Teil IV
„Wieso hast du ihn das tun lassen?", fragte C17 hinter ihm. Der Cyborg mit dem Halstuch kam schwankend an die Seite des Saiya-jins. „Wir müssen hinterher."
„Vergiss es.", meinte Vegeta. „Cooler scheint was vorzuhaben. Aber er weiß, dass ich ihm jeder Zeit hinterher könnte. Die Echse plant etwas, um ihre Haut zu retten, also lassen wir ihr das Vergnügen." Der Saiya-jin neigte den Kopf und blickte C17 an. „Was ist mit dir? Willst du nach Coolers Ende immer noch mit mir kämpfen."
„Eher nicht.", antwortete der Schwarzhaarige. „Zum einen bist du doch viel stärker als ich, zum anderen muss ich noch ein paar Bonuspunkte sammeln, wenn ich irgendwann ins Paradies will."
...
Cooler beeilte sich und warf sich einige Ebenen unter der Holoarena in seinen Thron, wo sich sofort Kabel mit ihm verbanden und ihn mit neuer Energie versorgten. Und auch wenn die Erschöpfung ein wenig abnahm, war ihm klar, dass er so dennoch keine Chance gegen Vegeta haben würde.
Es brauchte mehr, viel mehr. Einer absoluten Generalüberholung.
„Neukonstruktion starten. Alle Sicherheitsprotokolle umgehen.", formulierte er seinen Befehl und aus den Wänden schossen mechanische Arme, die in Greifzangen, Schweißnadeln und anderen Werkzeugen endeten und sich daran machten, Metacooler auseinander zu nehmen und mit neuen Teilen zu einem neuen Modell zusammenzusetzen.
Nach einigen Minuten saß ein Geschöpf auf dem Thron, das über weniger Masse verfügte als Metacooler.
Das Wesen lächelte auf eine irre Art und Weise. „Jetzt, gib mir Energie! Hundert Prozent!"
Dann begann es! Von überall aus dem Komplex wurde jede erdenkliche Form von Energie abgezapft und an das neue Coolerkonstrukt übergeben. Der Ice-jin kam sich vor, als wäre er neugeboren, doch er brauchte noch mehr, viel mehr.
Während er die Reserven des Komplexes in sich aufnahm, wurden auch die lebendigen Batterien angezapft. Die dreihundert Gefangenen wurden bis auf den letzten Tropfen Energie ausgesaugt, wodurch sie innerhalb von Sekunden um Jahrzehnte alterten und als vertrocknete, abgemagerte Gestalten starben.
Cooler lachte laut. „Warte ab, Vegeta!"
...
„Wie lange dauert das wohl?", fragte sich C17 laut, der ein wenig nervös auf und ab ging, während Vegeta einfach dastand, die Arme vor der Brust verschränkt hatte und wartete.
Plötzlich wurde es dunkel in der Arena.
Der blaue Himmel war der Finsternis gewichen und die ganze Umgebung hatte sich in eine riesige leere Halle verwandelt. Vegetas goldene Auraflamme war die einzige Lichtquelle und bewahrte sie vor der absoluten Dunkelheit.
„Stromausfall?", fragte der Cyborg irritiert, während Vegeta sich denken konnte, was das bedeuten musste. Er behielt es jedoch für sich. Wenn dem so war, wie er befürchtete, würde C17 eh noch weniger gegen Cooler ausrichten, als es schon der Fall gewesen war.
Dann brach ein wenig weiter weg der Boden auf. Es bildete sich eine richtige Spalte, durch die ein Wesen in die Halle schwebte, das von einer Flamme aus schwarzer Energie umgeben war.
„Verdammt.", zischte Vegeta, der seine Vermutung nun als bestätigt betrachtete, während C17 pfiff.
„Neuer Look, Cooler?"
Tatsächlich erschien der Ice-jin in einer vollkommen neuen Form, die mit der vorangegangen äußerlich nichts mehr zu tun zu haben schien. Auf dem ersten Blick hatte sie große Ähnlichkeit mit der Endform Freezers, nur das dieser neue Cooler noch zwei große aus der Stirn entspringende Hörner besaß, die sich nach hinten laufend über seinen eisernen Schädel zogen.
