Kapitel 3 - Passing the Dutchie… on the left hand side
Es war eine angenehme Samstagsommernacht, als Draco in die Wohngegend apparierte, in der die Hausparty stattfand. Er kontrollierte schnell, ob seine Kleidung und Haare richtig lagen, obwohl er die reine Perfektion war. Er sah heute Nacht gut aus und freute sich darauf ein wenig Spaß zu haben. Mit seiner Mutter war er die meiste Zeit des Sommers verreißt gewesen und jetzt war er froh darüber, ihrer einengenden Anwesenheit zu entkommen.
Er schaute ungeduldig auf seine Uhr und schnaubte verärgert. Ein lauter Knall kündete die Ankunft von Blaise Zabini an.
"Hat lang genug gedauert."
Blaise grinste und sah dabei Draco ziemlich ähnlich. "Ich musste ein weiteres gebrochenes Herz zurücklassen. Du weißt ja, wie das ist." Sein Grinsen wurde boshaft. Blaise trug eine lange schwarze Hose und ein weißes Poloshirt. Seine goldbraunen Dreadlocks waren zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.
Draco sah in Blaise einen Gleichgesinnten. So wie er, war Zabini reich, gutaussehend und hatte einen unfehlbaren Modegeschmack. Er sah in ihm einen wirklichen Freund, sofern er jemandes Freund überhaupt sein konnte. Vincent und Greg waren immer noch Schwachköpfe, die sich wie Kinder benahmen und die es nicht schafften passende Shirts zu ihren Hosen zu tragen. Diese Kriecher waren nur für brutale Gewalt zu gebrauchen.
Draco und Blaise schlenderten zur Tür des Hauses und klopften.
Ihnen wurde von einer hübschen grünhaarigen Hexe geöffnet, die die beiden Männer strahlend anlächelte.
"Hallo, mein Name ist Lydia. Willkommen." Sie geleitete sie in das Foyer. Sie schien Mitte zwanzig zu sein. Ihr Rock war verdammt kurz, sodass er nur knapp ihren runden Hintern bedeckte. Draco schätzte, dass er durch Magie gehalten wurde.
"Wie heißt ihr und wer hat euch eingeladen?"
"Ich bin Draco und das ist Blaise. Wir wurden von Millicent eingeladen." Das war nur die halbe Wahrheit. Eigentlich hatte Pansy ihm von der Party erzählt, doch sie selbst konnte nicht kommen, da sie mit ihren Eltern im Urlaub war.
Die Hexe nickte und führte sie an einen Beistelltisch auf dem ein Stück Pergament und eine Schreibfeder lagen.
"Ihr müsst diese Erklärung unterschreiben. Nichts von dem, was in diesem Haus passiert, darf nach draußen gelangen." Sie reichte ihnen den Federkiel.
Draco und Blaise tauschten Blicke aus. Was sollte das für eine Party werden?
"Äähm… Welche Art Party ist das?", fragte Blaise und versuchte seine Unerfahrenheit nicht zu zeigen.
"Eine für Erwachsene.", war die Antwort. "Wenn ihr danach fragen müsst, dann müsst ihr vielleicht etwas anderes für heute Abend finden." Sie nahm ihnen den Federkiel weg und sah sie misstrauisch an.
In diesem Moment öffnete sich die Haustür erneut. Fadien kam herein mit Nicos im Schlepptau. Hinter ihnen betrat ein schwarzhaariger Zauberer das Haus. Er trug eine enge, schwarze Hose und ein dunkelgrünes Buttondown-Shirt. Das Grün des Shirts betonte die smaragdgrünen Augen, welche nun direkt in die Silbergrauen des blonden Slytherins schauten.
Draco war sprachlos. Er wäre weniger überrascht gewesen, wenn sein eigener Vater in Begeleitung eines Dementors als Date durch die Tür gekommen wäre. Er wusste nicht was ihn mehr schockte, wie der Gryffindor aussah, dass er überhaupt hier war, oder dass Harrys Anblick ihn aus der Fassung gebracht hatte.
Der Wunderjunge sah aus, als hätte er zwanzig Pfund pure Muskelmasse zugelegt, außerdem hatte er eine gesunde Bräune. Draco hatte die Augen des Jungen noch nie ohne Brille gesehen und nun schien ein Feuer in ihnen zu lodern, als sie ihn erblickten. Das zerzauste Haar, war immer noch zerzaust, jedoch hatte es Perfektion an sich, fast, als wäre es mit Absicht so gestylt. Mit Mühe schloss er seinen Mund. Er konnte sehen, dass Zabini dieselbe Reaktion zeigte. Beide Teenager hatten Potter mit vor Erstaunen herunter geklapptem Kiefer angestarrt.
