Meinen Dank an alle lieben Reviewer, vor allem den anonymen, denen ich nicht persönlich antworten kann, eure Reviews haben fast einen Höhenrausch bei mir ausgelöst ggg ,
doch weitere Feedbacks sind immer willkommen, nun weiterhin viel Spaß und LG eure Severina
„Severus."
Seltsam berührt lauschte Prof. Snape dem Klang ihrer Stimme. Seinen Namen aus ihrem Mund zu vernehmen hinterließ ein prickelndes Gefühl auf seiner Haut.
Ein Gefühl, das ihm noch fremd war, aber nicht unangenehm.
„Severus, darf ich jetzt gehen?, wisperte ihre Stimme.
„Hab ich dich erschreckt, dann tut es mir leid.", murmelte Prof. Snape.
„Nein.", betreten schaute Dianea den Mann an. „Aber ich verstehe dich nicht. Mal behandelst du mich wie ein dummes Kind, ein Niemand, und nun das. Ich verstehe deine Gefühle nicht."
Prof. Snapes Stimme klang hilflos, als er antwortet:
„Ich muss erst lernen Gefühle zu zeigen, muss mir erst klar werden, ob und wie ich mein Leben ändern möchte. Gib uns bitte Zeit und hab Geduld. Verlange nicht gleich zuviel. Und auf alle Fälle bleiben wir beim förmlichen "Sie". Das brauche ich, um noch den nötigen Abstand zu finden, sonst fühle ich mich so bedrängt. Kannst du das verstehen und akzeptieren, Dianea? Wirst du es auch ertragen können, wenn ich nicht gleich von heute auf morgen ein anderer Mensch werde?"
Mit traurigem Blick hatte Dianea Severus Snapes Worte verfolgt. Sie brachten eine Saite in ihr zum Klingen, von der sie die Melodie noch nicht verstand. In ihr spiegelten sich Enttäuschung und das Gefühl der Gleichgültigkeit, stritten sich Sinn und Unsinn der Hoffnung auf eine Zukunft.
Dianea war sich selbst nicht bewusst, was sie genau empfand. Doch sie genoss das prickelnde Gefühl.
Vorsichtig löste sie eine Hand und strich ihm damit zärtlich über die Wange.
„Ich kann warten, Professor. Auch in mir streiten sich die widersprüchlichsten Empfindungen. Gute Nacht, Prof. Snape."
Noch einmal berührte sie sanft seine warme Haut, dann schlüpfte sie flink durch den Spalt der geöffneten Tür und entschwand im Dunkel des Ganges.
Harry, Ron und Hermine glaubten ihren Ohren nicht zu trauen, als Dianea ihnen erzählte, Prof. Snape käme mit nach Hogsmeade.
„Das glaube ich erst, wenn ich euch beide dort sehe.", maulte Harry, dem der Gedanke nicht so recht gefiel, gemeinsam mit Snape, seinem Erzfeind, Hogsmeade zu besuchen.
In dem Riesengedränge hätten sie sich fast verfehlt und lachend neckte Ron die junge Praktikantin:
„Na, dein Professor hat wohl kalte Füsse bekommen?"
„Nein, Mr. Weasley, hat er nicht.", traf ihn leise eine Stimme von hinten, die seine Gesichtsfarbe in den Wettstreit mit seinem roten Haarschopf treten ließ.
Mit eingezogenem Kopf nuschelte er: „Entschuldigung, Sir."
Prof. Snape achtete nicht weiter auf ihn und wandte sich Dianea zu:
„Miss Baxter, es tut mir leid Ihrer Einladung nicht Folge leisten zu können, aber ich habe einige dringende Besorgungen in der Winkelgasse zu machen. Unter anderem muss ich wichtige Tränkezutaten besorgen, wenn Sie mich begleiten würden."
Hermine sah grinsend zu ihrer Freundin und meinte:
„Geh nur, wir bringen dir was Süßes mit."
Ohne sich noch einmal umzuwenden ergriff Dianea Severus Snapes Arm und ließ sich von ihm aus der brodelnden Menge ziehen.
In der Winkelgasse lag eine seltsame Ruhe, jetzt, da keine Schüler die Einkaufsstraße bevölkerten. Von Geschäft zu Geschäft führte Prof. Snape seine Praktikantin, zeigte ihr Ausstellungsstücke und Neuerungen und gab auch ihr die Möglichkeit, noch benötigtes Lernmaterial für seine Zusatzstunden zu besorgen.