Das künstliche Gesicht des Feindes war von einem verrückten Grinsen gezeichnet.
Vegeta verschwendete keine Zeit und ging zum nächsten Angriff über. Der Supersaiya-jin auf dem zweiten Level holte im Flug zu einem Schlag aus, doch gerade als er hätte treffen müssen, war Cooler verschwunden und stand schließlich einige Meter entfernt, wobei er dem Saiya-jin den Rücken zugedreht hatte.
Mit einem Angst weckenden Ausdruck im Gesicht betrachtete Cooler seine rechte Hand eingehend, die sonderlich in einem finsteren Rot glühte.
„Unglaublich, zu was dieser neue Körper in der Lage ist.", säuselte er mit verrückter Faszination in der Stimme. Genau in diesem Moment spuckte Vegeta einen großen Schwall Blut und ging röchelnd in die Knie. Die goldene Aura um ihn herum nahm etwas ab.
C17 konnte es kaum glauben. Der Ice-jin musste Vegetas Attacke ausgewichen sein und selbst noch einen effektiven Treffer erzielt haben. Und das so schnell, dass der Cyborg es nicht wahrgenommen hatte. Wie stark wollte diese Vieh denn noch werden.
„Es ist fast schon traurig. Mit dieser Kraft kann mir niemand mehr etwas anhaben. Deine ganzen Androhungen verpuffen nun einfach so in Schall und Rauch, Vegeta. Ich bin unbesiegbar. Ich bin Ultracooler!"
Der Ice-jin genoss diesen Moment und kicherte auf. „Was ist das für ein Gefühl zu wissen, das man gleich abtreten wird?"
Vegeta knurrte und wischte sich etwas Blut von der Unterlippe. Er war noch nicht fähig, wieder auf die Beine zu kommen, doch aufgegeben hatte der Super Saiya-jin noch lange nicht.
„Warum sagst du es mir nicht, Cooler?", konterte der Prinz.
„Wie bitte?", fragte Ultracooler, wobei seine Stimme einen gefährlichen Ton annahm.
„Jetzt tu bloß nicht so. Diese Holoarena hat sich deaktiviert, weil du ihr die Energie entzogen hast. Ich schätze, du hast die gesamte Energie dieser Protzburg in dich aufgenommen oder?"
„Und wenn?", zischte Cooler und ging langsam auf den knienden Vegeta zu.
„Ich weiß, dass du die Energie brauchst um zu überleben. Deswegen überfiel damals der Ghetti-Stern den Planeten der Namekianer. Und ich bin ziemlich sicher, dass dein neuer Körper ganz schön verbrennt. Wann ist der Pegel bei null, Cooler? Ich hoffe, du genießt deine letzten Minuten."
Während Vegeta sprach, kamen die Schritte näher, es traf ihn ein harter Tritt und der Saiya-jin flog regelrecht durch die Luft und knallte gegen die Wand der großen Halle.
„Darauf kannst du wetten, Affe.", gab Cooler zur Antwort.
„Und ich hoffe, du hältst es genauso, weil ich mir für dich etwas ganz Besonderes einfallen lasse. Du mieser Käfer hast mir das genommen, was mir das wichtigste war. Ich bin ein Ice-jin. Es war meine Bestimmung, mein Lebensinhalt, zu herrschen, aber deinetwegen werde ich mein Reich nie wieder sehen können. Du hast Recht, dieser Körper verbraucht viel und das erschreckend schnell. Ich werde auf dieser nutzlosen Welt mein Leben verlieren. Aber das wirst du auch, Vegeta. Wir werden beide zur Hölle gehen."
Der Prinz der Saiya-jins saß an der Wand gelehnt da und versuchte, die Augen aufzuhalten, während er das Gesagte anhörte. Innerlich bereitete er sich auf sein Ende vor, doch dies ließ weiter auf sich warten.