"Lydia, Baby, jetzt kann die Party beginnen.", sagte Fadien.
Draco wurde aus seinen Gedanken gerissen.
"Das ist mein Junge Harry!", sagte Fadien laut. Er war offensichtlich betrunken.
Harry reichte der Hexe höflich seine Hand und lächelte sie an.
"Harry, bedien dich mit was immer du willst. Und damit meine ich alles." Sie leckte sich über die Lippen und drückte ihre Brüste so hoch, bis sie ihn fast ins Auge piekten. Harry wich ein Stück zurück, aber lächelte sie an. Ihre Augen weiteten sch erfreut.
"Komm Harry, du musst unbedingt einen meiner Drinks probieren.", unterbrach Fadien sie und zog Harry hinter sich her. Harry nickte Draco und Blaise grüßend zu und folgte dann seinem Gastgeber.
Draco tobte vor Wut. Harry hatte keine Erklärung unterschreiben müssen. Verdammt, diese Hexe hatte sich beinahe besabbert. Was zum Teufel ging her vor sich? Harry war populärer als er selbst? Nur über meine Leiche! Draco riss den Federkiel aus der Hand der Hexe.
"Wo muss ich unterschreiben?"
-
Harry folgte Fadien den Gang hinunter und versuchte seine Gedanken wieder zu ordnen. Er war geschockt darüber, Malfoy in der Eingangshalle zu sehen. Der arrogante Slytherin war überraschend ruhig gewesen. Vielleicht war dieser ebenso geschockt ihn zu sehen. Malfoy sah aus, als wäre er ein paar Zentimeter gewachsen. Und er schien nicht mehr so dünn zu sein, als Harry sich erinnerte. Seine Haare waren nicht mehr zurück gegeelt und fettig aussehend, sondern zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Er hatte eine dunkelblaue Hose und ein ebenso dunkles Shirt getragen, welches seine Haare unglaublich hell aussehen ließ.
Harrys Gedanken wurden unterbrochen, als Fadien ihm einen Drink in die Hand drückte.
"Hier, probier mal.", sagte er. "Ich nenne es 'Euphoria'."
Harry sah den Drink besorgt an. Er sah nicht allzu schlecht aus, aber der Name beunruhigte ihn. Doch dann fiel ihm ein, dass er Fadien beim 'Devil Snare' trinken kennen gelernt hatte. Und wenn er die Erfindungen der Weasleyzwillinge überlebt hatte, dann überlebte er auch das. Harry nippte an dem Drink. Es war nicht mal halb so schlimm, als er gedacht hatte; fruchtig mit einem Hauch von Vanille. Er lächelte Fadien anerkennend an und hob das Glas wieder an seine Lippen. Fadien klopfte ihm auf die Schulter.
"Es wird nur besser.", sagte er geheimnisvoll.
Eine Stunde später könnte Harry kaum noch denken. Er hatte mit der Hälfte der Anwesenden getanzt, Hexen und Zauberer gleichermaßen. Irgendein Kerl hatte ihn an seinen Arsch gegrapscht und Harry hatte nur darüber gelacht. Es fühlte sich gut an, nicht über alles nachdenken zu müssen. Sein Leben war bisher so heftig, dass er kaum Zeit zum Entspannen und Spaß haben hatte. Der bevorstehende Krieg hatte seine Sinne verzehrt. All seine Träume und Albträume beinhalteten Voldemorts Gesicht und Sirius' Tod. Das tote Gesicht von Cedric auf dem Friedhof verfolgte ihn in seinen Gedanken. Der Hass, den er Voldemort und seinen Todessern gegenüber verspürte, fraß seine Seele auf. Doch heute Nacht wollte Harry leben und eine angenehme Zeit verbringen.
Das Angenehme wurde jedoch von Malfoys finsterem Blick vermindert, den dieser ihm vom anderen Ende des Raumes zuwarf. Doch er bemerkte ihn weniger und weniger. Harry wusste nicht, ob das an seinem eigenen Rausch oder an dem von Malfoy lag. Sein blonder Rivale hatte mindestens genauso viele Drinks wie er selbst hintergekippt, und er hatte nur Augen für Harry.
