprecherbaderaum. Diese konnten nur mit einem den Schulsprechern bekannten Passwort betreten werden. Die Banne, die ein Eindringen anderer, unbefugter Personen verhinderten, kamen direkt vom Schlossgrund, wie auch die sich bewegenden Treppen, die in Hogwarts zum Leidwesen schon so manchen Schülers ihr Eigenleben führten.

„Ja,.. Meister.", murmelte Severus leise. Er wartete noch eine Minute, dann schlüpfte auch er aus dem Zimmer. Immerhin wollte er nicht, dass später jemand das Halbblut aus dem Zimmer des Schulsprechers kommen sah und es irgendwelche Gerüchte gab. Das Ansehen seines Meisters zu schützen, gehörte schließlich auch zu seinen Pflichten.

Exakt zwanzig Minuten später stand Severus dann einige Etagen höher vor einer Tür und sah sich kurz hektisch um, ehe er näher trat und versuchte, in das Zimmer dahinter zu gelangen.

Lucius wusste nicht mehr, wann er das letzte Mal derart erschöpft gewesen war. So erledigt, dass er fast in dem riesigen Becken eingeschlafen wäre und das, obwohl erst knapp fünfzehn Minuten vergangen waren, seit er sich ausgezogen und in das mit warmem Wasser gefüllte Schulsprecherbad gestiegen war.

Die wohltuende Wärme ließ seine Glieder immer schwerer werden und Lucius ließ sich einfach treiben, kaum merkend, wie er immer tiefer in das Becken hineinrutschte.

Er war so unendlich müde … brauchte nur ein wenig Schlaf … ein oder zwei Minuten, nicht mehr …

Das Öffnen der in das Schulsprecherbad führenden Türe bekam er schon lange nicht mehr mit.

So warm …

Überrascht darüber, dass er tatsächlich hinein kam, blieb Severus einen Moment in der geöffneten Tür stehen. Dann sah er, was jeden Moment passieren würde und sauste sofort hinüber zu dem riesigen Becken. Die Tür fiel hinter ihm wieder zu.

„Meister.", schrie er nahezu, während in seinen Kleidern in das Becken sprang und versuchte, Lucius unter den Armen zu greifen, um ihn wieder hochzuziehen, ehe der Ältere unterging.

Das plötzliche nach oben gezogen werden, zusammen mit dem Platschen des Wassers, das über seinem Gesicht zusammenschlug, weckten den Blonden schlagartig wieder auf. Keuchend und im ersten Moment panisch um sich schlagend, versuchte er nach etwas zu greifen, an dem er sich würde festhalten können.

Severus bekam dabei einen schmerzhaften Schlag ab und keuchte auf, ließ Lucius aber nicht los. „Ihr hättet ertrinken können, Meister.", murmelte er leise, allerdings war es eine Feststellung, mehr nicht. Es stand ihm nicht zu, seinen Meister zu kritisieren.

Erst als Lucius' Hand auf Widerstand traf und er merke, das er festgehalten wurde, beruhigte er sich fast ebenso schnell wieder, wie er damit begonnen hatte, um sich zu schlagen. Zumindest rein äußerlich. In seinem Innersten sah es dagegen vollkommen anders aus. Langsam bekam er wieder Grund unter die Füße, nachdem er damit aufgehört hatte, sinnlos nach irgendetwas zu treten. Nur sein Atem wollte sich einfach nicht beruhigen. Ging zu hektisch, als fürchtete seine Lunge das, was um ein Haar geschehen wäre.

Er war wütend. Wütend darüber, dass er zu dumm zum Baden war, dass er sich selbst beinahe ertränkt hätte, wär da nicht …

„Nun …", keuchte Lucius, „… zumindest weiß ich jetzt, dass …" Abermals sog er tief Luft ein, die Arme, die ihn immer noch festhielten, dabei gar nicht mal so störend findend, eher im Gegenteil, fühlte er sich dadurch sicherer. „… du auch durch andere Banne zu mir gelangen kannst."

„Ja, Meister.", erwiderte Severus mit einem leichten Lächeln. Doch da Lucius nun wieder stand, löste er seine feste Umarmung und trat einen Schritt zurück. Dann wartete er auf eine weitere Anweisung.

Fast bedauerte Lucius das Fehlen der Arme, die ihn fest umschlungen gehalten hatten, doch schob er diesen Gedanken rasch wieder beiseite, damit beginnend, langsam aus dem Becken zu steigen.

„Zumindest bin ich jetzt wieder sauber ..", murmelte er mehr zu sich selbst, als an den Schwarzhaarigen gewandt, ehe er nach dem weichen grünen Handtuch griff und sich ein wenig ungelenk damit abzutrocknen begann.

Schnell folgte Severus ihm nach draußen und nahm nach einem kurzen Blick das Handtuch, um Lucius damit zuerst den Rücken und dann auch sonst abzutrocknen. Dass er selbst noch immer tropfnass war, ignorierte er einfach.

„Hmm …. Gar nicht mal so schlecht, einen wie dich zu haben ..", brummelte Lucius mit deutlich zufriedenem Tonfall, während er das Rubbeln auf seiner sich langsam wieder erwärmenden Haut genoss.

