Halli, hallo,

so, hier ist das nächste Chap, und vielen Dank an DieGinny für dein Review - wie du siehst geht es wirklcih schnell weiter, also viel Spaß:


„Milord?", kam die zögerliche Frage von Blaise Zambini, der Danny zunächst vorsorglich vor der Tür gelassen hatte. Langsam glitt sein Blick durch den abgedunkelten Raum, blieb an einer großen Gestallt, umhüllt von einem schwarzen Kapuzenumhang, hängen. Das Cape war ganz offensichtlich aus exquisitesten Material gefertigt, vermutlich Seide, und mit rotem Samt gefüttert, den man jedoch nur erahnen konnte. Selbstverständlich war der Faltenwurf aus der Nadel eines waren Meisters seiner Kunst entstanden, was sich schon alleine an den feinen Siberstickerrein, die die Säume zierten, erkennen ließ. Sie erinnerten an langsam aufsteigende Schwefelwolken über einem brodelnden, dunklen Vulkan – im Moment zwar ruhig, aber völlig unberechenbar, jeder Zeit zur plötzlichen Explosion oder auch zu einer langsamen, aber ebenso zerstörerischen Entladung bereit…

„Was willst du?", riss eine harsche Stimme Blaise aus seinen Gedanken. „Milord, ich habe eine interessante Entdeckung gemacht, als ich mich auf dem Weg durch die Nokturngasse befand.", versuchte der junge Zauberer seinen Gebieter vorsichtig auf das doch recht schwierige Thema – okay, beim Dunklen Lord war jede Angelegenheit heikel – vorzubereiten. „Komm zum Punkt!", unterbrach in an dieser Stelle die in schwarz gehüllte Gestallt – soviel zum behutsamen Herantasten!

„Am besten schaut Ihr Euch meine Entdeckung, um genau zu sein ein kleines Mädchen, selbst an!", versuchte Blaise zu schlichten, doch Malfoy war bereits erregt, hatte seinen Zauberstab drohend gezückt: „Bring sie her, und wehe, du vergeudest meine Zeit…"

Nach diesen Worten verließ Blaise nahezu fluchtartig unter vielen kleinen Verbeugungen den Raum, schnappte sich Danny und betrat das Zimmer erneut, indem er die Kleine fast wie ein Schutzschild vor sich herschob, sich sogar leicht duckte.

„Hinaus!", befahl da Malfoy bereits, obwohl das ungleiche Duo gerade einmal in der Mitte des Raumes angekommen war. Diensteifrig enteilte Blaise sofort, zerrte Danny mit sich. „Die Kleine bleibt hier!", riss jedoch der erneute Befehl seines Herrn den Zauberer aus seiner Wachtrance, er huschte dies Mal allein und panischer als noch kurz zuvor zur Tür. Als er an dieser ankam, hörte er noch ein barsches „Schließen", da hatte Blaise die Tür bereits aufatmend hinter sich zu gemacht.


Oh mein Gott, dachte Draco entsetzt, als sein Blick erneut auf das zierliche Mädchen fiel, während er bereits gedanklich versuchte das Alter der Kleinen und somit die für sie in Frage kommenden Mütter überschlug – scheiße! Für sie war die ganze Situation wohl ein bisschen viel, da sie prompt an zu weinen fingen – Angesicht zu Angesicht mit dem sich seit Jahren zum ersten Mal hilflos fühlenden Dunklen Lord…

Dieser hatte nämlich nicht die geringste Ahnung, was man mit ca. 5-jährigen Töchtern (zu ersterem war er mittlerweile gekommen, letzteres stand für ihn von vorneherein außer Frage – er war ja schließlich der mächtigste Zauberer in Großbritannien) umgehen sollte. Sicherlich war ein schneller, sonst überaus nützlicher Cruciatus vollkommen fehl am Platze, auf der anderen Seite hatte er aber auch keine besseren Ideen… Also tat Draco etwas völlig Unerwartetes: er ließ sich vor dem Mädchen auf die Knie fallen, schloss sie in die Arme und begann sanft sie hin und her zu wiegen, während er leise summte.