Draco stand auf der anderen Seite des Raumes und sein Blick bohrte sich in Potter. Er verstand nicht, wie Potter so populär bei diesen Leuten werden oder überhaupt Kontakt zu ihnen haben konnte. Harry hatte nie mit anderen Leuten, als mit Wiesel oder Granger und seinem bunten Haufen von Gryffindors abgehangen. Und nun sah Potter auch noch gut genug aus, um von ihm bemerkt zu werden.
Draco kippte einen weiteren Drink hinunter und stellte das Glas auf einem Tisch ab. Er entschied, dass es Zeit für ein Gespräch mit dem verdammten Wunderjungen war. Blaise war zurzeit in ein Gespräch mit einem Zauberer auf der anderen Seite des Dancefloors verwickelt. Draco schritt hinüber zu Potter, welcher Hof hielt für seine Bewunderer. Er grinste, als er sah, dass sich Potters Gesicht vor Ärger verzog.
"Geh weg, Malfoy. Ich habe heute Nacht kein Bock auf dich. Eigentlich hab ich nie Bock auf dich.", zischte er.
"Nun, Narbengesicht, das ist nicht sehr höflich. Ich will doch nur nett sein. Haben dir deine Eltern kein Benehmen beigebracht? Oh warte, stimmt ja, du hast ja keine Eltern. Ich schätze keiner hatte Zeit dir irgendwas beizubringen, während du im Waisenhaus gelebt hast.", sagte Draco süßlich.
Harrys Kopf fuhr herum und sein Kiefer verkrampfte sich. Gott, er hasste diesen Idioten! Malfoy versaute ihm wirklich seine Lebensfreude. Er würde nichts lieber tun, als diesen bescheuerten, blonden Kopf in den Boden zu rammen, aber sein Gastgeber würde wohl angepisst von ihm sein, wenn er anfing dessen Gäste zu verprügeln. Daher zwang er seinen Mund zu einem unechten Lächeln.
"Nun, Malfoy, ich freu mich auch dich zu sehen. Wie geht es deinem Vater? Ich hoffe, die Erinnerung, die er immer und immer wieder sieht, ist, wie ich seinen Arsch nach Askaban verfrachtet hab. Gib den Dementoren einen Kuss von mir." Er drehte sich von dem Blonden weg.
Dracos Gesicht verfärbte sich dunkelrot und seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Er griff Harrys Arm und zog Potter nah an sein Gesicht ran.
Er flüsterte, "Eines Tages werde ich dich kriegen, Potter, merk dir meine Worte. Dumbledore kann dich nicht für immer beschützen."
Harry lächelte Draco überlegen an. "Oh Malfoy, aber du hast mich doch schon, genau hier und jetzt. Mach, was du willst."
Draco war für einen Moment überrascht. Er hatte nicht erwartet, dass Potter ihn auf diese Weise herausfordern würde.
Doch bevor er die Möglichkeit hatte, sich von dem Moment zu erholen, schockte ihn Potter sogar noch mehr:
Potters Hand kam plötzlich auf sein Gesicht zu. Draco zuckte sofort zusammen in der Voraussicht gleich hart mit der Faust getroffen zu werden. Der Schlag war aber nicht hart, im Gegenteil. Die warme Hand streichelte seine Wange. Streichelte!
Draco warf den Kopf herum und starrte Potter an. Sein Mund klappte auf, schon wieder, und sein Herz übersprang einen Schlag. Was zum…??? Das war das Letzte, was er erwartet hatte.
Harry grinste offen, aufgrund des Schocks, der in Dracos Gesicht geschrieben stand. Draco kämpfte, um seine Selbstbeherrschung wieder zu erlangen.
"Fass mich nicht an!", schrie er, in einer Stimmlage, die vollkommen würdelos für jemanden seiner Gestalt war. Er ließ Potters Arm los.
Harry grinste nun wie ein Wahnsinniger, aber innerlich war er entsetzt darüber, was er grad getan hatte. Er wollte nur diesen schleimigen Slytherin erschüttern. Es war total spontan geschehen, er hatte nur endlich etwas finden wollen, um diese Schlange zum Schweigen zu bringen. Er hatte keine Ahnung, das seine kleine Aktion, solch ein großer Erfolg wird: Malfoy sah total verschreckt aus.
Harry ging näher auf Malfoy zu, mit einem unheimlichen Ausdruck auf seinem Gesicht. Der Teenager blickte ängstlich zurück. Er hatte keine Ahnung, was in dem Kopf des Gryffindors vor sich ging, aber irgendwie wusste er, dass er darauf nicht vorbereitet war.