„Du glaubst doch wohl nicht, dass ich dich einfach so töte." Wieder verzog sich Coolers Gesicht auf eine irre Art. „Du hast meinen Sinn zu existieren für mich unerreichbar gemacht und dafür werde ich dir im gleichen Zuge deinen nehmen. Man kann es doch nur als Gerechtigkeit bezeichnen oder, du armseliges Kindermädchen?"
„Das wagst du nicht!", drohte Vegeta, doch Ultracooler lachte einfach nur auf und flog dann los. Ohne zu zögern brach der Ice-jin durch die Decke, wobei sein krankes Lachen noch für viele Sekunden nachhallte.
C17 war erst nicht sicher und wechselte seine Blicke von dem Loch und Vegeta, bei dem er einen irgendwie von Entsetzen gezeichneten Gesichtsausdruck machte. Was hatte das zu bedeuten? Was plante Cooler?
„Scheiße!", knurrte der Cyborg und folgte dem Ice-jin. Dieser war scheinbar durch jede Ebene der riesigen Festung gestoßen und so war es nicht schwer, Ultracooler zu folgen. Schließlich durchflog er das letzte Loch und landete auf dem flachen Dach der Festung. Ein kalter Wind wehte und ließ sein Halstuch wehen. Nachts war es kalt in der Wüste. Sofort versuchte der Schwarzhaarige den Feind auszumachen und bemerkte ihn schließlich im Nachthimmel über sich schwebend.
C17 wusste nicht sofort, was er tun sollte. Vegeta hatte schon keine Chance gegen Ultracooler gehabt und so war es eigentlich unsinnig, sich diesem Monster zu stellen. Aber wiederum schien es, als würde bei Cooler schnell der Akku leer sein. Vielleicht brauchte es nur ein bisschen Ablenkung.
Unsicher begab sich C17 in eine Kampfstellung. „Na los, ich bin soweit!"
Ultracooler lachte laut und amüsiert. „Denkst du, ich verschwende Energie, egal wie wenig sie ist? Du bist so schwach, dass du bei diesem Gefecht zwischen Vegeta und mir gar nicht mehr ins Gewicht fällst. Aber mach dir keine Sorgen, du wirst trotzdem sterben, auch wenn ich mich nicht direkt mit dir befasse."
Der kybernetische Ice-jin hob einen Arm und ließ eine Kugel aus roter Energie entstehen, die immer weiter wuchs. Es weckte schlimme Befürchtungen in C17, während der Umfang der Kugel zunahm.
„Mit so einer Attacke kann man nicht vernünftig zielen. Du willst also niemand spezielles damit treffen, sondern diesen Planeten direkt auseinandersprengen."
Cooler schüttelte den Kopf. „Fast richtig, aber trotzdem falsch. Die Erde interessiert mich nicht. Das sie zerstört werden wird ist ein Nebeneffekt, aber ich weiß, dass ein Kind dabei sterben wird, das Vegeta doch so gern beschützen möchte. Das ist meine Rache!"
„Kranker Bastard!", rief C17 dem Ice-jin entgegen und versuchte noch ein wenig Ki zu mobilisieren. Vielleicht würde er so die riesige Kugel abwehren können, auch wenn die Wahrscheinlichkeit mehr als gering war.
„So oder so.", dachte er sich. „Ob ich jetzt bei dem Versuch sterbe, ihn aufzuhalten oder ich mit dem Rest der Welt untergehe ist im Endeffekt das gleiche."
„Geh mir aus dem Weg.", knurrte eine Stimme hinter ihm, wodurch C17 aufschrak, als Vegeta an ihm vorbei ging und die Situation betrachtete.
„Was hast du vor?", fragte der Cyborg, doch der Saiya-jin antwortete nicht.
„Halt Abstand.", befahl Vegeta schließlich. „Sollte ich das doch überleben und Coolers Attacke ist kein Thema mehr, kannst du darauf wetten, dass ich nicht weiter kämpfen kann. Du wirst ihn dann aufhalten müssen, bis er von selbst stirbt. Er wird viel Energie bei dieser Attacke verlieren. Du solltest es also schaffen."
C17 schluckte unwillkürlich und flog dann davon, um auf einen Berg aus Wüstengestein ein wenig weiter weg zu landen.