Beim Kauf der Tränkezutaten schenkte sie ihm ihre ganze Aufmerksamkeit, wer wusste denn, ob er nicht irgend wann genau davon eine Frage stellen würde.
Manchmal berührten sich zufällig ihre Hände und Dianea spürte einen leichten Stromschlag auf ihrer Haut. Eine leicht prickelnde, doch ungewollte Erotik lag in der Luft.
Endlich war alles beisammen und beladen mit Tüten, Beuteln und Paketen bemerkten beide ihren Hunger. Sie standen genau vor einem Straßencafe, als Severus Snape den Vorschlag machte:
„Darf ich Sie zum Essen einladen, sonst müssten wir bald zurück nach Hogwarts?"
„Einladung angenommen, Professor. Mein Magen knurrt abscheulich, doch nach Hogwarts möchte ich auch noch nicht."
Snape deutete ein leises Lächeln an und hielt ihr die Tür auf. Angenehme Wärme schlug ihnen entgegen und sie sahen sich als einzige Gäste. Schnell entschied man sich für einen Fensterplatz, ein wohlschmeckendes Essen und ein wärmendes Butterbier.
Immer wieder trafen sich ihre Blicke, was Dianea sehr verwirrte. Warum brachte er sie so durcheinander? Lag es an dem Butterbier, von dem sie nun schon die dritte Flasche vor sich zu stehen hatte? Woran sonst, schimpfte sie mit sich selbst.
„Wo werden Sie das Weihnachtsfest verbringen, Dianea?", drang seine geflüsterte Frage an ihr Bewusstsein.
„Ich würde so gerne Hogwarts - Weihnachten erleben, aber es ist eine alte Familientradition, dass sich zum Weihnachtsfest die ganze Familie trifft. Da half auch mein Argument nicht, dass ich dann das Fest auf Hogwarts nie erleben würde.", murmelte Dianea tonlos und eine leise Enttäuschung schwang in ihrer Stimme.
Doch auch der Tränkemeister murmelte ein enttäuschtes „Schade".
Um keine Melancholie aufkommen zu lassen, lenkte Dianea auf ein anderes Thema.
„Prof. Snape, wo wir schon hier sind. Ich bin doch so schrecklich neugierig. Würden Sie mit mir mal die Nockturn - Gasse besuchen? Nur mal so zum Ansehen."
Bettelnd sah sie ihr Gegenüber an, der fassungslos abwehrte.
„Nein, Dianea."
„Bitte."
„Nein!"
„Bitte."
„Was versprichst du dir davon?", fuhr er sie zornig an und verfiel unbemerkt wieder dem vertrauten „Du".
Dianea zuckte unter den harten Worten wie unter einem Peitschenhieb zusammen und senkte den Kopf.
„Es tut mir leid, Professor. Ich wollte Sie nicht verärgern.", flüsterte Dianea schluchzend.
Da nahm Severus Snape ihre Hand und strich sacht darüber.
„Ich wollte nicht so grob werden, verzeih. Doch dort unten gibt es den Abschaum der Zauberergesellschaft und den Nährboden der schwarzen Magie. Niemand, der nicht unbedingt dort hinab muss setzt einen Fuß in die Gasse."
Noch immer saß Dianea mir gesenktem Haupt vor ihm und kämpfte mit den Tränen. Die Stimmung war verflogen und sie sehnte sich nach Hogwarts, nach ihren Räumen.
Snape erhob sich und besprach etwas mit der Bedienung, wobei sein Blick immer wieder auf Dianea fiel, danach trat er zurück an den Tisch und hielt seiner Praktikantin die linke Hand entgegen.
„Komm.", meinte er nur.
Die junge Frau sah ihn verständnislos an ehe sie sich erhob und nach seiner Hand griff.
Nun schob Severus Snape sie leicht energisch zur Tür hinaus und schlug vor dem Cafe einen zügigen Schritt an. Kaum konnte Dianea ihm folgen.
„Unser Einkauf.", rief sie und blieb stehen.
„Holen wir nachher wieder ab.", antwortete Prof. Snape und zog sie weiter.