"Was ist los, Malfoy? Du scheinst ein wenig nervös zu sein. Alles okay?"
Harry sagte dies in einem unschuldigen Tonfall, aber da war ein undefinierbares Gefühl darunter. Ich habe Malfoys Gesicht zärtlich berührt. Was zum Teufel ist in diesen Drinks?
"Jungs, Jungs, immer schön nett zu einander sein, okay?" Lydia kam auf sie zu gelaufen, offensichtlich von den feindseligen Schwingungen, die die beiden Männer umgaben, angezogen.
"Ich weiß, was wir tun müssen: Ein Spiel spielen! Aber ihr braucht wirklichen Mut dafür; es ist kein Spiel für Schlappschwänze.", sagte sie laut, sodass jeder sie hören konnte.
Sie sah Draco und Harry an. "Wollt ihr zwei vielleicht mitspielen?" Die Frage hatte etwas Herausforderndes in sich.
Harry sah zu Draco. "Klar spiel ich mit." Er lächelte die Hexe an. Draco knurrte. Er konnte es nicht zulassen, dass Potter ihm eins auswischte.
"Ich spiele auch.", sagte Draco, den kleinkindartigen Ton hassend, in dem er den Satz hervorgebracht hatte. Er winkte Blaise zu sich ran, als dieser auf ihn zukam. Der andere Slytherin schaute Harry mit einem Funkeln in seinen Augen an.
Lydia führte sie in einen anderen abgedunkelten Raum. Mehrere Leute saßen schon auf den Sofas, als sie eintraten. Sie schwang ihren Zauberstab und der Raum wurde von einem Licht erhellt, dessen Quelle man nicht ausmachen konnte. Harry sah Fadien in einer Ecke sitzen.
"Wir werden 'Wizard Legacy' spielen."
Ein paar kicherten. Sie hatten dieses Spiel offensichtlich schon einmal gespielt.
Alle saßen in einem Kreis und Lydia erklärte die Regeln. Es war eine Variation von Wahrheit oder Pflicht, die fast nur aus Pflichten bestand. In der Mitte des Kreises stand eine Schale. Jeder musste eine Karte ziehen und den Anweisungen darauf folgen. Wenn sich jemand weigert, musste er einen der vielen Becher leeren, die sich auch in der Mitte des Kreises befanden. Allerdings wusste niemand, welche Tränke dort drin waren, welchen Effekt sie haben würden und ob sie nur einen Tag oder gar einen Monat wirkten. Harry war nicht erpicht darauf, herauszufinden, was sich in ihnen befand.
Er nahm einen Platz im Kreis ein. Lydia reichte ihm und einigen anderen einen neuen Drink.
"Für eure… Hemmschwelle.", erklärte sie.
Harry kostete sein neues Getränk. Er war lecker, immer noch fruchtig, aber mit einem scharfen Beigeschmack. Kurz danach begann es sich in seinem Kopf schon zu drehen und ein dümmliches Grinsen, das er nicht mehr loswurde, erschien auf seinem Gesicht. Die anderen Partygäste schienen in den unterschiedlichsten Phasen von euphorischem Schwindel zu sein.
Harry riskierte einen Blick zu Malfoy. Der Blonde hatte seine Augen halbgeschlossen und blickte ziellos in die Luft. Er musste Harrys Blick gespürt haben, denn plötzlich drehte er seinen Kopf zu ihm. Harry bemerkte auch, dass Blaise ihn anschaute. Ich denke, wir sind alle gespannt, was in diesem Spiel passieren wird, schätzte Harry.
Die erste Karte wurde von Lydia gezogen.
"Oooh… Jungs und Mädels. Ich werd euch meine Leckerbissen zeigen."
Sie stand auf und begann sich langsam auszuziehen und einen verführerischen Striptease hinzulegen. Es dauerte nicht lange bis sie komplett nackt vor ihnen stand, was hauptsächlich daran lag, dass sie keinen BH und keine Unterhose unter ihren unglaublich kurzen Rock getragen hatte. Harry errötete, als er die sehr gut ausgestattete, ältere Hexe beobachtete. Harry war verwirrt von der Tatsache, dass sie es nicht zu kümmern schien, dass sie nackt vor komplett Fremden stand. Identische Gesichtsausdrücke fanden sich auch bei seinen Hogwartsmitschülern.