„Deine letzte Aktion, Vegeta?", fragte Cooler voller Vorfreude, während die Größe der Energiekugel ihren absoluten Hochpunkt erreicht zu haben schien.
„Genau so wie deine, Cooler.", antwortete der Saiya-jin und schrie dann laut auf. In einer riesigen Explosion breitete sich die goldene Aura um ihn herum aus und riss große Stücke aus dem Dach der Festung. Vegeta konzentrierte die Energien in seinem Körper.
„Das wird jetzt entschieden!"
Erst hatte Mrs. Briefs es kaum geglaubt und es als Einbildung abgetan. Sie war davon ausgegangen, es wäre nur ein Nebenprodukt ihrer Angst gewesen, doch nun war es nicht mehr zu verleugnen. Die Erde bebte.
Es war nur schwach, aber trotzdem spürbar.
„Bitte nicht.", flüsterte die alte Frau, die sich einen Stuhl genommen hatte und an Jennys Bett saß. Sie wollte bei einem möglichen Weltuntergang bei einem geliebten Menschen sein und nicht allein auf den Tod warten. Sicherlich konnte es sein, dass das Beben nichts mit Vegetas Kampf gegen diesen Cooler zu tun hatte, doch wie wahrscheinlich war das? Sollte sie sich selbst belügen, obwohl ihr klar war, wozu diese Kämpfer fähig waren? Dies hier war als ein Zeugnis zu betrachten, dass es in die finale Runde ging.
„Vegeta…pass auf.", murmelte Jenny plötzlich im Schlaf und warf nervös den Kopf hin und her. „Vegeta…er ist zu stark. Lauf weg…".
Mrs Brief spürte bei der Verzweiflung in Jennys Stimme, wie ihr eigener Mund austrocknete. Ein weiteres Vorzeichen? War damit beschlossen, dass Vegeta verlieren würde? Immerhin konnte Jenny auch Auren spüren und nahm vielleicht Einzelheiten des Kampfes wahr, die der alten Frau verschlossen blieben.
Tränen liefen dem jungen Mädchen über das Gesicht, das immer unruhiger wurde. „Vegeta!", schrie sie und Mrs. Briefs entschloss sich, einzugreifen.
„Jenny, wach auf. Du hast nur einen Albtraum.", sagte sie sanft und legte ihr die Hand fürsorglich auf die Schulter.
Erschrocken öffnete das Mädchen die Augen und schien erst ein wenig zu brauchen, um zu erkennen, wo sie sich befand.
Sie atmete unregelmäßig und in ihrem Gesicht stand noch immer die reine Angst. „Wo ist Vegeta?", fragte sie eilig.
Die alte Frau wollte antworten, doch da schien Jenny schon zu spüren, was irgendwo auf der Welt für ein Kampf tobte.
„Er braucht, meine Hilfe.", sagte sie und wollte aus dem Bett springen, doch Mrs. Briefs hielt sie entschieden fest. Das Mädchen sah sie verständnislos an.
„Was soll das? Er ist in Schwierigkeiten!"
Mrs. Briefs schüttelte den Kopf. „Ist er nicht.", sagte sie mit einer Stimme, in der ihrer eigenen Meinung nach die Entschlossenheit fehlte. Sie war einfach keine gute Lügnerin.
„Aber die Energien, die er einsetzt. Da stimmt etwas nicht!", beharrte Jenny. „Die Erde bebt selbst hier davon."
„Er wollte trainieren gehen. Irgendein Spezialtraining. Du kennst ihn doch."
„Wieso hat er mich nicht mitgenommen?"
Mrs Briefs setzte ein falsches Lächeln auf, hätte aber am liebsten geweint. Sie fühlte sich so schäbig. „Weil du morgen zur Schule musst und es für dich viel zu schwierig wäre."
„Hat Vegeta das gesagt?", fragte das Mädchen und Mrs Briefs erkannte, welche Auswirkungen Lügen haben konnten. „Jenny, wir reden morgen!", sagte sie schließlich, da ihr nichts weiter einfiel. „Du musst morgen früh aufstehen!"