Vorbei an „Ollivander", „Flourish & Blotts", „Madam Malkins Anzüge für alle Gelegenheiten" und weiteren Geschäften, verhielt Severus Snape plötzlich seinen Schritt, sodass Dianea gegen ihn prallte.
Ungläubig schaute sie auf den Ort, an dem sie sich befanden und auf ihren Begleiter und glaubte kaum, was sie sah. Prof. Snape stand mit ihr am Eingang zur Nockturn - Gasse.
„Warum der Sinneswandel?", wollte Dianea wissen.
Snape schaute sie mit eigentümlichem Blick an und meinte:
„Vielleicht ist es doch besser, du lernst sie kennen, die Abgründe menschlichen Lebens und die Gefahren, die sie bergen. Dann kannst du mich besser verstehen."
„Ist es so schlimm da unten?", flüsterte die junge Frau.
Der Mann an ihrer Seite nickte. „Bleib dicht bei mir."
Und so stiegen sie gemeinsam die dunklen schmuddeligen Stufen hinab.
Dianea drückte sich ängstlich und Schutz suchend an Prof. Snape, wenn alte zerschundene und mit Ausschlag übersäte Hände nach ihr griffen.
Neugierig, jedoch auch mit leichtem Ekel und Abscheu betrachtete sie die Auslagen der skurilen Läden und wandte sich so manches Mal vor Grauen ab. Nie hätte sie sich vorstellen können, dass soetwas wirklich existierte.
Immer weiter und tiefer drangen sie in die dunkle Gasse vor, als sich eine Ladentür öffnete und eine Gestalt ausspie. Ein Mann blickte ihnen überrascht entgegen.
„Borgin und Burkes" war nicht gerade eine vornehme Adresse, sondern eher ein Umschlagplatz für verbotene Dinge der dunklen Magie.
„Severus.", begrüßte der Mann mit den stechenden grauen Augen den Tränkelehrer. Sein langes blondes Haar wehte leicht in der Brise die durch die Gasse fuhr. Dianea starrte dem Mann abschätzend an und stufte ihn gleich in der Kategorie „unsympathisch" ein.
„Lucius, wieder unterwegs in Geschäften?", wollte Snape mit leicht süffisantem Ton wissen.
„Möchtest du mich nicht mit deiner Begleitung bekanntmachen?", lächelte der blonde Mann und ignorierte Snapes Frage völlig.
Prof. Snape grummelte leise: „Das ist meine Praktikantin, Dianea Baxter."
Malfoy trat einen Schritt auf Dianea zu, nahm ihre Hand: „Sie gestatten, Lucius Malfoy." und hauchte einen leichten Kuss auf ihren Handrücken. „Ich bin entzückt, Miss Baxter. Aber was macht ein so bezauberndes Wesen wie Sie in solch einer zwielichtigen Gegend?"
Wenn ihr der Handkuss schon einen leichten Ekel hervorgerufen hatte, so bekam sie bei seinen schleimigen Worten eine Gänsehaut vor Abscheu.
Schutzsuchend lehnte sie sich an Prof. Snape, der auch gleich betont vertraut seine Hände auf ihre Schultern legte.
„Lass dich nicht aufhalten, Lucius. Man sieht sich.", und mit einem leichten Kopfnicken deutete er das Gespräch als beendet.
Ein kurzes Aufblitzen fuhr durch Malfoys Augen, als er sah, wie vertraut die Beiden waren. Noch einmal griff er nach Dianeas Hand, die sie ihm am liebsten entrissen hätte und berührte mit seinen Lippen ihre Haut.
„Es war mir ein Vergnügen, Miss Baxter. Severus." Und mit einem kalten Blick auf Severus Snape wandte er sich ab und stolzierte davon.
„Huh, was war das denn?", schüttelte sich Dianea und blickte fragend auf Prof. Snape.
Dieser schüttelte nur den Kopf und meinte:
„Nicht so wichtig. Wir sollten jetzt auch gehen."
„Aber wir haben doch noch gar nicht alles gesehen.", protestierte die junge Frau.
„Es reicht. Wir hätten erst gar nicht herkommen dürfen. Kommen Sie, Miss Baxter." Und schon zog er sie hinter sich her, die schmutzige Treppe wieder hinauf.
Da war er wieder, der förmliche Ton und Dianea begriff, das es nun wirklich vorbei war.