Die Frau hatte nichts, wofür sie sich schämen müsste, das war sicher. Es kam begeistertes Pfeifen und Jubeln aus der Gruppe. Lydia winkte Harry zu und drehte sich dann um, um ihren Rock aufzuheben. Harry starrte nun direkt auf ihren…
Er nahm schnell einen weiteren, großen Schluck aus seinem Glas.
Nachdem sie fertig war, lachten viele und das Eis schien gebrochen zu sein. Als nächstes war ein Mann an der Reihe, der einen Affen heraufbeschwören musste und diesen an seinen Eiern kitzeln sollte. Harry lachte sich beinahe tot, als der Affe versuchte, die Finger des Mannes abzukauen. Jeder lachte und hatte riesigen Spaß, während immer mehr Alkohol floss. Harrys Gehirn war komplett ausgeschalten, so betrunken war er.
Die Frau neben ihm verweigerte ihre Kartenaufgabe und entschloss sich einen der Tränke zu nehmen. Im nächsten Moment fielen ihr alle Haare aus und nichts als ekelige Furunkel schmückten ihren Kopf. Die Gruppe stöhnte angewidert. Sie sah schrecklich aus und begann zu weinen.
"Keine Tränen, du kanntest das Risiko!", schalt Lydia. "Komm mit klar!"
Nun war Harry an der Reihe. Nervös nahm er eine Karte. Die Karten waren so verzaubert, dass sie der Gruppe sagten, welche Pflicht bestanden werden musste. Und seine Karte verkündete laut, dass er den nächsten Mann zu seiner Linken verführen musste. Um die Aufgabe zu bestehen, musste dieser eine Erektion bekommen.
Harry musste zweimal hinsehen. Einen Mann verführen? Eine Erektion?? Harry begann zu überlegen, ob ein Schluck aus einem der mysteriösen Becher nicht doch eine gute Idee war. Er schaute nach links, um zu sehen, wer dieser Mann sein wurde. Sein Mund wurde staubtrocken, als er erkannte, dass es Blaise war. Wenigstens ist es nicht Malfoy, dachte er.
Er musste also Blaise Zabini verführen? Der würde ihn doch nicht mal in seine Nähe lassen.
Die Regeln des Spiels besagten, dass, wenn eine miteinbezogene Person die Herausforderung verweigerte, auch diese von einem der Tränke kosten musste. Blaise starrte ich an.
Harry war kurz davor seine Entscheidung zu verkünden, einen der Tränke zu wagen, als Malfoys Stimme erklang,
"Komm schon, Potter, worauf wartest du? Angst, dass du die Aufgabe nicht befriedigend lösen kannst?", er grinste aufgrund der Doppelbedeutung.
Es gab Gekicher im Raum und etliche Leute begannen zu rufen, "Trank, Trank."
"Komm schon, Süßer.", gurrte Lydia. "Ich weiß, dass du weißt, wie man jemanden verführt. Ich wäre gern an seiner Stelle." Sie zwinkerte ihm zu.
Harry kämpfte gegen die Rötung in seinen Wangen an. Er blickte zu Blaise, welcher ihn genauestens beobachtete. Gut! Er hatte sich umentschieden. Nach einem weiteren großen Schluck Alkohol, trat er auf Blaise zu. Er hatte keine Ahnung, was er tun sollte, um Blaise zu erregen, aber er würde etwas tun. Also ließ er seinen Instinkt übernehmen.
Blaise sah zu ihm mit einem vorfreudigen Glitzern in den Augen auf. Harry blieb einen Moment vor Blaise stehen, dann kniete er sich zu dem sonnengebräunten Teenager hinunter. Harry bemerkte, dass Zabini fast aufgeregt schien. Harry kam seinem hübschen Klassenkameraden immer näher. Er leckte sich verführerisch über die Lippen, ärgerte den Slytherin mit seiner Zunge. Dieser saß wie versteinert da, als er beobachtete, wie Harry seinem Mund immer näher kam. Er war wie hypnotisiert von Harrys grünen Augen, welche das flackernde Kerzenlicht reflektierten.
Harry griff die Hand des Slytherins und zog sie zu seinem Mund. Ohne den Blickkontakt zu brechen, leckte Harry sanft an einem der Finger, ließ ihn in seinen Mund gleiten und fuhr mit der Zunge über die weiche Haut. Blaise schloss die Augen und ein leises Stöhnen entkam seinem Mund. Harry nahm einen zweiten Finger von Blaise in den Mund und begann an beiden zu saugen. Blaise schluckte schwer. Der Mann, der neben Blaise saß, atmete laut aus.