Die alte Frau versuchte, so fiel Autorität in ihre Stimme zu legen, und scheinbar reichte es. Jenny legte sich mit trauriger Miene wieder hin, was Mrs. Briefs fast das Herz gebrochen hätte. Sie ging langsam zur Tür, drehte sich noch einmal um.
„Jenny, ich wollte dass du hier bleibst. Vegeta hätte dich sicher mitgenommen.", log sie schon wieder und wusste, dass es so einfacher für das Mädchen wäre einzuschlafen. Das Kind und der Krieger waren durch ein so starkes Band verbunden, dass sie es sich nicht verziehen hätte, durch eine Notlüge einen Keil zwischen die beiden zu treiben.
„Nacht und schlaf jetzt.", sagte sie noch, bevor Mrs. Briefs das Zimmer verließ, das Licht ausschaltete und die Tür hinter sich leise schloss, an der sie schließlich herabrutschte und weinend liegen blieb.
Sie fühlte sich schuldig. Sie hatte Vegeta vor seinem Aufbruch angeschrieen, als er ihr vorenthalten hatte, dass sich die Welt vielleicht in Gefahr befand und nun tat sie dasselbe mit Jenny. War das fair?
„Bitte, komm zurück.", flehte die Frau flüsternd und mit tränenden Augen.
Coolers Gelächter bohrte sich einem sprichwörtlich in den Kopf. „Bist du endlich fertig, Vegeta?"
Der Super Saiya-jin rief immer mehr Energie ab und befand sich nun so ziemlich an seinem absoluten Limit. Er holte wirklich alles raus, was im Moment in seinen Möglichkeiten als Super Saiya-jin des zweiten Levels lag.
Trotzig blickte er zu Ultracooler und seiner riesigen Kikugel auf, sagte jedoch nichts. Er würde dem Ice-jin auf andere Art antworten. Auf die Art eines Kriegers.
Er breitete die Arme zu den Seiten aus und ließ seine Energie in seine Handflächen fließen, bis diese wie kleine Sonnen zu brennen schienen.
„Die Attacke nennt man…", setzte Vegeta an, nahm die Arme wieder zusammen und zielte.
„FINAL FLASH!", brüllte seine Stimme. In diesem Moment schickte Ultracooler seine Energiekugel los, die sich langsam näherte, doch auch gleichzeitig entfaltete sich die zerstörerische Wirkung von Vegetas Attacke.
Es war ein gewaltiger Strahl aus greller Energie, der Coolers Kugel entgegen raste und sie auf halbem Weg traf. Eine Druckwelle ging beim Abfeuern von dem Saiya-jin aus, die Coolers Festung traf und zum Einstürzen brachte. Es bildeten sich Risse am Boden, in denen eine unglaubliche Menge an Wüstensand verschwand.
...
C17 spürte, dass der Wind, der ihn traf, ihn beinahe von dem Wüstengestein gefegt hätte, was es dem Cyborg nicht einfach machte, sich weiter gegen diese Kräfte zu stemmen. Dabei hielt er eine Hand vor die Augen, um diese vor Sand und dem grellen Licht zu schützen, welches die nächtliche Wüste in Tageslicht zu tauchen schien.
„Das gibt es doch nicht!", meinte er, doch änderte dies nichts an den Umständen. Cooler und Vegeta bekämpften sich gerade mit Attacken, die von der Erde nicht mehr als ein paar Staubkörner übrig lassen würden.
Schließlich schaffte es der Schwarzhaarige hinzusehen und sein Gesicht war von Entsetzen erfüllt. Vegetas Attacke verlangsamte die Kugel zwar, doch sie bewegte sich weiter unaufhörlich auf die Erde zu. Es war so gut wie vorbei.
...
„Probier es ruhig, Vegeta!", schrie Cooler kreischend. „Aber gegen meine Hundertfache Supernova hast du keine Chance!"
Vegeta biss die Zähne zusammen, während er den Strahl zwar kontinuierlich aufrecht zu erhalten wusste, der Energiefluss jedoch an Stärker abnahm.