Um Himmelswillen, was verflucht noch mal mache ich hier eigentlich?, begannen sofort seine Gedanken zu kreisen. Hoffentlich kommt jetzt kein Todesser rein – der dunkle Lord persönlich, kniend vor einem kleinen Kind, das gäbe sicherlich ein „schönes" Gerücht und wahrscheinlich nebenbei noch ein paar Tote! Wieso in Gottes Namen hatte er sich auf den Boden Fallen lassen? Intuition? Vatergefühle? Lächerlich! Er übte schließlich eine Schreckensherrschaft auf das gesamte britische Königreich aus, und nach harter Arbeit begann man auch auf dem Kontinent sowie in Amerika seinen Namen zu fürchten, also warum?

Als all das langsam zu ihm durchsickerte, stieß er Danny mit einer plötzlichen Bewegung von sich, bereute es aber so gleich, als diese nämlich erneut anfing, herzzerreißend zu weinen. Denk nach, denk nach, überlegte Draco fieberhaft nach einer möglichst einfachen Lösung des Problems, gelangte schließlich zu dem gleichen simplen Ergebnis wie auch Blaise vor ihm: Eine Zuckerstange!


Währendessen bereitete sich Ginny darauf vor, zum Dunklen Lord zu apperieren. Natürlich war das nicht so einfach, wie gesagt, jedoch hatte sie schon vor Jahren Vorkehrungen getroffen, was passieren würde, wenn der Ernstfall einträte. Bei ihren Recherchen war sie dann eines Tages auf ein Buch aus der Zeit der Gründer gestoßen, dass einen äußerst komplizierten, aber umso nützlicheren Spruch beinhaltete. Laut der vorangegangenen Seite war durch die reine Kraft der Liebe alles möglich (an dieser Stelle befand sich ein Verweis auf Seite 34: „Abwendung des Avada Kevadra durch Blutschutz") sei. So basierte der von Ginny gefundene Zauber auch auf eben dieser reinen Liebe, und zwar der Mutter-Tochter-Liebe, die es einem laut Buch ermöglichen konnte, zu seiner Erbin zu apparieren, sollte dieses sich in Lebensgefahr befinden, ganz egal, ob auf diesem Gebiet ein Apperier-Schutz lag oder ähnliche Vorsichtsmaßnamen getroffen worden waren.

Ginny war sich zwar darüber im Klaren, dass dieser Spruch irgendwo einen Haken haben müsste, sonst wäre er schließlich nicht in Vergessenheit geraten, aber mittlerweile war sie so verzweifelt, dass sie selbst den Tod in Kauf genommen hätte, um ihre Tochter zu retten (diese Vermutung war gar nicht so abwegig, da sie dank Lily Potter ja bereits wusste, was die Folge des Zaubers auf Seite 34 war).

Also schloss Ginny die Augen, konzentrierte sich, murmelte die komplizierten Sprüche und mit einem lauten Knall war sie verschwunden.


Zur gleichen Zeit war Draco gerade dabei Danny die Zuckerstange zu überreichen, für einen kurzen Moment berührten beide die Süßigkeit…


Langsam ging die Sonne am Horizont unter, der Himmel wirkte blutdurchtränkt, nur unterbrochen von einigen goldroten Strahlen, die das Firmament durchstießen, wie Lanzen, nach einer gewonnen Schlacht.

Gemächlich drehte sich Wurmschwanz um und begab sich in Richtung Zimmer seines Gebieters, um diesen darauf aufmerksam zu machen, dass heute Abend ein Todessertreffen sei. Während er durch die Gänge lief, überlegte der kleine Mann, warum sich der Dunkle Lord den ganzen Tag in seinen Gemächern aufgehalten hatte, und ob dies vielleicht mit dem unbekannten Kind, welches Zambini am Nachmittag gebracht hatte, zusammenhing.

Seine Gedanken wurden jedoch abrupt unterbrochen, als Wurmschwanz an der Zimmertür angelangte. Kurz blieb er stehen, um alle Spekulationen aus seinen Gedanken zu verbannen, damit Malfoy diese nicht gar zu leicht entdecken konnte – nicht das diese Vorsichtsmaßnahme im Ernstfall auch nur das kleinste bisschen brächte…

Nachdem sich der Zauberer gesammelt hatte, klopfte er zaghaft an, wartete einen Moment. Als nichts geschah, begann er, die Tür behutsam zu öffnen. Was er dort jedoch erblickte, erschreckte ihn zutiefst: Keine Menschenseele war zu sehen, die Einrichtung war verwüstet, als hätte ein Wirbelsturm gewütet!


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