Harry ließ Blaise' Hand langsam sinken und kam dem Mund des Slytherins immer näher. Er fühlte sein Herz schneller schlagen, bei dem Gedanken diesen Jungen zu küssen. Er war aufgeregt, aber auch sehr nervös. Gott sei Dank schien Blaise ein williges Subjekt zu sein.
Harry berührte die zitternden Lippen mit der Sanftheit einer Katze. Seine Zunge stupste gegen Blaise' leicht geöffneten Mund. Harry zog den Slytherin näher zu sich und streichelte seinen Hals, während er seinen Kopf ein wenig schräg legte. Mit einem dunklen Stöhnen antwortete Zabini und seine Zunge traf auf Harrys. Etliche Pfiffe und Catcalls kamen von der Gruppe.
"Verdammt, lasst mich ihn so küssen.", rief ein anderer Mann. "Ich mach es freiwillig."
Ihre Zungen streichelten sich. Harry konnte die Schärfe des Drinks schmecken, den der Teenager vorher getrunken hatte. Der Geschmack war herrlich und Harry drückte sich näher an Blaise. Blaise tat es ihm gleich und ließ seine Zunge in Harrys Mund gleiten. Harry konnte die Hitze spüren, die von Zabini ausging. Er fragte sich, ob dieser schon erregt war.
Sein Arm fiel an seiner Seite hinunter und er strich beiläufig über Zabinis Mitte. Blaise keuchte und drückte sich gegen Harrys Hand, um mehr zu bekommen. Harry wollte sich zurückziehen, aber seine Hand schien ein Eigenleben zu führen. Sie strich immer wieder über Blaise' Erregung und wurde von einem weiteren Stöhnen belohnt.
"Oh Gott, H-Harry…", flüsterte Blaise in seinen Mund.
Der Klang von Zabinis rauer Stimme holte Harry zurück in die Realität. Er zog sich plötzlich von Blaise zurück. Dieser wimmerte aufgrund des Körperkontaktverlustes. Er starrte Harry verwirrt an. Harry sah wissend zurück und stand dann auf, um sich wieder an seinen Platz zu setzen. Blaise' Blick folgte ihm, Begierde stand in seinen Augen geschrieben.
Und Blaise war nicht der Einzige.
Auch Draco war erregt.
Er hatte gelacht, als die Karte die Pflicht verkündete. Er war froh zu wissen, dass Potter vor all diesen Leuten gedemütigt wurde, auch wenn sein Freund daran beteiligt war. Schließlich würde Blaise so etwas nie mitmachen.
Er war überrascht gewesen, als Blaise zustimmte. Vielleicht hatte Blaise mehr Angst vor dem Inhalt der Kelche, als vor Küssen von dem Gryffindork. Er war noch überraschter gewesen, wie sexy Potter aussah, als er auf Blaise zuging. Draco hatte sein Herzrasen gespürt, als Potter Blaise geküsst hatte.
Ein neues und total unbekanntes Gefühl war in dem Slytherin aufgetaucht. Er war verärgert, dass Blaise Potter erlaubt hatte, ihn zu küssen. Und nicht nur das, er hat es offensichtlich auch genossen. Seine Erregung war Beweis genug. Aber die eigentliche Misere war, dass er selbst angeturnt war. Was zum Teufel?? Es war verdammt noch mal unmöglich, dass er, Draco, hart geworden war, während er zusah wie Potter Blaise küsste. Auf keinen Fall… Es musste an den Drinks liegen, was immer darin war, es verdrehte ihm den Kopf.
Er fühlte sich nicht von Potter angezogen. Das war lächerlich. Potter war dürre, mit blödem Vogelnesthaar und dämlicher Brille. Seine Klamotten waren viel zu groß für ihn und er hatte überhaupt keinen Modegeschmack.
Ähmmm… Aber so sieht er nicht heute Nacht aus, sagte eine innere blöde Stimme.
Halt die Fresse, konterte die richtige und akzeptable innere Stimme.
Draco hatte keine Zeit der sinnlosen Unterhaltung in seinem Kopf weiter zuzuhören, denn…
Ein Schrei und ein ohrenbetäubender Lärm schallten durch das Haus. Alle Köpfe wandten sich zur Tür des Raumes. Lydia schwankte in Richtung Tür, um zu sehen, was passiert war. Bevor sie die Tür jedoch erreichte, stürzte ein Mann in den Raum.