Er hatte versagt. Er war Cooler unterlegen. Prinz Vegeta, ein Super Saiya-jin auf dem zweiten Level war nicht stark genug gewesen, um sich mit Cooler zu messen. Langsam begannen seine Arme vor Anstrengung zu zittern, während die hundertfache Supernova immer näher kam.
Die Sekunden schienen zu Stunden zu werden, in denen sich Vegeta an anderen Orten zu anderen Zeiten sah. Er erinnerte sich an seinen ersten Kampf gegen Kakarott, den er verloren hatte, obwohl es sich nur um einen Unterklassekrieger gehandelt hatte. Auch die Erinnerungen an Namek kehrten zurück. Ihm war wieder bewusst, wie er sich für den einzigen legendären Super Saiya-jin gehalten hatte und Freezer herausgefordert hatte. Er war wieder gescheitert und am Ende war es wieder der Unterklassekrieger gewesen, der den Tyrann zu Fall brachte.
Dann war da noch sein Kampf gegen das Monster Cell gewesen. Auch hier hatte sich Vegeta überschätzt und seinem Feind erlaubt seine perfekte Form zu erreichen. Der Prinz war in seinen Kämpfen kläglich gescheitert und hatte dabei zusehen müssen, wie sein Sohn aus der Zukunft getötet wurde. Auch damals war die Welt nicht von ihm gerettet worden sondern von dem Sohn seines Feindes, einem Halbblut.
Und dann kamen Babidi und Buu. Der eine, der in ihm lange schlummernde Gefühle nach Rache weckte und ihn versuchte als Werkzeug zu benutzen und dem anderen, gegen den er keine Chance gehabt hatte, der schließlich seine Familie tötete. „Trunks…", flüsterte der Krieger leise und das Zittern in seinen Armen erstarb.
„Bulma…", folgte der Name seiner Frau und die Intensität des Stahls nahm wieder zu.
Er hatte sie beide nicht beschützen können und würde nun auch nicht Jenny beschützen können. Sie würde durch diese verfluchte Energiekugel sterben.
In diesem Moment kam er sich vor, als würde Kakarott ihn beobachten. Hätte diese Unterklassekrieger die Welt vor Cooler retten können? Natürlich hätte er das.
„Nein…", knurrte er leise und schrie es dann laut aus. Vegeta würde nicht aufgeben. Er würde nicht noch einmal tatenlos zusehen, wie seine Familie ausgelöscht wurde. Und selbst wenn diese nur noch aus einer alten Frau und einem kleinen Mädchen bestand.
Der Strahl aus seinen Händen wurde immer intensiver und schließlich blieb die Kugel stehen.
„Was hat das zu bedeuten?", fragte sich Cooler entsetzt, als seine Attacke nicht mehr vorwärts zu kommen schien. Er steckte die Arme von sich und setzte all seine Kraft ein, doch die hundertfache Supernova rührte sich nicht weiter.
Sondern im Gegenteil, sie bewegte es sich auf ihn zu! Cooler konnte das nicht einordnen. Was passierte da? Wie konnte es Vegeta schaffen, die hundertfache Supernova zu kontern und zurückzuschicken? Es war so unrealistisch, wie Regen der nach oben fällt.
Ultracooler strengte sich immer mehr an, streckte die Arme von sich, doch die Kugel kam ihm immer näher. Der Ice-jin schrie panisch auf, als seine Fingerspitzen den gewaltigen Energieball berührten und langsam zu verdampfen begannen.
Diese Saiya-jins, konnte dieser Plage denn niemand Herr werden? Waren sie eine Art Fluch für seine Familie?
Dies erschien Ultracooler immer wahrscheinlicher, während er langsam von seiner eigenen Attacke verschlungen wurde. Er schrie auf, während es an seinem Körper zu Fehlfunktionen kam. Plötzlich sah sich der Ice-jin nicht mehr am Himmel, sondern innerhalb dieser einprogrammierten Illusion seines Thronsaals. Eine zynische Grausamkeit des Schicksals, ihm vor seinem Tod noch einmal zu zwingen, sich bewusst zu werden, was er die letzten Jahre so sehr begehrt hatte und nie wieder in Natura sehen würde. Es war sein Ende, das war Cooler klar. Sein Reich würde untergehen, was er auch zu akzeptieren hatte, doch dass es der Erde wieder vergönnt war, zu überleben, konnte er einfach nicht hinnehmen, musste es aber.