Nur dass ihn ab und an etwas nasser Stoff streifte, konnte sein Wohlbefinden noch stören und so rief er seinen Zauberstab mit einem Accio zu sich, sich anschließend zu seinem Sklaven umwendend und diesen mit einem Trocken- und Wärmezauber belegend. Schließlich wollte er nicht, dass Snape sich erkältete.

„Danke, Meister.", murmelte Severus, ehe er die Gelegenheit nutzte und Lucius auch von vorn abtrocknete. Dabei glitt sein Blick langsam über den Körper des größeren Jungen.

Den schwarzäugigen Blick seines Sklaven fast schon körperlich auf sich ruhen spürend, unterdrückte Lucius gerade noch seinem ersten Impuls folgend zurückzuweichen. Nein - er blieb stehen, wo er war, und konzentrierte sich stattdessen auf das sanfte Plätschern des Beckenwassers und zwang seinen Atem weiter ruhig und gleichmäßig zu gehen.

Zu seiner eigenen Überraschung gelang ihm dies auch und mit einem Anflug leichter Neugier wartete er auf das, was auch immer als nächstes geschehen würde.

Irgendwann war Severus fertig und trat einen Schritt von Lucius zurück. Dann sah er sich um und entdeckte dessen Kleider ordentlich zusammen gelegt auf einem der Stühle. Sofort ging er hin und holte sie. „Darf ich Euch beim Ankleiden helfen, Meister?", fragte er nach. Er versuchte wirklich alles, um nur ja nichts falsch zu machen, wobei ihn bei jeder Bewegung der Halsreif daran erinnerte, dass er noch immer nicht die Gnade seines Meisters hatte.

Lucius nickte nur, traute er seiner Stimme doch gerade nicht. Er wollte nicht, dass sein Sklave merkte, wie … angenehm ihm dessen Berührungen durch das Handtuch hindurch gewesen waren.

Nach der Erlaubnis trat Severus wieder heran und begann Lucius anzukleiden. So reich wie die Malfoys waren, war deren Erbe das sicherlich sogar gewöhnt, dachte er sich, bis er merkte, dass dem offensichtlich doch nicht so war.

Leicht erstaunt betrachtete der Sklave einen Moment lang die noch geringe, aber doch sichtbare Erregung, ehe er den Blick hob und Lucius fragend ansah. „Soll..." Er schluckte heftig und setzte noch einmal neu an. „Soll ich mich darum kümmern, Meister?"

Langsam senkte Lucius seinen Blick und schluckte ebenfalls erst einmal.

‚Was meint er mit kümmern?', war das erste, was er dachte, das deutliche Erröten einfach nicht mehr verhindern könnend, als sein langsam abzudriften drohender Verstand gleich von mehreren möglichen Antworten heimgesucht wurde. Davon verblieben nur die wenigsten um das, was die so schlicht gestellte Frage beinhalten mochte.

Wieder musste Lucius an das nächtliche Gespräch denken. Daran, dass sein Sklave bereits Erfahrungen im Bett gesammelt hatte. Dachte an den gar nicht mal so unangenehmen Körper auf seinem Schoß, die Erregung, die sich sacht gegen seinen Bauch gedrückt hatte und …spürte nun noch weiter errötend, wie allein schon diese Gedanken und Erinnerungen, zusammen mit der nun bestehenden Gelegenheit dazu führten, dass er selbst noch ein wenig mehr erregt wurde.

‚Sag endlich etwas!', schrie er sich gedanklich selbst zu, doch brachte Lucius keinen Laut hervor.

Severus musste sich ein Grinsen verkneifen, dass sicherlich von Ohr zu Ohr gehen würde. Also hatte er tatsächlich recht gehabt. Lucius Malfoy – sein Meister – war absolut unschuldig in diesen Dingen.

Ohne auf eine Antwort zu warten, aber den Blickkontakt haltend, sank Severus dicht vor ihm auf die Knie und leckte sich einmal kurz über die Lippen. Diese Geste hätte normalerweise, wenn er nicht mit diesem hässlichen Glamour belegt wäre, eine mehr als erotische Wirkung gehabt.

Lucius' Sinne waren derart gespannt, registrierten jede auch noch so kleine Bewegung seines Sklaven, dass ihn dessen kurze Zungenbewegung die Haare aufstellte und sein Glied leicht zittern ließ.

Ohne wirklich darüber nachzudenken leckte auch er sich kurz über die Lippen, die viel zu trocken zu sein schienen.

Wie gebannt verharrte er weiterhin fast regungslos.

Als keinerlei Reaktion kam, außer der körperlichen, beugte Severus sich noch etwas weiter vor, schloss halb die Augen und leckte einmal langsam von der Basis bis zur Spitze der Erektion.

Er hatte während der letzten beiden Jahre gesehen, wie sich alle überschlugen, um irgendwie ein Date aus Lucius Malfoy herauszukitzeln und alle waren sie abgelehnt worden. Es war die Ironie schlechthin, dass er – Severus Snape, die Vogelscheuche von Hogwarts – nun der erste sein sollte.

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TBC