"Wo ist Fadien??! Nicos braucht ihn! Jetzt!!" Das Gesicht des Mannes war kreidebleich. Er rannte aus dem Raum.
Jeder sah sich verwirrt um.
"Was zum Teufel ist hier los?" Das war Dracos Stimme.
Harry schaffte es auf seine Beine. Er hat den leisen verdacht, dass sie, wenn er auf seine Füße runtergucken wurde, den Boden nicht berühren würden. Alles schien trüb und weit weg, als würde er auf der anderen Seite des Raumes stehen und sich selbst beobachten.
Durch die Verworrenheit seines Verstandes hörte er Schreie und ein Knurren von weit weg. Hatte jemand einen Hund zur Party mitgebracht?
Lydia kämpfte sich ihren Weg aus dem Raum, da viele Leute hineinströmten.
"AUS DEM WEG!", schrie sie verärgert und eine Hexe fiel zu Boden, als sie sie unsanft beiseite schubste.
Harry folgte dem Rest der Gäste, welche alle an der Tür eingeengt zu sein schienen. Nach einer gefühlten Ewigkeit war die Tür endlich frei und Harry ging in die Eingangshalle, um zu sehen, was los war.
"Was passiert hier?", fragte er in den Raum. Malfoy und Zabini standen rechts neben ihm. Dracos Gesicht war blasser als üblich und Blaise schien besorgt. Der Zauberer neben ihm zuckte mit den Schultern.
"Keine Ahnung, Kumpel."
Plötzlich begannen etliche Menschen wieder zu schreien und rannten auf Harrys Standpunkt zu.
"Rennt!", brüllte ein Zauberer, als er an ihnen vorbei rannte. Er hatte immer noch seinen Drink in der Hand, der nun gleichmäßig über den Boden verspritzte.
Harry hatte kaum Zeit, das zu registrieren, als ein riesiger Schatten in sein Blickfeld geriet. War das… war das ein Werwolf?
"Heilige Scheiße!! Das ist ein Werwolf!", schrie Draco.
"Was zum Teu-", stotterte Blaise.
Sie beide wichen mit vor Angst geweiteten Augen zurück.
Harrys betäubtes Gehirn ließ ihn glauben, dass er halluzinierte. Wer würde einen Werwolf zu einer Party mitbringen? Harry starrte auf die Erscheinung, auch als sie schnell immer näher auf ihn zukam. Der Zauberer neben ihm sprintete davon. Harry stand ganz allein dort.
Blaise starrte ihn an. Potter stand einfach nur da. Er wusste, dass Gryffindors mutig sein sollen, aber das war jenseits von Mut, das war total wahnsinnig.
"Potter, PASS AUF!", schrie Zabini.
Der Werwolf erreichte Harry und seine riesigen Klauen schwangen in Harrys Richtung. Harry starrte für einen Moment weiter und realisierte dann schnell, dass dies keine Halluzination war. Ein brennender Schmerz durchfuhr seinen Körper, als die Klaue mit seiner weichen Haut in Kontakt kam. Harry schrie.
Blaise griff seinen Arm und zog ihn von der wilden Bestie weg, gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass sie Harry den Kopf abriss.
Harry krachte in Blaise und beide fielen zu Boden. Harry kämpfte, um sich aufzusetzen, aber er verlor das Bewusstsein. Sein Körper antwortete nicht auf seinen Befehl aufzustehen. Er fühlte sich klebrig und nass und bemerkte, dass sein ganzes Shirt blutbenetzt war. Blaise stöhnte unter ihm vor Schmerz.
Ein ohrenbetäubendes Aufheulen füllte den Raum, als der Werwolf in der Tür stand. Blaise drückte Harry von sich runter, als er auf die Beine sprang. Draco zog an seinem Shirt.
"Wir müssen hier raus, verdammt!"
Blaise sah schnell auf Harry hinunter, welcher sich nicht bewegte. Scheiße!
"Petrificus Totalus!" Fadien war endlich aufgetaucht und hatte seinen Zauberstab auf den Rücken des Biestes gerichtet.
Der Werwolf knurrte verärgert und fiel dann mit einem dumpfen Aufschlag zu Boden. Fadien zog eilig eine Phiole aus seiner Tasche und drehte den Werwolf um. Er ließ ein Paar Tropfen des Trankes in das Maul des Werwolfs laufen.