Er spürte die unglaubliche Hitze im Inneren seiner Energiekugel, die langsam die eiserne Hülle seines Körpers auflöste.
Stück für Stück wurden die letzten organischen Überbleibsel freigelegt, die von seiner wahren Gestalt noch übrig waren, nur um ebenfalls innerhalb der tödlichen Energien in ihre kleinsten Bestandteile aufgelöst zu werden.
Es würde nichts von dem Wesen, dem Tyrannen und Mörder Cooler übrig bleiben. Ein weiterer schrecklicher Despot der Galaxie war für immer vernichtet worden.
Vegeta sah dabei zu, wie die riesige Kugel langsam ihren neuen Kurs aufnahm und wahrscheinlich irgendwo im Weltraum verschwinden würde. Auch wenn diese Gefahr gebannt zu sein schien, blieb Vegeta noch in Kampfbereitschaft. Doch es folgte keine Attacken mehr. Ultracooler war von seiner eigenen Supernova verschlungen worden und würde der Erde nie wieder Ärger machen können.
Kaum war Vegeta zu diesem Schluss gekommen, wurden seine Haare wieder schwarz und er verdrehte die Augen, als die Ohnmacht ihn ergriff. Der Krieger der Saiya-jins fiel wie ein Stein, wurde jedoch kurz vor seinem Aufschlag, von C17 aufgefangen und auf einen großen Stein gelegt.
„Jetzt sind wir quitt.", meinte der Cyborg dessen Erschöpfung nicht zu vergleichen war mit seiner gewaltigen Erleichterung. Sie war jedoch trotzdem stark genug, um ihn zum Sitzen zu zwingen. Er lehnte sich an den Stein auf dem schon der Saiya-jin lag und schloss ebenfalls die Augen, wodurch er in einen ruhigen Schlaf fiel, in welchem er von seiner Schwester und ihrer Familie träumte, die er irgendwann auf der anderen Seite würde sehen dürfen.
...
Die Sonne ging schon auf, als Vegeta wieder zu Bewusstsein kam. Sein ganzer Körper schmerzte von den Strapazen des Kampfes.
„C17?", fragte er.
„Hmm?", murmelte der Cyborg, der nur langsam aus den Tiefen des Schlafes auftauchte.
„Was ist mit Coolers Festung? Es darf kein einziges Stückchen funktionierende Ghetti-Technologie übrig bleiben, sonst werden wir bald wieder Ärger damit haben."
C17 verstand. Seine Augen wanderten zu der zertrümmerten Ruine. Vegetas Energien hatten ziemlich gewütet.
„Ich mache das schon. Du hast immerhin den Schurken erledigt." Der Cyborg versuchte ein wenig zu lächeln.
Vegeta sagte nichts, sondern erhob sich in die Luft. Ohne einen Ton von sich zu geben, flog er davon.
Es dauerte etwas länger, doch irgendwann vormittags hatte Vegeta die Capslue Corp. erreicht, wo er schon von Mrs. Briefs erwartet wurde. Die Frau erschrak, als sie den Saiya-jin sah, der aus unzähligen Wunden blutete und dessen Kampfanzug an vielen Stellen zerfetzt war.
Seine Nase schien gebrochen zu sein.
„Was ist passiert?", fragte sie.
„Wir haben gekämpft, ich habe gewonnen.", knurrte Vegeta, der wankend durch die Eingangstür trat. Plötzlich verlor der Prinz das Gleichgewicht und wäre umgefallen, hätte er sich noch rechtzeitig an der Wand abstützen können. „Wo ist sie?"
„In der Schule."; antwortete Mrs. Briefs, der klar war, dass Vegeta nur Jenny meinen konnte. „Sie hat gespürt, dass etwas nicht in Ordnung war. Ich sagte ihr, dass es so was wie ein Spezialtraining gewesen wäre."
Vegeta schnaubte, nickte aber und ging an der Menschenfrau vorbei. Er schien sich sehr zwingen zu müssen, allein zu laufen. Doch es war klar, dass er sich nicht würde helfen lassen.