Insgeheim atmete sie auf, als die sonnendurchflutete Winkelgasse sie wieder aufnahm. Instinktiv strich sie über ihre Arme und Schultern, um den unsichtbaren Schmutz und anhaftenden Gestank loszuwerden. Ihre Neugierde war gestillt und sie schor sich innerlich, nie wieder.
Severus Snape stand wenige Meter von ihr entfernt und musterte seine Praktikantin und ihr seltsames Gebaren. Als Dianea seinen Blick bemerkte, hielt sie inne, legte den Kopf schief und fragte arglos:
„Ist irgend etwas , Professor?"
Seine Miene verschloss sich und abweisend meinte er:
„Wären Sie doch besser mit nach Hogsmeade gegangen."
Dianea glaubte es nicht. Hatte er wirklich gerade diese Worte gesagt, ihr angedeutet, dass ihm dieser Tag, dieser Ausflug mit ihr, leid tat?
Einen Moment lang starrte sie ihn fassungslos an, schüttelte langsam den Kopf und rauschte dann an ihm vorbei, tapfer mit ihren Tränen kämpfend.
Snape konnte ihren Schritten kaum folgen. Was hatte er nun wieder verkehrt gemacht? Verstehe einer die Frauen.
Kurz vor dem Cafe hatte er sie endlich eingeholt, riss sie an den Schultern herum und funkelte sie an: „Dianea."
Mit einem hochmütigen Blick maß sie den Zaubertränkelehrer abschätzend.
„Miss Baxter bitte, Professor. Wir wollen doch hübsch förmlich bleiben."
Als wäre seine Praktikantin besessen, schüttelte er sie und herrschte sie an:
„Was soll das jetzt, Dianea?"
„Bringen Sie mich nach Hogwarts.", flüsterte sie tonlos und die ersten Tränen glitzerten verdächtig in ihren Augenwinkeln.
Zurück in Hogwarts durchschritt sie ohne ein Wort die Eingangshalle und eilte ihren Räumen entgegen.
Sie war frustriert und enttäuscht, konnte sie aber, das musste sie sich eingestehen, das warum nicht erklären.
Beim Abendessen wartete Prof. Snape vergeblich auf sie und ein Gefühl, welches man mit einem schlechten Gewissen vergleichen könnte, machte sich in ihm breit.
Er legte sein Besteck beiseite und verließ die große Halle. Ohne lange zu zögern, wählte er den Weg zu Dianeas Räumen und stand kurz darauf vor ihrer Tür.
Schon die Hand erhoben, um anzuklopfen, ließ er sie wieder sinken.
Was war eigentlich geschehen? Was hatte er getan? Musste er sich schuldig fühlen?
Frag sie., hämmerte sein Verstand.
Geh rein, sprich mit ihr., mahnte sein Gewissen.
Warum?, sprach sein altes Ego.
Und so stand Severus Snape vor Dianeas Tür, unfähig zu handeln und haderte mit sich selbst.
Endlich hatte sein Verstand gesiegt und entschieden, dass er mit Dianea reden sollte, sie fragen und ihr auch sein Handeln erklären.
Er neigte sich der Tür entgegen und zuckte wie unter einem Stromschlag zurück. Noch einmal lehnte er sich fast an das harte Eichenholz und wieder wandte er sich ab.
Severus Snape verfiel in Hilflosigkeit, die ihn lähmte zu handeln.
Ein letztes Mal trat er an die Tür, berührte sacht das Holz, als wolle er es streicheln und hielt den Atem an - er hörte sie weinen.
Eine Mischung aus Enttäuschung und Ratlosigkeit zeichnete sich auf seinem Gesicht, als er sich umwandte und ging.
Dianea lag auf dem Sofa und weinte sich in den Schlaf.
Durch ihre Träume geisterte zwei schwarze Augen, berührten sie sanfte Lippen.
Doch plötzlich wurden diese Augen grau und eiskalt, die Lippen zynisch verzogen und Dianea spürte eine beklemmende Angst in sich aufsteigen, Angst vor einer drohenden Gefahr.
Dieses beklemmende Gefühl verlor sich auch nach dem Erwachen nicht und schwebte wie eine dunkle Vorahnung über ihr.
Na – schon eine Ahnung?? ggg , hoffe ihr hattetSpaß beim Lesen;)