Zum Erstaunen aller Anwesenden verwandelte sich das Tier zurück in einen Menschen. Nicos lag bewegungslos auf dem Boden.
Dann wandte sich Fadien Harry zu.
"Mobilicorpus." Er ließ Harry auf eine Couch schweben.
Lydia war in den Raum zurückgekehrt. Sie sah auf Nicos hinunter, dann bemerkte sie Harry. Sie eilte zu ihm hinüber und zog ihren Zauberstab, um ein paar Heilzauber über ihn auszusprechen.
"Wurde er gebissen?", fragte sie leise.
Fadien schüttelte den Kopf. Er blickte hinüber zu den zwei Slytherins.
"Ich glaube, er kennt sie."
Fadien stand auf und sprach sie an. Beide sahen aus, als stecke der Schock ihnen noch in den Knochen.
"Schaut, ich weiß nicht, was passiert ist. Nicos sollte sich nicht heute verwandeln. Aber er ist jetzt unter Kontrolle. Ich weiß, dass ihm das schrecklich Leid tun wird. Er ist nicht gefährlich, dass versichere ich euch."
Draco schnaubte laut. Fadien wandte seine funkelnden Augen auf Draco. Draco starrte trotzig zurück.
"Du nennst das 'nicht gefährlich'? Ein Werwolf rannte auf dieser Party Amok. Einer deiner Gäste liegt auf deiner Couch und verblutet."
"Es wird sich um ihn gekümmert. Und glaub gar nicht erst daran, dass zu melden. Muss ich dich daran erinnern, dass du eine Erklärung überzeichnet hast?" Fadien verdrehte Augen. Hochnäsiger Scheißkerl.
Draco schien etwas erwidern zu wollen, aber Blaise stieß ihn mit dem Ellbogen an. "Lass es sein, Draco."
Fadien sah Draco nochmals verachtend an und kehrte dann an Harrys Seite zurück. Der Schwarzhaarige begann sich langsam zu bewegen. Er öffnete seine Augen und starrte jeden an, der auf ihn herab blickte. Was war hier los?
"Warum guckt ihr mich alle so an?", fragte Harry. "Was ist pa-" Und dann erinnerte er sich. Mit einem Ruck setzte er sich auf und ein brennender Schmerz schoss durch seinen Körper. Er fiel wimmernd zurück.
Fadien griff nach seiner Hand. "Es ist okay, Harry. Alles unter Kontrolle. Es tut mir leid, was passiert ist."
Er griff in seine Tasche und kramte etliche Pillen hervor. Sie sahen auch wie bunte Süßigkeiten.
"Hier, die werden deinen Schmerz lindern. Nimm sie, wann immer der Schmerz zu stark wird. Sie wirken ein wenig besser, als Tränke." Er lächelte Harry beruhigend an und Harry nickte.
"Mir geht es gut, wirklich. Ich muss nur zurück und mich ausruhen."
Er half Harry aufzustehen. Dieser verzog das Gesicht aufgrund des Schmerzes, aber er schaffte es alleine zu stehen.
"Du kannst dich immer an mich wenden, wenn du mehr von den Pillen brauchst, okay?", sagte Fadien.
Harry ging wankend aus dem Raum. Blaise folgte ihm zur Tür,
"Hey, Potter, sicher dass es dir gut geht?", fragte Zabini verhalten. Er schien besorgt zu sein. Harry hielt inne und sah den Slytherin an.
"Ja, ich denke ich bin okay. Es tut nur weh." Er sah für eine Sekunde auf den Boden, dann blickte er Blaise wieder an. "Hey, ähmmm… Blaise. Danke, dass du mein Leben gerettet hast.", sagte Harry und lächelte leicht. Blaise nickte.
Ein schweigendes Einvernehmen bestand zwischen den beiden. Harry wandte sich um und ging dann weiter.
Draco beobachtete diesen Austausch mit ausdruckslosem Gesicht, eine ganze Reihe von Gefühlen versteckend.
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Fadien beobachtete das Trio noch einen Moment, dann eilte er in einen anderen Raum, in dem Nicos auf einer Couch lag. Fadien kniete sich vor ihn und berührte seinen Arm. Der angeschlagene Werwolf öffnete die Augen und sah Fadien direkt an.
"Hat es geklappt?", fragte er endlich.
"Wie ein Zauber.", sagte Fadien und seine Augen blitzen auf.
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