Die letzte Schlacht war vorbei, Voldemort besiegt und Harry Potter hatte das erste Mal in seinem Leben nicht den Fluch der Prophezeiung auf sich lasten.

Er hatte sich nach seinem Sieg in seinen alten Schlafraum zurückgezogen und beinahe 24 Stunden durchgeschlafen.

Er hatte sich geduscht, sich saubere Sachen angezogen und er hatte sogar von Kreacher etwas zu essen und zu trinken bekommen.

Aber trotzdem fühlte sein Körper sich unwohl, als ob ihm etwas fehlen würde.

Mit abschweifenden Gedanken verließ er den Schlafsaal und machte sich auf den Weg zur großen Halle, in der er seine Freunde vermutete. Erinnerungen an die Schlacht kamen zurück als er durch die stark in Mitleidenschaft gezogenen Gänge des Schlosses ging, aber auch Erinnerungen an sein Jahr auf der Flucht, der Einbruch ins Ministerium und ihr Abenteuer in Gringotts.

In der Eingangshalle angekommen blieb er stehen und schaute durchs offene Schlossportal hinaus auf die Gründe. Er war schon oft dem Tod entkommen, stand schon oft dem dunkelsten Zauberer der Welt gegenüber und kam immer wieder mit dem Leben davon.

Aber nie war es so knapp gewesen wie beim letzten Mal, als er alles aufgegeben und mit seinem Leben abgeschlossen hatte um seine Freunde zu beschützen.

Er dachte an seinen Gang in den Wald, die Gegenwart seiner Eltern und schließlich an seinen letzten Gedanken vor seinem beinahe Tod.

„Ginny." flüsterte er vor sich hin und das Gesicht seiner bildschönen Ex-Freundin schlich sich wieder vor sein inneres Auge. Und zum ersten Mal seit er aufgewacht war, verlor er dieses merkwürdige Gefühl und sein Körper fühlte sich wieder komplett.

Er öffnete die Tür zur großen Halle und ließ seinen Blick schweifen bis er an einem roten Glitzern hängen blieb.

Sie saß mit ihrer Familie an einem Tisch auf der anderen Seite der Halle und starrte in Gedanken versunken vor sich her. Ihre roten Haare funkelten golden und eine Strähne fiel ihr in die Augen, welche sie mit ihrer linken Hand hinter ein Ohr klemmte.

Sie ist wunderschön! war Harrys einziger Gedanke, als er die Halle betrat und sich auf den Weg zu ihr machte. Er ignorierte das Stimmengewirr, welches über ihn hereinbrach und steuerte geradewegs auf Ginny zu, die sich mittlerweile zu ihm umgedreht hatte und ihn mit einem Ausdruckslosen Gesicht ansah.

Er winkte abwesend den anderen Weasleys und Hermine zu und ließ Molly Weasleys knochenbrecherische Umarmung über sich ergehen, aber sein Blick war pausenlos auf Ginny gerichtet. Und als er endlich bei ihr ankam, wurde die Halle schlagartig ruhig und Harry tat etwas womit niemand gerechnet hatte, er fing an zu singen.

This time, This place

Misused, Mistakes

Too long, Too late

Who was I to make you wait

Just one chance

Just one breath

Just in case there's just one left

'Cause you know,

You know, you know

Er schaute ihr tief in ihre braunen Augen, die Augen in denen er stets versinken konnte und nahm ihre zarte Hand in seine.

That I love you

I have loved you all along

And I miss you

have been away for far too long

I keep dreaming

you'll be with me

And you'll never go

Stop breathing if

I don't see you anymore

Alle Augen waren auf die beiden gerichtet, als Ginny aufstand und sich Harry gegenüber stellte. Ihre Augen loderten auf als sie ihre linke Hand sanft über seine Wange gleiten ließ, nur um sie einen Moment später zurück zuziehen und ihm mit der rechten Hand mit voller Wucht ins Gesicht zu schlagen, was einen roten Abdruck auf Harrys Wange hinterließ.

„Wie konntest du mir das antun!" schrie sie ihm entgegen, während Tränen anfingen ihre Wangen hinunter zu laufen.

„Ich dachte du wärest Tod!" schluchzend warf sie sich an seine Brust und umarmte ihn kräftig, nur um sich kurz danach von ihm zu lösen und mit beiden Fäusten gegen seine Brust zu trommeln.

„Du hast dich nicht von mir verabschiedet Harry! Du bist einfach so in deinen Tod gelaufen, ohne an mich zu denken? Wie soll ich dir das jemals wieder verzeihen?"

Bei der letzten Frage entfernte sie sich einen Meter von Harry und sah ihm tief in die grünen Augen, in welchen sich seine Gefühle spiegelten. Angst, aber auch Entschlossenheit und Liebe.

„Ich musste es tun Ginny, ich habe es alles für dich getan" sagte er mit fester Stimme ohne ihren Augenkontakt zu brechen. Und bevor Ginny etwas sagen konnte, kniete er sich vor sie und nahm ihre Hand wieder in seine.

On my knees, I'll ask

Last chance for one last dance

'Cause with you, I'd withstand

All of hell to hold your hand

I'd give it all

I'd give for us

Give anything but I won't give up

'Cause you know,

You know, you know

I love you

I have loved you all along

And I miss you

far away for far too long

I keep dreaming

you'll be with me

And you'll never go

Stop breathing if

I don't see you anymore

Er stand auf und zog Ginny ganz nah an sich heran um ihre Lippen mit seinen zu verschließen. Doch kaum hatte der sanfte Kuss begonnen, schob Ginny ihn von sich weg und schrie ihm so laut sie konnte entgegen.

So far away (so far away)

far away for far too long

So far away (so far away)

You´ve been away for far too long

Harry hatte Angst davor, sie vielleicht für immer verloren zu haben, sie zu sehr verletzt zu haben. Tränen liefen nun seine Wangen hinunter und er drehte sein Gesicht weg, damit sie diese nicht sah. Womit er nicht rechnete, waren ihre sanften Hände die sein Gesicht wieder zu ihr drehten. Sein Herz machte einen Luftsprung, als er das Lächeln auf ihrem Gesicht und das Funkeln in ihren Augen sehen konnte und sie leise anfing zu singen.

But you know, you know, you know

I wanted

I wanted you to stay

'Cause I needed

I need to hear you say :

That I love you

That I have loved you all along

Sie zog Harry an sich und schloss ihn in eine Umarmung, während sie in sein Ohr flüsterte.

And I forgive you

For being away for far too long

So keep breathing

'Cause I'm not leaving you any more

Believe it

Hold on to me ,

never let me go

Keep breathing, 'cause I'm not leaving you anymore

Believe it

Hold on to me and never let me go

Keep breathing

Hold on to me and never let me go

Keep breathing

Hold on to me and never let me go

Ungeachtet davon, dass alle Augen in der Halle auf sie gerichtet waren, näherten sich die Gesichter der beiden und sie küssten sich. Alle aufgestauten Gefühle der letzten Monate, alle Leidenschaft und all ihre Liebe füreinander lagen in diesem einen Kuss, der weder von den Jubelschreien der anwesenden noch von Rons Räuspern unterbrochen werden konnte.