„Sag ihr, wenn sie nach Hause kommt, dass das Training heute ausfallen muss.", waren Vegetas letzten Worte, bevor er um die Ecke verschwand und Mrs. Briefs zurückließ. Sie atmete einmal tief durch. Dieser Cooler war ein extremer Sonderfall gewesen, doch das war vorbei. Es wurde Zeit, sich wieder dem normalen Leben zuzuwenden.
Es gab einige kleine Explosionen, während C17 noch ein paar der größeren Trümmer mit Kistrahlen bearbeitete. Nach zehn Minuten hatte er sich entschieden, dass es genug war und von der Bedrohung nichts mehr übrig sein würde.
Er atmete durch und bemerkte wieder dieses komische Kribbeln in seinem Hinterkopf.
„Diagnose des potenziellen Wirts beginnen."
Dieses Gefühl hatte er schon seit einiger Zeit, tat es aber anfänglich als Nachwirkungen seines Kampfes ab. Langsam fiel sein Blick auf den Stich, den er sich geholt hatte, als er mit der Faust durch den Torso eines Coolerdroids geschlagen hatte. Die kleine Wunde hatte sich entzündet und brannte.
„Komisch."
„Bei Individuum handelt es sich um cybertronisch verbesserten Organismus der Klasse H 245. Kompatibilität wird auf 99% geschätzt."
„Scheiße.", fluchte C17 auf, als aus dem Kribbeln mehr wurde. Es war als würde sich ein seltsamer Druck in seinem Kopf aufbauen.
„Installation beginnen."
Dann schrie C17 vor Schmerz auf. Er fühlte sich, als würden sich tausend Nadeln in sein Gehirn bohren. Der Cyborg konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und bemerkte nicht, dass sich unter seiner Kopfhaut etwas zu bewegen schien.
„Anpassung der persönlichen Charakteristika des Individuums beginnen."
Die Augen des Schwarzhaarigen leuchteten rot auf, während er sich gequält nach vorn krümmte, doch dann entspannte sich C17 wieder. Er besaß sogar einen relativ gelassenen Ausdruck im Gesicht. Ein Ausdruck, der irgendwie von ihm und doch nicht von ihm stammte. Langsam erhob er sich in die Luft und flog irgendwo hin. Er kannte sein Ziel selbst noch nicht.
„Installation des Ghetti-Programms abgeschlossen. Bereit zur Aufrüstung machen und zur folgenden Auslöschung jeder potenziellen Existenzgefährdung. Neue Bezeichnung des Individuums: Ghetti17"
Der Cyborg flog durch den Himmel und lächelte auf eine bösartige Weise, die selbst C17s Art bei weitem in den Schatten stellte. Er war jemand neues, jemand stärkeres. Eine neue Persönlichkeit, die sich erst am Anfang ihrer Entwicklung befand. Und egal, wie viel sie noch von dem Wesen C17 in sich trug, würde sie ihrer Programmierung nachkommen. Technologie assimilieren und die Saiya-jins auslöschen, wenn sie dazu in der Lage war. Für die Welt herrschte wieder Frieden, dieses jedoch nicht unbegrenzt.
ENDE
A/N: Das war also "Coolers Angebot" Ich muss noch einmal meinem Leser Infernus dafür danken, dass er diese Geschichte geschrieben hat. Ich denke, es gibt für einen Autor keine größere Ehre, als wenn jemand eine fanfic zu seiner Geschichte schreibt, obwohl, oder besonders wenn diese Geschichte selbst nur eine fanfic ist.
Ich hoffe, ihr habt diese kleine Story genossen (ihr könnt sie ja als einen der DB Z Filme betrachte *g*). Ich werde wohl innerhalb der nächsten Woche das nächste englische Kapitel von TLW-AR fertigstellen – gibt nur noch ein paar kleine Szenen, die ich schreiben muss, und danach mache ich mich dann an die deutsche Übersetzung vom nächsten Kapitel.
Ich seh euch dann und vielen Dank fürs Lesen!
ChibiChibi
